Mit 1.79 PPS auf die Straße gesetzt

Leverkusen entlässt den Coach und holt sich Unterstützung bis Saisonende. Außerdem die Woche bei den anderen Bundesliga-Teams

FC Bayern München

Rückschau: Es ging gar nicht gut los für die Bayern am Samstag gegen den VFB Stuttgart. Die Schwaben kamen deutlich besser in das Spiel und Alphonso Davies sieht bereits nach 11 Minuten die rote Karte. Aus dem Duell der Supersprinter wurde demnach nichts, auch Silas Wamangituka musste noch in der ersten Hälfte vom Platz (Gute Besserung selbstverständlich).

Doch wer erwartet hätte, dass ohnehin bereits gute Stuttgarter nun in Überzahl die Bayern wieder in den Leipziger Dunstkreis schicken könnten, der kennt einen gewissen Robert L. aus München nicht. In der 23. Minute stand es bereits 3:0, das Spiel war komplett aus den Fugen geraten und Lewandowski hatte schon zwei Mal getroffen.

 Auch das 4:0, das den Endstand markieren sollte schoss der Pole und lässt nun auch die letzten Zweifler (wie mich) langsam nachdenklich werden. Aber dazu ja vielleicht in ein paar Wochen mehr.

Am Ende war es eine sehr reife Leistung der Bayern, die einen wohl verdienten Sieg hervorbrachte. Gegen ein Rudel junger Stuttgarter, die sich dadurch allerdings nicht entmutigen lassen sollten, die Erfahrung wird sie noch stärker machen.

News der Woche: Die Champions League Viertelfinals wurden vergangenen Freitag ausgelost. Für die Bayern heißt das:

Di 06.04. zuhause gegen PSG

Mi 14.04. in Paris

Das Rematch zum letztjährigen Finale soll es also sein. Paris ist zwar nicht sattelfest in der Ligue 1, eroberte am Wochenende jedoch beeindruckend die Tabellenspitze zurück. Vor allem die Offensive bereitet Kopfschmerzen, es könnte zu einem Shootout kommen.

Mein persönlicher Wunschgegner wäre Real Madrid gewesen, da stehen bekanntlich noch ein paar Rechnungen offen. Die Madrilenen bekommen es mit dem FC Liverpool zu tun, ein aufeinandertreffen wäre nur im Finale möglich.

Vorschau: Wenn das Zittern nächste Woche vorbei ist und alle Spieler hoffentlich wieder gesund und munter bei ihren Vereinen sind steht der vielleicht Titelentscheidende Showdown in der Liga an.

Man reist am 03.04. nach Leipzig für das direkte Duell erster gegen zweiter, beste Offensive gegen beste Defensive.

Bei den Bayern fallen Davies und Boateng (diesmal wirklich nicht dabei) gesperrt aus, man wird also mit Notfalldefensive spielen, wenn man das so nennen darf. Für die Leipziger kommt nur ein Sieg in Frage, um den Abstand auf einen Zähler zu vermindern. Das Hinspiel endete in einem wilden 3:3, ein Sieg wäre diesmal Balsam für die Münchner Ambitionen, auch in Anbetracht auf die Champions League.


Borussia Dortmund

Rückschau: Rückschlag für den BVB: Enttäuschender als das 2:2 in Köln als solches und der wieder auf vier Punkte angewachsene Rückstand auf den Tabellenvierten Frankfurt war die Leistung der Schwarz-Gelben über weite Strecken. Den Rückstand auf die Eintracht kann man im direkten Duell verkürzen, doch das Auftreten am Samstag wirkte wie die Wiederkehr der Schlampigkeit.

Die frühe Führung und der späte Ausgleich durch Erling Haaland rahmten ein unbefriedigendes Spiel ein, in dem die Borussen oft nicht konsequent genug, zu weit weg vom Gegner und zu ungenau im Passspiel waren. Der Sonntagstorschütze vom Hertha-Spiel Julian Brandt sowie Rechtsverteidiger Thomas Meunier ragten nicht zum ersten Mal als besonders mangelbehaftet heraus – derzeit scheint keine Besserung in Sicht. Lichtblick des Spiels: Ein weiterer Youngster, der in der 80. Minute eingewechselte Offensivmann Ansgar Knauff, steuerte den Assist zu Haalands Ausgleich bei.

News der Woche: Es verwundert dieser Tage nicht, aber es macht traurig und wütend: Mit Jude Bellingham ist ein weiterer Fußballspieler Opfer von üblen Beleidigungen gegen sich und seine Familie in den sozialen Medien geworden. Auch Thomas Meunier wurde zuletzt von Real Madrid-Fans im Netz attackiert, allerdings nicht aus rassistischen Motiven – den Hintergrund gibt’s hier. Ob so etwas im Netz oder auf dem Feld, wie zuletzt gegen Rangers-Spieler Glen Kamara passiert, ist unerheblich: Es muss endlich konsequenter gegen rassistische Sprüche und Bedrohungen vorgegangen werden. Im Fall von Jude Bellingham haben sich der Account der englischen Nationalmannschaft wie auch Borussia Dortmund eindeutig positioniert.

Vorschau: Einerseits ist der Begriff „Sechs-Punkte-Spiel“ ein bisschen zu einer übernutzten Phrase verkommen, andererseits beschreibt er manchmal eben doch genau die Bedeutung einer Partie. Für Borussia Dortmund ist das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt nach der Länderspielpause am 3. April um 15.30 Uhr jedenfalls ungemein wichtig. Eine Niederlage gegen den direkten Konkurrenten um die Qualifikation zur Champions League wäre angesichts der Frankfurter Formstärke bei dann sieben Punkten Rückstand eine Vorentscheidung.

Das Team von Adi Hütter spielt eine für seine Verhältnisse unglaublich gute Saison. Aus den letzten zehn Spielen resultierte nur eine Niederlage. Die Mannschaft ist durchweg ordentlich besetzt; bei den Gegentoren gehört sie allerdings nicht zu den Top 4 der Liga. Besonders begeistert haben die Mittelfeldspieler Filip Kostic und Amin Younes sowie natürlich Superstürmer André Silva mit mittlerweile 21 Toren in 24 Einsätzen – Letzterer hat sogar Real Madrid-Rückkeher Luka Jovic in den Hintergrund gedrängt.


RB Leipzig

Rückschau: Drückend überlegender Auswärtsauftritt oder glanzloser Arbeitssieg? Das 1:0 von RB am Freitagabend bei Arminia Bielefeld lässt durchaus beide Sichtweisen zu. Auf der einen Seite stehen 82 Prozent Ballbesitz, über 900 zu 199 Pässen, 8:0 Schüsse auf Tor und 2,51 zu 0,29 xGoals. Allein RB-Innenverteidiger Orban brachte mehr seiner 164 Pässe an seine Mitspieler (154) als die komplette Mannschaft von Bielefeld (111). Auf der anderen Seite gelang es nur Marcel Sabitzer kurz nach Wiederanpfiff (46. Min) den starken Arminia-Torwart Ortega zu überwinden, nachdem Olmo im Zusammenspiel mit Halstenberg den Ball erobert und in die Mitte gepasst hatte. Trotz phasenweiser handballartiger Dominanz gelang es RB nur selten, mit Tempo hinter die dichten Ketten von Bielefeld zu gelangen. Kurz vor der Halbzeit scheiterte Nkunku an Ortegas Fingerspitzen und der Latte, in der Schlussphasen vergaben Hwang (76. min) und erneut Nkunku (79. min) weitere Chancen. Bielefeld hielt zwar das Spiel bis zum Schluss ergebnistechnisch noch offen, vergab aber seine wenigen Umschaltsituationen, die größte davon durch Klos in der 56. Minute.  

Funfact: 6 RB-Spieler, die bereits 2015 beim ersten Aufeinandertreffen beider Klubs in der 2. Bundesliga dabei waren, standen auch am Freitag in der Startelf, Neuzugänge der letzten beiden Transferperioden dagegen nicht.  

News der Woche: Am Montag bestätigte der Verein offiziell den bereits seit Wochen gerüchtelten Transfer von Mohamed Simakan. Der Verteidiger wechselt im Sommer für kolportierte 15-17 Millionen Euro von Racing Straßburg nach Leipzig und erhält hier einen Vertrag bis 2026. Der 20-Jährige ist nach Josko Gvardiol von Dinamo Zagreb bereits die 2. Verpflichtung eines Innenverteidigers, mit der RB auf den Abgang von Upamecano reagiert.

Angesichts von bereits 3 Neuzugängen und damit einem Kader von 24 Feldspielern wird sich im Sommer auch die Frage möglicher Abgänge bisheriger Leistungsträger stellen. So laufen im Sommer 2022 die Verträge von Willi Orban, Marcel Halstenberg, Emil Forsberg und Marcel Sabitzer aus. So berichteten verschiedene Medien, die Bedeutung der vier Spieler für die RB-Kaderplanung habe abgenommen und auch ablösefreie Wechsel seien kein Tabu mehr. Dem trat Sportdirektor Markus Krösche nach dem Bielefeld-Spiel entgegen. "Wir werden Gespräche führen, welche Ideen sie haben und wo sie ihre Zukunft sehen. Aber es sind sehr wichtige Spieler für uns", so Krösche.

Vorschau: Sollte – wie zu erwarten – die gestern verkündete Osterruhe nicht für Bundesliga-Profis gelten, trifft Leipzig am Karsamstag (18.30 Uhr) zu Hause auf den Tabellenführer und Rekordmeister Bayern München. Für RB kann es angesichts von aktuell 4 Punkten Rückstand nur um einen Sieg gehen, soll der Saisonendspurt wirklich zum Titelrennen werden. Nicht dabei sein wird bei RB auf jeden Fall Kevin Kampl, der gegen Bielefeld seine 5. Gelbe Karte kassierte. Ob Upamacano nach seiner Verletzung gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber auflaufen kann, ist aktuell noch offen. Ebenso wie die Frage, ob alle 12 RB-Profis, die zuvor auf Länderspielreisen gehen, gesund und ohne virale Souvenirs nach Leipzig zurückkommen.


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: Da ist er, der langersehnte Sieg nach sieben Pleiten in Folge. Es war kein dreckiger oder glücklicher, auch kein glanzvoller, es war ein verdienter Sieg gegen Schlusslicht Schalke 04. Borussia setzte von Anfang an auf geordnetes Spiel, viel Ballbesitz und den Weg nach vorn. Die gebeutelten Schalker blieben weitgehend passiv und kamen nur vereinzelt gefährlich vor das Tor von Yann Sommer. In beiden Halbzeiten hatte Gladbach so bis auf die ausgeglichene Zweikampfstatistik alle Werte auf seiner Seite.

Das Führungstor nach einer Viertelstunde war für die Gäste in diesem Duell zweier verunsicherter Mannschaften eine merkliche Befreiung, wie man am emotionalen Jubel von Kapitän und Torschütze Lars Stindl ablesen konne. Dabei hatte die Manschaft von Marco Rose in dieser Situation durchaus Glück, weil die Hereingabe von Marcus Thuram sehr stark nach einem Aus-Ball aussah, durch den VAR aber auch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, dass der Ball die Grundlinie mit vollen Umfang überschritten hatte. Hätte das Schiri-Gespann auf Aus entschieden, wäre diese Entscheidung wohl ebenfalls nicht beanstandet worden.

Mit der Führung im Rücken erkämpfte sich Borussia zunehmend Sicherheit zurück und hatte mit dem zweiten Tor, bei dem Stefan Lainer die Schalker Abwehr mit einem Kopfball ins kurze Eck düpierte, bereits eine Vorentscheidung geschafft. Und profitierte dann vom Fehlgriff von Torwart Rönnow, der einen Kopfball von Nico Elvedi schon sicher zu haben schien und ihn sich dann doch unglücklich ins eigene Tor legte. Insgesamt ein eminent wichtiger Sieg, aber erwartungsgemäß auch nicht gleich wieder eine Gala. Immerhin bringt dieses 3:0 notwendige Ruhe für die nächsten Trainingstage im Borussia Park.

News der Woche: Was für ein Hype! Ein Weltstar auf Borussias Trainerbank? Das schien am Montag plötzlich Realität zu werden. Und die zuletzt eher lethargisch-unfrohe Borussia-Fanblase in den sozialen Netzwerken lief in Rekordgeschwindigkeit zur Hochform auf.

Was war passiert? Xabi Alonso, spanischer Welt- und Europameister, Führungsspieler bei Real Madrid, Liverpool und Bayern München war laut der Bild-Zeitung als Nachfolger des scheidenden Marco Rose verpflichtet worden. Der Verein sagte nichts, und ein paar Stunden später musste das Boulevardblatt schon zurückrudern. Der Deal sei doch noch nicht fix, es würden auch mit anderen Trainern noch Gespräche geführt. Mit wem, das wusste die Bild allerdings auch wieder nicht. Am Dienstag meldete auch der Kicker nach seinen Informationen, dass der Weg eher von Alonso wegführe, der als Übungsleiter beim Drittligisten San Sebastian II noch keine großen Erfahrungen als Trainer vorzuweisen hat.

Dennoch wäre er natürlich ein Kandidat mit Strahlkraft, einer, dem man mit dem VfL durchaus eine Entwicklung hätte zutrauen können. Sehr deutlich war an dieser Personalie, und vor allem an der folgenden Aufregung im Netz aber zu spüren, wie sehr die Fans nach guten Nachrichten lechzen - weil sie endlich wissen wollen, wie und mit wem es nach Rose weitergehen wird. Sehr treffend fasste das @fohlenkanal auf Twitter zusammen:

Vorschau: Das nächste Spiel nach der Länderspielpause findet zu einer ungewöhnlichen Anstoßzeit statt. Am Karsamstag um 20.30 Uhr empfängt Borussia den SC Freiburg, der mit einem Punkt mehr in der Tabelle knapp vor Gladbach liegt. Vor der Länderspielpause war der Kader von Marco Rose komplett von Verletzten verschont - mal sehen, wie es in einer Woche aussieht.

Gesperrt fehlen wird in jedem Fall Ramy Bensebaini (5. Gelbe Karte), für ihn dürfte Oscar Wendt zu einem seiner letzten Startelfeinsätze für den VfL auf der Linksverteidigerposition kommen. Denn wie am Dienstag offiziell wurde, wird der Schwede nach der Saison in seine Heimat zurückkehren und dort bei seinem Heimatverein IFK Göteborg die Karriere ausklingen lassen. Auch wenn er im Borussia Park sportlich längst nicht immer unumstritten war, ist Wendts Abgang nach zehn Jahren ein enormer Verlust.

Als Kabinen-DJ und Gute-Laune-Garant, aber vor allem als loyaler Mannschaftsspieler, der sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Und Borussias tolle Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren ist gerade auch mit ihm eng verbunden. Als er 2011 aus Kopenhagen an den Niederrhein wechselte, war er einer der wenigen Spieler mit Europa-Cup-Erfahrung, er hatte gar schon gegen Messi und Barcelona gespielt. Im März 2021 nun schloss sich für ihn gewissermaßen der Kreis bei Borussia, als er im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinale gegen Manchester City in der 88. Minute nochmal eingewechselt wurde.

Wirklich schade ist, dass Oscar Wendt wie schon Raffael im vergangenen Jahr ein emotionaler Abschied am Saisonende in einem vollen Stadion verwehrt bleiben wird.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Leverkusen verlor 0:3 bei Hertha BSC, woraufhin sich die Vereinsführung zwei Tage später entschied, das Trainerteam zu wechseln. Das Spiel selbst entschied sich in der ersten Halbzeit, wo alle drei Tore fielen. Teilweise sehenswert, teilweise wurde es den Berlinern aber auch nicht besonders schwer gemacht. Leverkusen war meistens immer ein Schritt zu spät, in diesem Licht sind auch die überdurchschnittlich vielen Foulspiele zu sehen (20, Saisondurchschnitt: 13,15). Ansonsten hatte Leverkusen viel fruchtlosen Ballbesitz und agierte in der Verteidigung oft unkoordiniert. Man könnte auch sagen: Ein typisches Bayer-Spiel der jüngsten Vergangenheit.

News der Woche: Es lassen sich grundsätzlich immer gute Gründe finden, sich vom Trainerteam zu trennen. Und die Leistung der Leverkusener Mannschaft in den letzten Wochen lieferte ziemlich viele davon, was an dieser Stelle auch oft Thema war. Völlers Analyse, dass in den letzten Spielen immer wieder die gleichen Muster beobachtbar waren, stimmt daher. Nachvollziehbar ist die Entscheidung daher auf jeden Fall. Ich kann auch verstehen, wenn man sie aufgrund der mangelnden Weiterentwicklung der letzten Wochen als alternativlos erachtet. Dennoch bedaure ich sie: Letzlich entließ man ihn, weil man auch zukünftig davon ausging, dass er die Wende nicht mehr schaffen wird. Das kann man aber auch anders sehen, wenn man bedenkt, dass diese Saison von zahlreichen Verletzungen und Covid-Fällen gekennzeichnet war und sich das Lazarett nach der Länderspielpause wieder ein wenig gelichtet hätte. Kurzfristig mag dieser Trainerwechsel richtig sein, langfristig hinterlässt er aber nur Ungewissheit. Die Spielidee von Bosz überschnitt sich mit den Zielen des Vereins, nun gilt es einen neuen Trainer mit einem ähnlichen Ansatz zu finden. All das in einem Sommer, der sowieso von einem großen Umbruch im Kader gekennzeichnet sein wird.

Vorschau: Bis zum Saisonende übernimmt nun Hannes Wolf, der den in Leverkusen sehr gut bekannten Peter Hermann und Miguel Moreira von Borussia Dortmund als Co-Trainer mitbringt. Letzlich wird es nur darum gehen, die Mannschaft zu stabilisieren, dementsprechend ist auch meine Erwartungshaltung ans Trainerteam. Sonderlich überzeugt bin ich offen gesagt nicht, dem so früh jetzt aber schon weiter Ausdruck zu verleihen, wäre aber zu unfair.
Nach der Länderspielpause wird Leverkusen am 03. April Schalke 04 empfangen. Mit Hrádecký und den Bender-Zwillingen dürften gleich drei Führungsspieler wieder zurückkehren. Auch wenn der Druck weiterhin hoch ist, weil jeder von einem Sieg ausgeht, muss man schon sagen, dass es eher ein dankbarer Beginn einer wohl kurzen Geschichte ist.


TSG Hoffenheim

Rückschau: “Das ist aktuell auch für mich nicht zu erklären [...]. Man muss konstatieren, dass wir nicht darauf vorbereitet waren, auf das, was Mainz abgeliefert hat. Aber genau damit hatten wir gerechnet.” Selbst Sebastian Hoeneß konnte die absolut verdiente Heimpleite gegen Mainz am vergangenen Sonntag offensichtlich nicht fassen. Noch bitterer ist diese Niederlage, wenn man bedenkt, dass in Hoffenheim unter der Woche noch von der Conference League als “lohnendes Ziel” gesprochen wurde. 

Bereits nach 26 Sekunden (!) musste die TSG am frühen Sonntag Nachmittag den 0:1 Rückstand durch Glatzel hinnehmen und war sichtlich geschockt vom Auftreten der Mainzer. In Minute 39 glich Bebou schließlich zum 1:1 aus, nur zwei Minuten später gingen die Gäste durch Kohr aber wieder in Führung.

Auch in der zweiten Hälfte war Mainz die bessere Mannschaft, weshalb die Partie folgerichtig mit einer bitteren 1:2 Niederlage für die Kraichgauer endete.

News der Woche: Der Wechsel von Holstein Kiels Jae-Sung Lee ist nach Informationen des ‘kicker’ wohl doch noch nicht auf der Zielgeraden. Einen Bericht von ‘Sky’, in dem es hieß, dass nur noch vertragliche Details zu klären seien, dementierte das Fachmagazin Mitte der vergangenen Woche. Lee sei demnach lediglich ein Kandidat im Kraichgau.

Aufgrund der anstehenden Länderspiele muss Coach Sebastian Hoeneß im Training auf ganze zwölf Profis verzichten. Neben Adamyan (Armenien), Dabbur (Israel), Baumgartner, Grillitsch, Posch (alle Österreich),Bebou (Togo), Kaderabek (Tschechien) und Kramaric (Kroatien) werden auch Richards (USA), Samassekou (Mali), Skov (Dänemark) und Sessegnon (England U21) zu ihren Nationalmannschaften reisen. Bleibt nur zu hoffen, dass eine erneute Corona-Welle wie nach den letzten Länderspielen vergangenen Herbst ausbleibt.

Vorschau: Am Karsamstag wartet auf die TSG um 15:30 Uhr ein wichtiges Auswärtsspiel in Augsburg. Anstelle von Eiern begibt sich die Mannschaft von Sebastian Hoeneß auf die Jagd nach wichtigen Punkten, die zumindest eine minimale Resthoffnung auf den Europapokal am Leben erhalten können. Sollte die Partie aber erneut verloren gehen, werden sich die Kraichgauer wohl eher in Richtung Abstiegskampf orientieren müssen, was mit dem vorhandenen Kader schon fast eine kleine Blamage wäre.

Für die Mission Auswärtssieg wäre ein Andrej Kramaric in Topform enorm wichtig. Der Kroate lief seiner Form in den letzten Spielen etwas hinterher und war oft nur ein Schatten seiner selbst. Bei einer guten Leistung des Topstürmers und des restlichen Teams sollte ein Sieg für die jedoch TSG absolut möglich sein.


VfL Wolfsburg

Rückschau: Dank eines Eigentores von Josh Sargeant und einem Treffer von Wout Weghorst bleibt der VfL Wolfsburg mit dem 2:1-Arbeitssieg in Bremen stramm auf Kurs Champions League. Vor allem in Halbzeit eins zeigten die Wölfe, dass auch die Bremer als Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte im Moment nicht gefährlich werden können. Eine Standardsituation und ein erfolgreiches Pressing sorgten dabei schon für die Vorentscheidung. Durch ein umstrittenes Anschlusstor noch vor Pausenpfiff wurde es dann noch mal spannend und in Halbzeit zwei fehlte dem VfL dann die nötige Souveränität Dennoch ging die Glasner-Elf verdient als Sieger vom Platz. Insgesamt zeichneten sich beide Teams aber durch zu viele Ballverluste aus: Passquote Bremen 73, Wolfsburg 74 Prozent.

News der Woche: In der Länderspielwoche war auch die Nicht-Nominierung von Wout Weghorst (Niederlande) und Maximilian Arnold (Deutschland) Thema. Beide zeigten sich auch medial stark enttäuscht, wieder nicht in der Nationalelf berücksichtigt worden zu sein. In einem Interview mit Sky-Austria wurde außerdem Oliver Glasner noch einmal zu seiner Zukunft befragt: Tendenz, bei Erreichen der Champions League bleibt er auf alle Fälle in Wolfsburg, um die Ernte einzufahren. Grundsätzlich suche er sich immer Vereine aus, um etwas zu entwickeln, hier sei er mit Wolfsburg mittendrin. Auch vom Verein gibt es keine Anstalten aktuell in eine Trainerdiskussion einzusteigen. Warum auch? Im Moment liegt der Fokus ohnehin woanders: Jörg Schmadtke ist am Corona-Virus erkrankt, ihm gehe es aber den Umständen entsprechend gut.

Vorschau: Nach der Länderspielpause kommt der 1. FC Köln nach Wolfsburg. Ein Spiel, dass von Seiten des VfL gewonnen werden muss. Die Ausgangslage mit acht Punkten Vorsprung auf die Euro League ist gut, aber angesichts der danach anstehenden Partien mit Leipzig, Dortmund, Frankfurt und Bayern auch kein Ruhekissen - und eine Verdeutlichung, wie wichtig die drei Punkte gegen Köln sind. Besonders steht im Moment die Reha von Jerome Roussillon. Auf der Linksverteidiger Postion musste nach der Rot-Sperre von Otavio zuletzt Yannick Gerhardt aushelfen. Glasners Ziel ist aber, dass der angestammte Roussillon möglichst schnell für einen Einsatz auf der Position fit ist. 


SC Freiburg

Rückschau: Der SC Freiburg fand am Sonntagabend nach der enttäuschenden Niederlage in Mainz zurück in die Erfolgsspur und schlug den FC Augsburg zuhause mit 2:0. Nach einer Umstellung auf ein 4-4-2 begann der Sport-Club gut und vergab die ersten Chancen, bis Augsburg das Freiburger Flügelspiel etwas besser in den Griff bekam. Augsburg selbst wurde allerdings auch hauptsächlich mit Fernschüssen gefährlich, weswegen ein 0:0 Pausenstand in Ordnung ging. Kurz nach Wiederanpfiff brachte Sallai den SC in Führung, nachdem Günter in einer großartigen Einzelaktion aus dem Mittelfeld durch vier Gegenspieler in den Strafraum durchsprinten und den Ball auf Sallai ablegen konnte. In der Folge gab es ein paar gute Chancen auf beiden Seiten. Müller hielt den Freiburger Kasten jedoch sauber, bis Lienharts zunächst wegen Abseits abgepfiffener Kopfballtreffer nach VAR-Intervention den 2:0 Endstand markierte. Augsburg hatte mehr Schüsse, Freiburg jedoch die besseren Chancen und gewann daher eine spielerisch mäßige Partie dank viel Kampf und körperlicher Härte mit 2:0.

News der Woche: Als interessante Randnotiz der Partie wurde gemeldet, dass Freiburg deshalb in den Zuhause ungewohnten gelben Alternativtrikots spielte, da ein Freiburger Spieler unter einer Rot-Grün-Schwäche leidet und so die Augsburger und Freiburger Trikots nicht gut hätte unterscheiden können.

Ansonsten hatte Christian Günter als der klar beste Spieler auf dem Platz auch neben dem Platz in der vergangenen Woche für positive Schlagzeilen gesorgt, nachdem er frühzeitig seinen Vertrag mit dem SC Freiburg verlängert hatte.

Das Schwarzwälder Eigengewächs spielt seit fünfzehn Jahren beim Verein und steht wie kaum ein Zweiter für die erfolgreiche und intensive Freiburger Jugendarbeit. In der B-Jugend schon fast abgeschrieben, blühte er unter dem damaligen A-Jugend-Trainer Christian Streich auf und wurde von diesem später zum Bundesligaspieler herangezogen. Heute ist er fraglos einer der besten und verlässlichsten Außenverteidiger der Liga, auch wenn im aktuellen Umbruch für den 28-Jährigen wohl keine weiteren Nominierungen für die Nationalmannschaft zu erwarten sind.

Eine schlechte Nachricht erreichte den SC Freiburg dann noch zu Beginn der Woche: Rekordtorschütze Nils Petersen, der die Partie gegen Augsburg mit einem uneindeutigen Testergebnis verpasste, wurde nun positiv auf Corona getestet. Bleibt nur zu hoffen, dass seine Erkrankung möglichst symptomarm verläuft. Gute Besserung!

Vorschau: Nach der Länderspielpause fährt der SC Freiburg zu Borussia Mönchengladbach, die sich nach äußerst unruhigen Zeiten zumindest über den Pflichtsieg gegen Schalke 04 freuen dürften und den Heimvorteil im Duell gegen Freiburg genießen – der letzte Sieg gelang dem jeweiligen Gast zuletzt vor 22 Partien. Solche Zahlenspiele sollten allerdings deutlich weniger entscheidend sein als die Form der jeweiligen Mannschaften. Gladbach wird der Erfolg gegen Schalke und die kurze Pause guttun, um wieder etwas zur Ruhe zu kommen.

Der SC Freiburg konnte in den letzten Wochen mit dem Ball eher selten überzeugen, auch wenn das Spiel gegen Augsburg einen ersten Schritt in die richtige Richtung darstellte. Christian Streich scheint von der in der Hinrunde erfolgreichen Dreierkette nun allerdings abgerückt zu sein, obwohl dies gegen die Gladbacher Flügelspieler durchaus erfolgsversprechend sein könnte. Personell sollte er mit dem erstmals von Beginn an spielenden Til und dem genesenen Kwon genug Möglichkeiten haben, um sein Wunschspiel aufzuziehen und dennoch mehrere offensive Varianten von der Bank bringen zu können.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: 5:2 siegt Eintracht Frankfurt gegen Union Berlin in einem Spiel, das keineswegs so einseitig war, wie es das Endergebnis vermuten lässt. Ein Blick auf die Torschuss-Statistik zeigt sogar ein anderes Bild: 25:9 Torschüsse für die Köpenicker. 

Kurz nach Anpfiff klärte Sow bereits einen Torschuss der Berliner auf der Linie und verhinderte damit den Blitzrückstand. Wenig später geht Eintracht Frankfurt in der 2. Minute selbst durch Knipser André Silva in Führung, nur um fünf Minuten später den Ausgleich zu kassieren. Ein strittiger Treffer, denn Ryerson traf Hasebe mit den Stollen voraus am Oberschenkel. Dieser trug sichtliche Spuren davon, doch weder Schiedsrichter Markus Schmidt noch sein Video-Assistent Günter Perl konnten ein Vergehen erkennen und erklärten den Treffer für zulässig.

Der Ärger auf Seiten der Frankfurter war groß. Trost folgte dann aber in der 35. Minute. Durch ein kurioses Eigentor von Andrich ging die SGE erneut in Führung. Es folgten sechs Minuten mit zwei weiteren sehenswerten Eintracht-Treffern. Und kurz vor dem Pausenpfiff ließ es sich auch Max Kruse nicht nehmen ein weiteres Mal zum 4:2-Halbzeitstand einzunetzen.

Die zweite Spielhälfte verlief weniger wild. Dennoch machte Union weiterhin ordentlich Druck auf die Frankfurter Abwehr, die auf drei von fünf Stammkräften verzichten musste. Hinteregger und Durm fehlten verletzt, Tuta aufgrund einer Gelbsperre. Ersetzt wurden sie durch Hasebe und Ilsanker, sowie Barkok, der auf der rechten Außenbahn merkliche Probleme hatte, Kruse in den Griff zu bekommen. Umso wichtiger, dass Trapp an diesem Tag eine großartige Leistung ablieferte und viele der gefährlichen Unioner Tormöglichkeiten zu vereiteln wusste. Tatsächlich gelang den Köpenickern kein weiterer Treffer mehr. 

Dafür zauberten die eingewechselten Spieler Hrustic, Zuber und Torschütze Chandler in der Nachspielzeit noch das 5:2 auf den Platz – und besiegelten damit drei weitere immens wichtige Punkte für die SGE.

News der Woche: Für viele Eintracht-Akteure steht ein Ausflug zu ihren Nationalteams bevor. Zur deutschen A-Nationalmannschaft reist in dieser Länderspielpause nicht nur Torwart Kevin Trapp, auch Amin Younes kehrt nach seiner letzten Berufung 2017 wieder zurück zur Nationalelf und erfüllt sich damit einen großen Wunsch.

Zuletzt stellte Eintracht Frankfurt zwei deutsche A-Nationalspieler vor 26 Jahren ab. Insgesamt sind 13 Adlerträger aus acht Nationen für ihre Länder im Einsatz. Darunter mit Akman und Schubert zwei U21-Spieler.

Unter der Woche übergab die Eintracht den Angehörigen der Opfer des Terroranschlags von Hanau die Gedenk-Aufwärmshirts aus der Partie gegen den FC Bayern. Vertreten wurde der Verein durch Präsident Peter Fischer und die Spieler Amin Younes und Aymen Barkok. 

Am Mittwochmittag gab Eintracht Frankfurt zudem bekannt, dass Torwarttrainer Jan Zimmermann seinen Vertrag bis 2024 verlängert – ein wichtiges Zeichen. 

Vorschau: Nach der Länderspielpause erwartet die Eintracht mit Borussia Dortmund ein direkter Konkurrent im Kampf um die Champions-League-Plätze. Mit einem Sieg könnten die Frankfurter am 3. April in Dortmund den Vorsprung auf die Borussen auf sieben Zähler ausbauen. Es geht um Big Points im engen Rennen um die Königsklasse. 

Der BVB ist derzeit schwer einzuschätzen. Die Dortmunder verfügen über eine Top-Mannschaft, die in der Lage ist, große Spiele abzuliefern. An anderen Tagen erkämpfen sich die Schwarz-Gelben in letzter Sekunde ein 2:2 gegen limitierte Kölner. Nichtsdestotrotz muss vor allem die Eintracht-Defensive einen guten Tag erwischen, um den BVB und allen voran Naturgewalt Haaland in Zaum halten zu können.

Wie beide Mannschaften nach Rückkehr ihrer Nationalspieler aufgestellt sein werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. Klar ist, dass Hasebe das Spiel aufgrund einer Gelbsperre verpassen wird. 


Hertha BSC

Rückschau: Nachdem Pál Dárdai – wie letzte Woche beschrieben – vor dem Spiel gegen Leverkusen in die psychologische Trickkiste griff und die Champions League Wochen für beendet erklärte, war man gespannt, welches Gesicht Hertha nach einer enttäuschenden zweiten Hälfte in Dortmund zeigen würde. Passend zur mutigen Gangart setzte Dárdai auch mit der Aufstellung ein Zeichen. Im Sturm setzte er neben Cordoba auf den flexiblen und immer besser in Form kommenden Lukébakio, der ebenso flexibel agierte, wie der wiedergenesene Cunha. Zentral wurden sie durch Guendouzi und den überragenden Tousart immer wieder in Szene gesetzt. Hertha hatte zum ersten Mal seit Ewigkeiten das Glück auf seiner Seite und konnte nach einem Traumtor von Zeefuik bereits in der vierten Minute in Führung gehen. Hertha agierte sehr giftig und zweikampfstark, ließ sich aber immer weiter in die eigene Hälfte drängen und hatte bei Flanken und Standards das ein ums andere Mal jenes Glück, welches in den letzten Wochen fehlte. Mitten in die Drangphase und das sichere Gefühl, dass Leverkusen hier gleich den Ausgleich markieren würde, kam eine schöne Balleroberung von Tousart und ein genialer Pass auf Dodi Lukébakio, der nicht geahnte Übersicht bewies und den Ball auf den durchstartenden Cunha legte, der mit Cordobas Hilfe Tah alt aussehen ließ (nicht zum einzigen Mal an diesem Nachmittag) und den Ball an Grill vorbei ins Tor einschob. Die einsetzende Ungläubigkeit der leidgeprägten Herthafans wurde sieben Minuten später nochmal auf ein neues Level gehoben, als nach einem eigentlich schon verunglückten Konter Lukébakio im Zusammenspiel mit Zeefuik die Situation nochmal scharfmachen konnte, Cordoba erst scheiterte, dann aber in Torjägermanier dem eigenen Mitspieler Guendouzi den Ball abnahm, um kompromisslos zum 3:0 einzuschieben. Hertha hatte fortan zwar weniger Ballbesitz, ließ aber kaum etwas zu und war auch in der zweiten Hälfte dem 4:0 näher, als Leverkusen dem 1:3. Eine starke, in Teilen beeindruckende Leistung, welche sicher auch durch erschreckend schwache Leverkusener ermöglicht wurde, aber dennoch optimistisch in die Schlussphase der Saison und den Kampf um den Klassenerhalt blicken lässt.

News der Woche: Am Dienstagmittag schlug im Hertha-Umfeld mal kurz eine Bombe ein. Nachdem die Ministerpräsidentenkonferenz die Pläne für die – mittlerweile einkassierte – Ruhephase über Ostern bekanntgab, vermeldete der RBB, dass das für Ostersonntag angesetzte Derby gegen Union abgesagt sei. Eine Meldung, die angesichts der anstehenden Länder- und vergangenen Champions- und Europa-League Spiele, für die sämtliche Regeln gebrochen gebogen wurden, für reichlich Unverständnis sorgte. Kurz darauf stellte der Senat klar: Nicht das Spiel an sich wäre abgesagt, sondern nur das Pilotprojekt, mit dem ein kleiner Teil an getesteten Zuschauern in das Stadion gedurft hätte. Durch die Rücknahme der Ruhephase über Ostern wäre dieses Pilotprojekt nun theoretisch wieder möglich. So lobenswert und notwendig es ist, hier nicht nur im Fußball, sondern vor allem in der Kultur- und Eventbranche wieder für Perspektiven zu sorgen, so ist es doch fraglich, ob man hier seitens des Senats nicht ein wenig mehr Fingerspitzengefühl zeigen könnte. Ausgerechnet beim Berliner Derby einem der beiden Berliner Bundesligisten Zuschauer im Stadion zu ermöglichen, könnte man als unsensibel bezeichnen. Betrachtet man, wie sich der Berliner Senat in den letzten Jahren zu (oder eher gegen) Hertha BSC positioniert hat, könnte man es aber auch schlicht als konsequent frech bezeichnen.

Positiver ist dagegen die aktuelle Beziehung zwischen großen Teilen der Fans und der Vereinsführung. Die Initiative 1892hilft, die sich mit diversen Aktionen für die leider viel zu zahlreichen Obdachlosen unserer Stadt einsetzt, hat auf Twitter prominente Hilfe angeboten bekommen.

Vorschau: Durch den Sieg gegen Leverkusen und den Sprung auf Platz 14 wurde der tabellarische „Alles oder Nichts“-Charakter des Spiels ein wenig abgedämpft. Nichtsdestotrotz bleibt ein Derby ein Derby. Und so lange die Revanche für das verlorene Derby in der Alten Försterei nicht mit Fans möglich ist, muss die Mannschaft alleine dafür sorgen, dass auch das dritte Derby in Folge gewonnen wird. Ein Sieg würde Hertha zudem in eine sehr gute Ausgangsposition im Abstiegskampf bringen. Und da ein Derby eben ein Derby bleibt, wollen wir uns gar nicht mit taktischen und spieltechnischen Feinheiten aufhalten. Berlin ist blau-weiß und Derbys werden gewonnen.


Union Berlin

Rückschau: „Und damit zum Positiven: Union! Was für eine formidable 2:5-Niederlage in Frankfurt. Und was für ein Spektakel! Das Spiel hätte auch 6:5 gewonnen werden können…“  schreibt der Berliner Kabarettist und bekennende Hertha-Fan Frank Lüdecke in seiner Tagesspiegel-Kolumne „Auslaufen mit Lüdecke“ zum Spiel des 1. FC Union Berlin bei der Frankfurter Eintracht am Sonnabend und hat dabei nicht einmal Unrecht. Die Eisernen gingen von Beginn an voll auf Angriff und hätten bereits nach wenigen Sekunden mit 0:1 in Führung gehen müssen, als ein Frankfurter in aller letzter Not das Spielgerät von der Linie kratze. Stattdessen geht die SGE im direkten Gegenzug mit einem schnellen Spielzug in Führung. Union schüttelte sich kurz und schaltete wiederum auf Angriff, sodass sich die Berliner zahlreiche Möglichkeiten erspielten. Keine 5 Minuten nach dem 1:0 konnte Max Kruse für Union in der 7‘ den Ball am Frankfurter Keeper vorbei ins Tor legen. Die nachfolgende Überprüfung des Spielzuges, der zum Tor führte, wurde durch den VAR überprüft.

Denn Julian Ryerson hatte den Ball im Frankfurter Sechzehner nicht nur erkämpft und auf Kruse abgelegt, sondern dabei Frankfurts Hasebe mit dem Stollen am Oberschenkel erwischt. Dass dieser Treffer dennoch für gültig erklärt wurde, scheint in der exklusiven Betrachtungsweise des Kölner Kellers zu legen. Union machte auch danach weiterhin Dampf, sodass zahlreiche nahezu 100%ige Chancen daraus resultierten, die aber immer in letzter Not von den Frankfurtern bereinigt werden konnten. Dass die Eintracht bis zur Halbzeit mit insgesamt drei Schüssen aufs Union Tor vier Treffer landeten ist eine weitere Besonderheit des Spiels, denn in der 35‘ spielte der Berliner Robert Andrich einen No-Look-Ball auf seinen Keeper Andreas Luthe direkt ins eigene Tor.

Union versuchte in Folge mit hochstehenden Verteidigern weiter Druck aufzubauen. Diesen Umstand ausnutzend schickte Frankfurt seine schnellen Spieler Kostic und Silva mehrfach mit schnellen Kombinationen Richtung Union-Tor. So kam es, dass die SGE innerhalb von 3 Minuten 2 weitere Tore erzielte und Kruse kurz vor der Halbzeit nur noch auf 4:2 verkürzen konnte. Auch in der 2 Halbzeit stürmte Union weiter und die Hessen schaltete einen Gang zurück. Zahlreiche hochkarätige Chancen der Berliner waren die Folge, aber keine fand den Weg ins Tor. So endete das Spiel mit 25 Torschüssen der Berlinen gegenüber nur 9 Torschüssen der Frankfurter aber mit einem Endstand von 5:2 für die SGE. Schlussendlich: Die Unioner haben dennoch mehr richtig als falsch gemacht.

News der Woche: Mit dem doch für viele Fußballkenner überraschenden und vor allem anhaltenden Erfolg von Union Berlin sowie der daraus resultierenden Festsetzung in der oberen Tabellenhälfte der Fußballbundesliga, spielen sich natürlich auch Unions kickende ausländische Angestellte in den Blickpunkt ihrer jeweiligen Nationalmannschafts-Coaches. In der nun anstehenden Länderspielpause stellt Union so viele Profis ab wie noch nie zuvor, um bei der kommenden WM-Qualli für ihre jeweiligen Heimatländer zum Einsatz zu kommen, wobei Nico Schlotterbeck für das U21-DFB-Team bei der EM zum Einsatz kommen soll. Neben Schlotti sind auf Reisen: Christopher Trimmel (Österreich), Marcus Ingvartsen (Dänemark), Julia Ryerson (Norwegen), Petar Musa (Kroatien, U21), Joel Pohjanpalo (Finnland) und – wie Mathias Bunkus vom Kurier berichtet – eigentlich sogar noch Unioner Nr. 7 Sheraldo Becker für Surinam, wenn er nicht verletzt wäre.

Vorschau: Boca Juniors vs River Plate, Austria vs Rapid, Celtic vs Rangers, Partizan Belgrad vs Roter Stern, Olympiakos vs Panathinaikos, Al-Ahly vs El Zamalek und jetzt folgt am 4. April um 18 Uhr in der Alten Försterei das 4. Aufeinandertreffen in der BuLi von Klein vs Groß, 76,20 Millionen vs 224,70 Millionen Gesamtmarktwert – der 1. FC Union Berlin trifft auf Hertha BSC oder anders gesagt: Platz 7 (Union) vs Platz 14 (Hertha). Die Charlottenburger, die kurzzeitig vor dem letzten Spieltag auf einem Abstiegsplatz standen, scheinen kurz vor dem Derby in aufsteigender Form zu sein und konnten ihr letztes Heimspiel gegen Leverkusen sogar überlegen mit 3 zu 0 gewinnen. Die Eisernen aus Oberschöneweide hingegen gehen in die Begegnung mit einer 2 zu 5 Niederlage. Allerdings muss man sagen, dass Union nach Niederlagen seinen darauffolgenden Gegnern immer besondere Schwierigkeiten bereitete und meistens mindestens einen Punkt aus diesen Begegnungen mitnahmen. Insgesamt trafen Union und Hertha in der 1. und 2. Liga sieben Mal aufeinander. Drei Spiele davon konnten die Charlottenburger für sich entscheiden, zwei Union und zwei weitere Spiele gingen Unentschieden aus. Das Hinspiel im Dezember konnte die alte Tante mit 3:1 für sich entscheiden. Somit ist klar, dass die Eisernen auf eine Revanche aus sind. Vielleicht ist es aber auch Zeit Unions Aufstiegslied etwas der Realität anzupassen: „Die Zeit ist nun gekommen, Ihr werdet’s alle seh’n, der erste FC Union wird nun endlich vor der Hertha steh’n.“


Schalke 04

Rückschau: 0-3 gegen Gladbach. Ein echtes Eigentor und zwei Abwehraktionen, die so vogelwild waren, dass sie zumindest als Torvorlage gelten könnten. Nach 20 Minuten wird Leihgabe William ausgewechselt, besser wird Schalke dadurch aber nicht wirklich. Aber sportlich ist ja eh seit Monaten kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Stattdessen spielen zunehmend diejenigen, mit denen für nächstes Jahr geplant wird.

Dann hört man zwar, wie jeder Schritt der beiden Flügelspieler Calhanoglu und Becker von außen gecoacht werden muss und die beiden sind auch die Protagonisten des zweiten Gegentreffers. Aber was solls, solange man hoffen kann, dass ihnen diese Fehler dadurch nächstes Jahr nicht mehr passieren.

News der Woche: Jetzt aber zu dem, was wirklich Interesse weckt auf Schalke: der Clusterfuck drumrum. Der Heiland Rangnick hat abgesagt. Mit Hintertür. Klassischer Verhandlungstrick, aber die meisten fallen trotzdem drauf rein. Die Stimmung würde ich folgendermaßen zusammenfassen: Wer Rangnicks Forderungen nicht schon akzeptiert, bevor er sie überhaupt zu hören bekommt, ist ein Verräter. Der Messias ist schließlich unfehlbar. Und seine Jünger brandschatzen fröhlich an den Grundfesten des Vereins herum.

Alle Aufsichtsräte sollen zurücktreten - die Online-Pedition dazu ist wieder längst gestartet worden. Aber nur der, der zuvor als Bindeglied zur geheimen Gruppe agiert hatte, die Satzung gebrochen und damit seine mangelnde Wertschätzung gegenüber dem Verein offenbart hatte, nimmt wirklich seinen Hut. Und wird trotzdem als tragischer Held gefeiert. Auch diese Inszenierung war wohl nur ein billiges Wahlkampfmanöver. Man will schließlich nicht zu der Seite gehören, die im Juni vom Hof gejagt wird, sondern zu den siegreich gewählten Revolutionären.

Der Rest des Aufsichtsrates sorgt indessen dafür, dass der Verein bis dahin nicht wochenlang handlungsunfähig ist. Nützliche Idioten, machen sie sich doch noch angreifbarer, weil sie sich angeblich ans Amt klammern würden. Nur die Alternative, dass Steuer im schlimmsten Sturm unbesetzt zulassen, weil den Mitfahrenden der Kurs zuletzt nicht gefiel, ist halt das einzig noch destruktivere. Die getätigte Arbeit des Gremiums muss natürlich weiter kritisch betrachtet werden, aber halt ohne diese selbstzerstörerischen Tendenzen.

Im Schatten dessen hat nun nach Krösche auch ein weiterer Konkurrent Rangnicks um den Posten abgesagt. Auch Schröder wird nicht der neue Sportvorstand. Und solange die Feuer lodern, wird sich die Stelle auch sonst keiner antun - man verbrennt sich eh nur die Finger an den erhitzten Gemütern. Auch das ein Schaden, den sich der Verein gerade selbst zufügt: zelebrierte Alternativlosigkeit. Mal schauen welche irren Forderungen Rangnick unter diesen Umständen noch durchgedrückt bekommt.

Meine zunächst fröhliche Antizipation Rangnicks hat der Mob jedenfalls grundlegend zerstört bekommen.

Vorschau: Jetzt ist erstmal Pause. Auf Länderspiele verzichte ich dabei gerne, gibt ja mindestens 6500 hervorragende Gründe dagegen.

Nebenbei hat Grammozis jetzt endlich Zeit, im Training auch wirklich was einzustudieren, statt nur den vorherrschenden Mangel zu verwalten. Mal schauen, was er daraus macht. Und welche neuen und alten Brandherde dabei für Hintergrundbeleuchtung sorgen.


FSV Mainz 05

Felicitas wird nächste Woche wieder über Mainz berichten!


1. FC Köln

Rückschau: Zwei verlorene Punkte oder doch ein gewonnener Zähler? Das war die Gretchenfrage beim 1. FC Köln nach dem 2:2 gegen Borussia Dortmund. Die “Geißböcke” hatten einen enorm wichtigen Heimsieg lange fest im Blick, ehe Erling Haaland dem BVB in der Schlussminute das Remis rettete. Die norwegische Urgewalt hatte die Schwarzgelben bereits früh in Führung geschossen, doch das Team von Trainer Markus Gisdol drehte die Partie durch Treffer von Ondrej Duda (Handelfmeter) vor und Ismail Jakobs nach dem Seitenwechsel. Letztlich stand allerdings ein gerechtes Unentschieden zu Buche, das keinem der beiden Kontrahenten wirklich weiterhilft. Und angesichts der Ergebnisse der Konkurrenz (Mainz und Hertha fuhren Siege ein) dürften die Verantwortlichen am Geißbockheim die anstehende Länderspielpause eher mit schlechter Laune begleiten. Denn: Der glorreiche 1. FC Köln steht nun auf dem Relegationsrang!

News der Woche: Der Absturz auf einen Platz unter dem ominösen Strich bedeutet aber keinesfalls das Ende der Ära Gisdol. Zwar konnte auch im fünften Spiel in Serie kein Erfolg eingefahren werden, doch der Auftritt gegen lethargisch wirkende Dortmunder war gut genug, um den FC-Coach im Amt zu halten. “Von Woche zu Woche” will Sportgeschäftsführer Horst Heldt nun schauen, ob sein Schnitzelfreund Gisdol auch noch das x-te Endspiel seiner Kölner Zeit überstehen wird. Irgendwie erinnert die Situation am Geißbockheim an feinstes Beamtenmikado: Heldt will sich nicht von Gisdol trennen, weil er ihm den Rücken gestärkt, den Vertrag noch im vergangenen Sommer unnötig bis 2023 verlängert und dann einen miesen Kader hingestellt hatte. FC-Finanzboss Alexander Wehrle will sich nicht von Heldt trennen, weil dieser bereits der zweite Stuttgarter Buddy ist, den er sich an die Seite geholt hat. Und der Vorstand? Naja, der schläft den Schlaf der Gerechten. Wer zuerst zuckt, der hat nachher noch die Verantwortung für den ganzen Mist am Hals.

Vorschau: Die Länderspielpause, die ja eigentlich eine Bundesliga-Pause ist, will der glorreiche 1. FC Köln nutzen, um sich “einzuspielen”. Eine brillante Idee, so nach 26 absolvierten Spieltagen. Helfen könnte dabei aber, dass Florian Kainz und Sebastian Andersson nach ihren schweren Verletzungen wieder voll im Mannschaftstraining mitmischen und der lahmenden Offensive der “Geißböcke” für kaum gekannte Durchschlagskraft sorgen könnten. Apropos Sorgen: So en passant verkündete der FC in seiner vereinseigenen Dokumentation, dass Sebastiaan Bornauw bei seiner wegen einer allergischen Reaktion abgebrochenen Rückenoperation in Lebensgefahr schwebte und für 24 Stunden ins künstliche Koma versetzt wurde. Dem belgischen Abwehrspieler, der zuvor mehrfach mit dem Einsatz von Schmerzmitteln spielfähig gemacht worden war, wurde ein gutartiger Tumor an der Wirbelsäule entfernt. Aber hey: Alles gut gegangen, alles nicht so schlimm, bitte kauft euch die neue Folge 24/7 FC. Bussi, euer 1. FC Köln!


FC Augsburg

Rückschau: Der FC Augsburg bewegt sich im Krebsgang durch die Bundesliga. Nach einem großen Schritt nach vorne am vergangenen Spieltag (überraschendes 3:1 gegen Mönchengladbach), folgte am Sonntagabend postwendend ein Rückschritt: gegen des SC Freiburg setzte es eine verdiente 0:2 Niederlage. Die dazugehörige Analyse fällt wie in den vergangenen Wochen aus. Defensiv war es ganz ordentlich, aber nach vorne passiert nichts, da die Fuggerstädter wenig bis gar nichts mit dem Ball anzufangen wissen. In der Regel wird das Spielgerät überhastet und unpräzise nach vorne geschlagen. Dabei könnten es die Augsburger ja grundsätzlich schon. In der 39. Minute kam Benes nach einer feinen Kombination mit Framberger und Richter zum Abschluss, zielte dabei aber zu hoch. So ging es torlos in die Pause. Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. In einer von beiden Seiten umkämpften, teilweise ruppigen, Partie waren die Freiburger die bessere Mannschaft. Letztlich siegten die Hausherren folgerichtig durch Tore von Sallai (51.) und Lienhart (79.).

News der Woche: Das Umfeld wird allmählich ratlos: wie soll es mit Heiko Herrlich weitergehen? Spielerisch treten die Fuggerstädter seit über einem Jahr auf der Stelle. Außer einer halbwegs stabilen Defensive hat der Trainerstab nichts vorzuweisen. Und ist man ganz ehrlich, muss man zugeben, dass man bei weniger Spielglück auch gut und gerne tabellarisch zwischen Schalke und Bielefeld stehen könnte. Gut möglich, dass es in dieser Saison zum Klassenerhalt reicht, aber es ist unwahrscheinlich, dass man in der kommenden Spielzeit noch einmal so viel Glück hat. In einer Disziplin steht der FCA übrigens bereits am Tabellenende. In lediglich vier der bisher 26 Spiele kam man auf mehr Ballbesitz als das gegnerische Team. Niemand steht aktuell schlechter da.

Vorschau: Nach der Länderspielpause empfängt der FC Augsburg die TSG Hoffenheim (Samstag, 3.4., 15:30 Uhr). In der WWK-Arena kommt es dann zum Krisengipfel, denn nicht allein die Hausherren stehen derzeit vor Problemen (siehe oben). Auch bei den Gästen aus dem Kraichgau läuft es alles andere als rund. Kleine Erinnerung an die Hinrunde: die Ausgangssituation war ähnlich - der FCA erwies sich als dankbarer Aufbaugegner und beendete die 7-Spiele-Sieglos-Serie der TSG.Wollen sich die Hausherren wieder von der Abstiegszone distanzieren, muss ein Dreier her. Dabei werden die Langzeitverletzten Finnbogason, Iago und Jensen weiterhin fehlen.


SV Werder Bremen

Rückschau: Am Samstag gab es für den SV Werder Bremen eine erneute Heimniederlage im Weserstadion. Der VfL Wolfsburg durfte nach dem 1:2-Sieg die nächsten 3 Punkte einstreichen und wird nächste Saison höchstwahrscheinlich in der Champions League spielen.

Es war ein durchaus verdienter Sieg für den VfL. Mit ein bisschen Glück wäre für Werder auch ein Unentschieden drin gewesen, aber die Niederlage geht in Ordnung.

Werder geriet früh in Rückstand. Nach einem Standard lenkte Sargent den Ball in der 8. Minute unglücklich ins eigene Tor. Bei einem Kopfballduell köpfte Lacroix Sargent an, der den Ball mit einer Bogenlampe ins eigene Tor beförderte. Bremen verteidigte gut, aber Wolfsburg war einfach zu abgezockt und lies Bremen erst gar nicht vor das Wölfetor kommen.

So kam es, wie es kommen musste und Wolfsburg gelang durch Weghorst in der 42. Minute zum 0:2. In der 45. Minute gelang Werder dann zu diesem Zeitpunkt eher überraschend noch der Anschlusstreffer zum 1:2 durch Möhwald. Der nach einem Freistoß durch den frisch gebackenen Vater Augustinsson über Gebre Selassie bedient wurde.

Werder hat gegen den VfL erste Schritte zu einem offensiven und attraktiven Fußball mit mehr Ballbesitz unternommen. Die Niederlage gegen Wolfsburg kam jetzt auch nicht überraschend. So nahm Kohfeldt nach dem Spiel sein Team auch in Schutz und sagte: “Sie haben mit Herz und Leidenschaft gespielt. Ich finde schon, dass es eine gute bis sehr gute Leistung meiner Mannschaft war.”

News der Woche: Die Planung für die kommende Saison ist voll im Gange, gesucht wird ein spielstarker 6er. Nachdem sich diese in dieser Saison bereits mehr oder weniger 7 Spieler auf dieser Position versucht haben, soll die Dauerbaustelle im Sommer geschlossen werden. Ilia Gruev wird dies nicht mehr bei Werder erleben. Der Vertrag mit ihm wurde aufgelöst und wechselt als Co-Trainer nach Bielefeld. Sein wirken bei Werder war eher unglücklich. In der vergangenen Saison als Trainer für Standards verpflichtet, wurde das zur großen Schwäche von Werder. In dieser Saison zählte er nicht mehr zum Trainerstab. Zu guter Letzt noch ein Funfact. Josh Sargent hat gegen Wolfsburg das 62. Eigentor in der Werder Historie verursacht. Damit führt Werder die Bundesligatabelle der Eigentore weiter an. Auf Platz 2 steht Eintracht Frankfurt. Da Werder die Mannschaft mit den meisten Bundesliga Saisons ist, kommt dieser Rekord auch nicht überraschend.

Vorschau: Am Ostersonntag gastiert um 15:30 Uhr der SV Werder Bremen beim VfB Stuttgart. Nach dem enttäuschenden Hinspiel, das Werder mit 1:2 verloren hat Werder wieder etwas gut zu machen. Zumal Werder nach den erwartbaren Niederlagen gegen Bayern München und Wolfsburg wieder punkten muss. In der Statistik allen 105 Bundesliga Duelle (37 Siege, 33 Unentschieden, 35 Niederlagen) liegt der VfB knapp vor Werder. Bei den letzten 10 Begegnungen sieht es mit (4 Siege, 3 Unentschieden, 3 Niederlagen) ähnlich aus. Allerdings wurden diese Begegnungen meist nur mit 1 oder 3 Toren unterschied entschieden. Stuttgart spielt eine hervorragende Saison und hat den Klassenerhalt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erreicht. Für Werder wird es ein schweres Spiel mit der Hoffnung, das alles Spieler unbeschadet aus der Länderspielpause zurückkommen. Zumal nur 3 Tage nach dem Stuttgartspiel das verschobene Viertelfinalspiel gegen Jahn Regensburg zu bestreiten ist.


Arminia Bielefeld

Rückschau: Ein wenig schwindelig dürfte den Arminen nach dem Abpfiff gewesen sein. Denn Leipzig zog im Stadion der Bielefelder beim 1:0-Sieg von RB am Freitagabend ein wahres Passfestival auf. 896 mal spielten sich die Gäste den Ball zu, kombinierten nach Belieben und brachten am Ende dennoch nur ein Tor gegen einen tiefstehenden Aufsteiger zustande. Der wehrte sich nach Kräften, war aber zum einen gegen die Leipziger Passmaschenerie, und zum anderen gegen die Kaltschnäuzigkeit von RBs Sabitzer chancenlos, der zum 1:0 für die Gäste vollstreckte. Zwar handelte es sich um eine erwartbare Niederlage und dennoch eine mit gravierenden Auswirkungen, schließlich rutschte der DSC im Laufe des Spieltags aufgrund der Siege von Hertha und Mainz mal wieder unter den Strich. Da mag die Länderspielpause genau recht kommen, um noch einmal wichtige Kräfte im Kampf gegen den Abstieg zu sammeln. Zwar zeigte Arminia gegen die klar favorisierten Leipziger defensiv eine solide Leistung, offensiv brachten die Ostwestfalen aber wieder mal viel zu wenig zustande und zeigten vor allem zu viel Respekt vor dem großen Gegner.

News der Woche & Vorschau: Die oft zitierten Wochen der Wahrheit stehen nun auch für Arminia an. In den kommenden vier Spielen trifft der Aufsteiger in Mainz, in Augsburg und gegen Schalke auf drei Teams aus dem Tabellenkeller. Hier viel Zählbares zu verbuchen dürften die Arminen als oberste Pflicht ansehen, um im Abstiegskampf weiter ein entscheidendes Wörtchen mitreden zu können. Vor allem die Partie in Mainz könnte bereits zum erfreulichen oder frustrierenden Wegweiser für die Arminen werden. Eine Niederlage in diesem Spiel wäre nicht nur tabellarisch, sondern vor allem auch emotional ein herber Dämpfer.


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB Stuttgart verliert in München mit 4:0 und obwohl man ab der 12. Minute dank einer roten Karte für Alphonso Davies in Überzahl war. Der Rekordmeister erzielte binnen 21 Minuten vier Tore und so war das Spiel schon zur Halbzeit entschieden. Doch die Niederlage gerät in die Nebensächlichkeit, weil der Flügelflitzer Silas Wamangituka sich ohne Gegnereinfluss das vordere Kreuzband gerissen hat und diese Saison nicht mehr zum Einsatz kommen wird. So wird dem Aufsteiger zwar ein wichtiger Spieler in der Offensive fehlen, das Saisonziel Klassenerhalt ist dank 13 Punkte Vorsprung auf Tabellenplatz 16 so gut wie erreicht.

Gute Besserung an dieser Stelle!

News der Woche: Nach einem hässlichen Machtkampf kann der VfB wieder positive Nachrichten schreiben. So ruft der fünfmalige deutsche Meister seine Fans, Sponsoren und Unterstützer*innen auf die Kampagne “Show racism the red card” der EFDN - Foundation zu unterstützen außerdem werden die Schwaben in Zukunft mit Viva con Agua zusammenarbeiten und sich für den Schutz von Trinkwasser einsetzen.

Zu unseren Autor:innen