Die Hinrunde ist vorbei - und wie geht's jetzt weiter?

Wir schauen auf die englische Woche zurück und beschäftigen uns das erste Mal mit Gegnern, die unsere Vereine diese Saison schon als Gegner hatten!

FC Bayern München

Rückschau: Die Hinrunde ist vorbei und der FC Bayern hat es geschafft, trotz aller Probleme Herbstmeister zu werden. Ja, davon kann man nichts kaufen, aber man soll sich ja schließlich auch einfach mal freuen können. Gegen Freiburg und Augsburg konnten sechs Punkte eingefahren werden, am Ende gewann man (mal wieder) glücklich mit 2:1 gegen Freiburg und mit 1:0 gegen die Bayrischen Schwaben. Beide hatten spät im Spiel Chancen, das jeweilige Spiel noch auszugleichen. Petersen traf nur die Unterkannte der Latte und Finnbogason scheiterte vom Punkt aus am Pfosten. Die erste Halbzeit gegen Augsburg war jedoch eine der stärksten in der zweiten Hälfte der Hinrunde, 11:0 Torschüsse sprachen klar für die Bayern, einzig das zweite Tor fehlte. Für die Rückrunde wünscht man sich von den Bayern wieder mehr Stabilität und dass man, wenn nötig auch knappe Spiele wieder souveräner gewinnt, als zuletzt.

News der Woche: Manuel Neuer hat es endlich geschafft Oliver Kahns Rekord von 196 Spielen ohne Gegentor in Deutschlands höchster Spielklasse einzustellen. Seit dem 24. Oktober bzw. 11 Spieltagen hatte er darauf gewartet, nun ist es verdientermaßen soweit.

Der Transfer von David Alaba zu Real Madrid scheint quasi in trockenen Tüchern zu sein. Natürlich ist es immer schade, so einen verdienten Spieler in einem anderen Verein zu sehen, allerdings hatte Alaba mit so mancher Aussage den Unmut einiger Fans auf sich gezogen. Als Ersatz scheint nun eine Upamecano Verpflichtung unausweichlich.

Die Amateure haben sich nach der Derbyniederlage auch gut gefangen und die letzten beiden Spiele gegen Meppen und Halle gewinnen und setzt sich so vorerst aus der Abstiegszone ab. All das ohne den Rot gesperrten Zirkzee und den zu Union ausgeliehenen Dajaku.

Vorschau: Die englische Woche schließt der FC Bayern am Sonntag dem 24.01.21 um 15:30 gegen Schalke 04 ab, gleichzeitig läutet man damit den Start der Rückrunde ein. Königsblau verlor zuletzt gegen den 1. FC Köln im Kellerduell in letzter Minute. Im Endeffekt spricht nichts für Schalke 04 und alles für den FC Bayern, aber was ist schon sicher zurzeit. Im Idealfall kann man sich wieder in so einen Rausch wie in der Hinrunde Spielen, was aber, wenn man die aktuelle Form betrachtet, doch recht unwahrscheinlich scheint. Generell müssen drei Punkte und ein Souveräner Auftritt her, nicht mehr und nicht weniger.

Vielleicht trifft man am Sonntag ja schon wieder auf einen alten Bekannten. Klaas Jan Huntelaar wäre natürlich einer, mit dem man immer rechnen muss.


Borussia Dortmund

Rückschau: Der BVB bleibt neben vielem auch ein Frustfaktor: Wieder reichte es am Samstag zu Hause gegen Mainz nicht zu einem Sieg. Besser als das blutleere 0:2 im Juni war das 1:1 gegen den zuvor Tabellenletzten aber nicht nur wegen des Ergebnisses. Einige gute Chancen in der ersten Hälfte ließen hoffen. Leider ließ Letzteres in Halbzeit 2 nach, spätestens nach der Mainzer Führung. Dank Youssoufa Moukoko – der junge Stürmer hielt einen Ball an der Torauslinie im Spiel, den Meunier im Anschluss im Tor unterbrachte – gab es noch einen Punkt. Zum kurz darauf folgenden Elfmeter trat Marco Reus an – seine Quote zuvor: 7 von 10 verwandelt. Hätte er mal den Erling machen lassen...

Der Dienstagabend verlief nicht besser: In Leverkusen hieß es am Ende 2:1 für die Gastgeber. Der BVB hatte wenig Zugriff im Mittelfeld und ermöglichte 04 so einen geordneten, zügigen Spielaufbau. Nach vorne passten die Schwarz-Gelben ungenau oder zu spät – und als das rund um den Ausgleich – erzielt natürlich durch Julian Brandt – besser wurde, fehlte der zielsichere Abschluss. Mit diesen von Spiel zu Spiel sowie innerhalb einer Partie schwankenden Leistungen kommt man oben nicht mehr ran.

News der Woche: Wie viel Pech kann man haben? Da absolvierte der ständig von Verletzungen geplagte Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou gegen Mainz seinen ersten Startelf-Einsatz seit langer Zeit und musste noch vor der Pause wieder raus. Diagnose: Muskelfaserriss, Pause zwei bis drei Wochen, wenn es denn dabei bleibt. Zagadou ist vom Können wie vom Typ her jemand, den die BVB-Fans in der Mehrheit sicher gerne öfter sehen würden. Die Daumen sind gedrückt.

Während im Kader der ersten Mannschaft diesen Januar keine größeren Transfers zu erwarten sind, ist die Borussia anscheinend an einem jungen Sturm-Talent mit beeindruckender Torquote dran. Der Westen stützt sich bei der Meldung auf den niederländischen Telegraaf. Es geht um Julian Rijkhoff aus der Ajax-Jugend, der nach seinem 16. Geburtstag am 25. Januar wechseln könnte.

Vorschau: Zum verspäteten Rückrundenauftakt trifft der BVB am Freitagabend im Borussia Park auf Mönchengladbach. Geht es nach der jüngeren Vergangenheit, muss sich Edin Terzic wenig Sorgen machen: Die letzten zwölf Partien gegen Gladbach haben die Schwarz-Gelben allesamt gewonnen. Doch Terzic legt wie fast alle Trainer mehr Wert auf die Gegenwart. Und da zeigt die Kurve bei Gladbach nach einer schwierigen Phase wieder nach oben: In den letzten fünf Ligaspielen holten sie drei Siege, darunter der gegen Bayern, und ein Unentschieden; die Niederlage gab es am 13. Spieltag.

Der wohl großartigste Gladbacher Spieler ist der mittlerweile 32-jährige Lars Stindl, der einfach immer weiter Leistung bringt und bereits neunmal in 17 Spielen getroffen hat. Und anschließend geht der Fokus schnell auf zwei Ex-Dortmunder: Außenbahnspieler Jonas Hofmann ist in der Form seines Lebens (beste Gladbacher Kicker-Note: 2,65) und Matthias Ginter überzeugt in der Innenverteidigung. Die Hoffnungen des BVB ruhen auf der Rückkehr von Emre Can, der nach einem Spiel Sperre den nun gesperrten Thomas Delaney im Mittelfeld ersetzen dürfte.


RB Leipzig

Rückschau: Rückschau: Nur 1 Punkt und 5 Gegentore aus den Spielen gegen den BVB und Wolfsburg. RB Leipzig ist zum Ende der Hinrunde etwas die Luft ausgegangen. Dabei zeigt sich in beiden Spielen in dieser Saison immer wiederkehrendes Muster: Die Mannschaft kann nicht über 90. Minuten ihr Leistungsvermögen abrufen. Beim 2:2 in Wolfsburg am vergangenen Samstag folgte der Führung durch Mukiele in der 4. Minute eine viel zu passive 1. Halbzeit, in der der VfL das Spiel zunehmend dominierte und drehte. In der zweiten Hälfte brachte die Einwechslungen von Nunku und Kluivert neuen offensiven Schwung. In der 54. Min profitierte Willy Orban von einem Missverständnis zwischen Torhüter Casteels und der Wolfsburger Innenverteidigung und schob aus kurzer Distanz zum 2:2-Ausgleich ein. In der Folge kam RB zunehmend zu Chancen auf die Führung, die aber durch Olmo, Nkunku, Sabitzer und Kluivert nicht genutzt wurden. Insbesondere die die Art und Weise wie mehrere Überzahl-Umschaltsituationen vergeben wurden, war zum Haare raufen. Angesichts der 2. Halbzeit war das Remis eher zu wenig für RB.

Gestern Abend dann tat sich RB beim 1:0-Heimsieg trotz überzeugender Spielkontrolle und defensiver Stabilität bis in die Schlussphase offensiv schwer gegen gewohnt kompakt agierende und auf Konter lauernde Unioner. Die beste Chance in der ersten Hälfte vergab Nkunku in der 38. Minute als er nach tollem Solo und Pass von Sörloth den Ball freistehend vor Unionkeeper Luthe in den Nachthimmel ballerte. Den Treffer des Abends erzielte in der 70. Minute der zehn Minuten zuvor eingewechselte Forsberg nach Vorlage von Olmo. Eine der wenigen Szenen des Spiels, in denen die Berliner Innenverteidigung nicht gut aussah. Angesichts der Kräfteverhältnisse auf dem Platz (16:4 Torschüsse, 63 Prozent Ballbesitz, 802 Pässe, 88 % Passgenauigkeit) ein verdienter aber bis in die hektische Schlussphase hinein hart erkämpfter Sieg gegen Union, dass erstmals in dieser Saison gegen ein Spitzenteam keinen Punkt holte und ohne Torerfolg in einem Spiel blieb.  

News der Woche: Mit 29 Treffern nur Platz 5 in der Bundesliga, bei der Verwertung von Großchancen gar nur der fünftletzte Platz. Die etatmäßigen Stürmer Poulsen, Hwang und Sörloth treffen nicht oder stehen – wie in Wolfsburg - nicht auf dem Platz. Angesichts dieser Zahlen soll RB laut Sportbild über die Leihe eines weiteren Stürmers nachdenken. Als mögliche Kandidaten werden in dem Bericht Divock Origi vom FC Liverpool, Kasper Dolberg vom OGC Nizza sowie Kelechi Iheanacho von Leicester City genannt, die allesamt auf dem Markt sind.

Beim big city club Hertha, der aktuell eher in den Tabellenkeller denn nach Europa strebt, könnte laut Gerüchten der ehemalige RB-Mastermind Ralf Rangnick auf einen Schlag Trainer Labbadia und Sportdirektor Preetz ablösen. Ein Modell, dass er bereits in Leipzig erfolgreich praktizierte und das seinem umfassenden Gestaltungswillen sehr entgegenkommt. Unterdessen werden beim FC Chelsea nach der 0:2-Niederlage gegen Leicester u.a. Julian Nagelsmann, Ralf Rangnick und Thomas Tuchel als potenzielle Nachfolger für den erfolg- und weitgehend planlosen Frank Lampard genannt.  Realistisch dürfte dabei nur der vor kurzem bei PSG entlassene Thomas Tuchel in Frage kommen.

Vorschau: Nach der zweitätigen Winterpause tritt Leipzig zum offiziellen Rückrundenauftakt an diesem Samstag (15.30 Uhr beim Tabellenletzten Mainz 05 zum Auswärtsspiel an. Angesichts der tabellarischen Konstellation kann nur ein Auswärtssieg der Anspruch für RB sein, um die Bayern nicht schon zur Hälfte der Saison aus den Augen zu verlieren sowie Leverkusen, den BVB und Wolfsburg weiter auf Distanz zu halten. Mainz gehört zu den Lieblingsgegnern von RB in der Bundesliga. 6/2/1 lautet die Bilanz in den bisher neun Partien, darunter mit dem 8:0 in der Saison 19/20 der bisher höchste Pflichtspielsieg in der RB-Vereinsgeschichte.   


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: Es war einiges los in diesen beiden Spielen zum Rückrundenabschluss. Das 2:2 vom Samstag in Stuttgart geht leistungsmäßig für beide Teams völlig in Ordnung, der VfB war der erwartet harte Prüfstein. Gladbach verdiente sich die Führung mit effektiver Chancenverwertung und robuster Defensivarbeit. Dennoch hätte Borussia ohne die tätige Mithilfe der Unparteiischen in diesem Spiel nicht zwei sichere Punkte verloren. Der unberechtigte VAR-Eingriff in der Nachspielzeit führte in Kombination mit weiteren Fehlern des Schiri-Gespanns in dieser Szene zum Elfmeterpfiff und dem 2:2-Endstand durch Wamangituka. Dieses Aufregerthema bestimmte die Diskussionen am Wochenende, doch die Mannschaft tat gut daran, das schnell abzuhaken und sich auf den nächsten Gegner Bremen einzustellen.

Das gelang am Dienstagabend im Borussia Park anfangs ganz gut, doch auch wenn die Gastgeber das Spiel gegen die Norddeutschen weitgehend kontrollierten – sie spielten sich über die gesamte Spielzeit leider keine erstklassige Torchancen heraus, was für die Offensive des VfL ungewöhnlich ist. Doch die Bremer standen extrem tief und verdichteten die Räume geschickt. Die ohne Thuram, Embolo und zunächst auch ohne Lars Stindl angetretenen Borussen taten sich schwer, Lösungen zu finden. Wenn die Bremer selbst nach vorne kamen, entfalteten sie deutlich mehr Torgefahr, der letztlich aber Torwart Yann Sommer, ein Abwehrbein oder der Pfosten im Weg stand. So machte letztlich eine gute Standardsituation – Freistoß Laszlo Benes, Kopfballtor Nico Elvedi - den Unterschied in dieser Partie.

News der Woche: Ungewohnt viel Aufregung gab es diese Woche rund um den VfL. Der Ärger über den Witz-Elfmeter von Stuttgart war noch nicht ganz verklungen, da sorgte am Montagabend eine Boulevard-Geschichte aus Essen für die nächsten schlechten Schwingungen in der Borussen-Seele. Stürmer Breel Embolo sollte dort demnach nachts nach der Rückkehr aus Stuttgart mit leichtbekleideten Frauen und ohne Mundschutz eine Party gefeiert haben. Der Spieler dementierte die Partyteilnahme vehement, war aber wohl vor Ort, weil die Polizei in dem noch nicht ganz geklärten Zusammenhang auch seine Personalien aufgenommen hatte. Die dumme Aktion beförderte ihn zumindest mal für die Bremen-Partie aus dem Kader und schadete gerade angesichts der derzeitigen Corona-Einschränkungen seinem und dem Image des Vereins.

Dämlich und unprofessionell war der nächtliche Ausflug nach einem Spiel und vor einer englischen Bundesliga-Woche in jedem Fall, doch ist angesichts weiterer Medienberichte noch die Frage offen, ob der Spieler in Bezug auf die Party auch die Wahrheit gesagt hat. Wie die Sache ausgeht, war zum Redaktionsschluss offen. Bedenklich aber auch, wie der Name offenbar aus Polizeikreisen an die Presse durchgestochen wurde. Ein Schelm, der hinter dem inoffiziellen Tippgeber einen Ruhrpott-Polizisten mit Affinität zu einem schwarz-gelben Club derselben Region wähnt, der ausgerechnet am Freitag nächster Gegner der wahren Borussia ist.

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Immerhin, es gab für einen aus der Mannschaft auch etwas zu feiern: Abwehrmauer Matze Ginter wurde am Tag des Sieges gegen Bremen 27 Jahre alt, die Familie feierte zugleich den ersten Geburtstag ihres Sohnes Matteo, der kurioserweise auch am 19. Januar geboren ist.

Vorschau: Rechtzeitig zum zweiten Heimspiel der Woche gegen den BVB am Freitagabend (20.30 Uhr) darf Marcus Thuram nach seiner (Spuck-)Sperre wieder ran. Da es Fragezeichen um die Einsatzfähigkeit der Stürmerkollegen Embolo und Plea gibt, kann es gut sein, dass er auch gleich wieder in der Startelf steht. Ein wenig mehr Finesse täte dem Offensivspiel sicher gut, aber ob der Franzose das nach sechs Wochen ohne Spielpraxis gleich wieder gegen einen Top-Gegner leisten könnte, muss abgewartet werden. Valentino Lazaro fällt wohl noch aus, ist aber nach seiner Muskelverletzung wieder nahe am Mannschaftstraining.

Für den VfL muss es darum gehen, die verheerende Bilanz gegen den BVB in den vergangenen Jahren – zwölf Niederlagen in Folge, darunter eine im DFB-Pokal - endlich mal zu brechen. Gelingt das nicht, vergibt man die große Chance, erstmals in dieser Saison zu den Champions-League-Plätzen aufzuschließen.

Immerhin kann man erwarten, dass der Gast den Gladbachern eine offenere Partie liefern wird als die zuletzt doch sehr defensiv eingestellten Gegner aus Stuttgart und Bremen. Das bedeutet mehr Druck auf die eigene Abwehr, aber auch größere Räume in der gegnerischen Hälfte.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Am Freitag verlor Leverkusen 0:1 bei Union Berlin. Es mag verwirren, dass Peter Bosz anschließend insbesondere die erste Halbzeit lobte, schließlich konnte kein Tor erzielt werden und es wurden nur acht Schüsse abgegeben. Und doch kann ich es nachvollziehen: Die Mannschaft war dominanter, hatte 69% Ballbesitz, insbesondere weil es sehr gut gelang, zweite Bälle zu holen, die Passkombinationen waren viel besser als zuvor, weil Bälle schneller und präziser gespielt wurden, auch fand ich die Laufwege besser, wo gezielt Lücken gerissen wurden. Dass Leverkusen nach einem Treffer von Teuchert in der 88. Minute trotzdem noch verlor, ist zwar unglücklich, gänzlich unverdient aber auch nicht. In der zweiten Halbzeit konnte das Niveau nicht gehalten werden und zuvor war man trotz der Verbesserungen dann doch nicht gut genug, um sich mit einem Tor zu belohnen.

Zwei Tore gelangen allerdings am nächsten Spieltag gegen den BVB, der Siegtreffer wurde dabei von Florian Wirtz beigesteuert, der erstmals in diesem Jahr wieder im Kader stand. Neuzugang Timothy Evans Fosu-Mensah war erstmalig im Kader und auch Aránguiz stand nach seiner Verletzung wieder in der Startelf, weil Baumgartlinger aufgrund leichter Blessuren nicht im Aufgebot stand. Dortmund war zwar zuerst stärker, dürfte nach 45 Minuten dennoch froh gewesen sein, dass das Team von Peter Bosz nur einmal traf. Leverkusen kam zu zahlreichen Chancen, zeigte keine gute Abschlussstärke, war über die Flügelspieler Bailey und Diaby fast immer erfolgreich. Interessant war zudem, dass Leverkusen bei Dortmunder Ballbesitz stets einen langen Abschlag von Bürki zu forcieren versuchte, diese endeten nämlich regelmäßig in Leverkusener Ballbesitz. In der zweiten Halbzeit war das Spiel offen, so wie es halt meistens ist, wenn in der ersten Halbzeit die Konsequenz fehlt. Brandts Ausgleich kündigte sich schlussendlich auch an, kurz danach hätte er das Spiel sogar ganz drehen können. Dazu kam es nicht, da Wirtz später alleine vor Bürki abschließen konnte. Warum Hummels allerdings in dieser Szene so weit rausrückte, wird sein Geheimnis bleiben.

News der Woche: Nach dem Spiel gegen Berlin sagte Tah im Interview, dass Amiri rassistisch beleidigt worden wäre. Amiri wurde auf der offiziellen Vereinsseite später mit folgenden Worten zitiert: „Er ist nach dem Spiel zu mir in die Kabine gekommen. Es sind auf dem Platz aus den Emotionen heraus unschöne Worte gefallen, die ihm sehr leid tun. Er hat mir das glaubwürdig versichert und deswegen ist die Sache für mich nun erledigt“. Oliver Ruhnert, Manager von Union Berlin, äußerte hingegen, dass Florian Hübner, der im Verdacht steht, sich rassistisch geäußert zu haben, bestreitet, die Wörter gesagt zu haben, die ihm vorgeworfen werden, weshalb „nicht von einem Skandal rassistischer Art“ ausgegangen werden kann. Klar ist: Beide Aussagen passen nicht zueinander. Denn wofür hat Hübner sich dann entschuldigt? Der DFB-Kontrollausschuss hat nun Ermittlungen in der Sache aufgenommen. Dieser teilte ebenfalls mit, dass neben Hübner sich auch Teuchert erklären müsse, da auch er sich auf dem Feld in einer Art und Weise geäußert haben soll, womit er „gegen die Vorgaben der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung verstoßen haben könnte“. Das Wichtigste ist an dieser Stelle, dass es transparent aufgeklärt wird, damit davon ausgehend, die richtigen Entscheidungen getroffen werden können. Unter keinen Umständen darf das Bild in der Öffentlichkeit hängen bleiben, dass rassistische Äußerungen unter irgendwelchen Umständen zu rechtfertigen sind.

Vorschau: Am Samstagnachmittag empfängt die Werkself den VfL Wolfsburg, es gibt keinen wirklichen Grund, sich auf dieses Spiel zu freuen. Das Hinspiel endete 0:0, eine Wiederholung erscheint nicht unrealistisch. Denn Leverkusen liegt es nicht, wenn der Gegner tief steht, ebendies dürfte aber wahrscheinlich Wolfsburg tun. Zwar pressen sie intensiv, auch verhältnismäßig hoch gegen RaBa Leipzig, aber wahrscheinlich schiebt sich auch diese Linie nach Hinten. Sagt nicht, dass ihr nicht gewarnt worden wärt, solltet ihr dieses Einzelspiel schauen.


TSG Hoffenheim

Rückschau: Vergangenen Samstag traf die TSG zu Hause auf Aufsteiger Bielefeld. Eigentlich wäre ein Sieg für die Kraichgauer aufgrund der aktuellen Situation Pflicht gewesen, jedoch kam man in der ersten Hälfte kaum zu nennenswerten Chancen. Zu allem Übel verletzte sich Kevin Vogt auch noch mit dem Halbzeitpfiff am Daumen und musste durch Havard Nordtveit ersetzt werden. Auch die zweite Hälfte der Partie verlief ziemlich ereignislos, lediglich ein nicht gegebener Elfmeter gegen Sven Schipplock (76’) sorgte für ein wenig Aufregung. Die Partie endete für die TSG schließlich mit einem enttäuschenden 0:0.

Am Dienstag war die TSG direkt wieder gefordert und gastierte bei der Hertha (Anpfiff: 20:30 Uhr). Die Gastgeber starteten gut in die Partie und hätten bereits nach zwölf Minuten in Führung gehen können, jedoch parierte Baumann Piateks Elfmeter stark. Auch in der Folge war die Hertha die spielbestimmende Mannschafft, die TSG ging jedoch mit ihrer ersten nennenswerten Chance durch Rudy in Führung (33’). Auch nach der Pause waren die Berliner zunächst stärker und die TSG musste in der 57’ Minute einen, für Vogt sehr schmerzhaften, Rückschlag hinnehmen. Vogt fiel nach einem Zweikampf unglücklich auf die Schulter und wurde mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt. Die TSG ließ sich in der Folge nicht unterkriegen und Kramaric erhöhte in Minute 68 auf 2:0 aus Sicht der Kraichgauer. Die Berliner wirkten nun verunsichert, was Kramaric eiskalt ausnutzte und per Traumfreistoß aus 17 Metern für den 3:0 Endstand sorgte (88’).

News der Woche: “Der ein oder andere unterschätzt nach wie vor, was im November mit diesem Club passiert ist. Man muss nicht hochbegabt sein, um zu verstehen, was es bedeutet, wenn gleichzeitig fast zehn Spieler quarantäniert werden und was das mit einer Mannschaft macht“, so Rosen nach dem Spiel bei Hertha BSC. Der Manager der Hoffenheimer bezog sich bei dieser Aussage wohl auf die mediale Kritik, die Coach Sebastian Hoeneß trotz immer noch extrem angespannter Personalsituation immer wieder zu hören bekommt.

Nachdem man in der vergangenen Woche bereits U21-Nationalspieler David Raum (22, linker Verteidiger) per Vorvertrag für die kommende Saison verpflichtete, folgte am Montag der nächste ablösefreie Transfer. Bayern-Talent Angelo Stiller wird ebenfalls im Sommer in den Kraichgau und zurück zu seinem Förderer Sebastian Hoeneß wechseln. Der 19-jährige defensive Mittelfeldspieler hat unter Hansi Flick derzeit keine Chance auf regelmäßige Einsätze bei den Profis und entschied sich deshalb für einen Wechsel zur TSG.

Vorschau: Zum Start der Rückrunde empfängt die TSG am Sonntag um 18:00 Uhr den 1. FC Köln. Für beide Mannschaften ist dieses Spiel enorm wichtig, da sich die Hoffenheimer mit einem Sieg vorerst wohl von den Abstiegsplätzen entfernen und die Kölner ihren Rückstand auf das rettende Ufer aufholen könnten.

Jedoch ist die Personalsituation im Kraichgau weiterhin angespannt. Neben Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic, Kostas Stafylidis, Kevin Akpoguma und Dennis Geiger wird auch Abwehrchef Kevin Vogt das Duell mit seinem Ex-Verein aller Voraussicht nach verpassen. Die zuletzt angeschlagenen Pavel Kaderabek, Florian Grillitsch, Ishak Belfodil, Ryan Sessegnon und Robert Skov könnten wieder in den Kader zurückkehren und zumindest eine Option für die zweiten 45 Minuten sein.


VfL Wolfsburg

Rückschau: Beim 2:0-Arbeitssieg gegen Abstiegskandidat Mainz 05 gab sich der VfL Wolfsburg keine Blöße und fuhr zwar nicht schön, aber unterm Strich verdient die drei Punkte ein. Allerdings war vor allem die erste Halbzeit ein Fußballspiel zum Vergessen. Lange Zeit fiel den Wölfen auf schwerem Gelände wenig gegen die tief stehenden Mainzer ein, die gar nicht erst versuchten, Torgefahr zu entwickeln. Ausschlaggebend war am Ende die schlechte Passquote der Mainzer (fast jeder zweite Ball ging zum Gegner) und die individuelle Klasse der Wolfsburger: Maximilian Arnold löste mit einem Traumpass auf den gerade eingewechselten Bialek den Mainzer Knoten zum 1:0. Weghorst nutzte einen schlimmen Fehler von Hack und überlupfte den 05-Keeper sehenswert zum 2:0 Endstand. 

News der Woche: 29 Punkte - so viel hatte der VfL Wolfsburg erst drei Mal in der Bundesligageschichte zuvor auf dem Konto. Die Wölfe spielen also eine sehr gute Hinrunde. Thema der Woche ist entsprechend: Wie kann die Form gehalten werden und macht der VfL noch was auf dem Transfermarkt? Momentan gibt es aber nur Gerüchte auf der Abgabeseite. Nach der Leihe von Felix Klaus nach Düsseldorf wird Daniel Ginczek mit Köln in Verbindung gebracht. Ginczek ist nur noch Stürmer Nummer Drei in Wolfsburg. Auch Kapitän Joshua Guilavogui ist im Moment nur noch Ergänzungsspieler. Gerade im Mittelfeld hat Trainer Glasner zurzeit ein Luxusproblem.

Vorschau: Mit Bayer Leverkusen wartet nach Dortmund, Union und Leipzig das vierte Top-Team in fünf Spielen auf den VfL Wolfsburg. Bisher konnte der VfL noch gegen keine der oben in der Liga platzierten Mannschaften gewinnen. Allerdings zeigten die Wölfe in der Vorsaison, wie man in Leverkusen der Bosz-Truppe den Zahn zieht. Schwer wird der Auftritt in Leverkusen aber wohl allemal. Abzuwarten bleibt, wie sich die Corona-Situation entwickelt: Hier gibt es wegen der Folgen vor allem bei Pongracic und Roussillon anhaltend Probleme. Auch ob Lacroix, der in Mainz ohne Probleme durchspielte, weiter voll eingesetzt werden kann, ist noch unklar. Außerdem erhielt Weghorst im letzten Spiel einen Schlag aufs Knie und wurde vorsichtshalber ausgewechselt. 


SC Freiburg

Rückschau: Mit einem Punkt aus den letzten zwei Spielen beendet der SC Freiburg die Hinrunde, kann damit aber durchaus zufrieden sein. Am vergangenen Sonntag musste man auswärts zu den Bayern, wo der Start ins Spiel komplett misslang: Erst verletzte sich Spielmacher Santamaria kurz nach Anpfiff, dann gelang den Bayern die frühe Führung. Doch im Laufe der Partie kam man immer besser ins Spiel, konnte sich auch eigene Chancen erarbeiten und erzielte nach einer Stunde mit Petersens erstem Ballkontakt nach Einwechslung den Ausgleich. Trotz starker Paraden von Florian Müller im Freiburger Tor traf dann aber der Münchner Namensvetter zum 2:1 Endstand, auch wenn Petersen in der Nachspielzeit mit einem satten Lattenschuss beinahe einen nicht unverdienten Punkt gerettet hätte.

Da sich neben Santamaria auch dessen Backup Abrashi verletzte und Höfler die fünfte gelbe Karte bekam, musste am Mittwoch gegen die Frankfurter Eintracht auf ein 4-4-2 umgestellt werden, um so Lienhart nach vorne neben den frisch genesenen Haberer zu schieben. Die ungewohnte Aufstellung machte sich sofort bemerkbar: Der Eintracht gehörte klar die Anfangsphase, in der sie verdient durch Younes in Führung gingen. Etwas überraschend gelang Sallai nach einer halben Stunde allein vor Trapp der Ausgleich, bevor sich der SC langsam die Kontrolle über das Spiel erkämpfte und durch ein erneutes Jokertor von Petersen in Führung ging. Gerade als man scheinbar die Eintracht aus dem Spiel genommen hatte, sorgte ein unglückliches Eigentor von Schlotterbeck nach schönem Schuss von Kamada für den 2:2 Endstand - ein insgesamt gerechtes Ergebnis einer unterhaltsamen Partie.

News der Woche: Nachdem man lange von größeren Verletzungen verschont geblieben war, traf es in den letzten Tagen nun gleich mehrere Freiburger Leistungsträger. Schmid muss bereits seit letzter Woche pausieren, Kwon wird mindestens sechs Wochen ausfallen, Santamaria und Abrashi verletzten sich gegen Bayern und Sallai musste gegen Frankfurt mit Knöchelprobleme ausgewechselt werden. Zumindest bei Santamaria konnte jedoch schnell Entwarnung gegeben werden. Die Bilder auf dem Platz ließen einen möglichen Kreuzbandriss vermuten, erste Berichte sprachen jedoch „nur“ noch von einer Kapselverletzung, während Christian Streich dann überraschend sogar einen Auftritt in Frankfurt nicht mehr ausschloss. Dort fehlte er zwar noch, scheint aber bald wieder zur Verfügung zu stehen. So gut der SC in den letzten Tagen alle Ausfälle kompensieren konnte: Santamaria hat sich schnell zum absoluten Schlüsselspieler entwickelt, dessen längerer Ausfall enorm bitter gewesen wäre.

Vorschau: Nach dem Auswärtssieg am 1. Spieltag und dem Pokalaus in der zweiten Runde spielt der SC Freiburg nun am Samstag, den 23.01. um 15:30 Uhr zum dritten Mal in dieser Saison gegen den VfB Stuttgart. Mit Höfler zurück in der Startelf kann man damit vermutlich wieder zur erfolgreichen 3-4-3 Formation zurückkehren, deren erstmalige Nutzung den anschließenden Lauf von 18 Punkten aus den letzten neun Spielen einleitete. Sollte Santamaria erneut ausfallen, dürfte wie gegen Frankfurt der frisch genesene Haberer die zweite Sechserposition einnehmen, für den vermutlich fehlenden Sallai könnten Jeong oder Höler starten. Die wichtigste Zutat für ein gutes Derby fehlt aber natürlich weiterhin: Das Dreisamstadion wird wieder leer bleiben.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: Am vergangenen Sonntagabend siegte Eintracht Frankfurt im heimischen Stadion 3:1 gegen Schalke 04. Die Gäste waren über weite Strecken des Spiels unterlegen, dennoch gelang es ihnen zwischenzeitlich zum 1:1 Halbzeitstand auszugleichen. Schuld war ein Missverständnis zwischen Hinteregger und Trapp, das Hoppe zugunsten der Schalker auszunutzen wusste. Den Frankfurtern gelang es trotz spielerischer Überlegenheit vorerst nicht, wieder in Führung zu gehen – bis zu dem Moment, auf den die Eintracht-Fans seit Verkündung des Transfers gewartet hatten: Jovic betrat erstmals nach seiner Rückkehr aus Madrid wieder den Rasen im Frankfurter Stadtwald und traf – so als wäre er nie weg gewesen. Gleich zwei Mal netzte der Serbe, der sich weiterhin blind mit Vorlagengeber Kostic versteht. Es hätte eine emotionale Explosion im Stadtwald gegeben, wäre da nicht Corona. So explodierte jeder Eintracht-Fan vor dem heimischen Fernseher vor sich hin, nur um nach dem Abpfiff gleich von der nächsten Gefühlswelle übermannt zu werden. Denn der Abpfiff beendete auch die aktive Karriere des langjährigen Kapitäns David Abraham. Der Argentinier verlässt die Eintracht nach fünfeinhalb Jahren und kehrt in seine Heimat zurück. 

Unter der Woche reichte es gegen den SC Freiburg nur zu einem 2:2. Das Unentschieden geht in Ordnung, nicht umsonst ist Freiburg zusammen mit Union Berlin eine der Überraschungsmannschaften der Hinrunde. Den Frankfurtern gelang es nach einer starken Anfangsphase und dem 1:0 wieder einmal nicht, die Führung auszubauen. Das schwache Abwehrverhalten der Eintracht nutzten die Freiburger dann zum Ausgleich. Ab diesem Moment fehlte den Frankfurtern der Zugriff aufs Spiel – zu viele Unkonzentriertheiten, zu viele Fehlpässe, zu wenig Durchschlagskraft. Nicht unverdient ging Freiburg 2:1 in Führung, nachdem der Spielaufbau der Eintracht durch Pressing erfolgreich unterbunden wurde. Auch die Einwechslungen um Edeljoker Jovic brachten nicht den erhofften Effekt. Bezeichnend dafür ist der erzwungene Ausgleich, der letztendlich keinem Frankfurter Angreifer, sondern Schlotterbeck zugeschrieben wird. 

News der Woche: Der Kapitän hat das Schiff verlassen. David Abraham bestritt gegen Schalke 04 sein letztes Spiel für die Eintracht. Kurz nach dem emotionalen Abend ging es für ihn zurück in seine Heimat. Am Donnerstag verfolgte er die Partie seiner Ex-Teamkameraden gegen Freiburg bereits aus dem sonnigen Argentinien, wie in seiner Instagram-Story zu sehen war. Well deserved! 

Auch ein anderer Spieler verlässt die Eintracht, wenn auch nur zeitweise. Dominik Kohr wechselt auf Leihbasis wenige Kilometer weiter nach Mainz. Der defensive Mittelfeldspieler soll bei den vom Abstieg bedrohten 05ern Spielpraxis sammeln. 

Auf Kohrs Position hatte Hütter zuletzt andere Optionen bevorzugt. Sow spielte sich mit starken Leistungen in der Startelf fest. Neben ihm lief seit Rodes Verletzung Hasebe auf. Die bevorzugten Wechseloptionen waren je nach Ausrichtung Hrustic oder Ilsanker.  

Vorschau: Am Samstagnachmittag um 15:30 Uhr geht es zum Rückrundenauftakt für Eintracht Frankfurt zu Arminia Bielefeld. Die Arminen befinden sich im Aufwind. Nur eins der letzten fünf Spiele ging verloren. Aber auch die Eintracht ist gut in Form und verlor zuletzt am 11. Dezember in Wolfsburg.

Gegen die Arminia holten die Frankfurter in der Hinrunde nur einen Punkt und sollten allein dadurch schon gewarnt sein, dass die Partie gegen den Aufsteiger, der sich zuletzt auf Platz 15 kämpfte, kein Selbstläufer wird. 

Fehlen wird den Frankfurtern der gelbgesperrte Barkok. Fraglich ist, ob Rode, der weiterhin mit Knieproblemen kämpft, rechtzeitig fit wird.


Hertha BSC

Rückschau: Nachdem man in der Vorwoche auf der Bielefelder Alm mit 0:1 unterlag, standen mit Köln und Hoffenheim zwei weitere Krisenduelle an. Köln hat zuvor aus den letzten vier Bundesliga-Spielen einen Punkt geholt und dabei ein Torverhältnis von 0:10 vorzuweisen. Hertha musste sich personell bedingt etwas einfallen lassen. Da neben Boyata und Dilrosun auch Marvin Plattenhardt ausfiel und zusätzlich Cunha angeschlagen war, ließ Labbadia mit einer Doppelspitze aus Cordoba und Piatek spielen. Dass eine Doppelspitze nicht gleichbedeutend mit vielen offensiven Aktionen ist, zeigte sich dann im Spielverlauf. Zwar war den meisten Spielern der Wille nicht abzusprechen, von systematischem Offensivspiel, einstudierten Aktionen und gezieltem Anspielen der beiden Stürmer war wenig zu sehen. Da von Köln noch weniger kam, fuhr man mit 0:0 zurück nach Berlin, wo nur drei Tage später das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim anstand.

Matheus Cunha, der zwar aktuell nicht wirklich fit ist, dessen Kreativität für das lahmende Offensivspiel aber aktuell unersetzlich ist, spielte von Beginn an und ersetzte den wiederholt lustlos auftretenden Dodi Lukebakio. Hertha begann tatsächlich gut und mutig, Piatek scheiterte jedoch in der 12. Minute mit seinem Elfmeter an TSG-Keeper Baumann. Pekarik und Cordoba vergaben weitere gute Gelegenheiten in Führung zu gehen und so kam es, wie es kommen musste: Aus dem Nichts gingen die Hoffenheimer durch einen abgefälschten Schuss von Sebastian Rudy in Führung. Mit dem 0:1 ging es in die Pause, aus der die Herthaner zwar engagiert und willensstark, aber auch völlig kopflos kamen. Man wollte mit der Brechstange den Ausgleich erzielen, kassierte aber stattdessen das unnötige 0:2 gegen bis dahin schwache Hoffenheimer. Fortan war eine völlig verunsicherte Hertha-Mannschaft auf dem Platz, die gegen plötzlich selbstsicher spielende Hoffenheimer zu keinen wirklichen Chancen mehr kamen. Passend dazu setzte kurz vor Schluss Kramaric noch einen Freistoß in den Winkel und so endet die Hinrunde für Hertha mit 17 Punkten aus 17 Spielen.

News der Woche: Mit jeder weiteren enttäuschenden Leistung zeichnet sich ab, dass der nächste Umbruch bei Hertha nur eine Frage der Zeit ist. Michael Preetz‘ Schicksal ist eng mit dem von Bruno Labbadia verbunden. Es scheint schwer vorstellbar, dass Preetz, der seit 2009 im Amt ist, auch den 15. Trainer seiner Amtszeit auswählen darf. Die Hoffnung, man würde es zusammen zumindest bis zum Sommer schaffen, wird immer geringer. Der Boulevard vermutet, dass man bei weiteren Niederlagen schnell handelt, zumal Hertha durch die Siege von Bielefeld und Köln nur noch zwei Punkte vom Relegationsplatz entfernt wäre. Eine denkbare Lösung wäre laut Boulevard-Medien die Installation von Pál Dárdai bis zum Saisonende, womit man gleichzeitig die wütende Fanseele vorerst beruhigen könnte. Denkbar scheint dieses Engagement aber nur, wenn man sich auch gleichzeitig von Michael Preetz trennt.

Vorschau: Am Samstag steht zur Topspielzeit das Heimspiel gegen Werder Bremen auf dem Programm. Im vorerst letzten Krisenduell gegen den Tabellennachbarn müssen angesichts der Situation dringend drei Punkte her. Angesichts der jüngsten Leistungen und Ergebnisse fehlt aber schlicht die Vorstellungskraft, gegen welchen Gegner (mal abgesehen von Schalke 04) man in der aktuellen Konstellation noch drei Punkte holen möchte. Spieler und Trainerteam sprechen davon, dass man einfach mal in Führung gehen müsste. Das ist ein nachvollziehbares Argument, denn so sehr diese Mannschaft sich durch Rückschläge regelmäßig aus der Bahn werfen lässt, so hat sie doch auch gezeigt, was sie spielerisch leisten kann, wenn es mal läuft – so auch im Hinspiel in Bremen, als man 4:1 gewann. Angesichts der Tatsache, dass man gegen die Krisenteams aus Mainz, Bielefeld, Köln und Hoffenheim in den letzten Wochen aber exakt null Tore erzielte, sollte man sich nicht nur auf mehr Matchglück verlassen.


Union Berlin

Rückschau: Am 15. Januar trafen in der Alten Försterei der 1. FC Union Berlin e.V. und die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH aufeinander und die Vorzeichen für Union hätten nicht schlechter sein können. Alle fünf Pflichtspielvergleiche gegen Bayer hatten die Köpenicker in der Vergangenheit verloren, mit 4:17 Toren auch noch sehr eindeutig. Wie vermutet hatten die Leverkusener wohl ein ordentliches Videostudium von Union vorgenommen. Sie liefen Union von der ersten Minute schnell an und versuchten den Torhüter und Verteidiger unter Druck zu Abspielfehlern oder zu langen Bällen zu zwingen, was auch teilweise gelang. So spielte sich fast ausschließlich zwischen den beiden Strafräumen an. Torraumszenen Fehlanzeige. Die erste größte Chance hatte Unions Friedrich in der 15‘ mit einem Kopfball ganz knapp am Tor vorbei. Die Werkself konnten aus ihrem 67%igen Ballbesitz jedoch nicht viel ausrichten, Union lief wieder knappe 10 km mehr als der Gegner (127,86 km), ließen am Strafraum nicht viel anbrennen und versuchten immer wieder den pfeilschnellen Sheraldo Becker zu schicken, was dieses Mal relativ selten gelang. Becker musste in der 14‘ verletzungsbedingt ausgewechselt und durch Cedric Teuchert ersetzt werden. Lange tat sich nichts, aber in der der 88‘ lief Teuchert begleitet von 2 Leverkusenern auf Torwart Hradecky zu und schaufelten das Spielgerät über Hradeckys Schenkel zum Endstand von 1:0 in Werkselftor. Proteste der Leverkusener, die im Vorfeld des Passes auf Teuchert ein Foul gesehen haben wollten, wurden durch den Schiedsrichter und den VAR nicht bestätigt. Somit blieb es beim 1:0. Unschöne Szenen auf und am Rande des Platzes, die nationalistischen/rassistischen Charakter haben sollen - überlagerten die Berichterstattung im Anschluss. Dazu mehr weiter unten.   

Was haben Fußballvereine wie der FC Carl Zeiss Jena e.V., 1. FC Lok Leipzig und der 1. FC Union Berlin e.V. gemeinsam? Sie alle sind Traditionsvereine, die am 20. Januar 1966 in der DDR gegründet worden – auf der Grundlage von bereits seit vielen Jahrzehnten existierenden Fußballvereinen. Auf den Tag genau 55 Jahre später trafen gestern Abend im früheren DDR-Zentralstadion in Leipzig der 1. FC Union Berlin e.V. auf den Vertreter Leipzigs in der Fußballbundesliga zum Punktspiel. Unions bisherige Bilanz gegen weRBung Leipzig in dem bisher sechs stattgefundenen Aufeinandertreffen: 1 Sieg, 1 Unentschieden und 4 Niederlagen. Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften wird in den einzelnen Zahlen noch deutlicher: 60 Millionen vs. 550 Millionen Marktwert, 9 Legionäre vs. 20 Legionäre aus Leipzig und mehr als 37.000 vs. 17 stimmberechtigte Vereinsmitglieder aus der sächsischen Metropole. Ein mehr als ungleiches Aufeinandertreffen. Überraschend für alle, dass trotz Trainingsunfall Florian Hübner auf dem Platz stand und zusammen mit seinen Nebenleuten Friedrich und Knoche alles abräumte, was vonseiten der Sachsen auf die Abwehrreihen der Berliner zurollte, sodass die Leipziger sich nicht eine ernst zu nehmende Torchance erspielen konnten. In der 70‘ konnte der eingewechselte Forsberg jedoch eine kurzseitig unsortierte Berliner Abwehr überraschen und das Spielgerät zum 1:0 Endstand ins Tor befördern. Unions neue Leihgabe aus München, Leon Dajaku, konnte bereits ab der 60‘ sein Können auf dem Platz unter Beweis stellen. Zwar konnte auch er Schlussendlich nichts am Spielstand ändern, zeigte aber bereits Ansätze die Lust auf mehr machen. Alles in allem hat sich Union in Leipzig teuer und gut verkauft, selbst spielerische Akzente gesetzt, Leipzig vor große Probleme gestellt und ist wieder einmal 6 km mehr gelaufen als der Gegener. Nur leider konnte sich Union damit nicht mit einem Punkt zum 55. Geburtstag belohnen.

News der Woche: „Unabhängig vom Verdacht: Der 1. FC Union Berlin sagt #NeinZuRassismus - immer und überall!“ veröffentlichte Union über seine SocialMedia-Kanäle nach dem Spiel. Was war geschehen? In den ersten Kommentatoren der Spieler vor den TV-Mikros äußert sich Bayers Jonathan Tah und macht öffentlich, dass Nadiem Amiri von einem Unioner rassistisch beleidigt wurde. Auch in der darauffolgenden Spieltags-PK widmete Unions-Kommunikationschef Christian Arbeit die ersten Worte dem Thema. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass sich der betreffende Union-Spieler – Florian Hübner – in der Bayer Kabine bei Amriri für seine Worte, die allerdings eindeutig nicht rassistisch gewesen sein sollen, entschuldigt hat. Amiri selbst nahm die Entschuldigung an. Für Spieler und Vereine war die Sache also erledigt. Allerdings nicht für die DFL, die seit Montag den Vorfall untersucht. Wie bekannt wurde gab es von beiden Seiten unschöne Äußerungen. Sie Süddeutsche fasst es in einem Artikel recht treffend zusammen: „Auf der anderen Seite steht recht unwidersprochen im Raum, dass es am Freitagabend von Vertretern beider Mannschaften sogenannte "unschöne" Äußerungen gab, die "nicht auf den Fußballplatz gehören", und die auch ins Derbe abgeglitten waren. So soll ein Leverkusener Profi der Mutter eines Köpenicker Kollegen unterstellt haben, der Prostitution nachgegangen zu sein - der Klassiker der sexistisch eingefärbten Schmähung.“ Artikel hier. Egal was auf dem Platz genau gesagt wurde: Rassismus, Nationalismus und Sexismus gehören in die Mottenkiste der Geschichte und nicht auf den Fußballplatz. Das sollte so langsam bei jedem Fußballprofi ankommen sein, denn sie sind auch Vorbilder für die Fans auf den Rängen. Sollte sich doch (auch ungewollte) rassistische Äußerungen von wem auch immer herausstellen, müssen die Beteiligten disziplinarisch streng bestraft werden.

Vorschau: Am Ende der englischen Woche wird der 1. FC Union Berlin am kommenden Sonnabend um 15.30 Uhr seine Rückrundensaison beim Gastspiel in Augsburg beginnen. Das Hinspiel, also Unions Eröffnungsspiel in der 2. Saison in der Fußballbundesliga, hatten die Köpenicker noch mit 1:3 – damals noch vor ausgelosten 5.000 Union-Fans – gegen den Fußball-Club Augsburg 1907 e. V. verloren. Das Union-Lazarett hat sich etwas gelichtet. Neben Christian Gentner, der bereits in Leipzig wieder im Kader stand, hat auch Joel Pohjanpalo das Krankenlager verlassen. Bis er allerdings wieder stürmen kann, wird noch etwas Wasser die Spree herabfließen. Dass die Unioner nach der Saisoneröffnungsniederlage gegen den FCA solch einen Lauf haben werden und zum Rückrundenstart und mit 28 Punkten auf einem sensationellen 6. Platz stehen, hätte zu Beginn der Saison keiner nur im Traum gewagt zu vermuten. Aber: Wer nicht läuft, der nicht gewinnt - könnte man faktisch sagen. Die Köpenicker sind die laufstärkste Mannschaft der Bundesliga. Mit Robin Knoche, Christopher Lenz und Marvin Friedrich hat Union Berlin aktuell drei Spieler unter den Top-10 der Spieler mit der größten Laufdistanz. Und noch einer hat in Sachen Laufbereitschaft auf sich aufmerksam gemacht: Mit 13,5 km rannte Grischa Prömel im Spiel gegen Bayer 04 so viel den Platz hoch und runter, wie noch nie ein Unioner in der Bundesliga. Laufbereitschaft aller Spieler, Zweikampfstärke, schnelle Außenstürmer, maßgeschneiderte Flanken von Freistoßgott Christopher Trimmel und alles aus einer sicheren Abwehr heraus sind die Tugenden des 1. FC Union Berlin. Genau darauf kommt es auch wieder im Spiel gegen die Fuggerstädter an und vielleicht belohnt sich Union am Sonnabend mit mindestens einem Punkt – dann nachträglich zum 55. Geburtstag des Vereins.


Schalke 04

Rückschau:

Auf den ersten Saisonsieg folgten nun zwei Niederlagen. Gegen Frankfurt war Schalke am Sonntag schlicht die unterlegene Mannschaft, vorne wirkte das Team ideenlos, hinten stellte es sich ungeschickt an. Immer wieder missglückten Klärungsaktionen und standen nur Frankfurter in dem Raum, in dem es zweite Bälle zu sichern galt. So auch bei 1-0. Dass Schalke nochmal zurückkam, verdankte es nur der Unordnung des Gegners nach dessen Führung und der erneut eiskalten Chancenverwertung eines 19-jährigen. Doch während sich bei Schalke momentan nur die Frage stellt, _wie_ der Trainer bei einem Wechsel die Mannschaft schwächt - ob durch individuell schwächere Einwechselspieler oder dadurch, sichtbar ausgelaugte Spieler nicht runterzunehmen - kann die Eintracht einen Luka Jovic erst in Hälfte zwei bringen. Dieser schnürte bei seinem Comeback einen Doppelpack. Das einzig positive an diesem Spiel war, dass Schalke zumindest bis in die Nachspielzeit Hoffnung auf einen zweiten glücklichen Ausgleich hatte.

In Köln vertraute Trainer Gross am Mittwoch der gleichen Startelf. Wieder gelang es Schalke minutenlang nicht, den Ball zu klären, bis nach einer der daraus resultierenden Ecken das diesmal unerwartete Führungstor für den Effzeh fiel. Schalke wirkte bis dahin offensiv gefährlicher, Kölns Abwehr schaffte es aber alle Angriffsbemühungen wegzumauern. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Hoppe - wer auch sonst? - belebte die Schalker Mannschaft nochmals, die sich bis in die Nachspielzeit um den Kölner Strafraum festspielte. Aber keinen Plan zu haben schien, wie sie den Ball da rein bringen soll. Und so fing Schalke sich erneut in der Nachspielzeit den KO-Treffer. Nach der Hinrunde steht Schalke nun mit magere sieben Punkte da.

News der Woche:

Schalke hat einen zweiten Winterzugang getätigt: Huntelaar schließt sich dem Team für ein halbes Jahr an. Emotional traf der Transfer bei vielen Anhängern mitten ins Herz. Sportlich muss sich erst noch zeigen, ob der 37-jährige weiterhelfen kann. In jedem Fall ist auch er auf seiner Position nur ein Provisorium bis zum Sommer. Dann werden die momentan notdürftig gestopften Kaderlücken wieder aufreißen -  falls sie bis dahin überhaupt gestopft wurden, denn ein Rechtsverteidiger fehlt zum Beispiel noch immer.

Für den Klassenerhalt verzichtet Schalkes Sportvorstand momentan gefühlt auf jegliche langfristige Planung. Und selbst der sportliche und finanzielle Nutzen seiner Kurzzeitlösungen ist oft fraglich. Besonders lächerlich machte sich Schneider damit, dass berichtet wurde, er hätte bei Ibisevic angefragt, ob er zur Rückrunde nochmal zu Schalke zurückkommen würde. Der Stürmer war erst Ende November von Schalkes vorletzten Trainer, Baum, rausgeworfen worden. Schneider löste den Vertrag daraufhin zum neuen Jahr auf.

In Sachen Finanzen gab es unter der Woche zumindest eine positive Meldung. Vorständin Rühl-Hamers ließ durchblicken, dass auch ein Jahr zweite Liga ohne Personalabbau auf der Geschäftsstelle machbar sei.

Vorschau:

Am Sonntag um 15:30 Uhr steht nun der Rückrundenauftakt gegen die Bayern an. Alles andere als eine dritte Niederlage in dieser englischen Woche wäre eine krasse Überraschung. Die Schalker Mannschaft stellt sich momentan fast von selbst auf, lediglich Mascarell könnte in die Startelf zurückkehren. Für Sané und Huntelaar besteht noch die Hoffnung, dass sie zumindest im Kader stehen können.

Die Hoffnung auf gute Nachrichten beschränkt sich bei mir momentan darauf, dass noch ein Neuzugang vorgestellt oder zumindest eine Vertragsverlängerung verkündet wird. Hoppe ist einer von acht Spielern mit auslaufendem Vertrag und nach seinen jüngsten Auftritten sicher auf dem Radar vieler Vereine aufgetaucht. Und dass vom Sport- und Marketingvorstand ansonsten nicht zu lesen sein wird, denn das stiftete zuletzt nur noch mehr Unruhe.


FSV Mainz 05

Rückschau: Das Unentschieden in Dortmund war ein wichtiger Punktgewinn im Abstiegskampf für die 05er. Eine gestärkte Defensive bildete die Grundlage für eine offensiv stärkere zweite Hälfte, in der sich die Rheinhessen durch ein Tor-des-Monats von Öztunali mit einem Punkt belohnten.

Am Dienstagabend gegen Wolfsburg wurde dann aber deutlich, dass es den Mainzern immer noch an kreativen Lösungen im Spiel nach vorne und an Ballbesitzphasen mangelt. Während in der ersten Hälfte beide Mannschaften keinen Schuss aufs Tor abgaben, konnte Mainz sich nicht in der zweiten Hälfte wie gegen Dortmund steigern. Viel mehr wirkten die Offensivaktionen plan- und hilflos. Mainz setzte im Spiel gegen Wolfsburg auf eine ähnliche Spielweise wie gegen Dortmund: wenig Ballbesitz, tiefstehende Ketten und Fouls im Mittelfeld. Warum diese Taktik gegen die anstehenden Gegner in den nächsten Wochen hilfreich sein kann, aber keineswegs den Klassenerhalt sichern wird, wurde vom Institut für Spielanalyse ausführlich beleuchtet.

News der Woche: Mainz 05 verstärkt sich im Mittelfeld mit Dominik Kohr, der auf Leihbasis von Eintracht Frankfurt kommt. Bereits im Spiel gegen Wolfsburg wurde Kohr eingewechselt. Jean-Philippe Mateta verließ am Dienstag den Verein in Richtung Chrystal Palace. Mit 3 Mio. Euro Leihgebühr und einer Kaufoption von 15 Mio. ist Mateta damit der drittteuerste Transfer der Mainzer. Bereits im Sommer wurden Wechselgerüchte laut und nach dem kläglich verschossenen Elfmeter im DFB-Pokal hatte er keinen Startelfeinsatz mehr. Ob sich Mainz 05 in der Wintertransferperiode offensiv noch verstärken wird, steht nicht fest.

Vorschau: Für die Mainzer steht gegen Leipzig Wiedergutmachung auf dem Programm. Nach dem lustlosen Auftritt gegen Wolfsburg will man einen ähnlich guten Auftritt wie gegen München und Dortmund folgen lassen. Fraglich ist noch, ob Jeremiah St. Juste und Daniel Brosinski nach zwei verpassten Spielen zum Ende der englischen Woche wieder zum Kader zurückkehren. Gegen Leipzig gab es in der Vergangenheit selten etwas für Mainz zu holen. In den letzten drei Spielen traf Leipzig 16 Mal. Für Bo Svensson steht vor allem eine Reanimation des Offensivspiels auf dem Zettel, nachdem man gegen Wolfsburg kein einziges Mal auf das Tor von Koen Casteels geschossen hat. In der Defensive führten individuelle Fehler zu den fünf Gegentoren der letzten drei Spiele. Dies gilt es zu verbessern,wenn man den Leipzigern entgegensetzen möchte.


1. FC Köln

Rückschau: Acht Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz: Das ist der wichtigste Fakt, den der 1. FC Köln zum Abschluss der Hinrunde vermelden kann. Dennoch bleibt nach zwei Dritteln der Englischen Woche nur der Relegationsplatz für die „Geißböcke“, die aber mit der Ausbeute von vier Punkten aus den zurückliegenden beiden Partien zufrieden sein dürften. Gegen Hertha BSC errumpelte sich das Team von Trainer Markus Gisdol mit Ach und Krach ein torloses Remis, durfte sich gegen Ende der Begegnung beim Pfosten bedanken. Auf Schalke dagegen im wohl schlechtesten Bundesliga-Spiel der vergangenen 25 Jahre mauerte sich der FC zu einem Last-Minute-Triumph: Jan Uwe Thielmann, du Legende, schoss die „Geißböcke“, die sich über weite Strecken mit S04 ein Duell auf Grasnarbenniveau geliefert hatten, in der Nachspielzeit zum 2:1-Auswärtssieg.

News der Woche: Frederik Sörensen und der 1. FC Köln gehen getrennte Wege. Nach über fünf wechselhaften Jahren verlässt der dänische Innenverteidiger die „Geißböcke“, beide Parteien lösten den noch bis Ende der Saison laufenden Vertrag vorzeitig auf. Der kopfballstarke Abwehrmann setzt seine Karriere nun in der Serie B fort, wechselt zum Abstiegskandidaten Delfino Pescara. Spricht bei allem Respekt vor Sörensens Leistungsfähigkeit jetzt nicht dafür, dass unfassbare Qualität dem Kölner Kader abhanden gekommen sein dürfte. Für den 28-Jährigen, der in der vergangenen Spielzeit an den Schweizer Spitzenclub Young Boys Bern ausgeliehen war, ist es nicht die erste Italien-Erfahrung: Vor seiner Zeit beim FC kickte Sörensen für Juventus Turin, Hellas Verona und den FC Bologna.

“Für den Kopf ist der Sieg unheimlich wichtig, aber zum Anschauen war es kein schönes Fußballspiel. Aber das ist Abstiegskampf, da ist scheißegal, wie man die Punkte holt.“ (Marius Wolf)

Vorschau: Einmal kräftig durchatmen im Abstiegskampf, dann geht es weiter für den 1. FC Köln: Zum Abschluss der Englischen Woche bestreiten die „Geißböcke“ das abschließende Spiel des 18. Bundesliga-Spieltags bei der TSG Hoffenheim (Sonntag, 18 Uhr). Ebenso wie der FC ließen die Kraichgauer auf ein dröges 0:0 (gegen Bielefeld) einen erlösenden Auswärtssieg (3:0 bei Hertha BSC) folgen. Dennoch: Die TSG rangiert auf Platz elf nur vier Zähler vor den Kölnern, die sie mit einem Erfolg in Sinsheim tiefer in den Abstiegsstrudel wollen. Zwar war der FC-Auftritt auf Schalke wahrlich nicht das Gelbe vom Ei (eigentlich war es sogar das schlechteste Bundesliga-Spiel seit 25 Jahren), aber eventuell war der Last-Minute-Triumph ja ein Brustlöser für das Gisdol-Team. Ansonsten bleibt nur: Dietmar, wo ist der Impfstoff?


FC Augsburg

Rückschau: Der Blick geht nun langsam nach unten. Weder im Auswärtsspiel in Bremen noch in der Heimpartie gegen den FC Bayern gab es Punkt für den FC Augsburg.
Während eine Niederlage gegen den Rekordmeister einkalkuliert werden musste, wäre beim Gastspiel an der Weser definitiv mehr drin gewesen. Von Beginn an entwickelte sich eine intensive aber qualitätsarme Partie, in der der FC Augsburg zumindest in Hälfte eins das Geschehen voll und ganz im Griff hatte. In der zweiten Hälfte zogen sich die Fuggerstädter aus nicht nachvollziehbaren Gründen noch weiter zurück und überließ den Bremern das Feld. So kam es lediglich zu einer einzigen Torchance für die Gäste: Oxford hätte nach 65 Minuten nach einer Ecke die Führung besorgen müssen. Stattdessen trafen die Bremer spät durch Gebre Selassie (84.) und Agu (87.). Vergnügen sieht anders aus.

Gegen die Bayern gerieten die Fuggerstädter früh durch einen Elfmeter von Lewandowski in Rückstand (13.) Die erste Hälfte gehörte in der Folge ganz und gar den Münchnern, die zur Pause höher hätten führen müssen. Im zweiten Durchgang agierten die Augsburger frecher und kamen zu guten Chancen. Die Beste davon vergab Finnbogason in der 76. Minute als er einen Handelfmeter an den Pfosten setze. Der Ausgleich wäre am Ende durchaus verdient gewesen.

News der Woche: Zum Ende der Hinrunde wird es beim FC Augsburg noch einmal turbulent. Nach der Niederlage gegen Bremen verlegte man sich darauf die Unzufriedenheit in aller Öffentlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Und da gab es so einiges: Flo Niederlechner gegen Heiko Herrlich („Flo ist unzufrieden und hadert mit seiner Situation“) - Rafał Gikiewicz gegen alle Mitspieler („Und wir lachen auf dem Platz“) – beim ansonsten so beschaulichen FCA knistert es aktuell ganz gewaltig. Zwar versuchte Manager Stefan Reuter die Gemüter zu beruhigen und alles in geordnete Bahnen zu lenken, doch so richtig gelingen wollte es ihm nicht. Ruhe würden alleine Punkte in der Rückrunde bringen, doch das Auftaktprogramm ist sportlich brachial. In den nächsten Partien geht es gegen Union Berlin, Borussia Dortmund, Wolfsburg, Leipzig und Leverkusen. Gut möglich, dass die Punktausbeute überschaubar ausfällt und spätestens dann wird auch der Trainer in Frage gestellt. In Anbetracht der spielerischen Armut wahrscheinlich auch nicht ganz zu Unrecht.

Vorschau: Am Samstag (23.01. – 15:30 Uhr) empfangen die Augsburger das Überraschungsteam aus der Hauptstadt. Union Berlin belegt aktuell Rang 6 und beschäftigt sich mehr mit Europapokalambitionen als mit Abstiegssorgen. In einer starken Hinrunde gab es 28 Punkte bei gerade einmal 3 Niederlagen. Eine davon übrigens am ersten Spieltag gegen den FC Augsburg (1:3). Aktuell der einzige Mutmacher für die Fuggerstädter, gehen doch die Formkurven stark auseinander. Weiter fehlen wird Raphael Framberger, weshalb der FCA wahrscheinlich wieder auf die Fünferkette setzen wird. Ansonsten kann Heiko Herrlich wieder aus dem Vollen schöpfen. Knüpft das Team an die Leistung aus der zweiten Hälfte des Bayern-Spiels an, sind durchaus Punkte drin.


SV Werder Bremen

Spieltag 16 

Rückschau: Zum letzten Heimspiel der Vorrunde war am Sa. den 16.01.2021 der FC Augsburg zu Gast im Weserstadion. Im Vorfeld war die negative Heimbilanz in dieser Saison öfters das Thema. Es wurde schon viel versucht, diese Negativserie zu durchbrechen. Dieses Mal setzte Werder Trainer Florian Kohfeldt auf eine Defensive Ausrichtung und hatte damit erfolg. Wie schon in den letzten Spielen setzte er auf eine 3-5-2 Grundordnung. Neu war allerdings dieses Mal, dass Werder sich auf die defensive beschränkte und der Gegner das Spiel machen sollte. So kam es, das Werder in der 1. Halbzeit nur um die 30 % Ballbesitz hatte. Augsburg kam nur einmal gefährlich vor das Tor, als Friedl einen Fehlpass vor das eigene Tor brachte.

Nach der Pause wurde Werder offensiver und drängte nach vorne. Der U21-Nationalspieler Felix Agu, der für den verletzten Ludwig Augustinsson in die Startelf gerückt war, avancierte zum Matchwinner. In der 84. Minute flankte er vom linken Flügel auf Gebre Selassie, der in einer Art artistischen Kung-Fu Tritt den Ball ins Tor brachte. In der 87. Minute krönte Agu sein Startelfdebüt noch mit seinem ersten Bundesligator. Schmid rettete den Ball an der rechten Außenlinie, spielte einen Doppelpass mit Eggestein und flankt zu Agu auf die linke Seite. Der den Ball dann nur noch ins lange Eck schießen musste. Der 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg war mit Sicherheit kein schönes Spiel, aber am Ende dann doch ein verdienter Sieg für Werder. Mit nun 18 Punkten nach 16 Spielen haben sie einen weiteren Schritt richtung Klassenerhalt geschafft.

Spieltag 17

Rückschau: Zum Ende der Hinrunde Werder am Dienstag zum erwartet schweren Gegner Borussia M’Gladbach. Am Ende stand eine unglückliche 1:0-Niederlage. Wie zu erwarten setzte Werder erneut auf eine defensives 3-5-2 Grundordnung. In den ersten 15 Minuten hatte Werder kaum Ballbesitz und wenn sie den hatten, endete dies meist nach kurzer Zeit mit Ballverlust, da Gladbach mit großer Intensität attackierte. Nach und nach gelang es Werder allerdings über die Flügelspieler vor das Gladbacher Tor zu kommen. In der 2. Halbzeit konnte Gladbach dann phasenweise Werder wieder mehr in die Verteidigung drängen. Große Chancen konnte Gladbach aber trotzdem nicht kreieren. Am Ende war es ein Freistoß Flanke, die von Nico Elvedi verwandelt wurde. Werder hätte sich für diese Leistung mit einem Punkt belohnen müssen, aber ein Topteam wie Gladbach bestraft jede Fehler sofort.

News der Woche: Wie sollte es anders sein, kaum ist Niklas Füllkrug wieder ein Startelfkandidat, verletzt er sich am Sprunggelenk und wird nun wieder einige Wochen pausieren müssen. Da Milot Rashica immer noch ein Verkaufskandidat ist, sollte dies gut überlegt sein. Macht es wirklich Sinn, in dieser Phase einen Stürmer seiner Klasse abzugeben? Der Ausfall von Linksverteidiger Ludwig Augustinsson konnte mit Felix Agu sehr gut aufgefangen werden. In seinem ersten Bundesligaspiel, das er von beginn bestreiten durfte, macht er den aufgrund einer Oberschenkelverletzung ausgefallenen Augustinsson nahezu vergessen. Des Weiteren läuft am Saisonende der Vertrag von Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie aus, der 34-Jährige hatte schon früh signalisiert, dass es ihn zurück in die Heimat nach Tschechien zieht. Nun würde Werder gerne mit ihm nochmals um ein weiteres Jahr verlängern und will ihm auch die nötige Bedenkzeit geben, sich zu entscheiden. Es wird spannend sein, wie er sich entscheidet.

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Vorschau: Am Samstagabend gastiert Werder bei Hertha BSC Berlin im Olympiastadion. Wenn man die Bundesliga Bilanz betrachtet, gab es bei den 75 Bundesligapartien 36 Siege für Werder, dem stehen 19 Unentschieden und 20 Siege für Hertha gegenüber. Also eine klare Angelegenheit für Werder? Das stimmt so nicht, zumal der letzte Sieg im Olympiastadion am 10.12.2016 stattfand. Außerdem wird sich jeder Werder Fan noch schmerzlich an den 1. Spieltag der aktuellen Saison erinnern, als es eine bittere 1:4 Heimniederlage im gab. Ein Blick auf die Bundesliga Tabelle zeigt, das Werder nur einen Punkt und einen Tabellenplatz besser ist. Mit dem 14. Tabellenplatz dürfte auch der selbst ernannte “Big City Club” Hertha BSC bei Weitem nicht zufrieden sein. Zumal Hertha in den letzten Monaten groß investiert hat, zum Beispiel in Matheus Cunha. Letztes Jahr wechselte Davie Selke per Leihe mit anschließender Kaufpflicht von Hertha zu Werder, im darauffolgenden Spiel durfte Selke nicht eingesetzt werden. Es wird interessant sein, zu sehen, ob er spielen wird und die Gelegenheit nutzt, gegen Hertha zu treffen.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Man musste sich ernsthaft sorgen um Arminia Bielefeld machen, als der Aufsteiger mit sieben Niederlagen in Serie durch einen tristen Herbst taumelte. Und nun, mit den letzten Spielen der Hinrunde hat sich der Aufsteiger aber noch einmal so richtig in Szene gesetzt. Ein Sieg gegen Hertha, ein 0:0 in Hoffenheim und zum Hinrundenfinale am Mittwochabend das 3:0 (1:0) gegen den VfB Stuttgart. Der DSC hat seine Leichtigkeit aus der Aufstiegssaison  wiederentdeckt. Es funktioniert mehr, was mehr Selbstvertrauen bringt. Das merkt man den Arminen deutlich an. Obwohl Stuttgart (mehr als 60 Prozent Ballbesitz in der ersten Halbzeit) auf der Alm drückte und gute Chancen zur Führung hatte, blieb die Brust der Hausherren breit. Und das wurde belohnt: Noch vor der Pause brachte DSC-Legende Fabian Klos seinen Klub in Führung. Ein Stuttgarter Eigentor machte dann alles klar und das perfekte Bielefelder Hinserienfinale perfekt. Ritsu Doan setzte mit seinem 3:0 dann das Sahnehäubchen oben drauf.

Fakt ist: Auf den letzten Metern der Hinrunde ist die Arminia tatsächlich nachhaltig in der Bundesliga angekommen. Selbst gegen ein auswärtsstarkes Team wie den VfB zeigte der DSC abermals eine reife Leistung, hatte das Glück des Tüchtigen und kann nun mit ziemlich viel Selbstvertrauen den zweiten Saisonteil angehen.

“Es ist ein schönes Gefühl, dass wir als Mannschaft in der Lage sind, drei Tore zu schießen”, freute sich Fabian Klos. Denn vor allem die in der Hinrunde lange Zeit viel zu harmlose Offensive trat in den vergangenen Wochen mal wieder so auf, wie man es von einer Offensive erwarten darf - zielstrebig, gefährlich, effektiv.

News der Woche: Im Abstiegskampf müssen manchmal Nadelstiche her. Wenn nicht auf dem Platz, dann eben verbal. Denn nicht anders war diese Aussage von Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi zu verstehen: „Natürlich beobachten wir, was die Konkurrenz macht. Wir haben uns aber noch nicht damit beschäftigt Ex-Arminen wie Bruno Labbadia oder Stefan Kuntz nochmal vorne reinzustellen. Wir können aktuell noch nichts verkünden, da müssen sie sich etwas gedulden.“ Arabi meinte natürlich Mitkonkurrent Schalke 04. Der Revierklub hat gerade den Ex-Schalker Klaas-Jan Huntelaar zurückgeholt - mit stolzen 37 Jahren. Wir hätten da noch eine Idee, sollte Samir Arabi die Optionen Labbadia (hat ja womöglich bald Zeit) und Kuntz doch noch in Erwägung ziehen: Bitte auch mal bei Ali Daei, Billy Reina und Fritz Walter anfragen!

Vorschau: Auf in die Rückrunde. Nimmt man den Saisonstart als gutes Omen, könnte das zweite Saisonduell mit Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr, Alm) als Hoffnungsschimmer für ein erneutes Ausrufezeichen herhalten. Wenn, ja wenn der DSC sich gegen die SGE so verkauft, wie er es im September 2020 gemacht hat. Mit Mut und dem Schwung eines Aufsteigers kamen die Arminen beim Saisonauftakt zu einem 1:1. Und erneut ist nicht ausgeschlossen, dass der DSC punktet. Die Eintracht hat sich mehr von der Saison versprochen, der DSC ist zumindest zuhause oft überzeugender als auswärts - wie das 3:0 gegen Stuttgart am Mittwoch zeigte. Heißt: Der Start in die Rückrunde hat für die Bielefelder durchaus Potenzial, zu einem positiven Auftakt zu werden.


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB verliert verdient gegen zum Ende der Hinrunde mit 3:0 gegen den Mitaufsteiger von der Alm, auch wenn das Ergebnis in dieser Höhe etwas zu deutlich ausfiel. Mit einer extrem schwachen Leistung verabschiedet sich der VfB aus der Hinrunde in einem Spiel, das durchaus als Schlafmittel taugte. Doch das Aufregerspiel des Spieltags gab es schon am Samstag um 18.30, als die Borussia aus Mönchengladbach zu Gast im Neckarstadion war. In der 96. Minute trifft der VfB zum 2:2 Ausgleich nach einem kontroversen Foulelfmeter, der von Brych zunächst nicht gegeben wurde und dann von Bibiana Steinhaus (VAR) auf das Foul aufmerksam machte. Prädikat: Den muss man nicht geben. Die Entscheidung wurde in allen Sport-Talkshows des Wochenendes lang und breit erläutert, und um das vorweg zu nehmen: Ohne Ergebnis.

News der Woche: Die Geschäftsstelle brummt immer noch von einem Artikel der Stuttgarter Zeitung, die den Zwischenbericht zur Esecon-Ermittlung in der Affäre um die Weitergabe von Mitgliederdaten einsehen konnte. In dem Artikel wird nicht nur enthüllt, dass der ganze Vorgang “innerhalb eines Nachmittags” hätte aufgeklärt werden können, sondern dass der Vorstandsvorsitzende und mögliche Präsidentschaftskandidat Thomas Hitzlsperger ganz persönlich seine Finger im Spiel hatte, um diese Ermittlung zu stören, behindern und verzögern. Wichtigen Mitarbeitern in der Datenaffäre soll weiterhin Zugang zu ihren Computern gewährt worden sein (wodurch sie belastendes Material hätten löschen können), Mitarbeitern soll proaktiv ein Anwalt für das Gespräch mit Esecon vorgeschlagen worden sein (praktischerweise für 7 Angestellte der gleiche, der dann alle Informationen sammeln und gezielt weitergeben konnte) und wichtige Unterlagen sollen gar nicht, verzögert und auch nur teilweise an Esecon überreicht worden sein. Dass die AG-Seite den Skandal nicht aufklären will, ist wohl recht offensichtlich.

Vorschau: Zum Start der Rückrunde trifft der VfB auf den SC Freiburg. Im ersten Saisonspiel hat es trotz einer guten Leistung noch nicht für einen Sieg gereicht, im DFB Pokal im Dezember konnte dafür der Heimfluch gebrochen werden. Schafft der VfB gegen Freiburg seinen ersten Bundesliga-Heimsieg in dieser Saison? Möglich wäre es und wichtig wäre ein Sieg auch, um nicht bei den hart erkämpften 22 Punkten stecken zu bleiben. So langsam kann man auch in Stuttgart den Atem der Verfolger erahnen.

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