Bundesliga-Spieltag, wir kommen!

FC Bayern München

Rückschau: 15 Spieltage ist es nun her, genauer gesagt war es am 20. Spieltag der vergangenen Saison, als es sich das letzte Mal ereignete. Robert Lewandowski trifft nicht in einem Bundesligaspiel und zieht damit zur Abwechslung mal nicht mit Gerd Müller gleich. Viel fehlte ihm allerdings nicht, einmal traf er nach einer Ecke die Latte und beim 3:0 „klaute“ ihm Sebastian Griesbeck den Ball vom Fuß und netzte selbst ein. Die erste Hälfte der Partie war, wie man sie sich als Trainer wünscht. 1:0 nach zehn Minuten durch Müller, 2:0 nach einer halben Stunde durch Kimmich. Hinten stabil bis auf eine blöde Aktion von Benjamin Pavard, die ihn jetzt gute 3 Halbzeiten Pause gönnt.

Fürth kann mit seiner Leistung sehr zufrieden sein, auch wenn ihnen Punkte natürlich lieber gewesen wären. Für die Bayern unterstreicht dieser 3:1 Sieg noch einmal die Dominanz, die der Meister seit einigen Wochen ausstrahlt.

News der Woche: Kimmich und Goretzka sind bereits in trockenen Tüchern und nun soll auch Serge Gnabry beim Rekordmeister verlängern.

Bei Kingsley Coman, der wieder fit ist, tut sich dagegen nichts in Sachen Vertragsgespräche. Laut mehrerer Medien sollen sich die Bayern bereits nach einem Nachfolger umsehen. Im Raum steht aktuell Anthony von Ajax Amsterdam.

Es gibt auch wieder erfreuliches aus der Fankultur, die Südkurven der Bayern und Dortmunder haben ein gemeinsames Statement gegen die Champions League Reform herausgegeben, aus Angst diese Verstümmelung des prestigeträchtigsten europäischen Wettbewerbs werde schon wieder vergessen.

Vorschau: Am Sonntag dem 03.10 trifft Bayern dieses Wochenende zuhause auf Frankfurt.

Die Eintracht, bislang noch sieglos in dieser Saison trifft also auf die noch ungeschlagenen Bayern. Das letzte Aufeinandertreffen konnten die Frankfurter noch für sich entscheiden. Insgesamt konnte die Eintracht allerdings erst dreimal in München als Sieger vom Platz gehen.

Zuvor steht am Mittwoch allerdings noch die Champions League Heimpremiere in dieser Saison an. Dynamo Kiev heißt hier der Gegner und die Kiever stehen im direkten Vergleich 1:1 Unentschieden.

20 der letzten 22 Champions League Spiele gewann der FCB und auch in diesem Spiel ist die Favoritenrolle glasklar vergeben.


RB Leipzig

Rückschau: Am Samstagnachmittag fertigte Leipzig eine völlig indisponierte und in dieser Form nicht bundesligataugliche Hertha überraschend deutlich ab. Der aktuell alles überragende Christopher Nkunku (16. und 70.), Yussuf Poulsen (23.), Nordi Mukiele (45.+3), Emil Forsberg (60.) und Amadou Haidara (77.) sorgten für den 6:0-Heimsieg, der angesichts von 18:4 Torschüssen und einigen vergebenen Großchancen, u.a. einem Lattentreffer durch Forsberg, auch gut und gerne um zwei bis drei Tore höher hätte ausfallen können. Die Einfachheit mit der RB immer wieder durchs Zentrum und mit langen Bällen hinter die tiefstehende Abwehrkette von Berlin kam, barg schon fast ein gewisses Komikpotenzial.

Während einige in dem Spiel eine deutliche Leistungssteigerung und den Befreiungsschlag für das Team und den neuen Trainer Jesse Marsch sahen, traten andere angesichts des schwachen Gegners prophylaktisch auf die Euphoriebremse.

Und sie sollten Recht behalten. Am Dienstagabend zeigte das Team, das Trainer Marsch wieder in der viel kritisierten Viererkette und mit einer Sturmspitze (Poulsen) antreten ließ, im Champions League-Spiel gegen den FC Brügge ein anderes, erschreckendes Gesicht. Zwar ging RB bereits nach fünf Minuten durch – suprise, suprise – Nkunku mit 1:0 in Führung. Doch in der Folge bestimmten Nervosität, schlampiges Passspiel und eine Vielzahl individueller Fehler (Simakan!) das Bild. Dagegen schaffte es der belgische Meister durch aggressives und kluges Pressing den Leipziger Spielaufbau zu unterbinden und sich mehr und mehr Chancen zu erspielen (taktische Analyse per Twitter hier). Folgerichtig fielen in der 22. und 41. Minute die Gegentreffer zum 1:2. In der zweiten Hälfte zeiget sich das Team nach den Einwechslungen von Gvardiol und Haidara für die schwachen Mukiele und Laimer defensiv stabiler, schaffte es aber nicht, aus 74 Prozent Ballbesitz nennenswerte Chancen herauszuspielen. Ein altbekanntes Problem im klassischen RB-Fußball. Mit der zweiten Niederlage im zweiten Spiel hat Leipzig das Minimalziel 3. Platz in der CL-Gruppe bereits jetzt defacto verfehlt.

News der Woche: Im neuen DAZN-Format "Decoded" kritisierte der ehemalige RB-Sportdirektor und Trainer Ralf Rangnick den vorzeitigen Wechsel von Julian Nagelsmann von Leipzig zum FC Bayern München. "Wir haben Julian 2019 geholt, weil wir überzeugt waren, er hebt uns auf die nächste Stufe. Dann kommt der größte Konkurrent in Deutschland in Not, was die Trainerfrage betrifft, und man lässt ihn für Geld ziehen. Dabei ist Geld das, was RB am wenigsten gebraucht hätte. Ich hätte ganz sicher nicht zugestimmt und dem FC Bayern auch noch aus der Patsche geholfen.", so der frühere RB-Mastermind Rangnick. In der Sendung sprach auch Nagelsmann über die Situation im Frühjahr und stellte klar, dass es keinen allzu großen Widerstand der Vereinsführung gegen den Wechsel gegeben habe: "Auf die Tränendrüse habe ich garantiert nicht gedrückt und ich wäre nicht böse gewesen, wenn ich in Leipzig hätte bleiben sollen.“ Angesichts dieser Äußerungen und der aktuellen sportlichen Situation von RB verfestigt sich das Bild, dass es der Wechsel bzw. sein Nicht-Verhindern ein kapitaler, strategischer Wechsel war.

In der Zwischenzeit verkündete RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff auf der Mitgliederversammlung des Vereins, dass Leipzig einen „Topkandidaten“ auf den seit Sommer unbesetzten Sportdirektoren-Posten gefunden habe. Noch sein aber unklar, ob dieser zum 1. Januar 2022 oder erst im kommenden Sommer seinen Job antreten könne. Aktuell führen Mintzlaff, Florian Scholz und Christopher Vivell die sportlichen Geschäfte von RB. Ob sich ein gestandener Sportdirektor diese „Team“-Konstellation in der Zusammenarbeit antun wird, darf allerdings stark bezweifelt werden.

Vorschau: Am Samstagabend (18.30 Uhr) kommt der VfL Bochum zum Abschluss der englischen Woche Leipzig. Alles andere als ein deutlicher Sieg gegen den Aufsteiger würde – trotz des demonstrativen Festhaltens von Mintzlaff an Trainer Jesse Marsch – die Diskussionen um ihn weiter verstärken.  Marsch zeigte sich auf der Pressekonferenz nach dem Brügge-Spiel überrascht von der schlechten Leistung seines Teams, dass sich nicht an seinen Matchplan gehalten habe. Er kündigte an verstärkt mit den Spielern arbeiten zu wollen, die seine Idee verstünden und auch umsetzen würden. Erstaunliche Worte für jemanden, der noch vor wenigen Wochen als großer Motivator und Gruppenarbeiter gefeiert wurde. Trainerdämmerung in Leipzig?


Borussia Dortmund

Rückschau: Erwartbar hitzig, qualitativ mäßig – eine reine Freude war das Borussen-Duell am Samstagabend in Gladbach nicht, für Schwarz-Gelb schon gar nicht. Ohne Erling Haaland und Marco Reus fehlten dem BVB Durchschlagskraft und Kreativität. Der Endstand, 1:0 für die Gastgeber, trägt dem Rechnung. Die Dortmunder Stürmer Donyell Malen und Youssoufa Moukoko konnten Haaland am Wochenende nicht ansatzweise ersetzen. Sie hatten je einen Abschluss zu verzeichnen, Moukoko kam außerdem nur auf zwölf Ballkontakte in 57 Minuten auf dem Feld. Insgesamt flog von acht BVB-Schüssen keiner aufs Tor.

Nicht geholfen hat mutmaßlich Marco Roses Umstellung auf Dreierkette, die zur zweiten Hälfte zurückgenommen wurde. Da waren die Schwarz-Gelben bereits nur noch zu zehnt. Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud hatte für sein Abwinken nach einer Foul-Entscheidung von Schiedsrichter Aytekin Gelb-Rot gesehen. Dass den Referees von Bundesliga bis Kreisklasse mehr Respekt gebührt, steht außer Frage. Trotzdem war Aytekins Entscheidung willkürlich und inkonsistent angesichts der üblichen Bewertung solcher Gesten in der Liga – gerade wenn es um einen Platzverweis geht.

News der Woche: Die Geschichte mit den ungeliebten „Cup-Trikots“ bekam eine Fortsetzung. Nach der Entschuldigung von Ausrüster Puma für die nach wohl mehrheitlicher Ansicht misslungenen Oberteile von der Stange hat man diese in Absprache mit dem Verein erneut überarbeitet. Beim Champions League-Heimspiel gegen Sporting Lissabon am Dienstagabend trugen die Spieler die jüngste Version – nun endlich mit dem üblichen, deutlich sichtbaren BVB-Emblem in schwarz-gelb auf der Brust. Wie Trainingshemden sehen sie dennoch aus.

Sportlich hat sich die Borussia gegen Sporting mit 1:0 durchgesetzt. Man darf gerne Arbeitssieg dazu sagen. Gerade offensiv musste sich Schwarz-Gelb mühen – und in dieser Partie belohnte sich Donyell Malen endlich mit seinem ersten Tor. Endlich blieb der BVB auch ohne Gegentor. Trotz einiger Ballverluste war's am Ende eine ordentliche Defensivleistung.

Vorschau: Am Samstag um 15.30 Uhr geht es weiter in der Bundesliga: Der BVB empfängt den FC Augsburg. Gegen den hatten die Schwarz-Gelben in einigen Partien kein leichtes Spiel, insgesamt ist die Bilanz aber positiv. Die bayerischen Schwaben haben außerdem in 2021/22 keinen Traumstart hingelegt: Zwei achtbaren Unentschieden in Frankfurt und Berlin-Köpenick und einem einzigen Sieg (gegen Gladbach) stehen drei deutliche Niederlagen gegenüber – macht Platz 15 in der Tabelle. Immerhin, könnte man sagen, angesichts von nur zwei erzielten Treffern – damit hat der FCA den schwächsten Sturm der Liga.

Die Tore erzielte beide Florian Niederlechner – ohne insgesamt zu überzeugen (Kicker-Durchschnittsnote 4,5). Topspieler ist wenig überraschend Torhüter Rafal Gikiewicz, mit dem der BVB auch schon seine Probleme hatte. Die Schwarz-Gelben sollten aber in der Offensive wieder mehr Auswahl haben: Neben dem dann hoffentlich wieder fitten Haaland dürften auch Julian Brandt, Marco Reus und Thorgan Hazard wie schon am Dienstag dabei sein.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Vor dem letzten Bundesligaspieltag hatte Mainz 05 nur zwei Gegentore, ebensowenig hatte nur der VfL Wolfsburg. Zu Beginn war es daher dann auch das erwartbar schwierige Spiel, in der ersten Halbzeit entschieden die Mainzer 15 von 20 Tacklings für sich, gaben doppelt so viele Schüsse ab (10 zu 5) und dreimal so viele, die auch aufs Tor kamen (3 zu 1).

In der zweiten Halbzeit war Leverkusen dann allerdings deutlich aktiver. In der 62. Minute gelang der Werkself schließlich der Führungstreffer, der später zum Siegestreffer wurde. Frimpong kam über die rechte Seite, spielte erst einen Doppelpass mit Wirtz und legte den Ball danach noch einmal auf ihn ab, was Wirtz dann schließlich nutzen konnte. Die Führung zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt bereits ab und auch danach blieb Leverkusen erstmal die aktivere Mannschaft. Erst relativ spät stellte Bo Svensson um, was in der 89. Minute auch noch in einer sehr guten Chance zum Ausgleich mündete, die Hrádecký allerdings parieren konnte.

Schlussendlich geht der Sieg für mich in Ordnung. Schwächen, die in den ersten Spielen bereits sichtbar waren, haben sich gegen Mainz aber auch wieder gezeigt: Vier gelbe Karte holte sich Leverkusen, der Großteil war völlig überflüssig. Insbesondere zu Beginn tat sich die Mannschaft schwer mit dem Erspielen von Chancen, später gelang dies hauptsächlich nur über den Flügel und dabei wiederum insbesondere über die rechte Seite. Berechenbarkeit könnte noch ein größeres Thema in dieser Saison werden.

News der Woche: Durchaus ein wenig überraschend haben sich Bayer Leverkusen und Jonathan Tah auf eine Vertragsverlängerung bis 2025 geeinigt. In der Vergangenheit wurde immer mal wieder über Wechselabsichten berichtet, auch weil er seine anfänglich sehr überzeugende Entwicklung nicht fortsetzen konnte und zwischendurch regelmäßig auf der Bank Platz nehmen musste. Auch wenn er in den Spielen dieser Saison wieder vermehrt zum Einsatz kam, wenngleich hier auch an die Verletzung von Tapsoba erinnert werden muss, ist es nicht ausgemacht, dass er die Wende schafft und ihm weitere Entwicklungsschritte gelingen. Aus Sicht des Vereins hat sich die Situation aber gebessert, so besteht nun nicht mehr die finanzielle Notwendigkeit, ihn im nächsten Sommer verkaufen zu müssen, nur damit er im darauffolgenden den Verein nicht ablösefrei verlassen kann.

Vorschau: In der Bundesliga geht es am Sonntag nach Bielefeld, wo beide Mannschaften ab 19:30 Uhr den Bundesligaspieltag abschließen. Ebenso wie gegen Mainz wird Leverkusen auch gegen Bielefeld wohl größtenteils den Ball haben, während Bielefeld mit langen Bällen, kombiniert mit ihrer Kopfballstärke, versuchen wird, in Umschaltmomente zu kommen. Womöglich wird dabei Leverkusen wieder sehr auf die individuellen Fähigkeiten einzelner Spieler, insbesondere Wirtz sei hier zu nennen, angewiesen sein, wünschenswert wäre es aber natürlich, wenn sich Chancen kollektiv erspielt werden könnten.


Union Berlin

Rückschau: Am Sonnabend gastierte im Stadion des 1. FC Union Berlin, der Alten Försterei der Deutsche Sportclub Arminia Bielefeld e. V.  Wie bereits von Trainer Urs Fischer im Vorfeld der Partie angekündigt, entwickelte sich auf dem Rasen in der Alten Försterei eine zunächst etwa zähe Partie. Union Berlin hatte gefühlt 80% Ballbesitz und wusste damit nicht wirklich viel anzufangen. Auffallend waren einige Ungenauigkeiten von Max Kruse und auffallend häufig zu sehende technische Ungenauigkeiten von Taiwo Awoniyi, der in den vorangegangenen Spielen durchaus gezeigt hat, dass er in Sachen Ballannahme und Ballweitergabe immense Fortschritte gemacht hatte.

Die Arminia wiederum wollte nicht wirklich etwas für den Spielfluss machen und rührte lieber um den eigenen 16er etwas Beton an. Ein wenig erinnerte diese Spielweise an Unions erster Saison in der Bundesliga: hinten dichthalten und mit langen Bällen auf Gott und Sebastian Anderson im Sturm zu hoffen. Ähnlich verhielt es sich in der ersten Halbzeit bei den Bielefeldern, indem sie ihren Stürmer Fabian Klos mit langen Bällen versuchten zu bedienen. Wirklich aufregend war das Spiel leider nicht. Alles, was ab und an auf den Strafraum der Köpenicker zulief, wurde entweder bereits durch die Abwehr entschärft oder durch Andreas Luthe als Torhüter auf der Linie. Kurz vor der Halbzeit wurde es auf einmal sehr still im Stadion, als der Köpenicker Abwehrspieler Timo Baumgartl mit Bielefelds Stürmer Fabian Klos Kopf an Kopf zusammenprallte. Klos, der nach knapp einer Minute wieder auf seinen Beinen stand, schien Glück gehabt zu haben und konnte weiterspielen. Weniger Glück hatte Timo Baumgartl, der bewusstlos auf dem Rasen liegen blieb und mit der Trage vom Feld direkt ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Im Krankenhaus, so wurde nach dem Spiel verkündet, war er auch wieder ansprechbar. Die Untersuchung erbrachte eine starke Gehirnerschütterung, die ihn einige Wochen vom Spiel mit dem kleinen runden Leder abhalten wird. Völlig unverständlich war, dass während der Behandlungszeit von Baumgartl - die Schwere der Verletzung war sofort durch die Regungslosigkeit des Spielers erkennbar - der Bielefelder Anhang auf einmal Fangesänge anstimmte. Auch im fernen Bielefeld sollte es bekannt sein, dass der Support bei offensichtlich schweren Verletzungen von Spielern eingestellt wird. In der zweiten Halbzeit waren die Bielefelder die zunächst aktivere Mannschaft und kamen einige Male recht gefährlich vor das Tor der Köpenicker, aber ohne Unions Hintermannschaft oder Andreas Luthe arg in Bedrängnis zu bringen. Die meisten Fans hatten sich bereits auf ein Unentschieden eingestellt, als mit den beiden Stürmern Becker und Behrends frischer Wind in die Berliner Offensive kam, die in der 88‘ Minute zum viel umjubelten Tor und zum Sieg von Union Berlin führte.

News der Woche: In Deutschland hat der Gesetzgeber mittlerweile die Möglichkeit geschaffen, dass die Länder u.a. Sportveranstaltungen unter bestimmten Voraussetzungen mit Vollauslastung wieder stattfinden lassen können. Doch was auf den ersten Blick für viele Fans der langersehne Weg zu einem vollen Stadion erscheint, entpuppt sich auf den zweiten Blick als ziemlicher Flickenteppich auf dem Weg zu 2G. Denn um eine Vollauslastung der Stadien wieder zu erreichen, müssen die Länder ihre Verordnungen natürlich den neuen Gesetztesvorlagen auch anpassen und – wen wundert‘s: 16 Länder, 16 verschiedene Varianten. Berlin wiederum erlaubt eine Vollauslastung der Stadien bzw. bis max. 25.000 Plätzen unter 2G Bedingungen. Da die Alte Försterei ein Fassungsvermögen von 22.012 Menschen hat, scheint ja alles klar zu sein und das Stadion kann bis auf dem letzten Platz wieder gefüllt werden, was ja auch das erklärte Ziel von Unions Präsident Dirk Zingler war.

Wenn nicht das kleine Wörtchen „aber“ wäre. Zwar könnte Union 2G anwenden, müsste aber – so schreibt es die Berliner Verordnung vor – sicherstellen, dass alle sich im Stadion befindlichen Personen (also auch Gästemannschaft, Trainer, Schiris, Behördenvertreter, Polizei, eigene Angestellte usw.) geimpft oder genesen sind. Da allerdings niemand verpflichtet ist Auskunft über seinen Gesundheitszustand oder Impfstatus zu geben, kann der Verein somit auch 2G nicht sicherstellen, denn Ausnahmen sind in Berlin lediglich für unter 12-jährige zugelassen. Somit hat der Verein entschieden, bis auf weiteres bei 3G zu bleiben und die Alte Försterei max. bis 50% auszulasten. Wer mehr zu den Beweggründen von Union für 3G erfahren will, dem sei hier die Ausgabe 475 des Textilvergehens-Podcast ans Herz gelegt, in dem sich der Geschäftsführer Kommunikation und Stadionsprecher von Union Berlin, Christian Arbeit, ausführlich zum Thema äußert. Dennoch brodelt es in der Fanszene von Union heftig und man wünscht sich sehnlichst eine Vollauslastung unter 2G. So langsam hat die Mehrheit der Fans die Nase voll, Solidarität mit Impfunwilligen und Schwurblern zu üben!

Vorschau: Am 3. Oktober gastiert der 1. FC Union Berlin e.V. bei den Rheinhessen vom 1. Fußball- und Sportverein Mainz 05 e. V. Bisher kreuzten beide Mannschaften in 10 Spielen die Klingen im sportlichen Wettstreit um den kleinen Lederball. Fünf Spiele konnte Mainz für sich entscheiden, drei Union und der Rest endete im beiderseitigen Einvernehmen der Punkteteilung. Seit Kurzem hat das Spiel aber eine zusätzliche Brisanz bekommen. Im Sommer wechselte zunächst auf Leihbasis Marcus „Inge“ Ingvartsen von der Spree an den Rhein und scheint sich auch dort tatsächlich sofort eingelebt zu haben. In 3 Einsätzen konnte Inge bereits ein Tor erzielen. Die Berliner Fans dürfen gespannt sein, ob Marcus Ingvartsen gegen seinen Ex-Klub auflaufen darf. Zudem werden die Mainzer ihr Stadion zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie wieder voll auslasten: mit 2G. Was in Berlin unmöglich erscheint, macht die spezielle Verordnung für Rheinland-Pfalz eben möglich. Aber auch hier gehen die Mainzer einen Sonderwegs und richten zusätzlich einen kleineren Bereich im Stadion ein, der für 3G-Besucher zur Verfügung steht. Aber bevor die Köpenicker zu den Rheinhessen reisen, steht für die Eisernen noch das nächste Gruppenspiel am Donnerstag in der EUROPA CONFERENCE LEAGUE gegen Maccabi Haifa im landeseigenen Berliner Olympiastadion auf dem Plan. Mit anderen Worten: eine erneute englische Woche.


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB Stuttgart trennt sich vom VfL Bochum mit 0:0 unentschieden. Bei einem umkämpften und highlightarmen Sonntagnachmittagspiel hatte der Aufsteiger mehr Chancen, konnte sie jedoch nicht in Tore ummünzen. Der einzige Treffer gelang VfB Innenverteidiger Mavropanos, dessen Tor wurde korrekterweise vom VAR zurückgenommen, da der griechische Nationalspieler den Ball mit der Hand annahm.

Doch es gab auch gute Neuigkeiten für den VfB: Neuzugang Chris Führich feierte anne Castropper sein langersehntes Debüt und verbesserte den VfB merklich.

Die Schwaben stehen nach 6 Spielen mit 4 Punkten auf Platz 13 und könnten nächste Woche erstmals wieder seit dem 12. Spieltag der Saison 18/19 wieder auf einem direkten Abstiegsplatz landen.

News der Woche: Endo Wataru wurde für die japanische Nationalmannschaft nominiert. Der 28 - jährige Kapitän wird dabei auf Saudi-Arabien und Australien treffen.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 Uhr treffen die Schwaben auf die TSG Hoffenheim zuhause im Neckarstadion. Die schwäbische Traditionsmannschaft wird wahrscheinlich weiterhin auf Philipp Förster verzichten während Dinos Mavropanos erstmal fraglich ist. Chris Führich dagegen könnte schon gegen die Mannschaft vom Mäzen Dietmar Hopp in der Startaufstellung stehen. Die Gäste aus Sinsheim kommen mit einem 3-1 Erfolg über VfL Wolfsburg im Rücken in die Schwabenmetropole und möchten nur ungern mit weniger als 3 Punkten nach Hause zurückkehren. Um dies zu verhindern muss die Defensive des fünfmaligen deutschen Meisters vor allem Andrej Kramaric ausschalten. Der kroatische Top-Torjäger war schon an fünf der 11 Hoffenheimer Toren beteiligt. Will der VfB hier punkten, muss die Offensive wieder an Fahrt gewinnen und hinten stabil stehen. Ein Anfang wäre es, wenn man im Gegensatz zu den Spielen gegen Freiburg und Leverkusen nicht nach 5 Minuten schon zurückliegen würde…


SC Freiburg

Rückschau: Das Spiel des SC Freiburg gegen den FC Augsburg am Sonntag war nicht nur die letzte Partie des Spieltags, sondern auch die letzte Bundesliga-Partie der Freiburger Männer im besten Stadion der Welt. Dabei gelang der Mannschaft ein würdiger Abschied vom geliebten Dreisamstadion. Schon nach sechs Minuten besorgte Kübler nach toller Vorarbeit von Höler und Günter per Nachschuss die frühe Führung und erzielte damit auch das erste Bundesliga-Tor seiner Karriere. Freiburg blieb dominant, nutze den angebotenen Raum und ging durch den großartig aufgelegten Höler 2:0 in Führung. Nach einem etwas unglücklichen Handelfmeter gegen Augsburg besorgte Grifo dann das 3:0, womit die Abschiedsfeier auf den Rängen schon lange vor Schlusspfiff eröffnet war. Augsburg gelang wenig gegen die sicher stehende Freiburger Hintermannschaft, in der vor allem Nico Schlotterbeck erneut fast jede Situation bereinigen konnte. In der zweiten Hälfte hätten Jeong, Grifo und Peterson das 4:0 und damit das 1000. Bundesliga-Tor im Dreisamstadion erzielen können, am Ende blieb es jedoch bei einem verdienten und dem Tag angemessenen 3:0 für den Sport-Club.

News der Woche: Da das Spiel schon längst entschieden war, gerieten die letzten Minuten zu einer Feier der vergangenen Jahrzehnte Freiburger Vereinsgeschichte. Der legendäre, 2009 verstorbene Vereinspräsident Achim Stocker, der anwesende Rekordtrainer Volker Finke und der nun auch fast ein Jahrzehnt als Cheftrainer tätige Christian Streich wurden besungen, alte Lieder ausgekramt und nach Schlusspfiff der Trainer selbst auf die Tribüne gebeten. Auch wenn das letzte Spiel leider unter Corona-Bedingungen nicht ausverkauft sein konnte, war es ein unter den Umständen sehr würdiger Abschied.

Zu dem am Ende genau 999 Bundesliga-Toren im Dreisamstadion wird voraussichtlich keines mehr dazu kommen. Das nächste Heimspiel bestreitet man im neu errichteten Mooswaldstadion, das ab dann den offiziellen Namen „Europa-Park-Stadion“ tragen wird. Die Magie des engen, etwas schiefen und so wunderbar eigenen Dreisamstadions einzufangen und in das neue Stadion zu transportieren, wird die große Aufgabe für Verein, Mannschaft und Fans in den kommenden Monaten.

Vorschau: Sportlich steht der SC Freiburg weiterhin sehr gut. Immer noch ungeschlagen und immerhin auf Platz 5 liegend reist man am Samstag, den 02.10. um 15:30 Uhr zur kriselnden Hertha, die nach zwei etwas wackligen Siegen nun gegen Leipzig eine böse Klatsche kassierten. Dem Sport-Club sollten dabei bis auf den weiterhin unter den Folgen seiner Corona-Infektion leidenden Johnny Schmid alle Spieler zur Verfügung stehen. Das 3-4-3 gegen Augsburg könnte unverändert übernommen werden, einzig Jeong konnte nicht ganz überzeugen und würde dann vermutlich von Sallai ersetzt. Das Freiburger Trainerteam hat aber in dieser und letzter Saison schon oft genug gezeigt, dass es sich bei den Formationen und Aufstellungen nicht in die Karten gucken lässt und immer wieder für einen Kniff oder eine Überraschung gut ist.


TSG Hoffenheim

Rückschau:Im dritten Heimspiel der aktuellen Bundesligasaison konnte die TSG vergangenes Wochenende endlich den ersten Sieg auf heimischem Boden einfahren. Gegen den stark in die Saison gestarteten VfL Wolfsburg konnte man bereits den vierten Rückstand im Kalenderjahr 2021 drehen und begeisterte so die knapp 8500 Zuschauer:innen in der erneut spärlich besetzten PreZero-Arena. Obwohl der VfL nach 25 Minuten durch Baku in Führung ging, war die TSG in der ersten Hälfte insgesamt die bessere Mannschaft und glich quasi mit dem Pausenpfiff durch Kramaric zum 1:1 aus. Nach der Pause plätscherte die Partie lange vor sich hin, bis Baumgartner nach traumhafter Vorarbeit von Kaderabek zum 2:1 für die Hausherren traf (74’). In der 81’ Minute entschied jener Kaderabek das Spiel mit seinem Abstauber zum 3:1 schließlich - die Erleichterung über den ersten Heimsieg war im ganzen Stadion spürbar.

News der Woche: ...Und der Preis für die mit großem Abstand niedrigste Stadionauslastung der noch jungen Saison geht an die TSG Hoffenheim! Mit gerade einmal 54,5 Prozent Auslastung liegen die Kraichgauer noch hinter dem VfL Wolfsburg (79 Prozent) und der Hertha aus Berlin (79,2 Prozent) abgeschlagen auf dem letzten Platz in dieser Statistik, wie der ‘kicker’ berichtete. Selbst Aufrufe von Spielern wie Sebastian Rudy, Andrej Kramaric oder Oliver Baumann konnten den gemeinen Couchfan nicht zum Besuch in der PreZero-Arena bewegen. Deshalb hier meine Bitte an alle Leser:innen, die es mit der TSG halten: supportet euren Lieblingsverein - sofern zeitlich möglich - doch bitte häufiger im Stadion.

Vorschau: Am siebten Spieltag trifft die TSG in der Mercedes-Benz-Arena zum Baden-Württemberg-Duell auf den VfB Stuttgart. Die Mannschaft von Ex-TSGler Pellegrino Matarazzo rangiert derzeit auf dem 13. Tabellenplatz, die TSG belegt Platz neun. TSG-Rekordtorjäger Andrej Kramaric könnte am Samstag zwei weitere Vereinsrekorde brechen - mit derzeit 98 Pflichtspieltreffern fehlen nur noch zwei weitere Tore zu den 100. Auch in der Kategorie der vereinsintern meisten Assists könnte der Kroate einen weiteren Meilenstein erreichen - nur noch ein Assist fehlt zum alleinigen ersten Platz, den sich Kramaric derzeit noch mit Kevin Volland teilt (beide 38 Assists). Um diese Rekorde mögöich zu machen wird es auch auf die Leistung Kramarics Teamkollegen ankommen, die - außer Ermin Bicakcic, Benjamin Hübner und Havard Nordtveit - alle zur Verfügung stehen dürften.


FC Augsburg

Rückschau: Der FC Augsburg präsentierte sich zum Abschluss des Spieltages als braver Gast und bescherte dem SC Freiburg einen versöhnlichen Abschied aus dem Dreisamstadion. Einzig das tausendste Tor blieb den Gastgebern verwehrt.
Aus Sicht der Fuggerstädter gab es darüber hinaus allerdings wenig Grund zur Freude. Beim FCA funktionierte überhaupt nichts. Offensiv konnte man keine Durchschlagskraft entwickeln, Defensiv stand man trotz Fünfer-Kette mehr als wackelig. Ganz folgerichtig also, dass der Sportclub nach einer guten halben Stunde durch Tore von Kübler, Höler und Grifo uneinholbar mit 3:0 in Front lag.
Freiburg beschränkte sich in der zweiten Hälfte auf ein solides Verwalten mit einigen Entlastungsangriffen. Der FCA versuchte hingehen weitere Gegentore zu vermeiden. Unter dem Strich aus Gästesicht ein mutloser, unterirdischer Auftritt, bei dem allein Keeper Gikiewicz überzeugen konnte.

News der Woche: Was hat sich denn nun eigentlich im Vergleich zur Ära Heiko Herrlich geändert? Der FC Augsburg hat zumindest einen besseren Kader als vor einem Jahr, doch die Spielweise hat sich kaum geändert. Die Anfangseuphorie nach der Rückkehr von Markus Weinzierl ist inzwischen verflogen und man steckt – wieder einmal – im Kampf gegen den Abstieg fest. Das ist aus Augsburger Sicht natürlich weder neu noch überraschend, aber die Art und Weise mag gar nicht gefallen. Wie schon sein Vorgänger setzt Weinzierl auf Umschaltmomente, die aber regelmäßig desolat verspielt werden. Eine defensive Stabilität ist oft nicht vorhanden. Wenn der Trend anhält, wird es nicht lange dauern bis die nächste Trainerdiskussion beginnt.

Vorschau: Am kommenden Samstag (2.10. – 15:30 Uhr) geht es zur Borussia nach Dortmund. Das Gastspiel in Westfalen macht die Gesamtsituation der bayerischen Schwaben nicht gerade einfacher. Eine herausragende Offensiv-Qualität trifft auf eine wackelige Defensive. In Anbetracht der letzten Auftritte wird der FCA alles dafür tun die Borussia vom Tor fernzuhalten und den Schaden so gering wie möglich halten.
Der letzte Punktgewinn in Dortmund datiert vom Februar 2018. Seither gab es regelmäßig Niederlagen mit 3,4 oder 5 Gegentoren. Helfen würde eine Rückkehr von Felix Uduokhai, der der Abwehr Stabilität verleihen könnte. Ein Einsatz kommt aber wahrscheinlich zu früh.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Arminias Plan, die Niederlage aus der letzten Saison mit einem Sieg endgültig zu den Akten zu legen, scheiterte. Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit der Blauen, konnte man den mitgereisten Fans in der zweiten Hälfte zwar mehr Abschlüsse und Torraumszenen bieten, allerdings war die, aus verschiedenen Gründen durchgewechselte, Abwehr kurz vor Schluss nicht mehr ganz dabei und Union schlug eiskalt zu. Aufgrund der zweiten Hälfte vielleicht nicht unbedingt verdient, aber am Ende steht die zweite Niederlage der Saison auf Arminias Saisonertrag. Vier Punkte aus sechs Spielen ist verbesserungsfähig, das größte Problem bleibt die Chancenverwertung: Arminia liegt laut den Statistiken der Bundesliga in Sachen Abschluss-Effizienz auf Platz 18. Oder auch: In sieben Spielen konnte man aus 69 Torschüssen nur drei Tore erzielen, nur 4,3% der Torschüsse gingen tatsächlich ins Netz – anders gesagt: Nur jeder 23. Torschuss.

News der Woche: Die Woche der Schwarz-Weiß-Blauen ist relativ ruhig (Stand Jetzt). Bis auf die Verkündung, dass Joachim Nilsson (Schweden) und Alessandro Schöpf (Österreich) auf Länderspielreisen unterwegs sein werden, gibt es keine nennenswerten Neuigkeiten rund um den DSC.

Allerdings könnte man, schon wieder, über den Umgang der Arminia mit Kopfverletzungen diskutieren, nachdem im Spiel gegen Union Klos mit Baumgartl zusammenprallte und das komplette Spiel durchspielte. Frank Kramer sagte nachher, dass man es Klos durchaus angemerkt habe. Wichtig dazu auch im Kontext, dass Klos selbst in einem Videoformat ansprach, dass er sich ein Äquivalent zum concussion protocol in der NFL für den Fußball wünschen würde.

Vorschau: Arminia Bielefeld und Bayer Leverkusen werden am Sonntagabend (19.30) den siebten Spieltag beenden. Die Favoritenrollen sind klar verteilt, mit Leverkusen kommt die drittbeste Offensive auf die Bielefelder Alm. Eventuell können die Bielefelder von der kurzen Trainingswoche der Leverkusener profitieren, die am Donnerstagabend bei Celtic Glasgow in der Europa League antreten müssen. Die Bilanz der beiden Vereine ist relativ ausgeglichen: In 39 Partien konnten die Bielefelder zwölfmal gewinnen, fünfzehnmal ging Leverkusen als Sieger vom Platz und zwölfmal endete die Partie Unentschieden. Arminia wird vor rund 16.500 Fans hoffen, endlich den ersten Dreier der Saison einfahren zu können und damit den Relegationsplatz zu verlassen. Um das zu schaffen, wird die Mannschaft von Frank Kramer besonderes auf Florian Wirtz, Moussa Diaby und Patrick Schick achten müssen.


VfL Bochum 1848

  • von Moritz.

Rückschau: Nach dem 7:0 gegen die Bayern waren viele Zuschauer:innen gespannt wie der VfL reagieren würde. Bereits unter der Woche hat Trainer Thomas Reis, wie im letzten Newsletter bereits geschrieben, häufiger trainieren lassen. Außerdem kündigte er an, dass es gegen den VfB sehr wahrscheinlich zu Änderungen in der Startelf kommen würde. Gesagt, getan. So tauschte der Coach auf verschiedenen Positionen und verhalf so z.B. Erhan Masovic zu seinem Startelfdebüt in der Innenverteidigung. Außerdem durften Eduard Löwen, Herbert Bockhorn und Christopher Antwi-Adiej von Anfang an ran.

Auffallend war, im Vergleich zum Spiel gegen die Bayern, dass der VfL geordneter auftrat und so den VfB zu vielen langen Bällen zwang, welche für die neu formierte Abwehrreihe kein Problem waren. In der Offensive hingegen blieb vieles beim alten. Zwar brachten Holtmann und Antwi-Adiej über die Flügel Tempo mit, der entscheidende letzte Pass kam aber zu selten beim Mitspieler an. Die größte Chance in Halbzeit 1 hatte dabei Eduard Löwen, welcher diesmal auf der 10er Position auflaufen durfte, als er nach einer schönen Kombination im Sechzehner am Stuttgarter Keeper scheiterte. Bis auf eine weitere Doppelchance durch Sebastian Polter, welche aber kurze Zeit später durch eine vorherige Abseitsstellung von Gerrit Holtmann zurückgepfiffen wurde, konnte der VfL nicht erneut im Sechzehner zum Abschluss kommen. Dieses Bild zeigte sich auch erneut in Halbzeit 2, bis Mavropanos den Ball nach einem Standard im Tor unterbringen konnte, welches aber berechtigterweise auf Grund eines Handspiels nicht zählte. Dennoch: Diese Szene leitete die Schlussoffensive beider Mannschaften ein und wenn sowohl VfB als auch VfL ihre Chancen besser ausgespielt hätten, dann wäre das Spiel vielleicht doch nicht 0:0 ausgegangen.

Ein Problem, welches den VfL auch in den nächsten Wochen wohl beschäftigen wird: Nach Standards bleibt man, anders als in der letzten Saison, ungefährlich.

News der Woche: Die News der Woche sind diesmal wohl, dass Simon Zoller seine OP nach dem Kreuzbandriss gut überstanden hat.

Gleichzeitig hoffen alle Bochumer:innen jetzt, dass Zolli in die Zukunft schauen kann und sein Traum sich bewahrheiten wird.

Vorschau: Einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt könnte der VfL dann schon direkt am Samstag um 18:30 gegen Leipzig machen, auch wenn nicht viele VfL Fans an eine Überraschung aktuell glauben. Nichtsdestotrotz wird es wohl keine bessere Gelegenheit geben, den kommenden Gegner zu schlagen. Leipzig spielt aktuell weit unter den Erwartungen und sucht noch die Konstanz. Eine Warnung sollte trotzdem ihr Spiel gegen Hertha sein, vor allem da man beim VfL eine erneute Klatsche um alles in der Welt vermeiden möchte.

Aufpassen muss das Team um Trainer Thomas Reis dabei auf Christopher Nkunku. Der Franzose war in den letzten 4 Spielen an 7 Toren direkt beteiligt.


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