Zwischen Stärkung der Gleichberechtigung und Ignorieren der Menschenrechtslage

Wenn schon nicht sportlich, so schlägt der BVB den FC Bayern zumindest in der Außenwirkung

FC Bayern München

Rückschau: Nähmen wir einmal an, der Fauxpas zwischen Boateng und Alaba in der 50‘ und die anschließende Chaos Viertelstunde bis zum 3:1 durch Lewandowski hätte nicht stattgefunden, kann man durchaus von einem gefestigten souveränen Auftritt der Bayern beim 5:1 Sieg gegen den 1. FC Köln sprechen, auch wenn der FC in derzeitiger Verfassung auch nicht der Gradmesser der Bayern sein sollte.

Choupo-Moting, der für viele eher überraschend erneut in der Startelf stand traf tatsächlich zur 1:0 Führung, vorbereitet durch einen mal wieder fulminant aufspielenden Leon Goretzka, der auch das 2:0 von Lewandowski und später das finale fünfte Tor der Bayern zum Endstand für Serge Gnabry auflegen sollte.

Wie bereits beim 4:1 Sieg unter der Woche in der Champions League bei Lazio Rom konnte man endlich wieder gefestigte Strukturen im Münchner Spiel erkennen, abgesehen vom oben erwähnten Slapstick Gegentor. Dies gilt es nun zu bestätigen, um in der heißen Saisonphase Konkurrenzfähig zu bleiben. Da kann man Manuel Neuer auch mal den ersten Patzer seit langem verzeihen, der glücklicherweise ungesühnt blieb.

News der Woche: So sehr ich diesen Verein auch liebe, in etwa genauso sehr habe ich ihn in den letzten Jahren hassen gelernt und ich entschuldige mich hier schon für die vermutliche Überlänge meines Artikels. Ein großer Gesichtspunkt neben Fanunfreundlichem Verhalten und Abdriften in die totale Business Maschinerie ist die andauernde Arschkriecherei derer, die etwas zu sagen haben.

Am Freitag war es mal wieder soweit, der FC Bayern veröffentlichte über seine Social-Media-Kanäle ein Video. Dieses soll dem Betrachter zeigen, wie sehr der FCB doch seine „heißgeliebten“ Fans vermisst. Zufälligerweise veröffentlichten Paris SG, die AS Roma sowie die Brookly Nets exakt das gleiche Video. Alleine das hätte eigentlich in puncto Fan Verarschung schon gereicht, aber so etwas ist man ja vom FC Hollywood mittlerweile gewöhnt.

Das eigentliche Problem ist hingegen der Sponsor dieses Videos, Quatar Airways. In Anbetracht der aktuellen Diskussion um das Gastgeberland der glorreichen Weihnachts-WM 2022 ist es zusätzlich zur grundsätzlichen Problematik der FCB-Quatar Connection geradezu ein Schlag ins Gesicht der aktiven Fanszene diesen Spot jetzt zu veröffentlichen.

Vor allem aber ist es ein Schlag ins Gesicht eines jeden Opfers der Systematischen Ausbeutung in Katar. So erklärt sich natürlich auch, warum KHR sich in Interviews immer nur so ungern zu Katar äußerte.

Der große FC Bayern, der immer für Toleranz und Inklusion wirbt, zieht wie immer den Schwanz ein, wenn es darum geht sein Wort dann auch zu halten.

Nicht nur auf Schalke kann man deshalb aktuell froh sein, dass die aktive Fanszene aktuell recht beschränkt in ihrer Außenwirkung ist.

Vor lauter Ärger verliert sich der 121. Geburtstag des FC Bayern am 27.02. in dieser einen Bemerkung.

Vorschau:

Zurück zum sportlichen:

Am Samstag dem 06.03. um 18:30 steht für die Bayern ein ordentlicher Härtetest auf dem Programm. Die Borussia aus Dortmund ist zu Gast in München und fordert den Tabellenersten.

Zwar ist Das Duell der letzten Jahre im deutschen Fußball (zumindest sportlich) diesmal nicht erster gegen zweiter, dennoch sind beide Mannschaften vor allem offensiv zuletzt in einer guten Form.

Eben dort gilt es für die Bayern aufzupassen. Das Tempo der gegnerischen Sturmreihe muss erstmal gestoppt werden, zu Schlüsselfiguren könnten Davies und der hoffentlich zurückkehrende Pavard werden. Vor allem Davies hatte es bis jetzt eigentlich immer geschafft Jaden Sancho im Zaum zu halten.

Thomas Müller kehrt ebenfalls zurück und sollte die Dortmunder Defensive auseinanderziehen können. Das Mittelfeld um Kimmich und Goretzka sollte prinzipiell die Oberhand haben, und das Spiel bestimmen.

Man kann von diesem Spiel einiges erwarten, vor allem darf sich keine der beiden eine Niederlage erlauben, ein frühes Tor könnte einen ordentlichen Schlagabtausch hervorrufen.


Borussia Dortmund

Rückschau: Sacked two days later: Der BVB hat mal wieder für eine Trainerentlassung gesorgt, diesmal beim Gegner. Zwei Tage nach dem 3:0 über Arminia Bielefeld haben die Ostwestfalen ihren Trainer gefeuert. Nicht dass man sich als Schwarz-Gelber darüber freuen könnte: Der Erfolg gegen den Aufsteiger war schlichtweg Pflicht und Uwe Neuhaus Ex-Dortmunder.

Nach flottem Beginn durchlief die Borussia zunächst eine Ratlos-Phase mit vielen Querpässen, ehe sie zu mehreren dicken Chancen vor der Pause kam. Doch auch die Bielefelder hätten in Halbzeit eins in Führung gehen können. In der zweiten Hälfte ging es dann schnell: Mo Dahoud war wie in Sevilla mit einem platzierten Schuss der Dosenöffner. Die Vorbereitung kam von Jadon Sancho, der zehn Minuten später einen berechtigten Foulelfmeter verwandelte und in der 81. Minute auch am Premieren-Treffer des Brasilianers Reinier beteiligt war. Am Ende war's ein souveräner Auftritt des BVB gegen nachlassende Gäste mit 20:8 Torschüssen (9:2 aufs Tor).

News der Woche: Seit letztem Jahr ist bekannt, dass Borussia Dortmund endlich in den Frauenfußball einsteigen wird. Eine Befragung der Vereinsmitglieder ergab, dass diese sich mehrheitlich einen Start in der Kreisliga wünschen und eben keine Übernahme einer fremden Lizenz, um möglichst weit oben beginnen zu können. Zur Saison 2021/22 soll es losgehen – nun hat der Verein unter anderem im Mitgliedermagazin Borussia einige Personalien bekanntgegeben.

Trainer wird der 30-jährige Dortmunder Thomas Sulewski, der bereits den Vorortverein SV Berghofen in die 2. Frauen-Bundesliga geführt hat. Beratend werden Ex-Nationalspielerin Annike Krahn, derzeit beim DFB, und Ex-BVB-Spieler Christian Timm, aktuell Spieler/innenberater, tätig. Zur Strategie der neuen Abteilung gehört es, ambitioniert aufzutreten, die Konkurrenz aber nicht „plattzumachen“. So sollen die Spielerinnen vorerst keine Gehälter bekommen. Die Heimpartien will der Verein in der Roten Erde austragen, der alten BVB-Spielstätte neben dem Westfalenstadion.

Vorschau: Es ist mal wieder so weit: Die Auswärtspartie beim FC Bayern steht an, natürlich als Topspiel am Samstag um 18.30 Uhr. Zuletzt war das keine Begegnung, der man als BVB-Fan entgegengefiebert hat. In der Liga gewannen die Schwarz-Gelben zuletzt 2014 in München, als die Gastgeber bereits als Deutscher Meister feststanden. Seither ist es für die Borussia in der Arena unbefriedigend gelaufen, um es vorsichtig auszudrücken.

Viel Grund für Optimismus gibt es auch 2021 nicht. Ja, der BVB hat leistungsmäßig etwas angezogen, aber auch die Bayern haben die Niederlage gegen Frankfurt weggesteckt, wie die letzten Ergebnisse zeigen. Außer Corentin Tolisso und womöglich Pavard müssen die Gastgeber keine etablierten Spieler ersetzen. Die Borussia darf sich immerhin freuen, dass Offensivmann Thorgan Hazard und Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou bei ihren Comebacks gegen Bielefeld unverletzt blieben.



RB Leipzig

Rückschau: Das Top-Spiel des 23. Spieltages begann für RB mit gleich zwei Nackenschlägen. Bereits in der 5. Minute foulte Upamecano ungeschickt Breel Embolo im Strafraum, den Strafstoß verwandelte Jonas Hofmann. Und in der 19. Minute lenkte Thurman einen Kopfball mit der Schulter zum 0:2 ins Leipziger Tor. Damit war der Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt. RB kontrollierte das Spiel zwar, vergab aber eine Reihe guter Torchancen.  Gladbach erzielte dagegen mit den beiden Schüssen, die während des gesamten Spiels aufs RB-Tor gingen, zwei Tore.

In der zweiten Hälfte erhöhte RB den Druck nochmals. Gladbach fand außerhalb der eigenen Hälfte so gut wie nicht mehr statt (14:0 Torschüsse).  Besonders die Einwechslung von Alexander Sörloth für Sabitzer macht sich positiv im Leipziger Spiel bemerkbar. Bereits nach einer Minute auf dem Feld erzielte der Norweger ein zu Recht wegen Handspiels zurückgenommenes Tor. In der Folge war er sehr präsent auf dem linken Flügel, von wo aus er eine Reihe gefährlicher Hereingaben in den Strafraum spielte, so auf Nkunku zum 1:2 (57. min).  Und der bislang so glücklose Stürmer war es auch, der – nach Poulsen zwischenzeitlichem Ausgleich (66. min) – das 3:2-Siegtor in der 93. Minute per Kopf erzielte.  

News der Woche: Vor dem Spiel verkündete RB mit der Aufstellung, dass Angelino wegen leichter muskulärer Probleme nicht im Kader stehe. Das wollte der Dauerläufer nicht auf sich sitzen lassen und tweetete „Keine Muskelprobleme, ich bin fit“. Trainer Nagelsmann sah die Angelegenheit nach dem Spiel gelassen:  "Klar, der Tweet war jetzt nicht der cleverste. Aber dafür mag ich ihn. Er will immer spielen." Zur Sicherheit legte er sich aber am Dienstag einen eigenen Twitter-Account zu, um seinen Linksverteidiger zukünftig besser im Blick zu haben. ^^

Das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League zwischen RB und Liverpool am 10. März wird laut "Times" ebenfalls in Budapest stattfinden. Für Liverpool wieder dabei sein könnte dann der Ex-Leipziger Naby Keita, der nach einer längeren Knöchelverletzung gegen Sheffield erstmals wieder auflief.

Vorschau: Heute Abend (20:30 Uhr) geht es für RB gegen Wolfsburg um den Einzug in das DFB-Pokal-Halbfinale. Vor der Partie gehen Trainer Nagelsmann die linksfüßigen Außenverteidiger aus. So wird Angelino weiter nicht zur Verfügung stehen, auch Halstenberg sieht es aufgrund von Knieproblemen eher schlecht aus. Auch bei Marcel Sabitzer ist ein Einsatz fraglich. Definitiv nicht im Kader ist der Kapitän am Samstag (15.30 Uhr) beim Auswärtsspiel in Freiburg, da er sich gegen Gladbach seine 5. Gelbe Karte abholte. Gerüchten zufolge checken viele RB-Fans schon hektisch den Wetterbericht. Noch zu „gut“ ist die Erinnerung an die Zweitliga-Schneeschlacht im März 2016, die Freiburg mit 2:1 gewann. Auch ohne Wetterkapriolen wird die Aufgabe gegen stets gut organisierte und intensiv pressende Breisgauer schwer genug werden.


Borussia Mönchengladbach

Rückschau: Es ist der Wurm drin. Gegen Leipzig setzte es beim 2:3 die dritte Niederlage in Folge. Und so langsam wird die Gratulation an den Gegner zu einem verdienten Sieg zur unangenehmen Pflicht und Routine.

So richtig einzuordnen ist nicht, welches Problem im Team gerade am meisten Einfluss auf das Endergebnis hat. Was sich durchzieht, ist die frappierende Offensivschwäche in den vergangenen Wochen. Vor kurzem war es vor allem noch die Schwierigkeit, Lösungen gegen eng und aufopferungsvoll verteidigende Gegner zu finden. Nun kommen die Top-Teams der Liga geballt auf den VfL zu, und dort - wie auch im CL-Hinspiel gegen Manchester - zeigte sich, dass auch gegen hochstehende und angriffslustige Gegner die Paradedisziplin, das schnelle Umschaltspiel, völlig verloren gegangen scheint. Borussia wirkt mehr und mehr zahnlos.

Zwar führte die Rose-Elf zur Pause in Leipzig mit 2:0. Doch zu den Toren durch einen mit Mühe verwandelten Foulelfmeter von Jonas Hofmann und einen abgefälschten Ball von Marcus Thuram kam der VfL doch eher zufällig. Klappte es in der ersten Halbzeit wenigstens noch zeitweise, dem brutalen Offensivdruck der Leipziger auch ein paar halbwegs gefährliche Entlastungsangriffe entgegenzusetzen, wurden in der zweiten Halbzeit nahezu alle Entlastungsversuche vom Gegner noch in der eigenen Hälfte erstickt. Die Konsequenz war Dauerdruck der Leipziger, die mit Sörloth zur Pause auch den Spieler eingewechselt hatten, der am Ende den Unterschied machte. Dass die Gastgeber aus dem 0:2 noch einen 3:2-Sieg machten, war für niemanden wirklich überraschend, der das Spiel verfolgt hatte.

News der Woche: Natürlich gibt es nach wie vor kaum ein anderes Thema als das Rose-Dilemma. Auch wenn man ihm nicht unterstellen kann (zumindest ohne böswillige Interpretationen), dass der scheidende Trainer sich nicht mehr voll reinhängen würde: Die ausbleibenden Ergebnisse werden ihm zur Last gelegt. Und nun stand am Dienstagabend zur Krönung noch das pikante Pokalspiel des alten Rose-Vereins gegen den neuen auf dem Programm. Für den Trainer kein Problem. Sagte er vor dem Spiel. In der Pressekonferenz blockte er alle derartigen Fragen fast bockig ab.

Im Spiel selbst zeigte sich seine Mannschaft zwar erheblich verbessert, doch Dortmund reichte trotzdem ein einziger gut ausgespielter Angriff zum Sieg. Ein Weiterkommen im Pokal wäre vielleicht die einzige Möglichkeit gewesen, wie Marco Rose überhaupt noch bei den Fans hätte punkten können. Das Vertrauen, die Verehrung, die ihm viele entgegengebracht hatten, kehrt sich nun geradezu in das Gegenteil um. So, wie Jonas Horvath das in seinem Blog Schwarzweißgrün beschreibt, geht es derzeit vielen Gladbach-Fans.

Viele Anhänger haben die Saison spätestens jetzt abgeschrieben und hoffen, dass diese schnell und ohne größere Schäden vorbei zieht. Es ist aber schon wichtig, zu betonen, auf welch hohem Niveau hier gejammert wird.

Vorschau: Bayer Leverkusen kommt zur besten Samstagsanstoßzeit um 15.30 Uhr in den Borussia Park. Und was in den Jahren zuvor eigentlich immer ein Spitzenduell auf fußballerisch sehr hohem Niveau war, ist diesmal mit „Krisengipfel“ wohl am besten umschrieben. Borussia hat seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen und sicherte sich aus den vergangenen acht Partien nur einen Sieg (im DFB-Pokal gegen Stuttgart). Leverkusen holte wettbewerbsübergreifend sogar nur einen Sieg aus neun Spielen. Kurios: Beide Teams starteten ihre Magerserien jeweils nach einem umjubelten Sieg gegen den BVB.

Eins ist aber klar: Gewinnt der VfL am Samstag nicht, kann er die Planungen für einen internationalen Start nächste Saison einstellen. Der Trainer hat angekündigt, dass er auch nach dem Pokalspiel erneut frische Kräfte bringen wird. Denkbar also, dass Patrick Herrmann mal wieder eine Chance erhält. Eine Pause gibt es auf jeden Fall für Lars Stindl. Der Kapitän ist gegen Leverkusen gelbgesperrt. Ansonsten scheinen die Akteure alle weitgehend heil aus dem Pokalspiel hervorgegangen zu sein.


Bayer Leverkusen

Rückschau: 2:1 konnte der SC Freiburg bei Bayer Leverkusen gewinnen, der Druck auf Mannschaft und Trainer hat sich dadurch abermals erhöht. Wenig überraschend hatte Leverkusen deutlich mehr Ballbesitz und es gelang größtenteils auch gut, sich von Freiburgs Pressing nicht stören zu lassen und die erste Pressinglinie zu überspielen. Dann allerdings stockte das Offensivspiel an den bekannten Stellen: Leicht ließ sich Bayer auf Außen drängen, wo viele Angriffe dann versandeten und auch durchs Zentrum gelang wenig. Dennoch hatte Leverkusen vereinzelte Möglichkeiten in der ersten Halbzeit, wirklich gefährlich wurde es aber nur einmal, als Lucas Alario den Freiburger Schlussmann per Kopfball nach einer Ecke prüfte. Die zweite Halbzeit war offener und den Freiburgern gelang zwei Treffer. Beides Mal gab Leverkusen dabei erst den Ball leichtfertig her und verteidigte dann anschließend auch nicht gut. Lennart Grill, der nach den Patzern von Lomb nun im Tor stand, war hingegen machtlos. Zwar kam Leverkusen durch Leon Bailey noch einmal zum Anschlusstreffer, wirklich gefährlich wurde es für die Breisgauer dann aber auch nicht mehr. In der Schlussphase hatte das Spiel wieder seine Dynamik aus der ersten Halbzeit zurück.

News der Woche: In der Winterpause verpflichtete der Verein u.a. Fosu-Mensah, womit auf die Verletzung von Arias reagiert wurde. Nun muss man leider aber feststellen, dass die Freude, auf der Position des Rechtsverteidigers endlich mal einen Spieler konstant aufbauen zu können, nur einige Wochen hielt. Gegen Freiburg zog sich der Niederländer einen Riss des vorderen rechten Kreuzbandes zu.

Vorschau: Am Samstagnachmittag wird Leverkusen bei Borussia Mönchengladbach gastieren. Vor einigen Wochen wäre es noch als Spitzenspiel tituliert worden, nun wird es ein Krisenduell zwischen zwei ambitionierten Teams, die ins Mittelfeld abgerutscht sind. Einige Probleme scheinen dabei bei beiden Mannschaften identisch zu sein. Viel mehr nennenswerte Chancen hatte Leverkusen zuletzt meist auch nicht, nur dass Bayers Neuhaus Aránguiz heißt.


TSG Hoffenheim

Rückschau: Ein 1:1 auswärts bei Union Berlin klingt für die TSG auf den ersten Blick eigentlich nach einem guten Ergebnis. Betrachtet man aber den Spielverlauf und explizit das Chancenverhältnis etwas genauer, dann ist der Frust auf Seiten der Kraichgauer durchaus verständlich.

Das vergangenen Sonntag um 13:30 Uhr angepfiffene Spiel startete für die TSG jedoch alles andere als optimal. Bereits nach neun Minuten bekamen die Hausherren berechtigterweise einen Strafstoß zugesprochen, den Kruse souverän verwandelte. In der Folge fand die TSG immer stärker in die Partie und kam in der 29’ Minute durch ein Eigentor des Unioners Schlotterbeck, das Kramaric mit einer starken Flanke in gewisser Weise erzwang, zum Ausgleich. Auch in der zweiten Hälfte war die TSG die bessere Mannschaft und belohnte sich beinahe noch mit dem Sieg, jedoch wurde Kaderabeks Treffer zum 2:1 (82’) aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt. Am Ende stand also eine, für Union eher glückliche, Punkteteilung.

News der Woche: Zum enttäuschenden Aus in der Europa League gegen Molde FK werde ich hier nichts weiter schreiben, da dies den Rahmen des Newsletters sprengen würde. Wen meine Meinung zur Leistung der TSG interessiert, dem empfehle ich folgenden Tweet:

“Da ist überhaupt nichts dran. Das ist nichts weiteres als eine dreckige Lüge. Es ist scheinbar normal, dass man einfach irgendwas behauptet.” Mit diesen deutlichen Worten kommentierte Alexander Rosen, Direktor Profifußball der TSG, einen Bericht der ‘BILD’, die behauptete, dass die TSG bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für Sebastian Hoeneß sei und bei den Young Boys aus Bern und deren Trainer Gerardo Seoane fündig geworden sei.

Vorschau: Kommenden Samstag empfängt die TSG die formstarken Wolfsburger um 15:30 Uhr in der PreZero-Arena. Den letzten Sieg gegen die Wölfe konnte die TSG vor ziemlich genau drei Jahren feiern, als man den VfL dank der Treffer von Nico Schulz, Serge Gnabry und einem Eigentor von Josuha Guilavogui klar mit 3:0 besiegte. 

Mit einem Sieg könnte sich die TSG endgültig aus der Abstiegszone befreien und würde gleichzeitig wieder ein wenig Selbstvertrauen tanken.

Nicht zur Verfügung stehen werden weiterhin Dennis Geiger, für den die Saison vorzeitig beendet ist, Kostas Stafylidis, Benjamin Hübner, Kevin Akpoguma, Ermin Bicakcic, Havard Nordtveit und Stefan Posch. Ishak Belfodil und Robert Skov könnten möglicherweise wieder eine Option sein.


VfL Wolfsburg

Rückschau: Wenn du oben stehst, dann gewinnst du auch solche Spiele. Diese Weisheit gilt auch für den 2:0-Sieg gegen Hertha BSC beim VfL Wolfsburg. Die Wölfe absolvierten wahrscheinlich ihr schwächstes Spiel seit Wochen, profitierten aber von einem Eigentor von Klünter und einer Standardsituation mit Kopfballtor Lacroix, um auch diesen Arbeitssieg unter Dach und Fach zu bringen. Auch der VAR und der Pfosten waren dem VfL zusätzlich gewogen. Denn: Erst nach 86 Minuten hatte der VfL seinen ersten Torschuss - aus dem Spiel ging offensiv also nicht viel. Weit beeindruckender: über sieben Spiele steht jetzt die Null beim VfL - dank überragender Abwehrleistungen. Resultat: die beste Abwehr und besteTorwart der Liga kommen aus Wolfsburg. Da fiel sogar die Gelb-Rote Karte für Brooks-Ersatzmann Pongracic am Ende nicht mehr ins Gewicht. 

News der Woche: Hauptthema ist in der Woche natürlich das Pokalspiel gegen RB Leipzig (zu Redaktionsschluss noch nicht beendet). Zwei der besten Mannschaften der Liga begegnen sich auf Augenhöhe und Trainer Oliver Glasner hat die Vorgabe ausgeben in dem Alles oder nichts-Spiel auf Alles gehen zu wollen. Hierzu wird wohl auch die Stammelf auflaufen, also eine Rückkehr von Brooks ins Team ist mehr als wahrscheinlich. Nach wie vor gibt es auch für den Trainer nicht viel Grund zur Veränderung - zumal sich von der Bank zurzeit nicht wirklich jemand aufdrängt. Ein Sieg gegen Leipzig könnte für den Rest der Saison noch mal einen zusätzlichen Schub geben - laut Max Arnold ist die Stimmung im Team aber ohnehin schon überragend im Moment.

Vorschau: Am Samstag um 15.30 Uhr wartet auf den VfL Wolfsburg das Auswärtsspiel in Hoffenheim. Die Kraichgauer spielen ja eine durchaus durchwachsene Saison, davon dürfte sich der VfL aber nicht einlullen lassen, zu seriös geht die Glasner-Elf auch Spiele gegen vermeintlich schwächere Gegner in dieser Saison an. Viel wird auch davon abhängen, ob der Trainer nach dem Leipzig-Pokalspiel doch die Rotationsmaschine anschmeißt und andere Spieler gegen Hoffenheim ranlässt. Ist die Stammelf fit, wird es aber wohl auch hier kaum Änderungen geben. 


SC Freiburg

Rückschau: Nach zuletzt leicht enttäuschenden Ergebnissen schlug der SC Freiburg am vergangenen Samstag Bayer 04 Leverkusen auswärts mit 2:1. Dabei setzte Christian Streich auf ein 4-4-2 mit Demirovic und Höler in der umkämpften Doppelspitze. In der ersten Halbzeit fiel auf Freiburger Seite vor allem Torwart Müller mit einigen sehr guten Aktionen auf. Trotz klarer Feldüberlegenheit von Leverkusen ließ man sonst nicht allzu viele gefährliche Szenen zu, konnte den eigenen Sturm aber kaum in Szene setzen. Dies änderte sich schlagartig in der zweiten Hälfte. Erst marschierte Höler nach eigenem Ballgewinn an der Mittellinie bis zur Grundlinie durch und brachte eine flache Hereingabe auf Demirovic, der direkt verwandelte. Kurz danach bediente Grifo den völlig freien Höler, der nur noch einschieben musste. Auch nach Baileys Anschlusstreffer verteidigte Freiburg anschließend beherzt und erlaubte dem Gegner zwar noch einige Szenen im Strafraum, aber nur wenige gefährliche Abschlüsse. Trotz 22-6 Torschüsse für Bayer Leverkusen waren die „expected Goals“-Werte der beiden Mannschaften ausgeglichen – Leverkusen hatte also mehr, Freiburg dafür die besseren Möglichkeiten.

News der Woche: Nils Petersen wurde beim 2:1-Sieg nicht eingewechselt, stattdessen durfte Jeong die letzten Minuten in der Spitze spielen. Dies ist aus mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Denn der Freiburger Vorzeigestürmer hatte zuvor in dieser und letzter Saison kein einziges Bundesligaspiel verpasst. Noch beeindruckender ist aber tatsächlich folgender Wert: Der Sieg gegen Leverkusen ist der erste Freiburger Ligasieg ohne Nils Petersen seit dem 22. August 2015(!), damals noch in der zweiten Bundesliga. Seit diesem Tag hat Petersen nur 14 Ligaspiele verpasst, in denen der SC Freiburg sieben Unentschieden und sieben Niederlagen kassierte.

Die Statistik zeigt einerseits die enorme Beständigkeit, die Nils Petersen seit seinem Wechsel ins Breisgau ausmacht. Andererseits lässt sich auch die starke Abhängigkeit von seinen Treffern illustrieren. Wenn diese Last in Zukunft auf mehrere Schultern verteilt werden kann, ist das sicherlich auch ein Gewinn für den Verein – ohne dabei auf die Leistungen und Tore des erfolgreichsten Freiburger Stürmers aller Zeiten zu verzichten.

Vorschau:

Bevor die Gegner des SC Freiburg zumindest auf dem Papier wieder etwas leichter werden, steht am Samstag, den 06.03. um 15:30 Uhr noch der Meisterschaftskandidat RaBa Leipzig auf dem Programm. Diese kommen in der Bundesliga mit fünf Siegen in Folge ins Breisgau und werden nicht nur deshalb haushoher Favorit sein. Seit Beginn des Jahres konnte Freiburg aber gegen alle Gegner aus dem oberen Tabellendrittel zumindest mithalten und nun auch zweimal gewinnen. Taktisch ist Freiburg mittlerweile wieder sehr variabel. Hatte man gegen Leverkusen mit dem 4-4-2 einen hohen Fokus auf die Verteidigung der Außenbahnen, könnte gegen Leipzig vielleicht auch wieder mit dem genesenen Schlotterbeck in der Dreierkette und verdichtetem Zentrum gespielt werden. Von Vorteil könnte für Freiburg wie schon gegen Dortmund und Leverkusen sein, dass Leipzig unter der Woche ein schweres Spiel im DFB Pokal absolvieren muss. Aus Freiburger Sicht wird man sich am Mittwochabend also ein möglichst kräfteraubendes Pokalspiel zwischen Wolfsburg und Leipzig wünschen.


Eintracht Frankfurt

Rückschau: Werder Bremen beendete am vergangenen Spieltag Frankfurts Höhenflug. Nachdem die Eintracht nach dominantem Einstieg in die Partie in Führung ging, gelang es den Bremern das Spiel zu drehen. 2:1 siegten die Werderaner gegen eine Eintracht, die nach dem Ausgleich keinen Weg zurück in die Partie fand. Ideenlosigkeit, mangelnde Bissigkeit und Fehlpässe prägten das Frankfurter Spiel. Bremen hingegen machte die linke Abwehrseite der Eintracht als Schwachstelle aus und bespielte den freien Raum zwischen Kostic und Hinteregger mehrfach gefährlich. 

Auf und neben dem Platz wurde die Partie zunehmend hitziger. Nach Abpfiff gerieten vor allem Füllkrug und Hinteregger aneinander, auf der Pressekonferenz gab es anschließend auch Unstimmigkeiten zwischen den beiden Trainern. Die Streitigkeiten schaukelten sich so weit hoch, dass auch Tage später noch Verantwortliche beider Vereine das vermeintliche Fehlverhalten des Kontrahenten medienwirksam beklagten.

Der Disput kurz zusammengefasst: Hütter bemängelte fehlendes Niveau der Gastgeber, von deren Tribüne der Eintracht-Trainer nach eigener Aussage beschimpft wurde. Infolgedessen konterten Kohfeldt und Baumann, die diese Vorwürfe nicht unkommentiert auf sich sitzen lassen wollten, mit Verweis darauf, dass die Eintracht auch kein Kind von Traurigkeit sei.

News der Woche: In letzter Zeit war es verdächtig ruhig, nun platzte in Frankfurt die Bombe. Nachdem der TV-Sender Sky am Montag berichtete, dass Sportvorstand Fredi Bobic die Eintracht im Sommer trotz bis 2023 laufenden Vertrags verlassen wird, bestätigte er die Gerüchte am Dienstagnachmittag gegenüber der Sportschau.

Sein Abschied habe rein persönliche Gründe und die Eintracht-Verantwortlichen wüssten bereits lange Bescheid, so Bobic. Ursprünglich hätte er die Eintracht bereits im vergangenen Sommer verlassen wollen, blieb aber auf Bitte des Clubs wegen der Corona-Situation noch ein weiteres Jahr. 

Seitens der Eintracht wird hingegen von noch laufenden Verhandlungen gesprochen, über deren Fortschritt eigentlich Stillschweigen vereinbart war. Es klingt nach Ablöseverhandlungen und misslungener Kommunikation. Eintracht Frankfurt jedenfalls wird nicht besonders erfreut sein über die Art und Weise, wie der Abgang Bobics letztendlich bekannt wurde. 

Offiziell bestätigt ist Bobics neue Station zwar noch nicht, es scheint aber ein offenes Geheimnis zu sein, dass es den Ex-Herthaner zurück nach Berlin zieht – wo im Übrigen auch noch seine Familie wohnt. 

Als Nachfolger wird vor allem Ex-Eintracht-Spieler Christoph Spycher gehandelt, der aktuell bei Hütters ehemaligem Verein Young Boys Bern als Sportchef tätig ist. Wie viel an den Gerüchten dran ist, ist derzeit aber noch schwer abzuschätzen. 

Apropos Hütter: Der Österreicher bestätigte am Sonntag bei sky90 seinen Verbleib bei Eintracht Frankfurt und erstickte Gerüchte um einen Wechsel nach Gladbach damit im Keim. 

Auch im Fall Ali Akman gibt es Neuigkeiten. Nachdem das Sturmtalent zuletzt von seinem Verein Bursaspor wegen „unethischen Verhaltens“ suspendiert wurde, hat er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag aufgelöst und wird nun schnellstmöglich bei seinem neuen Verein in Frankfurt ins Training einsteigen. Spielberechtigt ist er allerdings erst in der kommenden Saison.

Vorschau: Nach dem Dämpfer gegen Werder Bremen trifft Eintracht Frankfurt am Samstag um 15:30 Uhr auf den VfB Stuttgart. Die Schwaben haben besonders eine Sache im Kader, die den Frankfurtern fehlt: Schnelligkeit. Schon Werder überspielte Kostic und nutzte den freien Raum in der Frankfurter Abwehr gekonnt. Gegen konterstarke, pfeilschnelle Stuttgarter muss die SGE-Defensive daher hellwach sein. Durch das Aufrücken der Innenverteidiger weit in die gegnerische Hälfte macht sich die Eintracht angreifbar – Stuttgart nutzte dies bereits in der Hinrunde für sich. Umso besser, dass N’Dicka seine Gelbsperre ausgesessen hat und mit ihm Tempo in die Frankfurter Abwehrreihe zurückkehrt. 


Hertha BSC

Rückschau: Pál Dárdai schmiss mal wieder die Rotationsmaschine an. Das System blieb im Vergleich zum Leipzig-Spiel zwar gleich, überraschend blieben aber nicht nur der angeschlagenen Mathew Leckie sowie der formschwache Dodi Lukebakio draußen, sondern auch der bisher unter Dárdai stets gesetzte, aber glücklos agierende Krzysztof Piatek vorerst außen vor. Nicht minder überraschend war, dass für die genannten Akteure neben Vladimir Darida auch Nemanja Radonjic und Deyovaisio Zeefuik in die Start-Elf rückten. Letzterer stand unter Pál Dárdai bisher noch nie im Kader.

Ohne klassische Spitze ging es also gegen seit sieben Pflichtspielen gegentorlose Wolfsburger. Hertha stand dementsprechend kompakt, machte das Zentrum dicht und lauerte auf Umschaltaktionen, ohne bei diesen wirklich zwingend zu sein. Zwingend waren auch die Wolfsburger nicht, welche von einer unglücklich abgelenkten Flanke profitierten. Lukas Klünter, der sich noch nach dem Spiel Vorwürfe machte, lenkte den Ball ins eigene Tor. Wolfsburg führte ohne eigenen Torschuss zur Halbzeit mit 1:0. Zur zweiten Hälfte kamen Piatek und Cordoba für die verletzten Cunha und Radonjic ins Spiel. Kurz darauf verletzte sich auch Sami Khedira, für den Guendouzi ins Spiel kam. Hertha kam nun zu mehr Abschlüssen, scheiterte aber mal an Casteels, mal am VAR und mitunter auch am eigenen Unvermögen, die Situationen sauber auszuspielen. Dass Wolfsburg sich dann kurz vor Schluss entschied, doch mal vor dem gegnerischen Tor aufzutauchen und das auch direkt mit dem 2:0 zu untermauern, passte perfekt ins Bild. Es verwunderte nicht, dass Dárdai die Entscheidung mit einem Lachen quittierte.

News der Woche: Die Fans setzen ein Zeichen für den Zusammenhalt, das Lazarett der Hertha nimmt immer größere Ausmaße an, doch die Hertha News der Woche nehmen ihren Ursprung in Frankfurt. Fredi Bobic teilte öffentlich mit, dass er seinen Vertrag in Frankfurt nicht erfüllen wird, sondern im Sommer den Verein verlassen wird. Auch wenn er die Frage nach seiner Zukunft bisher nicht beantwortete, pfeifen es die Spatzen von den Berliner Dächern, dass sich Fredi Bobic nach der launischen Diva „Eintracht Frankfurt“ der nächsten toxischen Lady der Bundesliga widmen wird. Bobic, der in Frankfurt laut eigener Aussage bereits letztes Jahr aufhören wollte und nur durch die Corona-Situation noch ein Jahr länger blieb, scheint es zu reizen, die (finanziellen) Möglichkeiten in Berlin in eine erfolgreiche Zukunft umzusetzen. In Frankfurt, wo Bobic nie die Illusion erschuf, er habe dort seine große Liebe gefunden, scheint er alles erreicht zu haben, was dort möglich ist. In Berlin ist der Status Quo denkbar weit weg von dem, was möglich erscheint. Verbunden mit seiner persönlichen Geschichte, den Kontakten zum Verein (Bobic ist seit 2005 Hertha-Mitglied) und seiner in Berlin lebenden Familie, scheint es eine Frage der Zeit – und der Ablöseverhandlungen – wann Bobic bei den blau-weißen auftaucht.

Vorschau: Nachdem gegen Leipzig und Wolfsburg die von Dárdai erhoffte Überraschung ausblieb, steht nun gegen Augsburg ein alles oder nichts Spiel an. Neun Spiele ohne Sieg, defensive Aussetzer, katastrophale Standards, die komplette Offensiv-Abteilung im Formtief und zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle. Es gibt keinen besseren Moment, um das Ruder rumzureißen. Völlig egal, welche elf fitten Spieler es auf das miserable „Grün“ des Olympiastadions schaffen, völlig egal, wie schlecht die Vorzeichen sind und völlig egal, wie wir es diesmal schaffen, dem Gegner ein Tor zu schenken. Am Ende wird Hertha dieses Spiel gewonnen und die Liga halten!


Union Berlin

Rückschau: Als der 1. FC Union Berlin am Sonntag kurz vor dem Spiel gegen die TSG aus Hoffenheim die Aufstellung bekannt gab und Max Kruse in der Startaufstellung stand, sollte das Spiel eigentlich schon vorher entschieden sein. Denn in der Regel enden Spiele gegen die TSG in einem grandiosen MaxDay. Die Statistik sprach bisher immer für Kruse: bis zum Spiel am Sonntag erzielte er 80 BuLi-Treffer, die meisten gelangen ihm bisher gegen die Sinsheimer. 8 Mal traf er ins Netz der Kraichgauer. In der Hinrunde beim Spiel in Sinsheim war Kruse der Spieler des Tages bei den Köpenickern: Er traf einmal ins Netz und leite zwei weitere Treffer Höchstselbst ein. Alles war bereitet für 3 Punkte, die das Stadion An der Alten Försterei nicht verlassen sollten. Aber: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt!

Union hatte von Beginn an, dass Spiel unter Kontrolle. Es war zu sehen, dass Kruse mit auf dem Feld stand und versuchte, spielerische Lösungen zu finden. Der Höhepunkt: In der 9. Minute schickt Kruse seinen Mannschaftskapitän Trimmel mit Geschwindigkeit Richtung Hoffenheimer Strafraum und wird dort zu Fall gebracht – kein schlimmes Foul, aber eben regelwidrig und clever von Trimmel herausgeholt. Den folgerichtigen Elfer versenkt Kruse sicher. Alles läuft nach Plan. Doch danach ist irgendwie die Linie raus bei den Eisernen. Nach und nach übernimmt Hoffenheim die Spielkontrolle. Union läuft gefühlt bei jeder zweiten Spielsituation ins Abseits der Sinsheimer und sollte diesbezüglich eigentlich gewarnt sein, denn Hoffenheim stellte die Gegner in dieser Bundesliga-Saison am häufigsten ins Abseits (75-mal), Union am seltensten (24-mal). In der 29‘ pariert Unions-Schlussmann Loris Karius einen Schuss von Kramaric. Allerdings prallt der parierte Schuss von der Schulter von Unions Verteidiger Schlotterbeck wieder zurück und fällt ins Tor.

Die 2. Halbzeit beginnt wieder mit sehr engagierten Berlinern, die allerdings – faktisch als Abbild der 1. Halbzeit – nach einigen Minuten wieder das Heft des Geschehens aus der Hand geben, sodass Hoffenheim die eine oder andere Chance bekam, doch noch 3 Punkte aus der Alten Försterei mitzunehmen. Das dem nicht so war, haben die Eisernen u. a. ihrem Schlussmann Karius zu verdanken, der sich – im Gegensatz zu den letzten beiden Spielen – auch einige Male gut in Szene setzen konnte. Einmal schafften es die Hoffenheimer dann doch noch, das Spielgerät an Karius vorbei ins Tor der Berliner zu bugsieren, hatten hier aber die Rechnung ohne den VAR gemacht, denn das Tor wurde aufgrund einer Hoffenheimer Abseitsstellung wieder aberkannt. So blieb es dabei: Beide Tore des Nachmittags wurden von Unionern erzielt und das Spiel endete 1:1 – mit etwas mehr Glück für die Berliner aus Oberschöneweide. Sehr treffend wird das Spiel im Berliner Tagesspiegel von Kit Holden sowie im Berliner Kurier von Union-Kenner Mathias Bunkus analysiert.

News der Woche: Vor Beginn der 2. Union Bundeligasaison – also mitten in der 2. Corona-Welle – hatte der 1. FC Union Berlin den Eisernen Dauerkarteninhabern angeboten, die Dauerkarte für die Saison 2020/21 zu erwerben, obwohl der Verein nicht garantieren konnte, dass die Heimspiele mit Zuschauern ausgetragen werden. Anfänglich konnten noch 5000 Eiserne durch ein Losverfahren ihre Fußballgötter im Stadion mit antreiben, war das dann kurze Zeit später auch nicht mehr möglich. Jetzt erhielten alle Dauerkarteninhaber Post vom Verein mit einem Gutschein in der Höhe der nicht genutzten Spiele.

Eine Pflicht zum Kauf der Dauerkarten gab es natürlich nicht, denn das Anrecht auf eine Dauerkarte wäre auch ohne Kauf nicht erloschen. Dennoch kauften viele Unioner ihre reservierte Dauerkarte bereits mit dem Wissen, sie nicht nutzen zu können und konnten damit dem Verein ein kleines finanzielles Polster verschaffen. Bluten für Union mal anders, ganz im Sinne des eisernen Liedgutes „Wir sind Unioner, wir sind die Kranken“.

Vorschau: Wenn am 7. März um 18 Uhr in Bielefeld das Spiel der Arminia gegen den 1. FC Union Berlin angepfiffen wird, stehen sich zunächst erst einmal die beiden kleinsten Etats der Bundesliga gegenüber. Bielefeld mit einem Gesamtmarktwert von 50,7 Millionen und Union Berlin mit 76,2 Millionen. Dennoch trennen beide Vereine gefühlte Lichtjahre. Die Köpenicker reisen nicht nur mit der Gewissheit nach Bielefeld den Klassenerhalt mit nunmehr 34 Punkten auf der Habenseite und Platz 7 fast geschafft zu haben, sondern auch noch mit dem Wissen, dass die Bielefelder ohne größere Not ihren Aufstiegstrainer und ehemaligen Union Fußballgott Uwe Neuhaus entlassen haben und sich nun mit dem neuen Coach der Bielefelder, Frank Kramer, erst einmal finden müssen. Zudem ist Bielefeld mit aktuell 18 Punkten (punktgleich mit Hertha) auf Platz 16 der BuLi noch einige Meter vom rettenden Ufer des Klassenerhaltes entfernt. Das Hinspiel hatten die Köpenicker in Berlin noch klar mit 5:0 gewonnen. Wahrscheinlich wird Trainer Urs Fischer nicht allzu viel an seiner Startelf aus dem Spiel gegen Hoffenheim ändern. Fragezeichen allerdings stehen hinter Christopher Lenz, der im Spiel gegen Hoffenheim in der Halbzeit wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden musste und mit Niko Gießelmann der andere linke Verteidiger auch verletzt ist. Im stürmenden Personal wird aller Voraussicht nach wieder Joel Pohjanpalo gesetzt sein, da Taiwo Awoniyi aktuell auch verletzungsbedingt nicht zur Verfügung steht, und durch Max Kruse etwas dahinter hängend unterstützt wird. Aber vielleicht zaubert Unions Urs Fischer auch etwas ganz anderes aus seinem (Fischer)Hut. Am Sonntag um 18 Uhr werden wir es genauer erfahren.


Schalke 04

Rückschau: VfB-S04: 5-1. Schalke spielt seit Monaten wie ein unterklassiger Gegner im Pokal. Engagierte erste paar Minuten, Einbrechen zur Mitte der Halbzeit, weil die Kräfte nicht eingeteilt worden und der Gegner Anpassungen vornehmen kann. Alles in der blinden Hoffnung auf eine frühe Führung, die man irgendwie über die Zeit retten kann. Was wiederum auch nur selten klappt: Ein Sieg und drei Unentschieden nach Führung.

Dazu kommen wirklich billige Matchpläne. Lange Bälle und hoffen. Standards schinden und hoffen. Das Team hat nichtmal eine Idee, wie die erste Pressingreihe des Gegners überspielt werden kann. Ganz zu schweigen davon, wie ein gefährlicher Torabschluss kreiert werden soll. Alles wirkt komplett reaktiv, es gibt kaum mal Anpassungen oder Wechsel während des Spiels, die irgendwas verbessern. Und es fehlt die Mentalität eines Pokalspiels. Es sind keine wichtigsten Spiele des Jahres, sondern eben nur Alltag. Deswegen ist nach einem oder zwei Gegentreffer die Luft raus, die Köpfe hängen.

Der löchrige, schlecht zusammengestellte Kader tut sein übriges. Noch nie gab's fünf Wechsel in der Liga diese Saison und Gross hat nur zwei mal die Bank voll besetzt - ich komme mir ja schon selbst blöd vor, so oft wie ich das schreibe. Jetzt zetteln die im Winter Verpflichteten eine Revolte gegen den Trainer an. Der Rest der Mannschaft traut sich schon gar nicht mehr, was zu sagen.

Gross war jetzt wirklich mal ein Trainer auf Schalke, der überfordert schien. Aber weil Schneider schon drei Trainerwechsel diese Saison zu verantworten hatte - keiner davon war so nötig, wie dieser - war auch er nicht mehr tragbar. Ein vollkommen hausgemachtes Problem.

News der Woche: Am Sonntag wurde dann die sofortige Trennung von Sportvorstand Schneider und Trainer Gross verkündet, mit ihnen gingen außerdem Co-Trainer Widmayer, Athletik-Chef Leuthard und Teamkoordinator Riether. Ein Rundumschlag. Das Ende von Schneiders Wirken auf Schalke und gleichzeitig ein letztes Aufbäumen eines Aufsichtsrates aus dem sich fünf Mitglieder schon im Mai der Wiederwahl stellen müssen. Einige Vertreter stellten sich unter der Woche den Mitgliederfragen. Dieses Kommunikationsformat “mitGEredet” soll wohl beibehalten werden. Gut, denn an Transparenz hatte es zuvor lange gemangelt.

Die Aufgaben des Sportvorstandes werden übergangsweise von Peter Knäbel übernommen, er hatte zuvor seit 2018 den Nachwuchs geleitet und gegen den Prestigeverlust und den sportlichen Niedergang der Knappenschmiede angekämpft. Die aktuellen Profispieler Hoppe und Bozdogan wurden etwa von ihm in den Verein geholt - beispielhaft für sein Vorgehen die älteren Jugendjahrgänge sofort mit Transfers zu stärken, während bei den jüngeren langsam Aufbauarbeit betrieben wird. Auf Schalke konnte man also gute Erfahrungen mit Knäbel machen, auch wenn ihm sein Ruf aus seiner Zeit beim HSV bei vielen beiläufigen Beobachtern noch nachhängt.

Auch ein neuer Trainer wurde inzwischen vorgestellt. Dimitrios Grammozis unterschrieb einen Vertrag bis 2022, der sich bei direktem Wiederaufstieg wohl automatisch verlängert. Er bringt seinen Co-Trainer aus Darmstadt Sven Piepenbrock mit. Auch Büskens steigt ins Trainerteam auf und soll wohl trainerunabhängig dort bleiben und eine konstante Personalie werden. Dafür verabschiedeten sich Cinel und Naldo aus dem Trainerstab der Profis und wirken fortan im Nachwuchs. Den Aufgabenbereich des Koordinators übernimmt Asamoah von Riether. Er war schon Ende der Saison 2018/19 in ähnlicher Verantwortung eingesprungen, danach aber ins Management der U23 zurückgekehrt.

Das Athletikteam wird aus den Reihen des NLZ verstärkt, Sebastian Klein rückt auf. Die Aufgaben des zuvorigen Leiters werden auf das gesamte Team verteilt. Dasselbe tat man Ende des vergangenen Jahres, als Dr. Schlumberger abgeworben wurde. Da Schalke seit längerer Zeit Fitnessprobleme moniert, ist es wenig nachvollziehbar, führendes Personal ziehen zu lassen und die Aufgaben anschließend aber auf noch weniger Schultern zu verteilen.

Zuletzt wurde am Mittwoch der endgültige Wechsel von McKennie zu Juventus verkündet. €18,5m wird dieser sicher in den nächsten drei Jahren in die Schalker Kassen spülen. Verwundert hatte mich aber, dass von den unsprünglich bis zu €7m Bonuszahlungen nur noch bis zu €6,5m möglich sind. Obwohl Juventus in allen drei Wettbewerben - Serie A, Coppa Italia und Champions League - noch dabei ist und in der Zwischenzeit den Supercoppa gewonnen hatte.

Vorschau: Schon am Freitag trifft Schalke mit dem neuen Trainerteam nun auf Mainz, also den dirketen Tabellennachbarn. In den letzten elf Spielen stehen noch Matches gegen alle anderen Vereine aus dem unteren Tabellendrittel an. Zehn Punkte beträgt der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz realistisch - rechnerisch neun bei einem um -29 schlechteren Torverhältnis. Bielefeld hat dabei sogar noch ein Nachholspiel.

Grammozis wurde schon nicht mehr mit dem Missionsziel Klassenerhalt verpflichtet, er soll den Turnaround in der zweiten Liga schaffen und Schalke zurück ins Oberhaus führen. Rechnerisch ist der Abstieg aber natürlich noch nicht besiegelt und solange werde ich noch hoffen.


FSV Mainz 05

Rückschau: Am Sonntag um 15:30 Uhr hätten die 05er zum ersten Mal die Chance gehabt, im Spiel gegen Augsburg auf heimischen Rasen in der Tabelle nach oben zu klettern. Bo Svensson vertraute dabei auf die bewährte Startelf, in der nur Dominik Kohr aufgrund eines grippalen Infekts durch Kevin Stöger ersetzt wurde. Der Plan der Mainzer Augsburg durch ein frühes Gegentor unter Druck zu setzten, scheiterte in der 25. Spielminute. Nach einem Torwartfehler von Robin Zentner ging Augsburg durch Andre Hahn in Führung. Infolgedessen zog sich Augsburg tief in die eigene Hälfte zurück und überließ den Mainzern das Spiel, die aufgrund der schlechten Platzverhältnisse versuchten, durch Flanken Strafraumszenen zu kreieren. Die mangelnde Kreativität in der Offensive setzte sich auch in der zweiten Halbzeit fort, auch wenn mit Glatzel und Boëtius mehr Bewegung ins Spiel kam. So verpassten es die 05er wichtigen Boden gut zu machen, profitierten aber gleichzeitig auch von den Ergebnissen der Konkurrenz, die ebenfalls nicht punkteten.

News der Woche: Um das eigene Ballbesitzspiel durch mangelnde Platzverhältnisse nicht noch einmal so zu gefährden, gab Mainz 05 am Dienstag bekannt, dass bis zum nächsten Heimspiel ein neuer Rasen verlegt wird.

Robin Quaison ist wieder fit. Nach seiner vierwöchigen Pause auf Grund einer Knieprellung ist der Stürmer zurück im Mannschaftstraining. Gegen Schalke wird es für ein Startelfeinsatz vermutlich nicht reichen, doch der Schwede könnte der entscheidende Schlüssel im kommenden Abstiegsduell gegen Schalke 04 sein.

Vorschau: Am Freitagabend richten sich alle Blicke nach Gelsenkirchen. Im Abstiegskracher treten die 05er gegen die Schalker an, die mit 8 Punkten Abstand auf dem letzten Tabellenplatz direkt hinter den 05ern liegen. Mit einem mutigen offensiven Konzept könnte es den Rheinhessen am Freitag gelingen, die Abstiegsplätze zu verlassen. Ein Faktor dabei kann auch die Ruhe sein, die bei Mainz 05 nach dem Trainerwechsel und der Rückkehr von Heidel und Schmidt eingekehrt ist. Der Höhenflug der letzten Wochen hat die Mannschaft stabilisiert und die Konkurrenz überrascht.

In den kommenden Wochen spielt Mainz gegen Freiburg, Hoffenheim und Bielefeld. In diesem Spiel muss die Spielweise angepasst werden und nach dem gegen Augsburg diese Chance verpasst wurde, könnte das Duell gegen Schalke auch als zweite Chance betrachtet werden.


1. FC Köln

Rückschau: Wenn der Gegner FC Bayern München hieß, ist das meist kein Zeichen für eine allzu positive Rückschau. So auch beim 1. FC Köln in dieser Woche. Mit 5:1 setzte sich der Rekordmeister schlussendlich gegen die Geißböcke durch. Zwar erwischte die Mannschaft von Markus Gisdol gar keinen schlechten Start - in beiden Halbzeiten, am Ende sollte das aber nichts nutzen. Trotz eines 0:2-Rückstands zur Pause, konnte Ellyes Skhiri nach Wiederanpfiff zunächst verkürzen, ehe die Gastgeber dann doch noch für klare Verhältnisse sorgten. Insgesamt war es ein erwartbarer Spielverlauf, der nicht allzu viele Erkenntnisse zulässt. Dass der 1. FC Köln auswärts in München grundsätzlich historisch gut dasteht, sollte diesmal jedenfalls nichts nutzen. So blieb es bei bisher neun Auswärtssiegen in der Bundesliga gegen den FC Bayern für die Domstädter. Immerhin: Da kann trotz der Niederlage am Wochenende kein anderer Bundesliga-Club mithalten.

News der Woche: Bisher ist es eine wenig turbulente Woche am Geißbockheim. Die Pleite in München wurde akzeptiert, nun richtet sich der Blick auf die anstehende Partie gegen Werder Bremen. Dass mit Florian Kainz und Jonas Hector zwei Stammspieler wieder (zumindest teilweise) ins Mannschaftstraining eingestiegen sind, dürfte Trainer Gisdol unterdessen freuen. Inwiefern beide bereits am Wochenende eine Option sein werden, bleibt allerdings abzuwarten.

Ganz sicher nicht mit von der Partie sein wird Sebastiaan Bornauw. Der Abwehrhüne hat mittlerweile aber seine Rücken-OP im zweiten Anlauf erfolgreich hinter sich gebracht und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der erste OP-Versuch musste wegen einer allergischen Reaktion auf das Anästhetikum abgebrochen werden. Wann der Belgier zurückkehrt, ist offen. “Ich nenne bewusst kein Datum, das macht nur unnötigen Druck”, erklärte Coach Gisdol. “Wir freuen uns auf Sebastiaans Rückkehr.”

Vorschau: Am Sonntag treffen um 15:30 Uhr die ersten beiden Bundesliga-Meister aufeinander. Natürlich war der 1. FC Köln der erste, die Bremer schnappten sich dann ein Jahr später erstmals den Titel. Beim Duell am 24. Spieltag sind allerdings beide Traditionsvereine weit von der Meisterschale entfernt - der FC noch mehr als die Norddeutschen. Und der Trend ist derzeit überhaupt nicht Kölns Friend: Als einziges Bundesliga-Team verlor man die letzten drei Spiele in Serie. Andererseits liegt der letzte Werder-Sieg in Köln schon über 15 Jahre zurück. Statistisch wird man also im Vorfeld nicht schlau aus der Partie. Dennoch ist klar: Mehr Druck haben die Kölner. Bremen liegt mit 26 Punkten im Tabellenmittelfeld, die Geißböcke rangieren derweil mit 21 Punkten auf Platz 14, nur drei Zähler von der Relegation entfernt, und haben die Verfolger im Nacken sitzen. Mit der vierten Niederlage in Folge dürfte es ungemütlich am Rhein werden.


FC Augsburg

Rückschau: Der zweite kapitale Torwart-Fehler innerhalb einer Woche bescherte dem FC Augsburg im Auswärtsspiel bei Mainz 05 die nächsten Punkte. Nach dem 1:1 gegen Bayer Leverkusen, sorgte der Aussetzer von Robin Zentner für einen umjubelten Dreier. Da die anderen Teams im Tabellenkeller allesamt patzten waren es sogar wirkliche Big Points, die den Fuggerstädtern satte acht Punkte Vorsprung zum Relegationsplatz bescherten.
In einer intensiv geführten Partie, die über die gesamte Spielzeit selten Bundesliga-Niveau erreichte, konnte sich zunächst kein Team ein spielerisches Übergewicht verschaffen, so dass Torraumszenen Mangelware blieben. Das blieb auch bis zur 25. Minute so als Zentner unbedrängt den Ball in die Füße von Niederlechner spielte. Der Stürmer legte überlegt zu Hahn quer. Der zur Führung einschieben konnte. Chancen und spielerische Highlights blieben bis zum Schlusspfiff aber Mangelware. Zwar hatten beide Teams in der Schlussphase jeweils einen Pfostentreffer zu verzeichnen, aber es war überdeutlich anzumerken was für die Mannschaften auf dem Spiel stand. Am Ende ein etwas glücklicher Sieg für die Gäste.

News der Woche: Thema der Woche ist und bleibt vor allem der Trainer. Der FCA hat nun wieder ein wenig Luft im Abstiegskampf, kann aber einmal mehr nicht spielerisch überzeugen. Es fällt schwer ein Konzept zu erkennen, das über die Zerstörung des Spiels hinausgeht.

Wie in den Spielen zuvor gingen die Verantwortlichen nicht allzu hart mich sich selbst in Gericht. War gegen RB Leipzig noch der Schiedsrichter der Sündenbock, musste nun der Rasen als Schuldiger herhalten. Auf dem – tatsächlich grausamen – Geläuf sein ein kultivierter Spielaufbau nicht möglich gewesen. Böse Zungen mögen nun sagen, dass der FC Augsburg die ganze Saison demnach noch kein vernünftiges Spielfeld zu Gesicht bekommen haben kann. Es bleibt spannend…

Vorschau: Weiter geht es am Samstag (6.3.21 – 15:30 Uhr) zum nächsten Kellerduell: der FC Augsburg tritt bei Hertha BSC an. Änderungen sind auf Seiten der Fuggerstädter kaum zu erwarten. Zum einen fehlen mit Finnbogason, Iago und Jensen wichtige Alternativen. Zum anderen geben die Ergebnisse der letzten beiden Spiele keinen Anlass. Dieser Matchplan mag aufgehen, solange die Hauptstädter ebenso freigiebig sind wie Leverkusen und Mainz. Gibt es keine Berliner Geschenke, kann man Herrlichs Matchplan gespannt sein.


SV Werder Bremen

Rückschau: Am Freitagabend hat Werder Bremen überraschend gegen Eintracht Frankfurt mit 2:1 gewonnen. Das schwache Schiedsrichterteam um Robert Hartmann sorgte mit seinem souveränen Auftritt für eine hitzige Atmosphäre an der Seitenlinie und nach dem Spiel. Dazu aber mehr in den News der Woche.

Mit Eintracht Frankfurt kam ein Starker mit enorm viel Selbstvertrauen ins Weserstadion. So dachte sich wohl auch Trainer Kohfeldt, dann kopier ich doch das Erfolgsrezept und stellte ebenfalls in einem 3-4-3 System auf. So kam es zu vielen 1:1 Situationen. Am Anfang bekam Werder aber nur wenig zugriff auf das Spiel. So war es auch nicht überraschend, dass Silva die Eintracht nach einem Eckball in Führung brachte.

 Dieser Eckball hätte allerdings nie gegeben werden dürfen, da der Frankfurter Sow als Letztes am Ball war. Da der VAR da nicht eingreifen darf, blieb es bei dieser Fehlentscheidung. Nach ca. 25 Minuten kam Werder immer besser ins Spiel und erarbeitete sich Chancen für Chancen. Nachdem der VAR in 28. Minute das Tor von Sargent aberkannt hatte, schlenzt Rashica den Ball an die Latte. Frankfurt hatte dann noch viel Glück das der schwache Schiedsrichter Hartmann Rhode nicht in der 45 Minute die Gelb-Rote Karte gezeigt hat. In der 47. Minute trifft dann Gebre Selassie zum verdienten 1:1 Ausgleich. Nachdem die Fahne hochgeht, entscheidet der VAR diesmal auf Tor.Bremen bekommt immer mehr Kontrolle über das Spiel und stellt das Mittelfeld zu. In der 62. Minute dreht Werder das Spiel zum 2:1 durch Sargent. Auch dieses Mal kommt der VAR zum Einsatz und entscheidet auf Tor. So kommt Sargent mit seinem Rechtsschuss ins lange Eck doch noch zu seinem Tor. In der 69. Minute kam es dann zum nächsten VAR-Einsatz. Das vermeintliche 3:1 für Werder durch Schmid wird nicht gegeben. Auch diesmal war es wieder ganz knapp.

Ab der 75. Minute machte Frankfurt wieder mehr Druck und es wird hitziger auf dem Feld, das in der Schlussphase mit der Gelben Karte für Eintracht Trainer Hütter endet.

Werder gewinnt überraschend, aber nicht unverdient gegen Eintracht Frankfurt.

News der Woche: Die sportlich wichtigste Nachricht diese Woche war die Absage bzw. Verlegung des Pokalspiels gegen Jahn Regensburg. Nachdem schon vergangene Woche der Regensburger Trainer auf Covid-19 positiv getestet wurde, sind in den vergangenen Tagen weitere Personen positiv getestet worden. Das Gesundheitsamt hat nun eine 14-tägige Quarantäne für den gesamten Betreuerstab und die Mannschaft verhängt. Des Weiteren hat das Spiel gegen die Eintracht für Gesprächsstoff gesorgt. Nach dem Spiel gab es im Gang zu den Kabinen und auf der PK noch zu scharmützeln. Es hatte ein wenig etwas von Kindergarten Streitigkeiten, bei dem jeder das letzte Wort behalten möchte. So hatten Füllkrug und Hinteregger, sowie Hübner mit Kohfeldt ihre Wortgefechte. Zusätzlich äußerten sich dann noch die Trainer Hütter und Kohfeldt noch auf der PK. Am nächsten Tag legte Hütter via Sky90 noch einmal nach und Frank Baumann ließ es sich nicht nehmen, darauf erneut zu kontern. In Zeiten von Hate Speech sollten sich alle Beteiligten ein wenig zurücknehmen und vermeiden, dass es eskaliert. Vielleicht erledigt sich aber auch das Thema aber auch von selber mit dem Abgang bzw. Wechsel einiger beteiligten aus ihren Ämtern.

Vorschau: Am Sonntag ist Werder beim 1. FC Köln zu Gast. Bei den bisherigen 95 Bundesliga Begegnungen gab es für beide Teams je 35 Siege und 35 Niederlagen bei 25 Unentschieden. Ähnlich sieht es bei den letzten 10 Spielen aus, mit 2 Siegen, 2 Niederlagen und 6 Unentschieden. Wenn man allerdings die aktuelle Situation betrachtet, so liegt Köln in der Rückrundentabelle mit 6 Punkten aus 6 Spielen auf Platz 13. Tabellenplatz wobei Werder mit 8 Punkten aus 5 Spielen auf Platz 10 liegt und nächste Woche noch das Nachholspiel gegen Bielefeld hat. Nach 3 Niederlagen in Folge wird der FC nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzen, zumal sie nur noch 3 Punkte vom Relegationsplatz entfernt sind. Werder wird nach dem Coup gegen die Eintracht versuchen, mit einem Sieg gegen Köln einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt zu gehen. Zumal aktuell alle Stürmer wieder fit sind und auch Linksverteidiger Ludwig Augustinsson wieder sein sollte.


Arminia Bielefeld

Rückschau & News der Woche: Samstag ein 0:3 in Dortmund, am Sonntag die Beratungen der Vereinsgremien und am Montag dann der Rauswurf von Trainer Uwe Neuhaus: Es war viel los bei Arminia Bielefeld in den vergangenen Tagen. Sehr viel. Und es köchelt nicht nur, nein, die Fan-Seele kocht. Gefühlt können neun von zehn Anhängern ganz und gar nicht verstehen, dass der DSC den Aufstiegstrainer, der Arminia nach elf Jahren zurück in die Bundesliga geführt hat, trotz grundsätzlicher optimistischer Aussichten im Abstiegskampf vor die Tür gesetzt hat. 

Dabei sind die sportliche Entwicklung und das 0:3 beim BVB, das die Wenigsten überrascht haben dürfte, wohl nur zwei Gründe für die Entscheidung der Vereinsführung gewesen. Uwe Neuhaus galt im Klub nie als großer Kommunikator. Auch in Sachen Jugendarbeit wurden dem 61-Jährigen Versäumnisse vorgeworfen. Das alles soll das Verhältnis zu Sport-Geschäftsführer Samir Arabi belastet haben. Vor diesem Hintergrund war ein befreites, unvoreingenommenes Arbeiten für beide Seiten realistisch nicht mehr möglich. Eine Trennung, spätestens im Sommer, schien unausweichlich. Diesen Schritt hat der Aufsteiger nun früher vollzogen als gedacht, auch verknüpft mit der Hoffnung, hiermit einen neuen, entscheidenden Impuls im Kampf um den Klassenerhalt zu setzen. 

Unterm Strich dürfte das die Meinung der Fans kaum ändern. Und Arminia Verantwortliche dürften sich zumindest in dieser Situation freuen, dass die Tribünen im Stadion leer bleiben müssen, bleiben ihnen so schließlich jede Menge Unmutsbekundungen erspart.

Richten soll es nun Frank Kramer. Einer der kommt, um zu bleiben. So erhoffen es sich die Verantwortlichen zumindest. Kramer soll die Jugendarbeit und Integration von Nachwuchsspielern forcieren. Allerdings besteht für den ehemaligen Trainer von Reuther Fürth und Fortuna Düsseldorf, der zuletzt Leiter der Nachwuchsabteilung von RB Salzburg war, auch die Gefahr, sich auf den letzten Metern der Saison gleich am heißen Eisen Abstiegskampf zu verbrennen. Denn sollte der Klassenerhalt nicht gelingen, würde der 48-Jährige gleich mit einer großen Hypothek in die 2. Liga starten.

Vorschau: Überhaupt ist die Heimpartie am Sonntag (18 Uhr, Alm) eine mit besonderer Bedeutung für Arminia, schließlich geht es gegen den Abstieg. Nun ist es auch noch ein Spiel, das aus Bielefelder Sicht sogar unter dem Brennglas betrachtet wird. Es ist die erste Partie der Nach-Uwe-Neuhaus-Zeit und das Debüt von Neu-Trainer Stefan Kramer. Grundsätzlich wird auf Spiele eines neues Coaches sehr genau geguckt. Nach dem umstrittenen Bielefelder Trainerwechsel wird umso mehr drauf geschaut. Und mit Union kommt nicht nur der Tabellensiebte, sondern auch das Team, das sich zuletzt fünf von neun Punkten sicherte. Der Druck ist groß, keine Frage. Die Erwartungshaltung sowieso. Unterm Strich kommt auf Arminia also eine heftige Aufgabe zu. Und der Ausgang des Union-Spiels wird in Sachen Emotion und Motivation dann auch gleich von enormer Bedeutung für die Nachholpartie gegen Werder Bremen (fiel dem Schnee zum Opfer). Zwei dicke Brocken für Frank Kramer gleich zum Start und zwei Partien mit wegweisenden Charakter - die kommenden Tage werden in Sachen Trainerwechsel-Effekt und Stimmungsbild äußerst spannend.


VfB Stuttgart

Rückschau: Der VfB Stuttgart gewinnt gegen Schalke 04 mit 5:1 dank eines starken Endos. Zwar hatte Schalke die erste Großchance durch Harit, dieser scheiterte aber an Kobel. Drei VfB - Ecken später stande es 3:0 für den Aufsteiger. Zweimal wurde Wataru Endo komplett allein gelassen und der Spieler des Tages musste den Ball nur noch rein schieben. Beim 3:0 konnten die Schalker die Ecke zunächst abwehren, Borna Sosa konnte den ball wieder reinflanken. Der österreichische Leuchtturm Sasa Kalajdzic sprang höher als alle anderen und köpfte den Ball vorbei an Langer zum 3:0. Kurz vor der Pause konnte Sead Kolasinax noch auf 1:3 aus Schalker Sicht verkürzen.

Nachdem Seitenwechsel kamen die Königsblauen besser ins Spiel, doch sie scheiterten an einen starken Kobel. In der 71. Minute bekamen die Knappen nach einem Foul von Marc - Oliver Kempf an Serdar einen Elfmeter. Kobel konnte den Strafstoß von Nabil Bentaleb aber halten. In den letzten Minuten kam der VfB wieder besser ins Spiel. Der eingewechselt Phillip Klement erhöhte mit seinem ersten Tor für den VfB auf 4:1 und begrub somit jegliche königsblaue Hoffnung. In der Nachspielzeit setzte Daniel Didavi, ebenfalls eingewechselt, den Schlusspunkt mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 5:1 Endstand.

News der Woche: Cem Özdemir gilt laut Stuttgarter Nachrichten als Kandidat für den vakanten Posten im Stuttgarter Aufsichtsrat. Der 55 jährige gilt als Vertrauter von Claus Vogt und ist beim von Claus Vogt gegründeten FC Playfair aktiv.

In den Nachwuchsmannschaften möchten die Schwaben auf Kontinuität setzen und werden mit den bisherigen Trainerteams so weiter machen. Lediglich Jan Kirchoff wird die U15 als Co-Trainer von Mischa Leibfarth unterstützen.

Vorschau: Am Samstag um 15:30 Uhr reisen die Schwaben nach Hessen wo sie im Waldstadion auf Eintracht Frankfurt treffen. Die Team von Adi Hütter ist die Mannschaft der Stunde und befindet sich auf Platz 4, außerdem besitzen mit Andre Silva einen der besten Stürmer der Bundesliga. Trotz des guten Tabellenplatzes herrscht in Frankfurt ein wenig Unruhe da der Sportdirektor und ehemaliges Mitglied des magischen Dreiecks (seine Tätigkeit als Sportdirektor beim VfB wollen wir lieber nicht reden) Fredi Bobic seinen Abschied verkündet hat. Das Hinspiel im Neckarstadion ging 2:2 aus nachdem die Schwaben zwischenzeitlich 2:0 geführt haben.

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