Englische Woche trotz Super League Aus

FC Bayern München

Rückschau: Auch wenn das Ausscheiden aus der Champions League natürlich bitter war und ist, so war die Woche danach doch deutlich erfolgreicher als vielleicht angenommen. 3:2 Sieg gegen ein starkes Wolfsburg am Wochenende und unter der Woche ein sehr solides 2:0 gegen ein weniger starkes Leverkusen. Mit einem Sieg gegen Mainz macht man am Wochenende die 30. Meisterschaft in der Vereinsgeschichte klar (Mal schauen, was für abscheuliche T-Shirts dafür auf dem Plan stehen). Hervorzuheben aus diesen letzten Spielen sind vor allem drei Spieler. Choupo – Moting, der einen sehr guten Lewandowski Ersatz abgab, Jamal Musiala, der mit zweit Treffern gegen WOB für weitere Einsätze empfahl und die er hoffentlich bekommen wird. Zu guter Letzt noch Lucas Hernandez. Nicht nur spielte er eine überragende zweite Halbzeit gegen PSG, sondern zeigt auch, dass er einer der besten Zweikämpfer der Liga ist. In dieser Form definitiv gesetzt in der Innenverteidigung nächste Saison.

News der Woche: Drunter und drüber ging es vergangene Woche überall im europäischen Fußball, der FC Bayern war dem ganzen allerdings schon ein bis zwei Schritte voraus, genauso wie vielleicht die Frankfurter Eintracht. Beide Vereine haben jetzt mindestens eine offene Stelle zu besetzen, nämlich den Trainerposten. Hansi Flick will definitiv aufhören, die Bayern hätten allerdings gerne den einen oder anderen Euro von seinem zukünftigen Arbeitgeber. Als Nachfolger steht ja nun seit längerem Julian Nagelsmann im Raum, auch die Namen Allegri und Ten Hag geistern immer wieder durch die Medien. Vielleicht wird letzterer ja zuerst zur vorher genannten Eintracht gehen, um dann in zwei Jahren den Kovac zu machen. Traurig ist es um Flick mit Sicherheit, allerdings gehören zu so einem Abgang immer mindestens zwei und die Schuld nur bei Hasan Salihamidzic zu suchen ist mit Sicherheit nicht der Weisheit letzter Schluss.

(außer sie kommt natürlich von Uli persönlich)

Zur Super League gibt es hier heute nichts, das würde den Rahmen sprengen, aber die Meinungen der Münchner Fangruppierungen dazu sind natürlich einstimmig.

Vorschau: Wie bereits erwähnt steht am Samstag um 15:30 ein entscheidendes Auswärtsspiel in Mainz an. Wie bereits erwähnt wird man mit einem Sieg bereits am Wochenende deutscher Meister. Es sind allerdings nicht mehr die Mainzer aus der Hinrunde, die man mit 5:2 schlug.

Man muss den Mainzern allergrößten Respekt für diese Rückrunde zollen. Platz 5 in der Formtabelle, seit dem 18. Spieltag, ein Schnitt von 1,77 Punkten unter Bo Svennson und eine Einstellung, wie man sie sich nicht besser wünschen kann. Ein Musterbeispiel, wie Abstiegskampf geführt werden muss. Nicht immer schön, aber die eigenen Stärken in den Vordergrund rücken und um jedes Tor, um jeden Punkt kämpfen. Chapeau!

Lewandowski wird wohl zurückkehren und neben einem letzten notwendigen dreier wird die Mannschaft mit Sicherheit versuchen ihm noch mit aller Kraft die fehlenden 5 bzw. 6 Tore zu ermöglichen. Gegen Mainz wird das allerdings sehr unangenehm und es bleibt zu hoffen, dass alle heil bleiben.


Borussia Dortmund

Rückschau: Mit ihrem 4:1 gegen Bremen am Sonntag verkürzten die Schwarz-Gelben den Rückstand auf die Plätze 3 und 4. Zunächst ließ man sich aber mal wieder von der Anti-Borussia-Formel „tief stehen, schnell kontern“ überrumpeln und die Gäste gingen durch Rashica in Führung. Doch neun Minuten noch in der ersten Hälfte reichten, um auf 3:1 zu stellen – vor allem dank der stark aufgelegten Offensivkräfte Reyna und Haaland. Werder kam trotz einiger Gelegenheiten in Halbzeit 2 nicht mehr zurück, Hummels setzte dagegen spät noch einen drauf.

Am Mittwochabend gewann die Borussia erneut zuhause mit 2:0 gegen den 1. FC Union. Die Gäste haderten nicht zu Unrecht mit dem Elfmeter, den Reus herausholte und im Nachschuss verwandelte, nachdem Haaland an Torwart Luthe gescheitert war. Union traf zweimal Aluminium, aber die entscheidenden Kennzahlen sprechen für einen verdienten Sieg des BVB: elf zielgenaue Schüsse aufs Tor gegenüber einem von Union, 4,76 zu 0,26 Expected Goals. Erling Haaland blieb nicht nur beim Elfer glücklos; er allein hätte die Partie klarmachen müssen. Dafür traf Raphael Guerreiro spät – eine gern gesehene Spezialität des BVB in dieser Saison.

News der Woche: Kein Fan kam in dieser Woche am 48-Stunden-Spuk namens Super League vorbei. Ohne zu glauben, dass das Gespenst schon endgültig vertrieben ist: Es war ermutigend zu sehen, wie die Fußball-Welt in dieser Situation bei allen sonstigen Differenzen zusammenstand. Die offizielle Reaktion des BVB war scheinbar aus börsenrechtlichen Gründen nicht so eindeutig wie die des FC Bayern, aber es wurde dennoch klar, dass Hans-Joachim Watzke & Co nicht daran dachten, einer offensichtlich geplanten Einladung zur Teilnahme zu folgen. Ein Spruchband vor der Geschäftsstelle des Vereins forderte eine deutlichere Ablehnung; schon zuvor hatten sich diverse Fangruppen und -organisationen unmissverständlich gegen eine schwarz-gelbe Beteiligung ausgesprochen.

Vorschau: Am Samstagnachmittag könnte der BVB mit drei Punkten aus Wolfsburg den Abstand zu den Champions League-Plätzen auf zwei Zähler verkürzen. Gegen Frankfurt scheiterten die Schwarz-Gelben kürzlich in ähnlicher Konstellation. Die Wölfe tun sich allerdings gegen die Top 5 der Liga schwer, holten aus sechs Partien nur vier Punkte und verloren in Dortmund 0:2.

Zwei Spieler des VfL, die immer wieder auffallen, sind Maximilian Arnold und Wout Weghorst. Arnold ist nach bald zwölf Jahren als Wolf eines der Gesichter des Vereins und spielt eine starke Saison. Weghorst gehört mit 20 Toren in 30 Spielen zu den Top-Schützen der Liga. Trainer Oliver Glasner hat es geschafft, der gesamten Mannschaft selten gekannte Stabilität zu verleihen. Trotzdem gehört es zu den Hauptaufgaben des BVB, Weghorst einzuhegen. Dabei kann ausgerechnet Mats Hummels nicht mithelfen, der nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist. Sein Ersatzmann wird Emre Can sein, der zuletzt durch einige Patzer auffiel.


RB Leipzig

Rückschau: Noch vor genau einer Woche hatte RB die Chance – zumindest über Nacht – auf zwei Punkte auf die Bayern heranzurücken und so Druck im theoretisch noch möglichen Titelrennen zu machen. Zwei Spiele, einen Punkt und 1:2 Tore später droht stattdessen - ähnlich wie in der Vorsaison - die längst sicher geglaubte Vizemeisterschaft und CL-Qualifikation nochmal in Gefahr zu geraten.

Den Beginn der bisher völlig missglückten englischen Woche bildete am Freitagabend ein 0:0 der schlechteren Sorte gegen die TSG Hoffenheim. In der über weite Strecken ereignislosen Partie hatte RB zwar mehr Spielkontrolle und -anteile, schaffte es aber nur selten gegen sehr kompakt stehende Hoffenheimer eindeutige Torchancen zu kreieren. Und die Abschlüsse, die man sich vor allem in der 2. Halbzeit erspielte, wurden in gewohnter Manier vergeben. (1,44: 0,18 xGoals).  Dazu passte auch der große Aufreger des Spiels, als in der 96. min Poulsen per Kopf den vermeintlichen Siegtreffer erzielte, der vom VAR aufgrund eines Handspiels zu Recht zurückgenommen wurde.

Dem ernüchternden Remis gegen Hoffenheim folgte am frühen Dienstagabend ein blamable 1:2 Auswärtsniederlage beim Tabellenvorletzten Köln. Dabei dominierte RB die Kölner vor allem in der ersten halben Stunde auf fast schon absurde Weise, erspielte und vergab reihenweise Torchancen.

Nach dem Wiederanpfiff nahm das Unheil dann seinen Lauf. RB schien gedanklich noch in der Kabine, da erzielte Hector per Kopf das 1:0 (46. min).  Dem Ausgleich durch Haidara (59. min) folgte postwendend die erneute Kölner Führung wieder durch Hector (60. min) In beiden Situationen sah die sonst hochgelobte RB-Defensive nicht gut aus, insbesondere Upamecano hatte einen gebrauchten Tag. In den Schlussminuten vergab Kluivert noch zwei Großchancen. So verlor RB drei sicher geglaubte Punkte gegen einen Abstiegskandidaten trotz 25:5 Torschüssen, 79 Prozent Ballbesitz und 8:0 Ecken.

News der Woche: Seit dem überraschenden Coming Out von Hansi Flick bei und von den Bayern gilt Julian Nagelsmann nicht nur bei Lothar Matthäus als heißester Kandidat auf seine Nachfolge. Leipzigs Trainer verweist seitdem auf seine aktuelle Vertragssituation bis 2023 ohne Ausstiegsklausel und verneint, dass bisher Gespräche zwischen ihm oder seinen Beratern mit dem FCB stattgefunden hätten. Einen endgültigen Treueschwur über die laufende Saison hinaus vermied er allerdings bislang auch. Dass die Bayern als kommende Station in Nagelsmanns persönlichem Karriereplan gesetzt sind, darf als sehr wahrscheinlich gelten. Die Frage, ob er angesichts der sich jetzt bietenden Chance Leipzig nach nur zwei Jahren und vielleicht ohne Titel als „unvollendetes Projekt“ verlässt, dürfte Medien und Fans in den kommenden Wochen weiter beschäftigen. Sollten die Bayern ihre Bemühungen um Nagelsmann intensivieren, wird wohl eine Rekord-Trainerablöse 15 bis 20 Millionen Euro fällig. Als „natürlicher“ Nagelsmann-Nachfolger in Leipzig wird Jesse Marsch gehandelt, der aktuell RB Salzburg trainiert und zuvor als Co-Trainer von Rangnick in Leipzig und als Cheftrainer der New York Red Bulls in der MLS tätig war. Per Interview bei Sky Sport Austria bekundete er schon mal, dass ein Engagement bei RB eine „super Idee“ für ihn wäre, wenn die Möglichkeit bestünde. Na dann…

Vorschau: Den Auftakt ins Saisonfinale bildet am Sonntag (15.30 Uhr) das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Danach folgen das Pokalhalbfinale gegen Bremen (30. April) und die Bundesliga-Partien gegen Dortmund, Wolfsburg und Union. Wenn angesichts des herausfordernden Restprogramms die noch intakten Saisonziele (CL-Qualifikation und Pokalfinale) erreicht werden sollen, muss Leipzig den deutlichen Spannungsabfall aus den vergangenen zwei Partien schnell wieder abschütteln und die abstruse Chancenverwertung zumindest wieder auf annäherndes Normalmaß heben.


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: 4:0 gegen den Champions-League-Anwärter Eintracht Frankfurt: Das war ein Ausrufezeichen, ausgerechnet in einem Spiel, das im Vorfeld durch den bekannt gewordenen Trainerwechsel von Adi Hütter von der Eintracht zu Borussia besonders brisant geworden war. Beide Teams sollte dieser Fakt entsprechend motiviert haben. Dennoch gab es mit Borussia einen überraschend klaren Sieger. Das 4:0 ist etwas zu hoch für den Spielverlauf, der Sieg war dennoch verdient. Und das, obwohl die Gäste 63 Prozent Ballbesitz hatten. Doch Gladbach, das ohne den verletzten Kapitän Lars Stindl und die gesperrten Christoph Kramer und Yann Sommer antrat, zeigte die bissigere Performance und das effektivere Spiel. Etwas, was in dieser Saison bisher eher von der Eintracht zu sehen war.
Auffällig war, dass nach langer Zeit auch die Standards beim VfL mal wieder entscheidenden Anteil am Erfolg hatten. Drei der vier Tore fielen nach ruhenden Bällen. Mittelfeldmotor Jonas Hofmann, nach seiner Covid-Erkrankung rechtzeitig zurück in der Startelf, glänzte da besonders, als Vorlagengeber und Torschütze. Ebenso wie Sommer-Vertreter Tobias Sippel im Tor oder wie Abwehrchef und Torschütze Matthias Ginter. Oder wie der spielfreudige Stürmer Marcus Thuram. Oder, oder, oder. Es war eine durchweg gute Leistung, die es dann auch überflüssig machte, sich über zwei Elfmeterszenen zu streiten, bei denen Schiedsrichter Aytekin - zumindest diskussionswürdig - nicht (zugunsten der Gladbacher) auf den Punkt zeigte.

Im Spiel bei der TSG Hoffenheim am Mittwochabend war das alles schon wieder wie weggeblasen. Bis auf die Schiri-Fehlentscheidung, die diesmal ein nicht gegebener Foulelfmeter in der 13. Minute war. Ansonsten spielte der VfL bei der 2:3-Niederlage pomadig, ohne klaren Plan und ohne die Geschwindigkeit im Spiel nach vorn, die die Mannschaft noch gegen Frankfurt ausgezeichnet hatte. Zwei gute Angriffe, die vor allem dank der Physis von Marcus Thuram gefährlich wurden, führten zu einer etwas überraschenden 2:0-Führung in einem ausgeglichenen Spiel.
Doch weil sie auch in Halbzeit zwei keine Mittel fand, das eigene Spiel zu beleben, ließ die Rose-Elf sich diesen Vorsprung folgerichtig noch aus der Hand nehmen -und das durch drei Gegentore innerhalb von 15 Minuten. Am verdienten Sieg der mit zunehmender Spielzeit in allen Belangen besseren Gastgeber gab es keinen Zweifel, auch weil es Gladbach nach den drei Gegentoren innerhalb einer Viertelstunde nicht gelang, selbst noch einmal so etwas wie Angriffsdruck zu entfachen, der den Gegner in Verlegenheit hätte bringen können.

News der Woche: Zur Abwechslung mal wieder eine ruhige Woche, in der schon fast herausragte, dass Gladbach die Lizenz für die neue Bundesliga-Saison wieder ohne Einschränkungen bekommen hat – was in diesen Zeiten ein gutes Zeichen ist, da im Gegensatz zur laufenden Corona-Saison diesmal wieder eine Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vor und während der Spielzeit stattfand. Die überraschendere Nachricht war rund um den Borussia Park allerdings die ungewöhnlich deutliche Reaktion von Max Eberl und dem Verein auf die kurzzeitig geplante Super-League, inklusive dem Ruf nach Bestrafung der beteiligten Clubs. Am Dienstag legte Eberl nach:

Neben dem feststehenden Wechsel von Adi Hütter im Sommer nimmt unterdessen auch das weitere Trainerteam Gestalt an. Bekannt war bereits, dass Hütter seine Co-Trainer Christian Peintinger und Armin Reutershahn mitbringen wird. Auf Gladbacher Seite wird der langjährige „Co“ Frank Geideck im Stab bleiben, genauso wie natürlich „Urgestein“ Uwe Kamps im Torwartbereich. Für den nach Stuttgart wechselnden zweiten Torwarttrainer Steffen Krebs suche man noch, so Eberl in der Spieltags-PK. Möglicherweise könnte der neue Mann der Österreicher Hubert Auer vom SV Ried heißen, der zuletzt in Gladbach gesichtet wurde und vor einigen Jahren bereits mit Hütter zusammengearbeitet hat.

Vorschau: Nächster Halt auf dem Weg vielleicht doch noch in die Euro-League ist Bielefeld. Am Sonntag geht es zum Abschluss des 31. Spieltags um 18 Uhr gegen die Arminia. Eine knifflige Aufgabe, denn zu verschenken haben beide Teams nichts. Vor allem für die Mannschaft von Frank Kramer steht es gerade Spitz auf Knopf im Kampf um den Klassenerhalt. Das Hinspiel war eine einseitige Sache, doch weil Borussia reihenweise Chancen ausließ, stand am Ende doch nur ein mageres 1:0 auf der Anzeigetafel.
So kurz nach dem späten Mittwochabendspiel lässt sich derweil noch nicht abschätzen, in welcher Formation Marco Rose diese Partie angehen wird. Es ist zum Beispiel bei Redaktionsschluss noch unklar, ob es für einen Einsatz von Lars Stindl reicht. Die Diagnose bei dem in Hoffenheim verletzt ausgewechselten Christoph Kramer steht noch aus. Und Jonas Hofmann spielte nach seiner Covid19-Erkrankung zuletzt zweimal über 90 Minuten, vielleicht kommt er am Sonntag eher von der Bank. Wieder mit dabei sein wird Yann Sommer nach abgesessener Rot-Sperre. Trotz hervorragender Leistungen stellt sein Ersatzmann Sippel keine Ansprüche für die restlichen Spiele. Er hat auch so genug zu tun, schließlich wurde er gerade in dieser Woche zum zweiten Mal Vater.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Ein 3:0 Derbysieg gegen den 1. FC Köln klingt auf den ersten Blick überzeugend, doch der Eindruck täuscht: Die überzeugendere Mannschaft war nämlich eigentlich der 1. FC Köln, die mehr deutlich mehr Ballbesitz (57%) aber auch mehr Chancen hatten. Irgendwie gelang es aber, dreimal sehr effizient zuzuschlagen, wodurch die Kölner Ambitionen, aus einer Überlegenheit heraus auch etwas mitzunehmen, gut im Keim erstickt wurden. Aber die spielerische Qualität ist mir aktuell auch weitestgehend egal, nun geht es nur noch um die Punkte und um die Qualifikation fürs europäische Geschäft. In der neuen Saison wird es höchstwahrscheinlich einen neuen Cheftrainer und einen Umbruch in der Mannschaft geben, man muss nun nichts mehr entwickeln, worauf man dann aufbauen kann.

Unter der Woche gab es ein Spiel gegen den Rekordmeister aus München zu sehen, was man auch schon oftmals gesehen hat: Leverkusen ging die erste Halbzeit sehr defensiv abwartend an, die Quittung gab es mit einem 2:0 Rückstand nach 13 Minuten, danach plätscherte das Spiel so vor sich hin. Mit zunehmenden Spielverlauf gelang es der Mannschaft von Cheftrainer Wolf zwar mutiger und offensiver aufzutreten, doch fairerweise muss man diesbezüglich anfügen, dass es die Münchener auch nicht mehr mit der vollen Konsequenz angingen.

News der Woche: Die Zusammenarbeit zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem Cheftrainer der Frauenmannschaft Achim Feifel wird fortgeführt: Man verständigte sich mit dem 56-Jährigen auf eine dreijährige Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrages bis zum 30. Juni 2024. Seine Mannschaft hat in dieser Saison eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt: Während man in den Jahren zuvor immer stark abstiegsbedroht war und sich teilweise erst am letzten Spieltag dramatisch retten konnte, steht man dieses Jahr souverän auf dem fünften Platz und könnte sogar mit einem gelungenen Schlussspurt doppelt so viele Punkte wie in der Vorsaison erzielen. Zwar gab es am unter der Woche einen Dämpfer gegen Werder Bremen, aber bereits am heutigen Freitag bietet sich gegen die SGS Essen die Möglichkeit, eine Reaktion zu zeigen.

Vorschau: Vier Spieltage stehen noch an und aktuell scheint es so, als würde sich Bayer Leverkusen um den sechsten Platz herum einpendeln. Vier Punkte beträgt der Vorsprung vor Borussia Mönchengladbach, fünf Punkte trennen die Werkself mit Borussia Dortmund. Nun steht am Samstag um 18:30 Uhr das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt an. Auf dem Papier handelt es sich um ein Topspiel zwischen Platz 4 und Platz 6 in der Tabelle, die letzten Monate sprechen aber eine ganz andere Sprache. Frankfurt ist klarer Favorit, steht in der Rückrundentabelle auf dem zweiten Platz, die Werkself ist mit knapp halb so vielen Punkten nur auf dem elften Rang. Betrachtet man die Jahrestabelle 2021, sieht es sogar noch schlechter aus.


TSG Hoffenheim

Rückschau: Diese Partie dürfte sicherlich das bisher langweiligste ‘El Plastico’ in der noch relativ kurzen Geschichte dieses Duells gewesen sein. Die vergangenen Freitag um 20:30 Uhr angepfiffene Partie zwischen RB Leipzig und der TSG Hoffenheim verlief ähnlich wie das Spiel der Hoffenheimer gegen Leverkusen; die TSG stand defensiv kompakt und ließ kaum Torchancen zu, wurde in der Offensive jedoch kein bisschen gefährlich und beendete die zweite Partie in Folge ohne Schuss auf das gegnerische Tor. Der einzige Aufreger des Abends war der zurecht aberkannte Treffer des Leipzigers Poulsen in der sechsten Minute der Nachspielzeit.

Fünf Tage nach dem torlosen Remis in Leipzig empfing die TSG am Mittwoch um 20:30 Uhr Borussia Mönchengladbach im Kraichgau. Die TSG war von der ersten Minute an die bessere Mannschaft, kam aber zu keinen zwingenden Torchancen, was die Borussia in Form von Plea nach 25 Minuten bitter bestrafte. Auch nach dem 0:1 war die TSG weiter am Drücker, konnte sich aber weiterhin keine zwingenden Chancen erarbeiten und musste kurz vor der Halbzeit sogar noch das 0:2 durch Lazaro (45’+1) hinnehmen. Nach der Pause dauerte es keine drei Minuten bis Kramaric auf 1:2 aus Sicht der Gastgeber verkürzte. In der 60’ Minute glich Bebou nach überragender Vorarbeit von Kaderabek zum 2:2 aus und nur fünf Minuten später hatte die TSG die Partie durch Kramarics zweiten Treffer des Tages komplett gedreht. Mit einer zwingenderen Chancenverwertung wäre vielleicht sogar noch ein höherer Sieg als dieses 3:2 möglich gewesen, was die überragende zweite Hälfte der Hoffenheimer aber keinesfalls schmälert.

News der Woche: Einen 0:2 Pausenrückstand innerhalb weniger Minuten in einen 3:2 Sieg zu verwandeln liegt anscheinend in der DNA der TSG. Vergangenen Samstag gastieren die Frauen der TSG zum Topspiel des Spieltags bei den Münchener Bayern und lagen gegen den Spitzenreiter bereits nach 13 Minuten mit 0:2 zurück. Tabea Waßmuth (62’), Kathi Naschenweng (68’) und Nicole Billa (73’) drehten das Spiel jedoch innerhalb von elf Minuten zum 3:2 Endstand aus Sicht der TSG, die somit einen großen Schritt in Richtung Champions League machte. 

Als einer der ersten deutschen Profivereine positionierte sich die TSG vergangenen Sonntag in einem offiziellen Statement gegen die mittlerweile wohl gescheiterte ‘Super League’. Die TSG begrüße die klare Sichtweise von DFL-Chef Christian Seifert und unterstütze sie vollumfänglich, hieß es in der Pressemitteilung.

Vorschau: Am Samstag gastiert die TSG um 15:30 Uhr im Schwarzwald-Stadion in Freiburg. Mit einem Sieg könnte die TSG bis auf zwei Punkte an die Breisgauer heranrücken und hätte den Klassenerhalt so gut wie sicher.

Weiterhin verzichten muss Coach Sebastian Hoeneß auf Benjamin Hübner, Kostas Stafylidis, Ermin Bicakcic und Dennis Geiger, ein Einsatz der zuletzt angeschlagenen Marco John, Kevin Akpoguma, Kevin Vogt und Sebastian Rudy ist stand Donnerstag Nachmittag fraglich. Mit einer so engagierten Leistung wie gegen Gladbach unter der Woche und etwas mehr Abschlussglück ist ein Sieg trotz allem definitiv möglich.


VfL Wolfsburg

Rückschau: Die Zuversicht war groß beim VfL Wolfsburg gegen angeknockte Bayern vielleicht mal wieder was reißen zu können. Am Ende war trotzdem wieder alles beim Alten: die 1:3-Niederlage war schlussendlich verdient, obwohl man genau wie eine Woche vorher in Frankfurt das Gefühl hatte: Hier war mehr drin! Doch zwei Patzer von Kapitän Casteels besiegelten trotz des Anschlusstreffers von Weghorst die erste Heimniederlage der Saison. Besser machten es die Wölfe dann in der englischen Woche in Stuttgart. Vor allem Casteels zeigte eine bärenstarke Leistung und hielt unter anderem einen Elfmeter. Zudem bereitete der in Frankfurt gescholtene Brekalo zwei Tore vor, so dass beim 3:1-Sieg im Schwabenland wieder eine positive Reaktion der Mannschaft nach zwei Niederlagen erfolgte. Die Tore erzielten Schlager, Weghorst und Gerhardt. Damit liegt der VfL in der Poleposition im Kampf um die Champions League-Plätze. Allerdings muss für den Rest der Saison weiter an der Präzision gearbeitet werden: 71 Prozent Passquote in Stuttgart sind für eine Spitzenmannschaft eigentlich zu wenig. Auch ließ man beim Stand von 3:0 die Souveränität vermissen und grundsätzlich gegen tapfere Schwaben zu viele Chancen zu - allerdings war nach drei Ausfällen auch die Abwehrreihe von Oliver Glasner umgebaut worden. 

News der Woche: Es ist auffällig, dass vor allem aus Richtung der beiden Konkurrenten um die Champions League-Plätze, Frankfurt und Dortmund, versucht wird, Unruhe nach Wolfsburg zu tragen. War es zunächst der BvB und sein Werben um Spieler wie Lacroix, wurde unter der Woche Sportdirektor Marcel Schäfer mit Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht. Einziges Indiz: Schäfer stammt aus Aschaffenburg um die Ecke der Mainmetropole. Das Dementi kam prompt, Schäfer bleibt natürlich in Wolfsburg. Nach dem Sieg in Stuttgart ist auch das eigentlich Saisonziel erreicht: Wolfsburg wird nächstes Jahr europäisch spielen. Jetzt soll die Kür erfolgen, Trainer Glasner sprach von einer „großen Chance für uns“. Den Einzug in die Königsklasse wollen sich die Wölfe nicht mehr nehmen lassen, denn Europa hin, Europa her und trotz guter Saison: sollte man auf den letzten Metern in die CL doch noch scheitern, wäre die Enttäuschung in Wolfsburg schon groß.

Vorschau: Am Samstag kommt um 15.30 Uhr Borussia Dortmund nach Wolfsburg. Für den BvB ist es wahrscheinlich die letzte Chance im Kampf um die Champions League-Plätze. Ein Unentschieden oder ein Sieg für den VfL würden zumindest den Angriff auf Wolfsburg bei schon jetzt fünf Punkten Rückstand scheitern lassen. Trainer Glasner wird aber wahrscheinlich auf Sieg spielen lassen und seine übliche Startformation einsetzen. Im Moment steht allerdings noch hinter Stuttgart-Torschütze Schlager ein Fragezeichen, weil er angeschlagen ist. Interessant wird auch sein, ob Glasner erneut seine Abwehr umbaut: Mbabu und Otavio könnten nach Gelbsperre wieder ins Team rücken, genau wie Shooting-Star Lacroix. Viel wird auch wieder auf Wout Weghorst ankommen, der gegen Stuttgart die 20-Tore-Marke knackte - als erster Wolfsburger seit einem gewissen Edin Dzeko. 


SC Freiburg

Rückschau: Am letzten Samstag konnte der SC Freiburg gegen schwache Schalker einen ungefährdeten 4:0 Sieg einfahren. Endlich wieder auch gegen spielschwache Gegner im beliebten 3-4-3 System auflaufend, gelang Höler schon in der 7. Minute aus kurzer Distanz der Führungstreffer, nachdem Stamboulis grober Abwehrfehler Santamaria allen Platz zur starken Vorarbeit gelassen hat. Nach einer Ecke haute sich Huntelaar völlig überflüssig ins Kopfballduell mit Sallai, was nach VAR-Intervention einen Elfmeter und damit das 2:0 durch Sallai zur Folge hatte. Der SC Freiburg hätte danach noch höher führen können, Sallai vergab aber in bester Position. Schalke 04 gelang in der ersten Halbzeit hingegen kein einziger Torschuss, Freiburg hatte die Partie trotz eigener Mängel komplett im Griff.

Die zweite Halbzeit gehörte vor allem dem Freiburger Kapitän Christian Günter, der ungeahnte Torjägerqualitäten aufblitzen ließ und mit starkem Gegenpressing und tollen Schüssen aus 16 und knapp 25 Metern seinen ersten Doppelpack der Karriere schnürte. So stand es am Ende einer konzentrierten Leistung 4:0 für den SC Freiburg gegen zugegebenermaßen desolate Schalker, deren schwerer Gang in die zweite Liga damit auch rechnerisch fast besiegelt war.

Das Spiel in der englischen Woche gegen Hertha BSC fiel aufgrund der Quarantäne der Berliner aus.

News der Woche: Der Doppelpack von Christian Günter hat die Debatte um einen möglichen EM-Einsatz des 28-jährigen Linksverteidigers neu geschürt. Nach etwas durchschnittlichem Saisonstart ist der Kapitän seit Monaten wieder in bestechender Form und gehört sicher zu den besten Flügelverteidigern der Bundesliga. Joachim Löw sitzt als Freiburger bekanntlich oft genug auf der Tribüne des Dreisamstadions und weiß um Günters Qualitäten. Mit 28 Jahren könnte er allerdings im aktuellen Umbruch schon zu alt sein, um für eine EM-Teilnahme noch in Frage zu kommen.

Erfreuliche Nachrichten gibt es beim SC bei den Verletzten. So wird Grifo diese Woche wieder voll trainieren, nachdem er wegen Corona zuletzt aussetzen musste. Und im Tor schickt sich Mark Flekken nach 8 Monaten Verletzungspause an, der sehr guten Leihgabe Müller den Platz wieder streitig zu machen. Aktuell kommt Flekken bereits bei der zweiten Freiburger Mannschaft zum Einsatz, bei der alle Zeichen auf Aufstieg stehen. Freiburg nähme damit nächstes Jahr mit ihrer U23 an der Dritten Liga teil, was für die Integration junger Spieler sicher ein großer Vorteil wäre.

Vorschau: Am Samstag, den 24.04. um 15:30 Uhr empfängt der SC Freiburg die TSG Hoffenheim. Dass der Sport-Club unter der Woche durch Herthas Quarantäne spielfrei hatte, wird in diesem Spiel ein Vorteil sein, da den Kraichgauern noch das Spiel am Mittwoch gegen Mönchengladbach in den Knochen stecken dürfte. Freiburg muss allerdings auf Rekordtransfer Baptiste Santamaria verzichten, der die Partie mit der fünften gelben Karte verpassen wird. Bliebe man beim Freiburger 3-4-3 mit zwei Sechsern, dürfte Yannik Keitel dort für Santamaria auflaufen. Der U21-Nationalspieler kam bereits in den letzten Partien zum Einsatz und zeigte dort ansprechende Leistungen. Ansonsten scheint der Kader größtenteils gesetzt. Sollte Grifo wieder fit sein, würde man allerdings entscheiden müssen, welche zwei Spieler aus dem Kreis von Demirovic, Höler, Sallai und Jeong den Vorzug erhalten sollen.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: In der englischen Woche gelang es Eintracht Frankfurt nur eines der beiden Spiele zu gewinnen. Der Sieg war aber gerade deshalb umso wichtiger für die Stimmung im Umfeld. 

Am vergangenen Wochenende mussten sich die Frankfurter 4:0 gegen Borussia Mönchengladbach geschlagen geben. Ausgerechnet, möchte man sagen, ist der Club doch der zukünftige Arbeitgeber von Noch-Trainer Hütter. Auch wenn das Endergebnis zu hoch ausfällt, war die Niederlage keineswegs unverdient. Die Hütter-Elf wirkte wie ausgewechselt. Es fehlte an Bissigkeit, Durchschlagskraft, Kreativität und Effizienz – Dinge, die die Frankfurter in der bisherigen Saison so stark machten. 

Auch die Abwehrarbeit war verbesserungswürdig. Ginter nickte beispielsweise völlig frei das 1:0 ein. Das 2:0 ermöglichte ein Torwartfehler von Trapp. Und auch die anderen beiden Tore kamen durch Standardsituationen zustande, die nicht gut verteidigt wurden.

Nach der heiklen Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach musste nicht nur punktemäßig ein Sieg gegen den FC Augsburg her – Verfolger Borussia Dortmund rückte auf vier Punkte heran – sondern auch für die allgemeine Gefühlslage. Denn die Diskussionen, was diese unzureichende Leistung denn nun mit dem scheidenden Trainer zu tun habe, kochten hoch. 

Auch gegen Augsburg zeigten die Frankfurter nicht ihre beste Leistung. Immer noch wurden Umschaltsituationen zu behäbig ausgespielt und Angriffe nicht konsequent genug zu Ende gebracht. Besonders in der ersten Halbzeit kam der FC Augsburg immer wieder gefährlich vors Tor von Keeper Trapp. Doch dank Rückkehrer Hinteregger ging die Eintracht 1:0 in Führung. Der Abwehrmann konnte übrigens von Glück reden, dass er zu dem Zeitpunkt noch auf dem Platz stehen durfte, sah er nach einem rabiaten Einsteigen wenige Minuten vorher nur „Dunkelgelb“. Den 2:0-Endstand besiegelte dann Toptorjäger Silva, der eine passgenaue Flanke von Kostic gekonnt im Tor der Augsburger unterbrachte. Ein wichtiger Sieg für Eintracht Frankfurt. 

News der Woche: Immer noch ist unklar, wer Fredi Bobic als Sportvorstand von Eintracht Frankfurt beerben wird – und welchen Trainer dieser als Nachfolger von Adi Hütter installiert. 

Viele Namen brodeln in der Gerüchteküche. Zuletzt schied Ralf Rangnick nach einem Treffen mit Eintracht-Verantwortlichen aus. Kurze Zeit später tauchten angebliche brisante Details aus besagtem Gespräch in den Medien auf. Um die Eintracht stehe es finanziell nicht gut und auch Topspieler wie Silva und Kostic hätten bereits die Zusage, den Club im Sommer verlassen zu können. Den Aussagen trat Axel Hellmann kurze Zeit später entschieden entgegen. 

Wegen seines Engagements gegen Rassismus und Antisemitismus wurde außerdem Eintracht-Präsident Peter Fischer vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit der Buber-Rosenzweig-Medaille geehrt.

Vorschau: Im Topspiel treffen am Samstagabend Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen aufeinander. Erneut bietet sich der Eintracht die Chance, mit einem Sieg in Leverkusen die Champions-League-Träume zu konkretisieren, denn auch die direkten Konkurrenten VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund stehen sich an diesem Spieltag gegenüber. 

Gegen Leverkusen muss die zuletzt oft konfus agierende Hintermannschaft der Eintracht extrem achtsam sein. Besonders Kontersituationen können gefährlich werden, sollten die Flügelflitzer der Werkself nicht in den Griff zu bekommen sein. Gleichzeitig müssen die Frankfurter ihre eigenen Angriffe konzentrierter ausspielen und in Umschaltsituationen die nötige Schnelligkeit wiederfinden. Zuletzt fehlte es sowohl gegen Borussia Mönchengladbach als auch gegen den FC Augsburg an Durchschlagskraft im Offensivspiel.

Rode wird gegen Leverkusen eine Gelbsperre absitzen müssen. Younes kämpft mit leichten Adduktorenproblemen und Kamada hadert mit einer Quetschung am Finger.


Hertha BSC

News der Woche: Selbst ohne Spiele scheint die Idee der Kehrwoche – ca. 100 Wörter pro Rubrik – nicht gemacht für die Vorkommnisse beim Hauptstadt-Club. Der Meldung, dass Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Dodi Lukebakio positiv auf Covid getestet wurden und dementsprechend - ebenso wie Kontaktperson Zecke Neuendorf - zwei Wochen in Quarantäne müssen, folgte kurze Zeit darauf genau das, was viele befürchtet hatten: Mit Marvin Plattenhardt gab es einen vierten Corona-Fall und das zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf schickte die komplette Mannschaft in 14-tägige Quarantäne. Arne Friedrich, der zwischenzeitlich schon ein Training leitete und als Interimscoach einspringen sollte, war fortan als Krisenmanager gefragt und machte in Medienrunden, TV-Interviews einen hervorragenden Job. Mittlerweile ist auch der neue Spielplan vorhanden: Die Herthaner, die am 30.04. das erste Mal wieder zusammen trainieren dürfen, müssen am 03.05. in Mainz antreten. Fortan geht es im 3-Tages-Rhythmus weiter. 5 Spiele in 13 Tagen. Ein Mammutprogramm und sicherlich kein Vorteil. Doch bei Hertha begab man sich nicht in die Opferrolle, sondern schaffte eine jetzt-erst-recht-Mentalität. Dem schlossen sich zahlreiche Fans an, welche auf social Media in verschiedenen Videos der Mannschaft Mut Zuspruch. Gemeinsam Hertha für den Klassenerhalt! 


Union Berlin

Rückschau: Am 17. April um 17.19 Uhr war es dann auch rechnerisch nicht möglich: der Abstieg des 1. FC Union Berlin aus der 1. Fußballbundesliga. Mit dem 2:1 gegen den VfB und den daraus resultierenden 3 Punkten sowie 43 Punkten insgesamt auf der Habenseite ist ein Abstieg auch rechnerisch nicht mehr möglich – und das bereits nach dem 29. Spieltag. Union und der VfB trafen sich bisher sechs Mal zu Punktspielen und erst im sechsten Anlauf hat es endlich zum ersehnten ersten Sieg gegen den VfB geklappt. Bereits in den ersten Sekunden nach Anpfiff des Spiels war zu erkennen, dass sich Union einiges vorgenommen hatte und liefen die Stuttgarter direkt an, um einen geordneten Spielaufbau möglichst im Ansatz zu verhindern. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie sich einiges vorgenommen hatten. Der VfB spiegelte die Spielweise von Union und versuchte ebenfalls die Köpenicker durch schnelles Anlaufen am Spielaufbau zumindest unter Druck zu setzen. So entwickelte sich ein Spiel, dass sich hauptsächlich zwischen den Strafräumen abspielte. Beide Abwehrreihen konnten relativ erfolgreich den Gegner vom eigenen Gehäuse fernzuhalten.

Doch in der 20‘ war es dann soweit: zwei rot/weiße Stuttgarter sorgten mit der ersten Chance überhaupt gleich für das erste Tor für Union. Christian Gentner – beim letzten Aufeinandertreffen beider Clubs noch im Dienst des VfB – bediente mit einem sensationellen und mustergültigen ca. 65 Meter Diagonalpass Kapitän Trimmel, der fast von der Torauslinie seine Flanke in den Strafraum flanke wo ein zweiter Stuttgarter, Grischa Prömel, den Ball via Kopf ins Tor der Stuttgarter bugsierte. Jetzt waren die Köpenicker auf Betriebstemperatur. Kurz vor der Halbzeit servierte Trimmel erneut mustergültig eine Flanke in den Stuttgarter Strafraum, die von Petar Musa zum 2:0 verwandelt wurde. Alles sah danach aus, dass Union das Spiel gegen den VfB komplett im Griff hat.

Mit Beginn der 2. Halbzeit schien Union den Faden verloren zu haben, denn der VfB drängte Union in seine Hälfte und erarbeitete sich einige Halbchancen, die bereits in der 49‘ zum Anschlusstreffer führte. Danach verflachte das Spiel zusehends und war durch diverse Zweikämpfe gekennzeichnet. In der 72‘ hatte Max Kruse die Chance, alleinstehend vor dem Stuttgarter Tor einzuköpfen, der Ball ging aber in die 5 Etage übers Tor. Über die Außenmikros war die Reaktion von Max Kruse umgehend zu hören: „Fuck ey“. Union brachte den Vorsprung über die Zeit ins Ziel und sicherte sich damit die wertvollsten 3 Punkte dieser Saison. Lediglich das Verhalten einiger Stuttgarter-Fans in den sozialen Medien war peinlich und unterirdisch. Wahrscheinlich saß der Stachel des Abstieges noch zu tief im Fleisch.

Der 2. Teil der englischen Woche führte den 1. FC Union Berlin am 21.04. Ballspielverein Borussia 09 e. V. nach Dortmund. In den bisherigen 5 Begegnungen mit dem BVB gewann immer die Heimmannschaft und das sollte – ich nehme es an dieser Stelle vorweg – auch nach diesem Spiel so bleiben. Die Köpenicker gingen mal wieder ziemlich schwungvoll in die Partie. Nach einem krassen Fehlpass des Dortmunders Can konnte Union das Spielgerät sehr schnell in Richtung Strafraum bringen und bereits nach 12 Sekunden hätte es 0:1 stehen können, nur leider traf Marcus Ingvartsen mit einem sehr schönen Schlenzer aus ca. 20 Metern nur die Latte des Dortmunder Tores.

Der BVB schien von Unions Spielweise etwas überrascht und kam erst nach ca. 10 Minuten so richtig ins Spiel. Unions Schlussmann Andreas Luthe konnte allerdings alles mit erstklassigen Paraden entschärfen. Union versuchte wie auch in den vorangegangenen Spielen den Gegner durch schnelles Anlaufen und Pressing am Spielaufbau zu hintern und selbst über den schnellen Keita Endo über die Flügel in Richtung Strafraum zu kommen, um Flanken in der Box zu platzieren, die der BVB allerdings alle sauber wegverteidigen konnte. Der Knackpunkt dieser Partie: die 27 Minute. Dortmunds Reus setzte sich gut gegen Unions Verteidigung durch und lief somit auf Andreas Luthe zu der versuchte, den Ball zu klären. Reus fiel und Schiri Schlager entschied auf 11er für den BVB, der auch überprüft wurde. Allerdings ist in der Verlangsamung der Szene zu erkennen, dass Andreas Luthe etwas zurückzog und den Spieler Reus nicht selbst berührte, sondern Reus bereits vor dem Kontakt mit Luthes Trikots im Fallen war. Klare Schwalbe. Warum das der VAR nicht erkannte, bleibt ein Rätsel. Der Elfmeter wurde von Haarland ausgeführt und von Luthe gehalten. Selbst den Nachschuss parierte Unions Torhüter, war dann aber machtlos, als der Ball im dritten Versuch von Reus über die Linie gestochert wurde. Aber auch dieses Tor hätte nicht zählen dürfen, den Reus betritt den Strafraum während der Ausführung des Strafstoßes eindeutig zu früh und verschaff sich dadurch einen irregulären Vorteil. Aber auch das, der Leser wird es sich denken können, ahnten der Schiri oder der VAR nicht. Der BVB kam in Folge immer wieder zu guten und sehr guten Chancen und Union konnte sich im Gegenzug keine klaren Chancen herausarbeiten, die in der Vergangenheit immer zu Toren geführt haben. 20 zu 5 Torschüsse für den BVB sprechen eine klare Sprache. Union musste auf mehr Risiko gehen und drängte den BVB in den letzten 10 Minuten in seine Spielhälfte. Ein BVB-Konter in der 88‘ führte dann zum Endstand von 2:0. Fazit: Union hat gekämpft, ist gerannt (mehr als Dortmund), hatte Pech und hat einen guten Fußball abgeliefert. Lediglich klare Torchancen waren Mangelware. Dortmund hat unterm Strich trotz eines irregulären Elfmeters verdient gewonnen.

News der Woche: Der Sohn einer Mutter namens Covid-19 macht nicht nur den Fans und den Vereinen zu schaffen, sondern auch den traditionellen Kneipen, in denen in normalen Zeiten die Anhänger die Spiele ihrer Klubs live verfolgen. Neben der generellen Gentrifizierung und des damit verbundenen Verdrängens zu Gunsten glattgebügelter Eventgastronomie für Zugezogene und Touris, verstärkt der Virus das Kneipenstärken. Deshalb haben schon vor Monaten Fans angefangen, für ihre Kneipen Geld zu sammeln, damit diese einigermaßen über die Runden kommen. Auf Initiative der Szene Köpenick – der Zusammenschluss aller Ultra-Gruppierungen von Union Berlin –  dem gesamten Verein sowie den Profis wurde die Aktion „Schulter an Schulter“ zur Unterstützung von Union-Fankneipen gestartet. Für 20 Euro kann man ein von der Szene Köpenick gestaltetes T-Shirt käuflich erwerben. Mit dem Kauf eines dieser Shirts gehen 5 Euro an eine Union-Fankneipe, die der Käufer sogar selbst auswählen kann. Also hier entlang und kaufen, am besten gleich zwei T-Shirts.

Union löst sein Versprechen ein und hat auf dem Parkplatz der Fanhaus-Baustelle neben dem Stadion ein Corona-Testzentrum errichtet. Ob mit dem Auto (per Drive-In) oder zu Fuß - wer sich testen lassen möchte, kann das ohne vorherige Terminvereinbarung und vor allem kostenlos. Vor Ort erhält jeder nach der Registrierung einen persönlichen QR-Code, über den man nach 15 Minuten online das Ergebnis des Schnelltests abrufen kann. Wer kein Smartphone besitzt, bekommt sein Testergebnis vor Ort in gedruckter Form. Beide Varianten werden als Nachweis u.a. beim Einkaufen anerkannt.

Vorschau: Am 24. April um 15.30 Uhr empfängt der 1. FC Union Berlin im Stadion an der Alten Försterei den Sport-Verein „Werder“ von 1899 e.V. aus Bremen. Gefühlt ein Spiel, in dem man die Köpenicker als klarer Favorrit dieser Partie sieht. Das dieses Gefühl täuscht beweist ein Blick auf die Geschichts-Statistik dieser Begegnung. Insgesamt viel Mal trafen beide Traditionsvereine bisher aufeinander, wobei den meisten Unionern die letzten beide Spiele vor allem in Erinnerung geblieben sind, die Union jeweils mit 0:2 gewonnen hat. Ältere Unioner werden sich aber noch dunkel erinnern, dass das nicht immer so war. Zum Beispiel 2009 im DFB-Pokal wurde Union 0:5 von Bremen abgefertigt. Auch das erste Aufeinandertreffen in der 1. Bundesliga ging für die Köpenicker mit 1:2 verloren. So kommt eine Statistik von vier Spielen zustande die zwar mit jeweils 2 Siegen für jeden zu Buche steht aber Bremen mit 7:5 Toren den Vergleich anführt. Union sollte also vorbereitet sein, dass dieses Siel kein Spaziergang wird und der Trainer von Bremen, Florian Kohfeldt, seine Mannschaft vor allem bei „alles oder nichts“ Spielen besonders motivieren kann. Für Bremen könnte diese Saison durchaus noch hinsichtlich eines möglichen Abstieges noch sehr gefährlich werden mit gerade einmal 4 Punkten Abstand auf einen direkten Abstiegsplatz.


Schalke 04

Rückschau: Schalke ist abgestiegen. Gegen Freiburg am Samstag unterlag man mit 0-4, am Dienstag kam eine 0-1 Niederlage gegen Bielefeld dazu. Die Leistungen auf dem Platz zu bewerten ist müßig. Wenn 70% aller Ligaspiele diese Saison verloren gehen, wirkt die Suche nach positiven Aspekten geradezu lächerlich. Der Abstieg hatte sich lange angedeutet, an unterschiedlichsten Punkten hatten einige Fans schon die Hoffnung verloren. Nach den Hinrundenspielen gegen Augsburg oder Köln, nach dem dritten Trainerwechsel hin zu Gross oder als auf den ersten Saisonsieg nicht die Wende folgte. Und trotzdem tat es allen Anhängern weh, als der Abstieg am Dienstagabend nun unumgehbar fest stand.

News der Woche: Und selbst in der Woche des Abstieges hat es Schalke noch geschafft, neben dem Platz die größeren Schlagzeilen zu machen. Der Mannschaftsbus wurde bei der Rückkehr aus Bielefeld von einigen hundert Fans empfangen. Diesmal kam es nicht nur zu Pöbeleien und Beschimpfungen, sondern zu körperlichen Übergriffen. Die Polizei schritt ein um schlimmeres zu verhindern und ermittelt nun.

Vorschau: Das für Samstag geplante Spiel gegen Hertha wurde auf Mittwoch, den 12.05. verlegt. Die kommende Woche ist Länderspielpause. Es gibt in dieser Zeit viel aufzuarbeiten. Die restlichen vier Spiele ist dann endgültig nur noch Vorbereitung auf kommende Saison.

Und dieser frühe Start ist dringend nötig, um überhaupt eine Chance auf den Wiederaufstieg zu bekommen:


FSV Mainz 05

Ab nächster Woche berichtet Benedikt über Mainz 05!


FC Köln

Der Effzeh ist nächste Woche wieder mit dabei!


FC Augsburg

Rückschau: Der FC Augsburg plant offenbar doch noch einmal im Abstiegskampf mitzumischen. Nach der verdienten Niederlage auf Schalke, holte man zu Hause durch ein torloses Remis einen Punkt gegen Bielefeld und unterlag anschließend Eintracht Frankfurt mit 0:2. Die Niederlage gegen die Hessen ist nicht weiter dramatisch, da man gegen einen sehr ernsthaften Champions League Aspiranten durchaus verlieren kann. Dafür wiegt das Unentschieden gegen die Arminia umso schwerer. Mit einem Heimsieg hätte man die Distanz zu den Abstiegsrängen komfortabel halten können, doch nun spürt man den Atem der Verfolger bereits im Nacken.Auffällig war, dass man weiterhin nicht in der Lage ist gegnerische Teams unter Druck zu setzen. Gegen Bielefeld dauerte es ganze 75 Minuten, bis man das Heft des Handelns in die Hand nehmen konnte. Hauptursache dafür war, dass die Arminia allmählich müde wurde und ihr Angriffspressing nicht mehr konstant halten konnte. Unterm Strich eine mehr als ernüchternde Woche für die Fuggerstädter.

News der Woche: In dieser Woche war ausnahmsweise einmal nicht der Trainer das Hauptthema. Die organisierte Fanszene “Legio Augusta” hatte aufgedeckt, dass es beim Hauptanteilseigner des FC Augsburg einen Gesellschafterwechsel gegeben hatte. Nicht allen Fans ist bewusst, dass es sich beim FCA um einen klassischen Investoren-Verein handelt, der von Hauptinvestor Klaus Hofmann - zugleich auch Präsident des eV - geführt wird. In dessen Unternehmen, der Hofmann Investoren GmbH, ist nun auch der US-Amerikaner David Blitzer eingestiegen (u.a. Investor bei Crystal Palace) und hält 45% der Anteile. Ärgerlich, dass die Recherchen der Fans schneller waren als eine offizielle Kommunikation des Vereins dazu. Hofmann äußerte sich erst im Laufe der Woche:

Vorschau: Am Freitag-Abend (20:30 Uhr) kommt es zum ersten von zwei Endspielen um den Klassenerhalt. In der heimischen WWK-Arena gastiert der 1. FC Köln, dessen Formkurve nach dem Trainerwechsel steil nach oben zeigt. Die Domstädter spielten schon gegen Leverkusen sehr ordentlich und besiegten am letzten Spieltag dann RB Leipzig. Schwächelnde Augsburger kommen den Kölner da gerade recht. Für beide Teams steht viel auf dem Spiel. Die Gäste können mit einem Auswärtssieg einen großen Schritt machen und die Hausherren tief in den Abstiegsstrudel ziehen. Für die Augsburger würde ein Dreier mit hoher Sicherheit den Klassenerhalt bedeuten. Beim FCA kommen die gelbgesperrten Khedira und Caligiuri zurück, dafür fehlt Felix Uduokhai, der gegen Frankfurt die fünfte gelbe Karte kassierte.


SV Werder Bremen

Rückschau:

Spieltag 29 Mit 4:1 hat am Sonntag Werder Bremen beim BVB verdient verloren. Die Niederlage kam jetzt nicht überraschend, aber die erhoffte Überraschung blieb aus. Der BVB war in allen belangen überlegen. Bremen ist gut ins Spiel gekommen und machte im Spiel gegen den Ball die Räume eng. Eine Situation, mit der der BVB erst nicht zurechtkam. In der 14. Minute kam es dann zu dem, womit keine rechnete, Werder ging durch Rashica in Führung. Ein von Eggestein perfekt in den Lauf gespielter Ball an Hitz vorbei ins Tor spielt. In den ersten 30 Minuten war die Werder Leistung durchaus gut.Binnen weniger Minuten kippte sie. In der 29. Minute kam Reyna mit einem wuchtigen Schuss zum Ausgleich, in der 34. erhöhte Haarland per Elfmeter auf 2:1 und das 3:1 schoss erneut Haarland nach einer Slapstickeinlage von Friedl vor dem eigenen Tor, der den Ball direkt zu dem frei stehenden Stürmer passte. Lange lag das 3:2 für Werder in der Lust. Eggestein traf nur den Pfosten und Josh Sargent hatte noch zwei Großchancen, die beide ungenutzt blieben. In der 87. Minute traf dann Hummels noch zum 4:1 Endstand. Unter dem Strich eine verdiente Niederlage.

Spieltag 30 Am Mittwoch verlor der SV Werder Bremen mit 0:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 und vor allem einen unfähigen Schiedsrichter, der diese Bezeichnung nicht verdient hat.

Das Spiel wurde in der 16. Minute durch ein Tor von Szalai entschieden. Onisowo hat freie Bahn Richtung Tor, nachdem Veljkovic ausrutscht. Er scheiterte dann an Pavlenka aber Szalai kann den Abpraller verwerten. Bremen ist die spielbestimmende Mannschaft, aber kann den Ball nicht ins Tor bringen. In der 44. Minute macht Werder dann das Tor. Der VAR schaltet sich ein und der sogenannte Schiedsrichter schaut sich die Szene noch einmal an und gibt das Tor nicht. Weshalb bleibt sein Geheimnis. Ein Skandal.

Den Mainzern ist ein Vorwurf zu machen, der sogenannte Schiedsrichter ist überfordert und die Mainzer nutzen das aus, in dem sie mit ihrer körperlichen Spielweise bis zur Grenze gehen und andererseits sich gerne auch mal fallen lassen, da der “Schiedsrichter” darauf reinfällt.

Fazit: Ein unfähiger “Schiedsrichter” hat dieses Spiel entschieden.

News der Woche: Nach der 6. Niederlage in Serie steht Werder tief im Abstiegskampf fest. Verstärkt hat sich das natürlich auch wegen der skandalösen Schiedsrichterleistung und der erneuten Benachteiligung durch den Schiedsrichter. Die Fehlentscheidungen gegen Werder häufen sich diese Saison bedenklich. Zusätzlich fällt nach dem Mainzspiel nun auch noch Veljkovic mit einem zusätzlich Nasenbeinbruch aus. Ob er nächste Woche Freitag beim Pokalspiel gegen Leipzig wieder dabei sein wird, ist noch nicht sicher. Für Überraschung sorgte jetzt, das Philipp Bargfrede zurück im Team ist. Der 32. Jährige 6er war vor der Saison aussortiert worden und hat sich dann dem U23-Team angeschlossen. Nun wurde er zurück in Team geholt, um mit seiner Erfahrung das Team zu stärken. In den letzten 2 Spielen stand er im Kader, aber wurde nicht eingesetzt.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 Uhr darf Werder an der alten Försterei gegen Union Berlin antreten. Die Historie der Duelle ist noch sehr überschaubar. Mit 2 Siegen für Union und einem Sieg für Werder. Nach 6 Niederlagen in der Liga ist Werder zum Siegen verdammt. Mit nur noch 4 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze darf sich Werder keine Ausrutscher mehr leisten. Union ist mit 3 Siegen, 3 Niederlagen und 4 Unentschieden aus den letzten 10 Spielen nicht der leichteste Gegner für Werder. Zumal mit Max Kruse ein Ex-Werderaner, bestimmt hoch motiviert gegen seinen alten Verein sein wird.Aber Union besteht nicht nur aus Kruse, denn auch auf Andrich, Awoniyi, Trimmel und Ingvartsen muss Werder aufpassen. Es ist zu hoffen, dass Werder seine defensive Stabilität wiederfindet und mit dem neu aufgeblühten Rashica zurück in die Erfolgsspur zurückfindet.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Man könnte es enorme Verdichtung nennen, zu der Arminia Bielefeld einen großen Teil beigetragen hat. Nach dem 0:0 in Augsburg am Samstag und dem 1:0 gegen Schalke am Dienstag (das Schalkes Abstieg besiegelte), zudem dem 2:1 von Köln gegen Leipzig sowie dem 1:0-Sieg der Mainzer in Bremen ist es eng geworden im Tabellenkeller. Den 13. aus Mainz und den 17. aus Köln trennen nur fünf Punkte. Aber: Hertha auf Platz 16 (26 Punkte) hat wegen der Corona-Quarantäne noch zwei Spiele Rückstand, Mainz noch eins. Nichtsdestotrotz sind die Bielefelder Aussichten auf den Klassenerhalt mit den vergangenen zwei Spielen sicher nicht kleiner geworden. Ganz besonders der Auftritt gegen Schalke hinterließ einen sehr positiven Eindruck. Der Aufsteiger war engagiert und zielstrebig, wie nicht so oft in der Saison. Zugegeben: Die Schalker wehrten sich erst spät gegen ihr wohl unvermeidliches Schicksal. Und doch zeigt Arminias Spielweise, dass da eine Mannschaft an sich glaubt und mit allen Mitteln für das große Ziel Klassenerhalt kämpft. Was besser werden muss und was sich weiter wie ein roter Faden durch die Saison zieht ist die Chancenverwertung. So traf Fabian Klos zwar zum 1:0. Später scheiterte der Kapitän mit einem lasch geschossenen Strafstoß aber an Ralf Fährmann und stand beim Treffer nach Abpraller im Abseits. 

News der Woche: Nun hat die DFL also beschlossen, was alle erwartet hatten: Die letzten beiden Spieltag müssen die Mannschaften der 1. und 2. Liga in Quarantäne-Trainingslager. Von Anfang an offen gegenüber dieser Idee zeigte sich Arminia. Sport-Geschäftsführer Samir Arabi sagte dazu dem Westfalen-Blatt: „Wir befürworten diese Maßnahmen hundertprozentig, denn Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten stehen an erster Stelle.“

Vorschau: Vier Punkte hat sich der DSC Arminia in der Englischen Woche bereits gekrallt. Werden es am Ende sogar sieben? Nun ja, vor einigen Monaten noch hätte man die Option „drei Punkte“ gegen Mönchengladbach als Armine wohl gänzlich ausgeschlossen. Allerdings waren die Borussen zuletzt sehr wundertätig unterwegs. Zuletzt am Mittwoch, als man in Hoffenheim nach 2:0-Führung noch 2:3 verlor. Davor rasierte man Frankfurt mit 4:0 und wieder eine Woche zuvor kam man nur zu einem 2:2 gegen Hertha. Für aktuell von sich überzeugte Arminen ist also durchaus was drin im Borussia-Park. Sag niemals nie wäre das richtige Motto. Gelingt ein Dreier, wäre das definitiv ein immens wichtiger Schritt im Abstiegskampf.


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB Stuttgart verliert gegen Union Berlin mit 1:2.

Der Spieltag fing erstmal mit einer weiteren Hiobsbotschaft vor Spielbeginn an: Borna Sosa fiel aufgrund einer Verletzung im Oberschenkel aus und so erweitert sich das Lazarett der Schwaben um einen weiteren Stammspieler. Für den kroatischen U21-Nationalspieler rutschte Erik Thommy in die Startelf, während Marcin Kamniski den gelbgesperrten Marc Oliver Kempf ersetzte. Das Spiel war umkämpft und wirkte sehr fahrig. Trotz leichten Ballbesitzplus geriet der Aufsteiger nach 20 Minuten in Rückstand. Union Berlin kam immer besser ins Spiel rein während die Schwaben zunehmend verunsichert wirkten. Fehlpässe, kaum Abschlüsse und Missverständnisse im Aufbauspiel waren die Folge und so nutzte die Mannschaft von Urs Fischer die Gelegenheit eiskalt aus. Der Gastgeber erzielte kurz vor der Pause das 0:2 aus Sicht der Stuttgarter. Zwar konnte Philipp Förster kurz nach dem Seitenwechsel den 1:2 Ausgleichstreffer erzielen, aber es sollte für die Schwaben nicht reichen.

An dem darauffolgenden Mittwochs verlor der VfB Stuttgart gegen VfL Wolfsburg im heimischen Neckarstadion mit 1:3. Zwar bekam der VfB mit Marc Oliver Kempf nach abgelaufener Gelbsperre einen wichtigen Verteidiger zurück, Dinos Mavropanos fehlte dafür aber gelbgesperrt. Auch Borna Sosa war noch nicht fit für das Flutlichtspiel. Die Wolfsburger pressten früh doch der Gastgeber konnte sich das ein oder andere Mal befreien. So vergab Sasa Kalajdzic untypischerweise eine 100 % - ige, was die Gäste aus Niedersachen Im Gegenzug mit dem Gegentreffer von Xaver Schlager bestraften. Den Rückstand konnten die Schwaben schnell verdauen. Sie schalteten in die Offensive und bekamen einen Handelfmeter zugesprochen. Philipp Förster scheiterte allerdings vom Punkt an Casteels und auch seinen Nachschuss ging in Richtung Cannstatter Nachthimmel. Diese Fahrlässigkeiten nahm Wout Weghorst um den Aufsteiger eine weitere Lektion in Chancenverwertung zu erteilen: Es setzte das 0:2 durch einen Kopfballtreffer des Niederländers.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Woflsburger besser ins Spiel und pressten die jungen Wilden an den eigenen Strafraum. Atakan Karazor spielte einen Fehlpass direkt zu dem Ex-VfB'ler Josip Brekalo der Gebhardt bediente und er schoss den Ball an Kobel vorbei. Doch man muss die Mannschaft trotz 0:3 Rückstand loben, sie haben sich nicht aufgegeben und versuchten alles daran noch zumindest den Ehrentreffer zu erzielen. Sie erzwangen sogar zwischenzeitlich ein Chancenplus, doch scheiterten sie regelmäßig an Casteels, der zurecht in der Elf des Tages gewählt wurde.

Am Ende konnte er die Null aber trotzdem nicht halten, Castro fasste sich aus der zweiten Reihe ein Herz, Pongracic fälscht unhaltbar für Casteels ab – Der späte, verdiente Ehrentreffer.

Nach den beiden Niederlagen rutschen die Schwaben auf Platz 10 ab. Die wenigen Hoffnungen auf die European Conference League sind zwar mittlerweile verblasst, trotzdem können sie glücklich sein: Mittlerweile reichen die Punkte aus um nicht direkt abzusteigen. Der Klassenerhalt rückt in greifbarer nähe.

Mein Beileid an die Schalke 04 – Fans und an den geschätzten Kehrwochen-Kollegen Phillip. Schalke gehört wie der VfB in die Bundesliga und hoffentlich schaffen die Knappen den Wiederaufstieg so schnell wie möglich! #Aufstieg04

News der Woche: In Stuttgart gibt es jetzt auch leider die ersten Corona-Fälle. Der wegen dem Datenskandal entlassene Rainer Mutschler wurde positiv auf Covid - 19 getestet weswegen das Führungsduo Claus Vogt und Thomas Hitzlsperger in Quarantäne mussten. Bei den Spielern müssen sowohl Nicolas Gonzalez als auch Marcin Kaminski in Quarantäne. Der verletzte Argentinier hatte in der Reha-Welt vom VfB Kontakt mit einem Infizierten während es in der Klasse vom Marcin Kaminskis Kind einen positiven Fall gab.

Beide Spieler wurden aber inzwischen negativ getestet.

Der Präsidentenwahlkampf läuft wieder an! Mittlerweile sind die Herausforder vom aktuellen Präsidenten Claus Vogt, der sich zur Wiederwahl stellt, bekannt:

  • Volker Zeh, ein Unternehmer aus Schorndorf,

  • Pierre-Enric Steiger, gelernter Bankkaufmann und Mitglied vom einflussreichen VfB-Freundeskreis

  • Friedhild Müller, Trash-TV Star und Querdenkerin

  • Dr. Wolfram Anders, Geschäftsführer von Bosch Latin America

Aus diesen erlesenen Kreis plus Claus Vogt muss der Vereinsbeirat zwei Kandidat*innen raussuchen, die sich bei der nächsten Mitgliederversammlung den Mitgliedern zur Wahl stellen.

Vorschau: Am Sonntag um 15:30 Uhr treffen die Schwaben im leipziger Zentralstadion auf Leipzig. Die Gastgeber kommen von einer überraschenden Auswärtsniederlage in Köln und müssen langsam aber sicher den Traum von der Meisterschaft aufgeben während sie aber mit einem Heimsieg die Champions - League (oder Super League oder wie auch immer das Ganze heißt) klar machen können. Die verletzungsgeplagten Schwaben müssen weiterhin auf die Stammkräfte Sosa, Silas, Nicolas Gonzalez und Orel Mangala verzichten während Dinos Mavropanos von einer Gelbsperre zurückkehren wird. Das Hinspiel verlor die schwäbische Traditionsmannschaft im heimischen Neckarstadion mit 0:1.

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