Die letzten Transfers der Saison

Und wie gewohnt unsere Rückschau, Vorschau und News der Woche!

FC Bayern München

Rückschau: Wie du mir, so ich dir. So, oder so ähnlich muss die Devise für den 19. Spieltag gegen die TSG aus Hoffenheim gelautet haben. Nach der herben 1:4 Niederlage im Hinspiel konnte man Revanche nehmen, mit exakt demselben Ergebnis, nur mit anderem Sieger.

Es war, abgesehen von einer Bebou Großchance nach zwei Minuten und dem Anschlusstreffer durch Kramaric tatsächlich mal wieder ein solides Münchner Spiel. Man führt nach 60 Minuten mit 4:1 und kann dann unbesorgt drei Mal wechseln, ohne dass noch etwas anbrennt. So hatten sich, wahrscheinlich nicht nur die Bayernfans, den Großteil der Münchner Saison vorgestellt.  

Sehr erfreulich war der Einsatz von Marc Roca. Der Spanier war zwar nur aufgrund eines COVID Falles von Goretzka und Martinez in die Startelf gerutscht, machte seine Sache aber durchaus ordentlich und empfahl sich für weitere Einsätze.

News der Woche: Am 01.02 schließt das Transferfenster, es sieht aber wie zu erwarten nicht danach aus, als wolle man noch aktiv tätig werden.

Der Gegner Hoffenheim scheint jedoch ganz wild auf bayrische Talente von den Amateuren zu sein, ein Schelm wer dabei böses denkt.

Neben dem bereits feststehenden Transfer von Angelo Stiller zur nächsten Saison soll nur Defensivmann Chris Richards noch per Leihe nach Sinsheim wechseln. Ein gewisser Herr Hoeneß baut still und leise seinen eigenen FCB in Liga 1. Solange das ähnlich erfolgreich funktioniert, wie damals mit David Alaba, kann man das nur gutheißen.

Desweiteren schein Joshua Zirkzee auf dem Absprung, der Niederländer soll per Leihe mit Kaufoption zum FC Parma in die Serie A wechseln. Der Angreifer kommt in der ersten Mannschaft nicht mehr zum Zug und scheint wenig Lust auf dritte Liga zu haben.

Vorschau: Bereits am Freitag um 20:30 spielen die Bayern in Berlin gegen ein taumelndes Hertha BSC. Manuel Neuer wird das freuen, die Berliner sind sein Lieblingsgegner. 15-mal konnte er bereit seinen Kasten gegen sie sauber halten. Ein 16. Mal wäre mal wieder ein alleiniger Rekord, den aktuellen teilt er sich mit Oliver Reck gegen BMG.

https://fcbayern.com/de/news/2020/01/neuer-mit-baerenstarker-parade-zum-bundesliga-rekord

In der Vergangenheit hatte man bereits mehrmals mit der Dardai Hertha zu tun und es war nicht immer alles leicht. Dennoch sollte ein konzentrierter Auftritt wie gegen Hoffenheim der weg zum Erfolg sein. Roca wird vermutlich noch einmal spielen dürfen, wenn Goretzka noch ausfällt und vielleicht wird ein Leroy Sane wieder in die erste Elf rotiert.


Borussia Dortmund

Rückschau: Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von „Die zwei Gesichter des BVB“! Am Samstag in der Bundesliga lieferten die Schwarz-Gelben beim 3:1 gegen Augsburg ein Tip-Top-Spiel ab, bei dem es so wenig zu mäkeln gab wie selten in dieser Saison. Abgesehen vom Führungstreffer der Gäste, bei der eine Reihe von Dortmundern nicht konsequent genug oder zu weit weg vom Ball waren. Ansonsten war das eine Partie ohne Spannungsabfall beim BVB, in der auch der verschossene Elfmeter – jetzt hat Haaland auch einen – weggesteckt wurde. Tore, Chancen, ansehnliche Kombinationen – alles war drin.

Dienstagabend: Die Borussia führte im Pokal gegen den SC Paderborn durch Emre Cans Schuss nach einer Ecke und Jadon Sanchos Abschluss nach schönem Solo bereits mit 2:0 – und verspielte den Vorsprung in der Nachspielzeit noch. Das lag an der mutigen Spielweise der Gäste ebenso wie an der fehlenden Konsequenz der Dortmunder. Überflüssig erschien auch Edin Terzics Umstellung von Vierer- auf Dreierkette mit Lukasz Piszczek als drittem Innenverteidiger. Verdient war das 3:2 von Erling Haaland in der Verlängerung trotz erboster Paderborner aber schon: Sofascore notierte sieben zu vier Großchancen.

News der Woche: Vor allem SCP-Trainer Steffen Baumgart erregte sich nach dem Pokalspiel über den dritten Dortmunder Treffer, der erst nach quälenden beinahe fünf Minuten anerkannt wurde. Delaney hatte lang auf Haaland gepasst, der womöglich einen Hauch im Abseits stand. Doch laut Schiedsrichter Tobias Stieler gab es beim Pass eine Ballberührung des Paderborners Ingelsson, der somit das Abseits aufhob. Baumgart verstand nicht, warum sich der Referee die Szene nicht nochmal auf dem Monitor anschaute. Heute hat der DFB es ihm und allen Zuschauern verspätet erklärt: Stieler hatte die Berührung gehört.

Sind keine Nachrichten nun gut oder nicht? Von Borussia Dortmund gab es am Transfer Deadline Day am Montag jedenfalls gar nichts zu vermelden. Weder Zu- noch Abgänge, wie schon während der gesamten Transferperiode nicht. Es fehlten wohl Geld, Notwendigkeit und Angebote.

Vorschau: Eine schön aussehende Statistik gibt es vor der Partie am Samstagnachmittag beim SC Freiburg mal wieder: Deren Trainer Christian Streich hat noch nie gegen Borussia Dortmund gewonnen. Doch schon gegen Gladbach endete eine starke BVB-Serie... In der aktuellen Saison hatten die Freiburger ihre schlechteste Phase, als die Borussia noch ganz oben dran war. In den letzten zehn Spielen schafften beide Teams jeweils sechs Siege und ein Unentschieden.

Der SCF hat in Vincenzo Grifo den Top-Torschützen und -vorbereiter in Personalunion. Tore schießen kann natürlich auch Nils „Super-Joker“ Petersen. Verletzungsbedingt nicht dabei ist dagegen Roland Sallai, ein weiterer starker Offensivmann. Beim BVB sollen trotz einiger im Pokal erlittener Schmerzen keine weiteren Ausfälle hinzukommen; Mats Hummels könnte zurückkehren.



RB Leipzig

Rückschau: Sie können es noch. Mit 1:0 siegte RB Leipzig am Samstagabend in einem nicht hochklassigen, aber intensiven Spiel gegen Bayer Leverkusen und gewann damit nach über 500 Tagen wieder gegen ein Spitzenteam der Liga. Möglich wurde dies auch, weil die Gäste, die nur vier Punkte aus den vergangenen sechs Spielen holten, sich vor über weite Strecken offensiv harmlos zeigten. Ohne echten Spitze verbuchte Leverkusen in der 1. Halbzeit ganze fünf Ballkontakte im Leipziger Strafraum und zwei Torschüsse. Auf Seiten von RB wurde auch in diesem Spiel das Fehlen eines effizienten „Knipsers“ deutlich sichtbar. Neben einem Abseitstor durch Sabitzer (12. Minute). einem Pfostenschuss durch Sörloth (62. Minute) und einem Lattentreffer durch Sabitzer (94. Minute) brachten die Leipziger ganze zwei ihrer 16 Torschüsse auf den Kasten. Einen davon verwandelte Nkunku in der 51. Minute zum Siegtreffer, als er sich gegen fünf Leverkusener im Strafraum durchsetzte. In der Schlussphase hielt RB-Keeper Peter Gulacsi in seinem 150 Bundesligaspiel für RB den Sieg fest, als er zuerst gegen Alario und dann gegen Schick glänzend hielt.

News der Woche: Upamecano geht. Simikan kommt. Hwang bleibt. Während Upamecanos Berater Struth als auch RB-Geschäftsführer Mintzlaff bestätigten., dass sich der französische Innenverteidiger in intensiven Gesprächen mit den Bayern befindet, meldet Sky Vollzug über einen Wechsel von Mohamed Simakan im kommenden Sommer. Der 20jährige Upa-Ersatz von Racing Straßburg soll in der kommenden Woche seinen Vertrag unterschreiben und rund 15 Millionen Euro kosten.

In Leipzig bleibt dagegen RB-Stürmer Hee-chan Hwang, der den Klub eigentlich leihweise Richtung England verlassen sollte, um mehr Spielzeit zu bekommen. Da Leipzig keinen schnellen Ersatz mit dem gewünschten Profil auf dem europäischen Markt fand, soll der südkoreanische Nationalspieler sich jetzt durch gute Trainingsleistungen und Kurzeinsätze wieder näher an einen Stammplatz spielen.

Vorschau: Am Samstag trifft RB auswärts auf Schalke 04. Tabellenzweiter und „Bayern-Jägerchen“ gegen den abgeschlagenen Letzten mit nur noch theoretischen Chancen auf den Klassenerhalt: Alles klar, die drei Punkte nehmen die Sachsen mit. Könnte man meinen, wäre da nicht vor kurzem die peinliche Auswärtsniederlage beim fast ebenso abgeschlagenen Tabellenvorletzten Mainz gewesen. Mit dieser Lektion im Hinterkopf wird es für RB darum gehen, das Spiel von Beginn an so seriös und dominant wie beim gestrigen, souveränen 4:0 gegen Bochum im Pokal-Achtelfinale zu gestalten, um den Schalkern jede Hoffnung auf eine mögliche Überraschung sofort zu nehmen.

Ob oder wo RB zehn Tage später sein Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bestreitet, ist aktuell völlig unklar. Derzeit verhindern die bis 17. Februar geltenden Einreiseregeln für Menschen aus Corona-Mutationsgebieten die Anfahrt des Gegners FC Liverpool. Leipzig hat in dieser Woche einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Bundespolizei gestellt. Die UEFA macht sich das Thema in der ihr eigenen, absurden Art und Weise ganz einfach. Wird der Antrag abgelehnt und Leipzig kann bis zum 8. Februar keinen alternativen Austragungsort für das Heimspiel organisieren, wird das Spiel laut ihrer Durchführungsbestimmungen mit 3:0 für Liverpool gewertet.


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: Spiele gegen Union Berlin werden so schnell nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen von Gladbach-Fans werden, aller Fanfreundschaft zum Trotz. Auch diesmal gab es an der Alten Försterei keine drei Punkte für den VfL. Und das 1:1 war am Ende auch angemessen. Beide Teams neutralisierten die Stärken des jeweils anderen über 90 Minuten recht zuverlässig, sodass sich der Spaß an der chancenarmen Partie in Grenzen hielt.

Borussia kombinierte nur bis zum Strafraum ganz ansehnlich, Union seinerseits kam nur selten in die Position zum gefährlichen Umschalten. Auch die Stärken beider Teams bei ruhenden Bällen kamen diesmal nicht wirklich zum Tragen. So reichten ein schwach verteidigter Freistoß zur Berliner Führung und ein ganz ansehnlicher Angriff mit Alassane Pleas beherztem Schuss ins lange Eck zum 1:1-Endstand. Alles in allem ein verbissenes Spiel zweier pressingstarker Teams, mit dem man sich nicht lange aufhalten möchte.

Auffällig war dennoch, dass der rotationsbedingte Verzicht auf Florian Neuhaus und Lars Stindl in der Startelf auch der Spielfreude und Durchschlagskraft abträglich war. Erst als die beiden Schlüsselspieler ins Spiel kamen, wurde das Gladbacher Spiel wieder unberechenbarer und zwingender.

Wie wichtig die beiden derzeit für Borussias Spiel sind, zeigte sich auch wieder am Mittwochabend beim 2:1-Sieg im Pokal beim VfB Stuttgart. Allerdings war Neuhaus gegen stark umschaltende Schwaben zu ungewohnt viel Abwehrarbeit gezwungen, und Stindl musste sich diesmal eines persönlichen Bewachers erwehren. Endo stand Stindl zwar ständig auf den Füßen, konnte aber letzlich auch nicht verhindern, dass der Kapitän immer wieder den wichtigen Verbindungsspieler im Aufbau gab und das wichtige 1:1 von Thuram einleitete. Insgesamt war der Viertelfinaleinzug der Borussen gegen den Aufsteiger allerdings ein sehr hartes Stück Arbeit, zu dem es in der einen oder anderen Szene auch etwas Glück brauchte. Aber insgesamt zeigte Borussia nach dem sehr frühen Gegentreffer eine abgeklärte Leistung.

News der Woche: Embolo, Embolo, Embolo -zuletzt ging es ja vor allem um den Fehltritt des Stürmers. In dieser Woche bestimmten mal wieder andere Borussen die Schlagzeilen neben dem Platz.
Valentino Lazaro, der kurz vor seinem Comeback nach längerer Muskelverletzung steht, entschied das Rennen um das Tor des Jahres in der ARD-„Sportschau“ fast erwartungsgemäß für sich. 35 Prozent der Abstimmenden votierten für den kunstvollen „Scorpion Kick“ des Österreichers zum 3:4 gegen Leverkusen.

Valentino Lazaros Tor des Jahres (Sportschau-Film)

Florian Neuhaus landete mit seinem sehenswerten Weitschusstor aus dem Januar 2020 gegen Mainz übrigens auch noch auf Platz vier.

Die Wintertransferphase ging wie angekündigt ohne Gladbacher Bemühungen um neue Spieler zu Ende. Zwar wurde der französische Mittelfeldspieler „Manu“ Koné in diesem Winter verpflichtet, aber spielen wird er in Gladbach erst zur neuen Saison. Der US-Amerikaner Joe Scally ist zwar inzwischen auch neu im Training der Fohlen, sein Transfer wurde aber schon 2019 eingetütet.

Dafür tat sich kurz vor Schließen des Transferfensters noch etwas auf Seiten der Abgänge. Laszlo Benes ließ sich auf eigenen Wunsch für den Rest der Saison nach Augsburg verleihen, um mehr Spielpraxis zu bekommen. Derzeit kommt er im zentralen Mittelfeld nicht an Kramer, Neuhaus oder Zakaria vorbei, auch wenn er sich bei seinen Kurzeinsätzen stets gut verkaufte. Ein gewisses Risiko bleibt angesichts der kommenden Aufgaben dennoch. Denn Verletzungen und die eine oder andere drohende Gelb-Sperre könnten das derzeit üppig Herzstück des Borussen-Spiels auch schnell mal empfindlich ausdünnen.

Und damit zurück zu Embolo. Diesmal brachte er die Fans eher zum Schmunzeln. Weil er beim Warmmachen beim Union-Spiel keine filigranen Fußballtreter, sondern dicke Moonboots trug. Bis zu seiner Einwechslung war das Schuhwerk dann natürlich regelkonform getauscht. Am Spielverlauf änderte Embolos Kurzeinsatz freilich auch nichts mehr.

Vorschau: Ein Top-Spiel ist der nächste Auftritt der Borussia zumindest tabellarisch nicht, auch wenn am Samstag um 18.30 Uhr angepfiffen wird. In normalen Zeiten – mit Fans - wäre es dennoch eins der heiß erwartetsten Spiele der Saison. Aber so wirkt es fast wie ein Spiel wie jedes andere.
Egal, es geht um drei Punkte und die Ehre: Das Derby gegen Köln steht an! Angesichts der Auftritte beider Mannschaften in dieser Saison und der klaren Bilanz in der Bundesliga-Historie könnte man als Gladbacher entspannt sein. Aber das Kribbeln liegt ja auch darin, dass es ein gewisses Risiko gibt, dass es dann doch vielleicht am Ende nicht so laufen könnte wie zu erwarten wäre. Was natürlich nicht passieren darf. Auf keinen Fall. Ist sonnenklar. Inwieweit das Kölner Aus im Elfmeterschießen den Gegner noch mehr anknackst oder ihn mit Wut im Bauch zum gefährlicheren Gegner macht, muss sich am Samstag zeigen.

Die Borussia von 2020/21 neigt jedenfalls bislang nicht dazu, einen Gegner zu unterschätzen. Und kann vom Pokalspiel am Mittwoch in Stuttgart den Nimbus des 2021 weiter ungeschlagenen Teams mitnehmen, das auch Rückschläge inzwischen gut wegsteckt und gefestigt und ruhig weiterspielt.

Personell sieht es weiterhin nach großer Auswahl für Marco Rose aus. Valentino Lazaro sollte wieder dabei sein, damit fehlt auf dem Kaderzettel vorläufig nur noch der junge Rocco Reitz, der nach der Benes-Leihe als Mittelfeld-Back-up möglicherweise in der Rückrunde noch zu weiteren Einsatzminuten kommen könnte. Der Trainer hält jedenfalls große Stücke auf den Youngster und verhalf dem 18-Jährigen vergangenes Jahr schon zum Bundesliga-Debüt gegen Mainz.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Als Leverkusen am Wochenende gegen RasenBallsport Leipzig zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit 0:1 verlor, zeigte sich zum dritten Mal, wo die Mannschaft von Peter Bosz 2021 steht. Defensiv nach wie vor stabil, offensiv aber viel zu harmlos. Keine neue Zuschreibung, denn eigentlich traf sie auch auf 2020 zu. Dort gelang es allerdings, aus den wenigen Chancen auch Tore zu erzielen. In der Hinrunde gelang dies, weil die Chancenverwertung überragend war, insbesondere bei Standardsituationen. Im Lichte dieses Gesamteindrucks, der sich wochenlang manifestiert hat, sah ich das Pokalspiel gegen Essen und war eigentlich auch währenddessen sehr entspannt. In der regulären Spielzeit hatte man viele gute Chancen, traf aber nicht. Nicht gut, aber auch nicht dramatisch. Irgendwann wird schon einer dieser Angriffe reingehen, so mein Kalkül, was dann auch geschah. Die Geschichte dieses Spiels schien für mich geschrieben, ein wenig naiv, ich gebe es zu. Wirklich katastrophal hingegen - und mehr fällt mir dazu in diesem Moment auch nicht ein - war dann aber, dass Bayer Leverkusen (!) in der zweiten Halbzeit der Nachspielzeit (!!) gegen einen Regionalligisten (!!!) noch zwei Tore kassierte (!!!!). Kurz vor dem Ausgleich liefen sich Wendell und Bailey bei einem Angriff selbst über den Haufen, wodurch der Spielzug beendet war und Essen zu einem Einwurf kam. Vielleicht die symptomatischte Szene dieses Spiels.

News der Woche: Seit der letzen Ausgabe wurden zwei Spieler verpflichtet: Rechtsverteidiger Jeremie Frimpong kam von Celtic Glasgow, womit man rechtzeitig ein halbes Jahr im Voraus schon auf die bevorstehenden Abgänge auf dieser Position reagierte, und Flügelspieler Demarai Gray kam von Leicester City, womit man ein halbes Jahr zu spät, endlich wieder einen vierten Flügelspieler im Kader hat. Die Notwendigkeit, auf dieser Position tätig zu werden, zeigte sich auch umgehend: Karim Bellarabi zog sich einen Einriss der Muskelhülle in der hinteren linken Oberschenkel-Muskulatur zu und wird damit voraussichtlich zwei Wochen fehlen.

Vorschau: Eine Antwort muss nun gegen den VfB Stuttgart am Samstagnachmittag erfolgen. Aber dieses Spiel kann nur der erste Teil einer notwendigen Reaktion sein. Denn wahrscheinlich werden die Stuttgarter keine reine Defensivtaktik wählen, die Beweispflicht, dass Bayer 04 auch gegen tiefstehende Gegner zu kreativen Ideen kommen kann, wird wohl erst an einem anderen Spieltag erbracht werden können.


TSG Hoffenheim

Rückschau: Am Wochenende gastierte die TSG beim Rekordmeister aus München und startete mit derselben Elf in die Partie, die in der Vorwoche Köln mit 3:0 besiegt hatte. Bereits nach acht Minuten hätten die Kraichgauer in Führung gehen müssen, Neuer parierte jedoch stark gegen Bebou. Auch in der Folge kam die TSG weiterhin zu Chancen, die wohl aussichtsreichste vergab jedoch erneut Bebou (26’, Kopfball). Das rächte sich schnell und die Bayern gingen in Minute 32 nach einer Ecke durch Boateng in Führung. Nur wenige Minuten später erhöhte Müller auf 2:0 für die Hausherren (43’). Die sofortige Antwort lieferte Kramaric, der in der 44’ Minute auf 1:2 verkürzte. 

Auch nach der Pause boten sich den Kraichgauern mehrere Chancen, die erneut ungenutzt blieben, was nach einer knappen Stunde durch Lewandowskis vorentscheidendes Tor zum 1:3 bestraft wurde. In Minute 63 machte der Ex-TSGler Gnabry mit seinem Tor zum den Sack zu. Das restliche Spiel verlief relativ highlightarm und die Partie endete mit 4:1. Ein in der Höhe sicherlich nicht ganz korrektes Ergebnis, was auch die ‘expected Goals’ zeigen…

News der Woche: Im Gegensatz zum vergangenen Spieltag in der Bundesliga verlief der ‘Deadline Day’ doch relativ erfreulich.

Am frühen Nachmittag vermeldeten die Kraichgauer die Verpflichtung des 20-jährigen Bayerntalents Chris Richards auf Leihbasis bis zum Saisonende. Mit dem flexibel einsetzbaren und temporeichen Richards reagiert die TSG auf die langfristigen Ausfälle der Innenverteidiger Kevin Akpoguma, Ermin Bicakcic und Kapitän Benjamin Hübner.

Am Abend meldete die TSG dann schließlich den Vollzug eines weiteren Transfers. Der 18-jährige Geo Rutter, der zu den größten Offensivtalenten Frankreichs zählt, verstärkt die Offensive der Hoffenheimer ab sofort. Laut ‘RMC Sport’ lässt sich die TSG die Dienste des Mittelstürmers knapp 500.000 Euro kosten.

Vorschau: Kommenden Sonntag empfängt die TSG um 15:30 Uhr die formstarke Eintracht aus Frankfurt. Den letzten Sieg gegen die SGE konnten die Hoffenheimer im April 2017 bejubeln, als Benjamin Hübner in der 90’ Minute zum 1:0 Siegtreffer einköpfte. 

Eben dieser Benjamin Hübner wird am Sonntag leider nicht zur Verfügung stehen, ebenso wie Ermin Bicakcic, Kevin Akpoguma, Kostas Stafylidis und Dennis Geiger. Ein Einsatz von Ryan Sessegnon und Robert Skov ist fraglich. Inwieweit die Neuzugänge Chris Richards und Geo Rutter schon Optionen für den Spieltagskader sein werden, bleibt abzuwarten.


VfL Wolfsburg

Rückschau: Mit einem verdienten und letztlich souveränen 3:0 gegen den SC Freiburg bekräftigt der VfL Wolfsburg seine Ansprüche aufs internationale Geschäft in dieser Saison. Neutralisierten sich beide Teams in der Anfangsphase weitestgehend, ging der VfL nach einer Arnold-Ecke durch Brooks in Führung. Das 700. Heimtor in der Bundesliga-Geschichte. Glück: ein mögliches Foulspiel unmittelbar vor dem 1:0 wurde weder von Schiedsrichter noch VAR bemerkt. Allerdings ließ der VfL auch in der Folge wenig bis gar nichts anbrennen, legte durch Weghorst sehenswert nach und machte schließlich mit Gerhardt den Deckel drauf. Lediglich Höler zwang Casteels in der zweiten Hälfte noch zu einer Glanzparade. 

News der Woche: Zum Abschluss der Transferperiode blieben - wie erwartet - Neuverpflichtungen aus. Die sportliche Führung ist offenbar vom Kader (zurecht) überzeugt und will offenbar das Risiko nicht eingehen, durch eine Verpflichtung Unruhe in die funktionierende Ordnung zu bringen. Abgegeben wurde allerdings noch mit Yunus Malli (Trabszon) einer der Top-Verdiener im Kader, der allerdings bei Oliver Glasner wie zu vor auch bei den anderen Trainern keine Chance mehr hatte. Dadurch könnte im Sommer noch mal finanziell mehr Spielraum entstehen. Fest steht auch, dass Felix Klaus nicht zum VfL zurückkehren wird: Nach drei Kadernominierungen für Fortuna Düsseldorf greift dort eine kuriose Kaufklausel. 

Vorschau: Im Pokal muss der VfL heute am Mittwoch gegen Schalke 04 im Heimspiel ran. Durch die Leistungen in der Bundesliga und der Katastrophensaison auf Schalke ist der VfL klarer Favorit. Allerdings wird Oliver Glasner eventuell rotieren. Trotzdem hat man den Pokalsieg als Ziel ausgerufen. Positiv: alle Spieler - auch der zuletzt von Corona betroffene Roussillon - sind soweit wohl einsatzbereit. Für das Bundesligaspiel in Augsburg am Samstag sind die Prognosen noch zu früh. Allerdings wollen die Wölfe auch hier aufgrund der engen Tabellensituation hier nachlegen, was ja alles andere als unrealistisch ist.


SC Freiburg

Rückschau: Der SC Freiburg verpasste am Sonntagabend gegen den VFL Wolfsburg eine Überraschung und verlor trotz ordentlicher Defensivleistung mit 3:0. Freiburg erwischte den etwas besseren Beginn, geriet dann jedoch äußerst unglücklich in Rückstand. Nach einer Ecke trat Mbabu im Getümmel Keven Schlotterbeck auf die Ferse, bevor Brooks den Ball ins Tor schießen konnte. Der Videoschiedsrichter übersah das Foul jedoch anscheinend und ließ den Treffer zählen – eine bittere Entscheidung für den Sport-Club. In der Folge blieb man zunächst gut in der Partie, konnte sich jedoch zu wenig Chancen erspielen und kassierte mit dem zweiten Wolfsburger Schuss aufs Tor durch eine großartige Aktion von Weghorst das 2:0. Nach einer kurzen Freiburger Druckphase zu Beginn der zweiten Hälfte verteidigte Wolfsburg dann äußerst souverän, verdiente sich nachträglich die Führung und setzt mit Gerhardts 3:0 den Schlusspunkt. Der SC verlor damit zwar zu hoch, aber verdient gegen taktisch kluge und vor allem defensiv enorm starke Wolfsburger.

News der Woche: Der Führungstreffer der Wolfsburger war auch trotz der verdienten Niederlage nach dem Spiel das größte Gesprächsthema. Trotz des klaren Treffers am Fuß, der bei Sky deutlich vor Wiederanpfiff auch ohne Lupe gut erkennbar war, rechtfertigte der DFB das Ausbleiben des Videobeweises u.a. damit, sich beim VAR nicht auf „detektivische Suche“ begeben zu wollen. Angesichts vieler bisheriger VAR-Entscheidungen war dies sicherlich eine seltsame Begründung. Die simpelste Erklärung – der VAR hatte schlicht nicht rechtzeitig das entscheidende Bild ausgewählt – wäre für die Freiburger deutlich leichter zu schlucken gewesen.

Der Deadline Day konnte im Breisgau dagegen sehr ruhig begangen werden. Angesichts von Platz 9 in der Tabelle und einer sehr guten Leistung in den letzten zwei Monaten verzichtete man völlig auf Verstärkungen. Schmerzhaft vermissen wird man beim Sport-Club allerdings das Energiebündel Amir Abrashi, der nach über fünf Jahren Freiburg zurück in die Schweiz zum FC Baseln wechseln wird.

Vorschau: Nachdem der SC in den letzten Wochen bereits München, Frankfurt und Wolfsburg als Gegner hatte, steht am Samstag um 15:30 Uhr mit Borussia Dortmund der nächste Anwärter auf die Champions League auf dem Spielplan. Allzu viel Grund für Optimismus gibt es für Freiburg dabei nicht. Gegen keinen Bundesligisten konnte der Sport-Club unter Christian Streich weniger Punkte einfahren, in 16 Partien gewann man kein einziges Spiel und sicherte sich lediglich drei Unentschieden.

An der üblichen 3-4-3 Formation dürfte sich bei Freiburg nichts ändern, in der Aufstellung sollten einzig in der Sturmspitze und Rechtsaußen Rotationen möglich sein. Die Freiburger Eingespieltheit, die kleine Dortmunder Formschwäche und ein langer Pokalabend beim BVB geben ein wenig Grund zur Hoffnung, aber der SC Freiburg wird wie immer gegen Dortmund als klarer Außenseiter in die Partie gehen.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: Es läuft weiterhin gut für die Eintracht. Am vergangenen Spieltag fuhren die Frankfurter gegen Hertha BSC die nächsten drei Punkte ein. Gegen die Berliner unter dem neuen alten Coach Pal Dardai tat sich die Eintracht dennoch schwer. Es war eine schleppende Partie, in der die SGE zwar die qualitativ bessere Mannschaft war, jedoch nur schwer zu ihrem Spiel fand. Die krisengeplagten Herthaner gewannen 54% der Zweikämpfe, unterbanden damit den Spielaufbau der Frankfurter und gingen sogar 1:0 in Führung. Doch das reichte nicht, um die formstarken Hessen zu stoppen. So endete die Partie mit einem 3:1-Sieg für Eintracht Frankfurt.

News der Woche: Das Thema Hertha BSC kann die Eintracht für diese Saison abhaken – zumindest auf dem Spielfeld. Außerhalb des Platzes bleiben die Berliner weiterhin ein großes Thema. Fredi Bobics Ex-Club meldet Interesse am Frankfurter Sportvorstand an und der lässt seine Zukunft offen – ein Dämpfer für die fast schon beunruhigend gute Stimmung am Main. 

Bevor das Transferfenster am 1. Februar schloss, verkündete die SGE noch zwei Neuzugänge für den Sommer: Christopher Lenz kommt von Union Berlin und auch Ali Akman, ein vielumwobenes Sturmtalent aus der Türkei, erfüllt sich mit dem Wechsel an den Main seinen Traum von Europa. 

Für diesen muss der 18-jährige Türke wohl einiges in Kauf nehmen. Der junge Angreifer wechselt ablösefrei zur SGE, was seinem aktuellen Club Bursaspor bitter aufstößt. Am Mittwoch gab der türkische Zweitligist bekannt, Akman suspendieren zu wollen. Begründet wird die Maßnahme mit dem “unethischen Transfer“. Eintracht Frankfurt hat sich zu der Situation bisher nicht geäußert, dürfte aber mit Bauchschmerzen auf die Suspendierung blicken, die das Sturmtalent in seiner Entwicklung ausbremsen könnte. 

Vorschau: Für die Eintracht steht als nächstes ein Sonntagsspiel gegen die TSG Hoffenheim auf dem Plan. Um 15:30 Uhr treffen die Frankfurter auf einen Gegner, der schwer einzuschätzen ist. Bisher spielen die Kraichgauer eine bescheidene Saison, schienen sich zuletzt aber wieder besser gefunden zu haben. Dazu kommt das Verletzungspech, von dem die SGE bisher glücklicherweise in solch großem Ausmaß verschont blieb. Doch nicht nur die Frankfurter sind mit Silva und dem bisherigen Edel-Joker Jovic in der Sturmspitze gut besetzt, auch die TSG hat mit Kramaric einen Spieler in ihren Reihen, auf den die Jungs von Adi Hütter besser ein Auge werfen. Als derzeit formstärkstes Team der Liga sollten sich die Adlerträger trotz Kramarics Torgefährlichkeit weiterhin auf ihre Stärken besinnen. Tun sie das, könnte es den Hessen gelingen eine weitere Woche auf einem Champions-League-Platz zu verbringen.  


Hertha BSC

Rückschau: Back to the future hieß es bei Hertha BSC. Nach vier gescheiterten Trainern muss es nun wieder Pál Dárdai richten und aus den „20 Aligatoren“ eine Mannschaft formen. Mit der extrem formstarken Eintracht stand direkt ein enorm harter Prüfstein an. Der Trainer stellte im Vergleich zur Vorwoche sechs neue Spieler in die Startelf. Cordoba (verletzt), Alderete, Mittelstädt, Pekarik, Darida und Schwolow blieben draußen. Am überraschendsten war wohl der Wechsel auf der Torhüter-Position. Sommer-Neuzugang Schwolow spielt zwar keine überragende Saison, gehörte aber dennoch zu den stabileren Spielern und fiel in dieser jungen, führungslosen Mannschaft durch Kommandos und Lautstärke auf. Auch die Aufstellung des Rechtsverteidigers Lukas Klünters, der ebenfalls sein erstes Saisonspiel machte und den bis dato soliden Peter Pekarik ersetzte, überraschte. Der dritte Spieler, der zu seinem ersten Saisoneinsatz kam, war der 6er Santiago Ascacibar, von dem sich Dárdai mehr Giftigkeit im Mittelfeld erhoffte.

Hertha trat erwartet kompakt auf, kam gut ins Spiel und war ein unangenehmer Gegner. Im Laufe der ersten Halbzeit erspielten sich die Frankfurter jedoch ein Übergewicht und so konnte Rune Jarstein einige Argumente für sich und somit auch seinen Trainer sammeln. Dank dem 36-jährigen Norweger ging es mit 0:0 in die Pause. In der zweiten Hälfte ergab sich dann ein offeneres Spiel. Hertha presste höher und kam auch zu Torchancen. Eine davon nutzte Piatek mit sehenswerter Schusstechnik zum 1:0, welchem ein sehr ausgiebiger Torjubel vor der Trainerbank folgte.

Da wir aber immer noch von Hertha reden, war fast klar, was dann folgte: Die Frankfurter glichen nicht mal zwei Minuten später durch Silva aus. Danach blieb das Spiel lange offen, ehe Marvin Hinteregger eine der nach wie vor zu häufig vorkommenden Aussetzer in der Hertha-Abwehr nutzte, um zum 2:1 einzuköpfen. Hertha warf nochmal alles nach vorne, kassierte aber kurz vor Schluss einen Konter, dem Matheus Cunha mit sehr viel Einsatz aber wenig Fortune nur regelwidrig ein Ende setzen konnte. 3:1 Endstand. Gut gekämpft, ordentlich gespielt, aber wieder keine Punkte.

News der Woche: Hertha nutzte den Deadline-Day um sich mit einem großen Namen zu verstärken. Mit Sami Khedira kommt ein Spieler zur Hertha, der in seiner Karriere fast alles gewonnen hat und der unerfahrenen und führungslosen Mannschaft Halt geben soll. Eine nachvollziehbare Idee, welche nur dadurch getrübt wird, dass Sami Khedira in den letzten 14 Monaten gerade mal 30 Minuten auf Wettkampfebene gespielt hat. Es ist fraglich, was er der Mannschaft kurzfristig spielerisch geben kann, durch seine Präsenz und Spielintelligenz könnte er aber der Mannschaft das geben, was ihr in den letzten Monaten abging. Bei seiner Vorstellung machte er nicht nur einen sympathischen, sondern auch enorm selbstreflektierten und hungrigen Eindruck.

Neben Sami Khedira holte man auch noch einen Spieler für die Position, auf der der Bedarf wohl am größten ist: der offensive Flügel. Der 24-jährige Serbe Nemanja Radonjic kommt auf Leihbasis von Olympique Marseille. Mit seiner Schnelligkeit passt er zu Dárdais Umschaltspiel, macht dem teilweise lustlos agierenden Dodi Lukebakio Druck und könnte dafür sorgen, dass Matheus Cunha oftmals in seiner präferierten zentralen Rolle agieren kann.

Vorschau: Hertha eröffnet den Spieltag gegen den Spitzenreiter aus München. Da die Bayern noch ein super wichtiges Turnier in der Demokratie-Hochburg Katar spielen müssen, wurde das Spiel nicht nur extra auf den Freitag, sondern zusätzlich noch kurzfristig um 30 Minuten nach vorne verlegt.

Sportlich überlegt indes Pál Dárdai, ob er Sami Khedira direkt von Beginn an seine neuen Nebenmänner dirigieren lässt. Abgesehen davon sind keine großen personellen Änderungen zu erwarten, lediglich die Position des Linksverteidigers scheint noch nicht final besetzt zu sein, da weder der 17-jährige Luca Netz, noch Maximilian Mittelstädt, der leider defensiv immer wieder vermeidbare Fehler drin hat, gegen Frankfurt restlos überzeugen konnten.

Da Hertha unter Pál Dárdai, aber auch danach gegen die Bayern meistens ordentlich aussah und man am vergangenen Wochenende gegen das formstärkste Team der Liga gut mithalten konnte, besteht natürlich die Hoffnung, irgendwie zumindest einen Punkt in Berlin zu halten. Voraussetzung dafür dürfte aber sein, dass die Bayern im Kopf vielleicht schon in Katar sind und man es zu dem schafft, Robert Lewandowski in den Griff zu bekommen.


Union Berlin

Rückschau: “Hut ab vor Union Berlin! Sie kommen nicht nur über Kampf, sondern können auch Fußball spielen.” so Gladbachs Coach Marco Rose zum Spiel seiner Fohlen beim Gastspiel in der Alten Försterei am Sonnabend und bringt in einem Satz das auf den Punkt, was bereits die Bayern, der BVB und Leverkusen in Oberschöneweide schmerzlich zu spüren bekamen. 13:14 Torschüsse, Passquote 81% : 86%, Zweikampfquote 47% : 53% und das Endergebnis 1:1 belegen es: es war ein sehr ausgeglichenes Spiel mit nur wenigen Torchancen auf beiden Seiten. Die Zahlen täuschen aber etwas darüber hinweg, dass sich hier wieder einer der großen und erfolgreichsten Traditionsklubs der Bundesliga mit einem blauen Auge aus der Alten Försterei verabschiedet hat, denn Union hat sich nach zwei verlorenen Spielen in Folge wieder auf seine Tugenden besonnen: das Zentrum verdichten, Laufen, Laufen, Laufen - wieder einige Kilometer mehr als der Gegner aus Gladbach - und nach Ballgewinn das Spielgerät schnell aus der Abwehr kombinierend nach vorne zu tragen.

In der 31‘ konnten die Eisernen durch Robin Knoche überraschend in Führung gehen und die knappe Führung durch eine sichere Abwehr bis zur 59‘ auch halten. Dann ging es bei Gladbach mal schnell und schon stand es durch einen Schuss von Alessane Plea 1:1. 10 Minuten später prallten Gladbachs Thuram und Unions Knoche unbeabsichtigt mit Berlins Torwart Andreas Luthe zusammen, der in Folge des Zusammenpralls mit Schwindelgefühl ausgewechselt werden musste. So kam Unions Liverpool-Leihgabe Loris Karius zum 1. Bundesligaeinsatz mit Union.

News der Woche: Kurz vor Transferschluss hat Union mit Petar Musa von Slavia Prag einen Mittelstürmer auf Leihbasis ohne Kaufoption bis zum Saisonschluss verpflichtet, sicherte sich aber ein sogenanntes "Matching Right". Damit reagierten die Eisernen auf den weiteren Ausfall von Stürmer Anthony Ujah, der sich einer erneuten Knie-OP unterziehen muss und wahrscheinlich nun auch noch für die komplette Rückrunde ausfallen wird.

Mit „Bluten für Union“ versuchte 2004 die Union-Fan-Szene Geld zu sammeln, damit der Verein eine Bürgschaft in Höhe von 1,46 Millionen Euro beim DFB für die Regionalliga-Lizenz hinterlegen konnte. Knapp 16 Jahre später ruft die Szene Köpenick erneut dazu auf, Blut zu spenden. Denn aufgrund der Corona-Pandemie sind in vielen Krankenhäusern die Blutreserven stark strapaziert und brauchen dringend Nachschub. Deshalb: SPENDET BLUT, denn Blut kennt keine Vereinsfarben!!

Vorschau: Am 6. Februar, Sonnabend um 15.30 Uhr gastiert der 1. FC Union Berlin e. V. beim 1. Fußball- und Sportverein Mainz 05 e. V. in der Arena, die den Namen eines großen deutschen Automobilherstellers trägt. Insgesamt neunmal haben beide Mannschaften in den letzten Jahren versucht, sich gegenseitig das runde Leder ins Eckige zu bugsieren. Viermal konnten die Mainzer das Spiel für sich entscheiden, dreimal Union und zweimal trennten sich beide Mannschaften unentschieden – in der Gesamtheit aller geschossenen Tore führt Union mit 13 Treffern gegenüber 11 der Rheinhessen. Vor allem die letzten 3 Spiele in der 1. Bundesliga waren immer sehr torreich. So konnte Union das Hinspiel am 3. Spieltag 4:0 gewinnen und legte damit den Grundstein für den heutigen 8. Platz mit sagenhaften 29 Punkten. Die Mainzer dagegen können mit ihrem aktuellem Platz 17 und gerade einmal 10 Punkten – zwei mehr als Schalke – überhaupt nicht zufrieden sein und stehen damit dem Abstieg näher als dem rettenden Ufer. Zwar entließen die Rheinhessen den glücklosen Trainer Jan-Moritz Lichte und verpflichteten mit Bo Svensson einen ehemaligen Mainzer Profi aber die erhoffte Wende schaffte auch er bisher nicht. Insofern fällt Union in diesem Spiel die eindeutige Favoritenrolle zu, eine Rolle die Union aber nicht unbedingt liegt. Mit der Genesung von Stürmer Joel Pohjanpalo und dem neu verpflichteten Stürmer Petar Musa hat Trainer Urs Fischer wieder verschiedene Alternativen im stürmenden Personal zur Verfügung.


Schalke 04

Rückschau: Schalke spielte am Samstag gegen Werder Bremen. Für circa 40 Minuten. Nach dem Führungstreffer gelang es dem Team nicht einen einzigen weiteren Torschuss abzugeben. Und so muss man über einen Punkt froh sein, denn nur der VAR verhinderte das 2-1 in der Nachspielzeit. Zu Beginn spielte Schalke enorm vorsichtig, nach Balleroberungen kam oft ein Rückpass und im Spielaufbau rotierte die Kugel oft gefühlte Minuten zwischen den Innenverteidigern. Aber so gelang es, Bremen den Zahn zu ziehen, die kamen nämlich auf noch weniger Angriffsgelegenheiten. Kohfeldt tobte an der Seitenlinie in der Hoffnung, sein Team zu beleben. Was Werder aber zurück ins Spiel brachte, war die Schalker Führung.

Wie die schlechteste Defensive der Liga - jetzt 49 Gegentore - darauf setzen kann, eine Führung durch bloßes Verteidigen zu retten, bleibt mir schleierhaft. Schalke lag nur vier mal diese Saison vorne. In drei der Spiele mussten die Schalker noch den Ausgleich hinnehmen. Jetzt fehlt es Schalke wirklich nicht an anderen Problemfeldern: Serdar und Raman fehlten am Wochenende zusätzlich, zum fünften Mal diese Saison konnte die Bank nicht voll besetzt werden, so ausgedünnt ist der Kader. Und zur Qualität in der Breite nur soviel: Schalke hat diese Bundesligasaison noch nicht ein einziges Mal das Kontingent von fünf Wechseln ausgeschöpft! Das Spiel am Wochenende war erst das sechste von Trainer Gross, eine Winterpause gabs nicht und die nächste Länderspielwoche ist erst Ende März. Trotzdem darf es Schalke nicht passieren ein Spiel so kläglich aus der Hand zu geben, wie dieses.

Am Mittwoch Abend flog Schalke außerdem im DFB-Pokal gegen Wolfsburg raus. Zum ersten Mal diese Saison war Schalke über 90 Minuten im Spiel, trotz des Gegentreffers - Nachschuss eines Elfmeters nach VAR-Eingriff - war kein war man die stärkere Mannschaft und konnte sich die besseren Chancen erarbeiten. Und selbst die Auswechslungen führten zu keinem Bruch im Spiel. Nur an der Chancenverwertung scheiterte das Team. Und trotzdem macht dieses Spiel gegen den Tabellendritten Mut für die kommenden Spiele.

News der Woche: Schalke konnte am letzten Tag der Transferperiode noch einen Zu- und einen Abgang vermelden. Kabak ging nach Liverpool, bis Sommer zunächst auf Leihbasis, aber mit Kaufoption. Als Ersatz wurde Mustafi von Arsenal verpflichtet, dieser hat ebenfalls nur bis zum Sommer unterschrieben. Das war nun der dritte Wechsel bei dem der Sportvorstand hofft, im nächsten Sommer Geld zu verdienen. Für eine Führungsetage, die sich vor der Saison noch offensiv hingestellt hatte und angab, keine Wetten mehr auf die Zukunft abzuschließen, ist das eine peinliche Bilanz. Besonders, wenn sich Schneider dann noch beschwert, wie wenig finanziellen Spielraum er habe. Dabei ist das eine Folge seines eigenen Versagens. Vier Verkäufe gelangen ihm bisher in seinen vier Transferperioden im Verein. Sieben Spieler ließ er ablösefrei ziehen, 15 wurden verliehen, davon vier sogar zweifach - auch hier waren vielfach Kaufoptionen vorhanden, von denen bisher keine einzige gezogen wurde. Spieler wie Rudy, Mendyl und Bentaleb waren von Tag eins an schon voraussortiert, eine Trennung wurde immer wieder angekündigt. Keiner konnte tatsächlich von der gehaltsliste gestrichen werden. Bentaleb soll nun angeblich wieder ins Team reintegriert werden. Schneiders Handeln als Sportvorstand ist nur noch peinlich.

Im nächsten Sommer enden fünf Leihen - bei Paciência greift bei Klassenerhalt eine Kaufpflicht - und es laufen Stand jetzt sieben Verträge aus - mit Hoppe wurde erst diesen Montag endlich verlängert. Angeblich haben vier Spieler keinen Vertrag für die zweite Liga. Und das wo Schalke gerade die dritte Saison in Folge gegen den Abstieg spielt. Selbst der Vertrag mit Hauptsponsor Gazprom hat laut Medienberichten keine Gültigkeit in Liga zwei. Schalke ist auf einen Abstieg scheinbar immer noch komplett unvorbereitet. Und selbst bei einem - mittlerweile höchst unwahrscheinlichen - Klassenerhalt zerfliegt der Kader im Sommer und es muss ein neuer Trainer her.

So sehr ich als Schalker müde von den immer neuen Umbrüchen bin - 2016, 2018 und 2019 waren die letzten - ist mir auch klar, dass es einen harten Schnitt und einen Neuanfang geben muss. Der hätte auch schon im Winter eingeleitet werden können, mit einem Trainer, der über den Sommer hinaus bleibt und einer Hand voll Transfers die mehr sind als Flickschusterei bis zum Sommer. Eine Zukunft aufzubauen - und sei es in der 2. Bundesliga - ist aber mit Schneider nicht möglich, zu desaströs ist seine Bilanz. Ich warte jetzt nur darauf, dass dieser erste Dominostein endlich fällt und die weitere Planung so früh wie möglich begonnen werden kann.

Vorschau: Am Wochenende kommt was, das nichtmal ich als Schalkefan mir antun werde.


FSV Mainz 05

Rückschau: Am Freitagabend bot sich den 05ern in Stuttgart die Chance Druck auf Köln und Bielefeld aufzubauen. Dafür setzte Bo Svensson wieder auf die Neuzugänge Kohr und Da Costa, die in der vergangenen Woche maßgeblich zum Sieg gegen Leipzig beitrugen. In der ersten Halbzeit zeigte sich der Matchplan der Mainzer deutlich. Um die Stuttgarter in ihrem Aufbauspiel zu behindern, wurde Danny Latza nach vorne gezogen. Um die Pässe im defensiven Mittelfeld der Stuttgarter zu stören. Doch die Stuttgarter reagierten in der zweiten Halbzeit und schafften sich mit langen Bällen Freiraum in der Zone 14, direkt vor dem Strafraum, dem die 05er nichts entgegensetzen konnten. Wieder einmal zeigte sich deutlich, dass es Mainz an offensiver Durchschlagskraft oder kreativen Ideen im Angriff fehlt, um die nötigen Tore zu erzielen.

News der Woche: Auch abseits des Sportlichen brodelt es bei Mainz 05. In der vergangenen Woche veröffentliche der Verein die Liste der am 9.2. bei der Mitgliederversammlung zur Aufsichtsratswahl stehenden Kandidaten mit einer Überraschung. Vier Mitglieder des amtierenden Aufsichtsrats, die noch vor der in Präsenz geplanten MV im Oktober auf dem Wahlzettel standen, wurden nicht zur Wahl zugelassen. Laut Satzung ist die Entscheidung unanfechtbar und die Wahlkommission muss ihre Entscheidung nicht begründen. Nach Aussage von Sven Hieronymus, der nach der Nichtnominierung auf seine Kandidatur verzichtete, und Eva-Maria Federhenn, wurde die Kandidatur nicht bestätigt, da sich im wirtschaftlichen Bereich versiertere Kandidaten beworben hätten. Dennoch wurde die Kapazität an verfügbaren 16 Kandidaturplätzen von der Wahlkommission nicht voll ausgeschöpft. Zur Wahl stehen 12 Personen für acht Aufsichtsratsplätze. Am 2. Februar zog dann der Vorstand und der amtierende Aufsichtsrat die Reißleine: die für den 9. Februar angesetzte digitale Mitgliederversammlung wurde auf ein noch unbekanntes Datum verschoben.

Vorschau: Beim Heimspiel am kommenden Samstag empfangen die 05er Union Berlin. Im Hinspiel debütierte Jan-Moritz Lichte als Chefcoach bei den Mainzern und zeigte einige gute Ansätze, auch wenn das Spiel deutlich verloren wurde. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit dem Ex-Mainzer Taiwo Awoniyi, der noch in der letzten Saison wichtige Tore für die Rheinhessen schoss. Er steht sinnbildlich für das, was Mainz 05 aktuell fehlt: ein echter Stürmer. Warum Awoniyi nach seiner starken Leistung am Ende der Saison nicht bei Mainz nicht gehalten werden konnte, ist vielen im Mainzer Umfeld ein Rätsel.


1. FC Köln

Rückschau: Eine wilde Woche liegt hinter dem 1. FC Köln – nicht nur sportlich: Die „Geißböcke“ schafften mit dem 3:1-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld den Befreiungsschlag in der Bundesliga. Durch den ersten Erfolg im Müngersdorfer Stadion seit 338 Tagen (!) sprang das Team von Trainer Markus Gisdol vom Relegationsrang auf Platz 14, überholte in der Tabelle nicht nur den direkten Konkurrenten, sondern auch noch Hertha BSC. Ein solider Auftritt reichte dem FC, der auf die Neuzugänge Emmanuel Dennis und Max Meyer zurückgreifen konnte, dabei gegen bis weit in die Schlussphase recht harmlose Ostwestfalen. Solide war's dagegen nicht, was das Gisdol-Team in Regensburg veranstaltete: Im DFB-Pokal schmissen die Kölner ein 2:0 weg und scheiterten im Elfmeterschießen am klaren Außenseiter aus der Oberpfalz. Und das nicht einmal unverdient, das muss trotz einer äußerst schwer zu erklärenden Schiedsrichterentscheidung gesagt werden. Die Chance aufs erste Viertelfinale seit zehn Jahren für den FC ebenso weg wie wichtige Einnahmen in Millionenhöhe.

“Ein Elfmeterschießen ist am Ende immer Glückssache. Aber soweit hätten wir es gar nicht kommen lassen dürfen.”

News der Woche:Auf dem Platz nicht wirklich gefestigt, neben dem Platz immer wieder für Negativschlagzeilen gut: Der 1. FC Köln präsentierte sich in dieser Woche wieder einmal voll in seinem Element. Die Verkündung des neuen Medienchefs, eigentlich eine Randnotiz bei einem Fußballverein, geriet zum medialen Desaster für die „Geißböcke“. Mit Fritz Esser wollte der Verein auf einen ehemaligen Bild-Journalisten setzen, hatte dabei aber offensichtlich weder seine Kommentare in seinem alten Job noch seinen Twitteraccount im Blick. Als „Schwachmaten“ titulierte er 2016 Fans, die friedlich gegen RB Leipzig demonstrierten. Er gab wohlwollende Zustimmung zu einer Rede eines AfD-Abgeordneten, der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit Herrmann Göring verglich. Kurzum: Ein enormer Shitstorm seitens der FC-Fans (inklusive Lukas Podolski, SPD-Chef Norbert Walter-Borjans oder der beliebten Karnevalsband Kasalla) ergoss sich über den Verein, der in der ganzen Geschichte keine gute Figur machte. Das Ende von der Geschichte: Unter großem öffentlichen Druck verkündete der 1. FC Köln am Mittwochnachmittag, dass sie auf die Zusammenarbeit mit Fritz Esser verzichten werden.

Vorschau: Am Wochenende steht gleich das nächste wichtige Duell für den 1. FC Köln auf dem Plan – diesmal weniger aus tabellarischer oder finanzieller Sicht, sondern aus charakterlicher: Die „Geißböcke“ gastieren am Samstag (Anpfiff: 18.30 Uhr) zum rheinischen Derby bei Borussia Mönchengladbach. Ein Duell, dem die FC-Fans zumeist mit Schrecken entgegensehen, haben die „Fohlen“ doch allzu oft die Oberhand behalten, wenn es zwischen den rheinischen Rivalen zur Sache geht. Die Bilanz spricht leider Bände, auch die zurückliegenden drei Bundesliga-Derbys konnte die Borussia für sich entscheiden. Da fußballerisch zwischen beiden Mannschaften weiterhin Welten liegen, was zähneknirschend wohl selbst Hardcore-Fans der „Geißböcke“ eingestehen müssen, ist die Erwartungshaltung gegenüber dem Gisdol-Team nicht allzu groß. Einen derby-würdigen Fight soll die Mannschaft abliefern, dann ist auch das Ergebnis nicht allzu wichtig. Charakter zeigen, Leidenschaft, Mut: Das sind die Komponente, die zuletzt in den direkten Duellen gegen den rheinischen Rivalen vermisst wurden. Es wäre an der Zeit...


FC Augsburg

Rückschau: Einen gebrauchten Samstagnachmittag erlebte die Elf von Heiko Herrlich bei der 3:1 Auswärtsniederlage in Dortmund. Dabei erwischten die Fuggerstädter einen Auftakt nach Maß. Nach einer ersten Drangphase der Schwarz-Gelben brachte André Hahn den Außenseiter in Führung. (10.) Ex-FCA-Keeper Hitz war gegen den harten Abschluss aus knapp 10 Metern chancenlos. Der BVB zeigte sich wenig beeindruckt und spielte weiter zielstrebig nach vorne. Das Spielglück blieb aber zunächst den Augsburgern treu: Haaland scheiterte nach 21 Minuten vom Punkt. Iago hatte das Leder zuvor regelwidrig mit dem Unterarm geblockt.
Damit war das Glück der Gäste aber endgültig aufgebraucht: nach einem Freistoß erzielte Delaney den überfälligen Ausgleich. (26.) Von den Augsburgern kam zu dieser Zeit schon längst nichts mehr, so dass es letztlich mit einem schmeichelhaften Torschussverhältnis von 10:2 für den BVB in die Pause ging.
Nach dem Seitenwechsel dasselbe Bild. Dortmund spielte zielstrebig nach vorn, der FCA konnte nur wenig entgegensetzen. Folgerichtig erhöhten die Hausherren durch Sancho (63.) und Uduokhai (Eigentor, 75.) auf ein hochverdientes 3:1.

News der Woche: In der Woche nach dem Union-Spiel hatte Manager Stefan Reuter noch verkündet, dass der Verein keine Transferaktivitäten plane, um am sogenannten Deadline-Day doch noch zuzuschlagen. Aus Mönchengladbach wurde Mittelfeldspieler László Bénes ausgeliehen, um die zu zahme Offensive der Fuggerstädter zu verstärken. Eine Kaufoption existiert dem Vernehmen nach nicht, so dass man tatsächlich nur von einer kurzfristigen Lösung ausgehen muss. Mit Felix Götze wurde zudem ein Abwehrspieler nach Kaiserslautern verliehen.

Vorschau: Weiter geht es am Samstag (06.02. – 15:30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Die Wölfe sind die Mannschaft der Stunde und haben sich nach einem durchwachsenen Start inzwischen auf Platz 3 vorgearbeitet. Für den FC Augsburg damit wäre ein torloses Unentschieden wie im Hinspiel durchaus als Erfolg zu werten.
Für Raphael Framberger, der im Laufe der Woche wieder ins Training einstieg dürfte ein Einsatz noch zu früh kommen. Heiko Herrlich wird daher wahrscheinlich wieder auf die bewährte 5er-Kette setzen. Gut möglich, dass Neuzugang Bénes von Beginn an auflaufen wird.


SV Werder Bremen

Spieltag 19.

Rückschau: Am 30. Januar war der FC Schalke 04 zu Gast im Weserstadion. Für Werder sprang am Ende ein enttäuschendes 1:1 heraus. Trainer Florian Kohfeldt schenkte in der Startelf den jungen Spielern Agu, Schmid und Mbom das Vertrauen. Die allerdings in der 1. Halbzeit keine Akzente setzen konnten und nicht ins Spiel fanden. In den ersten 45. Minuten ging bei Werder nicht viel, wenn es Räume gab, dann wurden diese Chancen mit Fehlpässen zunichtegemacht.

So kam es, wie es kommen musste, in der 38. Minute traf Mascarell nach Vorlage von Harit zum bis dahin verdienten 0:1 für Schalke. Kohfeldt der mit der ersten Halbzeit erwartungsgemäß nicht zufrieden war, reagierte und brachte zu Beginn der 2. Hälfte für die drei jungen Spieler mit Augustinsson, Rashica und Möhwald erfahrene Spieler.

Die Wechsel zeigten Wirkung und fortan war es ein anderes Spiel. Die erste Drangphase konnte Schalke noch überstehen. Werder war in der 2. Halbzeit die überlegene Mannschaft und Schalke war nur noch damit beschäftigt zu verteidigen. Die Hanseaten mussten aber bis zur 77. Minuten warten, bis Möhwald auf 16 Metern ins rechte Eck traf. Nach dem Ausgleich drängte Werder auf den Sieg. Toprak und Rashica scheiterten noch mit ihren Chancen, aber Eggestein traf in der Nachspielzeit ins Schalker Tor. Da Gebre Selassie minimal im Abseits stand, wurde der Treffer von dem VAR zurückgenommen und es blieb bei einem unnötigen Unentschieden.

DFB-Pokal

Rückschau: Im Achtelfinale des DFB-Pokals traf der SV Werder Bremen im heimischen Weserstadion auf die SpVgg Greuther Fürth und gewann verdient mit 2:0. Mit einer konzentrierten und souveränen Leistung zog Werder somit zum 4. Mal binnen 4 Jahren ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Werder spielte wie zuletzt mit einer Kompakten 5-3-2 Grundordnung. Die Bremer ließen keine Zweifel aufkommen, das Spiel gewinnen zu wollen und starteten mit einer 30-minütigen Drangphase in das Spiel. In der 12. Minute war Möhwald mit einem Abstauber nach einer von Augustinsson getretenen Ecke erfolgreich. Nach 18 Minuten hätte es durchaus auch 3:0 für Bremen stehen können. Fürth stelle sein System zur 2. Halbzeit um und kam so zu 2 guten Chancen. Aber der in der 70. Minute für Augustinsson eingewechselte Agu schoss nur 3. Minuten später nach einer schönen Flanke von Sargent das mit dem Knie das 2:0.

News der Woche: Die letzte Woche war natürlich geprägt von dem Ende des Transferfensters. Aufgrund der durch die Pandemie verursachten finanziellen Probleme war ja schon bekannt, dass es vermutlich keine Zugänge geben wird. Nachdem Ersatztorwart Stefanos Kapino für den Rest der Saison an den SV Sandhausen verliehen wurde, hat Werder sich dazu entschieden, Nachwuchs Torwart Michael Zetterer vom PEC Zwolle aus der Eredivisie zurückzuholen und die Leihe vorzeitig zu beenden. Des Weiteren wurde die Leihe mit Tahith Chong vorzeitig beendet, der sich bei Werder nie durchsetzen konnte und nun beim FC Brügge spielen wird. Hertha BSC hatte Interesse an einer Verpflichtung von Milot Rashica. Einerseits scheiterte der Wechsel, da Werder den Spieler verkaufen und nicht verleihen wollte. Außerdem sah Rashica in einem Wechsel zu Hertha keine sportlich Verbesserung, um den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen.

Vorschau: Am Sonntag, den 7.02.2021, trifft der SV Werder Bremen in Bielefeld auf die Arminia. Die letzte Bundesligapartie zwischen der Arminia und Werder fand am 16.08.2008 statt und endete mit einem 2:2. In diesem Jahr beendete Trainer Florian Kohfeldt seine aktive Karriere als Torwart bei Werder Bremen III mit 27 Jahren. Die bisherigen 33 Bundesliga Begegnungen teilen sich in 20 Siegen für Werder, 4 Unentschieden und 9 Siege für Bielefeld auf. Abgesehen von der Hinrunden Begegnung in Bremen, die Werder mit 1:0 für sich entscheiden konnte, sind die letzten Begegnungen schon Jahre her und als Vergleich wenig aussagekräftig.Nach dem 19. Spieltag befindet sich Werder mit 22 Punkte auf dem 11. Tabellenplatz mit 5 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz, auf dem sich die Arminia befindet. Mit einem Sieg könnte Werder einen weiteren wichtigen Schritt von den Abstiegsrängen gehen. Zum einem hat die Arminia zuletzt schmerzhafte Niederlagen gegen Köln und Frankfurt hinnehmen müssen, aber auch einen beachtlichen Sieg gegen die starken Stuttgarter eingefahren. Interessant wird sein, welche verletzten Spieler bei Werder zurückkehren und ob der Bielefelder Torwart Ortega wieder einen Sahnetag erwischt.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Brutal“ nehmen die Fußballer gerne als Synonym, wenn etwas hart, schwer, anstrengend oder herausfordernd war. Brutal effizient waren beim Duell zwischen dem 1. FC Köln und dem DSC Arminia am Sonntag aber nur die Kölner. Drei Schüsse führten zum zwischenzeitlichen 3:0 beim 3:1-Sieg gegen den Aufsteiger. Die Arminen hatten Chancen, waren dabei aber alles andere als effektiv. Und die Arminen hatten eine Abwehr, die so körperlos, so harmlos agierte, dass der Gastgeber wenig Mühe hatte, seinen ersten Heimsieg seit fast einem Jahr einzufahren. Dabei sprach nach dem Abpfiff statistisch gar nicht so viel gegen den DSC. Was wiederum belegt, wie wenig aussagekräftig Statistiken im Fußball manchmal sind. Die Arminen hatten mehr Ballbesitz als die Kölner, gewannen einen Tick mehr Zweikämpfe, hatten die bessere Passquote: Und waren in den entscheidenden Momenten doch klar unterlegen. „Hinten haben wir drei Tore hergeschenkt und vorne die Dinger nicht gemacht, so gehst du in Summe komplett verdient als Verlierer vom Platz“, fasste Arminias Torwart Stefan Ortega Moreno eine ziemlich ärgerliche Dienstreise nach Köln zusammen.

News der Woche: In der externen Kommunikation ist die Fußballbranche in der Regel geprägt von wenig bis nichtssagenden Plattitüden. Hier ein Satz ohne Aussage, da ein paar Worthülsen. Da überraschte es schon, als Arminias Trainer Uwe Neuhaus aber mal richtig klar nach außen kommunizierte, als es um die Personalie Joan Simun Edmundsson ging. Der Fähiger spielt beim Aufsteiger seit Wochen keine Rolle mehr. Und wenn man Neuhaus’ Worten lauschte, scheint sich für den Färinger zukünftig auch nur noch schwer eine Rolle bei der Arminia finden lassen. „Er muss über den Punkt hinweg, sich vielleicht auch ein kleines bisschen selber zu bemitleiden. Er muss im Training Vollgas geben, doch das ist leider nicht immer der Fall. Ich sagte ihm, wenn er spielen will, muss er besser trainieren als die anderen. Dann blitzt es auf, und dann meint er vielleicht, dass es eigentlich reichen müsste, wenn er zwei Tage gut trainiert. Dann kriegt er wieder einen Tiefpunkt. Und darüber muss er hinweggehen.“ Wumms. Das saß. Man mag auch Kalkül hinter diesen Worten vermuten, Edmundsson ganz klar aufs Abstellgleis zu stellen. Denn die Arminen hätten den Mittelfeldspieler gerne noch im Winter transferiert, bevor der Vertrag des Nationalspielers der Färöer Inseln im Sommer endet. Doch dieser Plan erfüllte sich bislang nicht. Heißt: Edmundsson muss sich bis zum Sommer womöglich mit der Rolle des Zuschauers und Trainingsspielers abfinden müssen.

Zwei, die dagegen zukünftig eine Rolle spielen sollen sind Masaya Okugawa, der von RB Salzburg ausgeliehen wurde, und Michel Vlap, eine Leihe vom RSC Anderlecht. Die beiden Wintertransfers sollen das müde Offensivspiel der Bielefelder beleben.

Vorschau: Werder, ausgerechnet Werder, mag die geplagte Bielefelder Fan-Seele denken. War es doch Bremen gegen die Bielefelds bislang mieseste Saisonphase im Herbst begann. Das 0:1 an der Weser war für die Ostwestfalen der Auftakt zu sieben Niederlagen in Serie. Bleibt für den Aufsteiger im Spiel am Sonntag (18 Uhr, Alm) die Hoffnung auf die eigene Heimstärke. Zwölf seiner 17 Zähler holte der DSC im eigenen Stadion. Allein darauf zu zählen wäre allerdings leichtsinnig. Die Arminen müssen gegen Bremen nach zwei Niederlagen und acht Gegentoren in zwei Spielen vor allem auch mental zurück in die Spur finden. Und das sollte gegen Bremen gelingen, folgen anschließend schließlich Duelle gegen Bayern, Wolfsburg und Dortmund.


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB Stuttgart bezwingt Mainz 05 mit 2:0 und holt erstmals zuhause in dieser Saison 3 Punkte. Nach einer umkämpften und torlosen ersten Halbzeit gelang es dem VfB nach der Pause die Kontrolle zu erlangen. Sasa Kalajdzic traf nach Flanke von Sosa per Kopf zum 1:0. Wenig später erzielte Silas Wamangituka nach einem sehenswerten 70 m Dribbling das 2:0. Leider verletzte sich der Kapitän der Schwaben Gonzalo Castro in seinem 400. Spiel und wird somit ca. zwei Wochen fehlen.

News der Woche: Neue Wendung im Machtkampf beim VfB. Thomas Hitzlsperger zieht seine Bewerbung für das Amt des Präsidenten zurück. Er wolle damit für mehr Ruhe im Verein sorgen, so der Vorstandsvorsitzende der VfB Stuttgart AG. Zwar bleiben mit dem aktuellen Präsidenten Claus Vogt und Volker Zeh zwei Bewerber übrig, der Vereinsbeirat ist aber noch auf der Suche nach weiteren Kandidat*innen. Deswegen haben sie sich noch nicht auf zwei potentielle Präsident*innen festgelegt. Mit Spannung wird außerdem der Esecon - Abschlussbericht zum Datenskandal erwartet. Er wurde für den 1.2.21 zwar angekündigt, veröffentlicht wurde aber noch nichts.

Maxim Awoudja wurde an Turkgücü München verliehen. Der U21 Nationalspieler soll nach seiner Achillessehnenverletzung Spielpraxis in Liga 3 sammeln.

Der dauerverliehene Ailton wird den VfB endgültig verlassen. Der Brasilianer wechselt nach Dänemark zum FC Midtjylland.

Vorschau: Am Mittwochabend um 20:45 Uhr treffen die Jungs aus Cannstatt im DFB Pokal Achtelfinale auf Borussia Mönchengladbach. Dabei muss Pellegrino Matarazzo aber auf Kapitän Gonzalo Castro verzichten. Für ihn könnte Daniel Didavi auftreten.

Nachdem Pokalspiel reisen die Schwaben nach Leverkusen wo sie am Samstag um 15:30 Uhr gegen Bayer 04 Leverkusen spielen. Zwar konnten Im Hinspiel die Stuttgarter zuhause ein Punkt ergaunern, dennoch geht die Werkself als Favorit in dieses Spiel. Trotzdem ist der VfB nicht chancenlos, da die Leverkusener in letzter in einer Ergebniskrise stecken. Zuletzt ließen sie im Meisterschaftskampf federn und schieden zudem gegen Rot-Weiß Essen im DFB Pokal aus.

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