Fliegt die Hummel(s) wieder?

FC Bayern München

Rückschau: Das Spiel gegen Werder Bremen vergangenen Samstag kann man durchaus als eines der souveräneren der Saison deuten. 2:0 führte man nach einer überlegenen ersten Halbzeit im Weserstadion, Goretzka traf nach einer Ecke, Gnabry nach schön herausgespielter 1vs1 Situation. Das Mittelfeld funktionierte im Vergleich zum Hinspiel hervorragend, was natürlich auch an der personellen Situation liegt. Gerd Müller darf sich, falls sein Rekord bestehen bleiben sollte durchaus beim Bremer Schlussmann Pavlenka und den Aluminiumstangen seines Gehäuses bedanken, an denen Robert Lewandowski gleich 3-mal scheiterte. Zu seiner Zufriedenheit durfte der Pole jedoch auch noch einen Treffer zum 3:0 bejubeln. Außer gegen Leipzig hat er nun gegen jedes Bundesligateam in dieser Saison getroffen.

Zu guter Letzt setzten die Männer von der Weser noch einen Konter, der erste Abschluss von Rashica war nur dürftig, den Nachschuss verwandelte Nicklas Füllkrug jedoch problemlos.

Das 1:1 von Leipzig gegen die SGE lies den Vorsprung auf Platz 2 wieder auf 4 Punkte anwachsen.

News der Woche: Mit seinem Treffer in Bremen zog Lewandowski auf Platz zwei der ewigen Bundesliga Torschützenliste mit Klaus Fischer gleich. Nur noch der Bomber steht jetzt noch vor ihm.

Es knistert im inneren des Rekordmeisters, Cheftrainer Hansi Flick soll der Favorit als Nachfolger von Jogi Löw sein. Er selbst sagte er wolle sich jedoch voll und ganz auf den FC Bayern konzentrieren und Titel gewinnen.

Gleichzeitig gibt es Streitigkeiten um Alex Nübel. Flick würde den Ersatztorwart gerne zu seinem Vorgänger Nika Kovac nach Monaco ausleihen. Hasan Salihamidzic dagegen wünscht einen Verbleib seines Transfers, für Nübel wäre eine Leihe jedoch wohl die sinnvollste Lösung.

Letzte Woche hatte ich die Ausfallzeit von Jerome Boateng auf 3-6 Wochen getippt. Ein schwerer Fehler meinerseits, da er doch gegen Bremen schon wieder in der Startelf stand. Es soll nicht wieder vorkommen.

Vorschau: Am Mittwoch steht das Rückspiel im Champions League Achtelfinale an, das Hinspiel konnte man in Rom mit 4:1 gewinnen. Man sollte sein Glück jedoch nicht überstrapazieren und zu viele Spieler schonen, wie man es teilweise zu lesen bekam. Es ist schließlich immer noch die Champions League.

Am Samstag den 20.03. steht das Heimspiel gegen den VFB Stuttgart an. Vor allem die Auswärtsfahrten waren jedes Mal wieder ein Highlight. Das Auswärtsspiel dieser Saison konnte man zwar mit 1:3 gewinnen, das Spiel war jedoch deutlich knapper als das Ergebnis vermuten lässt.

Bei den Schwaben meldet sich vielleicht Nicolas Gonzales zurück. Der Argentinier ist jedoch nicht die einzige Waffe im Stuttgarter Arsenal. Die Kombination Sosa Sasa hatte in den letzten Wochen herausragend funktioniert und Alphonso Davies wird mit Silas Wamangituka vielleicht auch an die Grenzen seiner Geschwindigkeit gebracht. Den Ausfall von Orel Mangala sollten die Münchner nutzen, um die Vorherrschaft im Mittelfeld zu zementieren.

Für Fans des gepflegten Offensivspiels könnte es also durchaus ein Leckerbissen werden, zur schönsten Anstoßzeit der Liga 15:30!


Borussia Dortmund

Rückschau: Es gibt zwei Weisen, von Dortmunds 2:0 am Samstagabend gegen Hertha BSC zu erzählen – und beide sind gleich legitim. Version 1: Der BVB hat seinen Job im Westfalenstadion professionell erledigt und einen Verein, dessen Kader besser ist als sein Tabellenplatz, so kontrolliert, dass Torwart Marwin Hitz keinen Ball halten musste. Geduldig warteten die Schwarz-Gelben auf Lücken in Herthas Riegel und als sich zu wenige auftaten, musste es halt ein spekulativer 30-Meter-Schuss von, ausgerechnet, Julian Brandt richten. In der Nachspielzeit traf dann auch noch der Nachwuchs in Person von Youssoufa Moukoko.

Version 2: Das Topspiel am Samstag war über weite Strecken schwere Kost. 68 Prozent Ballbesitz für die Borussia beinhalteten zum großen Teil Hin- und Hergeschiebe des Spielgeräts. Die Abwehr stand gut, aber offensiv kam selbst nach der vollauf verdienten Roten Karte gegen Herthas Darida zu wenig von Schwarz-Gelb – bis in die 91. Minute. Trotz zwei Treffern und drei Aluminium-Berührungen war's eher ein „bore win“, ein typisches Geisterspiel des BVB.

News der Woche: Gut, dass die schwarz-gelben Jungs mal eine knappe Woche frei haben. Denn man verliert schon fast wieder die Übersicht über die aktuelle Personalsituation. Einigermaßen zuversichtlich ist der BVB vor dem nächsten Wochenende hinsichtlich der Einsatzchancen von Marco Reus und Mats Hummels. Das Gleiche gilt für den wieder ins Mannschaftstraining eingestiegenen Innenverteidiger Manuel Akanji. Knapp dürfte es für Raphael Guerreiro werden. Und neben Jadon Sancho fällt nun auch Rechtsverteidiger Mateu Morey „mit muskulären Beschwerden vorerst“ aus.

Auch BVB-Fans beteiligen sich an Protesten gegen die geplante Reform der UEFA Champions League, die unter anderem noch mehr Startplätze für die erfolgreichsten Länder und noch mehr Spiele vorsieht. Über der Südtribüne des Westfalenstadions hing letzte Woche ein entsprechendes Banner. Mehr dazu hat Schwatzgelb.de aufgeschrieben.

Vorschau: Am Samstag um 15.30 Uhr gastiert Borussia Dortmund in Köln. Dabei wird die Verbundenheit der beiden Fanszenen leider nicht zum Tragen kommen, aber trotzdem treffen die Schwarz-Gelben nicht ungern auf und häufig gegen den Effzeh. 17 Tore gelangen in den letzten fünf Partien – eine starke Bilanz, wäre da nicht die 1:2-Heimniederlage in der Hinserie, der Anfang vom Ende für Lucien Favre.

Aus den letzten fünf Ligaspielen holten die Kölner allerdings nur einen Punkt. Der Kicker beschäftigt sich deshalb mit der Frage, ob Trainer Markus Gisdol am Samstag auf den schnellen, wendigen, aber auch eigensinnigen Leihstürmer Emmanuel Dennis setzen könnte. Erfolgreichster Torschütze des Effzeh ist derzeit nämlich Mittelfeldspieler Elvis Rexhbecaj, der zwei seiner fünf Treffer im Derby gegen die andere Borussia erzielte und deren Fans damit ziemlich wütend machte.


RB Leipzig

Rückschau: Nach 6 Siegen in Folge in der Bundesliga kam RB am Sonntagnachmittag im eigenen Stadion nicht über ein 1:1 gegen Eintracht Frankfurt hinaus. Dabei begann das auf fünf Positionen gegenüber dem Liverpool-Spiel veränderte Nagelsmann-Team sehr dominant. Die erste Großchancen hatte Justin Kluivert bereits nach sieben Minuten als er allein auf Trapp zulief, aber am Frankfurter Torwart scheiterte. Der sehr gut aufgelegte Keeper vereitelte in der Folge gleich mehrere Leipziger Großchancen und war zusammen mit dem Ex-Leipziger Stefan Ilsanker, der als zentraler Verteidiger in der Dreierkette eine Top-Leistung ablieferte, einer der Pfeiler für den Frankfurter Punktgewinn. Die in der Anfangsviertelstunde sehr nervös agierende SGE kam in Laufe der ersten Halbzeit besser ins Spiel, konnte in den ersten 45 Minuten aber keinen Schuss aufs Leipziger Tor verzeichnen.

Auch die 2. Hälfte begann RB druckvoll, bereits nach einer Minute nutzte Forsberg den Abpraller nach einem Schuss von Kluivert und verwandelte zum 1:0.  Weitere Großchancen u.a. durch Poulsen nutzte man jedoch erneut nicht. Stattdessen konnte sich die Eintracht aus der Leipziger Dominanz immer besser befreien und nutzte ihre zweite Torchance in der 61. Minute durch Kamada zum Ausgleich. Angesichts von 14 zu 5 Torschüssen und 1,81 zu 0,69 expected goals war die Punkteteilung aus Leipziger Sicht eindeutig zu wenig. Durch das Remis musste RB die Bayern in der Tabelle auf vier Punkte davonziehen lassen und hat die Meisterschaft nicht mehr in der eigenen Hand.

News der Woche: RB Leipzig hat zum kommenden Sommer Brian Brobbey von Ajax Amsterdam verpflichtet. Der 19 Jahre alte Mittelstürmer kommt ablösefrei und hat einen Vertrag bis 2025 unterschrieben. Brobbey durchlief alle U-Nationalmannschaften und wurde mit der U17 der Niederlande 2018 und 2019 Europameister. In dieser Saison schoss er in 10 Kurzeinsätzen (168 Minuten) jeweils zwei Tore in der Eredivisie und der Europa League und bereitete 2 weitere vor. Zudem kam er 15-mal für die Ajax-Reserve zum Einsatz und erzielte dabei neun Treffer. Der schnelle, technisch starke und körperlich sehr robuste Stürmer ist bereits der Neuzugang für den Sommer 2021, den RB eintüten konnte.

Vorschau: Mit einem Auswärtsspiel in Bielefeld eröffnet Leipzig am Freitagabend (20.30 Uhr) den 26. Bundesliga-Spieltag. Nicht mit dabei sein wird neben dem im Frankfurt-Spiel verletzt ausgewechselten Upamecano, der mindestens 10 Tage ausfallen wird, wahrscheinlich auch Kevin Kampl. Der Slowene fehlte bereits gegen Frankfurt und konnte auch am Dienstag nur individuell trainieren. Trotz des überraschenden Auswärtssieges der Arminia bei Bayer Leverkusen am vergangenen Spieltag, ist die Zielstellung gegen den Tabellenfünfzehnten klar: Drei Punkte einfahren und am Samstag auf einen Ausrutscher der Bayern gegen Stuttgart hoffen.


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: Man muss es leider sagen: Es gehört derzeit nicht besonders viel dazu, um Borussia Mönchengladbach zu schlagen. Inklusive des klaren 0:2 am Dienstagabend gegen Manchester City in der Champions Leage haben dies nun sieben Gegner hintereinander getan - darunter waren einige, aber eben auch nicht nur Topteams.

Und auch dem FC Augsburg fiel es beim 3:1 am Freitag relativ leicht – zumindest wenn man das Potenzial der Elf vom Niederrhein als Maßstab ansetzt. Für einen Punktgewinn gegen Gladbach reicht es derzeit aus, eine stabile defensive Leistung abzurufen, die Räume in der eigenen Hälfte zu verdichten und auf die Ladehemmung der Borussen-Stürmer zu vertrauen. Und wenn man dann so brutal effizient vor dem Tor ist wie die Herrlich-Truppe am Freitag, dann ist auch mehr möglich.

Gefühlt macht die Rose-Elf bei den Gegentoren immer wieder dieselben Fehler. Und vorn nutzte diesmal selbst Kapitän Lars Stindl einen Elfmeter nicht. Dennoch war der Auftritt des VfL der spielerisch beste seit Wochen. Auch die Entschlossenheit war - vor allem - in der ersten Halbzeit deutlich zu spüren. Zur Halbzeit hätte es daher 2:0 oder 3:0 für Borussia stehen können oder müssen. Stattdessen nutzen die Gastgeber nach Wiederbeginn eine Ecke zur überraschenden Führung.

Mit dem Ausgleich von Florian Neuhaus schien das Rose-Team zwar das Momentum auf seine Seite ziehen zu können, doch eine erneut nicht gut genug verteidigte Situation im Strafraum erlaubte Marco Richter das zweite Augsburger Tor, ehe der Ex-Gladbacher André Hahn kurz vor Schluss einen Konter zum Schlusspunkt nutzte.

News der Woche: Nach den Absetzbewegungen vom Noch-Trainer interessiert man sich im Gladbach-Fankosmos so langsam intensiver für den, der Marco Rose nachfolgen soll. Manager Max Eberl ließ sich als Gast im Aktuellen Sportstudio noch nicht einmal dazu hinreißen, die Grafik anzuschauen, die das ZDF ihm mit ein paar möglichen Kandidaten zusammengebastelt hatte.

Klar ist: Es werden weder Adi Hütter aus Frankfurt noch der Wolfsburger Oliver Glasner. Ob Bremens Florian Kohfeldt überhaupt je Kandidat in Gladbach war, ist offen. Auch er tendiert aber wohl eher zum Bleiben. Auch Ralf Rangnick, der sich eher selbst ins Gespräch gebracht hatte, orientiert sich anderweitig, wie sein Berater verlauten ließ. Bleiben die schon gehandelten Jesse Marsch (Salzburg) oder Gerardo Seoane (Bern), die schon früh mit Borussia in Verbindung gebracht wurden.

Oder jemand ganz anderes? Es wäre nicht das erste Mal, dass Eberl einen aus dem Hut zaubert, den keiner auf dem Zettel hat. Julien Stéphan, der mit Stade Rennes Erfolg hatte, aber inzwischen ohne Verein ist, wäre einer dieser bei uns unbekannten Namen, der aus Frankreich herüberschwappte. Gladbach-Taktikblogger Denizyok9 hat einen weiteren sehr spannenden Namen ausgegraben – wenn auch bisher ohne verbürgte Verbindung an den Niederrhein.

Zsolt Löw, Ex-Bundesligaspieler und Co-Trainer unter Hütter (Salzburg), Rangnick (Leipzig) und nun unter Thomas Tuchel bei PSG und jetzt Chelsea wäre einem Cheftrainerangebot nicht abgeneigt, wie er selbst in einem Interview einräumte. Es könnte einer von der Kategorie sein, die Borussia sucht. Eberl deutete im ZDF an, dass wir nicht mehr allzu lange auf die Lösung der Trainerfrage warten müssen, da die konkreten Gespräche jetzt beginnen werden. Heiko Vogel von der U23 wird es wohl eher nicht. Der hatte sich offenbar am Rande eines Spiels unflätig gegenüber Schiedsrichter und Asisstentinnen geäußert. Da er neben Sperre und Geldstrafe auch noch einige Trainingseinheiten von Frauen oder Mädchenteams leiten muss, kann man sich ausrechnen, welcher Art die Aussagen gewesen sein dürften. Ein klassisches Eigentor.

Vorschau: Wann, wenn nicht jetzt? Am Samstag treffen zur Topspielzeit um 18.30 Uhr die beiden Teams aufeinander, denen man im Moment wohl am wenigsten zutraut. Borussia reist zum abgeschlagenen Schlusslicht Schalke 04. Und keiner vermag zu sagen, ob wenigstens gegen diesen Gegner die Niederlagenserie beendet werden kann. Sicher ist man sich da im Gladbacher Fanlager nicht. Übrigens wie im Hinspiel, als die Gelsenkirchener noch auf der Jagd nach dem Negativrekord von Tasmania Berlin waren. Damals gelangen Neuhaus, Wendt, Thuram und Wolf die Tore zum letztlich sicheren 4:1-Sieg.

Das zu wiederholen, dafür stehen Marco Rose vermutlich wieder alle Spieler zur Verfügung. Ob der Trainer nach dem deprimierend chancenlosen 0:2 gegen Manchester nochmals rotieren wird oder auf die Erholung in der nachfolgenden Länderspielpause setzt, ist offen. Nach dem Schalke-Spiel jedenfalls muss er auf die Belastungssteuerung keine große Rücksicht mehr nehmen. Und es bleibt nur ein Ziel: so weit wie möglich Boden gutzumachen im Brot- und Buttergeschäft Bundesliga.


Bayer Leverkusen

Rückschau: In der Hinrunde gelang der Werkself gegen Arminia Bielefeld das besondere Kunststück, ein Gegentor zu kassieren, obwohl die Ostwestfalen auf keinen einzigen Torschuss kamen. Davon war die Mannschaft von Peter Bosz am vergangenen Wochenende aber weit entfernt. Das erste Gegentor fiel schon früh, als Leverkusen schon im Mittelfeld gut unter Druck gesetzt wurde, den Ball daraufhin verlor und Bielefeld ihren Angriff schnell und zielstrebig ausspielte. Noch mehr Räume wurde der Mannschaft von Cheftrainer Kramer vor dem 0:2 angeboten, als nach einer Standardsituation von Bayer 04 die Absicherung dermaßen fehlschlug, dass Wendell und Diaby beide versuchten, Lucoqui den Ball abzunehmen, dem es allerdings gelang, auf Okugawa rüberzuschieben, den offenbar niemand im Blick hatte. Frei vor Grill konnte dieser dann vollenden.
Leverkusen verlor dieses Spiel aufgrund ihres Defensivverhaltens, es sollten sich aber nicht nur die Verteidiger angesprochen fühlen, denn diese Partie hat gut gezeigt, dass Defensivarbeit eine gesamtmannschaftliche Aufgabe ist, die vorne anfängt und scheitert, wenn sie es dort nicht tut. Nichtsdestotrotz blieb der Werkself genügend Zeit, mit zwei eigenen Toren wenigstens zu einem Unentschieden zu kommen. Und tatsächlich hatte Leverkusen auch über die ganze Spielzeit verteilt einzelne Möglichkeiten, schlussendlich kam die Mannschaft von Peter Bosz auf 19 Schüsse (15 davon konnten im Strafraum abgeben werden) und fünf Torschüsse bei insgesamt 2,5xG. Für sich genommen ist das gar nicht so schlecht, statistisch sogar einer der höchsten Werte in dieser Saison. Allerdings dann doch klar zu wenig in Anbetracht des eigenen Ballbesitzanteils von 70,75% und einem Gegner, der bei allem Respekt kein größeres Problem für eine Mannschaft darstellen darf, die in die Königsklasse möchte. Davon ist man mittlerweile weit entfernt.

News der Woche: Auch in der sportlichen Führung wurde dieser Umstand und die Konsequenzen thematisiert. So sagte Rudi Völler dem Kölner Stadtanzeiger, dass „das Verpassen der Champions-League-Plätze spürbare Folgen hätte. Auch wir müssen wirtschaftlich vernünftig planen. Dann müssten wir uns von dem einen oder anderen Spieler trennen.“ Das überrascht wenig, ohnehin sind selbst bei Erreichen der Champions League einige Abgänge zu erwarten.

Eine freudige Nachricht dieser Woche war hingegen, dass Paulinho wieder auf dem Rasen trainieren konnte, der verletzungsbedingt in dieser Saison noch zu keinen Einsätzen kam.

Vorschau: Nach Borussia Mönchengladbach und Arminia Bielefeld trifft die Werkself am Sonntag um 15:30 Uhr im Berliner Olympiastadion mit Hertha BSC auf den nächsten kriselnden Klub. Auch hier gilt, was bereits für vergangene Spiele galt: Trotz einer nicht wirklich kürzer werdenden Verletztenliste, muss Leverkusen das eigene Ballbesitzspiel konsequent angehen, damit es gar nicht so entscheidend ist, was Hertha dem entgegenzusetzen hat.


TSG Hoffenheim

Rückschau: So hatte sich die TSG den Abschluss des Spieltags sicherlich nicht vorgestellt: vergangenen Sonntag verloren die Kraichgauer die um 18:00 Uhr angepfiffene Partie gegen den VfB unglücklich mit 0:2 und verpassten es mit Gladbach in der Tabelle gleichzuziehen.

Dabei startete die TSG gar nicht schlecht in die Partie, ging aber nach 15 Minuten nach einem Eigentor von Adams mit 0:1 in Rückstand. Auch in der Folge war die TSG die bessere Mannschaft, konnte ihre zahlreichen Chancen jedoch nicht nutzen. Nach einem Konter der Hausherren sorgte Kalajdzic mit seinem Treffer zum 0:2 aus TSG-Sicht bereits nach 64 Minuten für die Vorentscheidung.

Letztendlich stand also eine unverdiente und unglückliche Niederlage für die Hoffenheimer, was vor allem beim Betrachten der xG’s von 0,93xG zu 1,32xG zugunsten der TSG deutlich wird.

News der Woche: Wenn man Sky-Informationen glauben darf, steht Jae-Sung Lee von Holstein Kiel kurz vor einem ablösefreien Wechsel zur TSG. Der 28-jährige Südkoreaner, der in der Offensive flexibel einsetzbar ist, steht wohl aufgrund seiner starken Saison mit bisher elf Scorerpunkten in 28 Spielen auf dem Wunschzettel gleich mehrerer Clubs. Laut ‘Sky’ seien noch ein paar vertragliche Details zu regeln, alle Seiten seien jedoch optimistisch. Sollte der Deal tatsächlich zustande kommen, wäre Lee nach David Raum und Angelo Stiller bereits der dritte ablösefreie Neuzugang für die kommende Saison.

Am Freitagabend um 18:30 Uhr empfangen die TSG-Frauen die Frauenmannschaft des FC Bayern im heimischen Dietmar-Hopp-Stadion. Auf dem Spiel steht nicht weniger als der Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals. Die Partie wird frei empfangbar auf ‘MagnetaSport’ zu sehen sein.

Vorschau: Auch die Herrenmannschaft der TSG ist am Wochenende gefordert. Zu Hause gegen den Abstiegskandidaten aus Mainz möchten die Kraichgauer die Niederlage gegen den VfB vergessen machen und die nächsten wichtigen drei Punkte einfahren.

Besonders freuen auf die Partie wird sich wohl Stürmer Ihlas Bebou, der in seinen letzten beiden Spielen gegen die 05er jeweils einmal erfolgreich war.

Ein weiteres positives Omen für einen Heimsieg könnte die sich lichtende Personalsituation sein. Neben Stefan Posch stehen wohl auch Kevin Akpoguma und Mijat Gacinovic vor einer baldigen Rückkehr in den Kader, einzig Kostas Stafylidis, Havard Nordtveit und Ermin Bicakcic, sowie Benjamin Hübner und Dennis Geiger (beide Saisonaus) dürften wohl nicht so bald wieder auf den Platz zurückkehren.


VfL Wolfsburg

Rückschau: Ungefährdet und souverän besiegte der VfL Wolfsburg Tabellenschlusslicht Schalke 04 mit 5:0 und darf weiter von der Champions League träumen. Nach einer zähen ersten Halbzeit und einer knappen 1:0 Führung durch ein Eigentor von Mustafi, drehten die Wölfe nach dem Wechsel auf und spielten die Knappen-Abwehr teilweise mit aggressivem Pressingfußball schwindelig. Die Tore von Weghorst, Baku, Brekalo und Philipp folgten fast zwangsläufig. Ein Expected Goal Wert von 2,41 spricht dabei für eine Top-Chancenverwertung, gleiches gilt für zwei erzielte Kontertore. Allerdings dürfte die Leistung kaum ein Gradmesser für die internationalen Ansprüche des VfL gewesen sein, zu schwach waren dafür die Schalker. 

News der Woche: Die Leistungen der Spieler, aber auch des Trainers wecken entsprechend Begehrlichkeiten und sorgen für mediale Spekulationen. Vor allem Shootingstar Maxence Lacroix wird angeblich für 30 Millionen Euro mit Dortmund in Verbindung gebracht. Auch die Vertragssituation bei Trainer Oliver Glasner (besitzt angeblich eine Ausstiegsklausel) ist in den vergangenen Tagen immer wieder Thema gewesen. Bislang dürfte das alles aber luftleeres Geplänkel sein. Sollte der VfL die Champions League erreichen, dürfte es kaum Veränderungen in diese Richtung gehen. Ridle Baku und Wout Weghorst bekräftigen im TV diese Woche noch mal die Wolfsburger Ambitionen, während Sportdirektor Marcel Schäfer das Träumen von der CL zwar erlaubte, aber selbst immer noch am Saisonziel unter den ersten 6 festhält. 

Vorschau: Am Samstag muss der VfL um 15.30 beim Nordkonkurrenten aus Bremen antreten. Das Hinspiel war mit 5:3 ein absolutes Spektakel. Damit rechnet aber in Wolfsburg kaum einer für das Rückspiel. Gegen Werder wartet wieder ein hartes Stück Arbeit, dessen ist man sich sicher. Interessant wird sein, ob Oliver Glasner wieder zurückrotiert: Schlager und Lacroix dürften eigentlich wieder in die erste Elf rücken, obwohl die Vertreter Guilavogui und Pongracic ihre Sache gegen Schalke gut gemacht haben. Einzige vakante Stelle dürfte eigentlich nur die von Renato Steffen sein. Hier machen sich mit Mehmedi, Brekalo und Philipp gleich drei Dauer-Reservisten Hoffnungen. Interessant wird sein, ob es für Jerome Roussillon für den weiter Rot-gesperrten Otavio schon über 90 Minuten reicht. Gegen Schalke war der Franzose eingewechselt worden und hatte prompt das 5:0 eingeleitet. 


SC Freiburg

Rückschau: Wie schon in der Hinrunde kassierte der SC Freiburg am letzten Samstag eine bittere Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05. Mit einer neuen Formation und ohne den bisher starken Santamaria kam man zunächst nicht gut ins Spiel und konnte von Glück sagen, dass Mainz 05 nicht früh in Führung ging. Erst gegen Ende der Halbzeit hatte der Sport-Club die Mainzer besser im Griff und kam über Sallai sehr gefährlich vors Tor, konnte dies jedoch nicht nutzen. In der zweiten Halbzeit knüpfte der SC daran an und spielte deutlich verbessert, scheiterte aber mehrmals am Aluminium und musste sich anschließend beim Mainzer Glatzel bedanken, als der das größtenteils leere Tor verfehlte. Kurz vor Ende gelang Mainz dann doch noch der zu dem Zeitpunkt überraschende, aber nicht unverdiente Siegtreffer durch Quaison, nachdem die Mainzer Leihgabe Müller im Freiburger Tor zunächst noch großartig pariert hatte. Damit bleibt es in der laufenden Saison für Freiburg bei null Punkten gegen Mainz.

News der Woche: Der SC Freiburg versucht sich im Moment beinahe wöchentlich mit einer anderen Formation, als es die meisten Fans und Journalisten erwarten würden – etwa dem zum Ende der Hinrunde so erfolgreichen 3-4-3. Der Erfolg ist dabei aber etwas zwiegespalten: Konnte man gegen die spielerisch überlegenen Mannschaften wie Dortmund und Leverkusen mit einem zu dem Zeitpunkt etwas überraschenden 4-4-2 jeweils gewinnen, verlor man hingegen sowohl gegen Union Berlin als auch jetzt gegen Mainz 05 (wo man eine Dreierkette mit Raute davor ausprobierte). Knackpunkt scheint im Moment die Sorge zu sein, im 3-4-3 im Spiel nach vorne zu wenig spielerische Lösungen finden zu können. Sichtbar war das etwa im Spiel gegen Werder Bremen. Mit der Umstellung verliert die Mannschaft aber auch anscheinend die Sicherheit in den Abläufen, die am Ende der Hinrunde erkennbar war. Es wird daher interessant sein, ob Christian Streich weiter nach neuen Lösungen sucht oder zu der bewährten Dreierkette zurückkehrt.

Vorschau: Am Sonntag, den 21.03. empfängt der Sport-Club den FC Augsburg. In der Hinrunde markierte dieses Spiel den Beginn eines spielerischen Aufschwungs von Freiburg und einer Serie von sieben ungeschlagenen Spielen, auch wenn man gegen Augsburg nur zu einem 1:1 kam. Auch jetzt käme dem SC ein solcher Aufschwung durchaus gelegen, obwohl man die Rückrunde erfolgreicher gestalten konnte als den ersten Teil der Hinrunde. Denn gegen Mannschaften, die ihre Stärken vor allem im Spiel gegen den Ball haben, sah Freiburg zuletzt nicht besonders gut aus. Personell sind Christian Streich bei der Lösung dieses Problems keine Grenzen mehr gesetzt, da mit Kwon wieder alle Startelf-Kandidaten im Mannschaftstraining sind. Auf die Formation und Aufstellung darf man nach den letzten Überraschungen durchaus gespannt sein. Mein bester Tipp wäre ein ähnlicher Versuch wie gegen Mainz, allerdings mit Santamaria statt Höler als offensiver 6er im Mittelfeld – aber bisher waren wie erwähnt fast alle Aufstellungstipps erfolglos.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: In Leipzig sicherte sich Eintracht Frankfurt am Sonntagnachmittag einen weiteren wichtigen Punkt im Kampf um die europäischen Plätze. Mit Hinteregger und Durm fielen verletzungsbedingt kurzfristig zwei Stammspieler aus. 

Nach einer sehr verhaltenen ersten Hälfte ging es aus Sicht der Frankfurter mit einem schmeichelhaften 0:0 in die Pause. Keinen Schuss aufs Tor der formstarken Leipziger gaben die Gäste ab. Kurz nach Wiederanpfiff erwischte RB Leipzig die Eintracht eiskalt und Forsberg erzielte das 1:0. Doch in einer besseren zweiten Hälfte schaffte das Team von Adi Hütter es, durch Kamada den Ausgleich zum 1:1-Endstand zu erzielen. 

Ausschlaggebend für den Punktgewinn trotz eines Torschuss-Verhältnisses von 14 zu 5 war die Frankfurter Hintermannschaft. Besonders hervorzuheben ist zum einen Keeper Trapp, der einen Sahnetag erwischte und viele Leipziger Großchancen vereitelte. Zum anderen räumte der für den verletzten Hinteregger in die Startelf gerückte Ilsanker hinten alles ab, was es nur abzuräumen gab.

News der Woche: Nachdem sich letzte Woche bereits Rechtsverteidiger Touré eine Sehnenverletzung zuzog, die ihn vermutlich bis zum Saisonende zur Pause zwingt, muss die Eintracht, die bisher verletzungstechnisch relativ glimpflich durch die Saison kam, zwei weitere angeschlagene Spieler beklagen. Sowohl Hinteregger (Zerrung im Oberschenkel) als auch Durm (Zerrung des tiefen Hüftbeugers) fehlten bereits gegen RB Leipzig. Ein Einsatz am Wochenende ist noch fraglich.

Sicher verzichten müssen die Frankfurter gegen Union Berlin auf Kreativkopf Younes und Stammverteidiger Tuta. Beide Spieler müssen gegen die Eisernen ihre Gelbsperre absitzen.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 Uhr empfängt Eintracht Frankfurt Tabellensiebten Union Berlin. Mit einem Sieg könnten die Frankfurter sich mit 9 Punkten Vorsprung weiter von den Köpenickern absetzen und somit einen großen Schritt in Richtung Europa machen. 

Doch zu erwarten ist erst einmal eine schwere Partie gegen eine Mannschaft, die ebenfalls eine starke Saison spielt. Nicht umsonst gestalteten sich die vergangenen Begegnungen der beiden Mannschaften eng. Im Hinspiel trennte man sich mit einem torreichen 3:3-Unentschieden. 

Mit Younes fehlt eine wichtige Stütze im Mittelfeld, weshalb anzunehmen ist, dass Hütter Kamada als einzigen Zehner aufstellt und mit einer Doppelspitze bestehend aus Silva und Jovic in die Partie geht. Den gesperrten Tuta könnte erneut Ilsanker ersetzen, der zuletzt zwei starke Spiele machte. 


Hertha BSC

Rückschau: Mit der mittlerweile unter Pál Dárdai erprobten 3er-Kette ging es ins Spiel gegen die hochfavorisierten Dortmunder. Auf dem Papier ergab sich nur eine personelle Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Marvin Plattenhardt spielte nach überstandener Verletzung erstmals, seitdem Dárdai wieder das Traineramt übernahm. Für ihn blieb Santiago Ascacibar außen vor. Der Argentinier war ebenso wie Matteo Guendouzi kurzfristig aus dem Kader gestrichen worden. Während offiziell verkündet wurde, dass die beiden zentralen Mittelfeldspieler angeschlagen waren, ließ sich zwischen den Zeilen sehr deutlich lesen, dass man mit Einstellung und Trainingsleistung der beiden Spieler unzufrieden war. Maximilian Mittelstädt übernahm die vakante Position im zentralen Mittelfeld, Marvin Plattenhardt die des Schienenspielers im 3-5-2 System. Außerdem sollte Marvin Plattenhardt die chronischen Standard-Schwäche der Herthaner beheben. Womit wir auch schon beim Hauptproblem wären: Hertha erarbeitete sich nicht nur keinerlei Freistöße in aussichtsreicher Position, man schaffte darüber hinaus das Kunststück, sich über das gesamte Spiel keine einzige Ecke zu erspielen. Während man in der ersten Hälfte wenigstens defensiv gut stand und abgesehen von der Anfangsphase, in der Jarstein Hertha im Spiel hielt, auch für ein wenig Entlastung sorgen konnte, war es vor allem in der zweiten Hälfte nur noch eine Frage der Zeit, bis der BVB in Führung ging. Dass dies durch einen kapitalen Torwartfehler geschah, macht die Sache zwar umso bitterer, aber dennoch nicht unverdient. Auch nach dem 0:1 und zahlreichen offensiven Wechseln, schafften es die Berliner kaum in die gegnerische Hälfte und so war es Moukoko, der Jarstein – passend zum Spiel – tunnelte und so das entscheidende 2:0 erzielte.

News der Woche: Dass man sich dem BVB zwar nicht auf Augenhöhe messen kann, war vorher klar. Der Umstand, dass man aber speziell in der zweiten Hälfte komplett mutlos agierte, störte auch Trainer Pál Dárdai, der seine Offensiv-Abteilung relativ deutlich kritisierte. Dass Piatek und Cordoba wiederholt keinen Sahnetag erwischten, wird wohl keiner bestreiten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass in Pál Dárdais 3-5-2 im Endeffekt 8 Feldspieler für die Defensivarbeit zuständig sind. Plattenhardt fühlt sich in einer 4er Kette als Linker Verteidiger am wohlsten, Tousart – der gerade eine gute Entwicklung nimmt – hat seine Stärken nicht in der gegnerischen Hälfte. Gleiches gilt für seine Nebenspieler Mittelstädt und Darida. Lediglich der rechte Schienenspieler Zeefuik offenbare offensives Potential, wurde aber leider das ein ums andere Mal, vor allem von Darida, sträflich ignoriert.

Am Sonntag gegen die strauchelnden Leverkusener wird Matheus Cunha sein Comeback geben. An einem guten Tag kann der Brasilianer darüber hinwegtäuschen, dass die Mannschaft in der aktuellen Zusammenstellung ein Problem damit hat, die Stürmer in Szene zu setzen und im letzten Drittel strukturierte Angriffszüge auszuüben.

Vorschau: Auch wenn die Leverkusener gerade nicht ihre stärkste Phase haben und – sehr zum Missfallen der Berliner – gerade zu Hause gegen Bielefeld verloren, ist Bayer auf dem Papier natürlich klarer Favorit. Interessant war daher die Aussage von Pál Dárdai, der die „Champions League-Wochen“ für beendet erklärte und davon sprach, dass nun die Spiele kommen, in denen man Punkten muss. Auch Leverkusen zählte er explizit dazu. Das müsse man zu Hause gewinnen. Ob Dárdai wirklich davon überzeugt ist, dass sein Team am Sonntag die 3 Punkte in Berlin halten muss, ist fraglich. Vermutlich sind diese Aussagen die Konsequenz aus den Erfahrungen der letzten Wochen. Hertha verlor, trotz teilweise ordentlicher Leistungen, gegen sämtliche Favoriten. Gegen Stuttgart und Augsburg, wo Punkte Pflicht waren, holte man immerhin 4 Punkte. Der Mannschaft den Druck gegen die großen Gegner zu nehmen, scheint nur bedingt von Erfolg gekrönt zu sein. Gerade in Dortmund hatte man den Eindruck, dass dort eine Mannschaft auf dem Platz stand, die große Angst vor dem Verlieren hatte und dadurch gehemmt war. Es wird spannend zu sehen sein, ob Dárdais psychologische Kniffs wirken und man gegen Leverkusen mutiger auftritt.


Union Berlin

Rückschau: Mit dem Sieg des 1. FC Union Berlin im Heimspiel gegen die Geißböcke aus Köln am Sonnabend in der Alten Försterei könnten die Eisernen aus Oberschöneweide nicht nur den Klassenerhalt dingfest gemacht haben, sondern ihnen droht auch noch – sofern sie weiter auf Platz 7 bleiben – ein Wettbewerb namens Europa Conference League. Der geneigte Leser dieser Zeilen weiß nicht was das ist? Macht nichts. Die Spieler, allen voran Max Kruse, kennen diesen Wettbewerb auch nicht.

Wie in der Vorschau der letzten Woche vermutet, setzte Urs Fischer in der Startelf auf Keita Endo sowie Petar Musa, die im letzten Spiel gegen Bielefeld nach ihrer Einwechslung für Schwung und Chancen gesorgt haben. Auch die anderen Unioner auf dem Platz schienen sich an die letzten Minuten des Bielefeld-Spiels erinnert zu haben, denn sie versuchten die Kölner von Beginn an mit schnellen Läufen über die Außenlinien zu hinterlaufen und mit Hereingaben in den Strafraum für Torchancen zu sorgen. Dieser Plan ging in den ersten Minuten komplett auf, Union drängte und Köln bekam keinen Zugriff auf das Spiel. Nach ca. 30 Minuten kam der FC etwas besser ins Spiel aber Gefahr vor dem Tor der Eisernen: Fehlanzeige! Bis zur Nachspielzeit, als Jonas Hector durch eine geschickte Drehung im Sechzehner Robin Knoche überraschte, Hector nur noch zum Kontakt einfädeln brauchte und damit Schiedsrichter Deniz Aytekin faktisch zum Handeln zwang: Elfmeter. Köln ging mit 1:0 in die Pause und war wahrscheinlich selbst überrascht, ein Tor erzielt zu haben. Die 2. Halbzeit begann ähnlich wie die Erste: Union machte Druck und kam schnell zu aussichtsreichen Chancen, die auch in der 48‘ zu einer Situation führte, dass Aytekin wieder auf den Punkt zeigen musste – dieses Mal aber für Union. Max Kruse verwandelte überlegen. Dennoch konnte Union nicht den Schwung mitnehmen und das Spielgeschehen auf seine Seite ziehen.

Der FC kam besser ins Spiel, ohne sich entscheidende Chancen zu erspielen. In der 67‘ flankte Ryerson das Spielgerät von der linken über alle hinweg auf die rechte Seite, wo Union-Kapitän Trimmel den Ball dankend via volley ins lange Eck des Kölner Tores zum 2:1 Endstand versenken konnte – zudem Trimmels erstes Bundesligator überhaupt. Union steht damit nach wie vor auf Platz 7 und würde sich für die Europa Conference League qualifizieren, einen Wettbewerb, den keiner will und den man auch nicht braucht. Nur die UEFA, um noch mehr Geld den Fans aus der Tasche zu ziehen. Eine treffende Analyse zum Spiel haben Julian Graeber im Tagesspiegel und Mathias Bunkus im Berliner Kurier zum Nachlesen abgegeben.

News der Woche: Als Union Berlin im letzten Jahr bekannt gab, auf Vereinskosten Tests für die Fans kurz vor dem Spiel zur Verfügung zu stellen, damit im Rahmen des vorgelegten und genehmigten Hygienekonzepts der Besuch von Teilen der Fans wieder zu ermöglichen sollte, war das Geschrei bei vielen anderen Klubs, Politikern und Funktionären groß. Nicht selten vielen Worte wie „unverantwortlich“, „selbstherrlicher Kultclub“ etc. Zum vergangenen Heimspiel testete Union an den anwesenden und zugelassenen Beteiligten des Sonderspielbetriebes, wie so etwas unter Fanbedingungen vorgenommen werden kann und bot allen Anwesenden einen freiwillige Test an. Wie der Testverlauf ablief, hält der Tagesspiegel hier zum Nachlesen bereit. Jetzt auf einmal überschlugen sich förmlich die Anerkennungsworte derer, die sich noch im letzten Jahr abfällig über Union Berlin äußerten.

In diesem Zusammenhang unterstützt der 1. FC Union Berlin zusammen mit diversen Prominenten wie der Band Erdmöbel, Judith Holofernes und Wolfang Niedecken die gemeinsame Impfkampagne von ASB, DLRG, DRK, der Johanniter- Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst unter dem Titel #Hoffnungsmaschine. Das dazugehörige Video feierte am Rande Spiels gegen den 1. FC Köln im Stadion An der Alten Försterei seine Premiere.

Vorschau: Am 20. März gastiert der 1. FC Union Berlin um 15.30 Uhr bei der Sportgemeinde Eintracht aus Frankfurt/M. Die Bilanz der bisher drei Begegnungen in der 1. Bundesliga konnten beide Mannschaften seit dem Aufstieg der Berliner ausgeglichen gestalten. So stehen für beide Mannschaften je ein Sieg sowie ein Unentschieden im Ergebnisheft. Selbst die Spielergebnisse waren mehr als ausgeglichen, denn zwei Spiele endeten 2:1 bzw. 1:2 und das Unentschieden wurde mit 3:3 salomonisch entschieden. Mit entsprechender sangesfreudiger Fanunterstützung auf beide Seiten wäre diese Partie eines der Highlights beider Fanlager. Da sich das Verletztenlazarett bei Union nicht wirklich entspannt hat – Unions Flügelflitzer Sheraldo Becker musste jetzt sogar noch einmal operiert werden, sollte Urs Fischer auf eine ähnliche Anfangsformation zurückgreifen wie im Spiel gegen die Kölner. Ziel sollte es sein, Spieler wie Andrè Silva möglichst weit vom Union-Gehäuse fernzuhalten, denn sollte Silva sich in einer einigermaßen aussichtsreichen Position befinden, benötigt er nicht viel Platz, um diese zu nutzen. Da die Frankfurter Eintracht als aktuell 4. der Fußballbundesliga als Favorit ins Spiel geht, könnte Union als Außenseiter in dieser Partie vielleicht eine Überraschung landen und die da oben etwas ärgern.


Schalke 04

Rückschau: Schalke verliert in Wolfsburg mit 5-0 und für wen dieses Spiel noch irgendeine Überraschung bot, der hat die letzten Wochen einfach nicht aufgepasst. Neben Calhanoglu, der sein zweites Spiel von Beginn an bekam, standen noch zwei weitere 2002er Jahrgänge im Kader. Maden durfte in der Schlussphase sein Debüt geben, Aydin leider nicht. Aber das Spiel selbst sorgte ob der anderen Debatte eh nur noch für ein leichtes Schulterzucken. Also zum Elefanten im Raum.

News der Woche: Eine "Gruppe einflussreicher Schalker aus Wirtschaft und Politik" hatte einen Deal mit Rangnick als nächsten Sportvorstand ausgehandelt. Das passierte wohl ohne Kenntnis des Aufsichtsrats und das Ergebnis wurde dem Gremiumsmitglied Gesenhues mitgegeben. Während der Vorsitzende Buchta auf der letzten Sitzung Krösche - der inzwischen eine Absage erteilt hat - als Kandidaten ins Spiel brachte, wurde schließlich der Name Rangnick in mehrere Medien gestreut.

Das startete einen Hype unter den Schalkefans und Unmut über den Aufsichtsrat und besonders dessen Vorsitzenden, als auch die Abstimmungsergebnisse gegen Rangnick noch während des Treffens publik wurden. In den kommenden Tagen folgte eine Online-Petition pro Rangnick, mehrere kritische Plakate auf dem Vereinsgelände und endlose Diskussionen in den sozialen Netzwerken.

Vehemente Kritik erntete dabei das Vorgehen dieser geheimen Gruppe. Besonders da sich einige zur nächsten Mitgliederversammlung in den Aufsichtsrat wählen lassen wollen, macht man sich ob der begangenen Satzungsbrüche eigentlich schon jetzt im vornherein untragbar. Von der selbst für unsere Verhältnisse noch erstaunlichen Intransparenz ganz zu schweigen. Die Inhalte des Agreement mit Rangnick blieben ebenso versteckt, wie die Identitäten der Gruppenmitglieder. Es wurde die Katze im Sack verkauft und dass von einem anonymen Verkäufer.

Inzwischen ist man auf allen Seiten um Schadensbegrenzung bemüht. Der Aufsichtsrat kündigte eine genauere Auseinandersetzung mit der Personalie Rangnick an, Gesenhues entschuldigte sich für sein konfrintatives Verhalten - ihm drohte ein Verfahren vor dem Ehrenrat - und die geheime Gruppe stellt am heutigen Mittwoch ihren Plan der Öffentlichkeit vor. Die Namen sind entsprechend ebenfalls bekannt geworden.

Einen unbeleuchteten Nebenaspekt der Diskussion würde ich hier aber gerne noch anschließen: Sowohl der letzte Sportvorstand Schneider (und seine mitgebrachte rechte Hand Grotus) als auch beide gehandelten Kandidaten Rangnick und Krösche haben Leipzig als letzten Stopp in ihrer Vita stehen. Wie kommt es, dass auf Schalke immer noch blind diesem Erfolg nachgestrebt wird und versucht wird, ihn durch Abwerbungen hier zu implementieren?

Hat man denn immer noch nicht verstanden, auf welchen grundsätzlichen Voraussetzungen das Ganze fußt, dass Schalke weder die finanziellen Mittel hat, noch die notwendige autoritäre Führungsstruktur von der Anhängerschaft geduldet werden würde? Und dass unsere wenigen vorhandenen Stärken - wie die Nachwuchsabteilung, die Möglichkeiten für Mitglieder*innen sich einzubringen und mitzubestimmen, sowie die geballte Emotionalität der zahlreichen Fans - exakt auf die Schwächen der Leipziger passen? Das ist einfach von Grund auf inkompatibel.

Die sportliche Expertise Rangnicks ist ja unbenommen vorhanden, aber er passt auch in anderen Aspekten gerade gar nicht. Angeblich will er das erste Jahr in Doppelfunktion als Manager und Trainer agieren um den direkten Wiederaufstieg zu sichern. Nur was wird dann aus Grammozis, der gerade sichtbar den Rest der Saison zur Vorbereitung auf das kommende Zweitligajahr nutzt? Was wenn die befürwortete Ausgliederung nicht die nötigen 75% Zustimmung der Mitglieder erhält? Hoffentlich wird in der Causa in nächster Zeit wenigstens für genug Transparenz gesorgt.

Und heimlich, still und leise hat Schalke außerdem den ersten Neuzugang für nächste Saison klar gemacht. Danny Latza, Knappenschmiede-Absolvent und inzwischen Kapitän bei Mainz, wird nach seinem ausgelaufenen Vertrag in seine Geburtsstadt zurückkehren. Er bringt haufenweise Erfahrung, Persönlichkeit und Identifikation mit und alles davon können wir nächstes Jahr dringend gebrauchen.

Vorschau: Schalke hat nun als nächstes das Samstagabendspiel gegen Gladbach vor sich. Die haben die letzten neun Spiele nicht gewonnen, wir die letzten elf. Aber diese Woche bietet ja außerhalb des Platzes genügend Unterhaltung, da würde ein langweiliges Spiel ganz gut als Gegengewicht funktionieren…


FSV Mainz 05

Rückschau: Am Samstag um 15:30 Uhr erhofften sich die 05er weitere Punkte auf die Konkurrenz im Tabellenkeller gut machen zu können. Mit einer unveränderten Startelf, in der nur Danny Latza auf Grund von muskulären Problemen im Oberschenkel durch Boëtius ersetzt wurde, starteten die Rheinhessen gut in die Partie. Doch Freiburg verhinderten, dass die Mainzer ihr Spiel aufziehen konnten. Clever identifizierten die Breisgauer die langsame Achse der 05er. Indem Freiburg die Räume im Rücken von Szalai und Kohr verstärkt bespielte, wurde Bell am Ende der Achse als zentraler IV ins Laufduell gezwungen. So entstand auch die erste Großchance auf Freiburger Seite, die nur durch den schnellsten Sprint des Tages von St. Juste noch an den Pfosten gelenkt werden konnte. In der zweiten Hälfte reagierte Svensson mit der Auswechslung von Szalai und Bell, für die Glatzel und Hack eingewechselt wurden. Das Spiel der Mainzer wurde kreativer, aber auch zielstrebiger, bis Quaison in der 84. Minute den Abpraller von Glatzel, den Florian Müller überragend halten konnte, versenkte.

News der Woche: Am Montag wurde der U21-Kader für die kommende Europameisterschaft vorgestellt. Mit Jonathan Burkhard und Finn Dahmen sind auch zwei Mainzer nominiert. Das Mainzer NLZ ist aber mit Ridle Baku, der seit 2007 bis 2020 in Mainz spielte, und Lennart Grill, der in der Mainzer Torwartschule bis 2016 ausgebildet wurde, noch stärker vertreten.

Wie der Kicker am Mittwochmorgen mitteilte, wird Mainz 05-Kapitän Danny Latza den Verein im Sommer ablösefrei Richtung Schalke verlassen. Latza, der in Gelsenkirchen von 2004 bis 2011 in der Knappenschmiede ausgebildet wurde.

Vorschau: Am Sonntag um 13:30 Uhr müssen sich die 05er erneut im Abstiegskampf. Der Sieg gegen Freiburg war wichtig, aber auch die Konkurrenz gewann und erhöht den Druck vor dem Spiel gegen die TSG. Svensson baut auf eine stabile Defensive, doch auch die Offensive der 05er entfaltet langsam ihr Potenzial. Boëtius konnte eindrucksvoll zeigen, dass Mainz im Angriff über mehr Mittel als Flanken auf Ádám Szalai verfügt. Gerade in Kombination mit Glatzen und Stöger können die Mainzer im vorderen Drittel kreativ agieren und Lösungsansätze finden, die im Abstiegskampf dringend benötigt werden.


1. FC Köln

Rückschau: Es bleibt für den 1. FC Köln dabei: Gegen Union Berlin können die “Geißböcke” in der Bundesliga einfach nicht gewinnen. Viertes Duell in der höchsten deutschen Spielklasse, vierte Niederlage für den FC. Seit dem überraschenden Derbysieg in Mönchengladbach ist das Team von Trainer Markus Gisdol damit weiter ohne Erfolg (ein Remis, vier Niederlagen). Und auch das 1:2 an der Alten Försterei war komplett verdient, weil das Team von Trainer Markus Gisdol zum einen nach vorne einmal mehr komplett harmlos blieb, aber zum anderen defensiv erneut patzte. Die Pausenführung durch Ondrej Duda (Foulelfmeter, Knoche an Hector) konnte dem FC kein Selbstvertrauen verleihen: Direkt nach dem Seitenwechsel glich Kruse vom Punkt aus (Handspiel Wolf), später machte Trimmel den verdienten Sieg für die “Eisernen” perfekt.

News der Woche: „Natürlich sitzt der Trainer gegen Borussia Dortmund auf der Bank“ - mit diesen Worten trat Horst Heldt im obligatorischen Mediengespräch am Tag nach dem Union-Spiel der abermals aufflammenden Trainerdiskussion entgegen. Doch wer zwischen den Zeilen las, der bemerkt erstmals Absetzbewegungen des FC-Sportgeschäftsführers von Markus Gisdol, denn ein Bekenntnis über das Heimspiel gegen den BVB vermied Heldt geschickt. Wie schon in der Hinrunde, als die “Geißböcke” überraschend mit 2:1 im Westfalenstadion gewann, dürfte das Duell mit den Schwarzgelben zum “Endspiel” für den Kölner Coach werden. Verliert der FC auch gegen Dortmund, könnte die Ära Gisdol am Geißbockheim zu Ende sein. Die entscheidenden Fragen: Ringen sich die Verantwortlichen dazu durch, so spät in der Saison noch den Trainer zu wechseln? Und wer wäre die Alternative für den Endspurt nach der anstehenden Länderspielpause?

“Die Situation ist alles andere als erfreulich. Wir hatten uns ein Polster aufgebaut, das ist jetzt aufgebraucht.”

Vorschau: Der 1. FC Köln braucht dringend Punkte, denn die Konkurrenz im Abstiegskampf ist eng an die “Geißböcke” herangerückt. Doch in das Duell mit den wiedererstarkten Dortmunder geht das Gisdol-Team als krasser Außenseiter - derzeit ist der FC in der Formtabelle der zurückliegenden fünf Partien die schlechteste Mannschaft der Bundesliga (ein Punkt, 3:11 Tore). Und gerade zuhause lief bei den Kölnern in dieser Saison erschreckend wenig zusammen: Erst ein Sieg (3:1 gegen Bielefeld) steht für den FC im Müngersdorfer Stadion zu Buche, mit nur sieben Punkten sind die “Geißböcke” das zweitschwächste Heimteam der Liga. Die Vorzeichen sprechen also deutlich für den BVB - allerdings taten sie das auch vor dem Hinspiel. Und da gewann der FC durch einen Doppelpack von Ellyes Skhiri, der zweimal bei Eckbällen zuschlug. Ein ähnliches Wunder braucht Köln nun auch am Samstag!


FC Augsburg

Rückschau: Mit einem Überraschungssieg im Freitagsspiel startete der FC Augsburg in den 25. Bundesligaspieltag. Dabei sah es zunächst ganz danach aus als würden die Gäste aus Mönchengladbach einen lockeren Auswärts-Dreier einfahren. In der ersten Hälfte schnürte die Borussia die Hausherren am eigenen Strafraum ein und erspielte siche eine Fülle hochkarätiger Chancen, die allesamt sträflich nachlässig ausgelassen wurden. Stellvertretend sei die 38. Minute genannt. Framberger foulte Marcus Thurman ungeschickt im Strafraum (mal wieder… bereits Elfmeter Nummer 9 in dieser Saison gegen den FCA). Den fälligen Strafstoß schoss Lars Stindl aber links am Tor vorbei. In der zweiten Hälfte hielt der FCA stärker dagegen und ging nach einer Ecke überraschend durch Vargas in Führung. (Tatsächlich! Nach einer Ecke!) Neuhaus konnte kurz darauf ausgleichen, allerdings blieb es nicht lange beim Unentschieden. Richter und Hahn stellten jeweils nach einem Konter auf den 3:1 Endstand. Unter dem Strich ein mehr als glücklicher Heimsieg der Fuggerstädter, die den Gästen eigentlich in allen Punkten unterlegen waren.

News der Woche: Eine ruhige Woche für das Trainergespann. Der Heimsieg lässt die zahlreichen Kritiker vorerst verstummen Mit 29 Punkten liegt der FCA voll im Soll, der Abstand zu den Abstiegsplätzen ist komfortabel. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich eigentlich gar nichts geändert hat. Die Augsburger spielten eine schauderhafte erste Hälfte und hätten zur Halbzeit deutlich zurückliegen müssen. Allein der mangelnden Chancenverwertung der Gäste war es zu verdanken, dass es es in der zweiten Halbzeit noch überhaupt um etwas ging. Das Grundproblem bleibt weiterhin die ungenügende Spieleröffnung, die sich zu einem Matchplan gesellt, der nur auf Zerstörung des gegnerischen Spiels aus ist. Aber wie heißt es so schön: Fußball ist ein Ergebnissport. Das gilt leider auch in der Fuggerstadt.

Vorschau: Am kommenden Spieltag setzt der FC Augsburg den Schlusspunkt. Am Sonntag (21.03. - 18:00 Uhr) geht es nach Freiburg. An der Verletztenliste hat sich wenig geändert, von Neuzugang Mads Pedersen einmal abgesehen. Gegen die Breisgauer wird daher wahrscheinlich wieder Robert Gumny als Linksverteidiger starten, der gegen Gladbach die meiste Zeit auf der ungewohnten Position überzeugen konnte. Gegen die Spielstarken Hausherren wird Heiko Herrlich auf eine gewohnt defensive Grundordnung setzen. Bei einem dreifachen Punktgewinn könnte man wahrscheinlich endgültig für das kommende Erstliga-Jahr planen.


SV Werder Bremen

Rückschau: Am Samstag gab es für den SV Werder Bremen eine verdiente 1:3-Niederlage gegen den FC Bayern München. Dabei hätte Bayern auch durchaus höher gewinnen können. Werder hat auch gut gegen den FCB begonnen. Sie standen gewohnt defensiv kompakt, aber waren bedacht, den Ball nicht wahllos nach vorne zu schießen. Der Plan war es, mit einem ordentlichen Spielaufbau vor das Bayern Tor zu kommen. Meistens endete dieser Spielaufbau allerdings an der Mittellinie. Die Bayern waren für Werder zu stark und clever. Das Vorhaben wie gegen die Eintracht durch eine giftige Spielweise den Gegner zu Fehlern zu zwingen, scheiterte.Die Bayern waren zu clever, sich in Zweikämpfe verwickeln zu lassen und spielten ihre individuelle Klasse aus. Ärgerlich für Werder war, dass Bayern in der 22. Minute durch eine Standardsituation durch Goretzka zum 0:1 kamen. In der 35. Minute war es dann der Ex-Bremer Gnabry der auf 0:2 erhöhte. Nachdem er vorher munter mehrfach Pfosten und Latte getroffen hatte, kam dann Lewandowski in der 67. Minute doch mit dem 0:3 zu seinem Torerfolg. Den Bremer Ehrentreffer schoss Füllkrug dann in der 85. Minute. Die Niederlage hätte durchaus höher ausfallen können, aber ein überragender Pavlenka im Tor verhinderte Schlimmeres.

News der Woche: Durch die Niederlage gegen die Bayern und die Siege von Mainz und Bielefeld ist der Abstand auf die Abstiegsplätze auf 9 Punkte geschrumpft. Der Abstiegskampf ist also noch nicht vorbei. Die Nicht-Nominierung von Mbom, Agu und J. Eggestein für die U-21 EM hat für Enttäuschung gesorgt. Vor allem da J. Eggestein, zuletzt Kapitän der U-21 Nationalmannschaft war. Es kommen Gerüchte auf, wonach Selke vielleicht im Sommer Werder verlassen will. Der von Hertha mit Kaufpflicht ausgeliehene Stürmer kommt bei Werder an Füllkrug, Selke und Rashica vorbei. Der zur Rückrunde ausgeliehene Torwart Stefanos Kapino brüht in der 2. Bundesliga beim SV Sandhausen auf. Gegen Düsseldorf gewann er mit seinen Glanzparaden den Punkt im Alleingang. Am Dienstag wurde bekannt, das Werder eine Anleihe in höhe von 15 bis 20 Millionen Euro auf den Markt bringen möchte. Es Soll sich aber nicht um eine Fan-Anleihe, sondern um eine Mittelstandsanleihe handeln. Ziel ist es, für die kommende Saison finanziell gerüstet zu sein, da noch nicht abzuschätzen ist, wann wieder mit Zuschauereinnahmen zu rechnen ist.

Vorschau: Am Samstag gastiert der VfL Wolfsburg bei Werder Bremen im Weserstadion. Bei den bisherigen 47 Bundesliga Begegnung gab es 9 Unentschieden und jeweils 19 Siege für Werder und Wolfsburg. Ausgeglichener kann ein Vergleich nicht sein. Von den letzten 10 Partien gingen 6 an Werder, 2 Unentschieden und 2 an Wolfsburg. Die letzten 2 Spiele gingen dabei an Wolfsburg. Der letzte Werder Heimsieg gegen Wolfsburg war vor 2 ½ Jahren. Die Form spricht eindeutig für den VfL. In allen relevanten Statistiken liegt der Tabellen 3. aus Wolfsburg vor Werder. Es verlangt viel Fantasie, um sich einen Sieg gegen Wolfsburg vorzustellen, allerdings hat Werder auch gegen die Eintracht gewonnen. Es muss für Werder schon ein perfekter Tag sein, um gegen den VfL zu gewinnen, aber unmöglich ist es nicht. Mit einer guten Defensivleistung und giftiger Spielweise ist eine Überraschung möglich. Wichtig wird es sein Weghorst spielerisch auszuschalten. Ein Punkt gegen Wolfsburg wäre schon ein Gewinn, gerne aber auch mehr.


Arminia Bielefeld

Rückschau: In der vergangenen Auflage dieses Newsletters schrieb der Autor dieser Zeilen, dass Arminia Bielefeld wohl nur im äußerst unwahrscheinlichen Glücksfall Zählbares aus Leverkusen mitnehmen wird. Man muss festhalten: Es kam komplett anders. Denn der DSC ging bei der klar favorisierten Werkself nicht nur durch Ritsu Doan in Führung, sondern legte durch Masaya Okugawa auch noch das 2:0 nach. Schicks spätes 1:2 in der 85. Minute hatte nur kosmetische Effekte. Und diesen Sieg verdienten sich die Arminen absolut. Sie gingen konzentriert und griffig zur Sache, überließen Bayer (75 Prozent Ballbesitz) weitestgehend das Spiel und nutzten die wenigen Umschaltmomente beeindruckend konsequent. Vor allem die Defensive zeigte im dritten Spiel unter Neu-Trainer Frank Kramer neu gewonnene Abwehrkräfte. Lange haben die Bielefelder nach einem Ausrufezeichen im Abstiegskampf gesucht, in Leverkusen haben sie es gefunden und gesetzt. 

News der Woche: Die mit Abstand größte Entwicklung hat in dieser Saison Stefan Ortega Moreno gemacht. Der Torwart ist nicht nur die klare Nummer eins, sondern hält zudem wie eine Eins. Auch in Leverkusen glänzte der 28-Jährige erneut mit starken Paraden. So sollen die Bayern ja angeblich schon ein Auge auf den Bielefelder geworfen haben, falls es ihre Nummer zwei Alexander Nübel doch woanders hinzieht. Und auch weitere Klubs dürften sich den Namen Ortega Moreno längst notiert haben. Bis 2022 läuft der Vertrag des Keepers in Bielefeld. Im Sommer wäre für den Schlussmann eine Millionen-Ablöse fällig. Den wie vielen anderen Klubs von Corona gebeutelten Arminen würde so eine Transfereinnahme sicher guttun. Schon vor seiner Verlängerung in Bielefeld Anfang 2020 sollen Bayer Leverkusen und Slavia Prag an dem Torwart interessiert gewesen sein. Nun dürfte die Liste der Interessenten deutlich länger sein.

Vorschau:  Lange tat sich Arminia schwer, auch mal im eher unwahrscheinlichen Fall für hilfreiche Extrapunkte zu sorgen. Gegen die Großen der Liga tat sich der Aufsteiger (mit Ausnahme des 3:3 in München) immer schwer, ein Sieg schien unerreichbar zu sein. Mit dem 2:1 in Leverkusen konnte der DSC diesen Bann brechen. Und wenn nicht jetzt, wann dann, sollte man sich dann auch etwas gegen RB Leipzig ausrechnen? Der Tabellenzweite ist am Freitag (20.30 Uhr, Alm) in Bielefeld zu Gast. Mit dem Selbstvertrauen des Sieges in Leverkusen, dem vermeintlichen Heimvorteil und einer erstarkten Defensive dürften die Arminen keinesfalls nur zum Kanonenfutter für den Brauseklub herhalten. Es könnte spritzig werden auf der Alm, unter Flutlicht, zwischen Breite-Brust-Arminen und äußerst ambitionierten Leipzigern.


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB Stuttgart gewinnt gegen Hoffenheim mit 2:0 und klettert auf Platz 8 in der Bundesligatabelle. Silas Wamangituka, der Spieler des Spiels, bereitete beide Treffer vor während Sasa Kalajdzic einen Fredi Bobic Rekord einstellte.

Das Spiel begann zunächst ausgeglichen. Zwar kamen die Gäste zu den besseren Chancen, trotzdem gelang der schwäbische Traditionsverein in Führung. Der inzwischen viermalige Rookie des Monats Silas Wamangituka stoßte auf den rechten Flügel vor und suchte mit einer Flanke Sasa Kalajdzic. Dieser traf zwar den Ball nicht aber dafür der gegnerische Verteidiger Adams, der den Ball unhaltbar ins eigene Tor lenkte. Kurz darauf musste Orel Mangala verletzungsbedingt ausgewechselt werden weswegen die Schwaben den Zugriff im Mittelfeld verloren. Zwar bekamen die Gäste mehr Spielanteil, scheiterten aber an einem starken Kobel. Der Aufsteiger aus der Landeshauptstadt kam im Gegenzug zu Kontermöglichkeiten und so fiel das 2:0 durch Sasa Kalajdzic nach Vorarbeit von Silas Wamangituka. Der junge Österreicher traf im siebten Spiel hintereinander. Das gelang zuletzt Fredi Bobic in der Saison 95/ 96.

News der Woche: Der VfB muss aufgrund von Datenschutzverstößen 300.000 Euro Bußgeld zahlen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz vom Präsident Claus Vogt und Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger akzeptierten sie die Strafe und entschuldigten sich bei Mitglieder und Fans für die Verstöße. Außerdem betonten beide dass der zurückliegende Konflikt der Vergangenheit angehöre und man auch in Zukunft zusammen arbeiten wolle und könne. Der Bericht von Esecon wird aufgrund laufender Verhandlungen (noch) nicht veröffentlicht werden, da man sich im Rechtsstreit mit den ehemaligen Vorständen Röttgermann und Heim befinde.

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🎙️ @clausvogt1893 und @ThomasHitz äußern sich zum Abschluss des Verfahrens in der Datenaffäre. Mehr dazu hier ➡️
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Matteo Klimowicz wurde zum ersten Mal für die deutsche U21 Nationalmannschaft nominiert und wird bei der U21 Europameisterschaft dabei sein. Glückwunsch!

Vorschau: Am Samstag um 15:30 um

Uhr trifft der VfB Stuttgart in der Allianz Arena auf den FC Bayern München. Der seit fünf Spielen ungeschlagene Aufsteiger muss wahrscheinlich auf Orel Mangala (Muskelfaserriss) verzichten während Nicolas Gonzalez eventuell sein Comeback im Spieltagskader feiern könnte. Gegen den Tabellenführer besitzt man zwar nur Außenseiterchancen, doch haben die Bayern diese Saison schon den ein oder anderen Patzer drin gehabt. Außerdem war die Mannschaft von Pellegrino Matarazzo im Hinspiel nicht chancenlos als man 1-3 gegen die Rekordmeister verlor. Die größte Herausforderung wird sein den eine starke Saison spielenden Robert Lewandowski irgendwie stoppen zu können. Der Ex - Dortmunder ist drauf und dran den Torrekord von Gerd Müller zu brechen.

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