Das große Finale! 🎉

FC Bayern München

Rückschau: Das Geschehen im Dreisamstadion an diesem 33. Bundesligaspieltag wurde in der Konferenz einzig aus einem Grund noch Übertragen. Weil Robert Lewandowski in der 26. Minute per Elfmeter Gerd Müller einholte und nun die Chance hat ihn gegen Augsburg noch zu überholen. Er hatte definitiv die Chance es bereits diese Woche zu vollbringen, aber aus unerfindlichen Gründen zeigte er einen Meter vor der Linie Nerven.

Freiburg Fans hoffen sicher noch auf ein Pokalspiel zuhause, um ihr Stadion noch mit Fans verabschieden zu können, ein 2:2 gegen Bayern wäre durchaus ein gutes letztes Resultat gewesen. Freiburg blieb immer bissig und kam nach zweimaligem Rückstand doppelt zurück und hat zumindest noch die Chance am letzten Spieltag noch auf einen europäischen Platz zu springen.

Erfreulich war vor allem Corentin Tolissos Rückkehr, der Franzose hatte exakt drei Monate aufgrund eines Sehnenrisses aussetzen müssen und kam in der zweiten Hälfte für Lucas Hernandez.

News der Woche: Sorgen macht ein wenig die Personalumstrukturierung der letzten Zeit. Der Tiger und Miroslav Klose gehören ab nächstem Jahr nicht mehr zum Assistenztrainerstab des FC Bayern. Es spricht generell nichts dagegen, einem neuen Trainer andere Co- Trainer zur Seite zu stellen, und ein Hermann Gerland Abschied ist zwar traurig, aber nicht die Katastrophe, zu der es mancherorts gemacht wird. Der FC Bayern sollte sich nach dieser Saison allerdings sehr große Gedanken darum machen, wie man mit Verdienten Mitarbeitern umgeht, die Häufung der Kündigungen und nicht Verlängerungen machen Sorge, denn wenn selbst ruhige Persönlichkeiten, wie Miroslav Klose, gereizte Interviews geben, muss wohl einiges im Argen liegen und das hat schon so manchen großen Klub ins Verderben gestürzt.

Leider konnten die Amateure ihr Derby am Sonntag nicht gewinnen. 2:2 hieß es am Ende, die Chance auf einen Sieg war allerdings definitiv gegeben. Nur durch zwei sehr dumme Elfmeter kamen die blauen jeweils zurück.

Mit dem Unentschieden besteht immer noch die Chance auf den Klassenerhalt, wenngleich er nicht in eigener Hand liegt. Ein Sieg am letzten Spieltag steht ohnehin außer Frage.

Vorschau: Am letzten Spieltag der Saison 2020/21 empfängt der FC Bayern den FC Augsburg. Die Fuggerstädter sicherten sich mit einem verdienten 2:0 gegen Bremen am letzten Spieltag den Klassenerhalt. Für beide Teams geht es daher nicht mehr um allzu viel, es könnte sich daher zu einem Grottenkick oder zu einem Torfestival entwickeln. Traditionell lässt es der FCB allerdings das letzte Bundesligaheimspiel einer Saison häufig noch einmal krachen. Die Schale wird überreicht, ebenso die Torjägerkanone und die Abgänge werden verabschiedet. Aber wen interessiert das schon wirklich ohne Fans?


Borussia Dortmund

Rückschau: Lange saßen die BVB-Fans rätselnd vor dieser Saison wie vor einem schwierigen Puzzle. In den letzten Wochen haben sich die Teile plötzlich zusammengefügt – die beiden wichtigsten letzte Woche innerhalb von vier Tagen. An Christi Himmelfahrt holten sich die Schwarz-Gelben den ersten echten Titel seit 2017. Der 1:4-Pokalsieg über Leipzig war der dritte Streich gegen die Mateschitzler in dieser Spielzeit.

Am Sonntag nutzte der BVB die Vorlage von Eintracht Frankfurt und Schalke 04 und sicherte sich mit einem 1:3 in Mainz auch die Champions League-Teilnahme. Der kurze zeitliche Abstand zum Finale in Berlin fiel dabei kaum ins Gewicht, denn die geretteten Mainzer taten in der ersten Halbzeit wenig fürs Spiel. Zwar hatten die Schwarz-Gelben Mühe, Lücken zu finden, aber dank Fehler der 05er und zweier Vorlagen von Jadon Sancho stand es nach 45 Minuten doch 0:2 (Tore: Guerreiro, Reus). Mit Hilfe von Torwart Bürki überstand der BVB 15 Minuten Mainzer Drang nach der Pause. Später versöhnte sich Julian Brandt mit dem 0:3 noch halbwegs mit dieser Saison. Das Gegentor in der Nachspielzeit störte da kaum.

News der Woche: Es war eine der Szenen, die vom Pokalfinale 2021 in Erinnerung bleiben werden: Lukasz Piszczek, seit vielen Jahren Rechtsverteidiger beim BVB und nun vor seinem Abschied, weint nach dem Spiel vor Glück; seine Mannschaftskollegen lassen ihn hochleben. Schön, dass er zum Ende der Saison noch ein paar Spiele machen durfte und nochmal überzeugen konnte. Am Sonntag in Mainz musste er wegen einer Muskelverhärtung aussetzen, kommenden Samstag soll „Piszczu“ gegen Leverkusen aber wieder auflaufen. Fans werden im Westfalenstadion aufgrund der noch zu hohen Covid-Infektionszahlen nicht dabei sein. Deshalb soll irgendwann noch ein echtes Abschiedsspiel für Piszczek stattfinden.

Vorschau: Das Ziel gegen Leverkusen am Samstag um 15.30 Uhr ist klar: Dritter werden und die Saison mit Würde zu Ende bringen – das hat der BVB schließlich nicht immer geschafft. Die Gäste stehen fix auf Platz 6, haben also immerhin das Minimalziel Europa League erreicht. Gelungen ist das unter dem ehemaligen BVB-Juniorentrainer Hannes Wolf, der die Werkself am 23. März interimsweise übernahm – auf Platz 6. Leverkusens Bilanz seither: zwölf Punkte aus sieben Spielen, bei einer Niederlage (gegen den FC Bayern).

Wären am Samstag Fans im Stadion, würden sie womöglich auch einen Spieler der Gäste feiern: Ex-Borusse Sven Bender war schließlich schon in Dortmund eine Legende und beendet nach der Saison ebenso wie sein verletzter Zwillingsbruder Lars seine Karriere. Fehlen wird Leverkusen neben einem Bender auch Top-Torschütze Lucas Alario wegen einer Muskelverletzung. Auf Dortmunder Seite ist die Frage, ob Edin Terzic am letzten Spieltag stärker rotieren wird als zuletzt. Neben den Langzeitverletzten gibt es derzeit keine medizinischen Problemfälle.


RB Leipzig

Rückschau: Eindeutig ein „Griff ins Klo“ war laut Analyse von Tobias Escher die Startaufstellung von Julian Nagelsmann im Pokalfinale gegen den BVB.  Der noch-RB-Trainer verzichtete auf erfahrene Stammkräfte wie Poulsen, Forsberg, Orban und Aktivposten wie Nkunku und Angeliño, brachte stattdessen Hwang und Sörloth als Doppelspitze und einen seit Wochen indisponierten Upamecano in der Abwehr. Wie das Experiment so ausgehen würde, konnte vorab natürlich niemand ahnen…

Das Spiel selbst war eine Kopie der 2:3-Niederlage einige Tage zuvor. Leipzig mit viel unproduktivem Ballbesitz und kaum Torgefahr, während der BVB die früher typischen RB-Tugenden aggressives Pressing, kompaktes Verteidigen und schnelles Umschalten auf den Rasen brachte und damit das Team von Nagelsmann dreimal eiskalt auskonterte. Trotzdem hätte Leipzig das Spiel in der 2. Halbzeit bei besserer Chancenverwertung sogar noch drehen können. (Ausführliche Analyse im 4Fans-Podcast) Stattdessen ließ sich Nagelsmann bei der 1:4 Klatsche zum zweiten Mal innerhalb von 5 Tagen durch Terzić auscoachen und vergeigte erneut ein Top-Spiel. Ein Umstand, dem man auch bei seinem neuen Arbeitgeber zur Kenntnis genommen haben dürfte.

Am Sonntagabend dann endliche die erwartete Pokal-Startelfstellung im letzten Bundesliga-Heimspiel der Saison gegen Wolfsburg. Gegenüber einem auf acht Positionen veränderten RB zeigten sich in der 1. Halbzeit allerdings die Gäste präsenter und kamen bereits früh zu mehreren Torchancen, von denen Phillip eine in der 11. Minute zum 0:1 verwandelte. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch (5 zu 11 Torschüsse), zwischen beiden Teams, bis erneut Philipp in der Nachspielzeit den zweiten Wolfsburger Treffer erzielte.

Nach der Pause dann ein anderes Bild, das Leipziger Spiel wurde immer druckvoller und die Partie eine zunehmend einseitige Angelegenheit. (8 zu 2 Schüsse, 10: 1 Ecken und 68 Prozent Ballbesitz für RB Leipzig). Den Anschlusstreffer erzielte Kluivert nach einem langen Laser-Pass von Sabitzer in der 51. Minute, den Ausgleich Sabitzer selbst per Strafstoß in der 77. Minute. Mit dem Remis konnten beide Mannschaften sehr gut leben, für Wolfsburg bedeutet der Punkt die sichere CL-Qualifikation, für Leipzig Platz 2 in der Bundesliga. RB beendet die Saison also Vizemeister und Vizepokalsieger. Jeweils schon der zweite derartige "Titel" seit 2016. Was einige bereits zum Rebranding der Marke inspiriert... 

News der Woche: Nach dem Wolfsburg-Spiel vermied RB-Kapitän Marcel Sabitzer jede klare Aussage zu einer möglichen Vertragsverlängerung über 2022 hinaus. Ein Abschied des 27-Jährigen, scheint immer wahrscheinlicher. Ein mögliches Ziel: AS Rom mit Trainer José Mourinho, der den RB-Mittelfeldspieler bereits zuvor zu den Tottenham Hotspur holen wollte.

Schon einen Schritt weiter in seiner Entscheidungsfindung scheint Innenverteidiger Ibrahima Konaté, der bereits jeden Hinweis auf RB Leipzig aus seinem Instagram-Profil gelöscht hat und wohl dem Ruf von Jürgen Klopp nach Liverpool folgen wird. Sein Ersatz könnte die Reise nach Leipzig aus der Gegenrichtung antreten. Laut „Sky“ wollen die Reds die Kaufoption von rund 20 Millionen Euro für den im Winter ausgeliehenen Ozan Kabak wohl nicht ziehen. Stattdessen soll RB Leipzig bei Schalke 04 wegen des Innenverteidigers angeklopft haben. Der 212-Jährige kam in der Rückrunde auf neun Startelfeinsätze in der Premier League und vier Spiele in der Champions League.

Vorschau: Am letzten Bundesligaspieltag am Samstag (15.30 Uhr) geht es auswärts bei Union Berlin für Leipzig nur noch um die „goldene Ananas“ während der Berliner den 7. Tabellenplatz und damit die Teilnahme an der neuen „Conference League“, quasi der 3. Liga Europas, gegen die Verfolger Gladbach, Stuttgart und Freiburg verteidigen wollen. Na wenn das keine Motivation ist… Dabei können sie auf die Unterstützung von 2.000 Heimfans im Stadion bauen, die der Berliner Senat im Rahmen eines Pilotprojektes genehmigt hat.

Bei RB wird erstmals Josep Martinez im Tor stehen und Stammtorhüter Péter Gulácsi vertreten, der vor der Europameisterschaft ein paar Tage Sonderurlaub bekommen hat. Der ungarische Nationaltorwart hat als Einziger im Team bislang alle 47 Pflichtspiele der Saison über 90 Minuten absolviert. Zu seinen ersten Einsatzminuten bei den Profis könnte auch Sidney Raebiger kommen. Der 16-jährige Mittelfeldspieler stand bereits gegen Wolfsburg erstmals im Kader, wurde aber nicht eingewechselt


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: Was soll man dazu noch sagen? Der Blamage von München folgte die nächste Enttäuschung -die 1:2-Heimniederlage gegen den ersatzgeschwächt angetretenen VfB Stuttgart. Obwohl Borussia kurz vor der Pause durch eine schöne Kombination von Christoph Kramer auf Lars Stindl mit 1:0 in Führung gegangen war, rann dem VfL auch dieses Spiel durch die Finger. Die Gäste mussten dafür nicht einmal besonders überzeugend auftreten.

Nach einer zurückhaltenden, aber insgesamt kontrollierten ersten Halbzeit überließen Stindl und Co. dem Gegner zunehmend die Initiative und letztlich auch nicht unverdient den Sieg. Nicht nachvollziehbar, dass die Mannschaft nach außen keine Spur von Entschlossenheit vermitteln konnte, dass sie alles für den Sieg tun würde. Im Gegenteil, von Beginn an dominierte wieder einmal der abwartende Aufbau im Spiel, mit viel Quer- und Zurückgeschiebe. Bezeichnend, dass auch diesmal kein sichtbarer Ruck durch die Mannschaft ging – weder durch die Führung, noch durch die Gegentore.

Auch von der Trainerbank kam kein zündender Gedanke, der eine erneute Wende im Spiel noch einmal greifbar gemacht hätte. Dabei hätte Gladbach mit einem Sieg mit einem Bein in der Conference League gestanden. Stattdessen übergab man Union Berlin mit einer pomadigen Leistung den Schlüssel für deren erstmalige europäische Teilnahme

News der Woche: Was vielen Fans fehlt, gerade in diesen letzten Spielen, ist ein echter Leader im Team. Einer, der auch mal dazwischenhaut, der die Mitspieler rüffelt, wenn sie nachlässig werden - aber der auch mitreißen kann, wenn es darauf ankommt. Lars Stindl ist zwar ein guter Kapitän und ein ungemütlicher Gegenspieler -auf dem Feld ist er aber genausowenig „Feldherr“ wie Yann Sommer oder Christoph Kramer. Einer, der genau das ausstrahlen kann, war in dieser Woche auch mal wieder Thema am Borussia Park: Granit Xhaka, Derbytorschütze gegen Köln (siehe Foto im untenstehenden Tweet) und (manchmal too) “aggressive leader” in der Favre-Ära.

Der Boulevard hatte das Gerücht aufgegriffen, dass Arsenal vielleicht Interesse habe, Denis Zakaria quasi im Tausch gegen dessen Schweizer Nati-Kapitän und -Kollegen zu verpflichten. Das Gerücht ist durchschaubar unwahrscheinlich, allein schon aufgrund der hier und dort gezahlten Gehälter. Deshalb ergab eine Nachfrage der Rheinischen Post beim mit einer Gladbacherin verheirateten Schweizer auch genau das - derzeit für den in Gladbach noch immer verehrten Xhaka kein Thema. Und schließlich erwartet auch Manager Max Eberl ein üppiges Sümmchen, wenn ein Leistungsträger abgeworben werden sollte - und keine Inzahlungnahme.

Vorschau: Es war nicht alles schlecht in dieser Saison, ganz und gar nicht. Doch die jüngsten Eindrücke sind immer die prägendsten, und was hängen bleibt, ist, dass es zum Ende der Ära Rose in Gladbach gefühlt von Spiel zu Spiel schlechter wurde. Auch das stimmt nicht ganz, aber das Urteil ist quer durch das Fanlager längst gesprochen. Und weder die Auftritte der Mannschaft noch die des Trainerteams konnten vermitteln, dass es den Beteiligten hier noch darum geht, das bestmögliche aus der Saison herauszuholen.

Um nicht völlig desillusioniert aus der hoffnungsvoll begonnenen Ära Rose rauszugehen - ja, ich weiß, das ist Jammern auf hohem Niveau -, hat die Mannschaft nun nur noch eine Chance zur Rehabilitation. Sie hätte es sich einfacher machen können als am letzten Spieltag am Samstag (15.30 Uhr) in Bremen gegen einen Gegner gewinnen zu müssen, der noch ums Überleben in der Liga kämpfen, kratzen und beißen wird.

Der Trainer hat nach jetzigem Stand alle relevanten Spieler an Bord, auch wenn dieser Luxus zuletzt auch nichts genutzt hat. Spannend wird sein, ob Ramy Bensebaini nach zuletzt schwankenden Leistungen auf der Linksverteidigerposition Platz machen muss und so der am Saisonende in die Heimat wechselnde „alte Schwede“ Oscar Wendt noch zu seinem Abschiedsauftritt in der Bundesliga käme.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Leverkusen wird in der folgenden Saison in der Europa League spielen, ein 1:1 gegen Union Berlin reichte dafür aus, weil der VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach gewann. 

Durchaus etwas glücklich ging Bayer 04 in der 26. Minute in Führung, nachdem ein Schuss von Wendell abgefälscht wurde und der Ball Wirtz vor den Füßen landete, der dann nur noch einschieben musste. Der 18-Jährige wurde damit zum jüngsten Spieler in der Bundesliga-Geschichte, dem sechs Tore gelangen. Bis dahin waren eigentlich die Berliner die aktivere Mannschaft, Leverkusen tat sich schwer, Gefahr zu kreieren. Berlins starkes Auftreten riss auch in der zweien Halbzeit nicht ab, belohnen konnten sich die Köpenicker aber erst in der 72. Minute als der von Leverkusen ausgeliehene Pohjanpalo zum Ausgleich und damit auch zum Endstand traf.

News der Woche: Eigentlich wollte die Leverkusener sportliche Führung erst nach dem letzten Spieltag verkünden, wer zukünftig als Cheftrainer die Mannschaft trainieren soll. Offenbar handelt es sich hierbei aber um ein variables Datum, denn schon nun wurde ein neuer Trainer vorgestellt. Gerardo Seoane vom Schweizer Club Young Boys Bern unterschrieb für drei Jahre. Er hatte in der Schweiz noch einen Vertrag bis 2023, die Ablöse soll angeblich mit möglichen Bonuszahlungen auf rund zwei Millionen Euro anwachsen können.

„Mit Gerardo Seoane wollen wir in der kommenden Saison wieder angreifen. Er ist dreimal in Folge mit den Young Boys Schweizer Meister geworden und hat 2020 auch den Pokalsieg geholt – und das mit einer attraktiven und offensiven Spielidee, die unserer Philosophie in Leverkusen sehr nahekommt“, kommentierte Rolfes die Personalie. „Über einen angriffslustigen, dominanten und technisch anspruchsvollen Stil definieren wir uns hier seit langem. Und diese Spielweise wollen wir in den kommenden Jahren gemeinsam mit Gerardo Seoane weiterentwickeln und damit erfolgreich sein.“

Seoane bringt als Co-Trainer Patrick Schnarwiler mit, Hannes Wolf wird wieder zum DFB zurückkehren.

Vorschau: Am letzten Spieltag treffen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen aufeinander, in der Konferenz wird dieses Spiel zurecht wohl nur wenig gezeigt. Tabellarisch ist es völlig uninteressant, spielerisch wegweisend wird es auch nicht sein. Im Vordergrund werden daher die Abschiede stehen, die es auf beiden Seiten geben wird, insbesondere die Bender-Zwillinge gilt es hier hervorzuheben. Verletzungsbedingt wird Lars Bender aber nicht spielen können. Ebenso fehlen Amiri und Tapsoba, die beide die fünfte gelbe Karte erhalten haben, sowie die Langzeitverletzten wie beispielsweise Santiago Arias, der als Leihgabe von Atlético Madrid in dieser Saison leider nur auf einen einzigen Einsatz kam. 


TSG Hoffenheim

Rückschau: Vergangenen Samstag war die TSG um 15:30 Uhr auf der Bielefelder Alm zu Gast. Gegen die immer noch abstiegsbedrohte Arminia führte Kramaric die TSG erstmals in einem Bundesligaspiel als Kapitän aufs Feld und bedankte sich dafür bereits nach fünf Minuten mit seinem insgesamt 19. Saisontor. Die TSG kontrollierte das Spiel in der Folge, kam aber nicht wirklich zu Chancen, was dazu führte, dass Voglsammer Kramarics Führungstreffer in der 23’ Minute per Traumfreistoß egalisieren konnte. Nach der Pause waren die Hausherren die bessere Mannschaft und hätten kurz nach Wiederanpfiff durch Voglsammer in Führung gehen müssen, Pentke verhinderte den Rückstand aber gekonnt mit seinem Hintern (48’).

Am Ende dieses Spiels stand schließlich ein leitungsgerechtes 1:1, was auch die xGoals (1,66:1,58) belegen.

News der Woche: Mit seinem 19. Saisontreffer gegen Bielefeld stellte Andrej Kramaric erneut einen Hoffenheimer Vereinsrekord auf: zuvor war es keinem TSG-Spieler gelungen, mehr als 18 Tore innerhalb einer Bundesligasaison zu erzielen. Der von Kramaric eingestellte Bestwert stammt aus der ersten Bundesligasaison der TSG 2008/09 und wurde von Vedad Ibisevic aufgestellt.

In einem Interview auf der vereinseigenen Homepage kritisierte Direktor Profifußball Alexander Rosen den DFB und insbesondere die Altersgrenze für Bundesliga-Schiedsrichter scharf. Diese Entscheidung [das erzwungene Karriereende von Schiedsrichter Gräfe] reihe sich ein in die katastrophale Außendarstellung. Man möge gar nicht glauben, was und wie viel man in einer Organisation in so kurzer Zeit alles falsch machen kann, so Rosen.

Vorschau: Zum Abschluss dieser mehr als turbulenten Saison empfängt die TSG am Samstag um 15:30 Uhr die Hertha aus Berlin in der PreZero-Arena. Für Florian Grillitsch und Andrej Kramaric könnte es bei einem Jahr Restvertrag womöglich das letzte Spiel im TSG-Trikot sein. 

Personell wird Sebastian Hoeneß aller Voraussicht nach auf ganze elf Spieler verzichten müssen. Neben den verletzten Bicakcic, Nordtveit, Geiger, Stafylidis, Hübner, Baumann, Baumgartner, Richards und Akpoguma fehlt Dabbur weiterhin wegen privaten Problemen. Gacinovic sah in Bielefeld seine fünfte gelbe Karte. 

Auch wenn es für die TSG um nichts mehr geht (Platz 11 ist seit letztem Spieltag sicher), wäre ein Sieg zum Abschluss dieser doch unbefriedigenden Saison wünschenswert.


VfL Wolfsburg

Rückschau: Es ist geschafft: Der VfL Wolfsburg zieht zum dritten Mal in seiner Geschichte in die Champions League ein. Den Wölfen reichte im letzten Spiel des 33. Spieltags ein 2:2 Unentschieden bei Vizemeister Leipzig. Der eine Punkte sorgte dafür, dass Konkurrent Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag nicht mehr vorbeiziehen kann. Zwar bedeutete der Punktgewinn in Leipzig gleichzeitig der Verlust des dritten Platzes an Dortmund, aber das interessierte in Wolfsburg ernsthaft niemanden nach Schlusspfiff. In der ersten Halbzeit hatte der VfL gegen RB eine echte Gala auf den Platz gezaubert und führte durch zwei Tore von Leihgabe Maximilian Philipp folgerichtig mit 2:0. Doch die zweite Hälfte verlief dann genau umgekehrt, Leipzig drehte mächtig auf und kam verdient zum Ausgleich. Unterirdisch war beim VfL vor allem die Passquote mit 67 Prozent, vor allem bedingt durch die Leistung in der zweiten Hälfte.

News der Woche: Unter der Woche herrschte natürlich Freude pur beim VfL. Schöne Feierbilder aus der Mannschaftsquarantäne kursierten in den sozialen Netzwerken und die Freude beim Anhang war ebenfalls entsprechend groß. Jetzt wird schon von großen Namen in der Gruppenphase geträumt. Interessant ist: noch immer gibt es keine Klarheit über die Zukunft von Oliver Glasner. Der Trainer, der mit vielen Vereinen in Verbindung gebracht wird, hat sich nach Erreichen der Champions League genauso wenig zur Zukunft geäußert wie die Vereinsverantwortlichen. Angeblich ist Marc van Bommel in Wolfsburg Top-Kandidat auf die Nachfolge - doch das ist alles noch reine Spekulation.

Vorschau: Vor dem 34. Spieltag war - mal wieder - ein Endspiel gegen Mainz erwartet worden, um in die Champions League einzuziehen einerseits und die Klasse zu halten andererseits. Doch die Spannung ist raus: Mainz und Wolfsburg haben ihre Ziele erreicht. Zu erwarten ist jetzt eher am Samstag um 15.30 Uhr ein lockeres Auslaufen beider Mannschaften unter Wettkampfbedingungen. Theoretisch kann der VfL Wolfsburg noch den dritten Platz von Dortmund zurückerobern. Gewinnen beide Teams müsste der VfL aber gegen Mainz einen echten Kantersieg erzielen, um mindestens vier Tore auf Dortmund aufzuholen. 


SC Freiburg

Rückschau: Mit viel Einsatz, mutigem Offensivspiel und dem nötigen Glück gelang dem SC Freiburg am vergangenen Samstag gegen den FC Bayern im vielleicht letzten Heimspiel im Dreisamstadion ein 2:2 Unentschieden. Bayern zeigte sich sehr motiviert, brauchte aber zur Führung eine Intervention des VAR, nachdem Kübler nach einer Ecke auf den Fuß von Müller getreten war. Den fälligen Strafstoß verwandelte Lewandowski und stellte damit den Bundesliga-Torrekord ein. Der ausgiebige Torjubel war jedoch kaum beendet, da köpfte Gulde nach einem Eckball den Ball zum Ausgleich an Nübel vorbei ins Tor. In der zweiten Halbzeit bekam Bayern deutliches Übergewicht, erzielte erst ein irreguläres und kurz darauf durch Sane ein reguläres Tor zum 1:2. Ab der 65. Minute spielte dann Freiburg groß auf, Höler und Haberer scheiterten jedoch in bester Position an Nübel. Auf der anderen Seite bekam Lewandowski den Ball aus 50 Zentimetern nicht ins leere Tor. So fasste sich schließlich Christian Günter ein Herz, sprintete nach Vorlage von Grifo 60 Meter an allen Bayern-Spielern vorbei und knallte den Ball zum Ausgleich ins Eck. In den letzten Minuten sicherte Flekken im Tor das Freiburger Unentschieden, die sich damit eine Minimalchance auf den Europapokal erhalten.

News der Woche: Der Torschütze zum Punktgewinn durfte sich unter der Woche gleich erneut freuen: Etwas überraschend, aber nach einer fantastischen Rückrunde (siehe Kehrwoche von letzter Woche) absolut verdient fährt der Freiburger Kapitän Christian Günter mit zur Europameisterschaft. Dort wird der 28-Jährige sich wohl hinter Gosens und Halstenberg einreihen müssen, durch seine enorme Schnelligkeit und sein Durchsetzungsvermögen sind situative Einsätze aber sehr gut vorstellbar. Die Nominierung ist für das Eigengewächs des SC Freiburg der vorläufige Höhepunkt einer großartigen Entwicklung über die letzten acht Jahre, wo er im Breisgau vom Einwechselspieler zum unangefochtenen Kapitän und Leistungsträger gewachsen ist. Gemeinsam mit den voraussichtlichen Nominierungen von Grifo (Italien), Lienhart (Österreich) und Sallai (Ungarn) könnte der SC damit international deutlich zahlreicher vertreten sein, als man es beim SC gewohnt ist.

Vorschau: Am letzten Spieltag reist der SC Freiburg nach Frankfurt, wo die Gastgeber ihre eigentlich großartige Saison nach der großen Enttäuschung der letzten Wochen wohl nur noch hinter sich bringen wollen. Die vor Wochen gehegte Hoffnung, die Eintracht könne in Sachen Champions League am 34. Spieltag bereits alles klargemacht haben, hat sich zwar bewahrheitet, allerdings in der für Frankfurt bittersten Version.

Für Freiburg hingegen geht es noch um etwas, auch wenn die Ausgangslage denkbar ungünstig ist. Sollten Stuttgart und Gladbach nicht gewinnen und Union Berlin verlieren, würde ein Sieg für Platz 7 reichen. Dieses Szenario ist äußerst unwahrscheinlich, man sollte aber zumindest seinen eigenen Anteil erbringen. Es gibt daher keinen Anlass für größere Experimente. Der zuletzt starke Nils Petersen könnte wieder von Anfang an beginnen, gerade wenn man sich erneut für ein 4-4-2 entscheiden sollte.

Die Saison ist für den SC Freiburg bereits ein Erfolg, mit einem Sieg würde man aber das gute Vorjahresergebnis noch überbieten und sich langsam tatsächlich im Mittelfeld der Bundesliga etablieren. Und ganz egoistisch gesprochen: in der Frankfurter Wahlheimat gefallen mir Freiburgsiege natürlich besonders gut.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: Die Luft ist raus bei Eintracht Frankfurt und der Traum von der Champions League endgültig ausgeträumt. Während die Frankfurter eine 4:3-Niederlage gegen bereits abgestiegene Schalker kassieren, gewinnt Konkurrent Dortmund gegen Mainz, baut den Vorsprung in der Tabelle auf vier Punkte aus und sichert somit am vorletzten Spieltag Platz 4. 

Das Auftreten der Eintracht war, wie schon in den vergangenen Wochen, mutlos und uninspiriert. Dass es hier noch um das große Ziel Champions League ging, sah man der Mannschaft nicht an. Aus 25 zu 11 Torschüssen und 64 Prozent Ballbesitz holten die Hessen nicht einmal das Minimum heraus.

Wenige Minuten nach Abpfiff zeigten sich der scheidende Sportvorstand Bobic, sowie Noch-Trainer Hütter zufrieden mit dem Erreichen der Europa League – zum Ärgernis der Fans und Vorstandssprecher Hellmann. Der kritisierte am nächsten Tag die fehlende Selbstkritik, nannte das Scheitern gegen Schalke eine „Blamage“ und die magere Punkteausbeute aus den letzten Partien „sportliches Versagen“. 

Die enttäuschten Eintracht-Fans werden ihm angesichts der verpassten historischen Chance zustimmen. 

News der Woche: Immer noch wartet man in Frankfurt vergeblich auf die Verkündung des neuen Trainers. Nachdem sich zuletzt Seoane (Young Boys Bern) und Terzic (Borussia Dortmund) als Topfavoriten herauskristallisierten, verdichteten sich am Dienstagabend die Hinweise darauf, dass ersterer im Laufe des Mittwochs bei Ligakonkurrent Bayer 04 Leverkusen vorgestellt werden soll. Das Gerücht um Glasner (VfL Wolfsburg) schien zuletzt abgekühlt zu sein. Bleibt also Terzic – oder Mister X. 

Feststeht hingegen, dass sich Eintracht Frankfurt ein spanisches Toptalent sichern konnte. Der stark umworbene Rechtsaußen Fabio Blanco wechselt vom FC Valencia an den Main und unterschreibt einen Vertrag bis 2023 inklusive Verlängerungsoption. Der 17-jährige Offensivspieler soll vorwiegend in der Bundesligamannschaft eingesetzt werden, wäre aber auch für die A-Jugend spielberechtigt. 

Neben der Eintracht buhlten Spitzenklubs wie der FC Barcelona, Real Madrid, AC Mailand, Juventus Turin, sowie der FC Bayern und Borussia Dortmund um Blanco. 

Vorschau: Gegen den SC Freiburg kann Eintracht Frankfurt die Saison im heimischen Stadion ausklingen lassen. Um viel geht es nicht mehr: Platz 4 und die Champions League sind außer Reichweite, die Europa League bereits gesichert. Einzig und allein für das Gefühl wäre ein Sieg noch wertvoll. Einen letzten kleinen gemeinsamen Erfolg einfahren, bevor diverse Akteure den Verein verlassen – auch, wenn ein Sieg die frischen Wunden des vermasselten Endspurts natürlich nicht heilen würde.


Hertha BSC

Rückschau: Klassenerhalt! Durch ein richtig unschönes 0:0 gegen Köln. Ein Szenario, welches vor der Saison natürlich keinerlei Jubel ausgelöst hätte. Doch angesichts der Umstände, des Wechsels auf der Trainerbank zurück zu Pál Dárdai, des Endes der Ära Michael Preetz und der Corona-Quarantäne mit anschließendem Mammut-Programm inklusive zig Verletzter, machte sich einfach eine große Erleichterung breit.

Über das Spiel an sich gibt es nicht viel zu berichten. Die Konstellation in den anderen Stadien gab es her, dass Hertha mit diesem 0:0 gerettet sein würde. Warum Köln gegen eine müde und enorm ersatzgeschwächte Hertha-Elf so blutleer auftrat und gegen Ende eher das 0:0 und damit den 17. Tabellenplatz verteidigte, wird wohl Friedhelm „man muss nicht alle Spiele gewinnen“ Funkels Geheimnis bleiben. Sei es drum, Hertha schaffte mit einer sehr jungen und mit vielen Berliner Talenten gespickten Mannschaft den Klassenerhalt.

News der Woche: Dass der Fokus bei Hertha nicht mehr zu 100% auf dem Spiel gegen Hoffenheim, für die es ebenfalls um nichts mehr geht, liegt, dürfte niemanden überraschen. So dominierten andere Themen die Woche. Sami Khedira, absoluter Vorzeigeprofi, hört auf seinen Körper und beendet schweren Herzens seine Karriere. In nur 4 Monaten konnte er zwar selten sportlich wichtig werden, nahm jedoch außerhalb des Platzes, in der Kabine, auf der Tribüne oder auf dem Trainingsplatz eine Vorbildfunktion ein, wie sie diese chaotische Mannschaft brauchte. Hertha wird in der kommenden Saison zwei-drei dieser Spieler brauchen, welche den jungen Spielern mit großen Egos vorleben können, was es braucht, um als Mannschaft Erfolg zu haben.

Einer dieser Spieler ist Matheus Cunha. Absolut begnadet am Ball, aber (noch) von starken Schwankungen auf und außerhalb des Platzes begleitet. Mit seinen 21 Jahren ist er immer noch sehr jung und kann dazulernen. Das muss allerdings bald passieren. Leeds hat Interesse angemeldet. Passend kam dazu die Info, dass eine der letzten Amtshandlungen von Michael Preetz die Vertragsverlängerung Cunhas bis 2025 ohne Ausstiegsklausel war. Hertha hat bei anstehenden Verhandlungen also alle Trümpfe in der Hand und darüber hinaus ist es gut möglich, dass Pál Dárdai und Fredi Bobic Cunha aufzeigen, warum ein Verbleib und eine stabile Saison ihm mehr bringen würde, als bereits jetzt den Verein zu wechseln und sich in einem neuen Umfeld zurecht finden zu müssen.

Vorschau: Hätte man mir vor einem Jahr mit der Vorschau auf den Klassenerhalt durch ein 0:0 gegen Köln am vorletzten Spieltag keinerlei positive Emotionen entlocken können, so hätte man mir bis vor zwei Wochen mit der Vorhersage, dass man vor dem Hoffenheim Spiel schon gerettet ist, große Jubelschreie provozieren können.

Pál Dárdai will die Serie an ungeschlagenen Spielen aufrechterhalten. Zwar wären es nicht zehn, wie er es im extrem lässigen Sportstudio-Interview sagte, sondern neun Spiele, aber auch das wäre eine schöne Serie. Mit welcher Aufstellung Pál diese Serie erreichen will, ist pure Spekulation. Niklas Stark, der sich im Saisonverlauf immer weiter steigerte und dennoch beim Köln-Spiel überraschend draußen saß, dürfte in die erste Elf rotieren. Sami Khedira dürfte sein Abschiedsspiel von der Fußballbühne bekommen und Spieler, die bisher völlig außen vor waren, wie Daishawn Redan oder Eduard Löwen, könnten ihre Minuten bekommen. Mathew Leckie wird sein Abschiedsspiel für Hertha geben und auf der Torwart-Position ist es denkbar, dass Nils Körber Bundesliga-Luft schnuppern darf. Die sich immer stellende Frage, ob der nachlassende Fokus oder die Chance zum befreiten Aufspielen stärker wiegt, lässt sich – wie immer – erst nach dem letzten Spiel beantworten.


Union Berlin

Rückschau: „Uninspiriert“, „Langweilig“, „ohne Risiko“, „keine Ideen“ oder „gedanklich schon im Urlaub“ sind Bezeichnungen für einen Auftritt – nicht des 1. FC Union Berlin – sondern von Fans von Bayer Leverkusen zum letzten Heimauftritt ihrer Werkself gegen die Köpenicker am 15. Mai in der BayArena in Leverkusen. Die Berliner hatten ihren Fans sowie ihrem Trainer eine Steigerung gegenüber ihrem letzten Spiel gegen die Wolfsburger – dem höchst wahrscheinlich schlechtesten Saisonauftritt der Unioner in Wolfsburg – in die Hand versprochen. Zur Freude aller Union-Fans konnte endlich wieder mit Sheraldo Becker und Taiwo Awoniyi zwei Unterschiedsspieler in Sachen Tempo und Ballabsicherung zunächst auf der Bank Platz nehmen und Fischer je nach Spielverlauf Alternativen im Spiel nach vorne bieten. Zudem war Max Kruse wieder voll einsatzfähig und stand sofort auch wieder in der Startformation der Berliner.

Die Unioner hielten Wort und übernahmen ab Anpfiff die Initiative und ließen sofort erkennen, dass sie Wort halten wollen. Schnelles Anlaufen der Bayerspieler, wenn nötig auch einmal zu zweit, war angesagt. Leverkusen von Beginn an unter Druck zu setzen, war das Ziel und so die Leverkusener zu Fehlern zu zwingen. Die Bayer-Spieler selbst hatten allerdings nicht wirklich Lust oder Laune, sich übermäßig ins Spielgeschehen einzumischen. So hatten die Unioner die ersten Halbchancen, konnten aber nicht wirklich zwingend Leverkusens Torwart Hradecky in Schwierigkeiten bringen. So konnten die Leverkusener mit viel Glück durch einen abgefälschten Schuss das Spielgerät im Tor der Eisernen unterbringen. Bis zur Halbzeit passierte nicht mehr viel. Union war um einiges mehr aktiver als Bayer, dennoch ging Bayer mit einer 1:0-Führung in die Pause.

Nach der Pause übernahm Union wieder die Initiative und drängte teilweise Bayer in die eigene Hälfte, ohne jedoch entscheidend zum Torabschluss zu kommen. In der 66 Minute wechselte Union-Coach Fischer Bülter und Becker ein und allen war klar, was der Plan war. Über die Seiten schnell zur Grundlinie zu kommen, um den Ball vors Tor. Kurz nach dem Doppelwechsel setzte Union alles auf die Karte Angriff und wechselte Leverkusens Leihgabe Joel Pohjanpalo ein – somit kannte Unions Bemühungen nur noch eine Richtung: mit voller Kraft auf das Bayertor. Becker und Bülter brachten sofort Bewegung ins Spiel und Union krierte sich eine Chance nach der anderen. In der 72 Minute war es dann soweit: Im Nachschuss hämmerte Joel Pohjanpalo das Spielgerät unter die Latte seines eigentlichen Arbeitgebers. Im weiteren Spielverlauf war Union dem zweiten Tor näher als Bayer. Dennoch endete das Spiel 1:1 und mit der gleichzeitigen Niederlage von Gladbach konnten die Köpenicker auf Platz 7 klettern und haben Europa nach wie vor im Blick.

News der Woche: Am Sonnabend steht für den 1. FC Union Berlin ein Spiel an, dass auch wieder historischen Charakter einnehmen könnte. Nein – nicht das die Eisernen bei einem Sieg für die European Conference League qualifizieren könnten, der Verein hat aufgrund der sinkenden Inzidenzzahlen ein Spiel mit Zuschauern beantragt, um sein Testkonzept einmal in der Realität erproben zu können. Da die 7-Tage Inzidenz in Berlin mittlerweile bei 68,6 liegt (in Treptow-Köpenick sogar bereits bei 53,0) hat der Berliner Senat dem Antrag von Union stattgegeben und 2.000 Zuschauer (Geimpfte, Genesene und Getestete) zugelassen.

Die Tickets befinden sich bereits in der Verlosung unter allen Dauerkarteninhabern. Bevor jetzt wieder einige anfangen und von Unverantwortlichkeit sprechen: Einmal tief durchatmen und den Sturm der Entrüstung einfach erst einmal herunterschlucken. Sicherlich kann man für Alles ein für und wider herauskramen, aber die Fakten sprechen einfach dafür diesen Versuch in die Tat umzusetzen. Einerseits aufgrund der bereits genannten Inzidenzzahlen in Berlin und Andererseits besteht ein Ansteckungsrisiko an der frischen Luft bei fast Null bzw. bei ca. 0,6% und bei 2.000 anwesenden Fans kann man nicht wirklich von kuschliger Stadionatmosphäre und möglicher Infektionskette sprechen. Zudem liegt die Anzahl der Geimpften in Berlin bei über 33% bzw. mehr als 1,66 Millionen Berlinern. Da sollte auch der eine oder andere Stadionbesucher bereits dabei sein, mal ganz davon abgesehen, dass auch noch Genesene dabei sind. Also: Entrüstung herunterschrauben, Tee trinken und abwarten welche Ergebnisse von diesem Versuch zu erwarten sind. Immerhin können davon alle Bundesligisten profitieren.

Vorschau: Der kommende Spieltag am 22. Mai ist nicht nur der Spieltag, an dem alle Spiele der 1. Fußballbundesliga gleichzeitig stattfinden und – der Fußballgott wollte es wohl nicht anders – eine Mannschaft am letzten Spieltag in der Alten Försterei gastiert, die es eigentlich nie hätte geben dürfen. Das höchste Gut der Fans ist die Mitbestimmung: Fans in den Vereinsgremien, gewollte Mitsprache, Fan- und Mitgliederabteilung, Publikationsfreiheit, Stadionteilhabe, Mitgliederversammlung, Kommunikation auf Augenhöhe – ein Vereinsleben auf allen Ebenen und alles Attribute, die bei diesem Konstrukt nicht möglich und auch nicht gewollt sind. Wer einmal genau wissen will, welche juristischen Kniffe der Mateschitz-Konzern angewendet hat, um die 50+1-Regel zu umgehen und wie man es geschafft hat die Lizenzvoraussetzung der DFL zu erfüllen, hat sich vor einiger Zeit der Sportpodcast Plattsport versucht mit 2 Anwälten zu klären. Wer sich diese überaus interessante Episode aus einer juristischen Perspektive zur Spieltagsvorbereitung einmal anhören möchte, der klicke einfach hier. Der sportliche Bereich dieses Spieles ist einfach erklärt. Für die Sachsen geht es um nichts mehr: Sie sind Vizemeister und können auch nicht mehr vom 2. Platz verdrängt werden. Bei ihnen geht es um nichts mehr. Anders beim 1. FC Union Berlin. Im Jahre 2 der Zugehörigkeit zur Bundesliga besteht bereits die Möglichkeit, sich für das sogenannte internationale Geschäft zu qualifizieren, einem Wettbewerb, der neu geschaffen wurde, sich UEFA Europa Conference League nennt und von dem keiner eine Ahnung hat wie er funktioniert – auch die Profis nicht.

Auf alle Fälle garantiert er zunächst 2 Spiele gegen einen internationalen Gegner. Dazu ist es notwendig, dass die Unioner ihr Spiel gegen die Sachsen gewinnen. Damit wären den Köpenickern der 7. Tabellenrang nicht mehr zu nehmen. Sollte das Spiel Unentschieden ausgehen oder gar verloren werden, ist eine Teilnahme im besten Fall auch noch möglich – je nachdem wie es auf den anderen Plätzen ausgeht – aber auch ein Abrutschen auf Platz 10 könnte die Folge sein. Für Union geht es um sehr viel, haben bisher lediglich 1 Heimspiel verloren und mit Sheraldo Becker sowie Taiwo Awoniyi zwei Spieler wieder verfügbar, die diesem Spiel ihren Stempel aufdrücken könnten. Das Sahnehäubchen auf der Torte: Mit Fans im Stadion! 50+1 muss bleiben!


Schalke 04

Rückschau: Schalke gewinnt das letzte Heimspiel gegen Frankfurt mit 4-3, die Entwicklung des Teams in den letzten Wochen kann also endlich auch am Ergebnis abgelesen werden. Drei der vier Tore erzielten dabei Spieler, die von der U23 in die Profimannschaft geholt wurden: Hoppe, Flick und Idrizi – letztere beiden unter Trainer Grammozis. Das hat hoffentlich Signalwirkung, dass sich der eingeschlagene und konsequent verfolgte Weg wirklich lohnt und ruhig weiter beschritten werden sollte.

An diesem Sieg hatte der Gegner aber auch bedeutenden Anteil. Seit Hütters bekanntgegebenem Abgang schwächelt sein Team. Offensiv gelang es ihnen zwar deutlich mehr Chancen zu kreieren – 11 zu 25 Schüsse – deren Qualität war aber weniger überzeugend – 3,16 zu 3,43 xG. Trotz leichter Vorteile für Frankfurt macht die ungewohnt hohe Effizienz der Schalker letztlich den Unterschied.

Hilfreich für Grammozis‘ Spielplan war natürlich, wie hoch Frankfurt immer wieder aufgerückt war. Dazu kam stellenweise echt lasches Zweikampfverhalten. Aber auch Schalke erlaubte sich zunächst einige defensive Fehler, Sané köpfte zu Beginn fast ein Eigentor, Fährmann sah bei ersten Gegentreffer miserabel aus. Gegen Ende retteten dann einige starke Abwehraktionen gegen die gegnerische Schlussoffensive.

News der Woche: Schalke kommt auf mittlerweile 41 diese Saison Eingesetzte. U23-Spieler Matriciani gab sein Debüt auf der rechten Flügelverteidigung. Diese Position war schon zu Saisonbeginn als Schwachstelle im Kader ausgemacht worden, insgesamt wurde sie durch nun zehn verschiedene Spieler besetzt.

Am Donnerstag Vormittag kam es dann zur Ankündigung zahlreicher Personalwechsel zum Saisonende. Sechs Spieler mit auslaufenden Verträgen, sowie vier Leihspieler werden definitiv gehen und auch aus dem Staff verlassen den Club im Sommer drei Personen. Dabei wurde auch bestätigt, dass die erst letztes Jahr verlängerten Verträge von Stambouli und Oczipka nicht für die zweite Liga gelten.

Vorschau: Nun steht das letzte Saisonspiel auswärts in Köln an. Der Gegner muss unbedingt punkten und darauf hoffen, dass die Konkurrenz nicht gewinnt, um den Abstieg noch verhindern zu können. Gegen einen mauernden Gegner räume ich Schalke noch immer nur geringe Erfolgschancen ein, solange Köln aber eigene Tore braucht, könnte man die nötigen Räume bekommen. Würde der vierte Saisonsieg gelingen, wäre das zumindest ein starkes Statement für das Trainerteam und würde deutlich hoffnungsvoller in die kommende Saison blicken lassen.


FSV Mainz 05

Rückschau: Mainz 05 konnte sehr entspannt in das 33. Bundesligaspiel diese Saison gehen, da durch die Verlegung des Spiels auf den Sonntag bereits einen Tag vorher alle Konkurrenten gespielt hatten. Durch die Bremer Niederlage und das Bielefelder Unentschieden konnte Mainz auch rechnerisch nicht mehr absteigen, was nach der desaströsen Hinrunde einem kleinen Wunder gleicht. Die Ergebnisse dieser Spiele nahmen Mannschaft, Trainerteam und Fans zum Anlass, samstagabends diese Leistung gebührend zu feiern.

Dementsprechend schlecht war auch der Auftritt der Nullfünfer im ersten Abschnitt gegen Dortmund. Durch immer wieder schwere Fehler konnten die Dortmunder ohne Probleme 2:0 in Führung gehen und mussten von Mainz 05 keine Gegenwehr hinnehmen.

Die 2. Halbzeit startete mit einiger Verspätung, da über Rheinhessen ein Gewitter fegte. Die Mainzer wirkten daraufhin aufgeweckter und entwickelten immer wieder gefährliche Torraumszenen. Doch Julian Brandt machte den Deckel für Dortmund drauf, ehe Mainz in der 90. Minute noch zu einem Elfmeter kam. Diesen konnte Robin Quaison gekonnt verwandeln, womit auch die Mainzer Elfmeterserie weiter Bestand hat.

News der Woche: Durch das für das Spiel eigentlich relativ unbedeutende Elfmetertor in der 90. Minute, konnte Robin Quaison einen neuen Vereinsrekord aufstellen. Dieses Tor war sein 30. Bundesligator für Mainz 05, womit er alleiniger Bundesliga-Rekordtorschütze der Rheinhessen ist.

Den ursprünglichen Rekord von 29 Toren hatte Mohamed Zidan am 10. April 2012 aufgestellt, ehe Yunus Mallı am 19. November 2016 gleichzog. Für Robin Quaison könnte damit das Kapitel Mainz 05 zu Ende gehen, denn sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Quaison ist einer der begehrteren Nullfünfer, obwohl er in dieser Saison nur 5 Tore schießen konnte, weswegen die Hoffnung der meisten Fans auf einen Verbleib sehr klein ist.

Vorschau: Das letzte Saisonspiel der Nullfünfer findet am Samstag um 15:30 Uhr parallel zur restlichen Bundesliga in Wolfsburg statt. Nach diesem weniger guten Auftritt und der ersten Rückrunden-Niederlage gegen eine Top-Mannschaft ist für 05 Wiedergutmachung angesagt. Gegen Wolfsburg kann man noch einmal befreit aufspielen und der Saison ein positives Ende geben. Für Mainz ist mit dem Nichtabstieg der größte Erfolg bereits erreicht. Für viele Fans besteht die Hoffnung, einigen (wahrscheinlich) scheidenden Spielern noch ein bisschen Spielzeit zu geben. Das sind unter anderem Danny Latza, Levin Öztunali, Adam Szalaí, und noch einige andere.


1. FC Köln

Rückschau: No risk, no fun: Der 1. FC Köln verweigert bei Hertha BSC das ganz große Risiko und hat nach dem 0:0 in Berlin den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand. Gegen eine durch die Nachholspiele geschlauchte und extrem ersatzgeschwächte “Alte Dame” kommt die fehlende Durchschlagskraft der Kölner wieder voll zur Geltung, dazu stellte FC-Coach Friedhelm Funkel enorm konservativ auf und beraubte der Offensive so noch das letzte Tempo. Dennoch: Angesichts der Ergebnisse der Konkurrenz wähnen sich die “Geißböcke” perfekt gerüstet für das abschließende Spiel gegen Schalke. Ein Sieg - und Bremen und/oder Bielefeld gewinnen nicht, das würde Relegation oder sogar direkter Klassenerhalt bedeuten. Allerdings machte das Duell in der Hauptstadt jetzt nicht die größte Hoffnung, dass der FC die im Abstiegskampf nötigen Tugenden komplett verinnerlicht hat und die Qualität besitzt, auch ein wackliges Nervenkostüm auszugleichen.

“Wir hätten nicht mehr Risiko gehen sollen, das war alles ganz klar so abgesprochen. Wir haben es versucht, wollten Hertha aber nicht in die Falle laufen. Wir wollten das Spiel nicht verlieren!”

News der Woche: Kann er? Oder kann er nicht? In Berlin war FC-Kapitän Jonas Hector noch ausgefallen, nun ist der ehemalige Nationalspieler der Hoffnungsträger für den “Lucky Punch” gegen den Tabellenletzten aus Gelsenkirchen. Da kommt es doch perfekt, dass der 30-Jährige nach seiner Risswunde, die ihn für das Duell bei Hertha BSC außer Gefecht gesetzt hatte, rechtzeitig auskuriert hat und am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Noch wichtiger übrigens, da die “Geißböcke” am 34. Spieltag vor der Abwehr auf Mittelfeldmotor Ellyes Skhiri verzichten muss, der in Berlin seine fünfte Gelbe Karte gesehen hatte. Nun ist die Frage: Auf wen setzt Friedhelm Funkel neben Kapitän Hector? Den eher spielstärkeren Elvis Rexhbecaj, der gegen die Hertha allerdings enttäuschte? Der robuste Salih Özcan, dessen Kurzeinsätze zuletzt von Einsatzwillen geprägt waren?

Vorschau: Die Ausgangslage ist klarer als das joode kölsche Wasser: Gegen Schalke muss ein Sieg her, soll der siebte Abstieg in 23 Jahren vermieden werden, eine andere Möglichkeit bleibt dem 1. FC Köln am kommenden Wochenende nicht. Und selbst wenn die “Geißböcke” den Tabellenletzten bezwingen sollten, dann ist der Klassenerhalt immer noch nicht sicher. Abhängig ist der FC von den Ergebnissen der Konkurrenz: Gewinnt Werder Bremen zuhause gegen Mönchengladbach und siegt Arminia Bielefeld gleichzeitig beim VfB Stuttgart, dann können sich Hector, Horn und Co. auf den Kopf stellen, es wird nicht mehr zum Ligaverbleib reichen. Aber allein die Aufgabe gegen die “Königsblauen” ist schwer genug, zeigte S04 doch zuletzt aufsteigende Form und bezwang Frankfurt in einem spektakulären Spiel. Dazu kommt auf Kölner Seite der Druck, die Partie unbedingt für sich entscheiden zu müssen. Reine Nervensache am Rhein!


FC Augsburg

Rückschau: Mit einem 2:0 Heimsieg sichert sich der FC Augsburg den Klassenerhalt und blickt mit großer Erleichterung dem elften Jahr in Deutschlands Eliteliga entgegen. Der Weg zum Erfolg gegen Werder Bremen war dabei an Dramatik kaum zu überbieten.Beide Teams begannen die Partie recht verhalten und waren zunächst vor allem auf Defensive bedacht. Wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, was für Beide auf dem Spiel stand. Erster Aufreger dann nach einer guten Viertelstunde: während eines Augsburger Konters kreuzten sich die Laufwege von Ruben Vargas und Theodor Gebre-Selassie, was den Schweizer derart in Rage brachte, dass er sich zu einem versuchten Nachtreten hinreißen ließ. Schiedsrichter Robert Schröder hatte gar keine andere Wahl als Vargas des Feldes zu verweisen. In der Folgezeit spielten nur noch die Gäste und kamen vor der Pause zu zahlreichen Abschlüssen, ohne allerdings etwas zählbares daraus zu machen.Nach dem Seitenwechsel gleich der nächste Aufreger: Christian Groß ging im Mittelfeld gegen Niederlechner viel zu ungestüm zu Werke und sah zurecht die Ampelkarte. Nachdem das Kräftegleichgewicht wiederhergestellt war, wurde auch die Partie offener, so dass beide Teams zu Chancen kamen. Letztlich waren aber nur die Hausherren erfolgreich (Khedira (57.) und Caligiuri (90.)). Am Ende eine kämpferische Partie, an der nur der FCA-Anhang Spaß gehabt haben dürfte.

News der Woche: Ein Thema der Woche gab es nach dem erreichten Klassenerhalt nicht wirklich. Zu groß die Erleichterung, dass man auf den letzten Metern den Abstieg verhindern konnte, nachdem man Anfang April eigentlich bereits gerettet war. Aber die schwachen Auftritte gegen Schalke, Bielefeld und Köln sorgten dafür, dass es wieder einmal nichts mit einer entspannten Saison wurde und man bis kurz vor Schluss zittern musste. Wenn sich die erste Euphorie über den Klassenerhalt gelegt hat, wird man diese Saison eingehend analysieren müssen, denn ein “Weiter so” darf es nach dieser Spielzeit auf keinen Fall geben. Die sportliche Leitung hat in fahrlässiger Art und Weise die Augen vor der spielerischen Schwäche der Mannschaft verschlossen und blind an Trainer Heiko Herrlich festgehalten. Ein Fehler, der am Ende beinahe teuer geworden wäre.

Vorschau: Zum Abschluss der Saison geht es zum deutschen Serienmeister nach München (Samstag, 22.05. - 15:30 Uhr). Sportlich hat diese Partie im Grunde keinen Wert mehr, da es für beide Mannschaften um nichts mehr geht. Viel mehr als ein begleitender Sommerkick zur Schalenübergabe wird es wohl nicht werden. Obwohl der FC Augsburg bekanntlich am letzten Spieltag auch gerne zur Erbauung des Heimteams herhält. Man denke nur an das blamable 1:8 in Wolfsburg vor zwei Jahren.


SV Werder Bremen

Rückschau: In einem ereignisreichen Spiel mit zwei berechtigten Platzverweisen musste sich der SV Werder Bremen mit 2:0 beim FC Augsburg geschlagen geben. In der ersten Halbzeit des Spiels dominierte Werder klar das Spiel und kam zu einigen Chancen. Nicht zuletzt auch dessen, da der Augsburger Vargas bereits in der 13. Minute für eine Tätlichkeit die Rote Karte bekam. Werder konnte zwar die Überzahl nutzen, um das Spiel zu bestimmen, war aber nicht in der Lage, die Chancen, die sich dadurch an boten, in Tore zu verwandeln. Bis zur Pause hatte Werder so ungewöhnliche 80 % Ballbesitz. Nach dem Seitenwechsel erwies Gross dann Werder einen Bärendienst, indem er mit einem mehr als unnötigen Foul in der 49. Minuten mit Gelb-rot vom Platz musste. Werder kam mit dem 10 gegen 10 und dem dadurch entstandenen Platz nicht zurecht. In der 57. Minute kam es dann, wie es kommen musste. Mit einem Kullerball nach einer Ecke schoss Rani Khedira das 1:0 für Augsburg. Daraufhin zog sich Augsburg wie bereits in der 1. Halbzeit in die eigene Hälfte zurück und verteidigte konsequent mit einem 4-4-1. In der 90. Minute erhöhte Augsburg dann nach einem Elfmeter auf 2:0. Es war wie so oft in dieser Werder Saison. Den willen könnte man der Mannschaft nicht absprechen, aber die Qualität im Ballbesitzspiel, bei Standards und im Angriffsspiel ließ wie so oft in dieser Saison zu wünschen übrig.

News der Woche: Wie heißt es in dem Song “Das W aus dem Trikot” von Die Original Deutschmacher so schön “Jede Menge los am Osterdeich.”

Der Song stammt zwar von 1997, aber die Textzeile ist passend zur aktuellen Woche bei Werder. Auch wenn Werder zur Zeit im Quarantänetrainingslager in Barsinghausen ist, so bleibt doch die Geschäftsstelle am Osterdeich. Nach einer erneuten Pleite hat Werder nun die Notbremse gezogen und sich nach dem 33. Spieltag doch noch von Trainer Florian Kohfeldt getrennt. Somit endet nach 3,5 Jahren die Amtszeit von Florian Kohfeldt bei Werder. Die Meinungen unter den Werder Anhängern reicht von längst überfällig bis hin zu nicht notwendig und übertrieben. Ob es was gebracht hat, wird man in spätestens zwei Wochen wissen.

 Fakt ist, das Kohfeldt das Team in einer schwierigen Lage übernommen hat, Richtung Europa geführt und letzte Saison vor dem Abstieg gerettet hat. Thomas Schaaf der bereits von 1999 bis 2013 Trainer bei Werder war und seit 2018 Technischer Direktor bei den Bremern ist, kehrt somit bis zum Ende der Saison zurück auf die Trainerbank. Nach der Saison soll die Trainerstelle neu besetzt werden. Dabei wird dem Vernehmen nach ein Trainer von außerhalb der Werder Bubble gesucht. Eine weitere unschöne Geschichte ereignete sich während des Spiels gegen Augsburg. Dabei wurde der Bremer Stadionsprecher TV und Radio Moderator Arnd Zeigler Opfer eines Shitstorms. Grund dafür war ein zwei Wochen alter Facebook Post, indem er erläutert, weshalb er Kohfeldt für einen guten Trainer hält.Eine Meinung, die nicht jeder teilen muss, aber nicht dazu berechtigt, ihn zu beleidigen bzw. Ihn und seine Familie zu bedrohen. Es endete damit, dass er daraufhin seine Facebook-Seite vom Netz genommen hat. Durch die auf den Weg gebrachte Mittelstandsanleihe generiert der Verein neue Finanzmittel. Dadurch ist er aber auch gezwungen, halbjährlich seine Zahlen offen zu legen. Die sehen wie zu erwarten, nach einer weiteren Saison ohne Zuschauer nicht gut aus. Deshalb muss Werder in dem Papier auch ein mögliches Insolvenzrisiko thematisieren, um sich abzusichern. Klargestellt wird auch, dass es zum 30. Juni Spielerabgänge geben wird, aber kein Spieler unter Wert verkauft wird.

Vorschau: Im letzten Spiel der regulären Saison kommt am Samstag Borussia M'Gladbach ins Weserstadion. Die Historie zeigt ein relativ ausgeglichenes Verhältnis der bisherigen 103 Bundesligapartien. Den 38 Werder Siegen stehen 40 Niederlagen und 25 Unentschieden entgegen.

Will Werder den Klassenerhalt aus eigener Kraft bzw. mindestens den Relegationsplatz erreichen, benötigen sie einen Sieg gegen die Borussen. Die Borussia könnte mit einem Sieg und einem gleichzeitigen Patzer von Union Berlin noch den 7. Tabellenplatz und damit die Teilnahme an der Europa Conference League erreichen.

 Nach dem Trainerwechsel bei Werder ist es schwierig, eine Prognose abzugeben. Mit welchem System und welchen Spielern sie starten werden, ist nicht zu sagen. Kommt die legendäre "Thomas Schaaf Mittelfeldraute" zurück? Oder hat er ein ganz anderes System sich ausgedacht? Das werden wir am Samstag um 15:30 Uhr sehen.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Hätte es noch eines Beweises bedurft, wo es beim DSC Arminia in dieser Saison am meisten hakt, dann wäre der Beweis am kommenden Samstag erbracht worden. Das Toreschießen ist nämlich so gar nicht das Ding der Arminen. Zwar stand nach dem 1:1 gegen Hoffenheim nach frühem Rückstand noch ein Punkt und ein sehenswerter Freistoßtreffer von Andreas Voglsammer zu Buche. Doch das, was die Bielefelder vor dem TSG-Tor an Chancen ausließen (etwa Voglsammer) hätte den DSC noch viel mehr der Abstiegssorgen entledigen können. Doch statt den Sack so gut wie zu zumachen, muss der Aufsteiger selbst als Tabellen-15. am finalen Bundesliga-Samstag noch einmal zittern. Und das vor allem, weil man Chance für Chance gegen Hoffenheim liegen ließ. Die DSC-Profis rannten, ackerten und kämpften gegen die natürlich spielstärkere TSG an. Und gerade diese Leidenschaft zeigte, wie sehr sich die Arminen für ein weiteres Jahr 1. Liga ins Zeug legen. 

News der Woche: Bleiben wir doch gleich bei der Chancenverwertung. Denn das Bielefelder 1:1 und der Chancenwucher auf der Alm sowie der zeitgleiche Sieg der Schalker sorgten dafür, dass der DSC nun das Tore-Schlusslicht der Liga ist. Nur 24 mal klingelte es in 33 Spielen im gegnerischen Kasten. Selbst Schalke hat einmal mehr getroffen. Und was heißt das statistisch? Schmale 0,72 Tore erzielt der DSC bislang pro Spiel. 

Vorschau: Wiederholt sich die Geschichte? Ist das Glück den Arminen im Abstiegskampf noch einmal treu? 2008 schaffte es der DSC mit einem 2:2 beim VfB Stuttgart am letzten Spieltag die Klasse zu halten. 2021 versuchen sich die Bielefelder nun am selben Ort am selben Kunststück. Ein Auge wird dabei nach Köln (17., muss gegen Schalke ran) und nach Bremen (16., gegen Gladbach) schielen. Denn alles ist drin für den Aufsteiger. Mit einem Sieg wäre ein weiteres Jahr Bundesliga sicher. Schon bei einem Unentschieden könnte bei entsprechenden Ergebnissen bei den anderen beiden Spielen der direkte Abstieg drohen. Und natürlich kann der DSC am Ende auch auf dem Relegationsplatz landen. „Es sollte jedem klar sein, was Arminia dieser Stadt bedeutet. Und dafür lohnt es sich dann auch, das Herz auf den Platz zu schmeißen“, betont Fabian Klos im Klub-TV des DSC. Bleibt zu hoffen, dass der DSC diese positive Energie am Samstag in Stuttgart auf den Platz bringen kann und erneut ein Happy End wie 2008 feiern darf.


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB Stuttgart gewinnt in Mönchengladbach mit 1:2 und hält die Tür nach Europa offen. Der Gastgeber startete besser ins die Partie und erspielte sich einen Chancenplus. So gingen sie auch verdient mit 1:0 kurz vor der Halbzeitpause durch Stindl in Führung. Mit dem Seitenwechsel kam der Aufsteiger immer besser in die Partie. Nach paar Halbchancen fasste sich Wataru Endo ein Herz, zog aus der zweiten Reihe ab und die Kugel flog über Torwart Yann Sommer ins Tor der Fohlen. Der Ausgleichstreffer veränderte das Spiel und die Schwaben übernahmen die Kontrolle während die Gastgeber mit dem Rücken zur Wand standen. In der 77. Minute gelang dann endlich der mehr oder weniger verdiente Führungstreffer, als Sasa Kalajdzic einen Schuss von Pascal Stenzel an Yann Sommer vorbei längte.

Mit dem Sieg steht der VfB auf Platz 9 und könnte mit einem Sieg plus Niederlage von Gladbach und Union Berlin auf Platz 7 klettern. Kleiner Wermutstropfen beim Sieg: Mateo Klimowicz und Mavropanos verletzten sich vor (Mateo) bzw. während des Spiels (Mavropanos) und könnten das letzte Spiel der Saison verpassen. Außerdem ist die Saison für Wataru Endo aufgrund seiner fünften gelben Karte ebenfalls vorzeitig beendet.

News der Woche: Daniel Didavi wird auch nächstes Jahr das Trikot vom VfB tragen. Der ehemalige deutsche Nationalspieler hat seinen auslaufenden Vertrag um ein Jahr verlängert.

Die Kandidaten für das Amt des Präsidenten stehen fest. Der Vereinsbeirat nominiert wenig überraschend den amtierenden Präsidenten Claus Vogt sowie den Unternehmer Pierre-Enric Steiger der dem berühmt berüchtigten VfB Freundeskreis angehört.

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