High Life in Bad Cannstatt!

Wir schauen auf Cato d.Ä. in Bayern, das Borussen-Duell, Freefall-Erlebnisse in Leipzig, einige Vertragsunterschriften und natürlich auf die Entwicklungen beim VfB Suttgart.

FC Bayern München

Rückschau: 0:4 Erfolg auf Schalke, 9 Punkte aus der englischen Woche, den Vorsprung auf den Tabellenzweiten von zwei auf sieben Punkte erhöht. Eigentlich gibt es derzeit wenig zu meckern beim FC Bayern. Nichtsdestotrotz muss ich doch allwöchentlich den mahnenden Cato mimen: „Ceterum censeo, Bavaria non ludit quia speravit“.

Spielerisch war man auch gegen Schalke nicht gerade einfallsreich. 1:0 Halbfeldflanke, 2:0 sehr gute Einzelaktion, 3:0 Freistoßflanke, 4:0 Distanzschuss inklusive Torwartfehler.

Zumindest Joshua Kimmich zeigte, warum er aktuell mindestens zu den drei besten Mittelfeldspielern weltweit gehört. Drei Assists von ihm täuschten über ein sonst doch recht blasses Angriffsspiel hinweg. Besonders Gnabry, Sane und Davies, die dieses Spiel hätten nutzen können, um Selbstvertrauen zu tanken und sich zu beweisen, blieben weitestgehend unauffällig.

Trotzdem darf sich der FCB als klarer Gewinner der englischen Woche sehen. Man wird durchaus noch den einen oder anderen Punkt liegen lassen, da freut man sich über jedes Polster, das man sich vor der Endphase der Saison anfressen kann.

News der Woche: Eben jenes zweite zu Null in Folge ließ Manuel Neuer endgültig zur alleinigen Nummer Eins in der Kategorie „Meiste Spiele ohne Gegentor“ aufsteigen. Wie bereits letzte Woche erwähnt überflügelt er damit den „Titan“ persönlich, Oliver Kahn.

Nachdem Leon Dajaku von den Amateuren vorerst an Union Berlin abgegeben wurde, verkündete man am Dienstag seinen einstweiligen Nachfolger. Dimitri Oberlin wird zumindest bis zum Ende der Saison für die Amas auf Torejagd gehen. Der 23-Jährige stand zuletzt beim FC Basel unter Vertrag, wurde dort jedoch wegen Disziplinarischen Differenzen entlassen. Trotz seines jungen Alters bringt er bereits Champions League Erfahrung mit an die Hermann-Gerland-Kampfbahn.

Vorschau: Zur besten Bundesligazeit um 15:30 empfängt der FC Bayern am Samstag den 30.01. die TSG aus Hoffenheim.

An das letzte Aufeinandertreffen erinnert man sich in Sinsheim sicher noch gerne. 4:1 lautete der Endstand aus Sicht der Kraichgauer. Damals rieb man sich noch die Augen, obgleich der defensiven Anfälligkeit der Bayern, heute ist das nichts allzu erstaunliches mehr.

 Es gilt vor allem Andrej Kramaric und Christoph Baumgartner zu neutralisieren, um in eben diese instabile Defensive nicht zu belasten. In der Offensive müsste man eher wieder auf spielerische Überlegenheit setzen, anstatt sich schlicht und einfach auf die vorhandene Klasse zu verlassen.



Borussia Dortmund

Rückschau: Das Borussen-Duell war das erste Spiel der Bundesliga-Rückrunde und der BVB hat es verpatzt. 4:2 stand es am Ende für Mönchengladbach im Borussia Park. Drei Gegentore kassierten die Schwarz-Gelben nach Standards. Einen Freistoß wehrte Roman Bürki nach vorne ab, wonach Nico Elvedi am schnellsten reagierte. Bei einem weiteren Freistoß und einer Ecke stimmten Stellungsspiel und Abwehrverhalten nicht. Und von Letzterem profitierte Gladbach auch bei ihrem einzigen Tor aus dem Spiel heraus. Obwohl, Abwehrverhalten kann man das nicht nennen, was Julian Brandt machte, um Bensebainis Schuss zu verhindern – es war eher ein Hüpfer wie im Ballett.

Um fair zu sein: Dieses Freitagabendspiel war für den neutralen Zuschauer richtig attraktiv und auch Dortmund hatte daran seinen Anteil, vor allem dank Erling Haaland (erneut zwei Tore) und Jadon Sancho. Doch zu viele Fehler brachten den BVB auf die Verliererstraße und nach dem 3:2 gelang gegen etwas defensivere Gladbacher nichts Durchschlagendes mehr.

News der Woche: Von neuen und alten Dortmundern: In den letzten Wochen ist ein weiterer junger Stürmer aus dem schwarz-gelben Nachwuchs für die erste Mannschaft aufgelaufen, den nach dem ganzen Trubel rund um Youssoufa Moukoko nur Insider auf dem Zettel hatten. Nun hat Steffen Tigges seinen ersten Profivertrag unterschrieben und das Fanzine Schwatzgelb.de stellt ihn genauer vor.

Am Ende seiner Karriere als Profi ist Kevin Großkreutz angelangt. Nach dem Aus beim Krisen-Club KFC Uerdingen versucht der Dortmunder Junge schlechthin keinen weiteren Anlauf im gut bezahlten Fußball, sondern geht zurück in seine Heimatstadt in den Amateurbereich. Beim Tabellenführer der sechstklassigen Westfalenliga, dem TuS Bövinghausen, will er im Idealfall noch zwei Jahre spielen.

Vorschau: Gibt es für Borussia Dortmund in dieser Saison noch einfache Gegner? Wer in Leipzig gewinnt und gegen Mainz Unentschieden spielt, ist jedenfalls ziemlich unberechenbar. Prognosen fallen also auch für die Partie gegen den FC Augsburg am Samstag um 15.30 Uhr schwer. Die Hinrundenbegegnung verlor der BVB auswärts 0:2. In den letzten fünf Ligaspielen haben die Schwarz-Gelben nur einen Punkt mehr geholt als die Augsburger (7:6), bei einem allerdings schwereren Programm.

In Stefan Reuter (Geschäftsführer Sport) und Trainer Heiko Herrlich treffen die Borussen auf gleich zwei Ex-Dortmunder in sportlicher Verantwortung beim FCA. Ein sportliches Problem könnte Torwart Rafal Gikiewicz darstellen, der nicht nur zuletzt gegen seinen Ex-Verein Union Berlin überzeugen konnte. Auf Dortmunder Seite hat dafür Erling Haaland schon einen Hattrick gegen Augsburg auf dem Konto. Er wird hoffentlich spielen. Auf eine weitere Offensivkraft, Thorgan Hazard, muss der BVB dagegen wohl noch verzichten.


RB Leipzig

Rückschau: Dank der Niederlagen von Leverkusen und Dortmund hatte RB am 18. Spieltag die Chance, die beiden Konkurrenten um die Champions League-Plätze um 6 bzw. 9 Punkte hinter sich zu lassen. Stattdessen verlor das Team 2:3 beim Tabellenvorletzten Mainz 05. Die zweimalige Führung durch Adams (15. min) und Halstenberg (30. min) schenkte man durch völlig indiskutable verteidigte Standards wieder her. Auf eine durchwachsene erste Hälfte folgte dann nach der Mainzer Führung (50. min) die wahrscheinlich schlechteste Halbzeit von RB unter Nagelsmann.  Trotz der offensiven Einwechslungen von Nkunku, Kluivert und Samardzic konnte RB – bis auf einen Schuss von Mukiele in der 82. Minute, den Zentner gut pariert - kaum Druck nach vorn entwickeln.

Bemerkenswert: An allen drei Gegentoren waren mit Kapitän Sabitzer und Torhüter Gulácsi zwei Spieler beteiligt, die normaler Weise der Inbegriff von stabil guten Leistungen sind. Insgesamt eine absolut ernüchternde Vorstellung, die die negative Formkurve der vergangenen Wochen in Richtung freier Fall beschleunigte. Und dafür sorgte, dass Bayern trotz einer ebenfalls durchwachsenen Saison bereits zum Rückrundenauftakt die Meisterschaft so gut wie sicher hat.   

News der Woche: Stürmer Hee-chan Hwang, den RB erst im Sommer von Salzburg verpflichtet hatte, steht wohl vor einer Leihe nach England.  Nach einem vielversprechenden Start in der 1. Pokal-Runde mit einem Tor und einer Vorlage gegen Nürnberg warfen Verletzungen und eine schwere Corona-Erkrankung den 24-Jährigen zurück. Ganze 126 Minuten Bundesliga spielte Hwang, der wohl auch bei Mainz und Köln auf dem Zettel stand, in der Hinrunde. Jetzt soll er laut Medienberichten bei West Ham durch mehr Spielpraxis wieder in Form kommen. Angesichts der Geschichte ausgeliehener RB-Spieler ist Skepsis ob des Plans durchaus angebracht. Zurück kam jedenfalls bislang keiner…

Währenddessen konkretisieren sich die Abgangsgerüchte um Innenverteidiger Upamecano. So soll Bayerntrainer Flick bereits mit dem 22-jährigen Franzosen gesprochen haben. Darüber hinaus sind wohl der FC Chelsea (mit Neutrainer Tuchel) und Manchester United weiter im Rennen. Angesichts einer überschaubaren Ausstiegsklausel von 42,5 Mio. Euro kann sich Upamacano seinen neuen Verein im Sommer wohl entspannt aussuchen.

Vorschau: Am Samstagabend (18.30 Uhr) trifft RB zu Hause im Topspiel auf Bayern Leverkusen. Auch die Werkself, aktuell mit drei Punkten Rückstand auf RB auf dem 3. Platz, verlor am vergangenen Spieltag (0:1 gegen Wolfsburg). Für das Spiel könnten die zuletzt verletzten Poulsen, Kampl und Konate wieder zur Verfügung stehen. Für Leipzig wird es nach der desolaten Leistung gegen Mainz neben drei wichtigen Punkten gegen einen direkten Wettbewerber auch um Wiedergutmachung gehen. Sollte dies nicht gelingen, könnte es dank des verpatzten Rückrundenstarts erstmal etwas ungemütlicher am Cottaweg werden.


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: Nach zwölf sieglosen Spielen gegen den BVB war es am Freitagabend endlich so weit. Das 4:2 im Borussen-Duell war aber mehr als eine kleine Befreiung von einer unschönen Serie. In einem temporeichen und vor allem in der ersten Halbzeit begeisternd-stürmischen Hin und Her im Borussia Park hatten die Gastgeber vom Niederrhein nicht unverdient das bessere Ende für sich. Drei Standard-Tore unterstrichen einmal mehr die Stärke in dieser Kategorie in dieser Saison, was für langjährige VfL-Anhänger durchaus noch gewöhnungbedürftig ist.

Beeindruckender aber war der beherzte Auftritt in den Anfangsphasen der Halbzeiten, mit denen man den BVB gehörig überrumpelte. Die Führung in Hälfte eins hielt zwar nicht lange, ein spielstarker Zwischenspurt der Gäste und zwei hervorragend herausgespielte Haaland-Tore drehten das Spiel bis zur 30. Minute wieder. In dieser Phase wäre für die Terzic-Elf auch mehr möglich gewesen. Doch Gladbach kämpfte sich zurück in die Ordnung, fand mit der Umstellung von Dreier- auf Viererkette wieder Zugriff auf den Gegner und hechelte nicht mehr dem Offensivwirbel von Sancho, Bellingham und Haaland hinterher.

Doppeltorschütze Nico Elvedi, eigentlich Innenverteidiger, egalisierte noch vor der Halbzeit. Und als Bensebaini nach 50 Minuten zur erneuten Führung traf, hatten die Dortmunder nicht mehr viel Zwingendes entgegenzusetzen. Mit Thurams Comeback-Treffer nach seiner langen Sperre war die Partie endgültig entschieden und Gladbach zog auch tabellarisch am Gegner vorbei.

Wie intakt die Mannschaft trotz des Wirbels von außen ist, lässt sich an dem gemeinsamen Jubel nach dem 4:2 ablesen - inklusive dem entschlossenen Ruf: “Wir sind eine Mannschaft!”

News der Woche: Ja, das Thema Embolo schwelt weiter. Der Verein hat sich klar und nachvollziehbar positioniert. Führung, Trainer und Mannschaft glauben der Version des Spielers, der behauptet, dass er nicht Teil einer Party in Essen war, als er von der Polizei unter noch immer nicht ganz geklärten Umständen angetroffen wurde. Dass dieser unzweifelhafte Verstoß gegen die Corona-Regeln intern Konsequenzen haben wird, hat Borussia deutlich kommuniziert. Man wird den Spieler mit einer drastischen Geldstrafe sanktionieren.

Für die Boulevardmedien allerdings ist die Jagd damit nicht abgeblasen, im Gegenteil. Allen voran die Bild wirft täglich neue abstruse Geschichten hinterher. Man könnte glauben, dass deren Redakteure sich geradezu davon herausgefordert fühlen, dass Gladbach ihnen den Spieler nicht zum Fraß vorgeworfen hat. Dabei ist die Sache völlig klar: Es handelt sich bei Embolos nächtlichem Ausflug – egal wie er sich nun zugetragen hat – nicht um ein Schwerverbrechen, sondern um eine Ordnungswidrigkeit, die von staatlicher Seite lediglich mit einer (zurecht saftigen) Geldbuße geahndet wird.

Wer sich dafür interessiert, wie die Causa Embolo in seiner Heimat gesehen wird und schwyzerdeutsch versteht, kann hier die ersten 20 Minuten des Podcasts von “Der Bund” verfolgen:

Podcast aus der Schweiz zum Thema Embolo

Bei all dem Theater ging eine andere Falschmeldung fast unter, nämlich dass Manager Max Eberl mit Ajax-Trainer ten Hag als möglichem Rose-Nachfolger schon Kontakt aufgenommen habe, was beide Seiten klar dementierten. Ach ja: Dass Rose geht, ist auch weiterhin nicht mehr als ein Gerücht, auch wenn das die einschlägige Presse immer wieder als Fakt zu verkaufen versucht, um Nachfolgegeschichten zu rechtfertigen. Kein Wunder, dass ten Hag am Dienstag dann plötzlich als möglicher neuer Dortmund-Trainer gehandelt wurde.

Vorschau: Fünf Spiele sind in diesem Januar bereit absolviert und in der sechsten Partie am kommenden Wochenende darf Borussia erst zum zweiten Mal wieder mal zur klassischen Zeit am Samstag um 15.30 Uhr ran. Es geht in die Alte Försterei in Berlin und damit zu einem der unangenehmsten Gegner der Liga. Auch das ist eine Partie zum „Dran- und drinbleiben“ - tabellarisch und in der Erfolgsspur. Mit einem Sieg könnte der FC Union zum VfL aufschließen. Gewinnt Gladbach, festigt die Mannschaft von Marco Rose ihren gerade errungenen Platz in der Spitzengruppe ein wenig und bliebe weiter im Jahr 2021 unbesiegt. Es wird ein Duell laufstarker und pressingaffiner Mannschaften, die Physis wird eine entscheidende Rolle spielen. Bislang deutet alles darauf hin, als könnte Borussia mit der bestmöglichen Aufstellung antreten, Ausfälle gibt es keine.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Zum Rückrundenauftakt empfang die Werkself den VfL Wolfsburg. Das Spiel begann ungewöhnlich, denn der VfL bot zu Beginn sehr viele Räume an. So lief Lars Bender in der vierten Minute einmal seelenruhig durchs Zentrum, Wirtz und Alario konnten mehrmals sehr frei im Strafraum angespielt werden und auch der Rückraum war nicht immer gut besetzt von den Niedersachsen. So hätte Leverkusen in Führung gehen müssen, sie taten dies aber nicht. Spätestens als den Wolfsburgern durch Ridle Baku in der 35. Minute dann selbst der Führungstreffer gelang, änderte sich die Dynamik des Spiels grundlegend. Ab dann war es eine große Karikatur des Wolfsburger Spielstils und der Leverkusener Schwächen: Wolfsburg konzentrierte sich einzig allein nur noch auf das Verteidigen und ließ kein Interesse an irgendwelchen Offensivbemühungen mehr erkennen, Leverkusen war völlig überfordert und kam in der gesamten zweiten Halbzeit nur noch auf einen (!) Torschuss. Das spricht für sich.

News der Woche: Gerade schien sich die Verletztensituation ein wenig zu entspannen, da musste Julian Baumgartlinger nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung schon wieder runter. Schon auf dem Feld sah es nach einer schwerwiegenderen Verletzung aus, dieser Eindruck wurde leider bestätigt: Zwar kein Kreuzbandriss, aber eine Verletzung an eben dieser Stelle. Mit einer Rückkehr ist nicht vor Mai zu rechnen, sein Vertrag läuft - Stand jetzt - im Juni aus.

Laut schottischen Medienberichten steht Bayer 04 vor der Verpflichtung von Jeremie Frimpong von Celtic Glasgow. Der Verein soll 11 Millionen Euro geboten haben. Es wäre der zweite Rechtsverteidiger, der in dieser Transferperiode verpflichtet worden würde. Dagegen spricht grundsätzlich nichts, denn Lars Bender wird seine Karriere beenden, Dragovićs Vertrag läuft aus, Arias’ Leihvertrag ebenso und Weiser und Jedvaj werden den Verein wohl verlassen, sodass Bayer neue Rechtsverteidiger braucht. Priorität in dieser Transferperiode muss allerdings ein neuer Flügelspieler haben, Bosz scheint dies ähnlich zu sehen. Hoffentlich schließen sich beide Transfers nicht aus.

Vorschau: Es geht direkt mit dem nächsten Spitzenspiel weiter, die Mannschaft von Peter Bosz spielt Samstag um 18:30 Uhr bei RaBa Leipzig. Erfahrungsgemäß dürfte es Leverkusen gegen die grundsätzlich stärkeren Leipziger einfacher haben als vergangenes Wochenende gegen den VfL. Die Partie dürfte beidseitig offensiv geprägt sein, das kommt Leverkusen eher entgegen.

Im Achtelfinale des DFB-Pokals trifft Bayer 04 dann am nächsten Dienstag auf Rot-Weiss Essen. Ich hoffe einfach mal stark, dass ich nach diesem Spiel gegen den Regionalligisten nicht schon wieder über Bayers Schwäche sprechen muss, Chancen gegen tiefstehende Gegner aus dem Spiel heraus zu erspielen.


TSG Hoffenheim

Rückschau: Er kam, sah und traf. Und trifft und trifft und trifft. Seit vergangenem Sonntag ist Andrej Kramaric mit 74 Treffern der erfolgreichste Kroate der Bundesligageschichte. Mit seinem Elfmeterdoppelpack gegen Köln schoss er sich an Ivica Olic vorbei auf Platz eins.

Aber der Reihe nach: Um 18 Uhr empfing die TSG den 1. FC Köln in der PreZero-Arena. Bereits nach sieben Minuten führten die Kraichgauer per Elfmeter von Kramaric und dominierten das Spiel fortan. Baumgartner baute die Führung in der 28’ Minute per sehenswertem Hackentreffer aus und sorgte so bereits für die Vorentscheidung. Die Kölner kamen zwar engagiert aus der Kabine und drückten auf den Anschlusstreffer, schwächten sich aber in der 75’ Minute per Foul an Baumgartner selbst. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kramaric gewohnt souverän zum 3:0. In der 78’ Minute hatte Modeste erneut die Chance auf den Anschluss, sein Elfmeter wurde jedoch von Baumann pariert. So endete die Partie schließlich mit 3:0 für die Kraichgauer.

News der Woche: Einen Tag nach dem 3:0 Erfolg bei der Hertha aus Berlin brach die TSG die Leihe von Nachwuchsstürmer David Otto an den 1. FC Heidenheim auf Wunsch des Spielers ab. Otto konnte bei den Heidenheimern kaum Spielzeit sammeln und wird deshalb bis Sommer 2022 für Jahn Regensburg auflaufen.

Vergangenen Samstag verlieh die TSG dann schließlich auch Flügelspieler Bruun Larsen bis zum Ende der Saison an den RSC Anderlecht nach Belgien. Der Däne, der vor einem Jahr für neun Millionen Euro in den Kraichgau wechselte, spielte in dieser Saison kaum eine Rolle und soll nun Spielpraxis sammeln.

Neben dem 3:0 Erfolg und dem Rekord für Andrej Kramaric bot das Spiel gegen Köln noch einen Grund mehr zur Freude. Rechtsverteidiger Pavel Kaderabek feierte nach dreimonatiger Verletzungspause in der 75’ Minute endlich sein Comeback. Kaderabek ist seit mehreren Jahren unverzichtbar für die TSG und beackert die rechte Seite sowohl defensiv, als auch offensiv.

Vorschau: “Spektakuläres Hoffenheim demütigt Bayern München” titelte die ‘Sportschau’ nach dem furiosen 4:1 Erfolg der TSG am zweiten Spieltag der laufenden Saison. Am kommenden Wochenende (Samstag, 15:30 Uhr) bietet sich den Münchenern nun erstmalig die Chance auf eine Revanche. Um den Rekordmeister erneut zu schlagen, muss sich die TSG gegenüber den Siegen gegen die Hertha und Köln noch deutlich steigern, da man phasenweise nachlässig verteidigte und einige Großchancen zuließ.

Personell dürfte sich im Vergleich zur Vorwoche jedoch nur wenig ändern. Neben Kaderabek könnten auch Vogt und Sessegnon wieder Startelfkandidaten sein, ein Einsatz von Grillitsch und Skov ist mehr als fraglich. Letztendlich bleibt also nur zu sagen: Machts nochmal, Männer!


VfL Wolfsburg

Rückschau: Mit dem Auswärtssieg bei Bayer 04 Leverkusen besiegt der VfL Wolfsburg den Fluch zum Rückrundenauftakt: Seit fünf Jahren hatte man am 18. Spieltag nicht mehr gewinnen können. Mit dem 1:0 am Rhein schlug die Glasner-Elf zudem auch erstmals in dieser Saison einen der Top-6-Clubs der Liga und kommt jetzt auf 32 Punkte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten stabilisierte sich der VfL während der Partie und erzielte Mitte der ersten Halbzeit mit dem Kopfballtor von Ridle Baku den Treffer des Tages. Besonders stark war aber die Abwehrleistung der Wolfsburger: Vor allem Paulo Otavio (86 Prozent gewonnene Zweikämpfe), Maxence Lacroix und Kevin Mbabu ließen die hochgelobte Bayer-Offensive regelmäßig verzweifeln. In der zweiten Hälfte brannte dann fast nichts mehr an. 

News der Woche: Wohin geht es noch für den VfL Wolfsburg in dieser Saison? Mit 32 Punkten und Kurs Champions League zählen die Wölfe zu den positiven Überraschungen dieser Saison. Trotzdem sagt Xaver Schlager zurecht: Vom aktuellen Tabellenstand kann man sich nichts kaufen. Es geht also darum auch die gestiegenen Erwartungen im Umfeld im Zaum zu halten. Aber das Team hat bewiesen, dass es weiter gierig ist und auch die Großen in der Liga ärgern kann. Thema unter der Woche ist ebenfalls der Wechsel von William auf Leihbasis zu Schalke 04. Nach langer Verletzung und den Top-Leistungen von Mbabu und Baku auf der rechten Seite hat der kleine Brasilianer nur wenig Aussicht auf Spielpraxis. 

Vorschau: Am Sonntag um 18 Uhr kommt der SC Freiburg in die Volkswagen Arena. Diese Spiele sind erfahrungsgemäß immer schwierig und unangenehm. Freiburg war schon öfter Stolperstein, wenn es für den VfL darum ging, bis dato gute Leistungen zu bestätigen. Für die Wölfe spricht, dass sie in dieser Saison auch in den so genannten „Kack-Spielen“ wie kürzlich in Mainz kaum Punkte liegen lassen. Hier ist ein deutlicher Aufwärtstrend seit Saisonbeginn zu verzeichnen und sollte sich hoffentlich auch gegen die Breisgauer fortsetzen. Voraussichtlich kann Oliver Glasner auch auf die Stammelf zurückgreifen. Von Verletzungen oder Ausfällen ist bisher nichts bekannt.


SC Freiburg

Rückschau: Der SC Freiburg setzte am vergangenen Samstag seinen starken Lauf fort und sicherte sich durch ein 2:1 gegen den VfB Stuttgart den sechsten Sieg aus den letzten acht Ligaspielen. Dabei begann die Partie denkbar ungünstig: Nach nur sieben Minuten traf Wamangituka nach starkem Dribbling zur frühen Stuttgarter Führung. Der SC steckte jedoch nicht auf, presste weiter forsch und belohnte sich durch Demirovics Ausgleichstreffer, nachdem Höfler und Günter den Angriff spielstark vorbereitet hatten. Demirovic spielte in der Folge eine großartige Halbzeit und leitete auch die verdiente Freiburger Führung durch Jeong akrobatisch ein. Stuttgart bekam zwar noch einen Elfmeter, Gonzales vergab diesen jedoch recht kläglich.

In der zweiten Halbzeit kippte dann das Spiel. Stuttgart belagerte den Freiburger Strafraum und kam zu mehreren hochkarätigen Chancen, fand aber kein Mittel gegen den überragend haltenden Florian Müller. So gewann der SC die Partie nach 10:25 Torschüsse und 1,2:2,5 „expected Goals“ durchaus glücklich, kann dies aber auch auf einige hervorragende Einzelleistungen zurückführen.

News der Woche: Die plötzlich gehäuften Verletzungen und Sperren konnte der SC bisher erstaunlich gut verkraften, in der zweiten Halbzeit gegen Stuttgart gingen jedoch scheinbar einigen Spielern die Kräfte aus. Sallai und Kwon werden dem SC noch mehrere Wochen fehlen, womit die rechte Seite deutlich weniger variabel besetzbar ist als zuvor. Santamaria könnte am Wochenende wieder einsatzbereit sein, ist aktuell aber noch ein medizinisches Fragezeichen.

Bisher ist es eine der großen Stärken des SC, durch die Wechsel in der zweiten Halbzeit kaum Qualität einzubüßen und viele frische Kräfte bringen zu können. Es wird zu sehen sein, ob die nächsten Spieler im Kader die gleiche Qualität auf den Platz bringen können. Zumindest Jeongs guter Auftritt gegen Stuttgart lässt aber darauf hoffen.

Vorschau: Am Sonntag, den 31.01. reist der Sport-Club für das Spiel um 18:00 Uhr zum VfL Wolfsburg. Große Veränderungen in der 3-4-3 Formation sind nicht zu erwarten, die Aufstellung selbst wird aber von auskurierten Verletzungen und eventueller Müdigkeit einzelner Spieler abhängen. Die zwei größten Fragezeichen dürften dabei die Besetzung des zentralen Mittelfelds und des Rechtsaußen sein. Stünde Santamaria für seine Rolle im Mittelfeld neben Höfler wieder zur Verfügung, wäre neben Jeong und Höler auch der genesene Haberer eine Option für den Flügel.

Gegen die defensivstarken Wolfsburger auf Rang 4 ist der SC Freiburg natürlich Außenseiter. In der Hinrunde hätte man aber gegen Wolfsburg den Sieg verdient gehabt. Setzt sich die Freiburger Effizienz der letzten Wochen fort, ist zumindest ein Punktgewinn durchaus realistisch.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: Ein sehr erfolgreicher Spieltag liegt hinter der Eintracht. 5:1 siegten die Frankfurter in Bielefeld. Die Mannschaft von Adi Hütter erwischte einen Sahnetag, besonders Filip Kostic war nicht zu stoppen. Der Serbe erzielte nicht nur selbst einen sehenswerten Treffer aus großer Distanz, er war auch maßgeblich am 1:0 durch Silva beteiligt und legte dem Portugiesen seinen zweiten Treffer im Spiel zum 3:0 auf. Auch am 4:1 war Kostic beteiligt, zwang er Nilsson durch seinen scharfen Pass doch zum Eigentor. Der eingewechselte Jovic konnte seinen Nachmittag ebenfalls mit einem Tor krönen – er traf zum 5:1 Endstand. Das Gegentor als kleinen Schönheitsfehler konnten die Jungs aus Hessen an diesem Samstagnachmittag sicherlich verkraften.   

News der Woche: Die Geschäftsstelle der Eintracht hat eine neue Anschrift. Ab sofort ist die SGE „Im Herzen von Europa 1“ zuhause. Der Ortsbeirat stimmte der neuen Adresse zu. Der Name leitet sich aus der Vereinshymne ab. 

Auch wirtschaftlich hat Eintracht Frankfurt trotz Corona-Einbußen Erfreuliches zu vermelden. Der Club findet sich erstmals in der Top 20 der Geld-Rangliste (Deloitte-Report „Football Money League“) wieder. 174 Millionen Euro Gesamtumsatz verzeichnete die Eintracht. Damit steigerte sie sich im Vergleich zu vor fünf Jahren um 60 Prozent.

Am Dienstag vermeldete die Eintracht außerdem, dass der langzeitverletzte Ragnar Ache wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Somit ist der Eintracht-Sturm um Silva und Jovic bald um eine Option reicher.  

Zum Holocaust-Gedenktag am Mittwoch gab die Eintracht außerdem bekannt, dass sie die Arbeitsdefinition Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance übernimmt. 

“Durch die Übernahme der IHRA-Definition möchten wir weiter Verantwortung übernehmen und mit der Unterstützung von mehr als 90.000 Mitgliedern ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus setzen”. - Peter Fischer, Eintracht-Präsident

Vorschau: Während in den Medien und im Fanumfeld schon eifrig über mögliche Chancen auf die Champions League diskutiert wird, hat Eintracht Frankfurt am Samstagnachmittag um 15:30 Uhr Hertha BSC vor der Brust. Die Berliner stecken in einem Tief. Nur zwei Punkte trennen die alte Dame vom Relegationsplatz, seit vier Spielen ist sie sieglos. Konsequenzen wurden gezogen und so reist der Hauptstadtclub nicht mit Bruno Labbadia als Cheftrainer an, sondern mit Pal Dardai. Das Umfeld ist emotionalisiert und Vereine mit neuem Trainer sind immer schwer einzuschätzen. Trotzdem treffen zwei Teams aufeinander, deren Situationen nicht gegensätzlicher sein könnten. Die Eintracht geht als Favorit in die Partie, wenngleich die Aufgabe durch den Trainerwechsel sicherlich nicht leichter geworden ist. 


Hertha BSC

Rückschau: Schon vor dem Spiel war relativ klar, dass dies für Trainer Bruno Labbadia und Manager Michael Preetz die letzte Chance war, eine positive Trendwende herbeizuführen. Und blickt man nur auf die Statistiken, ist es auch schwer nachvollziehbar, wie Hertha dieses Spiel verlieren konnte. 18:7 Torschüsse, deutlich höhere Passgenauigkeit, 2,00 expected goals zu 1,39. Doch am Ende steht aus Berliner Sicht ein 1:4. Isoliert betrachtet würde man sich über dieses Ergebnis ob seiner Unnötigkeit wahrscheinlich maßlos ärgern. Doch nach 5 Wochen voller enttäuschender Auftritte gegen Mainz, Freiburg, Bielefeld, Köln, Hoffenheim und nun Bremen, ist es unmöglich, dieses Ergebnis nicht in den Kontext der nicht mehr nur enttäuschenden, sondern beängstigenden sportlichen Entwicklung zu setzen.

News der Woche: Nach dem Spiel kam es zum Beben. Trainer Bruno Labbadia wurde ebenso beurlaubt, wie der Geschäftsführer Sport Michael Preetz. Labbadia trifft am Gesamtkonstrukt zwar sicherlich die geringste Schuld, doch die Mechanismen sind relativ klar. Wenn du eine kurzfristige sportliche Wende herbeiführen willst und musst, ist der Trainer der einzige Ansatzpunkt. Dass die Mannschaft zu wenig Punkte einfährt, ist schon die ganze Saison der Fall. Doch stimmte für eine gewisse Zeit zumindest die spielerische Entwicklung. Nachdem dies nicht mehr erkennbar war und statt einer Mannschaft eine Ansammlung von – durchaus talentierten – Individualisten auf dem Platz relativ konfus Spiel um Spiel verlor, war die Trennung von Bruno Labbadia schlicht alternativlos.

Da es bei Hertha aber nicht nur um eine kurzfristige sportliche Wende, sondern vielmehr um eine Korrektur der – mindestens – letzten 18 Monate geht, wurde auch Michael Preetz von seinen Aufgaben entbunden. Ein extremer Einschnitt, denn Preetz hat diesen Posten seit fast 12 Jahren inne, ist gar seit knapp 25 Jahren im Verein. Ein großer Spieler, der in seiner Laufbahn als Manager schon mehrmals kurz vor dem Aus stand und trotzdem immer weitermachte, immer weitermachen durfte. Und als man gerade dachte, dass es funktionierte, er Hertha zusammen mit Pál Dárdai nachhaltig in der Bundesliga etablieren konnte, da verhob er sich. Dárdai wurde, aus damals durchaus nachvollziehbaren Gründen, die Weiterentwicklung der Mannschaft nicht mehr zugetraut. Es war das klare Statement, dass Mittelmaß nicht mehr ausreichte, man spielerisch in neue Sphären wollte. Dann kamen Ante Covic, Lars Windhorst, viel Geld, überteuerte Transfers, eine missratene Kaderstruktur und viele scheiternde Trainer.

Vorschau: Nun soll und muss es also Pál Dárdai wieder richten. Der Ungar wollte offenbar nicht nur Feuerwehrmann spielen, wusste um seinen Wert und erhielt etwas überraschend einen Vertrag bis 2022. Ihm assistieren wird der bisherige U23-Coach Zecke Neuendorf. Zusammen mit Sportdirektor Arne Friedrich leitet also ein Trio die sportlichen Geschicke, welches schon zusammen auf dem Platz stand. Das birgt Chancen, diesen Verein wieder zu einen und mit seinen Fans zu versöhnen. Unklar ist noch, ob Dardai und Zecke dieser Mannschaft auch eine mittel- und langfristige Spielphilosophie vermitteln können. Die aktuellen Hauptprobleme jedoch, die fehlende Hierarchie und der daraus resultierende mangelnde Zusammenhalt, scheinen wie gemacht für dieses Trainer-Duo. Dardai hat 4 ½ Jahre gezeigt, dass er eine solide und stabile Mannschaft formen kann. Zecke hat in seiner bisherigen Jugendtrainer-Karriere gezeigt, dass ein sehr gutes Gespür und eine hohe Empathie, gerade für junge und schwierige Charaktere, mit sich bringt. Wie das dann auf dem Platz aussehen wird, ist aktuell reine Spekulation. Mit der formstarken Frankfurter Eintracht und Bayern München stehen nicht die leichtesten Aufgaben vor der Tür. Die aktive Fanszene formulierte per Spruchband ihren passenden Gruß an die neuen Trainer wie folgt: „Pál und Zecke: Wenn nicht ihr, wer sonst!?“.


Union Berlin

Rückschau: Mit Beginn der Übertragung des Spiels gegen den FCA am Sonnabendnachmittag ließ sich der Kommentator von Sky zu Aussagen hinreißen wie: „…tabellarisch sehen wir hier den eigentlichen Big City Club aus Berlin“ oder „…das ist schlicht gigantisch, was die Hauptstädter aus ihren Möglichkeiten machen“. Mit anderen Worten, die Erwartungen waren auf einen klaren Sieg von Union in Augsburg ausgerichtet, was die ersten 15 Minuten mit 75% Ballbesitz für Union Berlin unterstrichen. Augsburg stand tief und Union versuchte mit dem genesenen Sheraldo Becker wieder flink über die Außenbahn zu Torchancen zu kommen. Allerdings hatte man das Gefühl, dass Union mit dem Ballbesitz nicht viel anfangen konnte. Somit endeten die Bemühungen der Berliner vor dem Strafraum der Augsburger in einer dicht gestaffelten Abwehrformation. Wie aus dem Nichts kommend, brachte der FCA seine erste Chance in der 17‘ im Union-Tor unter und es stand 1:0. Dennoch brauchten die Eisernen nur wenige Minuten, um auch ihrerseits mit der ersten richtigen Gelegenheit auf 1:1 auszugleichen. Der FCA spielte so wie es eigentlich Union hätte machen können: eklig und körperbetont. Durch frühes Anlaufen zwang der FCA Unions Hintermannschaft zu langen Bällen meistens in Richtung Sheraldo Becker, um über die Flügel mit Geschwindigkeit hinter die FCA-Abwehrreihe zu kommen. Irgendwie stand dann aber immer entscheidend ein Augsburger-Bein im Weg und machte so jede mögliche Chance zunichte. Direkt nach Wiederanpfiff landete der erste Angriff der Augsburger in der 47‘ auch wieder direkt im Berliner Tor zum 2:1. Ein durch den VAR zugesprochener Foulelfmeter, Prömel wurde unabsichtlich von Niederlechner am Fuß getroffen, konnte durch Marcus Ingvartsen nicht verwandelt werden. So endete das Spiel leistungsgerecht mit 2:1. Eine kurze Spielzusammenfassung findet ihr hier. Unions bisherige schlechteste Saisonleistung war gleichzeitig die zweite Niederlage in Folge. Die meisten Union-Fans werden jetzt erleichternd zur Kenntnis nehmen, dass das Gerede vom Europapokal erst einmal Geschichte ist. Denn wichtig ist nur ein Ziel: mit aller Gewalt Klassenerhalt – nicht mehr und nicht weniger!

News der Woche: News 1 - Union ist Meister!!! Bevor hier jetzt einige Schnappatmung bekommen und anzweifeln, Union holt den ersten Platz der Fanartikel-Nachhaltigkeitsstudie „Die Vereine im Ranking – So fair sind ihre Shops". Wo andere Vereine auf fair hergestellte Produkte verzichten, weil angeblich ihre Fans nicht bereits sind Fanartikel mit einem Aufpreis für fair gehandelte Ware zu bezahlen beweist Union, dass das auch ohne Preisaufschlag möglich ist. Wer sich einmal genauer mit der Studie auseinandersetzen will: einfach auf den im Bild hinterlegten Link klicken.

News 2 – Heute am Mittwochabend findet die eigentlich im November 2020 hätte stattfindende Mitgliederversammlung als virtuelle Mitgliederversammlung von Union Berlin statt. Es wird spannend werden, wie eine Diskussion mit der Vereinsführung virtuell möglich ist, denn es haben sich seit der letzten richtigen Mitgliederversammlung im November 2019 mit Sicherheit einige Diskussionsthemen angestaut: Finanzielle Lage des Vereins und Schuldenentwicklung während der Pandemie sind nur einige der drängendsten Fragen, die sich Unioner gerade stellen und natürlich auch entsprechende Antworten von ihrer Vereinsführung erwarten.

Vorschau: Am Sonnabend (30.1.) um 15.30 Uhr empfängt der 1. FC Union Berlin in seinem Stadion in Berlin-Oberschöneweide die Borussia Verein für Leibesübungen 1900 e.V. In den bisherigen 4 Pflichtspielbegegnungen trennten sich beide Mannschaften mit zwei Siegen für Union, einem Sieg für die Gladbacher sowie einem Unentschieden. Was auf den ersten Blick nach einem ausgeglichenen Verhältnis aussieht, entspricht natürlich nicht den Tatsachen. Nach dem letzten Spieltag, den die Gladbacher auf dem 5. Tabellenplatz beendeten und einen grandiosen Sieg gegen den BVB feiern durften und gleichzeitig Union durch die oben besprochene Niederlage sich auf dem 8. Tabellenplatz einordnete, ist die Favoritenrolle eindeutig verteilt. Um gegen spielstarke Gladbacher bestehen zu können, muss Union wiederholt an seinem Limit spielen und sich auf die Dinge besinnen, die sie in den Spielen gegen die Bayern, den BVB und Bayer 04 ausgezeichnet haben: körperlich dagegenzuhalten, sich auf die eigenen Stärken wie Laufbereitschaft und Zweikampfstärke zu besinnen und zu versuchen, unter Einbindung der schnellen Außenbahnen Torchancen zu kreieren. Es könnte sogar sein, dass Joel Pohjanpalo auf das Spielfeld zurückkehrt. Damit hätte Trainer Urs Fischer eine weitere Sturmalternative zur Verfügung, denn Taiwo Awoniyi scheint etwas überspielt zu wirken. Eine Pause würde ihm wahrscheinlich einmal guttun. Vielleicht hilft ja bei diesem Unterfangen auch der frisch verlegte und noch nicht eingespielte neue Teppich im Stadion An der Alten Försterei. Etwas Hilfe von oben könnten die Eisernen gegen eine formstarke Borussia durchaus vertragen.


Schalke 04

Rückschau:

Schalke ging nach der englischen Woche mit nur einer Änderung ins Spiel gegen Bayern München, Oczipka ersetzte den angeschlagenen Kolasinac und holte sich die erwartete Niederlage ab. Einer engagierten Anfangsphase mit besseren Chancen für Schalke folgte erneut der Kontrollverlust und die Führung des Gegners. Auch in Rückstand schaffte es Schalke noch torgefährlich zu wirken, konnte das Ergebnis aber letztlich nicht verschönern, sondern fing sich in den letzten Minuten noch zwei unnötige Tore. 0-4 lautete der Endstand und der Klassenerhalt rückt so langsam in weite Ferne.

Gross hat inzwischen eine Stammformation und Anfänge eines festen Spielsystems entwickelt. Und die Vorbereitung auf den Gegner scheint auch immer zu passen, daher die regelmäßigen starken Anfangsphasen. Nur sieht man bei eingespielten gegnerischen Mannschaften häufig Anpassungen noch in Hälfte eins. Schalke hingegen hat ja nicht mal einen kompletten Plan A, einen Plan B hat man also erst recht nicht zu bieten. Dazu wird momentan viel Druck über das neu aufgebaute Pressing erzeugt und auf offensiv aussichtsreiche Ballgewinne und lange Bälle für schnelle Konter gesetzt. Schalkes Spiel wird also von Natur aus mit der Zeit schwächer, wenn die Kräfte in den Beinen nachlassen, besonders wenn sich das Team keine Erfolgserlebnisse erarbeiten konnte, stattdessen fast immer das 0-1 eingeschenkt bekommt - in 16 der 18 Spiele schoss der Gegner das erste Tor.

Und dann wäre da noch die Tatsache zu erwähnen, dass Gross das Wechselkontingent nicht ausschöpft. Allerdings stehen die besten Elf immer von Beginn an auf dem Platz. Die Bank ist hingegen zum Großteil eine Ansammlung an Jugendspielern, noch angeschlagenen Verletzungsrückkehrern und denjenigen, die sich auf Schalke bisher kaum eine Rolle erarbeiten konnten und den Verein im Sommer gegebenenfalls eh verlassen werden. Wenn für taktische Alternativen im Training noch keine Zeit war und bei einem Wechsel immer Qualität verloren geht und nur darauf gehofft werden kann, dass die frischen Beine nochmal Schwung bringen, dann verstehe ich die Wechselunwilligkeit schon ein Stück weit. Trotzdem geht Schalke damit ins Risiko, die Stammspieler zu überbeanspruchen und Verletzungen zu provozieren. Und spätestens dann müsste der Trainer einen der Bankspieler auf den Platz stellen. Und dass dann über 90 Minuten und ohne Alternative auf der Bank. Gross betreibt zur Zeit ein Spiel mit dem Feuer, vermutlich in der Hoffnung, dass Transfers und Verletzungsrückkehrer die Situation verbessern, bevor die Folgen der Überlastung auftauchen.

News der Woche:

Zunächst sind zwei weitere Transfers zu vermelden. Kutucu wird für ein halbes Jahr zu Heracles Almelo verliehen um Spielpraxis zu sammeln und mit William ist endlich ein Rechtsverteidiger verpflichtet wurden. Auch wenn er nur bis zum Sommer geliehen ist und nach seiner Verletzung bisher wenig Einsatzzeiten bekommen hatte, also fraglich ist, wie fit der Spieler ist und ob er die restlichen 16 Spiele durchspielen könnte. Währenddessen finden sich die anderen Neuverpflichtungen - Huntelaar und Kolasinac - schon jetzt unter den Verletzten wieder.

Für die Mitgliederversammlung 2021 wurde zumindest schon einmal ein Termin kommuniziert. Über Art und Weise der Veranstaltung oder gar Inhalt ist bisher aber noch nichts gesagt worden. Sicher ist bisher nur, dass am 13.06. dann fünf der sechs gewählten Aufsichtsratsposten zur Wahl gestellt werden. Auch ein Antrag für eine Augliederung oder eine Neubesetzung der beiden verbliebenen alten Vorstände Schneider und Jobst sind denkbar - ligaunabhängig.

Zuletzt machte dann noch Schlagzeilen, dass Schalke zwei Sponsorenverträge verlängert hat und beide Male sofortige Sonderzahlungen vereinbaren konnte. Das Ganze hat aber einen faden Beigeschmack: Die eine Firma gehört zur Tönnies Gruppe, bei der anderen sitzen Thon, Neururer und Schnusenberg (Tönnies' Steuerberater) im Beirat. Schalke fühlte sich sogar bemüht zu versichern, dass keinerlei sonstige Verpflichtungen dabei eingeangen worden. Nachdem Tönnies sein letztes Hilfsangebot so medienwirksam wie möglich vor die Wand fahren ließ, jetzt diese Verlängerung. Man will ihn einfach nicht loswerden, den Störenfried.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 steht nun das Spiel gegen Werder Bremen an. Noch ist unklar, ob William direkt eine Option ist und Spieler wie Sané, Kolasinac und Huntelaar wieder im Kader stehen können. Vermutlich wird Gross nicht von seinem 4-2-3-1 abweichen, auch zahlreiche Veränderungen in der Startelf sind nicht zu erwarten, außer die Verletztensituation ändert sich dramatisch. Bremen steht mit seinem destruktiven Ansatz ganz gut in der Tabelle da, hat also auch keinen Anlass was groß anders zu machen. Ich vermute, dass uns da eine sehr unansehnlich Partie erwartet. Aber Schalke hat sich in die Lage manövriert, wo dass alles egal ist, Hauptsache man punktet.


FSV Mainz 05

Rückschau: Im Kampf um den Klassenerhalt sichern sich die Nullfünfer wichtige drei Punkte gegen RB Leipzig beim Heimspiel in Mainz. Bo Svensson setze dabei auf die beiden aus Frankfurt ausgeliehenen Danny da Costa und Dominik Kohr, die beide von Beginn an auf dem Platz standen. In der ersten Halbzeit kämpften sich die Rheinhessen nach zweimaliger Führung von Leipzig durch zwei Standardtore zurück. Beide Male verwandelte Moussa Niakhaté, der damit nicht nur mit Robin Quaison die Mainzer Torschützenliste der Saison anführt, sondern auch genauso viele Elfmeter verschuldet, wie Tore geschossen hat. In der zweiten Halbzeit wurde deutlich, was Mainz bisher in der Saison gefehlt hat. Mit Mut, Einsatz und Gegenpressing besinnt sich Bo Svensson auf Mainzer Tugenden zurück, die essentiell im Abstiegskampf für die Mainzer werden können.

News der Woche: Bereits vor dem Spiel gegen Leipzig sagte Martin Schmidt, man wolle nach der Leihe von Kohr und da Costa weitere Impulse setzen. Es ist also damit zu rechnen, dass man sich im Wintertransferfenster weiter verstärkt oder noch Spieler den Verein verlassen werden. Aktuell stehen die Namen Boëtius und Kunde hoch im Kurs. Kunde, der nach einer Verletzung wieder zurück auf dem Trainingsplatz ist, hat mit Dominik Kohr starke Konkurrenz auf seiner Position.

Vorschau: Am Freitagabend treten die Mainzer auswärts gegen Stuttgart an. Gegen Dortmund, Wolfsburg und Leipzig zeichnete sich das Spiel der Nullfünfer durch Kompaktheit und einem besonderen Fokus auf das Umschaltspiel aus. Ob diese Taktik gegen Stuttgart erfolgversprechend sein kann, hängt auch davon ab, ob die Stuttgarter selbst das Spiel machen wollen. Drei Punkte wären wichtig für Mainz, um die Lücke zu Platz 16 auf zwei Punkte zu verkürzen, sollte Bielefeld am Wochenende verlieren, die am Wochenende auf Köln treffen.


1. FC Köln

Rückschau: Die Englische Woche konnte an der Situation der „Geißböcke“ trotz vier Punkten aus drei Spielen nur wenig ändern. Immerhin: Gegen Schalke 04 gab es seit langem mal wieder einen Sieg, doch selbst der fühlte sich nicht so richtig befriedigend an, da der Gegner einfach sehr schwach war. Zuvor sammelte die Gisdol-Elf mit einem müden Remis noch einen Punkt gegen Hertha ein, ehe die Kölner am Ende der Woche dann schließlich deutlich in Hoffenheim verloren. Vom Fleck kommt man so nicht. Der 1. FC Köln bleibt auf Rang 15 mit zwei Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze.

News der Woche: Nun also doch: Gleich zweimal hat der 1. FC Köln in den letzten beiden Tagen auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Erst holte FC-Manager Horst Heldt Emmanuel Dennis vom FC Brügge – natürlich nur auf Leihbasis. Der Offensivspieler kann im Sturm, vor allem aber als Winger eingesetzt werden. Dass Dennis nun überhaupt beim FC landet, hat Gründe: Beim alten Arbeitgeber war der Nigerianer nach schwachen Leistungen und Kapriolen in Ungnade gefallen. Ein harter Absturz: Noch in der Vorsaison war der 23-Jährige ein großer Hoffnungsträger bei den Belgiern – nun will er in Köln die angeknackste Karriere retten. Gleiches kann man auch problemlos über den zweiten Neuzugang schreiben: Max Meyer wechselt ablösefrei zum FC, zuvor war sein Vertrag bei Crystal Palace aufgelöst worden. Der Grund: Meyer spielte bei den Engländern keine Rolle mehr. Das einstige Schalker Top-Talent probiert sein Glück nun beim FC – es könnte die letzte Chance auf großer Bühne für den Mittelfeldmann werden.

Vorschau: Für die „Geißböcke“ steht am 19. Spieltag ein richtiges Kellerduell auf dem Programm. Der Gegner lautet Arminia Bielefeld und liegt in der Tabelle lediglich zwei Punkte vor dem FC – mit einem Sieg könnte die Gisdol-Elf am Sonntag um 15:30 Uhr also durchaus einen großen Schritt nach vorne machen. Im Hinspiel dürften sich die Geißböcke allerdings bereits ähnliches vorgenommen haben: die Partie ging dennoch mit 0:1 verloren und machte den Kölner Fehlstart in die Saison perfekt. An diesem Wochenende scheinen die zu vergebenen Punkte noch wichtiger als zu Saisonbeginn – der Druck auf Markus Gisdol und sein Team ist also nicht gerade gering.  


FC Augsburg

Rückschau: Im Auftaktspiel der Rückrunde gegen Union Berlin gab es für den FC Augsburg gleich zwei gelungene Saisonpremieren: zum einen fiel endlich einmal ein Augsburger Tor in der ersten halben Stunde und zum anderen erzielte Flo Niederlechner seine ersten beiden Tore der Spielzeit. Aber der Reihe nach: wer darauf spekuliert hatte, dass die gute zweite Halbzeit gegen den FC Bayern ein spielerischer Hoffnungsschimmer sein könnte, sah sich nicht enttäuscht. Der FCA hatte gegen die Gäste aus der Hauptstadt einen klaren, wenn auch nicht unbedingt schön anzusehenden, Matchplan. Der Ball wurde in der Anfangsphase den Berlinern überlassen, die sich zwar über 70% Ballbesitz erarbeiteten, aber damit nichts anzufangen wussten. Die Hausherren verdichteten das Zentrum und waren darauf bedacht nichts zuzulassen, aber nach Ballgewinn schnell nach vorne zu spielen. Und das führte überraschend einfach zum Erfolg. Langer Abschlag vom Tor, ein gewonnenes Kopfball-Duell von André Hahn, Niederlechner war auf und davon und ließ Ex-FCA-Keeper Luthe keine Chance (17.): Ein Tor aus dem Nichts. Lediglich acht Minuten später glichen die Gäste ebenso überraschend aus. Ingvartsen kam an der Strafraumgrenze zum Schuss, nachdem die Szene eigentlich schon geklärt schien. Strobl hatte zu zögerlich gestört, Ex-Union-Torwart Gikiewicz war ohne Abwehrchance.
Nur zwei Minuten nach Wiederbeginn lag der Ball schon wieder im Tor der Gäste. Richter flankte auf Hahn, der am gut reagierenden Luthe scheiterte. Niederlechner brauchte den Ball nur noch ins leere Tor zu schieben. Union kam in der Folge zu hervorragenden Ausgleichsschancen, doch sowohl Ingvartsen (Elfmeter – 56. Minute) als auch Awoniyi scheiterten am glänzenden aufgelegten Gikiewicz, der auf Augsburger Seite zum Held des Tages avancierte.
Am Ende stand ein verdienter 2:1 Heimerfolg, der den FC Augsburg zunächst einmal wieder ins sichere Mittelfeld der Tabelle rücken ließ.

News der Woche: Nach der guten Hälfte aus dem Bayern-Spiel und dem gelungenen Rückrunden-Auftakt sind die kritischen Stimmen hinsichtlich Heiko Herrlich erst einmal wieder verstummt. Das große Thema der Woche waren wieder einmal mögliche Transfers im Winter, wobei Manager Stefan Reuter bereits andeutete, dass sich an dieser Front wohl nichts mehr tun würde. Ein möglicher Neuzugang müsse genug Qualität mitbringen, um der Mannschaft sofort zu helfen. Kein ganz einfaches Unterfangen in Corona-Zeiten, die den finanziellen Spielraum in der Fuggerstadt prägen.
Kleines Nebenthema: heimlich, still und leise hat sich der bereits als Fehleinkauf abgeheftete Reece Oxford in die Startformation gespielt.


Da man sich bereits gedanklich verabschiedet hatte, doch noch so etwas wie ein „Neuzugang“.

Vorschau: Am Samstag (30.01. – 15:30 Uhr) geht es für den FC Augsburg nach Dortmund. Die Erinnerung an die letzten Begegnungen fallen gemischt aus. Von den letzten drei Heimspielen gegen den BVB konnte man zwei gewinnen, eines ging mit 3:5 verloren als ein gewisser Erling Haaland bei seinem Bundesligadebüt drei Mal traf. Bei den letzten beiden Begegnungen im Westfalenstadion war für die Fuggerstädter allerdings nichts zu holen. (3:4 und 1:5)
Am Samstag sind die Vorzeichen jedenfalls nicht ganz klar. Die Formkurve des FC Augsburg zeigt sehr sanft nach oben, die Dortmunder holten während der vergangenen Woche lediglich einen Zähler und drohen den Anschluss an die Champions League Plätze zu verlieren. Dass die Borussia mit dem Rücken zur Wand steht, kommt der Augsburger Spielweise entgegen, wenn es denn gelingt möglichst lange die Null zu halten. Prognose: Mit etwas Spielglück ist ein Punkt im Bereich des Möglichen. Die Borussia wird aber wahrscheinlich alles daran setzen die 0:2 Pleite aus dem Hinspiel auszumerzen. Den Fuggerstädtern steht beinahe der volle Kader zur Verfügung. Neben dem Langzeitverletzten Framberger, der sicher fehlen wird, könnte Ruben Vargas bei idealem Verlauf wieder im Kader stehen.


SV Werder Bremen

Rückschau: Werder Bremen gastierte am Samstagabend zum ersten Spiel der Rückrunde bei Hertha BSC im Olympiastadion. Die Hanseaten gewannen das Spiel deutlich mit 1:4 und konnten sich für die 4:1-Niederlage der Hinrunde revanchieren. Wie schon bei den vergangenen Spielen setzte Trainer Florian Kohfeldt auf eine defensiv kompakte 3-5-2 Grundordnung. Neu war allerdings, dass der Ex-Hertha Spieler Davie Selke den Vorzug vor Josh Sargent in der Startaufstellung bekam. Da Davie Selke gerne gegen seine ehemaligen Arbeitgeber trifft, war dies wohl der ausschlaggebende Grund. Werder kam gut in die Partie hinein und machte das Mittelfeld dich. Sie nutzen Ihre wenigen Torchancen sehr effektiv.Erstmals geschah das in der 10. Minute, als Selke einen Elfmeter eiskalt verwandelte.  Dem war ein Foul von Mittelstädt an Romano Schmid vorausgegangen, für das er auch noch die Gelbe Karte sah. In der 21. Minute kam es dann auf der anderen Seite zum Elfmeter. Nachdem Mbom Cunha in die Beine läuft, kommt es zum Elfmeterpfiff und zusätzlich für ihn gibt es noch die 7. Gelbe Karte der Saison. Zum Ausgleich kommt es allerdings nicht, da Cunha an Werders Torhüter Pavlenka scheitert. In der 29. Minute köpft Ömer Toprak nach einer von Leo Bittencourt geschlagenen Ecke völlig ungedeckt den Ball ins Tor. In der 32. Minute gab es dann verletzungsbedingt den ersten Wechsel bei Werder, Sargent kommt für den angeschlagenen Selke ins Spiel. In der 2. Minute der Nachspielzeit vor der Pause gibt es dann doch noch den Anschlusstreffer zum 1:2 für Hertha. Cordoba köpft unhaltbar eine Hereingabe von Pekarik in das vor von Pavlenka. Nach dem Wiederanpfiff drängt Hertha auf den Ausgleich, aber Werder verteidigt auch dies Druckphase clever und sucht daraufhin selber wieder mehr den weg zum Tor.In der 57. Minute spielt Maxi Eggestein mit einem schönen Chippass, auf den mit dem Rücken zum Tor stehen Bittencourt, der dreht sich und haut den Ball unhaltbar in das Tor von Hertha. In der 77 Minute macht Sargent dann den Deckel drauf. Mit einem verdeckten Fernschuss für den Berliner Schlussmann Schwolow belohnt sich Sargent endlich für die vergangenen guten Spiele. Am Ende ist der Werder Sieg vielleicht ein bisschen hoch, aber keinesfalls unverdient gewesen. Mit ihren 4 Toren aus 7 Torschüssen waren die Bremer extrem effizient. Die Berliner kamen nur auf ein Tor aus 18 Torschüssen.

News der Woche: Die gegen Hertha erfolgreichen Torschützen Selke und Toprak, die verletzungsbedingt früh ausgewechselt werden mussten, sowie der erst gar nicht spielende Mohwald werden wohl am Samstag beim Heimspiel gegen Schalke 04 wieder zur Verfügung stehen. Ersatztorhüter Kapino wird zumindest diese Saison Werder nicht mehr zur Verfügung stehen, er ist Mitte letzter Woche bis Saisonende an den Zweitligisten Sandhausen ausgeliehen worden um Spielpraxis zu sammeln. Die hat Jojo Eggestein, der diese Saison an Lask ausgeliehene Stürmer bisher reichlich gehabt. Mit seinen 12 Treffer 3 Vorlagen aus 18 Spielen hat er diese Spielpraxis bestens ausgenutzt. Er wird Werder in der nächsten Saison wieder zur Verfügung stehen.  Die Saison bei Werder ist durchfinanziert, der Vorsitzende der Geschäftsführung, Klaus Filbry geht aber von einem Minus von bis zu 40 Millionen Euro aus und kündigt weitere Sparmaßnahmen an.

Vorschau: Am Samstag empfängt Werder Bremen im Weserstadion den FC Schalke 04. Tabellarisch scheint das eine klare Angelegenheit zu sein. Wenn man sich den Direktvergleich der letzten Spiele ansieht, auch. Von den letzten 10 Spielen gewann Werder 7 Spiele und bei 3 Spielen ging Schalke als Sieger vom Platz. Aber Werder muss vorsichtig sein, bei den Gegnern der vergangenen Spiele war man auf Augenhöhe oder hatte Teams, die weit vor Werder in der Tabelle standen. Kohfeldt muss darauf achten, dass das Team Schalke nicht unterschätzt. Mit einem Sieg gegen Schalke könnte man einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt nehmen und den Abstand auf die Abstiegsränge ausbauen. Der Kader von Schalke ist nicht so schlecht wie der Tabellenplatz, es bleibt nur abzuwarten wann bzw.  ob Schalke die Qualität des Kaders abrufen kann.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Was für eine Watschn! Da geht die Rückrunde los und Arminia gleich mal 1:5 unter. In allen, wirklich allen Belangen waren Jovic, Kostic und Co. dem Personal des Aufsteigers beim klaren Sieg überlegen. 15 Torschüsse feuerten die Hessen auf der Alm ab, ein Drittel dieser Schüsse traf ins Schwarze. Das Arminias Sergio Cordova zwischenzeitlich zum 1:3 verkürzen konnte, wirkte sich, wenn man das gesamte Spiel nimmt, maximal als Tropfen auf den heißen Stein aus. Den Arminen fehlte gegen die Eintracht nicht nur die körperliche Frisch am Ende einer Englischen Woche, sondern auch die Körperlichkeit, mit der du einem spielstarken Gegner wie Frankfurt begegnen musst. Tabellarisch wirkte sich die Klatsche weniger schlimm aus als befürchtet. Die Arminia steht weiter über dem Strich, allerdings ist durch die Niederlage der Druck vor dem Spiel in Köln (Sonntag, 15.30 Uhr) gestiegen. Mit einem Sieg könnte der FC vorbeiziehen und den DSC damit auf den Relegationsrang abrutschen lassen.

News der Woche: Uwe Neuhaus will in der Rückrunde mehr Punkte holen als in der Hinserie. 17 holte der Aufsteiger in den ersten 17 Spielen. Nach dem 1:5 gegen Frankfurt ist der DSC damit gleich unter Zugzwang, gelang zum Saisonauftakt doch ein 1:1 bei der Eintracht. Als gutes Omen kann dann auch gleich das Hinspiel gegen Köln herhalten. Mit 1:0 gewann der DSC dank eines Tores von Joan Simun Edmundsson und feierte damit den ersten Saisonsieg.

Vorschau: Wenn die Arminen nach Köln gereist sind, lief es oft gar nicht mal so schlecht. Von 16 Gastspielen am Rhein verlor der DSC neun, fuhr aber auch fünfmal als Sieger zurück nach Bielefeld. Schlecht in Erinnerung dürfte den Arminen allerdings ihr letztes Spiel im Rhein-Energie-Stadion sein: mit 1:5 ging der DSC damals in der 2. Liga unter, machte eines der schlechtesten Saisonspiele und wirkte vor allem von der mächtigen Kölner Kulisse beeindruckt. Die Kulisse wird am Sonntag (Anstoß 15.30 Uhr) fehlen. Aber der FC auf Tabellenplatz 16 steckt mittendrin im Abstiegskampf und dürfte beim Besuch der Bielefelder mächtig unter Druck stehen, gewinnen zu müssen - aus den letzten fünf Spielen holten die Kölner nur vier Punkte. Siegt der DSC, distanziert er die Kölner auf fünf Punkte. Gewinnen die Kölner, verlassen sie den Relegationsrang und ziehen an der Arminia vorbei. 


VfB Stuttgart

Rückschau: der VfB Stuttgart verliert 1:2 beim Rückrundenauftakt gegen Freiburg nachdem sie eine Führung verspielt haben. Es begann sehr gut für die Schwaben, Silas Wamangituka (7’) erzielte per Nachschuss das 1:0 aus Sicht der Gäste und Stuttgart konnte das Spiel kontrollieren. Ab der 15. Minute brach die Leistung ein und Freiburg erspielte sich bis zur Pause ein Chancenplus was zu zwei Toren Demirovic in der 14. und Jeong in der 37.)führte. Kurz vor der Pause verschoss Nicolas Gonzalez das erste Mal in seiner Karriere einen Elfmeter und so ging es mit einen Rückstand in die Pause. Während Freiburg kein Risiko mehr eingehen wollte, kam der VfB zu mehreren Chancen. Sie scheiterten aber am Pfosten und an Müller, dem Torwart der Badener.

News der Woche: Thomas Hitzlsperger äußerte sich zum Datenskandal und bat um Geduld und Nachsicht. Er betonte auch, dass solange kein Bericht von Esecon vorliegt, die Unschuldsvermutung für die Verdächtigen gälte.

Die geplante Mitgliederversammlung im März wird nochmal verschoben! Dies erklärte Präsident Claus Vogt in einem Brief an die Fans und Mitglieder. Er bergündete diesen Schritt aufgrund der aktuellen noch nicht aufgeklärten Datenaffäre rund um die Ausgliederung im Jahr 2017. Außerdem, so Vogt, wurde eine Online-Mitgliederversammlung mit der prognostizierten Teilnehmer*innen-Anzahl noch nicht durchgeführt und man wisse nicht ob dies einwandfrei funktionieren könnte. Man wolle lieber warten, bis Präsenzveranstaltungen wieder möglich sein könnten.

Im Vorfeld sprachen sich verschiedene Fangruppierungen für eine Verschiebung der Mitgliederversammlung aus.“Wichtige Anträge, Emotionen, Spontanität sowie die Authentizität der Redebeiträge werden vor den privaten Laptops kaum ihre Gewichtung erlangen.“, so der Schwabensturm 02.

Vorschau: An Freitagabend um 20:30 Uhr eröffnen die Schwaben zuhause gegen Mainz 05 den Spieltag. Die Rheinhessen konnten im Abstiegskampf einen überraschenden Sieg gegen Leipzig einfahren und reisen mit Rückenwind in die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg. Außerdem verstärkten sie sich mit Danny da Costa und Daniel Korr (beide ausgeliehen aus Frankfurt. Ersterer bedankte sich mit einer Torvorlage für seinen schnellen Einsatz. Gonzalo Castro wird gegen Mainz sein 400. Spiel spielen. Herzlichen Glückwunsch!

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