Per Salto ins Pokalfinale

FC Bayern München

Rückschau: Da ist sie, die 30 deutsche Meisterschaft für den FC Bayern, die 9. In Folge. Überrascht hat es am Ende niemanden.

Gegen Gladbach zeigten die Münchner zuhause ihr Meistergesicht und servierten die Gäste mit 6:0 ab. Der Titel war zwar nach dem Dortmunder Sieg über Leipzig schon sicher, an der Herangehensweise änderte das jedoch nichts. Die schlechten Nachrichten sind, dass Leon Goretzka und Tanguy Kouassi nach Einwechslung beide wieder vom Feld mussten, Goretzka wegen einer Verletzung, Kouassi aufgrund einer Notbremse.

Lewandowski traf (mal wieder) drei Mal und braucht jetzt noch zwei Tore aus zwei Spielen, um sich selbst zu verewigen. Sein Tor nach zwei Minuten war übrigens sein persönlich schnellstes Tor in der Bundesliga.

News der Woche: Die Damen spielten Unentschieden gegen Wolfsburg und sind damit ebenso wie die Männer auf Meisterkurs.

Ganz ganz übel sieht es bei den Amateuren aus. Die 2:1 Niederlage gegen Unterhaching könnte so etwas, wie der Genickbruch gewesen sein. Mit einem Sieg hätte man die Abstiegsränge verlassen können, aber wer den unangefochten Letzten nicht schlagen kann, hat den Abstieg möglicherweise verdient.

Unabhängig davon steht jetzt das richtige Derby an, eine kleine Resthoffnung besteht und ungeachtet dessen gilt es den Giesingern den Tag zu versauen.

Immerhin wurde mit Abwehrtalent Jamie Lawrence um zwei weitere Jahre verlängert.

Vorschau: Die 1. Mannschaft trifft am Samstag um 15:30, wie alle, auf den SC Freiburg. Der SC steht aktuell auf Platz 9. Und die Möglichkeiten nach oben und unten sind begrenzt. Traditionell tut sich der FCB in Freiburg allerdings immer schwer, nur um dann glücklicherweise durch Lewandowski erlöst zu werden.  

Vielleicht sehen wir die ein oder andere Überraschung in der Startelf, ansonsten gilt es jetzt vorne das ein oder andere Ding zu machen bzw. aufzulegen, wenn möglich.

Aber vor allem ist DERBYWOCHE!! Sonntag 1400!!


Borussia Dortmund

Rückschau: Ein erfolgreiches Wochenende für den BVB: Dem 3:2-Sieg der Schwarz-Gelben im Westfalenstadion gegen RB Leipzig am Samstag folgte am Tag darauf der heiß ersehnte Ausrutscher der Konkurrenz. Frankfurt nur 1:1 gegen Mainz – damit zieht die Borussia vorbei. Double gegen Leipzig, Teil 2 davon sogar ohne Erling Haaland – da hat man sich Platz 4 schon verdient. In Abwesenheit des Torjägers erzielten Marco Reus und Jadon Sancho jeweils früh in beiden Spielhälften sehenswerte Treffer.

Die Partie war munter, der BVB zunächst zwingender. Aber so souverän das in der ersten Hälfte aussah: Nach etwa einer Stunde ließen sich die Schwarz-Gelben dann doch zu sehr hinten rein drängen und kamen schlechter in die Zweikämpfe. Beim Stand von 2:2 hatte RBL das Momentum scheinbar auf seiner Seite, doch dann das: Ausgerechnet der eingewechselte, bisher in schwarz-gelb nicht überzeugende Julian Brandt bereitete ein Klasse-Tor von Sancho vor, das Letzerer selbst mit einem Hackentrick auf Guerreiro veredelte, bevor er den Rückpass verwertete.

News der Woche: Gerade wurde noch über den Weggang des zum Ersatzmann degradierten Torwarts Roman Bürki spekuliert – und jetzt darf er am Donnerstag Pokalfinale spielen. Schon gegen Leipzig musste Bürki nach der Pause Marwin Hitz ersetzen (und zweimal hinter sich greifen). Die Nummer 1 der letzten Wochen zog sich bei einem Zusammenprall mit Manuel Akanji einen Kapselriss im Knie zu und fällt womöglich für den Rest der Saison aus. Als Ersatzkeeper rücken wohl nicht nur für das Finale in Berlin Stefan Drljaca und Luca Unbehaun aus der U23 des BVB auf.

Vorschau: Folgt sogleich der dritte Streich? Es dürften dem BVB am Donnerstagabend beim Pokalfinale in Berlin einige Daumen mehr als üblich gedrückt werden. Zuvorderst wäre ein erneuter Sieg über Leipzig aber natürlich der seit 2017 ersehnte nächste Titel für die Schwarz-Gelben. Einfacher als am Samstag wird es vermutlich nicht werden: In absoluter Bestbesetzung waren die Leipziger da nicht angetreten. Doch die Borussia kann dafür auf die Rückkehr von Erling Haaland hoffen, dessen Chancen aufs Finale nicht schlecht stehen.

Die folgende Ligapartie des 33. Spieltags beim FSV Mainz 05 wurde auf Sonntagabend, 18 Uhr verschoben. Wer die Mainzer derzeit unterschätzt oder nicht voll da ist, dem geht es wie Frankfurt: Die Gastgeber sind in der Liga seit neun Spielen ungeschlagen. Bei allem Respekt vor den Spielern dürfte Trainer Bo Svensson an dieser Statistik den Löwenanteil haben.


RB Leipzig

Rückschau: Generalprobe verpatzt. Wenige Tage vor dem DFB-Pokalfinale verlor RB Leipzig sein Auswärtsspiel in Dortmund mit 2:3. Nach einer frühen Chance durch Hwang (3. min) und der Führung für den BVB durch Reus (7. min) zeigte sich RB über weite Strecken der 1. Halbzeit sehr passiv.  Auffällig war – neben den seit Wochen andauernden Problemen aus mehr Spielanteilen auch gefährliche Offensivaktionen zu kreieren – bei allen drei Gegentoren die schlechte Zuordnung und Restfeldverteidigung. Das galt insbesondere aber nicht nur für Upamecano, der seit Wochen weit entfernt von seiner Normalform spielt.

Erst nach dem 2:0 durch Sancho (51. min) begann RB aktiver am Spiel teilzunehmen und schaffte durch die Treffer von Klostermann (63. min) und Olmo (77. min) den zwischenzeitlichen Ausgleich. Der BVB wirkte in dieser starken Leipziger Phase von rund 20 Minuten angeschlagen und Leipzig drückte auf den dritten Treffer. Der fiel stattdessen auf der Gegenseite, erneut durch Sancho (86. min).

Sportlich blieb die Niederlage ohne große Folgen, da am Sonntag Frankfurt nicht über ein 1:1 gegen Mainz hinauskam. Die vierte CL-Qualifikation in der 5. Bundesligasaison ist RB damit nicht mehr zu nehmen. Ein weiterer Lichtblick: Konrad Laimer stand nach über acht Monaten Verletzungspause in Dortmund erstmals wieder für eine Viertelstunde auf dem Platz. Das laufintensive Spiel und die aggressive Balljagd des österreichischen Mittelfeldspielers wurden seitdem Champions-League-Halbfinale gegen Paris St. Germain regelmäßig im Spiel von RB vermisst.

News der Woche: Der Ausverkauf ist erstmal abgeblasen. Nach dem feststehenden Abgang von Trainer Nagelsmann und Sportdirektor Krösche scheint RB bemüht, tendenzielle Kaderbaustellen so schnell wie möglich zu schließen. Den Auftakt machte Stammtorhüter Peter Gulacsi, der am vergangenen Freitag seinen Vertrag bis 2025 verlängerte. Das neue Arbeitspapier des 31-Jährigen, an dem angeblich der BVB interessiert war, soll keine Ausstiegsklausel mehr enthalten. Am Montag vermeldete der Klub, dass Amadou Haidara (23) ebenfalls seinen Vertrag vorzeitig bis zum Jahr 2025 verlängert hat. Der malische Nationalspieler kam im Winter 2019 von Red Bull Salzburg nach Leipzig. Am Mittwoch folgte dann die offizielle Bestätigung, dass auch Emil Forsberg seinen ursprünglich bis 2022 laufenden Vertrag bis 2025 verlängert hat. Er ist bereits der neunte RB-Spieler mit einem langfristigen Vertrag bis 2025. Der 29jährige Schwede wechselte 2015 zum damaligen Zweitligisten RB Leipzig.

Vorschau: Vorschau: Am Donnerstagabend nun also das große Pokalfinale, erneut gegen den BVB und damit die letzte Chance für Julian Nagelsmann, sich mit dem ersten Titel für RB aus Leipzig zu verabschieden. Dagegen steht seine absolut verheerende Bilanz gegen Dortmund (nur 1 Sieg aus insgesamt 10 Spielen) und der Umstand, dass er mit RB seit Ewigkeiten gegen kein Topteam gewonnen hat. Letzteres auch, weil er regelmäßig die eine Halbzeit vercoachte. Dafür könnte unter anderem sprechen, dass auch der BVB am Samstag nicht über 90 Minuten dominant auftrat und zudem noch in der Bundesliga den 4. Platz verteidigen muss.

Für RB bleibt in der Liga hingegen nur das eher abstrakte Ziel, die bislang beste RB-Saison (67 Punkte in der Premierensaison 2016/17 unter Ralph Hasenhüttl) zu toppen. Dazu bräuchte es noch vier Punkte in den beiden ausstehenden Spielen gegen Wolfsburg (Sonntag, 20.30 Uhr) und Union Berlin (22.Mai., 15.30 Uhr). Ob sich die Truppe angesichts des – unabhängig vom Ergebnis - zu erwartenden Spannungsabfalls nach dem Pokalfinale noch aufraffen kann, bleibt abzuwarten.


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: Wenn einem mehrere treue Mitfans unabhängig voneinander sagen, dass sie nach dem dritten Gegentor in der 34. Minute den Fernseher ausgemacht haben, dann ist schon viel über das Spiel beim frischgebackenen Deutschen Meister Bayern München gesagt. Natürlich, die Gastgeber waren gut drauf, sie konnten nach Leipzigs Niederlage am Nachmittag frei und ohne irgendwelche Hintergedanken aufspielen. Aber dass das sogenannte Topspiel bei Sky mit 6:0 endete und durchaus auch noch höher hätte ausgehen können, das lag zu einem ganz großen Teil an der Nichtleistung der Gladbacher.

Sie traten auf, als seien sie plötzlich spielerisch mit dem Gegner auf einem Niveau und ließen es von Anfang an auf einen offenen Schlagabtausch ankommen, anstatt wie beim 3:2 im im Hinspiel bissige Zweikämpfe zu führen, die Räume in der eigenen Hälfte abzudichten und die hoch stehende Bayern-Abwehr durch schnelle Gegenangriffe zu fordern. Trotzdem sah das 15 Minuten lang noch gar nicht so schlecht aus, auch wenn die Bayern sehr früh eiskalt zuschlugen und mit Hilfe einer abgefälschten Flanke in Führung gingen. Doch auch die Rose-Elf hatte gute Umschaltmomente und Strafraumszenen, bei denen nicht viel zum Torerfolg fehlte.

Doch es wurde auch schnell klar, dass die Defensive der Borussen in diesem Spiel alles andere als kompakt stand und in der Rückwärtsbewegung riesige Lücken ließ. Das ist gegen jede gute Mannschaft etwas, was man schleunigst abstellen müsste. Doch das Trainerteam sah – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – sehr lange zu, wie ein Matchplan in die Hose ging und die Bayern ein ums andere Mal die Schwächen des Verbunds vor dem Tor des bedauernswerten Yann Sommer aufdeckten. Als zur Halbzeit gewechselt wurde, war das Spiel längst entschieden. Und selbst in der zweiten Hälfte gelang es zu keiner Zeit, den Gegner unter Druck zu setzen oder wenigstens etwas Schadensbegrenzung zu betreiben. Selbst in der 15-minütigen Überzahl nach dem Platzverweis gegen Nianzou sprang keine vernünftige Torchance heraus - wohl aber das sechste Gegentor, das eine äußerst peinliche Vorstellung der Rose-Elf noch krönte.

News der Woche: Das Thema der Woche heißt: „Wunden lecken“. Große Lust an Borussia-Themen ist nach der Schmach vom Wochenende daher nicht zu spüren. Immerhin für einen aus dem Verein gibt es aber etwas zu feiern. Christian Strassburger, äußerst beliebter Livekommentator im vereinseigenen Fohlenradio, wird für Magenta TV bei der Fußball-Europameisterschaft im Sommer am Start sein.

Der Telekomsender überträgt alle Spiele und „Strassi“, der schon länger dort Drittligaspiele kommentiert, wird im Wechsel mit Wolff Fuss, Marco Hagemann, Jan Platte, Markus Höhner und Benni Zander zum Einsatz kommen. Das ist unabhängig davon, wie man zu der Corona-EM steht und dass die meisten Fans die Spiele dann doch bei den Öffentlich-Rechtlichen schauen werden, ein Riesenerfolg - gewissermaßen die Champions-League-Qualifikation für einen jungen Sportjournalisten.

Vorschau: Im letzten „Heimspiel“ der Saison erwartet Borussia den von vielen Ausfällen geplagten VfB Stuttgart. Es ist schon das dritte Auseinandertreffen in diesem Jahr - nach dem 2:2 in der Hinrunde Ende Januar und dem 2:1-Sieg im DFB-Pokal im Februar. Für Gladbach kann es nur um glaubwürdige Wiedergutmachung für das Fiasko in München gehen, und die Fans erwarten – wo man auch fragt - sichtlich angefressen eine deutliche Reaktion der Mannschaft.

Mit einem Sieg behielte man zudem noch immer das verbliebene Ziel Conference League in der eigenen Hand, was Anreiz genug sein sollte. Wenn das aber nun auch noch verspielt würde, wird es auch vom gleichmütigsten Fan keine Abschiedsblumen mehr für Marco Rose geben. Dem Gesetz der jüngsten Serie zufolge stehen die Zeichen zumindest auf Sieg, nach vier abwechselnd sehr guten und grottigen Leistungen (4:0 gegen Frankfurt, 2:3 gegen Hoffenheim, 5:0 gegen Bielefeld, 0:6 gegen die Bayern).

Personell gibt es weiterhin keinen Grund zur Klage: keine Verletzungen und auch keine Sperren. Wie Trainer Rose die Startelf aufstellen wird, lässt sich daher schwer einschätzen. Gibt er den Verlierern eine Chance zur Rehabilitierung? Andererseits drängen Christoph Kramer, Lars Stindl und Alassane Plea zurück in die Anfangsformation. Wer auflaufen wird, hängt auch davon ab, ob mit Dreier- oder Viererkette gespielt wird.


Bayer Leverkusen

Rückschau: Das torlose Remis zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen vom vergangenen Samstag stand in einiger Hinsicht symbolisch für die bisherige Saison der Rheinländer. Leverkusen im 4-2-3-1 mit Jonathan Tah als Rechtsverteidiger stand defensiv weitestgehend solide, Bremen bekam nur einen Schuss aufs Leverkusener Tor, was logischerweise aber natürlich maßgeblich an denen lag. Auf der anderen Seite - und damit kommen wir zum symptomatischen für diese Saison - sah Leverkusens Offensivspiel zwar oberflächig ganz nett und vielversprechend aus, aber eigentlich täuschte der Ballbesitz (62%) eine Dominanz vor, die es schlussendlich nicht gab. Hätte Leverkusen gewonnen, wäre es nicht unverdient gewesen, die Chancen dafür waren schon da, wirklich verdient wäre es aber auch nicht gewesen. Es bleibt dabei, dass Leverkusen nach wie vor Probleme hat, Chancen zu erspielen. Überdurchschnittlich effizient ist die Mannschaft schon, sonst sähe es in der Tabelle noch schlechter aus.

News der Woche: Auch Verletzungen waren ein bestimmendes Thema dieser Spielzeit, auch damit ging es weiter: Aufgrund einer gegen Bremen zugezogenen Innenbandzerrung im linken Knie wird Daley Sinkgraven in dieser Saison nicht mehr auflaufen können. Gleiches gilt für Lars Bender, der nun verkündete, dass er nach seiner Meniskus-Operation vor einigen Wochen in dieser Saison definitiv nicht mehr spielen kann und damit folglich seine Karriere ohne ein wirkliches Abschiedsspiel beenden wird. Sein letztes Spiel wird folglich eine 0:1-Niederlage in einem leeren Stadion beim VfL Wolfsburg im Januar 2021 gewesen sein. Trostloser kann ein Karriereende kaum sein. Für Sven Bender wird es wenigstens einen Abschied an seiner alten Wirkungsstätte Borussia Dortmund sein, wenngleich selbstverständlich auch ohne Publikum.

Vorschau: Zwei Spieltage vor dem Ende scheint es einigermaßen sicher, dass Leverkusen die Saison auf Platz 6 beenden wird, schließlich beträgt der Abstand nach oben sechs Zähler und nach unten fünf Zähler. Ein Sieg würde diesen Platz gegenüber den Verfolgern Borussia Mönchengladbach und Union Berlin sichern, letztere empfängt die Werkself am Samstag um 15:30 Uhr. Um die Spielzeit in der Bundesliga ordnungsgemäß beenden zu können, hat das DFL-Präsidium ein verpflichtendes Quarantäne-Trainingslager beschlossen, welches die Werkself ab Mittwoch im zur BayArena benachbarten Lindner Hotel vollziehen wird. Nicht daran teilnehmen werden Alario (Muskel-Sehnenverletzung), sowie die langzeitverletzten Arias, Fosu-Mensah und Sinkgraven.


TSG Hoffenheim

Rückschau: Beinahe wäre die TSG tatsächlich zum einzigen Team geworden, das zweimal innerhalb dieser Saison von Schalke 04 geschlagen wird. Zum Glück konnte die Blamage aber dank eines starken Auftritts in der zweiten Hälfte noch abgewendet werden.

Bereits nach 12 Minuten gingen die Schalker vergangenen Samstag in der PreZero-Arena durch den Ex-Hoffenheimer Uth in Führung. Trotz einer drückenden Überlegenheit kam die TSG zu wenig zwingenden Chancen und fing sich kurz vor der Pause sogar noch das 0:2 durch Mustafi (42’). Nach dem Seitenwechsel wirkten die Gastgeber beinahe schon wütend und so dauerte es keine drei Minuten, bis Kramaric einen Freistoß sehenswert aus gut 20 Metern zum 1:2 in den Winkel zirkelte. Gerade einmal vier Minuten später sorgte Akpoguma mit seinem ersten Bundesligatreffer per Kopf für den 2:2 Ausgleich und in der 60’ Minute hatte die TSG das Spiel durch einen Kopfballtreffer von Baumgartner vollständig gedreht. Der junge Österreicher feierte sein Tor in der Folge im Klose-Stil mit einem Salto. Bereits in der 64’ Minute sorgte Bebou nach einer ansehnlichen Kombination der Hoffenheimer mit seinem 4:2 für die Entscheidung.

Trotz eines am Ende deutlichen 4:2 Sieges macht vor allem der Auftritt der Hoffenheimer in der ersten Hälfte ein wenig Sorgen. Alles in allem war die Leistung über das gesamte Spiel betrachtet dennoch ordentlich.

News der Woche: Mit seinem wunderschönen Freistoßtreffer zum zwischenzeitlichen 1:2 gegen den FC Schalke 04 markierte Andrej Kramaric bereits seinen 18. Treffer in der laufenden Bundesligasaison. Damit stellte der Kroate seinen persönlichen Bestwert aus der Saison 2019/20 (17 Treffer) ein.

Nach Munas Dabbur (private Probleme) und Havard Nordtveit (Fußverletzung) muss die TSG in den letzten beiden Saisonspielen auch auf Oliver Baumann verzichten. Die Hoffenheimer Nummer Eins laboriert schon seit einigen Wochen an einer Schambein-Entzündung und konnte in den letzten Partien nur unter Einsatz von Schmerzmitteln auflaufen, so der ‘kicker’. Besonders spannend wird nun wohl die Kapitänsfrage werden, da mit Benjamin Hübner und nun auch Oliver Baumann die beiden etatmäßigen Spielführer ausfallen. Sebastian Hoeneß wird sich nun wohl zwischen Kevin Vogt, Sebastian Rudy, Andrej Kramaric und Florian Grillitsch entscheiden müssen.

Vorschau: Am Samstag trifft die TSG um 15:30 Uhr auf der Bielefelder Alm auf die immer noch abstiegsbedrohte Arminia. In den bisherigen drei Aufeinandertreffen dieser beiden Teams ging die TSG zweimal als Sieger vom Platz, die Partie in der Hinrunde endete mit einem enttäuschenden 0:0. Neben den bereits erwähnten Oliver Baumann, Benjamin Hübner, Havard Nordtveit und Munas Dabbur wird Sebastian Hoeneß auch auf Dennis Geiger, Kostas Stafylidis und Ermin Bicakcic verzichten müssen. Bei Marco John und Chris Richards entscheidet sich ein Einsatz wohl im Laufe der Trainingswoche. Im Tor wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Philipp Pentke beginnen, der Oliver Baumann bereits letzte Saison überragend vertreten hatte.


VfL Wolfsburg

Rückschau: Mit einem ungefährdeten 3:0-Erfolg gegen Union Berlin hat der VfL Wolfsburg weiterhin alles rund um den Einzug in die Champions League in der eigenen Hand. Josip Brekalo hieß der Held des Tages, der alle drei Tore gegen die Eisernen erzielte, das erste sogar Marke Tor des Monats mit einem herrlichen Schlenzer in den rechten Winkel. Von der ersten Minute an ließen die Wölfe keine Zweifel aufkommen, wer hier den Platz als Sieger verlassen sollte. Größtenteils sehr souverän und einem Tabellen-Dritten angemessen drückte der VfL den Gästen sein Spiel auf. Am Ende standen 17:9 Torschüsse, eine starke und für den VfL unübliche Passquote von 84 Prozent. 

News der Woche: Nachdem die Mannschaft gegen Union eindrucksvoll die Frage mit „Nein“ beantwortet hat, ob sie sich vom Wirbel um den möglichen Abschied von Trainer Oliver Glasner aus der Ruhe bringt, lag in dieser Woche der Fokus auf einem ganz anderen Thema: Überraschend meldet der VfL Wolfsburg seine Nachwuchsmannschaft U23 ab und kooperiert mit St. Pölten als Partnerverein aus Österreich bei der Talententwicklung. Auch die Jugendmannschaften ab der U11 werden abgeschafft und stattdessen die Kooperationen mit Vereinen aus der Wolfsburger Region ausgebaut. Sportdirektor Marcel Schäfer, der auch für die Nachwuchsarbeit zuständig ist, sagte, man wolle in diesem Bereich völlig neue Wege gehen.

Vorschau: Durch das Pokalfinale verschiebt sich die Partie des VfL gegen RB Leipzig auf den späten Sonntag Abend um 20.30 Uhr. Ungewöhnlich deshalb, weil sonst alle Partien des 33. Spieltags parallel ausgetragen werden sollen, um Wettbewerbsverzerrung zu verhindern. Doch Spielplan und Corona machen auch diese Veränderung möglich. Problematisch könnte werden, dass deshalb die Konkurrenten aus Frankfurt und Dortmund vorlegen könnten und so die Wölfe unter Zugzwang geraten. Durch die Tabellenkonstellation kann sich der VfL aber sogar eine Niederlage leisten und wäre mindestens immer noch Vierter. Danach würde aber ein Endspiel am letzten Spieltag gegen Mainz folgen. Verzichten muss der VfL aber auch im Saisonendspurt endgültig auf Renato Steffen: Die Verletzung des Schweizers ist so gravierend, dass er nicht nur finalen Bundesligaspiele verpasst, sondern auch die EM. 


SC Freiburg

Rückschau: Dem SC Freiburg gelang mit etwas Glück ein 1:4 Auswärtssieg gegen den 1. FC Köln. Der Sport-Club erwischte nach dem schwachen Auftritt unter der Woche gegen die Hertha den besseren Start und ging durch den Dauerbrenner Nils Petersen früh 0:1 in Führung. Kurz darauf drückte Demirovic nach einem tollem Angriff Grifos Schuss noch zum 0:2 über die Linie. Freiburg hätte zur Halbzeit höher führen können, aber Sallai vergab frei vor Horn.

In der zweiten Hälfte lief das Spiel jedoch plötzlich fast nur noch in Richtung des Freiburger Kastens. Schon nach fünf Minuten erzielte Jakobs den Anschlusstreffer und holte dann durch viel Simulation einen sehr umstrittenen Elfmeter heraus. Duda rutschte aber bei der Ausführung weg und vergab deutlich – „Ball don’t lie“, würde man in der NBA sagen. Freiburg konnte in der Folge das Spiel zwar besser stabilisieren, Köln drang jedoch auf den zweiten Treffer und erzielte diesen auch durch Thielmann – was Schiedsrichter Fritz aber sofort wegen Handspiel bei Hectors Ablage zurückpfiff. Da nach Torerzielung schon ein Hauch von Berührung im strafbaren Bereich zur Aberkennung genügt, und der VAR dies nicht ausschließen konnte, war dies wohl regeltechnisch korrekt – es blieb eine extrem bittere Entscheidung für Köln.


In der Nachspielzeit konterte der SC nun gnadenlos zu Ende und erzielte durch Grifo und Schmid noch zwei Tore zum zumindest in der Höhe schmeichelhaften 1:4 Auswärtserfolg.

News der Woche: Nach fast einer gesamten Saison Verletzungspause kehrte am Sonntag Mark Flekken zurück ins Freiburger Tor, was er nun auch für die verbleibenden zwei Spiele hüten wird. Flekken zeigte sich sofort wieder souverän und passsicher im Aufbauspiel, konnte sich aber kaum mit Paraden auszeichnen.  Der SC Freiburg wird die nächsten zwei Spiele dafür nutzen, eine Evaluation der Torwartposition vorzunehmen – gegen Bayern und Frankfurt dürfte sich Flekken daher noch einige Male beweisen können.

Erstmals nach seiner Corona-Erkrankung durfte auch Vincenzo Grifo wieder von Beginn an spielen und zeigte seine beste Leistung der Rückrunde. Er war an allen vier Toren direkt beteiligt, hatte einen enorm weiten Aktionsradius und spielte mehrere sehr beeindruckende Pässe. Damit dürfte er sich rechtzeitig für die EM-Kaderauswahl von Italien wieder in Bestform präsentiert haben.

Vorschau: Auch wenn den SC Freiburg aktuell nur zwei Punkte von Platz 7 trennen, ist dies angesichts vom nächsten Spiel wohl eine zu große Distanz. Denn am Samstag um 15:30 empfängt der Sport-Club zuhause die Bayern, die gerade erst ihren Meistertitel mit 6:0 gegen Gladbach feiern konnten und durch Lewandowskis möglichen Torrekord wohl auch noch nicht all zu viel Motivation verloren haben.

Allerdings konnte Christian Streich den FC Bayern zuhause bereits öfter ärgern und aus den 8 Heimspielen schon 3 Unentschieden und einen Sieg mitnehmen. Auch Lucas Höler liegt mit immerhin 3 Toren aus 6 Spielen gegen die Bayern deutlich über seinem sonstigen Torschnitt. Und generell konnte der Sport-Club in der Rückrunde durch das gute Defensivverhalten in den 4 Spielen gegen die Topmannschaften stabile 6 Punkte mitnehmen. Dennoch gehört schon sehr viel Fantasie dazu, um am Samstag einen Sieg mit einem Sieg gegen die Bayern zu rechnen.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: Nach einem Unentschieden gegen Mainz 05 am vergangenen Wochenende hat Eintracht Frankfurt die Champions-League-Qualifikation nicht mehr in der eigenen Hand. Das Team von Trainer Hütter rutscht auf Platz 5 ab. 

Abermals trat die Eintracht uninspiriert auf und konnte auch aus 74% Ballbesitz keine wirkliche Gefahr für die Mainzer darstellen, die ihren gewohnten Konterfußball zum Besten gaben. Auch das positive Eckenverhältnis (8:2) bescherte den Frankfurtern keine Treffer. Ein artistisches Tor von Einwechselspieler Hrustic aus dem Liegen heraus (86.), konnte den Hessen letztlich nur noch einen Punkt sichern. 

News der Woche: Wieder einmal sorgen Aussagen von Trainer Hütter für Unmut unter den Eintracht-Fans. Das Team, das seit dem 29. Spieltag in einem Formtief steckt, habe diese Saison womöglich überperformt, ließ der Österreicher verlauten. Außerdem sei ihm egal, was die Leute reden. 

Personell bereiten Innenverteidiger Tuta und Mittelfeldspieler Rode der Eintracht Sorgen. Ihr Einsatz am Wochenende ist fraglich, nachdem beide im vergangenen Spiel gegen Mainz 05 angeschlagen ausgewechselt werden mussten. Dafür kehrt N’Dicka nach seiner Gelbsperre zurück.

In den Gerüchten um einen neuen Trainer taucht außerdem ein neuer Name auf: Edin Terzic, derzeit Cheftrainer bei Borussia Dortmund, wird mit der Eintracht in Verbindung gebracht. Zuletzt wurden außerdem Oliver Glasner (VfL Wolfsburg) und Gerardo Seoane (Young Boys Bern) in den Medien diskutiert.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 Uhr steht für Eintracht Frankfurt die Partie gegen Schalke 04 an. In Gelsenkirchen müssen die Frankfurter einen Pflichtsieg einfahren. Sollte der BVB gegen Mainz 05 patzen, könnten die Hessen sich Platz 4 zurückerobern. 

Trotz Formtief muss Eintracht Frankfurt gegen Schalke dreifach punkten. Die Gelsenkirchener müssen am Mittwoch noch im Nachholspiel gegen Hertha BSC ran, spielen eine historisch schlechte Saison und haben nun auch mit zwei Covid-19-Fällen zu kämpfen – angeschlagener könnte ein Gegner kaum sein. 


Hertha BSC

Rückschau: Müde Beine machen müde Kicks.

Nach dem überzeugenden 3:0 gegen Freiburg war bei vielen Herthanern die Hoffnung groß, dass man jetzt gegen Bielefeld und Schalke den Klassenerhalt sichern würde. Und wie immer, wenn man bei Hertha denkt: „Jetzt läuft es“, kommt ein Rückschlag. Zwar bleibt die tabellarische Lage immer noch in Ordnung und sicherlich hat es Bielefeld den blau-weißen nicht leicht gemacht, doch die Tatsache, dass trotz Maximalrotation viele Spieler einen müden Eindruck machten, sorgt für etwas mehr, als nur Sorgenfalten. Trotzdem konnte Hertha mit diversen Wechseln und einer breiten Bank in der Schlussphase nochmal etwas Druck ausüben. Da es aber – mit Ausnahme von Boyatas Pfostentreffer in der ersten Hälfte – nie wirklich gefährlich wurde, geht diese Punkteteilung in Ordnung.

News der Woche: Während man am Sonntag insofern ernüchtert war, als dass einem wieder klar aufgezeigt wurde, dass man vermutlich bis (fast) zum Schluss zittern muss, so setzte sich dieses Gefühl am Montag und Dienstag so richtig fest. Maxi Mittelstädt, der gegen Bielefeld eine Gehirnerschütterung erlitt und aus relativ unerklärlichen Gründen danach noch ca. 20 Minuten auf dem Platz blieb, fällt zumindest für das Schalke-Spiel aus. Auch Sami Khedira ist noch nicht wieder fit. Guendouzi und Jarstein fallen eh für den Rest der Saison aus. Der absolut gesetzte Jhon Cordoba ist mit dem Hertha-Modeschuh, dem Airwalker, unterwegs und verpasst die restlichen drei Saisonspiele. Matheus Cunha ist, wenn überhaupt, für das letzte Spiel gegen Hoffenheim wieder eine Option, nachdem ihm der Fuß wiederholt im wahrsten Sinne des Wortes wund getreten wurde. Auch Marton Dardai und Lukas Klünter sind beim Schalke-Spiel nicht mit dabei. Dass man auf dem Papier trotzdem noch eine ganz gute Elf aufs Papier bringt, spricht dafür, dass die sportlichen Probleme eher nicht darin begründet liegen, dass der Kader in der Breite zu schwach aufgestellt ist.


Union Berlin

Rückschau: Als am 8. Mai kurz nach 15 Uhr die Mannschaft des 1. FC Union Berlin die VW-Arena zum Aufwärmen beim VfL Wolfsburg betrat, war kurz darauf die Dienstreise für Unions-Mittelfeldabräumer Robert Andrich bereits beendet. Denn wegen eines entzündeten Zehennagels musste sich Andrich bei Union-Coach Fischer nun doch verletzungsbedingt abmelden und verschärfte damit die Verletzungssituation der Köpenicker noch einmal entscheidend. Ein Blick auf das Lazarett von Union verdeutlicht das eindrucksvoll: Anthony Ujah, Taiwo Awoniyi, Sheraldo Becker, Leon Dajaku, Cedric Teuchert, Grischa Prömel, Florian Hübner, Jakob Busk und kurz vor dem Spiel der oben bereits erwähnte Robert Andrich und ab der 2. Halbzeit auch noch Marcus Ingvartsen.

Aufgrund leichter muskulärer Problemen war Max Kruse ebenfalls erst einmal Bankdrücker. Somit stellte sich die Union Mannschaft – zumindest im Sturmzentrum – mit Joel Pohjanpalo und Petar Musa komplett von selbst auf. Bereits frühzeitig war zu erkennen, dass sich die Wolfsburger etwas vorgenommen hatten, denn zu verlockend ist das mögliche Ziel Champions League. Das sich die Wölfe nicht lange bei der Vorrede aufhalten wollten, zeigten sie bereits in der 12. Minute mit einem herrlichen Schuss in den Winkel von Luthes Tor, wobei bereits in der Entstehung die Wolfsburger von den Berlinern besser gestört hätten werden müssen. Die Wolfsburger ließen Union durch schnelles Anlaufen und ständigem Pressing kaum Zeit, einen geordneten Spielaufbau einzuleiten, sodass lange Bälle auf die Sturmspitzen Pohjanpalo und Musa der Fall waren aber die Bälle selten bei ihren Adressaten ankamen. Irgendwiehatte man das Gefühl, dass die Köpenicker immer einen Schritt zu spät bei ihren Gegenspielern waren und diese dadurch sich Union regelrecht zurechtlegen konnten. Mannschaften, wie auch aktuell die Wolfsburger, sind von Union nur schlagbar, wenn die Unioner ans Limit gehen. Wobei die Berliner selbst dann gegen spielstarke Wölfe wohl kaum eine Chance gehabt hätten. Nach ca. 30 Minuten der 1. Halbzeit hatte sich Union etwas gefangen und konnte sich dem Wolfsburger Tor etwas nähern, aber Zählbares sprang weder am Ende der 1. Halbzeit noch im Verlaufe der 2. Halbzeit für die Berliner heraus.

So kam es, wie es an solchen Tagen immer kommt: Dominant spielende Wölfe konnten den Unionern noch 2 weitere Treffer einschenken. Letzten Endes konnten sich die Unioner bei ihrem Torwart Andreas Luthe bedanken, der mehrere herausragende Paraden zeigte und eine höhere Saisonniederlage verhinderte. So wäre es fast noch zu einer Kuriosität des Spieltages gekommen: Obwohl Union sein wahrscheinlich schlechtestes Saisonspiel ablieferte, konnten sie die Tordifferenz trotz Niederlage zu den Gladbachern um drei Tore minimieren und wären fast noch an den Gladbachern vorbei auf Platz 7 geklettert. So bleibt es wie es vorher war: die Köpenicker bleiben auf Platz 8 und haben das obere Tabellendrittel weiter im Blick.

News der Woche: Am Montagabend teilt Union Berlin über seine Vereinsseite sowie via SocialMedia mit, dass sich der 1. FC Union Berlin seit mehreren Monaten anonym und über Dritte vorgetragenen Vorwürfen zum Umgang mit Spielern im Nachwuchsleistungszentrum konfrontiert sieht. Wie Union mitteilt, reichen die Vorwürfe von Mängeln im persönlichen Umgang von Mitarbeitern des NLZ mit einzelnen Spielern bis zur Unterstellung, dass neben sportlichen Kriterien auch die Herkunft der Spieler eine Rolle bei der Aufnahme ins NLZ bzw. bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit innerhalb des NLZ spielen soll.

Laut Union ist ein solches Vorgehen jedoch bereits durch die Vereinssatzung ausgeschlossen, gemäß derer der Verein „demokratischen und humanistischen Grundwerten verpflichtet“ ist. Union Berlin, hat den Fragenkatalog, der ihm von Journalisten vorgelegt wurde, öffentlich gemacht, um Transparenz zu schaffen. Im Übrigen betrifft der Vorgang nicht den Verein 1. FC Union Berlin direkt, sondern eine Person des NLZ. Auf der anderen Seite ist es sehr, sehr dünn vom Verein den Vorwurf des Rassismus an eine Person aus dem NLZ mit dem Argument zu entkräften, dass es keinen Rassismus geben kann, weil es die Satzung von Union verbietet. Egal ob die Vorwürfe stimmen oder nicht, ist eine andere Herangehensweise zur Aufklärung dringend geboten. Die Presseabteilung von Union scheint mal wieder mit aller Macht zu versuchen die Deutungshoheit über ein nicht genehmes Thema bekommen zu wollen, was aber völlig nach hinten losgeht. Den gesamten Fragenkatalog inkl. die Antworten von Union könnt ihr hier downloaden.

Vorschau: Der vorletzte Spieltag der Fußballbundesliga führt Union Berlin ins Land der Pillendreher nach Leverkusen. Die bisherigen Spiele gegen die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH verliefen bisher sehr eindeutig. Von den in der Vergangenheit gespielten sechs Partien gegen die Werkself gingen 5 verloren, mit einem Torverhältnis, das nahelegt, dass die Pille – also das Spielgerät – einfach zu häufig im Gehäuse der Eisernen landete, nämlich insgesamt 17 Mal. Union schaffte das Ganze lediglich nur 5 Mal – zuletzt im Januar beim letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften und dem einzigen Sieg der Köpenicker gegen die Bayer-Werkself. Union muss wieder an sich selbst und seine Tugenden glauben.

Es wird von Anfang an darauf ankommen, giftig gegen den Ball zu spielen und die Leverkusener von Beginn an direkt und schnell anzulaufen. Das Leverkusen diese Spielweise nicht mag, hat Bremen gezeigt, eine Mannschaft, die aktuell weder Angst noch Schrecken verbreitet. Bei dem aktuellen Köpenicker Krankenlager von 10 Spielern können die Union-Fans nur hoffen und Daumendrücken, dass der eine oder andere Spieler doch noch rechtzeitig wieder fit ist, um ein Kandidat für die Startelf zu sein. Alle Hoffnungen liegen hierbei auf einen fitten Robert Andrich, einem Grischa Prömel und natürlich auf Max Kruse. Sollte Union einen guten Tag haben oder Bayer nicht seinen besten Tag erwischen, könnten es am Ende doch noch mit Platz 7 passen. Egal wie es ausgeht: Union spielt auch im kommenden Jahr wieder in der Bundesliga und hoffentlich nach der Sommerpause auch wieder vor einem ausverkauften Stadion: Denn andere Vereine haben Fans. Bei Union haben Fans einen Verein. Dit is Union, verstehste!!


Schalke 04

Rückschau: Schalke verliert am Samstag in Hoffenheim mit 4-2, nachdem man zur Pause 0-2 vorne lag. Ähnlich sieht es am Mittwoch im Nachholspiel gegen Hertha aus. Trotz der 1-0 Führung muss am Ende ein 1-2 hingenommen werden. Wirklich neu waren die auftretenden Muster dabei nicht. Schalke ging in Führung, weil der erste Abschluss direkt zum Tor führte, während auf der Gegenseite mehrere Chancen ausgelassen wurden. Gegen Hoffenheim konnte danach sogar noch ein weiterer Treffer nach Ecke nachgelegt werden. Trotzdem war der Gegner beide Male das etwas aktivere und torgefährlichere Team.

Und sie konnten zur Halbzeit taktische Anpassungen vornehmen und in Hälfte zwei auch personell nochmal deutlich nachlegen. Hoffenheim gelingen dann nach Wiederanpfiff aus sechs Schüssen vier Tore, Hertha hatte schon vor der Pause ausgeglichen und legt 20 Minuten vor Ende den Führungstreffer nach. Der vorbereitete Plan A der Schalker ging beide Male auf, nur für Nachjustierungen fehlt noch immer sowohl das Personal auf der Bank, als auch die nötige Trainingsarbeitszeit. Einen Vorwurf mag ich dem Trainerteam daraus nicht stricken.

Noch immer halten die Verletzungssorgen an - die Entlassung von Athletikchef Leuthard Ende Februar hat das Problem wenig überraschend nicht behoben. Statt strukturelle Mängel konsequent anzugehen, hört auf Schalke bald schon traditionell die Debatte beim Personal auf und wird mit dessen Austausch für beendet erklärt. Nur um dann einige Monate später überrascht zu tun, wenn die immer gleichen Symptome erneut auftreten. Es ist für mich als Fan echt nicht mehr auszuhalten.

Am Samstag jedenfalls hatten zwölf Spieler gefehlt, davon einer wegen Sperre. Acht dieser Ausfälle traten erst nach Leuthards Schaffenszeit auf. Und so brach Schalke den letzte Woche angesprochenen Rekord von 36 eingesetzten Spielern in einer Saison gleich richtig: Flick, Mercan und Kaparos gaben ihr Debüt, somit kommt man mittlerweile auf 39. Die fünf Einwechslungen brachten vier U21er und den Verletzungsrückkehrer Skrzybski.

Vor dem Spiel gegen Hertha traten dazu noch drei positive Corona-Tests auf, vier weitere Spieler mussten als Kontaktpersonen ebenfalls in Isolation, es fehlten am Ende 14 Mann, U23-Spieler Idrizi gab sein Debüt und die Zahl der Eingesetzten diese Saison beträgt nun 40. Dass bei diesem personellen Großbrand überhaupt eine gute erste Hälfte in beiden Spielen gelang, muss man der Mannschaft und dem Trainerteam eigentlich hoch anrechen. Gegen Hertha verhinderte der Pfosten dazu kurz vor Ende zweifach den Ausgleichstreffer.

Grammozis führt Schalke sichtbar in die Spur zurück und wenn nicht immer neue Felsbrocken in den Weg geschmissen würden, könnte man das vielleicht sogar schon an den Ergebnissen sehen. So beherrscht aber auch hier eine Personaldebatte das geschehen, trotz vier Trainerwechseln diese Saison sind sich Fans und Journalisten aus unerfindlichen Gründen immer noch nicht zu blöd einen neuen Übungsleiter zu fordern.

News der Woche: Auch abseits des Platzes ging es gewohnt unruhig zu. Erneut traten insgesamt drei positive Coronatests auf und das direkt vor der Abfahrt ins Isolations-Trainingslager. Das Training am Montag wurde daraufhin als Schutzmaßnahme kurzfristig abgesagt. Die Vorbereitung auf das nächste Spiel am Mittwoch gegen Hertha war somit wohl dahin, entsprechend überraschte die starke Anfangsphase.

Nachwuchsdirektor Schober hat als erste Amtshandlung die Jugendtrainerteams für die kommende Saison zusammengestellt und bekannt gegeben. Cinel - zuletzt Co-Trainer unter Baum, Stevens und Gross - übernimmt wieder die U17. Ihm an die Seite rückt Hoogland, der selbst in der Knappenschmiede ausgebildet wurde und u.a. bei den Profis, sowie in Mainz, Stuttgart und Fulham spielte.

Wirkliche Unruhe kam auf, als am Sonntag der Wahlausschuss die zehn Aufsichtsratskandidaten bekannt gab. Dabei sind viele Kontroversen auf fehlendem Verständnis der Satzung begründet. Etwa, dass nur zehn Kandidaten auf fünf Posten zugelassen werden und die Entscheidung nicht begründet werden muss (und sollte).

Dass sich drei aktive Aufsichtsräte (Dörnemann, Rüter und Hefer) zur Wiederwahl stellen dürfen und nicht durch dieses Gremium ausgesiebt werden, gebietet schon ein Mindestmaß an Demokratieverständnis. Besonders da zwei davon erst in dieser Saison nach Rücktritten nachgerückt waren. Genauso logisch darf auch der nach der Rangnick-Posse zurückgetretene Prof. Gesenhues sich erneut zur Wahl stellen. Damit bleiben sechs Kandidaten ohne Posten in den letzten Monaten: Brauner, Haselhorst, Kallerhoff, Kirstein und Struckmeier. Alle werden in den kommenden Tagen die Gelegenheit bekommen, sich und ihre Überzeugungen vorzustellen.

Es herrscht die Absprache, dass Wahlkampf erst nach Veröffentlichung der Kandidatenliste gestattet ist. Es überrascht also wenig, dass aus der Rangnick-Gruppe kein Vertreter dabei ist, hatten sie doch gegen diese Absprache und durch übergehen den Aufsichtsrats auch gegen die Satzung verstoßen. Aufregung darüber gab es aber natürlich trotzdem. Ebenfalls nicht zu finden ist Ex-Finanzvorstand Peters, er war erst Anfang der Saison wegen der katastrophalen finanziellen zurückgetreten, seine Bewerbung im Jahr darauf wirkte fast schon zynisch.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 findet dann das auf absehbare Zeit letzte Heimspiel in der Bundesliga gegen Frankfurt statt. Es ist wohl erneut mit zahlreichen Ausfällen zu rechnen. Schalke wird in den letzten beiden Spielen wesentlich in den Kampf um Klassenerhalt und Champions League eingreifen - vermutlich aber leider nur als sicherer Punktelieferant. Mehr als das Ergebnis wird es auch weiterhin zählen, Spieler für die kommende Saison zu entwickeln. Vielleicht kommen auch noch weitere Debüts hinzu, die angespannte personelle Lage begünstigt das jedenfalls. Im Rennen zwischen eingesetzten Schalker Spielern und Saisontoren von Lewandowski sind wir jedenfalls gerade knapp in Führung gegangen. ;-)


FSV Mainz 05

  • von Benedikt.

Der Bericht zu Mainz wird nachgereicht und online veröffentlicht.


1. FC Köln

Rückschau: Ein ganz bitteres Wochenende musste der 1. FC Köln nach der Pokalpause hinnehmen: Gegen den SC Freiburg setzte es für die “Geißböcke” eine 1:4 (0:2)-Niederlage, die auf ärgerliche Art und Weise zustande gekommen war. Erst verpennte das Team von Trainer Friedhelm Funkel die erste Hälfte komplett und lag völlig verdient zurück. Deutlich verbessert kam der FC aus der Kabine und zurück ins Spiel, nach Anderssons Anschlusstreffer rutschte Duda bei einem Foulelfmeter weg und vergab die große Ausgleichschance. Das vermeintliche 2:2 bejubelten die “Geißböcke” dennoch, allerdings verweigerte Schiedsrichter Marco Fritz dem Treffer von Jan Thielmann wegen eines vermeintlichen Handspiels von FC-Kapitän Jonas Hector die Anerkennung. Die zwei Gegentore in der Nachspielzeit waren dann der endgültige Knockout für die Kölner, denen nur noch zwei Spiele bleiben, den Klassenerhalt irgendwie zu erreichen.

News der Woche: Egal, in welcher Liga der 1. FC Köln 2021/22 spielen wird: Der Trainer steht bereits fest. Steffen Baumgart hat das Rennen gemacht - oder vielmehr die “Geißböcke” haben bei Steffen Baumgart das Rennen gemacht. Der umworbene Coach des SC Paderborn unterschrieb am Geißbockheim einen Zweijahresvertrag und wird ab Sommer die Geschicke der Kölner lenken. “Baumgart hat in den vergangenen Jahren herausragende Arbeit in Paderborn geleistet. Er hat bewiesen, dass er Spieler egal welchen Alters weiterentwickeln und besser machen kann. Damit ist er der richtige Mann für den Weg, den wir in den nächsten Jahren gehen müssen. Dazu ist er ein emotionaler Leader, der sehr gut zum FC passt“, sagt FC-Geschäftsführer Horst Heldt. “Die Gespräche mit den Verantwortlichen des FC waren vertrauensvoll und offen. Ich freue mich auf meine neue Herausforderung in Köln, die ich gemeinsam mit dem gesamten Verein, der Mannschaft und allen Fans ab der nächsten Saison voller Energie angehen werde“, sagt Steffen Baumgart.

Vorschau: Vor Baumgart ist noch Abstiegskampf angesagt - und vor dem 1. FC Köln liegt ein enorm wichtiges Duell. Bei Hertha BSC müssen die “Geißböcke” punkten, sonst droht bei entsprechenden Ergebnissen der Konkurrenz der siebte Abstieg in 23 Jahren bereits am 33. Spieltag festzustehen. Die Berliner werden arg ersatzgeschwächt antreten müssen und haben ihre Chancen auf den Klassenerhalt unter der Woche durch einen Sieg auf Schalke drastisch erhöht. Die Vorzeichen könnten also kaum besser sein für die Funkel-Elf, die einen Sieg im Olympiastadion dringend gebrauchen könnte. Vielleicht hilft eine Erinnerung an das zurückliegende Gastspiel bei der “Alten Dame”: Da gewann der FC an Karneval 2020 mit 5:0 in der Hauptstadt - gegen ein ähnliches Ergebnis würde jetzt kein Kölner Fan etwas haben.


FC Augsburg

Rückschau: Zum Auftakt des 32. Spieltags lieferte der FC Augsburg sein mit Abstand bestes Spiel der Saison ab. Die Elf von Markus Weinzierl zeigte sich vor allem offensiv zielstrebig und stark verbessert. Punkte gab es am Ende aber dennoch nicht, der VfB siegte unter dem Strich ein wenig glücklich mit 2:1. Hauptursache dafür war, dass Innenverteidiger Reece Oxford einen rabenschwarzen Tag erwischte. In der 11. Minute rückte er ohne Not aus der Viererkette, kollidierte mit Rani Khedira und machte so den Weg frei für Philipp Förster, der ohne Bedrängnis zur Führung einschießen konnte. Auch in der 74. Minute sah Oxford nicht gut aus, als er Kalajdzic unbedrängt zur neuerlichen Führung einköpfen ließ. Florian Niederlechner hatte zwischenzeitlich zum Ausgleich getroffen (59.).Dabei hätte sich der FCA durchaus einen Punkt, wenn nicht gar einen Dreier verdient gehabt. Die Fuggerstädter gaben 21 Torschüsse ab - Bestwert in dieser Saison - und erkämpften sich 12 Ecken. Besonders durch die langen Diagonalbälle von Gouweleeuw auf Vargas sorgten immer wieder für Gefahr. Am Ende fehlten allerdings sowohl die defensive Konsequenz als auch die offensive Kaltschnäuzigkeit.

News der Woche: In Augsburg bereitet man sich nun auf das Finale um den Klassenerhalt gegen Werder Bremen vor. Thema der Woche ist weiterhin der späte Trainerwechsel, zu dem sich nun auch erstmals Spieler äußerten. Überwiegender Tenor: “Eigentlich soll man ja nicht nachtreten, irgendwie sind wir doch ganz froh”.

Vorschau: Am Samstag (15:30 Uhr) entscheidet sich, wohin der Weg des FC Augsburg in der kommenden Saison führen wird. Noch hat man den Klassenerhalt in der eigenen Hand. Voraussetzung dafür ist ein Heimsieg gegen Werder Bremen. Die Elf von der Weser benötigt die Punkte aber ebenso dringend, steht man doch nur aufgrund des besseren Torverhältnisses über dem rettenden Strich. Die Augsburger müssen an die gute Leistung aus Stuttgart anknüpfen, sollten zudem das Augenmerk auf die Defensive legen. Dabei wird vor allem Felix Uduokhai schmerzlich vermisst werden. Aufgrund einer Sprunggelenksverletzung ist die Saison für den Verteidiger bereits beendet. Eine Option könnte dafür Alfred Finnbogason werden, der sich wieder im Mannschaftstraining befindet.Sehr wahrscheinlich wird Markus Weinzierl aber der Startelf von Stuttgart das Vertrauen schenken. Mit einem Sieg wäre man sicher gerettet, bei einer Niederlage steht in Anbetracht des Restprogramms (Auswärts beim FC Bayern) wohl der Gang in die Zweitklassigkeit an.


SV Werder Bremen

Rückschau: Mit einem 0:0 gegen Bayer 04 Leverkusen konnte der SV Werder Bremen am Samstag im heimischen Weserstadion seine Niederlagenserie von zuletzt 7 Bundesliga Niederlagen in Serie beenden. Bittencourt ersetzt den verletzten Mbom, ansonsten vertraute Kohfeldt demselben Team, das schon gegen RB Leipzig im Pokal gespielt hatte. Mit seiner 4-3-3 Grundordnung war das Ziel, die Mitte dicht zu machen und Leverkusen über die außen kommen zu lassen. Werder stand defensiv sehr kompakt und ließ nur wenig zu. Das große Problem zeigte sich wieder im Sturm. Zu harmlos und leicht durchschaubar waren die Offensivaktionen der Bremer. Für Aufregung sorgte in der Nachspielzeit der 19-jährige Eren Dinkci der für eine übermotivierten Verteidigung Aktion gegen Amiri die Rote Karte sah. Eine unnötige Aktion bei der Amiri zum Glück verletzungsfrei blieb. Zudem war es nicht nur die erste Rote Karte in seiner Profikarriere, sondern auch die erste für Werder in dieser Saison. Was dieser Punktgewinn für Werder bedeutet, wird man in spätestens 2 Wochen wissen.

News der Woche: Nach dem Punktgewinn gegen Leverkusen ist klar, Florian Kohfeldt bleibt mindestens bis Ende der Saison bei Werder Bremen. Wie es über die Saison hinaus aussieht, wird im Sommer entschieden. Kohfeldt besitz noch einen Vertrag bis Sommer 2023. Für die verschobene Mitgliederversammlung formieren sich immer mehr Mitglieder, die für den Aufsichtsrat kandidieren wollen. Nachdem sich vom Bündnis “Kein-weiter-so” bereits Jörg Wontorra und Maria Yaiza Stüven Sanchez in Stellung gebracht haben, hat nun auch die Frau des Bürgermeisters, Ulrike Hiller sich positioniert. Der Termin der Mitgliederversammlung steht noch nicht fest. Vor dem Heimspiel gegen Leverkusen haben die Werder Fan wieder mit einer Fanaktion auf sich aufmerksam gemacht. Entlang der Strecke vom Parkhotel bis zum Weserstadion haben sie mit Spruchbändern aufgehängt, Fahnen geschwenkt und Rauchdosen platziert. Das Ganze natürlich mit Abstand und Maske. Die Motivationshilfe scheint geholfen zu haben.

Vorschau: Am Samstag kommt es für Werder zum Finalspiel gegen den FC Augsburg. Das Hinspiel gewann der SV Werder Bremen mit 2:0 im Weserstadion. In den 23 Begegnungen gab es 11 Werder und 9 Augsburg Siege sowie 3 Unentschieden. Augsburg hat von den letzten 5 Bundesligaspielen 4 verloren und ein unentschieden erreicht. Ein Grund, weshalb Heiko Herrlich als Trainer freigestellt wurde. Werder hat am letzten Spieltag nach 7 Niederlagen in Folge erst mal wieder ein Unentschieden geholt. Beide Mannschaften müssen gewinnen, aber werden nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzen. Es wird vermutlich ein Spiel werden, bei dem keine Mannschaft verlieren will und sie sich langsam abtasten. Wobei Werder zum Siegen verdammt ist. Mit einem Sieg könnte Werder den direkten Abstieg umgehen. 


Arminia Bielefeld

Rückschau: Wie schwer wird der Rucksack, gefüllt mit fünf Gegentoren aus Gladbach, sein, wenn man ins wichtige Spiel bei Hertha BSC geht? Es war eine entscheidende Frage nach dem DSC-Desaster im Borussia-Park zwei Wochen zuvor. Die Antwort: Emotional und sportlich schienen die Arminen diesen Durchhänger abgeschüttelt zu haben. Vor allem defensiv standen die Bielefelder gut. Insgesamt boten die beiden Abstiegskandidaten aber nicht gerade ein fußballerisches Schmankerl im Olympiastadion. Und dennoch wirkte der DSC lange offensiv tonangebender. Aber das Toreschießen ist in dieser Saison eben nicht so das Ding der Arminen. 23 erzielte Tore sind es weiterhin - nur Schalke ist schlechter. So bleibt als wichtigste Erkenntnis des Hauptstadttrips, dass der DSC sich natürlich noch nicht aufgegeben hat, nachdem dieser Eindruck beim 0:5 in Gladbach durchaus entstehen konnte.

News der Woche: In Bielefeld gibt es eigentlich nur noch zwei Themen, die rund um Arminia diskutiert werden: Klassenerhalt und Klos. Die K+K-Themen sozusagen. Während sich das mit dem Klassenerhalt in den kommenden zwei Wochen (plus Relegation?) auf dem Platz regeln wird, ist die Sache mit Fabian Klos zeitlich weniger absehbar. In gleich zwei Interview hat der Kapitän und absolute Publikumsliebling, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, in der vergangenen Woche noch einmal betont, dass er gerne bei Arminia bleiben würde. Einen ersten Austausch mit der sportlichen Leitung habe es bereits gegeben - Ausgang offen. Was sich damit andeutet: Es könnte eine brisantes Dauerbrenner-Thema in der Sommerpause werden.

Vorschau: Wenn der Gegner, befreit von jeder Last, ohne Chancen nach oben oder unten in der Tabelle, anreist, ist es dann ein Vor- oder Nachteil? Es ist einer dieser Ungeklärtheiten des Fußballs: Spielt dieses Team befreit auf und wird erst recht zum starken Gegner? Oder ist ein Spiel um die goldene Ananas dann doch eher motivations-hemmend? Arminia Bielefeld wird es am Samstag im letzten Heimspiel der Saison gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr, Alm) erleben. Was Mut macht? Beim 0:0 im Hinspiel machte der DSC eine gute Figur gegen die favorisierte TSG. Ein Sieg wäre umso wichtiger, weil man mit drei Punkten und einer gleichzeitigen Niederlage der Kölner in Berlin mindestens Tabellenplatz 16 sicher hätte. 


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB Stuttgart gewinnt gegen den FC Augsburg mit 1:2 und knapp die magische 40 Punkte Marke. Das Spiel begann wie die letzten VfB Spiele mit dem Ausfall eines Stammspielers. Diesmal erwischte es Torwart Gregor Kobel. Er verpasste aufgrund Rückenproblemen das Spiel. Für ihn spielte Fabian Bredlow dere

Den verletzten Stammkeeper 1a ersetzen konnte. Der Aufsteiger konnte im Schwabenduell die ersten Akzente setzen und ging nach 11 Minuten durch ein Tor von Phillipp Förster in Führung. Den frühen Rückstand konnten die Gäste gut wegstecken, denn mit der Zeit kamen sie immer besser ins Spiel allerdings scheiterten sie am herausragenden Fabian Bredlow.

Bis zur Halbzeit lief es für die Cannstatter nach Plan doch leider musste Robert Massimo in der ersten Halbzeit und Dinos Mavropanos während der Halbzeitpause verletzt ausgewechselt werden. Für Massimo kam Tanguy Coulibaly und für Dinos brachte Pellegrino Matarazzo Atakan Karazor.

Auch nach dem Seitenwechsel waren die Fuggerstädter das aktivere Team. In der 59. Minute traf das Team von Markus Weinzierl, der sein Debut ausgerechnet gegen seinen Ex Club feierte, zum inzwischen verdienten Ausgleich. Die Partie war wieder offen und es sah lange nach einem Unentschieden aus gäbe es da nicht den österreichischen Leuchtturm namens Sasa Kalajdzic! Diesmal bediente ihn ausnahmsweise nicht Borna Sosa sondern Darko Churlinov und der 23 jährige österreichische Nationalspieler traf kurz vor Schluss per Kopf zum 2:1 Endstand.

Die Freude über die drei Punkte hielten sich in Grenzen denn auch Tanguy Coulibaly musste ebenfalls verletzt ausgewechselt werden. Der VfB beendet den 32. Spieltag auf dem 10. Platz

News der Woche: Borna Sosa, der gegen Augsburg sein Comeback feierte, könnte in Zukunft für die deutsche Nationalmannschaft der Männer auflaufen. Anscheinend arbeiten der 22 jährige Kroate und der DFB an eine Blitzeinbürgerung, allerdings könnte sich die Angelegenheit als schwierig erweisen da die FIFA Statuten es nicht erlauben könnten.

Vorschau: Zum letzten Auswärtsspiel reisen die Schwaben nach Nordrhein-Westfalen wo sie im Borussia Park auf Borussia Mönchengladbach treffen werden. Die Fohlen liegen aktuell auf Platz 7 und dieses Duell könnte im Kampf um einen Startplatz in der neuen European Conference League entscheidend sein. Zurzeit befinden sich die Gladbacher zwei Spieltage vor Schluss 4 Punkte vor Stuttgart auf den Platz 7 und damit auf der Pole Position für die ECL. Zwischen den Schwaben und den Rheinländer liegt allerdings noch der FC Union Berlin und der SC Freiburg. Es bleibt also ein spannendes Rennen. Für den Aufsteiger aus Stuttgart ist das aber ein Luxusproblem schließlich wurde das Saison-Ziel Klassenerhalt erreicht und man im schlimmsten Fall noch Elfter werden. Die beiden Traditionsmannschaften trafen schon zwei Mal in dieser Saison aufeinander. Im Hinspiel im Neckarstadion trennten sie sich 2:2.

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