Marco Rose bestimmt die News - auch bei anderen Clubs geht's hoch her!

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FC Bayern München

Rückschau: Mit dem Weltpokal im Gepäck ging es für den FC Bayern zurück nach München. Der Kontrast der äußeren Bedingungen zwischen den Spielen in Katar und dem Bundesliga Heimspiel gegen Bielefeld hätte wohl kaum krasser sein können.

Die Bielefelder hatten zumindest in Halbzeit eins das Wetter von zuhause mitgebracht. Die Bayern hingegen brachten viele Ausfälle und einen Sack voll schlechte Ideen bezüglich Spieler Schonungen mit.

Ehe man sich versah führten die Gäste mit 0:2. Chapeau, wer so effizient trifft. Nachdem der „Schneeleopard“ Hermann Gerland in der Pause den Rasen klar Schiff machte durfte man eine größtenteils deutlich bessere zweite Hälfte bestaunen. Einzig die Unkonzentriertheit nach dem 2:1 Anschlusstreffer durch Lewandowski, die zum erneuten Ausbau der Führung führte, hätte man sich sparen müssen. Tolisso und der wieder sehr gut aufspielende Davies sorgten dennoch für den Ausgleich.

In Anbetracht der nächsten Wochen wäre ein Sieg jedoch Pflicht gewesen. Vor allem die zusätzliche Rotation gepaart mit gnadenlos effizienten Ostwestfahlen waren es vermutlich, die am Ende zwei Punkte kostete.

News der Woche: Das News Segment wird diese Woche präsentiert von: Transfermarkt!

An diesem Dienstagvormittag war beim FCB eine Pressekonferenz mit David Alaba angekündigt. Wie erwartet teilte der Österreicher seinen Wechselwunsch nach Ende der Saison mit. Neben der Tatsache, dass es natürlich ein mannschaftlich enormer Verlust ist, wenn ein Führungsspieler, wie Alaba, den Verein verlässt, ist es zusätzlich noch ärgerlich keine Ablösesumme für ihn kassieren zu können.

Auf der anderen Seite steht sein Nachfolger jetzt auch fest. Dayot Upamecano wechselt im Sommer für 42,5 Mio. von Leipzig nach München. Damit wäre die französisch sprachige Viererkette komplett.

Neben Upamecano verkündete der FCB außerdem den ablösefreien Wechsel des Linksverteidigers Omar Richards vom FC Reading. Der 23-jährige ist für die meisten noch ein unbeschriebenes Blatt, was sich in den nächsten Wochen jedoch sicher ändern wird.

Vorschau: Das nächste Bundesliga Spiel der Bayern ist das Duell am Samstag den 20.02. um 15:30 gegen die SGE. DAS Topspiel des Spieltages. Die Frankfurter, wie im Rausch aktuell können mit breiter Brust in das Heimspiel gehen. Die Bayern hingegen dürfen sich aufgrund des Punktverlustes gegen Bielefeld nicht noch einen leisten.

Die doch immer wieder wacklige Defensive muss Lösungen gegen vor allem Kostic, Younes und vor allem Andre Silva finden. Der Portugiese trifft wann und wie er will und genau das gilt es zu unterbinden. Erster gegen Dritter, die beste Offensive der Liga gegen den direkten Verfolger, um die beste Bundesligazeit. Was will man eigentlich mehr? Außer ein ausverkauftes Haus natürlich.

Man darf gespannt sein, dieses Spiel verspricht einiges.


Borussia Dortmund

Rückschau: Die TSG Hoffenheim war selten ein angenehmer Gegner für den BVB. Reichte es mal sportlich nicht, gab es von den Kraichgauern gerne was auf die Beine. Am Samstag kamen die Gäste im Westfalenstadion zu einem 2:2 und sieben gelben Karten. Der Punkt für die TSG war nicht unverdient angesichts von 7:13 Torschüssen (3:6 aufs Tor). Dem BVB half die Führung durch Jadon Sancho wenig. Der Engländer und der zweite Torschütze Erling Haaland sind derzeit nahezu allein für die offensive Gefahr verantwortlich.

Den Schwarz-Gelben gelang wenig durch die Mitte. Jude Bellingham spielte im zentralen Mittelfeld vor Thomas Delaney, aber das brachte nicht den nötigen Schwung. Umgekehrt wurde die BVB-Zentrale einige Male schnell überspielt. Ja, die Borussia hätte vor dem Ausgleich der Gäste auf der anderen Seite einen Freistoß bekommen müssen. Aber am Ende verlor man die Punkte schon selber – siehe Aufteilung und Torwartfehler beim 1:2.

News der Woche: Die Breaking News kamen am Montag: Borussia Dortmund hat einen neuen Trainer für die nächste Saison – oder zumindest dessen Zusage. Es wird, wie erwartet, Marco Rose von Borussia Mönchengladbach. Die Gladbacher waren nun doch eingeknickt und hatten den Weggang von Rose bekanntgegeben – verständlich angesichts wöchentlicher Nachfragen und Spekulationen. Einige Fans sind nicht amüsiert.

Der Neue kostet den BVB angeblich fünf Millionen Euro und möchte wohl seine Co-Trainer Alexander Zickler und René Maric mitbringen. Spannend bleibt die Lage trotz der Bekanntgabe: Bekanntlich konkurrieren die beiden Borussias in der Liga um einen Champions League-Platz und im Pokal steht im Viertelfinale ein direktes Duell bevor. Ob Rose und Edin Terzic da wirklich bis Saisonende auf ihren jeweiligen Posten bleiben?

Vorschau: Am Mittwochabend steht zwar noch ein kleines Champions League-Achtelfinale beim FC Sevilla an (21 Uhr), doch das Topspiel der Woche findet natürlich am Samstagabend statt: Revierderby in Gelsenkirchen. Dass die Partie für Schalke eminent wichtig ist, erklärt sich schon rein aus der Tabelle. Aber auch der BVB kann sich keine weiteren Punktverluste erlauben. Eine Niederlage beim S04 wäre ein enormer emotionaler Wirkungstreffer.

So richtig kann und mag man sich eine Pleite aber nicht vorstellen. Christian Gross hat als neuer Trainer der Blauen noch nicht die Wende geschafft. Zuletzt wurde der nicht mehr gern gesehene Mittelfeldspieler Nabil Bentaleb begnadigt, um dem Spiel mehr Struktur zu verleihen. Im 19-jährigen Matthew Hoppe hat man immerhin ein echtes Sturmtalent im Kader: Bei elf Einsätzen gelangen ihm fünf Treffer. Spannend aus schwarz-gelber Sicht: Beginnt Edin Terzic (endlich mal) mit zwei Stürmern? Und kehrt der wiedergenesene Thorgan Hazard zumindest in den Kader zurück?


RB Leipzig

Rückschau: Vor dem Champion League-Achtelfinale gegen Liverpool rotierte Nagelsmann gegen Augsburg auf vier Positionen. Für Sabitzer, Upamecano, Sörloth und Adams starteten Halstenberg, Klostermann, Haidara und Poulsen. Bei eisigen Minusgraden kontrollierte RB von Beginn an das Spiel, ohne zu großen Torchancen zu kommen. Einzig zwei Nkunku-Freistöße brachten in den ersten 20 Minuten etwas Torgefahr. Der erste richtige Angriff führte dann nach zweimaligen VAR-Eingriff (Foul an Mukiele und Wiederholung des Strafstoßes) zum 1:0 durch Olmo (38. Minute). Noch vor der Pause erhöhte Nkunku nach schöner Balleroberung und Vorlage durch Poulsen auf 2:0 (43. Minute).  

Nach der Pause verwaltete RB die Führung (60 Prozent Ballbesitz) und ein weitgehend ereignisloses Spiel bis in der 77. Minute der eingewechselte Konate nicht sehr clever das Bein gegen Pedersen stehen ließ und dem FCA einen Strafstoß bescherte. Nach dem Anschlusstreffer durch Caligiuri vergab Leipzig gleich mehrere Umschaltsituationen gegen aufgerückte Augsburger, die alle vier Torschüsse im Spiel während der Schlussviertelstunde abgaben. Was folgte, waren hektische Schlussminuten inklusive obligatorischer Rettungstat durch Gulasci, die RB aber zum verdienten 2:1-Sieg über die Zeit zitterte.

Da alle Verfolger bis auf Frankfurt an diesem Spieltag Punkte liegen ließen, festigte RB mit dem Sieg den 2. Platz und hat mittlerweile 8 Punkte Vorsprung auf den Tabellenfünften Leverkusen.

News der Woche: News der Woche: Niemand hat die Absicht, hier über den Upamecano-Weggang an die Isar zu schreiben…

Kommen wir lieber zu etwas Erfreulichem: Dank seines 20. Saisoneinsatzes im Augsburgs-Spiel konnte RB den bislang nur ausgeliehenen Linksverteidiger Angelinio für geschätzte 18 Millionen EUR fest von ManCity verpflichten. Angesichts der bislang überragenden Leistungen des 24jährigen Spaniers fast schon ein Schnäppchen. Dass „Sky“ nur zwei Tage nach der Verpflichtung schon von einer Ausstiegsklausel von rund 60 Millionen Euro in seinem Vertrag berichtet, ist wieder ein anderes Thema…  

Vorschau: Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) tritt Leipzig auswärts beim weiter kriselnden Hauptstadtklub Hertha an, der unter Neu-Alt-Trainer Dardai erst einen Punkt aus fünf Spielen holte und mitten im Abstiegskampf steckt. Das Olympiastadion ist traditionell ein gutes Pflaster für RB: 12:0 Punkte und 17:5 Tore so die bisherige Bilanz in den vier Auswärtsspielen. Ein ähnliches Torspektakel ist diesmal angesichts des Liverpool-Spiels unter der Woche und der damit verbundenen Rotation sowie der aktuellen Abschlussschwäche des RB-Sturms wohl eher unwahrscheinlich.


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: Das 0:0 in der Eiskammer von Wolfsburg ist eigentlich nicht der Rede wert. Denn ein besonders attraktives Spiel war die laufintensive Partie zweier hervorragend aufgelegter Defensivabteilungen wirklich nicht. Borussia war mit dem Punkt beim Angstgegner am Ende etwas besser bedient als die Gastgeber, die klarere Chancen und das etwas zwingendere Spiel zu bieten hatten. Besser leben können dennoch wohl die besser platzierten „Wölfe“ mit der Punkteteilung.

Auffällig war, dass das Team um Kapitän Lars Stindl zwar stets bemühte, schnell nach vorne zu kombinieren, aber dennoch kaum in gute Abschlusssituationen kam. Das Spiel zwischen den Strafräumen war oft gut, der letzte Punch fehlte aber. Das verletzungsbedingte Fehlen von Denis Zakaria und Marcus Thuram nahm Marco Rose vor allem nach hinten heraus einige Optionen, um von der Bank für andere taktische Akzente und frischen Wind zu sorgen.

So überzeugten in erster Linie Torwart Yann Sommer mit guten Paraden und der quirlige „Tino“ Lazaro, der erstmals nach Verletzungspause wieder in der Startelf stand und 70 Minuten lang gefühlt überall auf dem Platz auftauchte.

News der Woche: Es war lange genug Thema in den vergangenen Wochen. Jetzt ist es auch offiziell: Marco Rose verlässt die eine Borussia, bei der er langfristig etwas aufbauen wollte, vorzeitig und trainiert nächste Saison die andere Borussia, die einen Neuaufbau trotz enorm talentiertem Kader offenbar noch nötiger hat.
Das ist insoweit ein normaler Vorgang, als der Vertrag eine entsprechende Klausel enthält, derer man sich bei Roses Verpflichtung aus Salzburg selbst bedient hatte. Das sehen wohl auch die meisten Gladbach-Fans ein.

Dass es dennoch so viele harsche Reaktionen gibt, mit dem oft unmissverständlichen Tenor, Rose sofort zu beurlauben, liegt vor allem an dem wochenlangen Eiertanz des Trainers, der nichts sagen wollte, als er es noch selbst hätte steuern können und der dann zuletzt von den Medien mehr und mehr in die Enge getrieben wurde. Dazu kommen diverse Berichte und Gerüchte über eine schon lange vorliegende Zusage Roses an den BVB, über Streit mit einzelnen Spielern, die sich demnach getäuscht fühlten und so weiter. Es ist nichts davon gesichert, aber es wird eifrig diskutiert und geglaubt. Und Stellung bezogen:

Das Fanprojekt erklärte das Kapitel Rose für erledigt. Und auch der Fan-Podcast Pfostenbruch rotierte ein Zitat von Marco Rose sogleich aus seinem Intro raus.

Genauso klar sind aber auch die Aussagen von Max Eberl. Die Entscheidung vom Montag, dass man gemeinsam mit dem Trainer in die restlichen Spiele gehen will, verteidigte der Sportdirektor am Mittwochmorgen noch einmal sehr vehement, bezeichnete die kursierenden Gerüchte wie Ärger mit der Mannschaft mehrfach ausdrücklich als Lügen und stellte sich ohne Einschränkungen vor den Trainer. Damit wirft Eberl auch seine eigene Glaubwürdigkeit mit in die Waagschale - ein ehrenwerter, aber nicht ganz risikoloser Schritt.

Ob sich damit die aufgeheizte Stimmung unter den Fans befrieden lässt, hängt ohnehin vor allem von den nächsten Ergebnissen ab. Viele Fans unterstellen Rose, dass er nun nicht mehr alles für den Erfolg seiner Noch-Mannschaft tun wollte. Darauf deutet aber nichts hin. Und Eberl wie Rose machten eindringlich deutlich, für wie abwegig sie diese Vorstellung halten. Dennoch: Roses Kredit im Fanlager ist aufgebraucht, und das kann für das Erreichen der Saisonziele zur Gefahr werden.

Interessanter Aspekt am Rande: Auf Nachfrage versprach Rose, dass er keine Spieler zum BVB mitnehmen werde. Nun könnte das ja jeder Spieler bei entsprechender Vertragssituation auch ohne Zutun Roses selbst entscheiden, doch auch auf das diesbezügliche Nachhaken eines Journalisten blieb er dabei: „Wenn Marco Rose sagt, er nimmt keinen Spieler mit nach Borussia Dortmund, dann nimmt er keinen Spieler mit nach Borussia Dortmund. Fertig, Aus.“

Vorschau: Samstag, 15.30 Uhr, Heimspiel gegen Mainz. Bundesliga-Normalität. Ein paar Tage darauf am Mittwoch (20.45 Uhr) dann das erste Champions-League-Achtelfinale der Vereinsgeschichte. Aber die Vorfreude auf dieses Highlight wird verdunkelt - von der relativ sinnfreien Verlegung des Spiels ausgerechnet nach Budapest, und natürlich von der Entwicklung im Fall Rose.

Ändern wird die Bekanntgabe des Trainerabgangs in Bezug auf das Mainz-Spiel nicht viel. Denn die Tabellenkonstellation verlangt es, auch gegen die im Aufwind befindlichen Mainzer in Bestbesetzung anzutreten. Und für den weiteren Verlauf der Saison mit einem Trainer auf Abruf wird entscheidend sein, wie die Mannschaft sich dort präsentiert. Bleibt der Erfolg in den nächsten Wochen aus, ist es bei allen anderslautenden Beteuerungen wahrscheinlich, dass Marco Rose das Saisonende nicht auf der Gladbacher Trainerbank erlebt.
Gegen Mainz muss Rose möglicherweise weiter auf die angeschlagenen Denis Zakaria und Marcus Thuram verzichten (beide haben Knieprobleme). Vorsichtig sein müssen im Spiel Breel Embolo und Ramy Bensebaini, da sie bei einer Gelben Karte im folgenden Spiel bei RB Leipzig aussetzen müssten.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Die Kurzfassung des Spiels gegen Mainz dürfte jedem bekannt sein: Erst ging Leverkusen 2:0 in Führung, dann verbrachte Bayer aber noch das Kunststück, innerhalb kürzester Zeit (89. und 90.+2) zwei Gegentore zu kassieren. Diese Fassung trifft gut die Dramatik der Schlussphase, fasst das Spiel aber nur unzureichend zusammen. Leverkusen gab die Kontrolle nämlich nicht in der Schlussphase ab, sondern schon ab der 55. Minute. Und trotz zwischenzeitlichem 2:0 durch Schick (84.) und zahlreichen Wechseln gelang es der Mannschaft in den ganzen letzten 40 Minuten nicht, den Mainzern etwas entgegenzusetzen. Nach dem Spiel wurde dann auch diskutiert, ob die Einwechslung von Sven Bender nach seiner Verletzung so klug war, aber derartige Diskussionen halte ich eher für Nebelkerzen. Zwar sah er in vielen Situationen nicht gut aus, mit seiner Person kann man aber nicht erklären, warum die Mannschaft kollektiv abgeschaltet war. Das scheint hier für mich die entscheidende Frage zu sein. Ob Mainz dann völlig verdient innerhalb von fünf oder vierzig Minuten trifft, ist dann letztlich auch egal.

News der Woche: Da es keinen nennenswerten Meldungen gab, lenke ich an dieser Stelle den Blick auf Niklas Lomb, der mit 27 Jahren gegen Mainz in der Bundesliga debütierte, da Lukáš Hrádecký mit Fersenproblemen ausgewechselt werden musste. Dass Lomb schon die ganze Saison der Zweittorhüter ist, ist bemerkenswert, weil Leverkusen im Sommer eigentlich für diese Position Lennart Grill vom 1. FC Kaiserslautern für zwei Millionen Euro verpflichtet hat. Weshalb es beim ihm hakt, lässt sich von Außen schwerlich sagen, in der Europa League wurde er sogar jüngst abgemeldet, damit die Neuzugänge spielberechtigt sind.

Vorschau: Am Donnerstag reist die Werkself für das Sechzehntelfinale der Europa League zu Young Boys Bern, die tatsächlich ihr Heimspiel auch im Stadion Wankdorf in Bern austragen. Was sonst stets als Selbstverständlichkeit galt, ist nun schon eine Meldung wert. In der Bundesliga geht es dann am Sonntag gegen den FC Augsburg weiter, was eine sehr ungemütliche Partie werden könnte. Nicht, weil eine Fehde zum Ex-Trainer bestehen würde, eher weil Augsburg in zahlreichen Statistiken, die für ein aktives Spiel stehen (Ballbesitz, Torschüsse, …), sehr weit unten in der Tabelle anzutreffen ist.


TSG Hoffenheim

Rückschau: Vergangenen Samstag traf die TSG im Signal-Iduna-Park auf Borussia Dortmund. Die erste Hiobsbotschaft auf Seiten der Gäste folgte bereits vor dem Anpfiff: Andrej Kramaric fällt mit einer Knöcheverletzung auf unbestimmte Zeit aus und wurde von Munas Dabbur vertreten.

Die Partie startete rasant und die TSG hätte nach 18 Minuten durch Bebou in Führung gehen können, der Stürmer scheiterte jedoch wie so oft an seinem Torabschluss. In der 24’ Minute ging der BVB durch Sancho in Führung, die TSG reagierte jedoch unbeeindruckt und Dabbur glich nach Vorlage von Rudy nach 31 Minuten aus. Nach der Pause war die TSG erneut die stärkere Mannschaft und ging in der 51’ Minute nach erneuter Vorarbeit von Rudy durch Bebou mit 2:1 in Führung. Bis in die Schlussphase sah alles nach einem TSG-Sieg aus, jedoch erzielte Haaland in Minute 81 nach katastrophalem Fehler des eingewechselten Gacinovic den 2:2 Ausgleichstreffer. Das war gleichzeitig auch der Endstand einer spannenden und sehenswerten Bundesligapartie.

News der Woche: “Wir haben ja selbst weitergespielt”, sagte Direktor Profifußball Alexander Rosen nach dem 2:2 bei Borussia Dortmund angesprochen auf den Ausgleichstreffer durch Haaland in der 81’ Minute, der bei den Hoffenheimern für Aufregung sorgte. Munas Dabbur war nach einem Zweikampf liegen geblieben, die TSG spielte jedoch weiter und echauffierte sich nach dem Gegentor über das Verhalten der Dortmunder. Stefan Posch, der Haaland nach seinem Tor anging, entschuldigte sich am Tag nach der Partie via Instagram für sein Verhalten.

Am Donnerstag (21 Uhr) startet die TSG in Vila-real gegen Molde FK in die K.-o.-Runde der Uefa Europa League. Gegen der norwegischen Vizemeister ist das Weiterkommen eigentlich Pflicht.

Vorschau:  Kommenden Sonntag empfängt die TSG um 18 Uhr zum Abschluss des Spieltags den SV Werder Bremen in der PreZero-Arena. Gegen die Bremer wäre ein Sieg enorm wichtig, da man so den Anschluss an das obere Tabellenmittelfeld behalten und den Vorsprung auf Platz 16 vergrößern könnte. 

Nicht zur Verfügung stehen werden weiterhin Kapitän Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic, Kostas Stafylidis, Havard Nordtveit und Dennis Geiger. Kevin Vogt fehlt gelbgesperrt, ein Einsatz von Lebensversicherung Andrej Kramaric ist unwahrscheinlich. Dagegen dürfte Ryan Sessegnon wieder in den Kader zurückkehren und die Optionen auf der linken Seite erweitern.


VfL Wolfsburg

Rückschau: 0:0 bei frostigen Temperaturen von deutlich unter minus 10 Grad Celsius - mit diesem Unentschieden hielt der VfL Wolfsburg den Mitbewerber um die Champions League Borussia Mönchengladbach auf Distanz. Gleichzeitig musste man Eintracht Frankfurt aufgrund des knapp schlechteren Torverhältnisses den dritten Platz in der Bundesliga überlassen. Für die Wölfe ist ein Punkt nach Spielverlauf in der zweiten Halbzeit eigentlich zu wenig, Trainer Glasner war trotzdem nicht unzufrieden mit der Leistung und sah ein „dominantes Spiel“. Eins, bei dem schon zum fünften Mal in der Liga in Folge die Null stand. Brooks und Lacroix haben sich dabei zu einem der besten Innenverteidiger-Duos der Liga gemausert, beide gewinnen gegen Gladbach starke 67 bzw. 75 Prozent ihrer Zweikämpfe, davor machen Arnold und Schlager das Zentrum dicht. 

News der Woche: Der VfL ist weiter in der Spitzengruppe dabei und muss jetzt unter Beweis stellen, dass es auch gegen die Kleineren in der Liga konzentriert und konsequent zu Werke geht. Denn die kommenden Aufgaben sind auf dem Papier maximal lösbar: Bielefeld, Hertha, Hoffenheim, Schalke und Bremen sowie anschließend Köln. Hier wäre die optimale Punkteausbeute durchaus machbar und damit das internationale Geschäft so gut wie sicher. Allerdings liegt auch da die Gefahr, gegen diese Gegner ein paar Prozent weniger auf den Platz zu bringen. Deshalb steuerte in dieser Woche Jörg Schmadtke bereits gegen: „Wir werden niemanden unterschätzen“. 

Vorschau: Bereits am Freitag muss der VfL Wolfsburg um 20.30 Uhr auf der Alm ran. Arminia Bielefeld dürfte nach dem starken Spiel gegen die Bayern Selbstbewusstsein getankt haben, was die Aufgabe nicht einfacher machen dürfte. Viel dürfte wohl auch auf die äußeren Bedingungen ankommen und den Zustand des Platzes, der im Zweifel eher der Heimmannschaft entgegenkommen dürfte. Aber der VfL hat bereits gezeigt, dass er auch solche Spiele seriös und erfolgreich angeht und nicht mit dem Larifari vergangener Zeiten. Personell dürfte es kaum Änderungen geben, die erste Elf ist fit und wird solange im Training nichts passiert auch am Freitag auflaufen. Gefahr: Lacroix, Schlager, Arnold und Brooks droht nach vier Gelben Karten eine Sperre. 


SC Freiburg

Rückschau: Der SC Freiburg nahm am vergangenen Samstag die weite Auswärtsreise nach Bremen auf sich, um nach 90 torlosen Minuten mit einem 0:0 im Gepäck wieder nach Hause zu fahren. Freiburg hatte sich einen kleinen taktischen Kniff überlegt und ihr 3-4-3 mit hohen Flügelverteidigern und einem aufrückenden Santamaria phasenweise in ein 3-1-5-1 verwandelt. Mehr Druck konnte damit leider nicht erzielt werden. Die beste Chance der ersten Halbzeit gehörte dem Bremer Veljkovic, dessen Kopfball aus zwei Metern grandios von Müller pariert wurde. In der zweiten Halbzeit hatte Freiburg die beste Möglichkeit, Petersen konnte einen überraschenden Abpraller aber nicht im Tor unterbringen. Die Partie blieb sonst ausgeglichen, beide Mannschaften blieben unter einem “expected Goals”-Wert von 1 und trennten sich am Ende verdient mit 0:0.

News der Woche: Nach wie vor ist für den Sport-Club unklar, wann man den Umzug in das neue Stadion beginnen wird. Erwartet wird von vielen, dass erst in der neuen Saison dann auch tatsächlich der Ball im noch namenlosen Stadion rollen wird. Wer sich für den Bau des Stadions interessiert, findet gerade in der ARD Mediathek und auf Youtube eine schöne Dokumentation des SWR.

Vorschau: Am Samstag, den 20.02. empfängt der SC Freiburg mit den Unionern den aktuell unbequemeren Berliner Gegner. Vor der Saison hätte wohl kaum jemand darauf spekuliert, dass es sich dabei am 21. Spieltag um ein ernsthaftes Duell zweier Verfolger der Europapokal-Plätze handeln würde. Bei Union Berlin kündigt sich der Ex-Freiburger Kruse an, dessen Qualitäten im Breisgau hinlänglich bekannt sind. Freiburg muss hingegen potentiell auf den zuletzt an Union verliehenen Keven Schlotterbeck verzichten. Kwon und Sallai scheinen leider auch noch keine Option zu sein. Ohne deren Stärke auf dem rechten Flügel stagnierten dort die Freiburger Offensivbemühungen zuletzt. Interessant wird damit vor allem, ob das Freiburger Trainerteam weiterhin dem jungen Sturm mit Demirovic und Jeong vertraut oder gegen Union etwa wieder Lucas Höler in die Startelf holen wird.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: Eintracht Frankfurt befindet sich nach einem 2:0-Sieg gegen den 1. FC Köln am vergangenen Sonntagnachmittag weiterhin auf der Erfolgsspur. Nach einer zähen ersten Halbzeit ließen die Hessen in Hälfte zwei nichts anbrennen. Silva trifft weiterhin zuverlässig und N’Dicka scheint seinen Torriecher entdeckt zu haben. Vorsichtig zu kritisieren ist eigentlich nur die ausbaufähige Chancenverwertung. Ansonsten stimmt es bei der Eintracht derzeit in allen Mannschaftsteilen – das Selbstbewusstsein ist da, Automatismen greifen und die Einstellung stimmt. 

News der Woche: Hütter kann vor dem Spiel gegen den FC Bayern München nahezu aus dem Vollen schöpfen. Einziger Wehrmutstropfen: Mittelfeldstratege Sow fehlt gegen den Tabellenersten gelbgesperrt. 

Am Freitag vor der Partie jährt sich der rassistisch motivierte Anschlag von Hanau zum ersten Mal. Um den Opfern des Terrorakts zu gedenken, wird sich die Eintracht vor dem Spiel mit Shirts aufwärmen, auf denen Gesichter und Namen der Getöteten zu sehen sein werden. 

Unter der Woche wurde außerdem bekannt, dass Marco Pezzaiuoli die Eintracht verlassen wird. Der ehemalige U19-Trainer und Technische Direktor des Profiteams schließt sich künftig dem indischen Erstligisten Bengaluru FC an.

Vorschau: Nachdem Eintracht Frankfurt zuletzt überwiegend gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte antrat, steht am Samstag um 15:30 Uhr ein Besuch des FC Bayern vor der Tür. Der Rekordmeister schwächelte nach seiner Katarreise gegen Arminia Bielefeld und nahm nur einen Punkt von der verschneiten Alm mit. Trotz oder gerade wegen des Ausrutschers der Bayern muss die Eintracht achtsam sein. Nicht selten stachelten schwache Ergebnisse den Münchener Ehrgeiz zusätzlich an. 

Es treffen die beiden stärksten Offensiven (Bayern 61 Saisontore, Eintracht 43 Saisontore) der Liga aufeinander. Für die bisher extrem stabile Abwehrreihe der Frankfurter steht also eine echte Bewährungsprobe an. 

Es ist davon auszugehen, dass Hütter den gelbgesperrten Sow positionsgetreu durch Rode ersetzen und dem Erfolgssystem treu bleiben wird. Dem Frankfurter Cheftrainer sind aber durchaus auch Überraschungen bei der Aufstellung zuzutrauen – gegen Topteams wie beispielsweise RB Leipzig überlegte sich der Österreicher in der Vergangenheit gerne mal etwas Unerwartetes.  


Hertha BSC

Rückschau: Nach zwei guten Auftritten ohne Punkte sollte und musste in Stuttgart dringend was Zählbares rausspringen. Umso größer war der Schock, wie Hertha diese richtungsweisende Partie in Stuttgart anging. Es ließ sich nicht erkennen, welchen Plan die Berliner in der ersten Hälfte verfolgten. Die Arsenal-Leihgabe Guendouzi, sehr vielversprechend in die Saison gestartet, befindet sich nicht nur im Formtief – es scheint auch mindestens fraglich, ob seine Spielweise zu Dárdais Idee des Umschaltspiels passt. Mit dem stets bemühten Cunha, der mitunter dazu neigt, die Defizite seiner Nebenmänner alleine ausgleichen zu wollen, sowie dem völlig indisponierten Lukébakio, ließ Hertha mal wieder die offensiven Flügel verwaisen und versuchte durchs dicht gestaffelte Zentrum der Stuttgarter zu kommen. Während die Offensivbemühungen zum Scheitern verurteilt waren, bekamen die Berliner immer mehr Probleme mit den stärker werdenden Stuttgartern. Speziell nach Standards waren die bekannten Schwächen zu erkennen und so konnte man froh sein, dass es nur mit 0:1 in die Pause ging, auch wenn dem VAR beim Gegentor wohl ein Fehler unterlaufen ist – was auf den ersten Blick wie Piateks Hacke aussah, war in Wirklichkeit Kalajdzic‘ zweite Hand, an der die kalibrierte Linie ausgerichtet wurde.

Durch eine verbesserte zweite Halbzeit, in welcher Hertha speziell nach der Hereinnahme Sami Khediras das spielerische Übergewicht hatte, geht der Punkt dennoch in Ordnung. Wer aber auf einen massiven Trainereffekt und den Durchmarsch ins Tabellenmittelfeld gehofft hat, der muss allmählich realisieren, dass es ein weiter Weg wird und alles oberhalb von Platz 16 unterschrieben werden muss.

News der Woche: Nicht nur Pál Dárdai machte sich Hoffnungen, dass sich das mittlerweile recht umfangreiche Lazarett der Berliner bald lichten würde. Doch aktuell sieht es nicht nur so aus, dass keiner der länger verletzten Spieler rechtzeitig für das Spiel gegen Leipzig zurückkehren wird – viel mehr sieht es danach aus, dass auch Dárdais „Blitzkugel“ Radonjic mindestens fraglich sein wird und sicher kein Kandidat für 90 Minuten ist. Das einzig Positive, was man dieser Meldung abgewinnen kann, ist der Umstand, dass seine Leistenprobleme eine Erklärung dafür bieten, warum von seinem Spitznamen nur der weniger schmeichelnde Teil übrigblieb. Oftmals war er in aussichtsreicher Position, konnte seine selbst angepriesene Schnelligkeit aber nicht umsetzen und versuchte sich stattdessen - relativ erfolglos - in „Robben-Manier“ an den Strafraumrand zu dribbeln.

Abseits des Platzes ist schon seit längerem die Fan-Initiative „1892 hilft“ auf den Straßen unterwegs, um den leider zahlreichen Obdachlosen in der Stadt Unterstützung zukommen zu lassen. Aktuell wird gesammelt, um möglichst viele Obdachlose während der kalten Nächte in Hostels unterzubringen. Eine großartige Aktion, welche jede Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient.

Vorschau: [ca. 100 Wörter, inkl. Gegner und Datum/Uhrzeit und evtl. den Schlüsselspielern]


Union Berlin

Rückschau: Eigentlich war alles wie immer: Das Spiel beginnt, Union übernimmt die Kontrolle und Taiwo Awoniyi läuft mit dem Ball am Fuß auf das gegnerische Tor zu, hat die Chance für Union innerhalb der ersten 5. Minuten mit 1:0 in Führung zu gehen und ….. scheitert am gegnerischen Schlussmann. Das Spiel des 1. FC Union Berlin gegen den Fußballclub Gelsenkirchen-Schalke 04 e. V. am Sonnabendabend läuft eigentlich bei den Köpenickern wie immer, wenn sie in Spiellaune sind: Sie laufen mit knapp 119 km fast 5 km mehr als S04, zeigen die nötige Zweikampfhärte – Unions Trimmel sieht bereits nach 100 Sekunden die erste Gelbe Karte des Spiels – und standen in der Defensive sehr stabil. Dennoch tritt Schalke nicht wie ein abgeschlagener 18. der Bundesliga auf, sondern kämpft ebenfalls sehr engagiert.

Nach ca. 15 Minuten übernehmen die Gäste aus Gelsenkirchen sogar die Kontrolle über das Spielgeschehen – konnten daraus aber keinen Nutzen ziehen oder scheiterten am Berliner Torhüter Loris Karius, der die eigentliche Nummer 1 im Kasten der Unioner, Andreas Luthe, aufgrund einer dringenden Familienangelegenheit vertrat. Mit Beginn der 2. Halbzeit versuchen die Unioner wieder etwas mehr Tempo in die Partie zu bringen und gefährliche Strafraumszenen zu kreieren. Allerdings wollte nur der Ball nicht ins Tor der Schalker finden und so endete das Spiel gegen Schalke 04 mit einem etwas mauen 0:0 und einer daraus folgenden Punkteteilung. So wird man sich am Ende des Spieltages lediglich an die Aussage des Schalker Schlussmanns Ralf Fährmann erinnern, der meinte, dass Fußball schließlich „ein Männersport“ sei, angesprochen auf eine strittige Schiedsrichterentscheidung im Strafraum. Gleichberechtigung in allen Teilen der Gesellschaft ist Herrn Fährmann wohl eher ein Fremdwort. Fährmanns durchaus sexistische Aussage wird vom Berliner Tagesspiegel treffend kommentiert und wohl über den Spieltag hinaus in Erinnerung bleiben. Ein Spieltag, der schnell in Vergessenheit geraten wird.

News der Woche: Elf Jahre hat Michael Parensen für den 1. FC Union Berlin die Fußballschuhe geschnürt, ist mit dem Verein von der 4. bis in die 1. Liga aufgestiegen. Doch im letzten Sommer war nach genau 249 Pflichtspielen Schluss mit dem Profifußball und er beschloss seine Profifußballschuhe an den sprichwörtlichen Haken zu hängen. 2011 sangen die Union-Fans sogar im Stadion nach einer schweren Verletzung von Micha Parensen das etwas textlich veränderte Lied von Nina Hagen „Du hast den Farbfilm vergessen“. Wer diesen Gänsehautmoment noch einmal nacherleben will, folgt einfach diesem Link. Jetzt hat Michael Parensen beschlossen, doch noch etwas zu bolzen und zwar in der Landesliga bei den Polar Pinguinen in Schöneberg. Dort will Parensen nicht nur trainieren, sondern auch in der Landesliga für die Pinguine aus Schöneberg auflaufen. 2019 – kurz nach dem Aufstieg von Union in die Fußballbundesliga - sprach der Sportpodcast Plattsport mit Michael und Antonia Parensen zum Leben als berufstätige Großfamilie. Herausgekommen sind drei kurzweilige Stunden rund um die Schauspielerei von Antonia, dem Fußball von Micha und der Erziehung zweier Kinder. Einmal reinhören? Kein Problem, dann hier entlang.  

Vorschau: 12-mal standen sich der Sport-Club Freiburg e. V. und der 1. FC Union Berlin in der 1. und 2.  Bundesliga, der 3. Liga sowie im DFB-Pokal gegenüber, wenn beide Mannschaften am 20. Februar um 15.30 Uhr im Schwarzwald-Stadion in Freiburg zum 13-mal aufeinandertreffen werden. Für Union Berlin wird es darum gehen, aus einer stabilen und sicheren Abwehr heraus sich Torraumchancen zu erarbeiten und Taiwo Awoniyi in aussichtsreiche Position zu bringen. Das Awoniyi im Spiel gegen die Schalker zwei mehr als aussichtsreiche Chancen nicht verwerten konnte, ärgert ihn natürlich am meisten. Er sollte also heiß sein, dass Leder endlich wieder mal im Netz des Gegners unterzubringen. Hoffnung schöpfen die Berliner unter anderem durch die Rückkehr von Max Kruse, der nach über 2 Monaten Verletzungspause zumindest von der Bank kommend wieder eine Option in Sachen Kreativität und Durchschlagskraft sein könnte. An dieser Stelle sei an den 7. März 2020 erinnert, als Union in Freiburg gastierte, das Schwarzwald-Stadion restlos ausverkauft war und die Fans beider Lager sich dem Thema DFB, eines Milliardärs aus Sinsheim und eines nicht vorhandenen Dialoges mittels aussagekräftiger Spruchbänder annahmen. Bis heute hat sich nichts geändert, was die mageren Ergebnisse bzw. Erkenntnisse der „Taskforce Zukunft Profifußball“ beweisen. Deshalb ist die Aussage des Wuhlesyndikat richtig und wichtig: LASST DEN WORTEN ENDLICH TATEN FOLGEN! Die komplette Stellungnahme der Ultra-Vereinigung findet ihr zum Nachlesen im Programmheft zum Spiel gegen die Königsblauen aus Gelsenkirchen.


Schalke 04

Rückschau: Schalke spielte am Samstagabend 0-0 gegen Union Berlin und auch wenn ich mehrfach von einem der besseren Schalker Auftritte gelesen habe, erkennen konnte ich das nicht. Stattdessen sah ich einen glücklichen Punktgewinn, weil der Gegner - wie immer wenn Schalke diese Saison gepunktet hat - zwar zahlreichen Torchancen bekam, diese aber liegen ließ. Das ist eine nette Abwechslung zu den vielen Spielen, in denen es einen ungewöhnlich frühen Rückstand zu verkraften gab. Aber die Abwehrleistung aus dem zweiten zu-Null-Spiel der Saison sollte die Mannschaft nicht beibehalten. Und auch die Punkteausbeute ist zu wenig, der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz ist bei acht Punkten mit einer um 26 schlechteren Tordifferenz geblieben.

Damit kommen wir dann auch zum Kernproblem des Teams zurück, denn für die dringend benötigen drei Punkte aus einem Spiel muss Schalke auch selbst Tore schießen und nicht nur gegnerische verhindern. Und dafür fehlt gerade jegliche offensive Idee, selbst von den Ansätzen, die ich nach Gross' Übernahme erkannt zu haben glaubte, ist nichts mehr übrig.

Im Aufbauspiel lässt man sich schon von der ersten Pressingreihe auf die Seitenauslinie raus drücken und ich sehe nicht - und niemand kann mir erklären - wie überhaupt mal ein Ball zu einer Torchance in den gegnerischen Strafraum gelangen soll. Es kommen dann regelmäßig Flanken ohne erkennbaren Plan und ohne geeigneten Abnehmer oder aussichtslose Dribblingversuche gegen einen längst formierten Abwehrblock.

Am schlimmsten zu ertragen sind aber offensive Standards, bei denen ich mich aus Gewohnheit aus Tedesco-Zeiten einen Moment lang unwillkürlich freue, bis die Realität langsam durchsickert, dass kein Schalker im Strafraum auch nur in die Nähe des Balls kommen wird.

Schalke hat ein Offensivproblem und das seit fast zehn Jahren. Schalke hat aber auch den Reflex im Misserfolgsfall zuerst die Defensive zu stärken. Baum hatte ausnahmsweise eine andere Herangehensweise, wurde dann aber auch nach zehn Spieltagen wieder abgesägt. An Gross hingegen lässt sich das eindrucksvoll zeigen. Nur holst du mit dieser Schildkrötentaktik keinen Punkterückstand auf. Stattdessen zementiert Schalke dadurch den drohenden Abstieg selbst.

News der Woche: Solange Schalke nicht in Führung geht, ist jegliche gute Leistung wertlos. Wir brauchen Siege, wir brauchen Punkte, alles andere ist bis zum Sommer irrelevant. Schalke ist in eine Position gesteuert worden, in der es keine konstruktiven Handlungsoptionen in Vorgriff auf einen Abstieg gibt, nur verzweifeltes Versuchen, diesen irgendwie zu verhindern.

Weder Trainer, noch Sportvorstand, noch sonst ein Entscheidungsträger bleibt über den Sommer hinaus. Acht Spieler (Langer, Mustafi, Becker, Bentaleb, Skrzybski, Schöpf, Huntelaar, Schuler) haben nur Vertrag bis Ende Juni, fünf weitere (Rønnow, Kolasinac, William, Ludewig, Paciência) sind bis dahin geliehen. Die noch verbliebenen Schalker Schlüsselspieler der letzten Jahre (Sané, Nastasic, Mascarell, Serdar, Harit, Uth) sind alle bis spätestens 2018 verpflichtet worden, mit Versprechungen auf internationalen Fußball oder gar Champions League. Einige haben Medienberichten zu Folge keinen gültigen Vertrag für die zweite Liga und alle wären gehaltstechnisch dort sowieso nicht zu stemmen. Für die vielen Profis mit Vertag bis 2022 ist der kommende Sommer außerdem die letzte Chance, eine Ablöse zu erzielen.

Außer einem halben Dutzend Jugendspielern (Thiaw, Bozdogan, Boujellab, Mercan, Hoppe, Kutucu) und ein paar Ü30ern (Fährmann, Oczipka, Stambouli) würde ich momentan mit Keinem fest für nächste Saison planen. Das Gerüst der Mannschaft ist bei Abstieg im Sommer weg. Und selbst die halbe Mauer dahinter wird fehlen, zusammen mit den Maurern selbst. Da ist einfach keine Substanz für einen langfristig vorausplanenden Aufbau, selbst wenn Schalke ein Konzept dafür hätte - und das haben, wir wie jahrelang sichtbar war, nicht.

Vorschau: Im nächsten Spiel wartet dann der Rivale aus Dortmund auf Schalke, wieder ein Samstagabendspiel. Und wieder muss man auf einen möglichst vollständigen Kader hoffen. Mit Huntelaar und Paciência werden die Kopfballabnehmer im Sturm wohl immer noch fehlen, genau wie Rønnow, Uth und Skrzybski. Bei Sané und Nastasic zur Stabilisierung der Abwehr besteht zumindest Hoffnung.

Aufgrund der Wichtigkeit eines Derbys - ohne erwartbaren Derbycharakter - für die Anhänger wird vermutlich viel der Belastungssteuer, Rehaarbeit und Trainingsinhalte genau auf dieses Spiel ausgerichtet worden sein. Und Dortmund stand diese Saison auch schon mal besser da.


FSV Mainz 05

Rückschau: Am Samstag sicherten sich die Mainzer gegen Leverkusen einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Nachdem die Rheinhessen bereits in der 14. Minute durch ein Gegentor von Alario in Rückstand gerieten, bewies die Mannschaft Moral und kam direkt im Anschluss durch einen Lattentreffer von Karim Onisiwo ins Spiel zurück. Der Mut der Mainzer wurde in der zweiten Halbzeit zunächst nicht belohnt. Obwohl Barreiro, Latza und Onisiwo mehrere Großchancen vergaben, reichte eine Offensivaktion der Leverkusener zum 2:0. Der eingewechselte Glatzel verwandelte nach glänzender Vorarbeit von Niakhaté mit der Ferse zum Anschluss und Kevin Stöger traf in der 94. Minute zum 2:2 Endstand. Beide Tore wurden nicht nur initial von den Torschützen eingeleitet, sondern auch Innenverteidigern vorbereitet, was verdeutlicht, wie offensiv die Mainzer in der Schlussviertelstunde spielten. Außerdem schoss Mainz in den letzten 15 Minuten in dieser Saison bis dahin nur ein Tor. Die neu entdeckten Comeback-Qualitäten der Mainzer können ein wichtiges Mittel im Abstiegskampf werden.

News der Woche: Trotz Pandemie haben sich die Mainzer*innen die Fastnacht noch nehmen lassen. Wie viele andere lud auch der 1. FSV Mainz 05 zu einer Online-Stadionsitzung ein. Neben bekannten Fastnachtsgesichtern wurde ganz in typischer Manier auch viel über sich selbst gescherzt. Die Stadionsitzung kann auch nachträglich noch angesehen werden. Gerade das Protokoll zu Beginn hat es in sich.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 Uhr müssen die 05er auswärts gegen Gladbach ran. Die guten Leistungen der 05er in der zweiten Hälfte gegen Leverkusen können für das Spiel als Blaupause dienen. Eine stabile Defensive und Nadelstiche nach vorne können gegen Gladbach Mittel zum Zweck sein. Dabei könnte Bo Svensson diesmal von Anfang an auf Robert Glatzel setzen, da Adam Szalai im Spiel gegen Leverkusen die überragende Leistung gegen Union nicht direkt bestätigen konnte. Trotz des Punktes gegen Leverkusen zeigt aber auch der nicht verkürzte Abstand auf Platz 16, dass die 05er jeden Punkt im Abstiegskampf brauchen, um den Anschluss nicht wieder zu verlieren.


FC Köln

Nächste Woche wieder!


FC Augsburg

Rückschau: Der Augsburger Abwärtstrend setzte sich auch beim Auswärtsspiel in Leipzig fort. Gegen überlegene Rasenballer setzte es eine verdiente Niederlage – die sechste im siebten Spiel.
Heiko Herrlich setzte wie zuletzt so häufig auf eine defensive 5er-Kette, während Hahn als einzige Sturmspitze agierte. Ein sicherer Hinweis darauf, dass sich die offensiven Ambitionen an diesem eisigen Freitagabend in Grenzen halten würden. Und so kam es dann auch: die Fuggerstädter versuchten mit allen Mitteln das Spiel der Leipziger zu zerstören und Umschaltmomente zu generieren. Absolut erfolglos wie null Torschüsse der Gäste in Halbzeit eins eindrucksvoll belegen. An die offensive Harmlosigkeit hat sich der geneigte FCA-Fan ja bereits gewöhnt, doch inzwischen wirkt auch die zu Saisonbeginn solide Defensive nicht mehr sattelfest. Nach einem unglücklichen Foul von Oxford gab es den bereits dritten Elfmeter der Rückrunde (ebenfalls ein Beleg für schlafmütziges Zweikampfverhalten), den Olmo im zweiten Versuch zur Führung nutzte (38.). Lediglich fünf Minuten später erhöhte Nkunku nach einem sehenswerten Angriff auf 2:0.
In der zweiten Hälfte schalteten die Hausherren deutlich zurück, was der FCA erst in der Schlussphase nutzen konnte. Caligiuri brachte die Gäste per Elfmeter wieder heran (77.), danach verpassten die Augsburger aber den möglichen Ausgleich, während die Leipziger beste Chancen ausließen das Spiel vorzeitig zu entscheiden und so bis zum Ende zittern mussten.

News der Woche: Der Trainer bleibt das Thema Nummer 1 in der Fuggerstadt. Während das Umfeld zunehmend unruhig wird, hält Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter unbeirrt zu Heiko Herrlich. Allerdings gehen beiden langsam die Argumente aus. Entgegen der Ankündigungen der letzten Wochen blieb ein Aufbäumen der Augsburger aus, gab es keine spielerischen Fortschritte. Statt selbstkritischer Worte gab es direkt nach dem Spiel sowohl von Herrlich als auch von Reuter lediglich Vorwürfe in Richtung Schiedsrichter Felix Zwayer. Auch wenn man – mit sehr viel Fantasie – dessen Entscheidungen diskutabel finden konnte, waren diese gewiss nicht ursächlich für die Niederlage.
Den FCA trennen inzwischen magere 4 Pünktchen von der Bielefeld, die aktuell den Relegationsrang belegen. Die Arminia hat allerdings noch ein Nachholspiel gegen Werder Bremen zu absolvieren, so dass die Lage nach dem kommenden Spieltag bereits bedrohlich sein kann. Im Moment hat man jedoch nicht den Eindruck, dass die Verantwortlichen das bereits verstanden haben.

Vorschau: Ausgerechnet jetzt kommt der Angstgegner aus Leverkusen nach Augsburg. (Sonntag, 21. Feburar – 13:30 Uhr) Gegen die Werkself war bisher nie mehr als ein Unentschieden drin. Ein Resultat, das in der derzeitigen Lage fast zu wenig wäre, auch wenn es gegen die spielstarke Bayer-Elf als Erfolg zu werten wäre. Fehlen werden weiterhin Iago und Alfred Finnbogason.
Spannend wird die Frage, ob der FC Augsburg wieder zur Viererkette zurückkehrt, oder ob Heiko Herrlich weiter auf Fünf Defensive setzt. Ebenfalls noch offen, ob Flo Niederlechner wieder von Beginn an ran darf.  


SV Werder Bremen

Rückschau: Am Samstag gastierte der SC Freiburg im Weserstadion. Nach dem Schlusspfiff teilten sich Werder und der SCF in einem torlosen Spiel die Punkte. Wer von Werder wieder ein defensives, destruktives Bollwerk erwartet hatte, wurde ein wenig überrascht. Trainer Florian Kohfeldt, hatte die Marschroute der disziplinierten Offensive ausgegeben. Das Team sollte die geordnete Defensive nicht aufgeben, aber offensiver agieren und so mehr Torchancen kreieren. Das gelang aber nur teilweise. Die größte Chance hatte Milos Veljkovic in der 36. Minute, der aber den Kopfball aus ca. 2 Metern nicht im Tor unterbringen konnte. Eine 100 % Torchance, das Tor hätte er machen müssen. Veljkovic musste dann aber auch in der Pause verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Es war ein zähes, ausgeglichenes Spiel, in dem kein Team ein Fehler machen wollte. Die beste Freiburger Torchance hat dann der Ex-Bremer Nils Petersen in der 77. Minute, als ein von Pavlenka abgewehrter Ball direkt bei Petersen landet, der aber zu überrascht ist und ihn nicht verarbeiten kann. So bleibt es bei einem 0:0. Bei 12-9 Torschüssen und einer ausgeglichenen Laufleistung ist das ein gerechtes Ergebnis.

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News der Woche: In der vergangenen Woche standen ausnahmsweise mal keine verletzten Spieler im Fokus. Letzte Woche machte die Meldung die Runde, dass bei Werder im vergangenen Geschäftsjahr angeblich ein Rekordminus von ca. 23 Mio. € entstanden sei. Daraufhin wurde noch einmal von Werder betont, dass die laufende Saison durchfinanziert ist. Für den Fall, dass auch in der kommenden Saison keine Zuschauer ins Stadion dürfen, müsste man über neue Finanzierungsmöglichkeiten nachdenken. Ein Gedankenmodell ist eine Fan-Anleihe mit einem Volumen von 15-20 Mio €. Solche Fan-Anleihen gab es schon bei HSV, 1. FC Köln und dem FC Schalke 04. Werder will sich eine Anleihe allerdings als letzte Option offenhalten. Wechselt Marco Friedl zurück zu den Bayern? In den letzten Tagen kursierte ein Gerücht, dass der FC Bayern München eine Rückkaufoption für Marco Friedl besitzt. Der Innenverteidiger wechselte für 3,5 Mio. € nach 1,5-Jähriger Leihe im Juli 2019 fest an die Weser. Nun überlegt angeblich der FCB ihn per Rückkaufoption für 10 Mio. € wieder zurückzuholen. Das nächste Wechselgerücht betrifft den Trainer Florian Kohfeldt. Nachdem bekannt wurde, dass Trainer Marco Rose von Gladbach nach Dortmund wechselt, haben die um Gerüchte um einen Abgang von Kohfeldt wieder zugenommen.In den letzten Wochen gab es immer mal wieder Spekulation, ob Kohfeldt vielleicht Werder Richtung Gladbach verlassen würde. Mit seiner Äußerung bei der letzten PK: „Ich bin Trainer von Werder Bremen. Das bin ich sehr, sehr gerne und mit vollem Herzen.“ Hat er diese Spekulationen auch nicht wirklich ausräumen können. Sportchef Frank Baumann glaubt daran, dass Florian Kohfeldt bei Werder bleiben wird.

Vorschau: Der 22. Spieltag wird mit der Partie TSG Hoffenheim vs. SV Werder Bremen am Sonntag um 18:00 Uhr abgeschlossen.  Spiele gegen Hoffenheim haben in der Vergangenheit öfters für Spektakel gesorgt. Der erste Vergleich im Jahr 2008 gewann Werder mit 5:4, nachdem sie bereits 4:1 geführt hatten, die TSG den Ausgleich schaffte und Werder in Unterzahl noch den Sieg einfahren konnt. Im Jahr 2013 gab es ein ähnlich turbulentes Spiel, das 4:4 endete und bei dem Werder in beiden Nachspielzeiten noch ein Tor zum Ausgleich erzielen konnte. Bei 25 Bundesliga Begegnungen gab es 10 Siege, 10 Unentschieden und 5 Niederlagen gegen Hoffenheim. Der Schnitt von 3,32 Toren verspricht einen gewissen Unterhaltungswert.  Mit jeweil 23 Punkten befinden sich beide Mannschaften zur Zeit auf Augenhöhe mit Platz 11 und 12. Werder ist damit im Soll, aber die TSG hat sich vermutlich einen besseren Saisonverlauf gewünscht. Da die TSG am Donnerstag noch auswärts in der Europa League ein Spiel bestreiten muss, wird Werder ausgeruhter in die Partie gehen können. Es wird interessant sein, wie die TSG die Reisestrapazen in der aktuellen Phase verkraften wird.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Es fehlte nicht viel zur Sensation. Immerhin langte es für Arminia Bielefeld am Montagabend in München zu einer faustdicken Überraschung. Mit 3:3 trennte sich der Aufsteiger vom Rekordmeister und hinterließ mit seinem mutigen und engagierten Spiel einen starken Eindruck. 2:0 führte der DSC nach Toren des Winterneuzugangs Michael Vlap und Amos Pieper. Dem 1:2-Anschlusstreffer ließ Arminias eingewechselter Christian Gebauer schnell das 3:1 folgen. Die Sensation war zum Greifen nah, die Bayern am Ende aber doch zu stark und zielstrebig, als das sie die Punkte doch komplett den Bielefeldern überlassen wollten. Arminia Bielefeld sendete damit ein starkes Zeichen an die Abstiegskonkurrenz. Man hatte dem Meister lange Paroli geboten und war dem klaren Favoriten mit unermüdlichem Einsatz begegnet. 125,3 Kilometer spulten die Gäste in 90 Minuten ab, während die Bayern nur auf 114,7 km kamen.

News der Woche: Der Spieler des 3:3 in München hat sich die News der Woche redlich verdient. Michel Vlap, die Leihgabe vom RSC Anderlecht, machte in München nicht nur sein erstes Spiel für Arminia. Der Niederländer traf auch noch zum 1:0 und bereitete das 2:0 vor - mehr Topdebüt geht nicht. Der Kicker belohnte diesen Auftritt nicht nur mit der Berufung in die Elf des Tages, sondern kürte den Arminen auch gleich noch zum „Spieler des Spieltags“. Der 23-Jährige selbst kommentierte sein Debüt mit diesen Worten: „This is super“. Man muss zugeben: auf den Punkt!

Vorschau: Für Arminia reiht sich in diesen Wochen Topgegner an Topgegner. Kaum sind die Bayern abgehakt, ist am Freitag (20.30 Uhr, Alm) der Tabellenvierte VfL Wolfsburg zu Gast in Bielefeld. Die Woche darauf muss der Aufsteiger beim gerade kriselnden Topklub Borussia Dortmund antreten. Aber erst einmal kommt es zum Tanz mit den Wölfen. Und die Arminen dürften mit dem 3:3 in München beste Voraussetzungen geschaffen haben, um gegen die Wolfsburger eine kesse Sohle aufs Parkett zu legen. Selbstvertrauen, Überzeugung und Zuversicht sind gute Voraussetzungen, um dem VfL mit einer breiten Brust zu begegnen. Also ganz anders, als es die Arminen im Hinspiel getan haben. Beim 1:2 in Wolfsburg lieferte der DSC eine der schlechtesten Saisonleistungen ab und verlor völlig verdient. Folgt nun die Zeit der Wiedergutmachung?


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB Stuttgart und die Hertha teilen sich mit einem 1:1 die Punkte. In der ersten Hälfte konnte der VfB das Spiel kontrollieren, aber konnte seine Chancen nicht verwerten bis kurz vor Halbzeit ein Kopfball von Sasa Kaladjzic durch die Arme von Jarstein rollte. Zwar wurde das Tor erstmal aufgrund einer Abseitsstellung zurückgenommen, wenig später korrigierte der VAR die Entscheidung und der Schiedsrichter entschied auf Tor. In der zweiten Hälfte spielten die Gäste aus Berlin besser und der eingewechselte Netz stoplerte den Ball in der 82. Minute wortwörtlich ins Tor. Es war insgesamt ein leistungsgerechtes Unentschieden und die Jungs aus Cannstatt bleiben weiterhin auf Platz 10.

News der Woche: Paukenschlag an der Mercedesstraße! Wenig Stunden nachdem Spiel gegen Berlin wurden der Finanz-Vorstand Stefan Heim sowie der Marketing - Vorstand Jochen Röttgermann von ihren Aufgaben entbunden. Doch das war nicht die einzige Personalentscheidung beim Verein für Bewegungsspiele. Am Montagabend setzte sich der Vereinsbeirat zusammen und noch bevor die Sitzung begann traten Claudie Maintok aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen und James Bührer aus beruflichen Gründen zurück. Der Vereinsbeiratvorsitzende Dr. Wolf-Dietrich Erhard trat nach der Sitzung aufgrund der aktuellen Krise ebenfalls zurück. Der verbliebene Vereinsbeirat nominierte den aktuellen Präsidenten Claus Vogt als enzigen Präsidentschaftskandidaten für die nächste Mitgliederversammlung, deren Termin nun in der Schwebe steht. Rainer Weninger wurde zum neuen Vorsitzenden des Vereinsbeirat gwählt.

Doch es ging noch weiter mit den Rücktritten: Das umstrittene Präsidiumsmitglied Rainer Mutschler und sein Kollege Dr. Gaiser treten ebenfalls aus den Vorstand zurück. Aus dem Aufsichtsrat legt Hermann Ohlicher aus gesundheitlichen Gründen sein Mandat nieder. Der 71 - Jährige schoss den VfB im Jahr 1984 zur deutschen Meisterschaft und hat Legendenstatus in der Mercedesstraße.

Der Vorstand der AG besteht mittlerweile nur noch aus dem Vorstandsvorsitzenden und Vorstand Sport Thomas Hitzlsperger und es gibt zwei vakante Posten zu besetzen. Das Präsidium der e.V. besteht nur noch aus dem Präsidenten Claus Vogt und bei der nächsten MV gilt es die Nachfolger von Mutschler und Dr. Gaiser sowie die vakanten Posten des Vereinsbeirats zu bestimmen.

Vorschau: Fußball wird auch noch in der Mercedesstraße gespielt und am Samstag 15:30 Uhr treffen die Schwaben auf dem 1.FC Köln im Müngersdorfer Stadion. Auch wenn sie in Frankfurt keinen Punkt holen konnten, so zeigt die Formkurve mit 2 Siegen aus 4 Spielen nach oben und die abstiegsbedrohten Geißböcke sollte man nicht unterschätzen. Im Hinspiel trennten sich die beiden Vereine mit 1:1.

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