Der Torwarttrainer fängt sich ein Eigentor

Die News zu den Bundesliga-Teams von euren Fan-Expert:innen!

FC Bayern München

Rückschau: Selten, wirklich selten sieht man den FC Bayern so eingezwängt am eigenen Strafraum, wie zu Beginn der zweiten Hälfte am Samstag gegen Leipzig. Goretzka hatte kurz vor der Halbzeit die Münchner in Führung gebracht, am Ende sollte es auch das einzige Tor des Topspiels bleiben. Man konnte ein Spiel gegen einen guten Gegner auch ohne Lewandowski gewinnen und auch die ersatzgeschwächte Defensive ließ zwar einiges an Distanzschüssen, jedoch kaum tatsächliche Hochkaräter zu. Möglicherweise ist das allerdings auch der Leipziger Spielweise ohne richtigen Stürmer zu verschulden. Der FCB kann also durchaus zufrieden mit dem Spiel sein, auch wenn es nicht das dominante Auftreten war, das man gewöhnt ist.

News der Woche: Im Gegensatz zur Herrenmannschaft lief es bei den Amateuren und der Damenmannschaft des FC Bayern sehr bescheiden am Wochenende. Zweitere verloren im DFB Pokal Halbfinale Hochverdient mit 2:0 gegen den VFL Wolfsburg. Die Amateure haben dagegen mittlerweile ein ausgewachsenes Abstiegsproblem, 2:3 verlor man gegen den vorletzten VFB Lübeck. Bereits vor dem Spiel war angekündigt worden, dass Trainer Holger Seitz wieder ans Nachwuchsleistungszentrum zurückkehrt und Martin Demichelis und Danny Schwarz die zweite Mannschaft übernehmen. Allerdings hätte allen beteiligten ein Sieg zum Wechsel deutlich besser gefallen. Ein mickriges Tor trennt die Amas nun noch vom Abstieg und so wie zuletzt gespielt wurde scheint er unvermeidlich.

Als erfreuliche Nachricht kann man vielleicht noch die Aussagen von Goretzka heranziehen, der bereit ist seinen Vertrag hier zu verlängern.

Vorschau: Die nächsten Wochen werden zäh. Umso wichtiger war demnach der Sieg am Wochenende.

Am Mittwoch steht die Champions League gegen Paris an. Ohne Lewandowski eine riesen Aufgabe, auch wenn Choupo-Moting seinen Job gegen Leipzig mehr als ordentlich machte. Auch bei Paris fehlen einige Akteure aufgrund von Covid-19, die zwei großen Namen Neymar und Mbappe sind allerdings mit von der Partie.

In der Bundesliga steht Union Berlin auf dem Plan des Rekordmeisters. 1:1 endete das Hinspiel und vor allem gegen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte traten die Eisernen immer recht überzeugend auf. Im Hinspiel mussten die Unioner außerdem auf Topspieler Max Kruse und Andrich verzichten. Beide sind am 10.04. um 15:30 dabei und bei dem Restprogramm sollte sich Bayern umschauen und dieses Spiel gewinnen. Auf die leichte Schulter darf man Union allerdings keinesfalls nehmen.


Borussia Dortmund

Rückschau: Borussia Dortmund verliert auch, wenn es wirklich darauf ankommt: Das richtungweisende Ligaspiel gegen Eintracht Frankfurt endete am Samstag 1:2; den späten K.O. versetzte den Schwarz-Gelben Andre Silva, der damit auch erfolgreicher war als Torjäger-Konkurrent Erling Haaland. Den Zahlen nach wäre ein Unentschieden gerecht gewesen: 19:14 Torschüsse, davon 5:3 aufs Ziel, zugunsten des BVB; auch beim Passspiel lagen die Borussen vorn.

Der Einsatz fehlte nicht, aber im Kampf um die Champions League entscheidende Qualitäten schon: die Chancenverwertung sowie die Präzision zum Entstehen weiterer hochkarätiger Gelegenheiten. Der BVB spielte nicht sauber genug – das betraf auch den gefragten Superstürmer Haaland. Viele dieser Schwächen zählte im Interview mal wieder Mats Hummels auf – bester Mann nach dem Spiel und einziger BVB-Torschütze in der Partie. Am Dienstag dann verliert die Mannschaft nach reifer Leistung unglücklich mit dem gleichen Ergebnis bei Manchester City – und man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll.

News der Woche: Der BVB eilt von Erfolg zu Erfolg und ist mittlerweile seit 19 Spielen ungeschlagen – nein, wir sind nicht ein Jahrzehnt zurückgereist, sondern einfach bei der zweiten Mannschaft in der Regionalliga West. Nach einem 1:0-Heimsieg über Fortuna Köln liegt die Zweite neun Spieltage vor Schluss mit neun Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze (RW Essen auf Platz 2 hat noch ein Spiel weniger). Torschütze war Steffen Tigges, der auch schon für die erste Mannschaft ran durfte. Der Aufstieg ist nah – ob man grundsätzlich Zweitvertretungen von Bundesligisten in der 3. Liga sehen möchte, ist nochmal eine andere Frage.

Steffen Tigges könnte unterdessen bald noch häufiger im Aufgebot der Bundesliga-Mannschaft stehen, denn leider fällt sein 16-jähriger Sturm-Kollege Youssoufa Moukoko als Haaland-Ersatz oder -Unterstützung für den Rest der Saiso verletzt aus.

Vorschau: Am Samstagabend um halb sieben trifft der BVB in Stuttgart auf den VfB, der den Schwarz-Gelben im Westfalenstadion die bisher höchste Saisonniederlage zufügte und damit auch Lucien Favre den Job kostete. Bei allem Trubel abseits des Platzes spielt der schwäbische Aufsteiger eine grundsolide Saison – schaut man auf den Tabellenplatz 8, dann ist das sogar noch deutlich untertrieben. Aktuell trennen VfB und BVB nur vier Punkte.

Kapitän Gonzalo Castro ist natürlich ein alter Bekannter für die Schwarz-Gelben. Die Spieler, die für drei der fünf VfB-Tore bei der Hinspiel-Pleite verantwortlich waren, werden allerdings sicher (Silas Wamangituka) oder sehr wahrscheinlich (Nicolas Gonzalez) fehlen. Top-Schütze der Schwaben ist inzwischen jedoch ohnehin Zwei-Meter-Mann Sasa Kalajdzic mit 13 Treffern. Beim BVB ist jenseits aller Unwägbarkeiten wegen des CL-Spiels eins sicher: Für Jadon Sancho kommt die Partie in Stuttgart noch zu früh.


RB Leipzig

Rückschau: Wenn in ferner Zukunft Sporthistoriker der Frage nachgehen werden, warum in der Saison 2020/21 erneut der FC Bayern und nicht RB Leipzig Meister wurde, würde es für die Antwort genügen, wenn sie sich das Spiel beider Teams am 27. Spieltag ansehen. Nagelsmann verzichtete – wie oft in Topspielen – auf einen nominellen Stürmer auf dem Feld und setzte auf das Offensiv-Mittelfeld Forsberg, Olmo und Nkuku. Ein Plan, der weder in diesem Spiel noch über die gesamte Saison aufging.

Auch bedingt durch die tabellarische Ausgangslage (RB musste gewinnen, Bayern nicht) übernahm Leipzig nach Anpfiff die Spielkontrolle und war in den ersten 30 Minuten das klar aktivere Team. Doch trotz mehr Ballbesitz und einigen guten Balleroberungen im Mittelfeld gelang es kaum, mit Tempo hinter die Abwehrkette der Bayern und zu gefährlichen Abschlüssen zu kommen. Die Münchener kamen in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit besser ins Spiel und nutzten ihre erste Torchance in der 38. Minute zum 0:1 durch Goretzka. Gegen sichtlich angeknockte Leipziger hätten kurz vor der Pause Sané und Choupo-Moting schon für die Vorentscjheidung sorgen können, beide Chancen vereitelte aber RB-Torhüter Gulacsi.

Nach der Halbzeitpause steigerte RB die Intensität und Tempo nochmals und schnürte Bayern phasenweise in der eigenen Hälfte ein. Doch in diesen starken 20-25 Minuten vergab das Team seine Chancen erneut reihenweise, prototypisch für den titelverhindernden Chancenwucher von RB in dieser Saison. Nur zwei der insgesamt 14 Schüsse von RB kamen auf Tor. Besonders Olmo und Nkunku vergaben teilweise kläglich ihre Chancen innerhalb des Strafraums. Einzig Sabitzer zwang mit einem sehenswerten Fernschuss Neuer zu einer starken Parade mit seinem Reklamierarm. Erst ab der 73. Minute wechselte Nagelsmann nacheinander Poulsen, Sörloth und Hwang. Alle drei Stürmer blieben in der Schlussphase allerdings ohne Impact auf das Spiel, auch weil durch die Auswechslungen von Olmo, Forsberg und Adams die Verbindungen ins Mittelfeld fehlten. So verwaltete Bayern souverän die 1:0-Führung bis zum Schlusspfiff und bewies einmal mehr seine Qualität und Abgezocktheit in entscheidenden Spielen.   

News der Woche: Besser als die Männer machte es am vergangenen Wochenende das Frauenteam von RB Leipzig. Nach einem 0:1 Pausenrückstand bei Borussia Mönchengladbach drehte das Team die Partie noch und gewann durch Tore von Madlen Frank (2x), Marlene Müller und der früheren Weltmeisterin Anja Mittag verdient mit 4:1. Nach dem 6. Spieltag der 2. Frauen-Bundesliga liegt RB mit 13 Punkten punktgleich hinter Tabellenführer Gütersloh auf Platz 2. Beide Mannschaften treffen am kommenden Sonntag (11 Uhr) zum Spitzenspiel aufeinander. Zu sehen gibt es das Spiel als Livestream bei Soccer Watch.

Vorschau: Am Samstag (15.30 Uhr) tritt RB auswärts bei Werder Bremen an, die gestern das verlegte DFB-Pokal-Viertelfinale gegen SSV Jahn Regensburg mit 1:0 gewannen. Damit treffen beide Teams am 30. April im Halbfinale erneut aufeinander. Auf Leipziger Seite werden an diesem Wochenende Upamecano und Mukiele gelbgesperrt sowie Poulsen (Muskelverletzung) nicht zur Verfügung stehen. Dagegen steht Halstenberg nach seiner Corona-Quarantäne wieder im Kader. Für RB wird es nach dem beendeten Meisterschaftskampf darum gehen, die Motivation in der Liga hoch zu halten und in den kommenden Spielen die Qualifikation für die Champions League so schnell wie möglich auch rechnerisch klar zu machen. Ein Auswärtssieg gegen Bremen wäre dafür ein guter Anfang.


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: So wie in der Phase der sieben Niederlagen in Folge nicht alles schlecht war bei Borussia, so ist nach zwei Siegen gegen Schalke und Freiburg zu konstatieren: Es ist noch längst nicht wieder alles gut. Borussia bot in der ersten Hälfte gegen die von Christian Streich mit einem Fünfer-Mittelfeld und den drei beweglichen Offensivspielern Höler, Sallai und Demirovic glänzend aufgestellten Breisgauer einen ziemlich hilflosen Auftritt. Immer wieder überspielten die Gäste mit einfachen Pässen über außen die Gladbacher Reihen und kamen zu erstklassigen Torchancen. Dass sie davon nur eine zur 1:0-Pausenführung nutzten, lag auf Gladbacher Seite allein an Torwart Yann Sommer, der mit Glück und Geschick Schlimmeres verhinderte.

Die zweite Halbzeit kam dann dem Anspruch deutlich näher, den Gladbach an sich selbst stellt. Die Umstellung von Viererkette auf Dreierkette mit dem eingewechselten Mittelmann Denis Zakaria und den nach vorne geschobenen Außenverteidigern Lainer und Wendt brachte deutlich mehr Übergewicht im Mittelfeld und endlich schnelles One-Touch-Spiel, das dann innerhalb von sechs Minuten dem Spiel eine andere Wendung gab: Erst mit dem etwas glücklich abgefälschten Ausgleich (53.), dann mit einem glänzenden Konter von Marcus Thuram zum 2:1 (60.).

Das 3:1 kurz darauf wurde zwar nach einem diskutablen VAR-Eingriff wegen eines ebenso diskutablen Foulspiels von Schiri Christian Dingert wieder kassiert. Aber auch wenn vielleicht erst dadurch das Spiel bis zum Schluss spannend blieb, hatte der VfL doch auch insgesamt mehr Glück mit den überprüften Szenen durch den Videoassistenten. Denn so knapp, wie Thuram beim 1:1 nicht im Abseits stand, so knapp befand sich Hölers Bein beim vermeintlichen 2:2 in der 95. Minute in der strafbaren Zone. Sehr unglücklich für Freiburg, aber am Ende auch nicht unverdient für die Borussia, die sich nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit aufrappelte und phasenweise das zeigte, wofür sie von Gegnern immer noch gefürchtet wird. So lange die Mannschaft das aber nicht über längere Phasen im Spiel abrufen kann, bleibt jedes Spiel eine Wundertüte.

News der Woche: Auf Xabi Alonso folgt Adi Hütter. Oder doch Amsterdams Ten Hag? Keine Woche, in der nicht ein neuer Kandidat auf die Gladbacher Trainerbank geschrieben wird. Auch diesmal war es die Bildzeitung, die mehr zu wissen glaubte und sich auf den Berater des Frankfurter Trainers berief, der ein konkretes Angebot aus Mönchengladbach vorliegen habe. Das kann ja sogar der Wahrheit entsprechen. Aber gerade bei dieser Quelle ist es auch nicht so abwegig, dass der Tippgeber mit der Veröffentlichung vor allem eigene Interessen verfolgt hat, etwa eher die, in den Verhandlungen mit der Eintracht mehr herauszupokern. Ähnlich wird es möglicherweise im Fall des spanischen Kandidaten gewesen sein, der just ein paar Tagen nach den Gladbach-Gerüchten seinen Vertrag in San Sebastian verlängerte - sicherlich zu verbesserten Konditionen. Und am Dienstag hieß es dann wieder, dass Ajax-Trainer Erik ten Hag doch lieber in Amsterdam bleiben möchte. Fortsetzung folgt.

Adi Hütter ist derweil auch der Favorit beim Fanblog “MitGedacht”, das es unter “Mit Geredet” auch als Podcast gibt. Spannend ist die Folge 2 nicht nur deshalb, sondern auch, weil es um Jochen Breyers TV-Dokumentation über Dietmar Hopp und die Fans geht und ein Vertreter der Gladbacher Fanhilfe zu Gast ist, der auch dazu etwas zu sagen hat.

Was bei all dem Spekulieren und Rätselraten der vergangenen Wochen einmal mehr auffällt, ist, dass in Gladbach über Personalentscheidungen so schnell nichts nach außen dringt. Auch mit der eigenen Vertragsverlängerung hatte Max Eberl kurz vor Jahresende die komplette Medienlandschaft überraschen können. Es darf weiter spekuliert werden, ob ihm das auch beim neuen Trainer gelingen wird.

Vorschau: Wenigstens einmal geht es für Borussia in dieser Saison noch nach Berlin, wenn natürlich auch nicht mehr im Pokal. Im Duell mit der „alten Dame“ Hertha wartet am Samstag um 15. 30 Uhr ein machbarer Gegner, aber das ist ja auch nicht der erste, von dem man das in letzter Zeit gedacht hat.

Bei Jonas Hofmann könnte es möglicherweise wieder für einen Kaderplatz reichen, nachdem seine Quarantäne nach positivem Corona-Test bei der Nationalmannschaft bei gutem Verlauf bis Samstag abgelaufen sein sollte. Bislang, so hieß es, hatte er nur leichte Krankheitssymptome. Ob Innenverteidiger Nico Elvedi seine Wadenblessur bis zum Wochenende auskuriert hat, ist noch nicht sicher. Für ihn stünden sonst erneut Jordan Beyer oder Urgestein Tony Jantschke bereit. Linksverteidiger Ramy Bensebaini kehrt dagegen nach Gelbsperre wohl zurück und sollte auch wieder in der Startelf stehen. Sonst kann Trainer Marco Rose personell wohl aus dem Vollen schöpfen.


Bayer Leverkusen

Rückschau: 2:1 konnte die Werkself gegen Schalke gewinnen. Nach Treffern von Alario und Schick konnte Huntelaar zum Ende zwar für Schalke noch treffen, an Bayers Sieg änderte dies aber nichts mehr. Gewählt wurde dabei ein defensiverer Ansatz mit Dreierkette und einer höherer Fokussierung auf die Stabilität. Dabei profitierte Hannes Wolf auch von Sven Bender und Lukáš Hrádecký, die als erfahrene Leistungsträger wieder zurückkehrten. Letzterer hob die Bedeutung des Abwehrchefs auch nochmal heraus: „Heute hat man gesehen, wie wichtig Sven für uns ist, der sehr viel mentale Stärke gebracht hat. Mit ihm auf dem Platz ist auch Eddy [Tapsoba] besser." Offensiv kam aber nur wenig zusammen, die zwei Tore sind eher schmeichelhaft, schließlich kam die Mannschaft auf nur zwei Torschüsse. Wie es nach Trainerwechseln nicht unüblich ist, spielten sich Spieler in den Fokus, die zuvor nur wenig eingesetzt wurden. An dieser Stelle sei besonders Exequiel Palacios hervorgehoben, der ein gutes Spiel machte. Bayer Leverkusen hält damit insgesamt den Anschluss an die europäischen Plätze, von einer Wende kann aber noch keine Rede sein.

News der Woche: Rudi Völler bestätigte, dass er seinen 2022 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Diese Entscheidung habe er über Weihnachten mit seiner Frau besprochen. Im Zuge dieser Ankündigung zeichnete der Sport-Geschäftsführer selbst ein kritisches Bild der vergangenen Jahre. So sei es für Leverkusen zu wenig gewesen, "im DFB-Pokal nur zweimal das Finale erreicht und verloren zu haben - 2009 gegen Werder Bremen und 2020 gegen Bayern München." Völler schloss nicht aus, selbst in anderer Funktion danach für die Werkself nochmal aktiv zu werden, er brauche aber "sicherlich erstmal ein bisschen Abstand“. Vorstellbar wäre beispielsweise ein Platz im Gesellschafterausschuss.

Vorschau: Nächste Woche Montag beendet die Werkself zusammen mit Hoffenheim den Spieltag, wo die Werkself um 20:30 Uhr gastiert. Aktuell lässt sich noch nicht erahnen, wie Leverkusens Herangehensweise aussehen wird: Ebenfalls so konservativ ausgerichtet wie gegen Schalke oder ein wenig mehr auf die Offensive fokussiert, nachdem der Pflichtsieg gegen Schalke erfolgte? Die Langzeitverletzten Sinkgraven, Paulinho und L. Bender dürften dabei noch keine Option sein, Diaby könnte wieder zu mehr Minuten kommen, der nach seiner Covid-Infektion nur kurz gegen Schalke zum Einsatz kam.


TSG Hoffenheim

Rückschau: Herzlich willkommen im Abstiegskampf, liebe TSG. Nach der dritten Niederlage in Folge wird der Vorsprung auf die Abstiegsplätze immer kleiner. Aber der Reihe nach: 

Vergangenen Samstag war die TSG um 15:30 Uhr in Augsburg zu Gast und lag bereits nach acht Minuten durch einen Treffer von Vargas mit 0:1 zurück. Nach einem katastrophalen Stellungsfehler der TSG-Abwehr (siehe unten) erhöhte Hahn nach gerade einmal 23 Minuten auf 0:2 aus Sicht der Gäste, die in der Folge zwar stärker ins Spiel fanden, gegen das Augsburger Abwehrbollwerk jedoch kein Durchkommen fanden. 

Auch in der zweiten Hälfte war die TSG die spielbestimmende Mannschaft, jedoch änderte auch das Traumtor von Skov zum 1:2 in der 86’ Minute nichts an der ernüchternden Auswärtsniederlage.

News der Woche: Die Länderspielpause endete für die Kraichgauer erneut mit einem Ausfall von Toptorjäger Andrej Kramaric. Der Kroate war bei der Nationalmannschaft umgeknickt und klagt nun erneut über Schmerzen im Sprunggelenk.

Maxi Rall, langjährige Spielerin der TSG-Frauen, wird Hoffenheim im Sommer in Richtung München verlassen. Danke für sechseinhalb tolle Jahre und mehr als 100 Pflichtspiele für die TSG, Maxi!

Mit der Aktion “Bundesliga gegen Blutkrebs” machte die TSG am Dienstag gemeinsam mit anderen Vereinen aus der ersten und zweiten Liga auf die Wichtigkeit der Stammzellenspende aufmerksam. Gerade in der jetzigen Zeit lenkt diese Aktion noch einmal die benötigte Aufmerksamkeit auf dieses doch so wichtige Thema.

Vorschau: Kommenden Montag empfängt die TSG zum Abschluss des Spieltags die Werkself aus Leverkusen um 20:30 Uhr im schönen Kraichgau. Gegen die um sechs Plätze besser platzierten Leverkusen muss dem Team von Sebastian Hoeneß eine deutliche Leistungssteigerung gelingen, ansonsten droht erneut eine ähnlich deutliche Niederlage wie im Duell in der Hinrunde, das die Leverkusener mit 4:1 für sich entschieden.

Personell wird die TSG neben den Langzeitverletzten im schlimmsten Fall wohl erneut auf Andrej Kramaric verzichten. Munas Dabbur und Sargis Adamyan dürften wieder in den Kader zurückkehren, ebenso dürfte Kevin Vogt wieder in die Innenverteidigung zurückkehren und so für mehr Stabilität sorgen.


VfL Wolfsburg

Rückschau: Mit einem 1:0-Arbeitssieg über den 1. FC Köln festigt der VfL Wolfsburg den 3. Tabellenplatz in der Bundesliga und hat weiter berechtigte Hoffnungen auf die Königsklasse in der kommenden Saison, zumal der Vorsprung auf einen Nicht-Champions-League-Platz komfortable elf Punkte mittlerweile beträgt. Der VfL brauchte gegen Köln aber lange, um in die Partie zu finden. Die erste Halbzeit ging sogar klar an die Kölner, Wolfsburg hatte Glück nicht in Rückstand zu geraten. 56 Prozent Ballbesitz konnten sich die Gäste überraschend erspielen. Nach einem Halbzeit-Donnerwetter von Trainer Glasner lief es dann in Hälfte zwei deutlich besser. Josip Brekalo sorgte nach kämpferischer Vorarbeit von Wout Weghorst für das Tor des Tages. Ein Sieg, der aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit auch verdient war.

News der Woche: Größtes Gesprächsthema ist unter der Woche die Frage, ob Wolfsburg noch die Champions League Qualifikation verspielen könnte. Manager Schmadtke spricht von einer „verführerischen Situation“, die aber gefährlich sein könne, wenn jetzt ein Gang wie in Hälfte eins gegen Köln zurückgeschaltet wird. Entsprechend bläst Oliver Glasner nicht zur Verteidigung von Platz drei, sondern zum Angriff auf den Vizemeistertitel, der aus eigener Kraft möglich ist. Ausdruck von Wolfsburger Selbstbewusstsein und dem Wunsch, nicht nach hinten zu schauen und eventuell nervös zu werden. 

Vorschau: Die große Gelegenheit zumindest Platz drei so gut wie sicher zu machen, bietet sich am Samstag um 15.30 Uhr beim direkten CL-Konkurrenten Frankfurt. Ähnlich wie Wolfsburg gehört die Eintracht zu den positiven Überraschungen der Saison. Es wartet also ein sehr spannendes Spiel. Bei einem Wolfsburger Sieg, dürfte die Königsklasse dem VfL wohl nicht mehr zu nehmen sein. Aber auch bei einer Niederlage bleibt in der Tabelle alles beim Alten, da die SGE am VfL auch mit drei Punkten nicht vorbeiziehen kann. Die Voraussetzungen sind also gut, auch wenn schon das Hinspiel (2:1 für Wolfsburg) gezeigt hat, wie schwer es gegen Frankfurt wird. Ausfallen werden für die Partie definitiv Steffen und Mehmedi durch Verletzungen und Otavio, er weiter seine Rotsperre abbrummt. 


SC Freiburg

Rückschau: Mit einer enorm bitteren Niederlage in Mönchengladbach startete der SC Freiburg im 20:30 Uhr Spiel am letzten Samstag in die Schlussphase der Bundesligasaison. Dabei begann die Partie perfekt für die Breisgauer. Nach 9 Minuten bediente Demirovic den völlig freien Sallai zur frühen Führung. In der Folge kam Freiburg über die Flügel immer wieder vors Tor und hätte zwingend nachlegen müssen, doch Sallai, Demirovic und vor allem Höler scheiterten in teils unglaublichen Situationen entweder an Sommer oder sich selbst. In der zweiten Halbzeit kippte das Spiel nach Roses taktischer Umstellung auf die Dreierkette. Zunächst stellte Thuram mit seinem Doppelpack für Gladbach die Partie auf den Kopf, anschließend konnte der SC noch von Glück reden, dass der VAR das 3:1 für Gladbach einkassierte. Erst in der Nachspielzeit kam Freiburg wieder wirklich gefährlich vors Tor und erzielte durch Schlotterbeck den späten Ausgleich – um ihn nach einer bangen Minute an den VAR zu verlieren, der fünf Stationen vor dem Tor korrekterweise eine knappe Abseitsstellung von Höler bemerkte. Wie schon in der Hinrunde war es für den SC gegen Gladbach eine extrem frustrierende Partie, aus der man sich diesmal sogar völlig ohne Punkte verabschiedete.

News der Woche: Die schwer nachvollziehbare Entscheidung der internationalen Fußballverbände, auch während der Pandemie Länderspiele abzuhalten, hat in Freiburg zur nächsten Corona-Infektion geführt. Nachdem Kwon bereits in der letzten Länderspielpause mit einer Infektion zurück nach Freiburg kam, wurde nun auch Vincenco Grifo vor dem Spiel positiv getestet und fiel daher für die Partie aus. Gute Besserung an den frisch gewordenen Vater!

Vorschau: Christian Streich darf sich auf sein zweites geliebtes Flutlichtspiel in Folge freuen, wenn Freiburg am Freitagabend, den 09.04. auf Bielefeld trifft. Will man mit den Europarängen bzw. dem möglicherweise ausreichenden Platz 7 noch etwas zu tun haben, sollte man dort tunlichst gewinnen. Mit einer offensiv ähnlich starken Leistung wie in der ersten Halbzeit gegen Gladbach sollte das auch möglich sein, auch wenn Bielefeld wohl kaum derart hoch stehen und Räume auf dem Flügel anbieten wird.

Neben dem coronabedingten Ausfall von Grifo muss Freiburg auch noch auf die gelbgesperrten Stürmer Höler und Demirovic verzichten. Jeong und Kwon waren zuletzt nicht ganz fit, und Petersen ist nach überstandener Corona-Infektion erst kürzlich wieder voll ins Training eingestiegen. Alle drei sind Optionen für die Startelf, wenn sie diese Woche ihre Fitness zeigen können. Gegen Bielefeld durfte auch Nachwuchsstürmer Burkart erstmals in der Bundesliga spielen, möglicherweise erhält er direkt seine nächste Chance. Die Aufstellung hat jedenfalls viel Potential für Überraschungen.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: Eintracht Frankfurt befindet sich weiter auf Champions-League-Kurs. Aus Dortmund konnten die Hessen drei wichtige Punkte entführen und somit den Vorsprung auf die Borussen sowie auf Bayer 04 Leverkusen auf sieben Punkte ausbauen. 

Dem Spiel auf Augenhöhe wäre ein Unentschieden gerecht geworden, letztlich ist ein Sieg für die Hessen aber auch nicht unverdient. 

Besonders in der Schlussphase der Partie war der Siegeswille der Frankfurter deutlich zu erkennen. Sinnbildlich dafür: Jovics Vorarbeit zum entscheidenden 2:1. Unaufhaltsam kämpfte sich der Serbe an Akanji vorbei, bevor Kostic eine perfekte Flanke auf Torschütze Silva schlagen konnte, der frei zum Kopfball kam. 

News der Woche: Bei der Personalie Bobic kommt Bewegung rein. Laut „Bild“ soll spätestens nach der Partie gegen den VfL Wolfsburg eine Einigung zwischen den Parteien erzielt werden. Auch seien die Frankfurter bereit von ihrer Fünf-Millionen-Forderung abzuweichen. Somit scheint Bobics Weg zu Hertha BSC frei. 

Ob nach Bobic auch Hütter die Eintracht verlässt? Zuletzt kamen vermehrt Gerüchte auf, den Erfolgscoach ziehe es nach dem Rose-Abgang zu Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach. Noch im Februar bekannte sich Hütter mit den Worten „Ich bleibe!“ klar zur Eintracht. Bei der Spieltags-Pressekonferenz vor der Begegnung mit Borussia Dortmund aber, vermied der Österreicher es, sich klar zu seiner Zukunft zu äußern - wenngleich er anmerkte, er stehe zu seinen Worten aus dem Februar. 

So deutet sich auch in der Trainerfrage eine Hängepartie an.

Vorschau: Eintracht Frankfurt muss am kommenden Samstag um 15:30 Uhr erneut gegen einen direkten Konkurrenten ran. Die Frankfurter empfangen mit dem Tabellennachbarn VfL Wolfsburg einen Verein, der in der Rückrunde bisher lediglich drei Gegentore kassierte. Ob die Eintracht-Offensive das Abwehrbollwerk der Wölfe knacken und auf einen Punkt an den Drittplatzierten heranrücken kann?

Nachdem Younes am vergangenen Spieltag verletzungsbedingt in der Halbzeit ausgewechselt werden musste, gab Eintracht-Sportdirektor Hübner am Dienstag Entwarnung: Der Mittelfeldakteur ist pünktlich zum Spiel gegen Wolfsburg wieder fit. Ob das auch für Hinteregger gilt, ist weiter offen. Der Österreicher fiel zuletzt mit Oberschenkelproblemen aus. Für die kommende Partie ist er fraglich.


Hertha BSC

Rückschau: Auch wenn sich ein Derby ohne Fans noch unnatürlicher einfühlt, als ein normales Bundesliga-Spiel ohne Zuschauer, so muss man doch attestieren, dass dieses Spiel von besonderer Bedeutung für den Verein und seine Fans ist. Die Tatsache, dass Union zweifellos in den letzten Jahren im sportlichen Bereich gute Arbeit geleistet hat und tabellarisch dasteht, wo Hertha sich eigentlich sieht, macht den eigenen Abstiegskampf für viele Fans noch unerträglicher.

Trainer Pál Dárdai ging das Derby im erprobten 3-4-1-2 an, wobei kurzfristig Rune Jarstein, der sich bei einer der unsäglichen Länderspielreisen mit dem Coronavirus infizierte, sowie Innenverteidiger Marton Dardai ausfielen. Ersetzt wurden sie durch Schwolow und Torunarigha.

Das Derby begann für die blau-weißen horrormäßig. Union ließ Hertha wie eine Schulmannschaft aussehen und das Positivste nach den ersten 15 Minuten war, dass es nur 0:1 stand. Hertha kämpfte sich fortan ins Spiel und konnte sich bei den Unionern bedanken, die unerklärlicherweise plötzlich komplett passiv agierten. Durch einen Elfmeter von Dodi Lukebakio konnte Hertha dann ausgleichen, doch der erhoffte Schwung blieb aus. Das Derby plätscherte vor sich hin und Pál Dárdai erkannte relativ früh, dass hier heute nichts zu holen sei. Er brachte mit Santiago Ascacibar früh einen weiteren Sechser, nahm später auch noch Sami Khedira rein und machte so das Zentrum dicht. Union fiel nicht mehr viel ein, Hertha noch viel weniger und so muss man im Endeffekt froh sein, dass man mit so einer schlechten Tagesform trotzdem einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf holt und sich nicht dem Rivalen aus Köpenick geschlagen geben muss.

News der Woche: Die Nachwehen des Derbys waren relativ schnell verdaut. Das Spiel gab nicht viel her und auch das Drumherum reichte nicht für echte Aufreger, auch wenn es natürlich einen kleinen Schmunzler wert war, dass man sich in Köpenick beim Pyro zünden den eigenen Kiosk ankokelt. Dass man bei Union von nichts weiß, ist nicht verwunderlich, für einen Skandal reicht es aber ebenso wenig wie Ascacibars „Arschloch-Eklat“.

Problematischer waren da schon die Äußerungen des Berliner Torwarttrainers, die am Montag die Runde machten. Einer ungarischen Zeitung gegenüber äußerte Herthas Zsolt Petry, dass er wenig Verständnis dafür habe, dass Leipzigs Peter Gulasci öffentlich seine sozialpolitische Meinung äußere und sich für die Rechte von Homo- und Transsexuellen Menschen einsetze. Warum Petry seinen eigenen Rat, sich zu diesen Themen nicht zu äußern, selbst nicht beherzigte, bleibt vermutlich sein Geheimnis. So beließ er es nicht bei Ratschlägen in Richtung Peter Gulasci, sondern beklagte auch noch den „moralischen Niedergang des christlichen Europas“, welches ausgelöst sei durch die Einwanderungspolitik, welche ein „Überschwemmen Europas durch sehr viele Kriminelle“ ermögliche. Wenn man sowas äußere, werde man natürlich gleich in die rechte Ecke gestellt.

Nun muss man sich als liberaler Mensch, mit anderen Ansichten zu diesem Thema, nicht der Illusion hingeben, dass man diese Meinungen einfach loswird, wenn man Menschen, die solche Thesen vertreten, dafür abstraft. In Ungarn, wo Petrys Meinung sicher nicht nur von einer kleinen Minderheit geteilt wird, wird man sich auf Grund der massiven negativen Reaktionen auf Petrys Interview gestärkt darin fühlen, dass es in Deutschland und bei diesen „linksgrünversifften“ nicht weit her sei, mit der Meinungsfreiheit. Und so wichtig es sein mag, sich nicht in seiner heilen Bubble zu verschließen und jegliche andere Meinung als abstoßend und diskussionsunwürdig zu bewerten, so klar ist halt auch, dass Hertha hier keine andere Reaktion blieb, als Zsolt Petry freizustellen.

Das Recht, seine Meinung frei zu äußern, ist nicht gleichbedeutend damit, dass jede Äußerung ohne Konsequenzen bleibt. Zsolt Petry ist Angestellter bei einem Verein, der sich seit Jahren glaubhaft Themen wie Vielfalt und Diversität auf die Fahne schreibt. So bunt wie Berlin. Ein nicht autorisiertes Interview zu führen, in welchem Aussagen getätigt werden, die diese Werte mit Füßen treten – da reicht es nicht zu sagen, dass man das nicht gut findet, aber auch das zur Vielfalt gehört. Ja, man muss sich mit Intoleranz auseinandersetzen und zwar idealerweise bevor Meinungen derart festgefahren sind, wie es bei Zsolt Petry der Fall zu sein scheint. Aber Toleranz beinhaltet nicht, dass jede Intoleranz akzeptiert werden muss. Welches Zeichen hätte man damit an die Spieler und Jugendspieler, an die Mitarbeiter und Fans gesetzt, die selbst einen Migrationshintergrund haben, selbst aus Kriegen nach Deutschland und Berlin geflohen sind, sich selbst als Homo- oder Transsexuell definieren oder diesen Schritt noch nicht gegangen sind, weil Meinungen wie Zsolt Petrys akzeptiert werden und „Ihr könnt auf uns zählen“ doch nur ein Lippenbekenntnis war?

Hertha entschied sich, dass man die eigenen Werte lebt. Ein Lackmus-Test für den Verein und sein Umfeld. Und wieder zeigt sich: Der Fußball ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Vorschau: Nach dem enttäuschenden Derby weiß bei Hertha wohl nicht einmal Pál Dárdai, wo man aktuell steht. Zumeist solide Leistungen werden immer mal durch nicht erklärbare Auftritte, wie der der zweiten Halbzeit in Stuttgart oder in Dortmund sowie dem gehemmten Derby-Auftritt, garniert. Mit Borussia Mönchengladbach kommt nun eine Mannschaft ins Berliner Olympiastadion, welche in Folge des bevorstehenden Rose-Abgangs eine lange Negativserie hingelegt hat, diese aber nun durch Siege gegen Schalke und Freiburg vorerst beenden konnte. Da aber Siege gegen Schalke selbst beim Weglassen aller Häme momentan ohne große Aussagekraft sind und der Sieg gegen Freiburg auch nicht zwingend souverän war, ist noch unklar, ob Gladbach hier wirklich wieder zu sich selbst gefunden hat und noch in der Lage ist, die Europa League Plätze anzugreifen. Hertha hingegen dürfte ein Gegner, der an sich offensiv denkt und Punkte benötigt, im Kopf aber nicht ganz frei ist, deutlich besser liegen, als ein Gegner wie Union. Ob man an eine Leistung wie gegen Leverkusen, welche unter ähnlichen Vorzeichen zu Stande kam, ist zwar fraglich, aber angesichts der Umstände ist in diesem schwer vorherzusagenden Spiel Gladbach zumindest nicht der klare Favorit.


Union Berlin

Rückschau: Am Ostersonntag war es 18 Uhr in der Alten Försterei soweit: Die alte Dame aus Charlottenburg gastierte zum Rückspiel der aktuellen Bundesligasaison in Oberschöneweide. Hertha kam durch den durchaus überlegenen 3:0- Sieg gegen Bayer 04 mit breiter Brust in die Ate Försterei und bereit, die Köpenicker mit mindestens 0:2 abzufertigen und ein Feuerwerk an Fußballkunst abzufeuern – soweit zumindest der (wahrscheinliche) Plan der Blau-Weißen. Bereits mit Anpfiff des Spieles wurde deutlich, dass das Feuerwerk nicht von den Herthanern auf dem Platz kam, sondern vom Dach des Stadions. Fans zeigten zu Recht, dass Pyrotechnik kein Verbrechen ist und zu einem emotionalen Derby einfach dazugehört, aber leider mit einem kleinen Schönheitsfehler: die Lüftungsanlage eines darunterliegenden Biercontainers fing Feuer, was aber schnell gelöscht werden konnte. Scheinbar scheinen sich auch die Kommentatoren der privaten übertragenden Sender so sehr an die Ruhe in den Stadien gewöhnt zu haben - trotz der ständigen Beteuerungen, wie sehr die aktive Fanszene in den Stadien fehlt - das sie sich auf einmal komplett gestört fühlen, nur weil knappe 3 Minuten etwas Krach das weite Rund “störte”. Wie schlimm muss es dann für den Sky-Kommentator sein, wenn das Stadion mit 22.000 Fans wieder gefüllt ist: Körperverletzung fürs Ohr?

Nach dem dreiminütigen Feuerwerk auf dem Dach wurde auch auf dem Spielfeld zumindest ansatzweise ein kleineres Feuerwerk abgebrannt, aber auch da wieder hatte es die Farben rot-weiß. Die Köpenicker versuchten von Beginn an die Herthaner unter Druck zu setzen und konnten durch Robert Andrich mit einem schönen Schuss in der 10‘ aus knapp 20 Metern mit 1:0 in Führung gehen. Nach einer guten Viertelstunde kam auch die Hertha etwas besser ins Spiel und konnte mit einigen gute Aktionen für etwas Gefahr am Sechzehner der Köpenicker sorgen. Etwas Zählbares sprang dabei jedoch nicht heraus. Bis zur 35‘ als Guendouzi – der kurz vorher nach einem Foul an Grischa Prömel (dunkel)gelb gesehen hat – von Marvin Friedrich im Strafraum der Köpenicker am Fuß getroffen wurde und Schiri Stegemann auf den 11-Meter-Punkt zeigte. Den Strafstoß verwandelte Lukebakio für die Hertha sicher. Mit einem 1:1 ging‘s in die Kabine.

Die zweite Halbzeit fing wie die Erste an: Union versuchte mehr Druck aufzubauen, konnte aber die dicht gestaffelte Abwehr der Charlottenburger nicht überwinden. Hertha selbst stellte jegliche Offensive komplett ein. Kein Torschuss der alten Tante auf das Tor der Eisernen in Halbzeit 2. So standen sich am Ende 13 Torschüsse der Unioner und 4 Torschüssen der Herthaner gegenüber sowie ein Ballbesitz von 59 % für die Köpenicker. Dennoch endete das Spiel nur 1:1. „Pal Dardai hatte im Derby eine Mannschaft gesehen, die von Anfang an voll da war. Die den Gegner unter Druck setzte und zu Fehlern zwang. Die in den Zweikämpfen bissig war. Das Problem aus Sicht des Trainers von Hertha BSC: Diese Mannschaft war der 1. FC Union.“ Schreibt der Tagesspiegel treffend als Analyse zum Spiel. Die inoffizielle Stadtmeisterschaft für diese Saison geht an Hertha BSC, aber Union ist im 13. Heimspiel nacheinander ungeschlagen und Hertha muss nach wie vor die Abstiegsplätze klar im Blickfeld behalten.

News der Woche: Unions Nr. 5 Marvin Friedrich wird zwar aktuell noch von den Verantwortlichen der Nationalmannschaft mit Missachtung gestraft, steht aber aufgrund seiner herausragenden Leistungen auf dem Einkaufszettel einiger Klubs der BuLi. Wie Unions Geschäftsführer Sport bestätigt, hat Marvin Friedrich eine Ausstiegsklausel die ihm erlaubt, mit einer festgeschriebenen Ablösesumme den Verein zu verlassen. Ob er die zieht oder doch noch bleibt, steht wohl noch nicht fest. Wenn Union aber mit dem Abgang von Friedrich noch mitverdienen möchte, müsste er im Sommer die Klausel ziehen. Obwohl der Abgang von Friedrich noch im Dunstkreis der Gerüchte wabert, scheint Union bereits am Spielermarkt fündig geworden zu sein, um einen möglichen Abgang von Marvin Friedrich zu kompensieren. Wie einige polnische Sportmedien berichtet, bastelt Ruhnert bereits an einem möglichen Transfer von Tymoteusz Puchacz von Lech Posen. Der Linksverteidiger könnte der nächste Rekordtransfer der Köpenicker werden.

Vorschau: Für den 1. FC Union Berlin kommen mit den nächsten Gegnern Mannschaften, in denen die Köpenicker schon von der Tabellenkonstellation her als Außenseiter den Platz betreten werden – ein Umstand, den die Köpenicker in der Zeit ihrer BuLi-Zugehörigkeit immer zu nutzen wussten. Am 10. April reisen die Unioner in die Münchner Arroganz-Arena, um 15.30 Uhr den Fußball-Club Bayern München e. V. herauszufordern. Von den bisher 3 Begegnungen konnten die Bayern zwar 2 gewinnen, ein Vergleich endete 1:1, aber so richtig überzeugen konnten die Bayern bei keinem der Spiele und das hatte einen Grund: die Kicker aus Köpenick standen ihren Gegenspielern meistens direkt auf dem Schlappen, ließen sie nicht ins schnelle Passspiel kommen und liefen mehr als der Gegner. Wenn sie es am kommenden Wochenende wieder so halten, könnten sie durchaus etwas zählbares aus München mitnehmen.  


Schalke 04

Rückschau: Schalke spielt in Leverkusen zwar nur 2-1, aber erstmals seit langem sah das auf dem Platz wieder wie Fußball aus. Man konnte mit einem individuell überlegenen Gegner mithalten. Und auch nach dem zweiten Gegentor wurde die Partie nicht hingeschmissen. Stattdessen kam der Anschlusstreffer und ein Mindestmaß an Spannung, ob denn noch ein lucky punch gelingen würde.

Dabei wird der eingeschlagene Weg, eigenen Jugendspielern Einsatzmöglichkeiten zu geben, strikt weiter verfolgt. Während Schneiders letzte Zugänge, Mustafi und William, sich nicht im Spieltagskader befanden, gab U19-Talent Aydin sein Startelfdebüt. Und ein weiterer Junge aus Elgerts Truppe, der Innenverteidiger Pavlidis, war erstmals bei den Profis dabei. Dazu kehren langsam einige der Langzeitverletzten zurück. Jetzt, wo Huntelaar und Paciência wieder mitspielen können, kann es sich Schalke - so komisch das klingt - nach Monaten endlich mal wieder erlauben, Hoppe eine Pause zu gönnen.

Der Klassenerhalt ist indessen nur noch rein rechnerisch möglich, auch wenn sechs der finalen sieben Gegner in der unteren Tabellenhälfte stehen. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt inzwischen 13 Punkte.

News der Woche: Auch außerhalb des Spielfeldes gab Schalke zuletzt einige Entwicklungen her. Knäbel wurde als Sportvorstand bestätigt. Das ganze Theater, dass in der Posse um Rangnick zuletzt seinen Höhepunkt gefunden hatte, ist also endlich beseitigt worden. Auch wenn ich vermute, dass die unterlegene Seite das Fass schon zur Mitgliederversammlung im Juni wieder aufmachen wollen wird.

Der Verein gab außerdem eine Verlängerung mit dem ungeliebten Hauptsponsoren bis 2025 bekannt. Bei Abstieg hätte der vorherige Vertrag seine Gültigkeit verloren, nun bleibt Schalke auch in der 2. Bundesliga einer der bestbezahlten Clubs Deutschlands. Und wieder profitiert man enorm davon, dass die Fans ihrem Unmut aufgrund der Coronapandemie nicht im Stadion Luft machen können.

Dass Einnahmen wie diese dringend nötig sind, bewies der zuletzt veröffentlichte Konzernbericht für 2020 erneut. Der Umsatz ging um ca. €100m zurück auf nun €175m. Dabei sind die Einnahmerückgänge aufgrund des sportlichen Misserfolgs fast größer, als der Schaden, den die coronabedingten Geisterspiele verursachen - auch wenn die Trennlinien hier unscharf verlaufen. (Spielbetrieb, Veranstaltung, Catering und Merchandising brachten zusammen ca. €42,8m weniger ein, bei Sponsoring und medialer Verwertung betrug das Minus €51,8m.)

Am Ende bleiben 2020 ein Fehlbetrag von €52,6m und ein negatives Eigenkapital von €71,1m übrig, die Verbindlichkeiten stiegen inzwischen auf €217,0m an. Es werden nun alle Register gezogen, um den Kopf irgendwie über Wasser zu halten. Das "Bauprojekt Berger Feld II" wurde abgebrochen, die nächste Saison ist nur mit erheblichen Transfereinnahmen zu stemmen - bisher steht nur der Verkauf McKennies schon fest. Auch andere Reserven, wie die etwa 43% Anteil am Stadion, die Catering- und Vermarktungsrechte oder die eSport-Abteilung, könnten nun bald angebrochen werden.

Und schließlich bringt der Donnerstag die Nachricht mit sich, dass Marketingvorstand Jobst zum Saisonende aufhört. Diese Konsequenz zog er, nachdem er und seine Familie bedroht wurden. Zuletzt sprach auch Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Buchta davon, angegangen und bedroht worden zu sein. Das ist einfach untolerierbar.

Vorschau: Am Sonntag um 15:30 steht nun das Heimspiel gegen Augsburg an. Schalke war diese Saison lange das mannschaftstaktisch schlechteste Team der Liga. In Sachen individuelle Klasse ist man momentan noch immer mit Abstand Schlusslicht. Und trotzdem hoffe ich auf einen zweiten Saisonsieg. Auch weil er so wichtig wäre, damit sich Grammozis für seinen eingeschlagenen Weg Ruhe und Zeit verschaffen kann.


FSV Mainz 05

Mainz ist nächste Woche wieder am Start.


1. FC Köln

Rückschau: Für den 1. FC Köln setzte es zum Start in den Saisonendspurt eine zwar unglückliche, aber auch für diese Saison ziemlich typische Niederlage: Beim VfL Wolfsburg gab es trotz einer starken ersten Hälfte ein 0:1, da die „Geißböcke“ einmal mehr offensiv die nötige Durchschlagskraft vermissen ließen. Hectors Lattenschuss war die beste (und einzige) Großchance gegen routinierte „Wölfe“, die einen „dreckigen“ Arbeitssieg einfuhren und vermutlich in der kommenden Saison in der Champions League spielen werden. Ob der 1. FC Köln dann noch Erstligist sein wird? Es ist fraglich nach nur 23 Punkten aus 27 Spielen – und dem derzeitigen Verharren auf dem Relegationsplatz. Viel wird ankommen auf das enorm wichtige Heimspiel gegen Mainz am kommenden Sonntag.

News der Woche: Eigentlich keine Nachricht mehr wert, aber angesichts der sportlichen Talfahrt des 1. FC Köln wiederholt es sich Woche für Woche: Markus Gisdol bleibt trotz erschreckender Bilanz und dem drohenden Absturz in die 2. Bundesliga Trainer der „Geißböcke“. Zwar werden in den Kölner Medien bereits seit Wochen fleißig Nachfolger wie Friedhelm Funkel, Thorsten Fink oder Steffen Baumgart gehandelt, doch die Verantwortlichen am Geißbockheim halten Woche für Woche am gebürtigen Schwaben, der in der vergangenen Saison den Klassenerhalt erreicht hatte, fest. Über den Sommer hinaus, da sind sich die Beobachter in der Domstadt einig, wird die Beziehung zwischen Gisdol und den „Geißböcken“ allerdings nicht halten. Abwarten – abgeschrieben wurde der FC-Coach oft genug (auch von uns).

Es ist ein extrem wichtiges Spiel, was wir gewinnen müssen.  Wir müssen zu Hause drei Punkte holen.

Vorschau: Volle Konzentration auf den 1. FSV Mainz 05: Das nimmt der FC in der Vorbereitung auf dieses „Sechspunktespiel“ wörtlich, denn die „Geißböcke“ schotten sich im Vorfeld des enorm wichtigen Heimspiels gegen einen direkten Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt komplett ab. Volle Konzentration wird auch notwendig sein am Sonntagabend, denn die „Nullfünfer“ haben sich mit einem bemerkenswerten Lauf von den Abstiegsrängen gespielt. Unter Trainer Bo Svensson sind die Rheinhessen zurückgekehrt zu den alten Mainzer Tugenden. Tugenden, die im Abstiegskampf vonnöten sind – und die auch am Sonntag für eine umkämpfte, intensive, aber wohl kaum sehenswerte Partie sorgen werden. Der FC braucht dringend Punkte, der Druck liegt wohl auf Kölner Seite – es schwant einem Böses.


FC Augsburg

Rückschau: Etwas Licht, aber leider auch wieder viel Schatten zeigte der FC Augsburg im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim. Das Positivste gleich vornweg: der 2:1 Sieg bescherte die Punkte 30 bis 32 und brachte die Fuggerstädter dem Klassenerhalt in sehr greifbare Nähe. Ebenfalls positiv war die spielerische Herangehensweise in der Anfangsphase, die ja bekanntlich keine große Stärke der Augsburger ist. Überragender Mann der ersten halben Stunde war der Schweizer Ruben Vargas, der zunächst selbst traf (8.) und kurz darauf vom eigenen Strafraum für André Hahn auflegte (23.). Robert Gumny und Vargas selbst hatten wenig später sogar Gelegenheiten auf 3:0 zu erhöhen.Leider stellte der FCA nach einer guten halben Stunde den Spielbetrieb ein und verfiel in gewohnte Muster. Obwohl man die TSG gut im Griff gehabt hatte zog man sich tief zurück und versuchte vorrangig jeden Spielfluss der Gäste zu zerstören. Bester Beleg dafür: das 2:0 durch Hahn war der letzte Ausgburger Schuss aufs Tor von Baumann in diesem Spiel. Dass dies zum gewünschten Endergebnis führte, lag in erster Linie am Unvermögen der Kraichgauer, die zwar durch ein Traumtor von Robert Skov (86.) noch einmal herankamen, aber letztlich nicht mehr ausgleichen konnten.Das Spiel in zwei Tweets zusammengefasst:

News der Woche: Trotz des 100. Sieges in der Bundesliga-Historie der Fuggerstädter kam in Augsburg keine richtige Feierlaune auf. Das seit geraumer Zeit unruhige Umfeld verliert allmählich den Glauben an einen Trainerwechsel, obwohl das jüngste Spiel wieder ein vortrefflicher Beleg für dessen Notwendigkeit war. Spielerisch ist seit über einem Jahr keine Entwicklung zu erkennen. Im Grunde ist es eine Farce, dass diese Leistungen zum Klassenverbleib in der Bundesliga reichen werden (zumindest höchstwahrscheinlich).Allem Anschein nach wird man mit Heiko Herrlich auch in die kommende Saison gehen. Ob man wieder so viel Glück haben wird, ist mehr als fraglich.

Vorschau: Am kommenden Sonntag geht es für den FC Augsburg zum kriselnden FC Schalke 04 (11.04. - 15:30). Gelsenkirchen ist derzeit wohl der einzige Bundesliga-Standort, an dem die Stimmung noch schlechter ist als in Augsburg. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, da die Knappen inzwischen mit anderthalb Beinen in der zweiten Liga stehen und bislang gerade mal einen einzigen Saisonsieg vorweisen können. Da kommt der Aufbaugegner aus der Fuggerstadt gerade recht (siehe vergangene Ausgabe). Bereits im Hinspiel hätte es für die Schalker beinahe gereicht. Allein Marco Richter konnte in der Nachspielzeit eine Heimpleite verhindern.Für neutrale Zuschauer wird es wohl auch dieses mal kein Leckerbissen, steht doch einiges auf dem Spiel: die Augsburger könnten den Klassenerhalt mit einem Auswärtsdreier so gut wie perfekt machen. Fehlen werden wohl Niederlechner, Jensen und Moravek. Für den Langzeitverletzen Iago könnte es dieses Mal knapp reichen.


SV Werder Bremen

Rückschau: Am Ostersonntag musste der SV Werder Bremen beim VfB Stuttgart antreten. Anders als in den letzten Partien setzte Trainer Kohfeldt nicht auf eine defensives 3-5-2 Grundordnung, sondern auf ein offensives 4-2-3-1. Das machte sich sofort bemerkbar, indem Werder deutlich mehr Präsenz im Mittelfeld erzeugte. Beide Teams egalisierten sich so lange Zeit. Es war ein ausgeglichenes Spiel auf Augenhöhe. Werder wechselte während des Spiels des Öfteren zwischen 3er und 4er Abwehrkette umso unberechenbarer zu werden. Das Problem bei Werder bleibt aber weiterhin der Abschluss im letzten Drittel. Rashica der selber eher weniger zum Abschluss kam, konnte aber einige Guten Vorlagen auf Füllkrug ablegen. Füllkrug konnte diese Chance aber nicht verwerten. Bei der größten Chance war Füllkrug nicht eigennützig genug und wollte Schmid bedienen, was allerdings keine gute Idee war. Werders Angriffsspiel war geprägt von schlechten Entscheidungen. Für die Entscheidung des Spiels sorgte dann Augustinsson in der 81. Minute, der gegen Kalajdzic und Coulibaly klären will und den Ball dann im “Kacktor des Monats” Stil ins eigene Tor befördert. So gewinnt mit dem VfB das glücklichere Team des Tages die Partie mit 1:0.

News der Woche: Nach der Länderspielpause geht es für Werder in eine englische Woche mit dem Pokalspiel gegen Regensburg. Dabei wird es spannend sein, zu sehen, wie Kohfeldt die Belastungssteuerung im Team verteilt. Welche Spieler im Pokal und welche gegen Leipzig spielen werden. Thema Nummer eins ist immer noch die Torflaute im Sturm.

15 Monaten nach seiner Rückkehr konnte Selke seine Qualitäten immer noch nicht zeigen. Bemüht ist er schon, aber wenn er spielt, sind seine Aktionen nicht erfolgreich. Auch Füllkrug hat nach seiner Verletzungspause noch nicht den Torriecher zurück. Osako, ist eben Osako. Die Station Werder Bremen scheint für ihn keine Erfolgreiche bzw. Glückliche zu sein.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 Uhr empfängt der SV Werder Bremen im heimischen Weserstadion den RB Leipzig. In den bisherigen 9 Bundesliga Partien gab es 2 Siege, 6 Niederlagen und ein Unentschieden für Werder. Es spricht also wenig für einen Punktgewinn gegen den Tabellenzweiten aus Sachsen. Nach der Gelbsperre wird auch Josh Sargent wieder zurück ins Team kommen. Dafür wird nun Maxi Eggestein seine Gelbsperre nach der 5. Gelben Karte gegen Leipzig absitzen müssen. Dann wird vermutlich auch Veljkovic, dem Team nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung stehen. 

Falls am Mittwochabend Werder sein Pokal-Nachholspiel gegen Jahn Regensburg gewinnen sollte, treffen Werder und Leipzig am 30. April im Pokal-Halbfinale erneut gegeneinander.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Uh la la, das war knapp. Um Haaresbreite sind die Arminen beim 1:1 in Mainz einem echte Dämpfer entkommen. Der glückliche Punkt beim Konkurrenten um den Klassenerhalt war nicht nur sportlich, sondern vor allem emotional enorm wichtig. Dabei überraschte beim Aufsteiger vor allem eins: der fehlende Abstiegskampfgeist. Es wirkte lange, als schmeiße der DSC mental nicht alles rein, um sich im Anschluss bloß keinen Vorwurf machen lassen zu müssen, dass man ja nicht alles reingeworfen hätte in diesen Abstiegskampf. Erst das etwas glückliche 1:1 durch Andreas Voglsammer (75. Minute) erweckte die Gäste und führte schließlich zum so wichtigen Punkt. Und wieder mal offenbarte sich DAS Bielefelder Sorgenkind: die Offensive. Arminia ist seit Saisonbeginn einfach zu harmlos, was den Angriff betrifft. Nur 21 mal traf der Liganeuling in 27 Spielen. Das entspricht 0,78 Toren pro Spiel, was am Ende zu wenig sein könnte für den Klassenerhalt. Vor allem hier muss Trainer Frank Kramer den Hebel ansetzen. 

News der Woche: Einer der wenigen positiven Nebeneffekte des 1:1 in Mainz war die Tatsache, dass der DSC doch noch nach einem Rückstand punkten kann. Im 17. Anlauf gelange das der Arminia in dieser Saison erstmals.

Vorschau: Im siebtletzten Spiel der Saison steht der DSC (23 Punkte)  wie die direkten Abstiegskonkurrenten 1. FC Köln (23), FSV Mainz (25) und Hertha BSC (25) weiter mächtig unter Druck. Man muss was mitnehmen, um nicht im schlimmsten Fall fünf Punkte Rückstand auf Rang 15 zu haben. Bleibt die Frage, ob das gegen Freiburg gelingen kann? Freiburg ist den Bielefeldern spielerisch und in Sachen Erfahrung deutlich überlegen. Aber die Freiburger haben womöglich ein kleines Problem mit der Konstanz. So geht’s beim SCF hin und her mit Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg…. Auf die Arminen wartet am Freitag (20.30 Uhr, Alm) also eine kleine Wundertüte. Mit der lange Zeit in Mainz gezeigten Einstellung könnte es schwierig werden, einen so wichtigen Dreier einzufahren. Sind die Arminen gleich voll da, engagiert, kämpferisch auf der Höhe und endlich zielstrebiger vor dem Tor, dann könnte das Heimspiel gegen Freiburg zu einer ganz wichtigen Initialzündung im Saisofinale werden.


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB Stuttgart gewinnt gegen Bremen nach einem Eigentor von Augustinsson in der 81. Minute. Die Schwaben feierten ihren 750. Sieg in der Bundesligageschichte. In einer sehr umkämpften Begegnung zeichnete sich ein torloses Remi ab, doch in der 81. Minute bekam Ludwig Augustinsson eine Sosa - Flanke unglücklich gegen den Kopf und brachte so den Aufsteiger in Führung. Die Gäste von der Nordsee drängten auf den Ausgleich, ihnen lief letztendlich die Zeit ab und so blieben die drei Punkte in der schwäbischen Landeshauptstadt.

News der Woche: Orel Mangala, der kurzfristig gegen Bremen nicht zur Verfügung stand, wird dem VfB weiterhin fehlen. Der 23 - jährige Nationalspieler zog sich einen Muskelfaserris zu und wird Pellegrino Matarazzo mindestens drei Wochen fehlen.

https://twitter.com/_vertikalpass/status/1379746899805229056?s=19

Vorschau: Am Samstag um 18:30 Uhr treffen die Schwaben im Neckarstadion auf Borussia Dortmund. Die Schwarzgelben sind auf Rache aus nachdem der Aufsteiger im Hinspiel sie 5:1 im eigenen Stadion düpiert hatte. Trotzdem können die Jungs aus Cannstatt mit stolzer Brust in das Duell gehen. Mit 39 Punkten liegt man bequem auf Platz 8 und könnte mit viel Glück nächstes Jahr International spielen. Leider muss Trainer Pellegrino Matarazzo weiterhin auf die Verletzten Nicolas Gonzalez, Silas Wamangituka und Orel Mangala verzichten.

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