Die Orbanisierung von Leipzig

FC Bayern München

Rückschau: Im Idealfall wäre hier über einen dreckigen 1:0 Sieg geschrieben worden nur leider hat der FC Bayern diese Saison vergessen, dass auch Einwürfe in den letzten Spielminuten von der linken Seite zu Toren führen dürfen. So hieß es am Ende 1:1 zwischen den FCB und Union. Die Erwartungen an dieses Spiel waren nach dem CL VF Hinspiel ohnehin schon gedämpft, der tatsächliche Auftritt unterbot aber selbst das noch. Man hätte schließlich noch hoffen können, dass die jungen oft übergangenen nun zeigen wollen, dass sie öfter in den Kader oder die Mannschaft gehören. Fehlanzeige! Niemand, wirklich niemand drängte sich auf, man kann von Glück sprechen, dass Union von Anfang an nicht an mehr als einem Punkt interessiert war. Das ärgerliche war vor allem die vergebene Führung von Musiala in Müller Manier. Solche Siege muss man zu diesem Punkt der Saison definitiv nach Hause schaukeln, da sollte kein Zweifel bestehen.

Das Unentschieden geht am Ende in Ordnung, allerdings sollte jedem sein Mitleid ausgesprochen werden, dem auf Kosten dieses Spiels Frankfurt gegen Wolfsburg durch die Lappen ging.

News der Woche: Hier könnte jede Woche ein neuer Teil der Flick – Brazzo Soap stehen, allerdings wäre das sehr ermüdend. Ja die Personalsituation ist momentan bescheiden, sich deshalb jedoch jetzt die Köpfe einzuschlagen ist mühselig. Man muss die Saison so erfolgreich als möglich zusammen zu Ende bringen und danach evaluieren und eventuell Entlassungen vornehmen. Es ist niemandem geholfen, jetzt zusätzlich Unruhe reinzubringen.

Immerhin haben die Amateure gegen den FCI Unentschieden gespielt, weiter immer weiter!

Vorschau: Bevor es am Samstag um 15:30 gegen den VFL Wolfsburg ernst wird, steht noch ein CL Rückspiel an.

In Paris muss am Dienstag alles gegeben werden, um noch das Blatt zu wenden. Drei Tore werden es voraussichtlich sein müssen, um noch eine Chance aufs Weiterkommen zu haben. Die Möglichkeit besteht durchaus, allerdings kann PSG auf wiedergenesene zurückgreifen, während bei den Münchnern die Situation eher noch angespannter wird.

Am Samstag muss dann die Meisterschaft verteidigt werden, die Wolfsburger gehören zu den besten deutschen Teams des Jahres und werden im Gegensatz zu Union Berlin auch das Interesse hab, zu gewinnen. Der Ausfall des gelbgesperrten Maxi Arnold könnte den Bayern vielleicht das Leben im Mittelfeld erleichtern.

Die nächste Woche wird hart, die Wetten stehen gegen die Bayern, aber gerade deswegen sollte vollste Aufopferung an den Tag gelegt werden, um es allen noch einmal zu beweisen.


Borussia Dortmund

Rückschau: Spaß mit dem BVB – den hatte man in dieser Saison nicht so regelmäßig, aber am Samstag durchaus. Der 2:3-Auswärtssieg beim VfB war eine muntere Partie mit Wendungen und dem richtigen Ende aus schwarz-gelber Sicht. Der BVB machte Fehler: In ein Kopfballduell gegen Zwei-Meter-Stürmer Sasa Kalajdzic gehen zu müssen, sollte man möglichst vermeiden. Ebenso wie den unbedrängten Fehlpass von Rechtsverteidiger Mateu Morey vor dem 2:2. Doch die Schwarz-Gelben waren aktiv und unterließen weitgehend das einschläfernde Quer- und Zurückgeschiebe des Balles.

Die Stuttgarter vergaben eine weitere Großchance, doch nach Zweikampfstärke (50:39 pro BVB) und zielgenauen Torschüssen (7:3) gemessen gewann die Borussia verdient. Trainer Edin Terzic brachte Giovanni Reyna von Beginn an und der US-Amerikaner dankte es ihm mit starkem Formanstieg und zwei Assists. Weitere Spaßfaktoren: Der 17-jährige Jude Bellingham wirkt im Mittelfeld immer abgeklärter, war bester Passspieler der Partie bei Schwarz-Gelb und traf auch noch erstmals für den BVB zum 1:1. Genau wie später der eingewechselte Nachwuchsmann Ansgar Knauff, 19, zum tollen Siegtreffer.

News der Woche: Eine etwas überraschende Personalentscheidung deutet sich an: Borussia Dortmund will den Vertrag mit Außenverteidiger/Flügelspieler Felix Passlack verlängern. Dabei galt das mehrmals verliehene Eigengewächs zu Saisonbeginn als einer der größten Wechselkandidaten und saß nach einem überraschenden Zwischenhoch mit fünf Einsätzen zuletzt nicht mal mehr auf der Bank. Angesichts der Alternativen auf Passlacks Position(en) macht eine weitere Zusammenarbeit aber vielleicht doch Sinn: Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer hören beim BVB auf, Thomas Meunier ist kaum noch sattelfest und Mateu Morey noch nicht regelmäßig.

Mal wieder Lesenswertes beim Fanzine schwatzgelb.de: Die stellen ein Buch von Olaf Jansen vor, in dem dieser 13 hoffnungsvolle Jugendspieler porträtiert, deren Traum vom Profifußball scheiterte – darunter Ex-Borusse Heiko Hesse.

Vorschau: Werder Bremen hat einen sympathischen Trainer, ärgerte den BVB zuletzt zweimal im Pokal und schafft es seit Jahren nicht, Konstanz in seine Leistungen zu bringen. Soweit die bekannten Fakten vor der Partie in Dortmund am Sonntag um 15.30 Uhr. Auch in dieser Spielzeit haben die Grün-Weißen erst zweimal Spiele hintereinander gewonnen – je zwei. Kein Wunder, dass Werder einerseits im Pokal-Halbfinale, andererseits nur auf Platz 13 in der Liga steht. Bei vier Punkten Vorsprung auf Platz 16 droht noch die Relegation.

Kein Spieler von der Weser hat mehr als fünf Tore erzielt und so verwundert es auch nicht, dass Torwart Jiri Pavlenka beim Kicker wieder notenbester Bremer ist (3,2). Allerdings dürfte Angreifer Niclas Füllkrug am Sonntag nach einem überstandenen Zehenbruch wieder zum Kader gehören – er brauchte für seine fünf Treffer immerhin nur 14 Einsätze. Beim BVB ist Jadon Sancho wieder im Training, fürs Bremen-Spiel aber noch fraglich.


RB Leipzig

Rückschau: Mit einem klaren 4:1 in Bremen fuhr RB Leipzig am Samstag den 5. Bundesliga-Auswärtssieg in Folge ein. Dabei übernahmen die Leipziger von Beginn an die Spielkontrolle (63 Prozent Ballbesitz), wobei es bis zur 13 Minute dauerte, bis RB durch Kluivert zur ersten Torchance kam. Dann sorgten Olmo (23. min) nach einer großartigen Kombination mit Kampl und Sabitzer, sowie Sörloth mit dem ersten Doppelpack eines RB-Spielers in dieser Saison (32./41. min) für die Entscheidung in einem über weiter Strecken einseitigen Spiel.

Nach der Pause korrigierte Bremens Trainer Kohfeldt mit drei Wechseln und taktischen Umstellungen seine früh gescheiterten Matchplan und sorgte für mehr Stabilität im Bremer Spiel. Doch dem 1:3 per Handelfmeter von Rashica (61. min) folgte fast im Gegenzug der vierte Leipziger Treffer durch Sabitzer (63.min), der das Spiel endgültig entschied. Bemerkenswert: Nachdem die schlechte Chancenverwertung in dieser Saison zu einem Markenzeichen von RB wurde, zeigte sich das Team im 400. Punktspiel der RB-Historie effizient. Vier der nur acht Abschlüsse kamen aufs Tor und alle waren drin. (1,68 xGoals).

News der Woche: Willi Orban hat seinen Vertrag bei RB Leipzig vorzeitig um drei Jahre bis 2025 verlängert. Gleichzeitig wurde ein Anschlussvertrag vereinbart, so dass Orban auch nach seiner aktiven Karriere in Leipzig bleiben wird. Der heute 28-jährige Innenverteidiger wechselte 2015 aus Kaiserslautern für 2 Millionen Euro nach Leipzig, wo er sich trotz immer wieder harter Konkurrenz in 189 Einsätzen zum Führungsspieler, Vorzeigeprofi und auch zum ungarischen Nationalspieler entwickelte. Mit insgesamt 18 Treffern in seiner bisherigen Karriere ist Orban zudem auch der torgefährlichste Abwehrspieler in der noch jungen RB-Geschichte.

Als zweite Personalie der Woche hat RB den bisher von der AS Monaco ausgeliehenen Benjamin Henrichs fest verpflichtet. Nach bisher 15 Einsätzen hat der Klub eine Kaufoption über rund 15 Millionen Euro gezogen und den 24-jährigen Rechtsverteidiger bis 2025 verpflichtet. Beim Samstagspiel in Bremen stand Henrichs nach längerer Verletzungspause erstmal seit dem 31. Oktober 2020 wieder in der Startelf. Er ist der bereits fünfte, feststehende Transfer zur neuen Saison.

Vorschau: Mit dem Heimspiel von RB gegen Hoffenheim startet der 29. Spieltag am Freitagabend (20.30 Uhr). Nagelsmanns Bilanz mit RB gegen seinen Ex-Klub ist mit 9 Punkten aus drei Begegnungen bislang makellos. Und auch vor der anstehenden Partie scheinen die Rollen klar verteilt. Während RB mit 60 Punkte nach 28 Spieltagen eine sehr gute Saison spielt, liegt die Verletztungs- und Coronagebeutelte TSG mit nur fünf Punkten Vorsprung vor dem Relegationsplatz auf Platz 12 und gab im letzten Montagsspiel der Bundesliga gegen Leverkusen ganze 2 Schüsse ab.

Auf Seiten von Leipzig könnten Upamecano und Mukiele nach ihrer Gelbsperre wieder in die Startelf rotieren. Außerdem wird es spannend zu sehen sein, ob Sörloth nach seinen zwei Toren gegen Bremen wieder von Beginn an starten darf. Auch Poulsen steht im Sturm wieder zur Verfügung. Unabhängig von der Aufstellung ist die Zielstellung für das Spiel klar: Drei Punkte einfahren und auf den unwahrscheinlichen Fall eines erneuten Patzers der Bayern hoffen.


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: Klar ist: Hätte es die Szene in der 13. Minute nicht gegeben, wäre ein 2:2 bei Hertha BSC für Borussia nicht als so etwas wie ein Erfolg betrachtet worden. Doch die frühe Rote Karte gegen Yann Sommer änderte das Spiel komplett. Der Gladbacher Torwart war gegen den durchgebrochenen Cordoba einen Tick zu spät gekommen und flog erstmals in der Bundesliga vom Platz. Für die Notbremse gab es am Dienstag vom DFB noch zwei Spiele Sperre obendrauf.

Das Spiel selbst lief dennoch gar nicht so gegen Gladbach, wie man es dann hätte erwarten können. Zwar gingen die Berliner in Führung, doch noch vor der Halbzeit hatte der VfL das Spiel gedreht. Einen Elfmeter nach Foul an Thuram verwandelte Kapitän Stindl, das 2:1 erzielte Plea nach einem schönen Steilpass vom defensiv (in Unterzahl) wie offensiv sehr starken Thuram. In dieser Phase agierte die Hertha desolat, bekam das Überzahlspiel überhaupt nicht in den Griff.

Erst eine deutliche Umstellung in der zweiten Hälfte brachte sie wieder ins Spiel. Das 2:2 fiel früh, danach aber verteidigte Gladbach das Ergebnis mit Herz und Verstand gegen die überlegenen, aber zunehmend ideenlos mit Flanken in den Strafraum agierenden Gastgeber. Am Ende wäre für den VfL mit etwas Glück sogar noch mehr möglich gewesen, doch die wenigen Nadelstiche, die die Gäste nach vorne setzen konnten, kamen nicht durch.

News der Woche: Habemus Exercitor! Pünktlich zum Duell mit der Frankfurter Eintracht wurde das seit Wochen herumwabernde Gerücht über einen Wechsel von Eintracht-Coach Adi Hütter zur Borussia erst ruchbar und dann am Dienstag kurz vor Mittag auch offiziell bestätigt. Dass sich das so zuspitzte und dem Spiel am Samstag somit noch etwas mehr Brisanz verleiht, lag sicher weniger an den direkt Beteiligten, sondern am Ende an dem Druck aus der Öffentlichkeit, vor allem der seriös wie auch der weniger seriös berichtenden Medien.

Aus sportlicher Sicht ist das ohne Frage eine hervorragende Nachricht für die Borussia und ihre Fans. Nach dem Abgang von Marco Rose ist Adi Hütter unter den immer wieder gehandelten Kandidaten sicher neben Amsterdams Erik ten Hag der Trainer, der am berechenbarsten erfolgreiche Arbeit verspricht. Die Erfolge auf seinen Stationen in Salzburg, Bern und Frankfurt legen das nahe, sie übertreffen auch die seines (dann) Vorgängers in Gladbach, Marco Rose. Dass Manager Max Eberl den Österreicher trotz des möglichen Verpassens des internationalen Geschäfts von einem Verein abwerben kann, der wohl in die Champions League einzieht, ist ohne Zweifel ein weiterer Coup des Managers. Zudem bringt Hütter seinen langjährigen Co-Trainer Christian Peintinger und etwas überraschend auch Armin Reutershahn mit, der sogar seit 10 Jahren in Diensten der Eintracht gestanden hatte.

Dennoch werden Adi Hütter in Gladbach nicht die gleichen emotionalen Vorschusslorbeeren erwarten wie Rose vor zwei Jahren. Das liegt natürlich am Verhalten des Noch-Coaches Rose, dem man – ganz wichtig, weil das gerade wieder viele fälschlich behaupten - nicht den Ausstieg per Klausel vorwirft. Sondern seine großen Worte, in Gladbach etwas aufbauen zu wollen, die im Kontrast dazu stehen, dass er nicht einmal eineinhalb Jahre später schon den Entschluss gefasst hatte, weiterzuziehen. Im Rumeiern bis zur Verkündung des Wechsels haben sich beide Trainer ähnlich unglücklich verhalten, auch das wird unter Gladbach-Fans die Vorfreude und Erwartungen etwas dämpfen.

Der Spaß darf bei diesem vor allem in den sozialen Medien heiß und oft hämisch oder polemisch kommentierten Thema dennoch nicht ganz zu kurz kommen:

Und schließlich ist der Deal auch noch ein bemerkenswert teurer. Eine Rekordablöse von 7,5 Millionen Euro, die sich möglicherweise erfolgsabhängig noch erhöhen, schränken die sonstigen Transferspielräume für Spieler merklich ein, vor allem, wenn das internationale Geschäft verpasst wird. Und das, obgleich Borussia das erste Corona-Geschäftsjahr 2020 „nur“ mit einem Verlust von knapp 17 Millionen Euro abgeschlossen hat- was ein sehr gutes Ergebnis in diesen Zeiten ist.

Vorschau: Gut ist, dass die Personalie Trainer nun durch ist. Nicht so ideal, dass sie dem Aufeinandertreffen beider Vereine im Borussia Park am Samstag um 15.30 Uhr noch mehr Zündstoff verleiht. Auch beim 3:3 im Hinspiel ging es hoch her, da setzte eine gerade erst aus einer Schwächephase auftauchende Eintracht den besser gestarteten Gladbachern arg zu, führte 3:1 und gab zwei der sicher geglaubten drei Punkte doch in den Schlussminuten noch her. Diesmal sind die Vorzeichen umgekehrt. Die Eintracht ist Favorit, die Rose-Elf kämpft sich gerade erst mühsam aus dem Sieben-Niederlagen-Tief heraus. Die aufsteigende Form ist unverkennbar, doch ob das schon für die derzeit bärenstarken Kostic und Co. reicht, ist fraglich. Sicher ist: Beide Mannschaften werden – vielleicht aus unterschiedlichen Gründen – höchstmotiviert sein.

Personell gibt es durchaus noch einige Fragezeichen. Klar ist die Sache im Tor, dort wird erneut Tobias Sippel für den rotgesperrten Yann Sommer einspringen. Sorgen muss man sich darüber bei diesem routinierten Ersatzmann keine machen. Fehlen wird auch „Kilometerfresser“ Christoph Kramer wegen seiner 5. Gelben Karte, hier ist es aber deutlich schwieriger zu prognostizieren, welche Auswirkungen das hat. Möglicherweise rutscht Jonas Hofmann nach überstandener Covid-Erkrankung wieder in die Startelf. Er könnte auf Kramers Sechserposition rücken. Da könnte aber auch Denis Zakaria spielen, falls er nicht erneut in einer (gegen Frankfurt wahrscheinlichen) Dreierkette benötigt würde. Das wiederum hängt mit dem Fitnesszustand von Nico Elvedi (Wadenprobleme) zusammen. Er ist wie Hofmann wieder im Training und wenn der Schweizer rechtzeitig fit wird, könnte er mit Ginter und Bensebaini hinten spielen, Zakaria rückte weiter nach vorn. Kurzfristig meldete sich am Dienstag auch noch Lars Stindl mit einer Verletzung ab. Ob er bis Samstag fit wird, ist unklar.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Die unbeliebten Montagsspiele der ersten Fußball-Bundesliga sind vorerst Geschichte, sie fanden mit dem 0:0 von Hoffenheim gegen Leverkusen einen standesgemäßen Abschluss. Es war ein torloses Remis der schlechteren Sorte. Leverkusens Dreierkette verteidigte sehr gut alles weg, das gilt insbesondere auch für Tin Jedvaj, der überraschend neben Tapsoba und S. Bender aufgestellt wurde. Leverkusen hatte 68.42% erfolgreiche Defensivzweikämpfe (zweitbester Wert diese Saison), 54 Balleroberungen (drittbester Wert diese Saison) und 23 Klärungsaktionen (Saisonbestleistung), sodass die TSG schlussendlich auf nur zwei Schüsse und keinen einzigen Torschuss bei 0,1 xG kam. Im Spiel gegen den Ball zeigte sich Bayer 04 also vielversprechend, wenngleich es der TSG auch nie gelang, besonders viel zu Druck zu machen. Da selbiges der Werkself in kläglicher Art und Weise auch nicht gelang, ist dieses 0:0 nicht besonders überraschend. Es bleibt dabei, was auch schon unter Bosz galt: Leverkusen hat vorrangig ein Offensivproblem, kein Defensivproblem.

News der Woche: Ehe Lars Bender zusammen mit seinem Bruder in Kürze seine Karriere beendet, würde er selbstverständlich gerne nochmal auflaufen. Nach mehrwöchiger Pause aufgrund seiner Meniskus-Operation konnte er nun wieder draußen trainieren. Auch Baumgartlinger stieg langsam wieder ins individuelle Training auf dem Rasen ein, ob er in dieser Saison aber noch zum Einsatz kommen wird, ist sehr fraglich.

Vorschau: Nächsten Samstag steht nun das Derby gegen den 1. FC Köln an, die sich jüngst von ihrem Trainer getrennt haben. Zwar kehrt mit Friedhelm Funkel ein Altbekannter zurück, Spiele gegen Mannschaften, die gerade ihren Trainer gewechselt haben, sind dennoch immer mit einer größeren Ungewissheit behaftet. Zwar kennen sich Leverkusens Co-Trainer Hermann und Funkel gut, da sie von März 2016 bis Oktober 2017 bei Fortuna Düsseldorf zusammengearbeitet haben, viel ändern dürfte dies aber nichts. Sicher ist hingegen, dass beide Vereine gewinnen müssen, was man in der Dynamik des Spiels wohl auch merken dürfte.


TSG Hoffenheim

Rückschau: Zum Abschluss des 28. Spieltags empfing die TSG am Montag um 20:30 Uhr Bayer Leverkusen in der PreZero-Arena. Für beide Mannschaften wäre ein Sieg eigentlich Pflicht gewesen, jedoch entwickelte sich eine ziemlich ereignisarme Partie, bei der die Gastgeber ohne einen einzigen Schuss auf das Leverkusener Tor blieben.

Das interessanteste an diesem Abend war wohl das taktische Konzept von TSG-Coach Hoeneß: gegen den Ball begannen die Hausherren in einem 4-3-3 in dem Wingback Kaderabek die offensive Dreierreihe vervollständigte. Bei gegnerischem Ballbesitz ließ sich Kaderabek zurückfallen, wodurch die TSG im gewohnten 5-3-2/3-3-2-2 agierte. Auffällig hierbei war die Rolle von Jubilar Rudy (bestritt sein 250. Bundesligaspiel für die TSG), der die Leverkusener bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung in der 38’ Minute extrem früh anlief und so schon fast als rechter Flügelstürmer agierte.

Unter dem Strich war die Leistung der TSG jedoch erneut enttäuschend, einzig die verbesserte Defensive macht ein wenig Hoffnung für den Saisonendspurt.

News der Woche: Nicht nur spielerisch bereitet die TSG ihren Fans derzeit Sorgen. Auch scheint die sehr heikle Situation noch immer nicht in den Köpfen der Mannschaft angekommen zu sein. Während den Spielen scheinen nur wenige Spieler alles für den Erfolg geben zu wollen und auch am Mikrofon sind die Auftritte meist unglücklich. Trotz gerade einmal fünf Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz wollten nach dem Spiel gegen Leverkusen weder Sebastian Hoeneß, noch Florian Grillitsch etwas vom Abstiegskampf wissen. In der aktuellen Situation ist das eine durchaus gefährliche Mischung…

Im Sommer wird U17-Cheftrainer Danny Galm den Kraichgau in Richtung München verlassen. Beim deutschen Rekordmeister wird Galm die Nachfolge von Martin Demichelis als Chefcoach der U19 antreten.

Vorschau: Nach gerade einmal drei vollen Trainingstagen ist die TSG am Freitag um 20:30 Uhr in Leipzig zu Gast. Gegen das Team von Ex-Coach Julian Nagelsmann muss im Vergleich zur Partie gegen Bayer Leverkusen nochmal eine deutliche Leistungssteigerung folgen, um nicht unter die Räder zu geraten. 

Neben den Langzeitverletzten Hübner, Bicakcic, Stafylidis und Geiger sind Sebastian Rudy, Mijat Gacinovic, Sargis Adamyan, Kevin Akpoguma und Abwehrchef Kevin Vogt zumindest fraglich. Besonders eine schnelle Genesung der erfahrenen Vogt und Rudy wäre gegen zuletzt starke Leipziger enorm wichtig. 

Besonders aufpassen muss die TSG auf die gefährlich Offensive der Sachsen um Alexander Sörloth, dessen Form zuletzt stetig stieg und der immer für ein Tor gut zu sein scheint.


VfL Wolfsburg

Rückschau: In einem spektakulären Spitzenspiel im Kampf um die Champions League zog der VfL Wolfsburg bei Eintracht Frankfurt mit 3:4 den Kürzeren. Nach einem Traumstart und dem 1:0 durch Baku, geriet der VfL durch ungewohnte Nachlässigkeit in der Defensive mit 1:2 in Rückstand. Für die Zuschauer war es ein Spektakel auf beiden Seiten, dass der VfL direkt nach Anpfiff der zweiten Halbzeit durch Wout Weghorst mehr als nur ausgeglichen gestalten konnte. Doch ein katastrophaler Fehler von Brekalo und ein Faux pas des angeschlagenen Lacroix läuteten die Niederlage mit zwei weiteren Gegentreffern ein. Das 3:4 durch ein Eigentor der Frankfurter reichte nicht zum Punktgewinn. Allerdings änderte sich am Tabellenplatz nichts. Auch die Leistung gegen effektivere Frankfurter stimmte weitestgehend. Zum Beweis: 20:8 Torschüsse gegen eine der stärksten Offensivabteilungen lautete am Ende das Ergebnis - zugunsten des VfL. 

News der Woche: Weit mehr Aufregung als die Niederlage im Spitzenspiel, ruft seit dem Wochenende der Auftritt von Wout Weghorst im Aktuellen Sportstudio hervor. Der Top-Stürmer der Wölfe wurde im ZDF auf seinen Instagram-Post aus dem Vorjahr angesprochen, der bei ihm „Querdenkertum“ in der Corona-Krise vermuten ließ. Dafür kassierte Weghorst einen Shitstorm, der sich nach seinem Auftritt im AS nun wiederholte. Denn der Holländer vermied es erneut, bei dem Thema reinen Tisch zu machen. Die sportliche Führung des VfL kündigte daraufhin „Gespräche“ mit Weghorst an. 

Vorschau: Am Samstag erwartet der VfL Wolfsburg Rekordmeister und Spitzenreiter Bayern München in der Volkswagen Arena. Eine weitere Niederlage sollte im Kampf um die Champions League Qualifikation unbedingt vermieden werden. Interessant wird sein, wie die Mannschaft auf Niederlage und Weghorst-Unruhe reagiert - bislang hat sie aber auf Störungen im Umfeld kaum bis gar keine negative Reaktion gezeigt. Personell wird vor allem der Ausfall von Mittelfeld-Chef Maximilian Arnold interessant, der eine starke Saison spielt und dem VfL ausgerechnet gegen Bayern bitter fehlen wird. Ebenfalls Fragezeichen stehen hinter dem möglichen Arnold-Ersatz Guilavogui sowie dem angeschlagenen Lacroix. Möglich ist auch, dass Paulo Otavio nach seiner Rotsperre wieder für Roussillon ins Team rückt. 


SC Freiburg

Rückschau: Der SC Freiburg unterlag in einem enttäuschenden Auftritt am Freitagabend gegen Arminia Bielefeld verdient mit 1:0 und verpasst vorerst den Anschluss im Rennen um Platz 7. Dabei begannen die Breisgauer nach dem kurzfristigen Ausfall von Nicolas Höfler mit dem Ball im eher ungewohnten 3-3-2-2 durchaus ansehnlich, kamen aber nur einmal wirklich gefährlich über Sallai zum Abschluss. Nach etwa 25 Minuten gewann Arminia Bielefeld deutlich mehr an Spielkontrolle, ohne sich dabei größere Chancen zu erspielen. In der zweiten Halbzeit konnte der Sport-Club ebenfalls nur kurz überzeugen. Anschließend verlagerte sich das Spiel wieder in Freiburgs Hälfte, bis ein äußerst unglückliches Eigentor von Santamaria nach einem Schuss von Okugawa die Bielefelder in Führung brachte. Anstatt dies als Signal zur Aufholjagd zu nehmen, blieb von dort an allerdings Bielefeld die bessere Mannschaft und gewann am Ende verdient gegen blasse Freiburger.

News der Woche: Zum wiederholten Male versuchte sich der SC Freiburg in den letzten Monaten in einem relativ selten benutzten Spielsystem. Sowohl im eingespielten 4-4-2 als auch im 3-4-3 spielt der SC traditionell mit einer Doppelsechs, offenbarte aber gegen Gegner mit weniger Anspruch auf Ballbesitz immer wieder offensive Schwächen, die das Trainerteam durch Umstellungen im System zu verbessern versuchte. Gleichzeitig soll immer noch die Konterabsicherung funktionieren, die in der Hinrunde etwa gegen Mainz so katastrophal misslang. Diese Balance gelingt dem SC Freiburg gegen Gegner aus den unteren Tabellenregionen im Moment kaum, weswegen dort in der Rückrunde selten offensiv gute Spiele gelangen.

Trotz des verständlichen Ärgers über vergebene Möglichkeiten der letzten Wochen tendieren einige Fans in den üblichen Foren und in den sozialen Medien im Moment aber auch zur gnadenlosen Übertreibung. Wurde dem SC Freiburg im Sommer nach den Abgängen von Koch, Waldschmidt und Schwolow noch eine schwere Saison prophezeit, wird dort nun trotz Platz 10 und großer Distanz zu den Abstiegsrängen auf Trainerteam und Einzelspieler eingedroschen, das man denken könne, man stecke mitten im Abstiegskampf. Gerade beim Lesen der wöchentlichen Einträge einiger Konkurrenten der unteren Tabellenhälfte hier in der Kehrwoche sollte man sich vergegenwärtigen, wie gut und stabil der SC Freiburg doch dasteht.

Vorschau: Am Samstag, den 17.04. um 15:30 Uhr empfängt der SC Freiburg das abgeschlagene Tabellenschlusslicht aus Schalke, das sich allerdings mit einem dringend benötigten Sieg im letzten Spiel etwas aus dem mentalen Tief gezogen haben sollte. Dennoch sollte der Sport-Club unbedingt gewinnen, wenn man die Ansprüche auf die obere Tabellenhälfte nicht aufgeben möchte. Christian Streich hat dabei wieder deutlich mehr Optionen als noch gegen Schalke: Höfler (Geburt seines Kindes), Höfler, Demirovic (beide Gelbsperre) und Grifo (Corona-Infektion) kehren zurück, wobei Grifo trotz glimpflichen Verlaufs noch kaum trainiert haben wird und wohl höchstens für einen Kurzeinsatz in Frage kommt. Bei allen persönlichen Wünschen eines klassischen 3-4-3 aus der Hinrunde: In Sachen Aufstellung und Formationen wird das Trainerteam sicherlich wieder für Überraschungen sorgen.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: In einem hochklassigen Match bewiesen Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg am vergangenen Wochenende, dass sie zurecht auf Platz drei und vier der Tabelle stehen. 4:3 besiegt die SGE dominante Wolfsburger in einer spannenden Partie. 

Den offensivstarken Frankfurtern gelang es, die stabile Abwehrreihe der Wölfe zu durchbrechen – in der bisherigen Rückrunde ließen die Wolfsburger bis dato nur drei Gegentore zu. Herauszuheben ist auch die Frankfurter Effizienz: von acht Schüssen kamen fünf aufs Tor und vier davon landeten im Kasten der Gäste aus der Autostadt. Mit 20 Schüssen machten die Wolfsburger ebenfalls ordentlich Druck auf die Frankfurter Hintermannschaft – brachten davon aber nur sieben aufs Tor.

Letztlich geht die Eintracht als Sieger aus einem ausgeglichenen, qualitativ hochwertigen Spiel hervor und rückt somit bis auf einen Punkt an die Wölfe auf Platz drei heran. 

News der Woche: Trotz des sportlichen Erfolgs sieht sich die Eintracht im Sommer erneut einem Umbruch gegenüber. Nach Sportvorstand Fredi Bobic verlässt nun auch Trainer Adi Hütter die SGE – und nimmt die Co-Trainer Peintinger und Reutershahn gleich mit in Richtung Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach. Letzterer ist bereits seit 10 Jahren in Frankfurt tätig. 

Ganz überraschend kommt die Meldung nicht. Immer wieder keimten zuletzt Gerüchte vom Gladbacher Interesse am österreichischen Erfolgscoach auf. Für Unmut unter den Frankfurter Anhängern sorgt aber, dass Hütter noch Ende Februar beim TV-Sender Sky ankündigte: „Ich bleibe!“.  Was folgte, waren schwammige Aussagen bezüglich seiner Zukunft – und nun der Abgang.

Als finanzielles Trostpflaster kassiert Eintracht Frankfurt eine stattliche Summe: 7,5 Millionen Euro müssen die Borussen für Hütter ausgeben, um von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen.

Naturgemäß läuft nun die Gerüchteküche heiß. Besonders die Personalie Ralf Rangnick kochte zuletzt wieder hoch. Der 62-Jährige könnte gleich beide vakanten Posten besetzen und somit Bobic und Hütter beerben. Nach Bild-Informationen soll bereits am Donnerstag ein erstes Gespräch zwischen den Parteien stattfinden – dennoch soll Rangnick nicht der Top-Kandidat sein, wie der Hessische Rundfunk erfahren haben will. 

Am Mittwochmittag gab Eintracht Frankfurt außerdem bekannt, dass sich mit dem scheidenden Sportvorstand Bobic auf eine vorzeitige Vertragsauflösung zum 31. Mai 2021 geeinigt wurde. Welche neue Aufgabe Bobic übernehmen wird, ist offiziell noch nicht bekannt. Gerüchteweise steht er aber vor einem Engagement bei seinem Ex-Club Hertha BSC. 

Inmitten dieser herausfordernden Zeiten übernimmt Vorstandsmitglied Axel Hellmann den Posten des Vorstandssprechers, "um eine einheitliche Kommunikation nach innen und außen sicherzustellen”, wie er klarstellt.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 Uhr trifft Eintracht Frankfurt auswärts auf Borussia Mönchengladbach. Angesichts der aktuellen Geschehnisse rund um die Personalie Hütter wäre es für die Frankfurter hilfreich, einen Sieg einzufahren – nicht nur, um das große Ziel Champions League zu konkretisieren, sondern auch, um Diskussionen um den Fokus von Trainer und Mannschaft zu vermeiden. 

Die aktuelle Form spricht für Eintracht Frankfurt, auch wenn die Fohlenelf sich zuletzt langsam aus einem Tief herauskämpfen konnte. Die beiden Noch-Trainer Hütter und Rose kennen sich gut. Für beide Mannschaften geht es um viel, der Hütter-Wechsel bringt zusätzliche Brisanz in die Partie. 

Personell kann sich Eintracht Frankfurt über Rückkehrer Martin Hinteregger freuen. Der Österreicher absolvierte am Dienstag große Teile des Mannschaftstrainings, nachdem er verletzt fehlte. Ob er bereits am Wochenende auflaufen wird, ist dennoch fraglich – auch mit Blick auf die zuletzt starken Leistungen von Ersatzmann Ilsanker. 


Hertha BSC

Rückschau: Mit dem wiedergenesenen Marton Dárdai, der für Jordan Torunarigha wieder in die 3er-Kette rückte, startete Hertha in die Partie gegen favorisierte, aber zuletzt auch nicht gerade sattelfeste Gladbacher. In einer munteren Anfangsphase war es auch jener Marton Dárdai, der mit einem grandiosen Ball Cordoba auf die Reise schickte. Gladbachs Yann Sommer ging volles Risiko und brachte, wenn auch mit einem leichten Kontakt, Herthas Stürmer zu Fall. Folgerichtig zog Schiedsrichter Patrick Ittrich die rote Karte, was Hertha in die komfortable Situation brachte, die verbliebenen gut 75 Minuten in Überzahl zu spielen. Als kurz darauf Ascacibars abgefälschter Schuss zum 1:0 in den Winkel schlug, standen eigentlich alle Vorzeichen auf einen immens wichtigen Dreier für die Berliner. Leider agierte man in der Folge kopflos. Zwar versuchte man aufs zweite Tor zu gehen, was löblich erscheint, doch agierte man in der Defensivarbeit derart naiv, dass selbst eine F-Jugend die Hände vors Gesicht schlagen würde. So kam Gladbach auswärts, in Unterzahl und in Rückstand liegend in aussichtsreiche Kontersituationen. Plea nutzte dann eine dieser Gelegenheiten zum Ausgleich, ehe Niklas Stark im eigenen Strafraum Thuram sehr plump legte und Lars Stindl den folgenden Elfmeter sicher verwandelte.

Pál reagierte, wechselte gleich dreifach und stellte das System auf ein 4-4-2 um. Hertha war nun deutlich drückender und konnte recht schnell durch Cordoba ausgleichen. In der Folge kam Hertha zwar zu deutlich mehr Chancen, lief jedoch auch immer Gefahr, bei den Gladbacher Kontern dem Knockout zu erliegen. So muss man am Ende dieses 2:2 akzeptieren, auch wenn man an den Reaktionen auf Hertha-Seite erkennen konnte, wie sehr es schmerzte, dass man diese auf dem Silbertablett liegende Chance, sich etwas Luft im Abstiegskampf zu verschaffen, durch mangelnde Cleverness nicht ergriffen hat.

News der Woche: Am Mittwoch wurde bekannt, dass Eintracht Frankfurt und Sportvorstand Fredi Bobic sich zum 31.05.2021 trennen. Dem voraus gingen ein paar widersprüchliche Aussagen in den letzten Wochen. Von außen ist es schwierig zu beurteilen, wer da wie sauber gespielt hat, ob und warum Bobic schon nach der vorherigen Saison aufhören wollte und ob er die Zusage des damaligen Aufsichtsrats hatte, seinen Vertrag nach dieser Saison auflösen zu wollen.

Besser zu beurteilen sind hingegen seine sportlichen Verdienste. Mit einem grandiosen Team, welches er um sich baute, formte er aus einem Abstiegskandidaten mit minimalem Transferbudget einen Pokalsieger, Europa-League-Halbfinalisten und sehr wahrscheinlichen Champions-League-Teilnehmer und formte ein Team, welches nicht nur fußballerische Qualitäten vorzuweisen hat, sondern auch als Einheit und charakterlich über Jahre herausragend funktioniert. Darüber hinaus hatte er mit Kovac und Hütter zweimal ein goldenes Händchen bei der Trainerwahl. All das sind Dinge, wonach man sich bei Hertha BSC sein ganzes Fanleben lang sehnt. Und so ist es logisch, dass man sich bei Hertha BSC schon lange um Fredi Bobic bemüht und vermutlich alle Asse, welche einem die Windhorst-Millionen in die Ärmel spülten, im Poker um Fredi Bobic zog.

Die zahlreichen Berliner Stadttauben, welche schon seit Wochen gurren, dass Fredi zur neuen Saison in Berlin aufschlagen wird, werden wohl sehr bald bestätigt. Zu hoffen ist vor allem, dass Fredi sich hier, ohne Bruno Hübner, Ben Manga oder Alex Hellmann, welcher in Fanfragen eine bessere Ansprache hat, als Fredi Bobic, ein ähnlich gutes Team basteln kann. Mit Arne Friedrich ist zumindest eine Person bereits im Verein, die man sich im sportlichen Bereich sehr gut als „Mitspieler“ vorstellen kann.

Vorschau: geht es gegen das aktuell wahrscheinlich spielerisch stärkste Team im Abstiegskampf, nämlich den FSV Mainz 05. Die Mainzer treten mit einer breiten Brust an, nachdem sie am letzten Wochenende das enorm wichtige Duell gegen den FC Köln in der Nachspielzeit für sich entscheiden konnte. Das brachte die Mainzer auf Platz 14 und in die Situation, dass man mit einem Sieg gegen Hertha schon 5 Punkte Abstand zwischen sich bringen würde. In Anbetracht der Tatsache, dass die Spiele immer weniger werden, ist aus Berliner Sicht ein Punkt eigentlich schon fast zu wenig.

Offen ist die Frage, ob Pál nach den Erfahrungen gegen Gladbach bei der 4er-Kette der zweiten Hälfte bleiben wird, da sich die 3er Kette als alles andere als Sattelfest erwies. Auch ist Sami Khedira, der mit seiner Erfahrung der Mannschaft Ruhe und Takt vorgibt, ebenso ein Kandidat für die Startelf, wie Außenstürmer Radonjic, der gegen Gladbach ein sehr ordentliches Spiel nach seiner Einwechslung machte. Im Tor wird weiterhin Alexander Schwolow stehen, da Rune Jarsteins Quarantäne-Zeit nach seiner COVID-Erkrankung zwar abgelaufen ist, er aber nach wie vor mit den Symptomen zu kämpfen hat. Bei Hertha ist er nach Jordan Torunarigha der zweite (bekannte) Fall eines an COVID erkrankten Spielers, welcher auch nach der Infektion noch mit Symptomen und Nachwirkungen zu kämpfen hat. Auch (aber sicher nicht nur) aus diesen Gründen, sehen die Nationalmannschaftsreisen noch absurder aus, als sie es eh schon sind.


Union Berlin

Rückschau: Es ist der 10. April 2021, 17.18 Uhr – 7.500 mitgereiste Fans des 1. FC Union Berlin feiern in der Allianz Arena in München in ihrer Art und Weise, also singend, ein Unentschieden gegen den großen FC Bayern München, die magische 40 Punkte-Marke und einen Klassenerhalt…

…. So hätte es sein können, nein – sogar sein müssen. Aber leider hat ein Virus auch weiterhin etwas dagegen. Der 1. FC Union Berlin hatte bereits im Heimspiel in der Alten Försterei ein achtbares Unentschieden erreicht, was als Sensation gefeiert wurde. Aber bei den Bayern „dahoam“ die gleiche Leistung noch einmal abzurufen und ohne nur einfach den „Bus im eigenem Strafraum zu parken“, ist schon eine grandiose Leistung, die keine andere Mannschaft in der BuLi in dieser Saison erreichen konnte: in beiden Spielen gegen den FCB nicht zu verlieren. Die Köpenicker versuchten von Beginn an die Bayern mit einem laufintensiven Spiel (5 km mehr als die Bayern am Ende) am schnellen Passspiel zu hintern und körperlich aber fair entgegenzuhalten. Der Matchplan von Union ging in der ersten Halbzeit komplett auf, große Chancen gab es auf beiden Seiten nicht sonderlich. Die erste wirklich gefährliche Aktion des Spieles hatte Union. Nach einer Flanke von Keita Endo kam Marius Bülter völlig frei vor dem Bayern-Keeper zum Kopfball, konnte aber nicht wirklich Druck auf den Ball bringen, sodass Neuer den Ball klären konnte. Klare Chancen konnten sich die Bayern auch in Folge nicht erarbeiten – zu dicht und gut stand die Berliner Abwehr – sodass ein Standard herhalten musste, den zunächst Müller und dann Musiala in einer sehr guten Position im Union-Strafraum erreichen konnte. Musiala konnte den Ball im Berliner Tor technisch perfekt unterbringen und alles sah nach einer Niederlage aus.

Bis 85‘ als Cedric Teuchert schnell reagierte, blitzschnell einen korrekten (!!!) Einwurf zu Robert Andrich brachte, der auf Marcus Ingvartsen ablegt und der das Spielgerät im Tor der Bayern unterbringen kann. Endstand 1:1! Um noch mit einem „Märchen“ aufzuräumen: Der Einwurf von Cedric Teuchert, der zum Ausgleich führte, war völlig korrekt. Als der Ball die Hände verlässt, sind beide Beine auf dem Boden und zum Punkt, dass der VAR den Einwurf hätte überprüfen müssen, sagen die Fachleute von Collinas Erben „…Der VAR hatte nur die Angriffsphase zwischen Einwurf und Torerzielung zu überprüfen, wobei die Art und Weise eines Einwurfs, wie gesagt, laut Protokoll nicht zu einem Check gehören.“    

News der Woche: News 1: Mit dem Unentschieden von Union in München hatte sich Oli Ruhnert als Geschäftsführer Sport wohl mal wieder für eine Einladung für die Dauerwerbesendung „Doppelpass“ auf Sport1 qualifiziert und hatte so die Gelegenheit, auch auf die berechtigten Äußerungen seines Chefs, Vereinspräsident Dirk Zingler, in Richtung DFB zu unterstützen: Der in der Führung zerstrittene Haufen DFB braucht einen kompletten Neuanfang und kritisiert sehr scharf die Reform der Champions League zudem sollten Löw und Bierhoff noch vor der EM abgelöst werden sollten.

News 2: Das Union den zweitkleinsten Etat der Liga hat, ist weithin klar. Aber wenn man nun noch die Leistungen der Mannschaften dagegensetzt, also was der Verein für sein eingesetztes Geld bei den Spielern bekommt, kommen erstaunliche Dinge heraus: Union ist in dieser Wertung Tabellenführer und am anderen Ende ist die alte Dame aus Charlottenburg zu finden. Glaubt ihr nicht? Dann geht einfach auf den folgenden Tweet. Berlin hat die Bundesliga also voll im Zangengriff.

Vorschau: Als am 27. Mai 2919 Union Berlin in der Alten Försterei den Aufstieg in die 1. Bundesliga in der Relegation gegen den Drittletzten der BuLi klar gemacht hat, hieß der Gegner „Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V.“ und Stuttgart musste in Folge des Hin- und Rückspiels gegen die Köpenicker den bitteren Gang in die 2. Liga antreten. Bereits am Ende der folgenden Saison war der VfB wieder erstklassig und wird am 17. April um 15.30 Uhr wieder in der Alten Försterei gastieren – fast 2 Jahre nach ihrem Abstieg am gleichen Ort. Neben Union ist sicherlich auch der VfB als Aufsteiger einer der Überraschungsmannschaften der laufenden letzten Saison. Die Stuttgarter konnten sich zu Beginn der Saison sogar bis auf den 5. Tabellenplatz hocharbeiten. Die Köpenicker werden sich sicherlich noch sehr gut an das Hinspiel erinnern und wissen, dass die Stuttgarter unbedingt an schnellen Gegenstößen gehindert werden müssen, zumal mit Sheraldo Becker, Taiwo Awoniyi und dem langzeitverletzten Anthony Ujah nach wie vor die schnellsten Spieler verletzt sind. Mit Platz 7 bzw. Platz 9 sind Union und Stuttgart faktisch Nachbarn. Mit einem Punkt mehr als Stuttgart hat Union bereits die magische 40-Punkte-Grenze erreicht, die der VfB gerne auch klar machen möchte. Union wird an das Bayernsspiel anknüpfen müssen, um die schnellen Spieler der Stuttgarter unter Kontrolle zu bringen. Mit dem Spiel gegen den VfB wird die englische Woche eingeleitet, die für Union dann bereits am kommenden Mittwoch (21.4.) nach Dortmund führt, um dann am 24. April die englische Woche mit Werder Bremen abzuschließen. Richtungsweisende Spiele stehen für den 1. FC Union Berlin an, um vielleicht doch noch das Wort „Europa“ in den Mund nehmen zu können.


Schalke 04

Rückschau: Schalke fährt gegen Augsburg tatsächlich den zweiten Saisonsieg ein. Wegen eines Torwartfehlers in der 4. Minute war das Team in Führung gegangen und konnte diese bis zum Abpfiff halten. Dabei zeigte man sich auch spielerisch gegen einen zunächst defensiven Gegner durchaus verbessert. Passspiel, Ballannahmen und Freilaufverhalten waren deutlich sauberer als zuletzt. Natürlich, das sind die absoluten Grundlagen, aber sie waren eben das letzte Jahr zunehmend verloren gegangen und mussten nun wieder aufgebaut werden.

In Hälfte zwei versteifte sich die Mannschaft von Grammozis dann zunehmend auf die Abwehrarbeit. Und musste so einige gefährliche Torchancen der Augsburger überstehen, Fährmann tat sich hierbei mehrfach durch gute Paraden hervor. Zuvor gegangen waren mehrfach Fehler der jüngsten Spieler in der Fünferkette, Thiaw und Aydin. Ihnen fehlt häufiger noch sichtbar die Erfahrung. Aydin etwa verschuldet in der letzten Minute der Nachspielzeit nochmal einen Freistoß an der Strafraumkante.

Auf der anderen Seite tragen die Jugendspieler oft wesentliche Anteile an der spielerischen Verbesserung des Teams. Bozdogan etwa legte schon das Tor gegen Leverkusen per Flanke vor und auch gegen Augsburg war es seine scharfe Hereingabe, die dem Torwartfehler voranging. Und auch Thiaw trägt beispielsweise mit seinem hervorragenden Kopfballspiel auch sehr zur defensiven Stabilisierung bei und sorgt mit seinen Vorstößen häufiger für Unordnung beim Gegner. Zuletzt wurde er auch deshalb bei den Top 110 Jugendspielern von Cavanis Friseur gewürdigt.

News der Woche: Nach den turbulenten letzten Wochen ist nun ein Mindestmaß an Ruhe in den Verein zurückgekehrt - der Sieg hat sicherlich nicht unwesentlich dazu beigetragen. Einige Personalien gab es aber schon zu vermelden. So wurde der auslaufende Vertrag mit Becker um zwei Jahre verlängert. Er hatte in den vergangenen Monaten die Verletzungen von unter anderem Sané, Nastasic und Ludewig mit aufgefangen und sich im schmalen Schalker Kader zum Stammspieler entwickelt.

Mit inzwischen 24 Jahren gehört er aber auch nicht mehr zu den Jugendspielern im Kader. Dafür unterlaufen ihm noch zu häufig Fehler, gerade im Stellungsspiel und beim Herausrücken aus der Kette. Ein erfahrener Nebenmann, der ihn dirigiert, hilft, aber um nachhaltig zu einem Erstlingsspieler zu reifen, muss er noch den ein oder anderen Entwicklungsschritt nehmen. Regelmäßige Einsätze im Unterhaus könnten dafür aber genau das richtige Mittel sein.

Auch im Aufsichtsrat kam es erneut zu Veränderungen. Zunächst rückte Hefer - Wahlverlierer bei der MV 2017 - nun für Gesenhues nach. Zum anderen legte das kooptierte Mitglied Köllmann sein Amt nieder. Er war als Vertreter des Vorstands entsendet worden, nur da alle drei Vorstandsposten mit Abschluss dieser Saison neu besetzt sein werden, wird nun auch eine neue Repräsentanz in diesem Gremium vonnöten.

Und dann möchte ich diese verhältnismäßig ruhige Woche noch dazu nutzen, um einen Blick auf unsere verliehenen Spieler zu werfen: McKennie spielt eine hervorragende Saison und wird bekanntermaßen im Sommer fest zu Juventus wechseln. Für Kabak und Matondo waren im Winter Leihen mit Kaufoption vereinbart worden. Obwohl Ersterer beim verletzungsgeschwächten FC Liverpool zur Zeit Stamm spielt, ist noch unklar, ob er fest verpflichtet werden soll. Auch aufgrund seiner Leistungen ist er aber interessant genug auch für andere Vereine, so dass Schalke ihn im Fall einer Rückkehr vielleicht sogar teurer an einen anderen Club verkaufen könnte. Oder - das wäre mein Tipp - Liverpool zieht die Option und gibt ihn dann selbst gewinnbringend weiter.

Anders sieht es bei Letzterem aus. Matondo kam bisher nur auf sechs von achtzehn möglichen Einsätzen für Stoke. Längere Zeit fiel er auch bei seinem neuen Verein verletzungsbedingt aus. Falls der englische Zweitligist die Option nicht trotzdem zieht oder er in den letzten fünf Spielen nochmal überzeugt, muss ihn Schalke im Sommer vielleicht mit großem Verlust abgeben. Ein Verbleib hier in der zweiten Liga kann ich mir leider nicht vorstellen.

Rudy spielt in Hoffenheim wieder Stamm, verdient mit seinem Schalker Vertrag aber zu gut, um freiwillig zu gehen. Vielleicht wird das Arbeitspapier ja tatsächlich bei Abstieg ungültig. Ansonsten geht es hier nur noch darum, möglichst wenig von dem noch offenen Gehalt zahlen zu müssen. Ähnlich düster sind die Aussichten bei Carls, der in Portugal bei Guimãraes nur auf einen Einsatz kam und zuletzt sogar in die zweite Mannschaft verfrachtet wurde; eine klar fehlgeschlagene Leihe.

Genauso sähe das Urteil auch beim noch einsatzlosen Schubert aus, wenn im Gegenzug nicht Rønnow für ein Jahr vom Frankfurt zu Schalke gekommen wäre. Ob die Eintracht ihn halten möchte, ist noch unklar, der Durchbruch in der ersten Liga ist dem 22-jährigen jedenfalls auch im zweiten Anlauf nicht gelungen. Für Schalke wäre er nächstes Jahr in der 2. Bundesliga eine gute Option. Ob er bleibt, wo ihm bisher so wenig Wertschätzung entgegengebracht wurde, hatte ich bisher immer ein wenig bezweifelt. Zuletzt äußerte er sich aber, dass sein Ziel sei hier zur Nummer Eins zu werden.

Zuletzt bleiben Tekpetey, dessen Leihe bei Ludogorets noch ein weiteres Jahr läuft, und Kutucu. Dieser kommt bei Heracles Almelo zwar regelmäßig zu Einsätzen, hatte in elf Spielen aber bisher nur eine Torbeteiligung. Außerdem konnte er seine Pacingdefizite auch hier nicht überwinden: In nunmehr 65 Spielen auf Profiniveau - unter sieben verschiedenen Trainern - spielte er nicht ein einziges Mal über 90 Minuten. Natürlich sähe man ihn trotzdem gerne wieder hier auf dem Platz, so langsam muss er sich aber zu einem verlässlichen Startelfspieler entwickeln.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 Uhr geht es als nächstes nach Freiburg, ehe Bielefeld nächsten Dienstag um 20:30 ansteht - ebenfalls auswärts. Gegen beide Gegner sollte Schalke bestenfalls punkten können. Wichtig dabei wäre es aber auch, die Verletzungsrückkehrer langsam zurück an die Mannschaft zu führen. In den letzten Wochen der Saison bekäme Grammozis so fast sogar einen konkurrenzfähigen Kader zurück, den Abstieg würde aber nur eine wunderhafte Siegesserie noch verhindern können.


FSV Mainz 05


1. FC Köln

Rückschau: Ein enorm wichtiges Spiel dramatisch verloren, die Trennung vom Trainer endgültig vollzogen: Gegen den 1. FSV Mainz 05 setzt es für den 1. FC Köln eine bittere 2:3 (1:1)-Niederlage, den Siegtreffer erzielten die Gäste erst in der Nachspielzeit. Zuvor hatten die “Geißböcke” die frühe Führung der Rheinhessen durch Boetius drehen können, Duda (Handelfmeter) und Skhiri brachten den FC in Front. Doch am Ende jubelten die “Nullfünfer”, die nicht nur ihren Aufwärtstrend fortsetzen konnten, sondern auch durch diesen Big Point die Kölner auf Distanz halten. Für Markus Gisdol war die Niederlage in diesem sogenannten Sechspunktespiel die letzte Partie als Trainer des glorreichen 1. FC Köln.

News der Woche: Nur wenige Stunden nach Abpfiff des Heimspiels gegen Mainz war klar: Der FC trennt sich von Markus Gisdol. “Bis zum Saisonende sind es jetzt noch sechs Spiele, in denen wir unbedingt unser Ziel, den Klassenerhalt, erreichen wollen. Dafür müssen wir Ergebnisse erzielen. In dieser Hinsicht haben wir in den letzten Wochen stagniert. Mit einem Trainerwechsel wollen wir der Mannschaft für diese entscheidende Phase mit einer neuen Konstellation einen neuen Impuls geben”, erklärte FC-Sportgeschäftsführer Horst Heldt. Der neue Impuls trägt den Namen Friedhelm Funkel, der die Mannschaft mit all seiner Erfahrung in der Liga halten soll. Für die “Geißböcke” kehrt der Trainerroutinier (von Februar 2002 bis Oktober 2003 schon einmal in Köln tätig) sogar aus seinem selbst gewählten Ruhestand zurück.

“Ich weiß, was auf mich zukommen wird. Die Aufgabe ist nicht die einfachste.“

Vorschau: Das erste Spiel mit “Feuerwehrmann” Funkel ist für den FC direkt ein wichtiges - und das nicht nur aufgrund der Tabellensituation. Beim rheinischen Rivalen aus Leverkusen könnten die “Geißböcke” sich für die heftige Hinspielklatsche revanchieren und der 100%ig werbetreibenden Tochter des Chemiekonzerns vor den Toren der Stadt einen Rückschlag im Rennen um die Europapokalplätze bescheren. Aus dem Vollen kann die Notlösung auf der Kölner Trainerbank allerdings nicht schöpfen: Ismail Jakobs verletzte sich unter der Woche im Training, Sebastian Andersson ist nach seinem Startelf-Comeback einmal mehr angeschlagen. Es gibt bessere Aussichten auf ein erfolgreiches Nachbarschaftsduell für den 1. FC Köln.


FC Augsburg

Rückschau: Der FC Augsburg erwies sich im ersten Sonntagsspiel des 28. Spieltages wieder einmal als dankbarer Aufbaugegner. Die krisengeschüttelten Schalker durften sich über einen völlig ungefährdeten 1:0 Heimsieg freuen, den zweiten in dieser Spielzeit.Im Vorfeld der Partie hatte Manager Stefan Reuter die Mannschaft in die Pflicht genommen, davon gesprochen, dass man griffig und konzentriert bleiben müsse. Davon war in der Veltins-Arena jedoch überhaupt nichts zu sehen. Der FCA begann schlafmützig und sah den Schalkern in aller Seelenruhe beim ersten Angriff der Partie zu. Torwart Gikiewicz, der sich die ganze Saison als überragender Rückhalt erwiesen hatte, konnte eine scharfe Hereingabe nicht festhalten, so dass Suat Serdar zur frühen Führung abstauben konnte (4.). Im Anschluss offenbarte sich das volle spielerische Elend der Fuggerstädter. Da sich Schalke nun - in bester FCA-Manier - zurückzog und das Fußballspielen einstellte, waren die Gäste gefordert. Und es passierte: Nichts! Die Augsburger waren über die komplette verbleibende Spielzeit nicht in der Lage einen vernünftigen Angriff auszuspielen. Man präsentierte sich weder ballsicher noch konnte man die wirklich nicht überragenden Schalker durch ein überraschendes Moment überrumpeln. So blieb es dabei, dass die wenigen Chancen der Gäste wie durch Richter (24.) nur durch Zufall zustande kam. Am Ende stand ein verdienter Sieg der Hausherren.

News der Woche: Das Gastspiel auf Schalke bildete den Tiefpunkt einer durchgehend schwachen Saison der Augsburger. Der spielerische Offenbarungseid bestürzt Fanszene und das nähere Umfeld. Allein Manager Reuter steht weiter ungebrochen zu Heiko Herrlich. Welches Potenzial er im Trainer erkennt, wird allerdings sein Geheimnis bleiben. Inzwischen ist allerdings jede Hoffnung dahin, dass man sich in der laufenden Spielzeit trennen wird. Dennoch nicht unwahrscheinlich, dass am Ende der Klassenerhalt stehen wird. Eine Trennung muss dann spätestens im Sommer erfolgen. Noch einmal wird man nicht so viel Glück haben…

Vorschau: Am 29. Spieltag steht das nächste entscheidende Spiel an. Am Samstag (15:30 Uhr) gastiert Arminia Bielefeld in der WWK-Arena. Für beide Teams geht es dann beinahe schon um alles: die Gäste aus Westfalen feierten jüngst einen 1:0 Erfolg gegen den SC Freiburg und sind plötzlich im Kampf um den Klassenerhalt wieder voll im Spiel. Gelingt gegen den FCA der nächste Sieg trennen die beiden Kontrahenten plötzlich wieder nur 3 Punkte. Dann wären die Fuggerstädter wieder mitten im Abstiegskampf. Die Form spricht eindeutig für die Bielefelder, der gesamte Trend sollte den Hausherren Mut machen. Bislang holte man immer einen Dreier, wenn es darauf ankam. Nur Nachlegen, das kann man in Augsburg einfach nicht.


SV Werder Bremen

Rückschau:

DFB-Pokal Am Mittwoch (07.04.2021) kam es zum Nachholspiel im DFB-Pokal Viertelfinale beim SSV Jahn Regensburg, das Werder minimalistisch mit 0:1 gewann. Im winterlichen Regensburg kam es nun zum Nachholspiel, das aufgrund der Covid-19-Infektionen im SSV Team verschoben werden musste. Das Spiel wurde durch ein Traumtor von Yuya Osako in der 52. Minute entschieden. Die Vorlage gab Marco Friedl, der einen langen Ball aus der eigenen Hälfte auf Osako spielte. Der nahm ihn mit der Brust an, drehte sich und ballerte ihn mit Rechts ins Tor. Ein Tor, das durchaus zum Tor des Monats werden könnte, aber auf jeden Fall das Tor des Tages war. Aber das war auch bei nur einem geschossenen Tor nicht so schwer. Osako hätte auch mindestens noch ein weiteres Tor machen müssen. So kam es, dass Werder am Ende noch Zittern musste. Obwohl sie weitgehend die spielbestimmende Mannschaft waren und Regensburg im Griff hatten, ließen sie zu viele Chancen liegen. Zum Ende des Spiels wurde es dann noch einmal eng, als Gebre Selassie in der 90. Minute den Ball auf der Linie klären kann. In der 95. hatte dann Werder noch eine große Chance, als ein Pass von Agu auf Selke durch einen Regensburger zum 2:0 noch abgefangen wird.

Nun kommt es am 30, April im Weserstadion zum DFB-Pokal Halbfinale gegen RB Leipzig. Vermutlich mit der schwerst mögliche Gegner im Teilnehmerfeld. Ob Werder die zu Null Serie halten kann, ist fraglich. In den 4 Runden haben sie immer zu Null gespielt.

Spieltag 28 Mit einer deutlichen 1:4-Niederlage musste sich der SV Werder Bremen gegen RB Leipzig geschlagen geben. Werders Trainer Kohfeldt überraschte mit einer auf 5 Positionen veränderten Startelf gegenüber dem Pokalspiel am Mittwoch. So kehrte Ömer Toprak nach überstandener Verletzung zurück in die Innenverteidigung und Felix Agu übernahm die Linksverteidiger Position des verletzten Ludwig Augustinsson. Diese Wechsel waren soweit noch erwartbar gewesen. Dass es einen Wechsel auf der Doppel-Sechs geben musste, war soweit auch klar, da Maxi Eggestein für dieses Spiel gesperrt war. Wieso aber neben Eggestein auch Möhwald nicht in der Startformation war, bleibt ein Rätsel. Die Doppel-Sechs wurde mit Manuel Mbom und Christian Groß besetzt. Im Sturm überraschte Kohfeldt mit dem Trio Sargent-Selke-Dinkci. Das Sargent nach seiner Gelbsperre in die Startformation zurückkehren würde, davon war auszugehen, auch davon, dass Selke nach der Verletzung von Füllkrug größere Chancen darauf hätte. Das Startelfdebüt des 19-jährigen Dinkci überraschte aber vollends.

Die Niederlage aber an dieser jungen Startelf festzumachen wäre aber zu einfach. Zumindest kann man aber festhalten, dass Kohfeldts Überraschungsaufstellung nicht wie erhoffte Wirkung gezeigt hat. Werder defensive 5-2-3 Grundordnung konnte am Anfang gegen RB Leipzig mithalten. Die Qualität der Leipziger war der Werders zu überlegen.

Zumal Leipzig mit Ihrer Raute im Mittelfeld Werder keinen Zugriff gewähren ließ und mit ihrem hervorragenden Kurzpassspiel sich Werder zurechtlegen konnte. SO entstand auch das 0:1 durch Olmo in der 23. Minute. Das 0:2 (32.) und 0:3 (43.) durch Sörloth vielen dann zu einfach. Zu der Leipziger Qualität kam auch noch ein schlechte Verteidigungsverhalten der Werder Mannschaft hinzu. Zur 2. Halbzeit beendete Kohfeldt sein “Experiment Jugend forscht”, für Dinkci kam Rashica, sowie für Mbom dann Möhwald rein kam. Zusätzlich wurde Toprak verletzungsbedingt durch Veljkovic ersetzt. Werder stellte auch auf eine 4-2-3-1 Formation um. Mit Ihrer Mittelfeldraute versuchten sie die Leipziger raute zu egalisieren.

Die Einwechslungen von Rashica und Möhwald machten sich nun deutlich bemerkbar. In der 61. kam es dann zum 1:3 Anschlusstreffer durch Rashica. Er verwandelte einen Handelfmeter. Die Euphorie währte aber nicht lange, nur 2 Minuten später erhöhte RB zum 1:4 durch Sabitzer. Fortan verwaltete Leipzig das Ergebnis. In 3 Wochen sehen sich beide Mannschaften an, gleicher stelle wieder dann im DFB-Halbfinale.

News der Woche: Bitterer als die Niederlage gegen RB Leipzig war der Verlust von Ömer Toprak. Der Abwehrchef wurde zur Halbzeit gegen RB verletzungsbedingt ausgewechselt. Jetzt weiß man, dass er sich einen Muskelfaserriss in der linken Wade zugezogen hat und mehrere Wochen Ausfallen wird. Hinzu kommt, dass es aktuell noch nicht absehbar ist, wann Füllkrug wieder nach seinem Zehenbruch zurückkehren wird. Werder hält sich diesbezüglich sehr bedeckt.

Durch den Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale und die Ausschüttung der DFL-Risikovorsorge ausgezahlt wird, fließt ein geringer Millionenbetrag an Werder. Der soll nicht in den Kader investiert werden, sondern das durch die Pandemie verursachte Finanzloch mildern.

 Angeblich hat Werder Interesse an den 21-jährigen montenegrinischen Nationalspieler Sead Haksabanovic und soll bereits ein konkretes Angebot unterbreitet haben. Der Linksaußen des schwedischen Erstligisten IFK Norrköping soll Milot Rashica im Sommer ersetzen. Des Weiteren beobachtet Werder den 18-jährigen Flügelstürmer Vassancy Diomandé aus dem Jugendbereich des französischen AJ Auxerre.

A post shared by @werdermemes

Vorschau: Am Sonntag gastiert der SV Werder Bremen im Westfalenstadion beim BVB. Die zurückliegenden 105 Bundesliga Begegnungen teilen sich in 45 Siege für den BVB, 19 Unentschieden und 41. Werder Siege auf. Soweit zur Vergangenheit. In der Gegenwart hat Werder 4 der letzten 5 Bundesliga Begegnungen verloren und einen Sieg errungen. Der BVB kommt auf 2 Siege, 2 Niederlagen und ein Unentschieden. Für beide Mannschaften läuft es aktuell nicht rund. Der BVB muss in den letzten 6 Bundesligaspielen 7 Punkte auf Eintracht Frankfurt aufholen, um noch die Champions League zu erreichen und Werder hat nur noch 4 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge.

Beide Mannschaften sind dazu verdammt zu gewinnen. Für Werder spricht das gegen den BVB keiner Punkte bzw. einen Sieg erwartet. Durch den Ausfall von Toprak wird Moisander höchstwahrscheinlich wieder in der Startelf sein. Im Sturm werden voraussichtlich Rashica und Sargent stehen.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Wie wichtig dieser Dreier war, wurde vor allem in der Nachbetrachtung deutlich. Der 1:0-Heimsieg der Arminen war gleichbedeutend mit einem dicken Ausrufezeichen im Abstiegskampf. Zusammen mit Bremen (30 Punkte), Mainz (28) und Hertha (26) gehört der Tabellen-16. aus Bielefeld zu den hoffnungsvolleren unter den Kellerkindern. Denn weil die Kölner gegen Mainz patzten, hat der DSC nun immerhin drei Punkte Vorsprung auf den Tabellen-17. vom Rhein. Das ist nicht viel, aber es ist etwas, mit dem sich vor allem emotional arbeiten lässt und was dementsprechend Schwung für die kommenden Aufgaben geben sollte. Gegen Freiburg wurde mal wieder deutlich, dass die Arminia-Defensive unter Trainer Frank Kramer zu neuen Abwehrkräften gefunden hat. Kassierte der DSC unter Vorgänger Uwe Neuhaus noch 1,9 Gegentore pro Spiel, sind es jetzt nur noch 1,0. Eine Art Lebensversicherung für die Arminen. Denn vorne hapert es nach wie vor. Also musste ein Eigentor des Freiburgers Santamaria (68.) herhalten, um den Dreier einzusacken. Während man hinten immer sattelfester wird, fehlt vorne die Durchschlagskraft. Ein Manko, dass der DSC trotz guter Ausgangsposition im Abstiegskampf dringend abstellen muss.

News der Woche: In der Fußball-Branche haben sich in den vergangenen Monaten zahlreiche Akteure von verschiedenen Vereinen mit dem Coronavirus infiziert - trotz Hygienekonzept. Lange blieb Arminia Bielefeld davon verschont, der Öffentlichkeit einen positiven Corona-Befund mitteilen zu müssen. Am vergangenen Samstag war es nun soweit. Sergio Cordova hat sich bei einem privaten Besuch in einer medizinischen Einrichtung infiziert. Wie der Stürmer musste auch Mittelfeldspieler Reinhold Yabo in Quarantäne, weil er in engem Kontakt zu Cordova stand. Die Folgetests bei Yabo und dem Rest des Teams waren allerdings allesamt negativ.

Vorschau: Die Arminen bekommen in den nächsten Tagen gut zu tun. Erst nach Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr), dann kommt Schalke (Dienstag, 20.30 Uhr) bevor es am Sonntag nach Mönchengladbach (18 Uhr) geht.  Es gibt also viel zu holen und jede Menge zu verlieren, sollte man nicht an den Freiburg-Erfolg anknüpfen können. Wie man Augsburg schlagen kann, hat ausgerechnet Ligaschlusslicht Schalke am vergangenen Wochenende gezeigt. Doch wie schwer der FCA zu knacken ist, sollte Arminia noch vom Hinspiel in Erinnerung sein. Obwohl der DSC die Augsburger damals vor allem im zweiten Durchgang dominierte, verlor der Aufsteiger durch ein spätes Gegentor mit 0:1. Ein Sieg jetzt, als Startschuss in die Englische Woche, wäre sicher die richtige Antwort auf die Hinspielniederlage.


VfB Stuttgart

  • Von Andreas

Rückschau: Der VfB Stuttgart verliert gegen Borussia Dortmund mit 2:3. Bevor das Spiel los ging verletzte sich Gonzalo Castro und Momo Cisse und der vom Verletzungspech verfolgte Aufsteiger musste auf seine vierte Stammkraft verzichten. Die Ausfälle gerade im Mittelfeld machten sich bemerkbar da sie keinen Zugriff im Mittelfeld bekamen. Trotzdem hat der VfB noch ein Ass im Ärmel: Mal wieder war es Sosa der mal wieder Sasa Kalajdzic mit einer hervorragenden Flanke bediente die der Österreicher mit dem Kopf zur 1:0 Führung verwandelte. Zwar konnten die Schwaben den Vorsprung bis zur Halbzeit halten, nach dem Seitenwechsel konnte Borussia Dortmund binnen 8 Minuten durch Tore von Jude Bellingham und Marco Reus Spiel drehen. 1:2 stand es nach 52 Minuten aus der Sicht der Schwaben und Dortmund drängte auf das Dritte als ihnen in der 78. Minute ein folgenschwerer Fehlpass wiederfuhr. Sasa Kalajdzic fing den Ball im Aufbauspiel der Dortmunder ab, den er zu Tanguy Coulibaly weiterleitete und er bediente im Strafraum den eingewechselten Daniel Didavi zum 2:2 Ausgleich. Leider hielt das unentschieden aus Sicht der Schwaben nur zwei Minuten denn Ansgar Knauff erzielte in der 80. Das entscheidene 3:2. Der VfB liegt fünf Spieltage vor Schluss mit 39 Punkten auf Platz 9.

News der Woche: Der verletzte Orel Mangala hat seinen Vertrag beim VfB Stuttgart um einen Jahr bis 2024 verlängert. Der belgische Nationalspieler ist heiß umworben und galt als möglicher Abgang im Sommer. Durch die Vertragsverlängerung, die keine Ausstiegsklausel enthielt, ist ein Abschied nun weniger wahrscheinlich. Im Trainer Team von Pellegrino Matarazzo gibt es ab nächster Saison eine Veränderung. Torwarttrainer Steffen Krebs, in Bad Cannstatt aufgewachsen, kommt aus Mönchengladbach. Ob der aktuelle Torwarttrainer Uwe Gospodarek in seinen verdienten Ruhestand geht oder Krebs und er zusammen ein Trainer-Duo bilden steht in den Sternen.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 Uhr trifft der VfB Stuttgart auf Union Berlin im Stadion an der Alten Försterei. Für den Aufsteiger geht es fünf Spieltage vor Schluss gegen den Tabellennachbarn noch darum die 40 Punkte voll zu machen und Europa in greifbarer Nähe zu bringen. Der Gastgeber, der seit vier Spielen auf einen Sieg wartet, hegt aber ähnliche Ambitionen. Beide Teams haben zurecht Anspruch auf den Titel "Überraschung des Jahres" da die beiden Relegationsteilnehmern aus dem Jahr 2019 als Abstiegskandidaten in die Partie gingen und die ganze Saison nichts mit dem Abstieg zu tun hatten. Die Schwaben müssen weiterhin auf das Trio Silas, Mangala und Gonzalez verletzungsbedingt verzichten während Marc Oliver Kempf gelbgesperrt fehlen wird. Gonzalo Castro wird wohl wieder zur Verfügung stehen.

Zu unseren Autor:innen