Die Länderspiele im Rückspiegel, die Bundesliga wieder voll im Blick!

Die dritte Bundesliga-Woche in der Rückschau und die vierte in der Vorschau!

FC Bayern München

Rückschau: Die Maschinerie rollt wieder, nach einem sehr überzeugendem 5:0 der Bayern über die Berliner Hertha. Bereits nach 6 Minuten konnte man durch Thomas Müller in Führung gehen und die Richtung erahnen, in die dieses Spiel gehen sollte. Für die Hertha war das Münchener Offensivspiel über Strecken der Partie einfach zu schnell, eigentlich so gar nicht zu Pal Dardai passend. Der erste zu Null Sieg in dieser Bundesliga Saison wird wohl nicht nur Manuel Neuer freuen, der in vier der letzten sechs Aufeinandertreffen nicht hinter sich greifen musste.

Die Offensive lief wie am Schnürchen, auch für Robert Lewandowski schein die Hertha eine Art Lieblingsgegner zu sein, letzte Hinrunde gewann er quasi im Alleingang das Spiel, indem er alle vier Tore beim knappen 4:3 Sieg schoss. Dieses Jahr waren es zwar ‚nur‘ drei, der Spielverlauf allerdings deutlich angenehmer aus Bayern Sicht. Neben Müller und Lewandowski traf auch Jamal Musiala, der sich nach starkem Pokalauftritt seinen Platz in der Startelf redlich verdient hatte.

https://fcbayern.com/de/news/2021/08/serientaeter-robert-lewandowski-mit-neuem-persoenlichen-bundesliga-rekordlauf?shortURL=x2s7s

News der Woche: Nach dem Spiel ist vor dem Transferschluss, und so kam es, dass der FC Bayern tatsächlich aus heiterem Himmel Marcel Sabitzer aus Leipzig verpflichtete. Wer hätte das nur erahnen können, hatte dieser vielleicht einen prominenten Fürsprecher im Verein? Man wird es wohl nie herausfinden…

Bei den Abgängen ist vor allem Chris Richards zu erwähnen. Er darf ein weiteres Jahr seine Qualitäten in Sinsheim unter Beweis stellen und wenn er das so anstellt wie letztes Jahr, kann er durchaus eine Bereicherung der Bundesliga darstellen.

Leider war mal wieder Länderspielpause, was im Endeffekt nur ein anderes Wort für Verletzungsgambling ist.

Thomas Müller reiste nach nur einem Tag bereits wieder ab, genauso Dayot Upamecano, dessen Verletzung wohl allerdings aus dem Hertha Spiel stammt. Auch Davies musste ausgewechselt werden, er und Müller sind allerdings wieder zurück im Training.

Vorschau: Relativ früh in der Saison kommt es am Samstag den 11.09. um 18:30 zum zumindest sportlich recht spannenden Duell zwischen dem FC Bayern und Leipzig.

Für die Gastgeber verlief der Start der Saison noch gar nicht nach Maß, erst ein Sieg aus drei Spielen, dazu noch zwei Niederlagen gegen Mainz und Wolfsburg.

Es wird sich zeigen, wie Julian Nagelsmann das erste Duell gegen seinen ehemaligen Verein angeht, die Favoritenrolle liegt aktuell klar bei den Münchenern.

Danach geht es für den FCB direkt in der Champions League gegen den anderen FCB aus Spanien, die mit Dynamo Kiev und Benfica Lissabon die Gruppe komplettieren. Auch hier scheinen die Rollen klar verteilt, aber wer weiß, Ende November in Kiev muss auch erstmal gewonnen werden.


RB Leipzig

nächste Woche wieder


Borussia Dortmund

Rückschau: Das Heimspiel vor der Länderspielpause gegen den Nicht-gerade-Wunschgegner TSG Hoffenheim war eine dieser Partien, bei denen es auch mal zu Hause im Wohnzimmer lauter wird. Kurz vor Ende den Ausgleich kassiert, kurz darauf macht Erling Haaland doch noch den 3:2-Sieg klar – so ein Fußballspiel macht Spaß. Das lag aber auch an dem, was beide Mannschaften zuvor geboten hatten: 24:10 Torschüsse, der BVB dabei mit einem Expected Goals-Wert von 3,03. Doch auch die Gäste überzeugten spielerisch. Dass auf Dortmunder Seite Jude Bellingham und Erling Haaland positiv hervorzuheben sind, überrascht wohl niemand. Richtig erfreulich: Der neue Stammkeeper Gregor Kobel zeigte, warum die Borussia 15 Millionen für ihn ausgegeben hat, war richtig stark bei Paraden und im Eins gegen Eins.

News der Woche: Nicht überraschend stand in der spielfreien Zeit zunächst das sich schließende Transferfenster im Mittelpunkt der Nachrichtenlage beim BVB. Schon lustig, wie manche Medien noch Aufregung um Erling Haaland herbeischreiben wollten. Letztendlich ging es am Transfer Deadline Day ruhig zu. Das Leihgeschäft mit Innenverteidiger Marin Pongracic vom VfL Wolfsburg war da bereits faktisch durch und macht angesichts der Personalsituation in der Defensive durchaus Sinn.

Die Personalsituation war auch die Hauptsorge während der Länderspiele. Nicht zu Unrecht: Giovanni Reyna kam mit einer Muskelverletzung aus Amerika zurück, Marco Reus mit einer scheinbar harmloseren Geschichte von der deutschen Nationalmannschaft, für die er gegen Armenien sogar getroffen hatte.

Vorschau: Der BVB trifft am Samstag um 15.30 Uhr auswärts auf den mit einem Punkt mehr Tabellenzweiten Bayer Leverkusen – eine Begegnung, die in der Vergangenheit oft hohen Unterhaltungswert hatte. Das ist auch dieses Mal nicht unwahrscheinlich. Vor allem die Gastgeber haben noch mal an Qualität hinzugewonnen und mit Gerardo Seoane einen neuen Trainer, der bisher sehr gut ankommt.

Für beide Teams waren die Länderspiele auch eine Belastung: Leverkusen fehlt aufgrund der späten Rückkehr in Charles Aranguiz ebenso ein Stammspieler wie dem BVB der verletzte Reyna. Bei den Gastgebern dürften aber in der Offensive der junge Franzose Moussa Diaby und in Patrick Schick eins der Gesichter der EM dabei sein – beide werden die schwarz-gelbe Defensive wohl auf eine ernsthafte Probe stellen. Die Borussia hat eine längere Verletztenliste, auf der leider nach wie vor auch Thorgan Hazard auftaucht, den man in Normalform in Leverkusen gut gebrauchen könnte.


VfL Wolfsburg

Rückschau: Vor der Länderspielpause festigte der VfL Wolfsburg mit einem verdienten 1:0 über Vize-Meister Leipzig die Tabellenführung nach dem dritten Spieltag. Das bedeutet Vereinsrekord: mit drei Siegen (Tor des Tages durch Roussillon) war der VfL noch nie in eine Saison gestartet. Imponierend war besonders, wie es die Wölfe schafften die RB-Offensivmaschine zu kontrollieren, wenig hinten zuließen und gleichzeitig vorne immer wieder Akzente setzten. Zwar ist es noch zu früh über eine Handschrift von Mark van Bommel zu sprechen, doch der neue Trainer profitiert von einer eingespielten Mannschaft, die zu dem noch in der Qualität für die Champions League noch gut verstärkt wurde - vor allem in der Offensive. Das macht Lust auf mehr. Wehrmutstropfen: Mittelfeld-Motor Xaver Schlager erlitt einen Kreuzbandriss und fällt lange aus.

News der Woche: Mit der Umstellung auf die 2G-Regel durch die Verschärfung der Zahlen in der Corona-Pandemie hat der VfL Wolfsburg eine breite Diskussion in der Anhängerschaft ausgelöst. Das Sportliche - auch durch die Länderspielpause - geriet dabei mehr in den Hintergrund. Trotzdem wird mit Spannung der erste Auftritt der beiden Last-Minute-Transfers Lukebakio und Waldschmidt erwartet. Waldschmidt trainiert schon länger mit, Lukebakio erst nach seinem Aufenthalt bei der belgischen Nationalmannschaft. Für Unverständnis sorgte in Wolfsburg die Ausbootung von Ridle Baku bei der deutschen Nationalelf. Neu-Bundestrainer Flick hatte auf den U21-Europameister überraschend für das letzte Spiel gegen Island aus dem Kader gestrichen und nach Hause geschickt. Sportdirektor Marcel Schäfer betonte, dass man sich aber gut um Baku kümmern würde, sollte die Enttäuschung zu groß sein beim Spieler.

Vorschau: Am Samstag um 15.30 Uhr tritt der VfL Wolfsburg beim noch sieglosen Aufsteiger in Fürth an. Aufgrund der Ausgangslage ist der VfL klarer Favorit. Doch genau da liegt die Gefahr. Dennoch sollte die Motivation von möglichen vier Siegen in vier Spielen für die Mannschaft so groß sein, den vermeintlich leichten Gegner mit den Ex-Wolfsburgern Seguin und Itter nicht zu unterschätzen. Van Bommel muss durch den Ausfall von Schlager umbauen, wahrscheinlich übernimmt Joshua Guilavogui. Nach der Rückkehr der angeschlagenen Mbabu und Roussillon ist die Personalsituation ansonsten aber relativ entspannt. Abwehr-Bulle Brooks könnte eine Pause kriegen, nach später Rückkehr von der Nationalelf. Für ihn steht Neuzugang Bournauw bereit.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: Vor der Länderspielpause rang sich Eintracht Frankfurt in Bielefeld ein 1:1 ab. Wie schon in der vergangenen Saison zeigten die Frankfurter auch in dieser Partie wieder zwei Gesichter. In der ersten Halbzeit erarbeitete sich das Team von Oliver Glasner sehenswerte Offensivaktionen. Bis auf das Tor von Hauge zur zwischenzeitlichen Führung blieben aber viele Chancen ungenutzt.

In der zweiten Hälfte ließen die Frankfurter stark nach, während Bielefeld sich in die Partie kämpfte – mit Erfolg. Die Arminen erzielten in der 86. Minute den Ausgleich und drängten sogar auf das Siegtor, das ihnen letztlich aber verwehrt blieb.

Nach dem verdienten Ausgleichstreffer der Arminia geht die Punkteteilung in Ordnung.

News der Woche: Zum Ende des Transferfensters hat sich in Sachen Zu- und Abgänge bei Eintracht Frankfurt noch einiges getan. Während Steven Zuber in Zukunft zumindest leihweise für AEK Athen auflaufen wird, stoßen Kristijan Jakić (Dinamo Zagreb) und Sam Lammers (Atalanta Bergamo) per Leihe zur Eintracht hinzu. Mit Jakić haben die Hessen einen Mann für die „Sechs“ gefunden, während Lammers mit rund 1,90 Metern Körpergröße im Sturmzentrum agieren soll.

Auch Filip Kostić wird weiterhin für die Eintracht auflaufen, nachdem die Zeichen eigentlich schon auf Abschied standen. Der Deal mit Lazio Rom kam letztendlich aber nicht zustande. Nachdem der Serbe nicht zum Abschlusstraining erschien und somit die Partie gegen Arminia Bielefeld verpasste, entschuldigte er sich am Mittwoch auf Instagram öffentlich und gab – eine Art – Bekenntnis zur Eintracht ab. Auch die Verantwortlichen und die Mannschaft scheinen nach Aussprache gewillt, den Leistungsträger wieder zu integrieren und die Zusammenarbeit fortzusetzen.

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Anders sieht es bei Amin Younes aus. Nachdem sein Wechsel nach Saudi-Arabien schon sicher schien, platzte der Transfer. Intern soll Younes aber als rotes Tuch gelten. Die Fronten scheinen so verhärtet zu sein, dass es für den wuseligen Mittelfeldspieler wohl kein Zurück in den Kader geben wird. Aktuell suchen Verein und Spieler nach einer einvernehmlichen Lösung für die Situation.

Vorschau: Am Sonntag empfängt Eintracht Frankfurt den Tabellennachbarn VfB Stuttgart. Nur ein Punkt trennt den Tabellenvierzehten Frankfurt vom Dreizehnten Stuttgart.

Beide Mannschaften eint ihre offensive Spielweise, die sie wiederum hinten anfällig macht. Die Frankfurter müssen dringend ihre Chancenverwertung verbessern, um die Defensive zu entlasten, die gegen schnelle Stuttgarter sicherlich gefordert sein wird. Wichtig wird auch eine hohe Passsicherheit sein, um, trotz des zu erwartenden Pressings des Gegners, selbst gefährliche Offensivaktionen zu kreieren.

Nach der Auftaktniederlage gegen den BVB und zwei Unentschieden gegen Augsburg und Bielefeld muss die Eintracht den ersten Saisonsieg einfahren - auch, um weitere Unruhe im Verein zu vermeiden.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Am letzten Bundesligaspieltag gewann Leverkusen in kurioser Art und Weise 4:1 in Augsburg. Nachdem Augsburg die Werkself schon nach einer Viertelstunde durch zwei Eigentore von Iago und Niederlechner in Führung brachte, gelang dem FCA der Anschluss nachdem erst Bakker vom Ball und dann Hrádecký von Bakker irritiert war, sodass Florian Niederlechner nur noch einschieben musste. Auch wenn im weiteren Spielverlauf Leverkusen durch Treffer von Schick (75.) und Wirtz (81.) die Führung ausbauen konnte und dabei auch durchaus Chancen für noch mehr Tore ausließ, war das Spiel nicht so eindeutig, wie das Ergebnis es vermuten lässt. In den Ansätzen machte es zwar einen vernünftigen Eindruck, an einer tieferen Abstimmung mangelt es aber noch. Das zeigte sich nicht nur an schwach ausgespielten Überzahlsituationen, insbesondere in der Defensive boten sich für den Gegner Möglichkeiten, die man eigentlich so nicht anbieten möchte.

News der Woche: Bis voraussichtlich Januar wird Leverkusen auf Julian Baumgartlinger verzichten müssen. Der Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft musste sich nach einer im Januar 2021 erlittenen Kreuzbandverletzung im linken Knie nun einer erneuten Operation am Knie unterziehen, die am vergangenen Montag durchgeführt wurde.

Joel Pohjanpalo verließ Bayer Leverkusen und wechselte mit sofortiger Wirkung in die Türkei zum dortigen Erstligisten Çaykur Rizespor. Wie auch schon zuvor bei seinem Wechsel zu Union Berlin handelt es sich um eine einjährige Leihe. Im Vorfeld der Leihe verlängerte der 26-jährige Finne um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2023. Auch Mitchell Weiser wurde von der Werkself verliehen, sein Weg geht vorerst bei Werder Bremen weiter. Seine Entscheidung für Bremen kommentierte er dabei ganz offen: „Es gab keine anderen Angebote. Es hat sich in einer halben Stunde entschieden, weil ich keine anderen Optionen hatte.“

Vorschau: Am kommenden Samstag empfängt die Werkself um 15:30 Uhr Borussia Dortmund. Die Mannschaft von Gerardo Seoane kann dabei ihren guten Saisonstart perfektionieren, so sprach auch Lukáš Hrádecký davon, dass „wir können uns einen großen Gefallen tun“ können. Doch trotz der vielversprechenden ersten Auftritte ist die Ausgangslage nicht so bequem: Denn nicht nur Baumgartlinger wird im Mittelfeld fehlen, dazu gesellen sich auch noch Charles Aránguiz und Exequiel Palacios, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag für ihre Nationalmannschaft aufliefen. Beide Spieler machten unter Seoane bisher einen sehr guten Eindruck. "Im Moment gibt es drei Optionen für die Doppelsechs: Nadiem Amiri, Kerem Demirbay und Robert Andrich. Und Roberts Physis würde uns von Beginn an guttun“ sagte Seoane zu seiner Personalsituation und gab im Folgenden Robert Andrich eine Startelfgarantie. Wirklich überraschend kommt dies nicht, so zeichnete sich die Doppelsechs aus Palacios und Aránguiz durch eine solide Physis und einer gewissen Aggressivität im Pressing aus, darauf will Seoane gewiss nicht verzichten und Andrich kann erfahrungsgemäß dieses Profil eher erfüllen als Amiri oder Demirbay.

Am kommenden Donnerstag startet für Leverkusen auch die Europa League, am ersten Spieltag ist Ferencváros Budapest zu Gast. Die anderen beiden Mannschaften in Gruppe G sind Celtic Glasgow und Real Betis Sevilla.


Union Berlin

Rückschau: Der 3. Spieltag, der für Union Berlin am 29.8. mit dem Spiel gegen die Borussia aus Gladbach seinen Abschluss fand, wird in die Geschichte der hoffentlich baldigen Post-Corona Zeit eingehen. Zum ersten Mal nach 1,5 Jahren war der Gästeblock in der Alten Försterei komplett ausverkauft – na ja, zumindest der von der DFL zugelassenen Kapazität. Endlich ein Gästeblock, der für seine Mannschaft einen schönen und lauten Support abgefeuert hat. Dazu der „Rest“ der Alten Försterei, der ebenso bis auf den letzten zugelassenen Platz komplett ausverkauft und euphorisiert war. Scheinbar schienen beide Mannschaften von dem Feuerwerk auf den Rängen angesteckt zu sein und ließen ihrerseits hinsichtlich schnellen und schönem Kombinationsfußball gepaart mit hoher Zweikampfbereitschaft nichts anbrennen. Klare Torabschlüsse konnte jedoch keine Mannschaft in den ersten 15 Minuten verzeichnen. Union überließ Gladbach den Ballbesitz und zwang die Borussen ab der Mittellinie durch intensives Pressing in rasante, aber meist regelkonforme Zweikämpfe. Gelang es den Gladbachern, sich doch einmal in die Nähe des Strafraums zu kombinieren, klärte Unions Hintermannschaft in persona von Baumgartl, Jaeckel und Knoche alles, was in ihre Nähe kam.

Durch das Zweikampfverhalten der Köpenicker wurden die Borussen regelmäßig zu Fehlern gezwungen und den ersten versilberte Nico Gießelmann per Kopf in der 22‘ auf Vorlage von Haragutchi zum viel umjubelten 1:0. In der 40‘ profitierten die Unioner von einem erneuten Fehler der Fohlen. Awoniyi konnte sich den Ball sichern und stürmte auf das Tor, bediente Kruse, der wiederum einen Sahnepass auf Awoniyi folgen ließ. Awoniyi ließ sich nicht lange bitten, umkurvte Gladbachs-Schlussmann Sommer und schob den Ball aus spitzem Winkel ins Borussen-Tor. Pure Ekstase auf den Berliner Rängen. Mit einer grandiosen 2:0 Führung ging es dann auch in die 2. Halbzeit, die sich ebenso entwickelte, wie die erste: Viel Ballbesitz für Gladbach, Union räumt hinten alles ab und setzt schnelle Konter. Erst in der Nachspielzeit der 91‘ gelang Gladbach durch eine Unkonzentriertheit der Anschlusstreffer zum Endstand von 2:1. Wenn es mal wieder einen Beweis bedarf, dass Ballbesitz nicht alles ist, dann dieses Spiel. Union gelingt mit dem ersten Dreier an Spieltag 3 nach 2 Unentschieden der beste Start in der noch jungen BuLi-Geschichte. Gladbach hingegen muss von einem klassischen Fehlstart sprechen. Berichte zum Spiel dazu im Tagesspiegel und im Berliner Kurier.    

News der Woche: Eigentlich sollten hier an dieser Stelle einige Zeilen zum diesjährigen Drachenboot-Fun-Cup der Union-Supperter-Vereinigung V.I.R.U.S. stehen, aber da der sportliche Geschäftsführer der Köpenicker, Oliver Ruhnert, partout nicht sein Handy zur Seite legen wollte, stehen jetzt hier News zu Zu- und Abgängen der Berliner nach dem offiziellen Transferende. Nach dem Abgang von Unions Mittelfeldabräumer Robert Andrich zur Werkself nach Leverkusen war eigentlich klar, dass Union auf dessen Abgang reagiert.   

Mit Kevin Möhwald vom SV Werder Bremen scheint Ruhnert auf dieser Position auch fündig geworden zu sein. Wenn man Fans aus Bremen Glauben schenken darf, ein sehr solider Spieler, der uns Freude machen wird. Damit aber noch nicht genug. Scheinbar scheint Ruhnert auch Baustellen in der Verteidigung von Union auszumachen. Ansonsten ist nicht zu erklären, dass Ruhnert einen 32-jähringen, seit dem 30.6. vereinslosen Schalker verpflichtet: Bastian Oczipka. Oczipka verfügt zwar über die Erfahrung aus 286 BuLi-Spielen, ob er der Mannschaft weiterhelfen kann, wird sich zeigen. Völlig aus dem Nichts – zumindest für uns normale Fans – kam jedoch der Abgang des dänischen Stürmers Marcus Ingvartson, der ab sofort für Mainz auflaufen wird, zunächst auf Leihe für 1 Jahr mit einer damit verbundenen Kaufverpflichtung. Kurz vor Transferende verkündete Union Berlin dann auch noch den Abgang von Sebastian Grießbeck, der erst vor einem Jahr aus Heidenheim an die Alte Försterei wechselte, in Richtung Fürth. Auch das erst im Januar von den Bayern ausgeliehene Talent Leon Dejaku wird ab sofort zum AFC Sunderland verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Sollten die Köpenicker nicht absteigen, besteht für Dejaku eine Kaufverpflichtung gegenüber dem FC Bayern. Der Wechsel von Unions Abwehrchef Marvin Friedrich, der bei einigen Bundesligisten auf der Einkaufsliste steht, scheint hingegen vom Tisch. Bis einschließlich Dienstag 18 Uhr wurde kein Wechsel von den Köpenickern vermeldet. Den meisten Unionern wird damit ein Stein vom Herzen fallen.  

Vorschau:

Wenn man an Plastikklubs denkt, fallen dem traditionsbewussten Fußballfan Vereine wie Bayer, Wolfsburg oder das Konstrukt aus Markranstädt ein. Nach der Länderspielpause trifft der 1. FC Union Berlin am 11. September in der Alten Försterei auf einen Verein, der normalerweise nicht in dieser Reihe mit aufgezählt wird aber auch den Vorgenannten in nichts nachsteht: der Fußball-Club Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA. Mit 99,4% gehört die Fußball KGa der Hofmann Investoren GmbH und nur 0,6% der Anteile sind in der Hand des FC Augsburg e.V. Um diesem Konstrukt noch das sogenannte i-Tüpfelchen aufzusetzen: der Präsident des Vereins ist Klaus Hofmann, Hauptanteilseigner der Fußball KGaA. Mit anderen Worten: nichts als Augenwischerei. In der Bundesliga tragen beide Vereine bisher 4 Mal aufeinander, wovon Augsburg 2 Spiele gewinnen konnte. Eine gewisse Brisanz hat das Spiel aber dennoch: vor 1,5 Jahren tauschten faktisch – allerdings tatsächlich rein zufällig – die Torhüter beider Vereine ihre Vereinsfarben. Rafal Gikiewicz wechselte zwischen die Pfosten nach Augsburg und Andreas Luthe kam an die Alte Försterei, mit dem besseren Ende für Luthe. Denn der Berliner Torhüter spielte mit den Köpenickern weitaus erfolgreicher als die Augsburger. Union Berlin qualifizierte sich für Europa und Augsburg konnte den Abstieg bzw. die Relegation gerade so vermeiden. 


Borussia Mönchengladbach

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VfB Stuttgart

Rückschau: In einem spannenden Spiel verliert der VfB Stuttgart mit 2:3 gegen den SC Freiburg. In einer torreichen ersten Hälfte gelang den Breisgauern in Person von Woo- Yeong Jeong der bessere Start. Innerhalb von Neun Minuten schoss er zwei Tore und brachte so die Schwaben schon früh in Bedrängnis. Die Jungen Wilden wirkten zunehmend verunsichert was zu Fehlern in der Verteidigung führte. So gelang der Elf von Christian Streich sogar das 0:3 ehe die Schwaben endlich wach wurden. Erst zur Nachspielzeit der ersten Halbzeit wachten die Gastgeber auf. Hamadi Al-Ghaddioui sowie Konstantino Mavropanos, der sein erstes Bundesligator feierte, verkürzten auf 2:3. Wer sich nach diesem Schlagabtausch in der ersten Halbzeit auf weitere Tore nachdem Seitenwechsel freute, wurde enttäuscht. Es blieb beim 2:3 und der VfB steht nach 3 Spieltagen noch mit 3 Punkten da.

Das Verletzungspech dagegen setzt sich fort. Der Torschütze Mavropanos musste verletzt ausgewechselt werden, wird aber Matarazzo nicht weiter fehlen. Immerhin spielte er daraufhin 3 mal für die griechische Nationalmannschaft durch.

News der Woche: Nervenaufreibend war die Fans des VfB Stuttgarts ebenfalls der Deadline Day. Nach der bitteren Diagnos für Sasa Kalajdzic, der vorraussichtlich bis Ende des Jahres fehlen wird, zwang die Sven Mislintat zum Handeln - und der Sportdirektor lieferte! Der letztjährige Zweitliga - Shootingstar Omar Marmoush wurde bis Ende Saison ohne KO vom VfL Wolfsburg ausgeliehen. In 27 Spielen gelang dem ägyptischen Außenstürmer 8 Tore und 3 Vorlagen.

Doch der eigentliche Königstransfer gelang Sven Mislintat gegen Ende des Deadline Days: Der vielumworbene dänische Nachwuchsstürmer Wahid Faghir wird zukünftig für den Verein aus Bad - Cannstatt auflaufen. Wahidullah „Wahid“ Faghir ist ein 18 Jähriger Stürmer, der schon für die U 21 - Dänemarks regelmäßig aufläuft. Er soll langsam an die Mannschaft herangeführt werden und wird vermutlich seine ersten Einsätze in der Regionalliga bei der U 21 bekommen.

Vorschau: Am Sonntag um 15:30 Uhr kommt es im Frankfurter Waldstadion zu dem Duell der beiden “Wir hassen Fredi Bobic”-Vereine. Während die Gäste aus Schwaben Bobic den Abstieg vorwerfen, sind die Anhänger der Eintracht über die Vertragssituation bei Kostic und Younes verwundert. Dementsprechend hatte Neusportdirektor Markus Krösche viel zu tun und Frankfurt machte außerhalb des Spielfeldes Schlagzeilen.

Sportlich gesehen ist dieses Spiel für beide Vereine richtungsweisend. Der Verlierer könnte eventuell in den Abstieskampfstrudel geraten während der Gewinner eventuell nach oben schauen kann.

Orel Mangala und Nikolas Nartey könnten zurück im Kader sein, aber sind laut Matarazzo noch nicht bereit für 90 Minuten. Dagegen könnte Ömer Beyaz sein Debüt erleben. Der türkische Mittelfeldstratege fehlte den Schwaben bislang aufgrund seiner fehlenden Arbeitserlaubnis. Da er aber inzwischen volljährig ist, ist er endlich spielberechtigt.


SC Freiburg

Rückschau: Ein nervenaufreibendes Déjà-vu erlebte der SC Freiburg beim Auswärtsspiel in Stuttgart, wo sich der Sport-Club wie im Vorjahr eine 0:3 Führung erspielte, um dann am Ende einen knappen 2:3 Auswärtssieg über die Zeit zu bringen. Beim schwäbischen Rivalen begann Freiburg druckvoll und mit dominantem Flügelspiel, Günters Flanke nach 3 Minuten köpfte Jeong zur frühen Führung ein. Auch das 0:2 besorgte der Südkoreaner durch einen ansehnlichen Drop-Kick unter die Latte, bevor Höler abermals eine Flanke zum 0:3 verwertete.

Anstatt von hier jedoch die Führung zu verwalten, leistete man sich kurz vor der Halbzeit defensive Unkonzentriertheiten und kassierte durch Mavropanos und Al Ghaddioui noch zwei verdiente Gegentore, womit die zweite Halbzeit zum Nervenspiel wurde. Nach einer druckvollen ersten Viertelstunde der Stuttgarter bekam Freiburg das Spiel jedoch deutlich besser in den Griff und musste nur noch selten um den Ausgleich bangen, auch weil Flekken an diesem Tag der bessere Torhüter auf dem Platz war. Freiburg feierte damit erneut einen etwas glücklichen, aber dank guten Angriffen und Effizienz nicht unverdienten Auswärtssieg in Stuttgart. Mit sieben Punkten aus drei Spielen ist der Saisonstart im Breisgau damit definitiv geglückt.

News der Woche: Auf dem Transfermarkt blieb es in Freiburg stumm. Nachdem die einschlägigen Foren von allerlei Insiderinfos und namensreichen Neueinkäufen zu berichten wussten, mag es etwas enttäuschend sein, außer Maxi Eggestein keinen Neuzugang zu präsentieren. Gleichzeitig wird das die Chance sein, den vielen Neuprofis aus der zweiten Mannschaft die gelegentlichen Einsätze zu verschaffen und für den zu erwartenden größeren Umbruch im nächsten Sommer finanziell vorbereitet zu sein. Zudem spielte der letzte Saison an Union verliehene Rückkehrer Nico Schlotterbeck in der Freiburger Defensive einen überragenden Saisonbeginn und kann damit den Freiburger Kader enorm verstärken - was von Hansi Flick auch direkt mit einer Berufung in die Nationalmannschaft honoriert wurde.

Der andere größere Umbruch im Verein wird sicherlich der Umzug in das neue, offiziell bislang noch namenlose Stadion sein. Auch wenn sich die aktive Fanszene bereits auf den Namen “Mooswaldstadion” einigen konnte, wurde wie in der Liga üblich ein Namenssponsor erwartet. Dieser wurde nun auch präsentiert: Das neue Stadion wird den Namen „Europa-Park Stadion“ tragen und vom nahegelegenen Freizeitpark gesponsert werden.  

Vorschau: Der sehr gelungene Saisonstart mit 7 Punkten erlaubte es dem SC Freiburg, die Länderspielpause auf dem Champions League Platz zu verbringen. Am Samstag, den 11.09. um 15:30 Uhr wird der SC versuchen, diese gute Serie gegen den 1. FC Köln weiter auszubauen, die mit ihrem Saisonstart allerdings ebenfalls zufrieden sein dürften.

Bei Freiburg mussten gegen Stuttgart sowohl Höfler als auch Keitel im zentralen Mittelfeld verletzt ausgewechselt werden. Wenn einer der beiden auch nach der Pause nicht wieder richtig fit ist, würde dies auf das Startelfdebüt von Eggestein hinweisen. Ansonsten bleibt nur zu hoffen, dass alle Nationalspieler fit von ihren Länderspieleinsetzen zurückkehren. Taktisch scheint sich der SC im Moment im flexiblen 4-4-2 wohlzufühlen, auch die Dreierkette hinten gehört jedoch zum erwartbaren Standardrepertoire. Vorhersagen zu Formation und Spielausrichtung sind daher müßig, all zu große Änderungen sind aber bei Streich in einer sportlich erfolgreichen Phase nicht zu erwarten.


TSG Hoffenheim

nächste Woche wieder!


FSV Mainz 05

Rückschau: Am Samstag um 15:30 Uhr gegen die SpvGG Greuther Fürth stand Bo Svensson zum ersten Mal in dieser Saison fast der vollständige Kader zur Verfügung. Nach den Corona-bedingten Ausfällen einiger Spieler, standen mit Szalai, St Juste, Kohr, Boëtius und Lucoqui, der den angeschlagenen Aaron Martin ersetzte, gleich fünf neue Spieler in der Startelf. Nach einer ruhigen Anfangsphase erzielte Lucoqui nach Vorarbeit von Boëtius das 1:0, dem nur drei Minuten später in der 18. Minute das 2:0 durch Szalai folgte. Die Gäste hatten den clever agierenden 05ern nicht viel entgegenzusetzen. Auch in der zweiten Hälfte gaben die Fürther nur einen Schuss auf’s Tor ab, während die Mainzer die Führung souverän verteidigten. Svenssons späte Einwechslungen in der 89. Minute von Stöger und Onisiwo setzten ein letztes Ausrufezeichen mit dem 3:0 Endstand. 

News der Woche: Kurz vor Schluss der Transferphase konnten sich die 05er nach den klasse Transfers von Silvan Widmer und Anderson Lucoqui mit Marcus Ingvartsen von Union Berlin verstärken. Als zusätzliche Unterstützung im Angriff der Mainzer haben Schmidt, Heidel und Svensson das fehlende Puzzlestück in der Offensive gefunden. Anders als bei Union Berlin soll der gebürtige Däne als Mittelstürmer auftreten, wie er es bereits in Dänemark unter Kasper Hjulmand beim FC Nordsjælland getan hat. Der 25-Jährige wechselt auf Leihbasis zu den 05ern mit einer anschließenden Kaufoption.

Die Heimat der Mainzer, der Bruchweg, trägt ab jetzt einen neuen Namen. Anlässlich des achten Todestags wurde der „Wolfgang Frank Campus“ von Präsident Stefan Hofmann und Sport- und Kommunikationsvorstand Christian Heidel feierlich eingeweiht. 

Vorschau: Am kommenden Samstag spielt Mainz 05 auswärts um 15:30 Uhr bei der TSG aus Hoffenheim. Mit Rückenwind aus dem Sieg gegen Greuther Fürth hoffen die Rheinhessen ihre Auswärtsbilanz aufbessern zu können. Nach einem positiven PCR-Test war zunächst fraglich, ob Adam Szalai Bo Svensson zur Verfügung stehen würde. Nach zwei weiteren, allerdings negativenTests, befindet sich der Verein aktuell in Gesprächen mit dem für Szalai zuständigen Gesundheitsamt in Heidelberg, um offene Fragen zu klären.

FC Augsburg

nächste Woche wieder!


Hertha BSC

Rückschau: Selbst der optimistischste Herthafan wird wohl vor dem Spiel gegen die Bayern nicht mit etwas Zählbarem gerechnet haben. Auch wenn man in den letzten Jahren oft gut mithalten konnte, liegt der letzte Sieg dort mittlerweile 44 Jahre zurück. Mit dem Rucksack von zwei Niederlagen aus den ersten beiden Spielen und ordentlich Unruhe im Verein kam es, wie es kommen musste. Die zuvor noch vulnerabel wirkenden Bayern brauchten nicht mal einen Top-Tag, um die Hertha-Defensive auseinanderzunehmen. Dass im Berliner Offensivspiel vieles Zufallsprodukt ist, ist keine neue Erkenntnis. Dass darüber hinaus allerdings auch kein Wille, keine enge Zweikampfführung, keine Laufbereitschaft und keine stabile Defensive (das war mal Dárdais Kernkompetenz) zu erkennen ist, macht betroffen.

Die Bayern gewannen völlig verdient gegen eine chancenlose Hertha-Mannschaft mit 5:0. Der schlechteste Auftritt in München seit vielen Jahren.

News der Woche: Pál Dárdai bot im Anschluss an die Partie bei den Bayern mehr oder minder direkt seinen Rücktritt an. Bei aller verständlichen Unzufriedenheit des Trainers über die Kaderzusammenstellung muss Pál dringend diese destruktive Kommunikation einstellen. Wenn du beispielsweise als Trainer ein psychisches Manko im Team feststellst, ist dies das eine. Wie man dieses Problem allerdings lösen will, indem man es nach jeder schlechten Leistung anführt, wirkt dies mehr wie ein Alibi für sich selbst, als nach einer lösungsorientierten Vorgehensweise. Fredi Bobic, dessen Kaderplanung und zugehörige Kommunikation zumindest mal viele Fragezeichen offenlassen, kritisierte Pál Dárdai relativ deutlich und ausführlich.

Hertha BSC steht wenige Monate nach dem Kraftakt Klassenerhalt (inklusive Quarantäne) vor einer Herausforderung, bei der es eigentlich dringend nötig wäre, wieder zusammen zu stehen und alle Kräfte zu bündeln, sich gegen negative Einflüsse zu verwehren. Doch nach gut zwei Jahren Chaos und Abstiegskampf scheint es so, dass auf allen Seiten das Vertrauen fehlt. Der Trainer vertraut seinem Kader nicht, der Manager vertraut seinem Trainer nicht und die Fans haben gelernt, dass sie am besten sich selbst vertrauen.

Vorschau: Der Blick auf den Spielplan birgt Chance und Risiko zugleich. Mit den Spielen gegen die beiden Aufsteiger Bochum und Fürth bietet sich die Möglichkeit, durch zwei Erfolgserlebnisse die Abstiegsränge hinter sich zu lassen und einen Stimmungswandel zu schaffen. Angesichts der Tatsache, dass zwei Siege am Stück zuletzt im Mai 2020 gelangen und man danach das Kunststück vollbrachte, über einen Zeitraum von 45 Pflichtspielen nach einem Sieg im besten Falle ein Unentschieden folgen zu lassen, bleiben doch gewisse Zweifel an diesem Plan und die Angst vor einer weiteren Horrorsaison geistert selbst beim größten Optimisten umher.

Hertha wird sich in Bochum vermutlich mit 3er-Kette präsentieren. Die Aufstellung bot über weite Teile der vergangenen Rückrunde eine gewisse Sicherheit, wurde seitdem aber, auch mangels verfügbarer Innenverteidiger, kaum mehr trainiert, geschweige denn gespielt.

Die komplett neu formierte Offensive um Belfodil, Maolida, Richter und Jurgen Ekkelenkamp wird wohl nicht viel Zeit zur Eingewöhnung bekommen. Nach den Abgängen von Cunha, Dilrosun, Lukebakio und Cordoba sowie den Verletzungen von Piatek und Selke gibt es schlicht nicht mehr viele Alternativen.

Um es positiv zu sehen: Hertha ist immer für eine Überraschung gut. Und nachdem man in den letzten zwei Jahren viele Transfers und Entscheidungen von außen nachvollziehen konnte, die Resultate aber trotzdem nicht besser wurden, sind es nun ja vielleicht unbeliebte Entscheidungen, die die Wende zum Besseren bringen.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Alle guten Dinge sind drei: Unter diesem Motto sammelte Arminia Bielefeld mit dem 1:1 zu Hause gegen die Eintracht aus Frankfurt nicht nur den dritten Punkt in der neuen Saison, sondern auch das dritte Unentschieden am dritten Spieltag. Dabei sahen die Zuschauer:innen Empfangsgeräten zwei unterschiedliche Halbzeiten. Die Mannschaft von Oliver Glasner dominierte die erste Halbzeit in Sachen Ballbesitz und Torgefährlichkeit (vier Torschüsse, davon drei auf das Tor), während die Bielefelder eher um defensive Stabilität bemüht waren.

In Halbzeit 2 zeigte Arminia dann ein anderes Gesicht: Mit insgesamt neun Torschüssen war Arminia offensiv mutiger, wobei sich unter anderem die Neuzugänge Robin Hack (drei Torschüsse) und Patrick Wimmer (vier Torschüsse in 10 Minuten) in den Vordergrund spielten. Auffällig war auch, dass gerade mit Hack und Krüger, und später Wimmer, im Angriff eine alternative Spielgestaltung als „lang und weit“ zum Zuge kommen soll. Unterm Strich ein verdienter Punkt für die Elf von Frank Kramer, die zum Schluss den drei Punkten sogar ein Stück näher waren. 

News der Woche 1: Mit einer „guten Nachricht“ wollte Arminia über die sozialen Medien eigentlich nur Entwarnung bezüglich Torhüter Stefan Ortega Moreno und Linksverteidiger Barrett Laursen geben, allerdings gaben sie damit gleichzeitig bekannt, dass Ortega nach dem Zusammenprall mit Mitspieler Laursen nach einem Angriff der Frankfurter noch über 30 Minuten mit einer Gehirnerschütterung weiterspielte, während Laursen mit einer Trage vom Platz getragen wurde, Diagnose: Schleudertrauma und ein abgeschlagener Backenzahn. Für ihn kam Neuzugang Czyborra etwas früher als geplant zu seinem ersten Einsatz, den er souverän meisterte. Bleiben tut die Frage nach dem Umgang des deutschen Fußballs mit Kopfballverletzungen.

News der Woche 2: Zum Ende des Transferfensters ist der DSC doppelt fündig geworden: Nachdem Mike van der Hoorn den Club gen Heimat verlassen hatte, soll nun der 22-jährige Andrés Andrade vom österreichischen Conference League Teilnehmer LASK den freigewordenen Platz in der Innenverteidigung einnehmen und schließt sich der Arminia zunächst per Leihe inklusive Kaufoption an. Andrade wird wohl, wie Guilherme Ramos, erstmal auf der Bank Platznehmen, solange Kramer mit Viererkette spielen wird, könnte aber auch schon ein möglicher Ersatz für Amos Pieper sein, dessen Vertrag im nächsten Jahr ausläuft. Außerdem wurde der Schweizer Edimilson Fernandes von Mainz 05 ausgeliehen und soll im Mittelfeld für mehr Variabilität sorgen. 

Vorschau: Noch ist es unklar, ob diese Länderspielpause für Arminia nicht eher zu einem schlechten Zeitpunkt kommt. Neuzugang Andrade ist direkt auf Länderspielreise, ebenso Wimmer, Nilsson und Schöpf, Laursen und Ortega müssen aufgrund ihrer Verletzungen noch pausieren, hinter Sebastian Vasiliadis steht noch immer ein Fragezeichen. Frank Kramer muss also in Vorbereitung auf das Spiel bei Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 12.9., 19:30) auf einige Spieler verzichten, allerdings nicht auf die Unterstützung der Fans. 

Die Gladbacher sind mit nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen höchstwahrscheinlich nicht sonderlich zufrieden mit ihrem Saisonstart, obwohl das 1:1 gegen Bayern München am ersten Spieltag zunächst Hoffnungen machte. In der letzten Saison mussten die Bielefelder sich auswärts bei der „Fohlenelf“ mit 5:0 geschlagen geben – es war bis dato Frank Kramers letzte Pflichtspielniederlage. Bei Gladbach könnten vor allem Alassane Plea und Florian Neuhaus eine Rolle spielen, Adi Hütter muss mit Marcus Thuram auf einen wichtigen Spieler im Angriff verzichten. 


1. FC Köln

Rückschau: [Der 1. FC Köln ist wieder da. Oder sollen wir sagen: Überhaupt da. Unter Steffen Baumgart begeistern die “Geißböcke” ihre Fans mit angriffslustigem und aggressivem Fußball, der darüber hinaus noch Erfolg hat. Gegen den VfL Bochum fuhr der FC vor der Länderspielpause im zweiten Heimspiel den zweiten Sieg ein - und das vor Zuschauern. Zustände, von denen in Köln lange nur geträumt werden konnte. Zustände, die gerne Bestand haben dürfen. Drittgrößte Laufdistanz zurückgelegt, die zweitmeisten intensiven Läufe, die viertmeisten Sprints: Die neue Ausrichtung unter Baumgart macht sich auch in den Zahlen bemerkbar, die zwar keine Punkte, aber dafür umso mehr gute Laune bringen. Laufstark, kampfbereit, offensiv ausgerichtet: Baumgart-Ball macht definitiv Spaß - und man fürchtet sich rund um den FC nicht mehr vor jedem Spiel, weil der nächste Grottenkick droht. ]

News der Woche: Investoren ja oder nein? Und wenn ja, wie? Diese eigentlich für den FC längst geklärte Kiste öffnete der Vereinsvorstand, der für eine klare Absage an externe Geldgeber angetreten war, in den vergangenen Monaten. Nun fand in der Länderspielpause die Auftaktveranstaltung statt - Christoph Biermann moderierte, zwei Impulsvorträge gaben diesem “Townhallmeeting” einen gewissen Rahmen. Die anschließende Diskussionsrunde inklusive Fragen aus dem Publikum machten dann deutlich, was eigentlich vorher klar war: Viele beim 1. FC Köln lehnen einen Einstieg eines Investors rundherum ab. Dass für diesen recht kleinen Erkenntnisgewinn eine Überschneidung zum ersten Bundesliga-Heimspiel der FC-Frauen in Kauf genommen wurde, rundete das Gesamtbild dann doch gewissermaßen ab.

Vorschau: Der Abschied vom Dreisamstadion steht an. Jeder Kölner Auswärtsfahrer wird gedanklich drei Kreuze machen, dass der wohl schlimmste Gästeblock der Bundesliga (nach Bremens Abstieg sogar nahezu konkurrenzlos) Geschichte sein wird. Obwohl die schlechten Sichtverhältnisse bei den FC-Gastspielen im Breisgau auch ihre Vorteile hatten. Schließlich gelangen den “Geißböcke” in den vergangenen 25 Jahren satte zwei Siege in Freiburg (1996 und 2019) - ansonsten gab es nicht viel zu holen beim Sport-Club. Wie in der vergangenen Saison, als Christian Streichs Mannen den FC 5:0 verprügelten. Das sollte sich 2021/22 nicht wiederholen - dafür steht Steffen Baumgart mit seinem Namen. Es könnte ein unruhiges Spiel zweier Mannschaften sein, die viel Wert auf Balleroberung und schnelles Umschalten legen. Stünde man im Gästeblock des Dreisamstadions, dann würde man es nur schemenhaft erkennen können. So wird es eine Abnutzungsschlacht, deren bessere Ende hoffentlich der FC erwischt.


VfL Bochum 1848

Rückschau: Das erste Auswärtsspiel in der Bundesliga mit Fans endete für den VfL ernüchternd. Nach der aufkommenden Euphorie auf Grund des Heimsieges gegen Mainz waren viele Bochumer:innen optimistisch vor dem Spiel gegen den Effzeh. Früh zeigte sich jedoch ein ähnliches Bild wie zum Saisonauftakt gegen Wolfsburg. Zu passiv und ängstlich ging man ins Spiel und hatte Glück, dass der effzeh nicht mehr aus seinem Übergewicht machen konnte. Anders sah es jedoch auf der Tribüne aus. Die knapp 1.200 VfL-Fans sorgten für eine Heimspielatmosphäre in Köln, trotz schwachem Start der eigenen Mannschaft.

Der VfL blieb aber nicht chancenlos in Halbzeit 1 und muss sich am Ende auch vorwerfen lassen, dass man aus den guten Kontergelegenheiten, auf Grund des hohen Pressings der Kölner, nicht mehr gemacht hat.

In Halbzeit 2 waren die Kölner anfangs nicht mehr so aktiv, aber dennoch dominant und ließen dem VfL nur wenig Raum zum atmen. Dennoch ging es aus Bochumer Sicht lange gut und die Fans im Auswärtsblock hofften weiterhin darauf, einen (unverdienten) Punkt aus Köln mitnehmen zu können. Leider kam es dann wie es kommen musste und eingeleitet durch einen Fehlpass im Spielaufbau durch Herbert Bockhorn fiel das verdiente 1:0 für den effzeh und in der Nachspielzeit folgte dann das 2:0, welches, für eine Person die kurz weggeschaut hat, wie eine Wiederholung des 1:0 wirkte. Der Anschlusstreffer von Zolli kurz vor dem Schlusspfiff war dann nur noch Ergebniskosmetik. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass man in der Bundesliga mit passivem Verhalten nichts gewinnt. Das unser Spiel vermehrt aus langen Bällen (Kreisliga-Fußballer:innen geht jetzt das Herz auf) bestand ist auch in der folgenden Statistik, welche die Passquote zeigt, zu erkennen.

News der Woche: Die News der Woche ist erneut eine Vertragsverlängerung. Diesmal ist es unser Dauerläufer, Mentalitätsmonster, Kampfschwein usw. welcher seinen Vertrag bis 2024 verlängert hat. Die Rede ist von Simon Zoller. In der letzten Saison zusammen mit Robert Zulj einer unserer wichtigsten Personen in der Offensive und auch nach 3 Spieltagen in der Bundesliga konnte Zolli erneut seinen Wert für den VfL unter Beweis stellen (3 Spiele/1 Tor/2 Vorlagen). Hoffen wir mal darauf, dass Simon uns noch öfters den Bizeps zeigen kann, am liebsten natürlich mit 3 Punkten nach Abpfiff.

Vorschau: Am kommenden Sonntag um 17:30 empfängt der VfL die alte Dame aus Berlin, welche mit 0 Punkten aus 3 Spielen denkbar schlecht in die Saison gestartet ist. Auch außerhalb des Platzes gibt es immer wieder Unruhe rund um den Verein, so dass sich einige VfL-Fans erneut etwas aus dem Spiel erhoffen. Schlüsselspieler hervorzuheben ist nach dem Deadline-Day auch eher schwieriger. Eigentlich würde ich hier Cunha oder Lukebakio nennen, beide spielen aber mittlerweile nicht mehr für Berlin. Ich bin aber der Meinung, dass Kevin-Prince Boateng (wenn fit) ein Spieler ist, der in diesem Spiel den Unterschied ausmachen könnte.


SpVgg Greuther Fürth

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